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06.04.2006

AutorenErklärung des Schriftstellers

Biermann wirft KiWi mangelnde Sorgfalt vor

Der Schriftsteller Wolf Biermann hat dem Verlag Kiepenheuer & Witsch mangelnde verlegerische Sorgfalt vorgeworfen und dies als entscheidenden Grund für seinen Verlagswechsel nach mehr als 30 Jahren genannt.

In einer Presseerklärung Biermanns heißt es: "Ja, es ist wahr, ich habe mich vom Verlag Kiepenheuer & Witsch getrennt. Aber der Groll über drei flottflapsige Seiten in einer ‘kurzen Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute’ könnten nie und nimmer hinreichend sein, mich nach 30 Jahren vom Verlag zu trennen." Das Buch sei für ihn "wohl der Anlaß, aber nicht der Grund" für denn Wechsel zu Hoffmann und Campe gewesen. "Ich bin andere Kaliber von Kritik gewöhnt, und das ist bekannt."

Biermann verweist in seiner Erklärung auf sachliche Fehler in Volker Weidermanns Text: "Ich war ich nie Mitglied der KPD und habe mich auch nicht erst nach dem Zusammenbruch der DDR von der Utopie des Kommunismus abgewandt, sondern Anfang der 80er Jahre", betonte der Schriftsteller. "Vor solchen faktischen Fehlern hätte der Verlag Herrn Weidermann bewahren müssen - allein schon wegen der Sorgfaltspflicht gegenüber seinem vertrauten und anvertrauten Autor Biermann." Der Verlag werde dies in der nächsten Auflage nachbessern.

Biermann schloss seine Erklärung mit dem Hinweis: "Ansonsten lebe auch ich von der Meinungsfreiheit, es ist die Luft der Demokratie, die wir alle atmen. Ich habe mich nun also in Freundschaft und mit angemessenem Respekt vom Verleger Helge Malchow getrennt. Ich wünsche ihm - ohne alle Ironie - Glück und gutes Gelingen, auch mit seinem neuen Autor."