Felicitas von Lovenberg Claus Setzer

18.08.2006Deutscher Buchpreis

Interview: Felicitas von Lovenberg über die Longlist 2006

Obwohl sie einige Bücher auf der Liste vermisst, hat Felicitas von Lovenberg schon eine Wunschkandidatin für den Deutschen Buchpreis. Vier Fragen an die Literaturkritikerin der "FAZ".

Wir wollen Sie nicht zur Kollegenschelte auffordern, aber gibt es Bücher, die Sie auf der Longlist vermissen? 

Lovenberg: Man hätte sich noch einige Titel auf dieser Liste vorstellen können, etwa Jan Faktor mit "Schornstein", Clemens Meyer mit "Als wir träumten", Jan Böttcher mit "Geld oder Leben", Frank Schulz mit dem "Ouzo-Orakel" oder Ernst-Wilhelm Händler mit "Die Frau des Schriftstellers".  

Gibt es Nominierungen, die Sie überrascht haben? 

Lovenberg: Lediglich die von Ilja Trojanow für seinen großartigen Roman "Der Weltensammler", der dafür ja bereits den Preis der Leipziger Messe bekommen hat. Hier wollte man wohl beweisen, daß die gefühlte Konkurrenz unter den Preisen keine ist. 

Wer sollte den Deutschen Buchpreis 2006 bekommen? Haben Sie einen persönlichen Favoriten?

Lovenberg: Auf der Liste stehen einige Autoren, denen ich die Auszeichnung von Herzen gönnen würde. Und natürlich habe ich auch nicht jedes der genannten Bücher gelesen. Meine Lieblingskandidatin allerdings wäre eindeutig Felicitas Hoppe mit "Johanna". 

Statt der geplanten 20 Titel sind jetzt 21 Romane nominiert. Muss eine Jury "hart" sein zu sich selbst und sich entscheiden?

Lovenberg: Ich habe eher den gegenteiligen Eindruck, nämlich daß man niemanden außen vor lassen wollte - auf der Liste stehen bis auf wenige Ausnahmen alle deutschen Romane, die in den letzten Monaten große Beachtung gefunden haben oder noch finden werden. Insofern kann es eigentlich erst spannend werden, wenn die Liste auf sechs Titel reduziert wird!

cro

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