01.09.2006Internet

Buchprojekt mit Wikipedia erneut gescheitert

Nachdem im Frühjahr das Vorhaben eines 100-bändigen Print-Lexikons der Online-Enzyklopädie Wikipedia vorläufig gescheitert war, "hat der Berliner Verlag Zenodot jetzt auch die Buchreihe Wikipress beerdigt". Das meldet die "Süddeutsche Zeitung".

Unter dem Label Wikipress wollte der Zenodot-Verlag Taschenbücher veröffentlichen, deren Inhalt von den Internetseiten Wikipedia.de stammen. Das Problem: Die Optimierung der Wikipedia-Artikel für die Wikipress-Bände habe sich als schwieriger herausgestellt, als zunächst gedacht. "Am Bildschirm liest man viel unkritischer als in einem Buch. Die meisten Artikel strotzen vor typographischen Fehlern, sind in einem Mischmasch aus alter und neuer Rechtschreibung geschrieben und enthalten unglückliche, naiv-komische oder gar falsche Formulierungen", klagte ein Mitarbeiter gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". sueddeutsche.de fragte Gertraud Götz, Pressesprecherin von Directmedia, einem Schwesterunternehmen von Zenodot, nach den Gründen für das Aus. Götz zufolge habe sich Wikipress als zu unwirtschaftlich erwiesen. Der Verlag Zenodot verfüge aufgrund seiner bisherigen Produktpalette eher über eine Vertriebsstruktur für digitale Medien, sei aber mit dem Vertrieb von Taschenbüchern wenig bis nicht erfahren.

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