Bildergalerie: Deutscher Buchpreis

Frankfurter Heimspiel

Am Montag abend startete die Buchmessewoche mit dem bewährten Highlight: Der Verleihung des Deutschen Buchpreises.

© Claus Setzer

Gert Scobel sprang auf die Bühne und hinein in eine Spontanmoderation, in der er den Part der erkrankten Moderatorin Cécil Schortmann übernahm.

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Frankfurts Oberbürgermeister nannte die Verleihung des Buchpreises einen der Höhepunkte im kulturellen Leben der Stadt. Der Buchpreis zettele „äußerst zuverlässig“ Debatten an.

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„Wir alle, Verleger und Buchhändler, Leser und Rezensenten, sind dankbar dafür, dass Sie, liebe anwesende Autorinnen und Autoren, uns mit Ihren Romanen bedacht haben. Sie schenken uns viele Stunden Lesevergnügen und nehmen uns mit in Welten und Gedankengebäude, die uns sonst verschlossen blieben“ – so wandte sich Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller an die Shortlist-Autoren.

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„Das ist ja ein äußerst dehnbarer Romanbegriff!“, Scobel befragte Jurysprecher Christoph Schröder, wieso von Novelle bis autobiografischem Sachbuch so heterogene Formen auf der Shortlist stünden. Christoph Schröder konnte sich auf den Großen unter den Literaturkritikern beziehen: Marcel Reich-Ranicki habe gesagt, ein Roman sei ein erzählendes Werk mit mehr als 200 Seiten.

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Schauspieler Stéphane Bittoun las aus den Werken – und obwohl es nur wenige Sätze waren, warf er sich mit Vervé in die Intonation des Charakters der Figuren.

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Reinhard Kaiser-Mühleckers „Fremde Seele, dunkler Wald“ erzählt vom Leben auf einem Mehrgenerationenhof ohne ländlich Idylle. Die Figuren kennen nur eine Sprache, nur eine Herkunft. Juror Christoph Schröder meint dazu: „Ein atmosphärisch ungeheuer dichtes Buch, bei dem die Verschiebungen unter der Oberfläche unwahrscheinlich sind. Man will gar nicht mehr aufhören zu lesen.“

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In Bodo Kirchhoffs „Widerfahrnis“ wirken zwei Menschen aus der Zeit gefallen, doch werden sie durch die aktuellen Geschehnisse der Weltgeschichte wieder zurückgeworfen - in nur vier Tagen der Handlung. Juror Berthold Franke meint: Bodo Kirchhoffs Parabel zeige, wie Privates und Weltgeschehen nicht zusammengeht – und das „kitschimprägniert“.

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André Kubiczeks „Skizze eines Sommers“ ist ein Buch, angereichert mit Musik und Playlists, und spielt 1985 in einer Plattenbausiedlung – er erzählt eine Jugend zwischen Musik und Melancholie. Juror Najem Wali schätzt die zauberhafte Art des Romans, und wie der Jugendroman mit den Mitteln eines Erwachsenenromans erzählt werde.

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Thomas Melle bezeichnet sein autobiographisches Buch „Die Welt im Rücken“ als Notwendigkeit - das Leben und sein ganzes Schreiben wurde von der bipolaren Störung bestimmt. Jurorin Sabine Vogel beschreibt, wie außergewöhnlich sie das Buch findet: Es erzähle von einem nackten Selbst, und dennoch baue man Distanz auf und lacht mit Thomas Melle über diesen „Irren“. Eine poetische Erzählung.

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Eva Schmidt hat 19 Jahre kein Buch lang kein Buch geschrieben – „Die Familie, das Leben war einfach wichtiger“. Jetzt erzählt ihr Roman vom Leben in einer Hochhaussiedlung. Susanne Jäggi, die Buchhändlerin unter den Juroren, nennt Schmidts Buch ein „feines, kleines Werk“, „hochkomplex in minimalistischer Sprache – große Kunst“.

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„Hool“, Philipp Winklers Buch über den Hooligan Heiko, ist ein Psychogramm eines einsamen jungen Mannes voller Wut. Winkler sah während des Schreibens die Herausforderung zwischen mündlichem Idiom der Hooligans und literarischer Schriftsprache. Thomas André schätzt, dass dieses Buch ein neues Milieu unter die literarischen Stoffe bringe – und dass der Debütant Winkler sich mit Wucht in die Gegenwartsliteratur hineinschreibe.

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Der große Moment: Der Preisträger wird verkündet.

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Bodo Kirchhoff ist bewegt, das sieht man, halbwegs gefasst schreitet er zur Bühne. Seine Dankesrede ist eine Liebeserklärung an die Stadt Frankfurt, der er nach 46 Jahren sehr verbunden ist: „Frankfurt hat gute Energie!“ Wegen eines großen Verlags sei er nach Frankfurt gekommen, den es hier nicht mehr gebe, dessen Sproß aber heute noch die Fahne der Literatur hochhalte. Da ist auch Joachim Unseld sichtlich bewegt.

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Bodo Kirchhoff dankt für den Preis, lenkte die Aufmerksamkeit aber auch wieder auf die Shortlist, die sechs Autoren Aufmerksamkeit verschaffe.

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Und am Ende lächelte er doch.

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Der Preisträger ist auf der Frankfurter Buchmesse in zahlreichen Veranstaltungen zu erleben. Die Termine stehen auf der Website

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