Bildergalerie: Friedenspreis

Von der Freiheit, sich einzumischen

Die Publizistin Carolin Emcke ist heute in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Bilder von der Auszeichnung und Zitate aus den Reden, die das Börsenblatt in einer Beilage für die Printausgabe vom 27. Oktober dokumentiert.

© Tobias Bohm

Wahrzeichen der deutschen Demokratie: Blick in die Kuppel der Paulskirche

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"Solange wir in einer Welt leben, in der überall Krieg herrscht, kein Frieden nirgends, braucht es Stimmen, die Frieden und Menschlichkeit anmahnen. Stimmen wie die Ihre!" Peter Feldmann, Oberbürgermeister von Frankfurt

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Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, zitierte zu Beginn seiner Rede ein Gedicht von Rose Ausländer und bemerkt: „Dass Poesie und Literatur schon immer auch subversiv, Machthabern und Diktatoren suspekt waren – das sieht man beispielsweise an den aktuellen Entwicklungen in der Türkei oder in Russland.“

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"Ich wünsche mir, dass mehr Gedichte von Rose Ausländer, mehr Texte von Hannah Arendt und auch die Berichte und Bücher von Carolin Emcke in unseren Schulen und Universitäten und Wohnzimmern gelesen werden – es könnte dazu beitragen, dass wir einen anderen, einen genaueren Blick auf unsere Welt bekommen und vielleicht etwas mehr an Demut gewinnen." Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins

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Zu Beginn ihrer Laudatio beschrieb Laudatorin Seyla Benhabib ein Bild von Paul Klee, das auf einem der Bücher Carolin Emckes abgebildet ist: „Angelus Novus“, gemalt 1920.

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Benhabib zitiert eine Interpretation des Engels von Walter Benjamin: „Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“

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„In Emckes Texten finden sich weder historischer Pessimismus noch messianischer Optimismus. Was einem stattdessen von jeder Seite entgegenstrahlt, ist das Staunen im Gesicht des Engels der Geschichte, der mit weit aufgerissenen Augen und offen stehendem Mund seine Flügel ausspannt.“ Seyla Benhabib, Philosophin und Laudatorin des diesjährigen Friedenspreises.

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“Emcke verweigert sich der Verarmung der Erfahrung durch das Schweigen und den bloßen Austausch von Information. Sie widersetzt sich der Sprachlosigkeit, die sowohl jene befällt, die gefoltert, verstümmelt, geschlagen und vergewaltigt wurden, als auch jene, die ihre eigene Ohnmacht unter Vortäuschung von Macht zu verstecken suchen. Als Erzählerin hat sie eine einmalige Mischung aus Reportage, philosophischer Reflexion, und literarischer Komposition geschaffen.“ Seyla Benhabib

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Bei der Urkundenübergabe liest Heinrich Riethmüller aus der Begründung des Stiftungsrats des Friedenspreises vor: „Carolin Emcke setzt sich schwierigen Lebensbedingungen aus und beschreibt – vor allem in ihren Essays und ihren Berichten aus Kriegsgebieten – auf sehr persönliche und ungeschützte Weise, wie Gewalt, Hass und Sprachlosigkeit Menschen verändern können. Mit analytischer Empathie appelliert sie an das Vermögen aller Beteiligten, zu Verständigung und Austausch zurückzufinden.“

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„Verschiedenheit ist kein Grund für Ausgrenzung. Ähnlichkeit keine Voraussetzung für Grundrechte.“ Carolin Emcke

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"Ist Religiösität etwas, das mir gehört? Oder ist Glaube etwas, das sich im und durch das Hadern bestätigt? Gehört mir mein Glaube oder gehöre ich dem, an den ich glaube?" Carolin Emcke

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"Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit: dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen." Carolin Emcke

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„Wir können die Verantwortung auf uns nehmen. Und das heißt: Wir können sprechend und handelnd eingreifen in diese sich zunehmend verrohende Welt. Dazu braucht es nur Vertrauen in das, was uns Menschen auszeichnet: die Begabung zum Anfangen. Wir können hinausgehen und etwas unterbrechen.“ Carolin Emcke

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„Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“ Carolin Emcke

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