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02.05.2007

Schweiz

Interview mit Rita Graf, Geschäftsführerin Weltbild Schweiz

Weltbild hat nur wenige Stunden nach dem negativen Entscheid der Schweizer Regierung zur Preisbindung reagiert und verkauft die Bestseller ab sofort 30 Prozent billiger. Gegenüber BÖRSENBLATT Online bedauert nun Rita Graf, Geschäftsführerin von Weltbild Schweiz, den Fall der Preisbindung.

"Er hilft niemandem in der Branche und macht den Umgang mit Büchern komplizierter." Ihre Reaktion, ab morgen Donnerstag ausgewählte Bestseller 30 Prozent billiger anzubieten, sieht sie als Massnahme gegen ihre direkten Mitbewerber. Dort war aber auf Anfrage niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. "Hunkeler und Harry Potter jetzt 30 % günstiger!", heisst es in einer Medienmitteilung, die um 14.22 Uhr über den Ticker der Nachrichtenagentur sda lief. "Bei je zehn Schweizer Top-Bestseller aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch wurde kurzfristig der Preis um 30 Prozent gesenkt, weitere sollen folgen", heisst es weiter. Dieses Vorgehen war, so Graf, mit der Konzernzentrale in Augsburg abgestimmt. "Wir gehen davon aus, dass wir nicht die Einzigen bleiben werden", meint Graf weiter. Weltbild Schweiz will sich vorerst auf den Bestseller-Bereich beschränken, eine Ausweitung auf die Backlist wäre nach ihren Worten "desaströs". Wann die Läden von Weltbild in der Schweiz umgestellt sein werden, wusste sie noch nicht genau zu sagen, auch in den nächsten zwei Katalogen des Medienhändlers wird es noch keine Hinweise auf Rabatte für Bestseller geben, weil die Kataloge bereits in Druck seien. Reagieren könne Weltbild vorerst nur auf der Internetseite. Das Vorgehen, so ergänzt Graf, richte sich gegen mögliche Mitbewerber in den Nebenmärkten.