24.04.2007
»Ich komme aus der Zielgruppe«Fachredakteurin
Nach 13 Jahren in der physiotherapeutischen Praxis sind Sie nun Volontärin bei der Fachzeitschrift »Physiopraxis«. Fiel Ihnen der Wechsel an den Schreibtisch schwer?
Merz: So gern ich auch in der Praxis war - einen »Schreibtischjob« wünsche ich mir schon seit Jahren. Ich glaube, dass viele die körperliche Arbeit als Physiotherapeutin unterschätzen. Mit dem Volontariat schließt sich fü;r mich jetzt ein Kreis. Hier kann ich meine Erfahrungen einbringen und von meinem Fernstudium
profitieren.
So verfügen Sie bereits über wichtige Kenntnisse für Ihren jetzigen Beruf - mussten jedoch den alten aufgeben ...
Merz: Ich habe meinen Beruf nicht aufgegeben, sondern arbeite momentan für die Kollegen - und nicht mehr direkt mit Patienten. Ich sehe mich aber nach wie vor als Physiotherapeutin, nur in einem neuen Arbeitsfeld. In der Fachredaktion nutze ich meine Erfahrungen und bereite für Kollegen in der Praxis Informationen lesefreundlich auf. Ich komme selbst mitten aus der Zielgruppe. Das hilft mir dabei, mich auf die Bedürfnisse der Leser besser einzustellen. Außerdem ist für einen Fachredakteur eine gewisse Leidenschaft fürs Thema durchaus hilfreich. Und die bringe ich mit.
Werden Ihre Ideen denn in der Redaktion auch angenommen?
Merz: Ja, sie sind sehr willkommen. Meine Kollegen unterstützen mich optimal, so fühle ich mich bei Thieme gut aufgehoben. Alle zwei Wochen findet zudem ein Volontärsvortrag statt, bei dem uns andere Teile der Unternehmensgruppe vorgestellt werden. So lernen wir Volontäre das Konzept des Verlags besser kennen.
Haben Sie die Möglichkeit, sich außerhalb des Verlags weiterzubilden?
Merz: Ja, zu meinem Volontariat gehört ein zweiwöchiger Kurs an der Akademie der Bayerischen
Presse in München. Für mich steht dieser im August auf dem Programm.
Woran arbeiten Sie gerade?
Merz: Im Moment redigiere ich zwei große Therapieartikel für unser nächstes Heft. Zuvor konnte ich bereits zwei größere Artikel unter Supervision recherchieren und schreiben. Ich bin froh, dass mein Alltag so vielfältig ist: Ich verfasse kürzere Meldungen, redigiere Artikel, bespreche Artikelideen und suche neue Autoren. Schön ist, dass ich meinen Tag so eigenverantwortlich planen kann.
Sie sind jetzt seit vier Monaten dabei: Haben Sie Ihre Feuertaufe schon hinter sich?
Merz: Ich hatte bereits die Möglichkeit, die Grande Dame der Physiotherapie, Antje Hüter-Becker, zu interviewen und konnte erste Erfahrungen als Kongressberichterstatterin auf dem Präventionskongress in Berlin sammeln. Beides war
spannend.
Schmieden Sie schon Pläne für die Zeit nach dem Volontariat?
Merz: Da mache ich mir im Augenblick noch gar keinen Druck. Jetzt genieße ich erst mal meine Arbeit und die Ausbildung.
Interview: Tamara Weise
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