KARRIERE BERUFSBILDER

26.01.2006

Arbeit im LektoratArbeit im Lektorat© Bruch
Perspektiven nach der Uni

Buch- und Medienpraxis

In der Fortbildung Buch- und Medienpraxis geben Dozenten Hochschulabsolventen Einblicke in die Berufspraxis unterschiedlicher Branchen.

Direkt nach dem Studium den Sprung in Verlags- und
Medienberufe zu schaffen, ist gar nicht so einfach. Der Austausch zwischen Berufserfahrenen und Akademikern könnte den Zugang zur Praxiswelt erleichtern. Diesen Gedanken hat die Universität Frankfurt bereits vor neun Jahren aufgegriffen - mit dem zweisemestrigen Fortbildungsstudiengang Buch- und Medienpraxis.

Viel mehr als graue Theorie

30 Teilnehmer, meist Geisteswissenschaftler, aber auch Absolventen anderer Fachrichtungen, beginnen einmal jährlich im November mit dem neunmonatigen Studium. Die Dozenten - allesamt Praktiker - kommen aus unterschiedlichen Bereichen, arbeiten beispielsweise in Verlagen, bei Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen oder anderen kulturellen Einrichtungen. Auf dem Stundenplan stehen neben verschiedenen Seminaren zu Print-, TV- und Hörfunkjournalismus auch Einführungen in die Verlags-PR, in Lektorat und Herstellung. Im Unterrichtsteil Verlagswesen durchlaufen die Teilnehmer beispielsweise die unterschiedlichen Bereiche der Buchproduktion. Neben einem theoretischen Teil steht auch hier die Praxis im Vordergrund: So betreuen die Studenten ein Manuskript vom Gutachten bis zum Vorschautext und setzen sich mit Buchgestaltung und Typografie auseinander; im Fach Kulturmanagement organisieren sie eine Lesung oder Ausstellung, die in Frankfurt stattfindet. Zusätzliches Plus des Fortbildungsstudiengangs: Die Teilnehmer erstellen während dieser Zeit bereits bewerbungsrelevante Arbeitsproben. Und das Konzept geht auf: »Eine Evaluation vor zwei Jahren hat ergeben, dass knapp 80 Prozent der Absolventen in der Buch- und Medienbranche Arbeit gefunden haben«, resümiert Programmkoordinator Christian Metz. Ein Erfolg, der den Studenten eine große Leistungsbereitschaft abverlangt: Denn das Fortbildungsprogramm, das auch berufsbegleitend absolviert werden kann, ist sehr zeitintensiv. Die sechs Kurse pro Semester finden an drei Abenden in der Woche statt. Zu Hause müssen zusätzlich Manuskripte gelesen und Beiträge geschrieben werden. Doch der Einsatz lohnt sich: Nach zwei Semestern erhalten die Studenten ein benotetes Zertifikat. Wer sich für diese Weiterbildung nach dem Studium interessiert, muss zunächst an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Denn jährlich gehen rund 70 Bewerbungen bei der Universität Frankfurt ein. Voraussetzung für die Teilnahme ist unter anderem ein mit sehr gut bis gut abgeschlossenes Hochschulstudium.

Autor: Frauke Heckler