Preisbindung in der Schweiz
CHRONIK PREISBINDUNG SCHWEIZ
1999
Die Wettbewerbskommission der Schweiz stellt in einer Verfügung fest, der Sammelrevers für den Verkauf preisgebundener Verlagserzeugnisse in der Schweiz bilde eine unzulässige Wettbewerbsabrede im Sinne des Kartellgesetzes von 1995.
2001
Auf eine Beschwerde des SBVV hin bestätigt die Rekurskommission für Wettbewerbsfragen diese Verfügung. SBVV und Börsenverein ziehen vors Bundesgericht.
2002
Das Bundesgericht hebt den Entscheid der Rekurskommission wieder auf und verweist die Sache an die Wettbewerbskommission zurück. Der Auftrag: zu prüfen, ob sich die monierte Wettbewerbsbeinträchtigung aus Gründen der wirtschaftlichen Effizienz rechtfertigen lasse.
2005
Die Wettbewerbskommission verfügt erneut, der Sammelrevers sei unzulässig.
2006
Die Rekurskommission bestätigt die Entscheidung abermals. SBVV und Börsenverein ziehen ein zweites Mal vors Bundesgericht. Ihre Beschwerde hat aufschiebende Wirkung.
2007
Das Bundesgericht weist die Beschwerde der Branchenverbände ab, die ein Ausnahmegesuch beim Bundesrat stellt. Parallel dazu läuft im Nationalrat das Gesetzgebungsverfahren für ein Preisbindungsgesetz. Der Schweizer Bundesrat verweigert die Ausnahmeregelung.
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- 30.04.2008
"Kurzsichtig und böswillig"
Im Zürcher "Tages-Anzeiger“ vom 26. April ist im Wirtschaftsteil ein Artikel über die Auswirkungen der abgeschafften Buchpreisbindung in der Schweiz erschienen, der beim Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) heftige Reaktionen hervorgerufen hat. In dem Artikel werde behauptet, die tatsächlich eingetretenen Preissteigerungen seien allein dem starken Euro geschuldet. Hier die Reaktion des SBVV im Wortlaut: - 24.04.2008
Ein Jahr nach dem Fall
Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) organisiert mit Unterstützung des Börsenvereins am 2. Mai ein Symposium in Solothurn. Zentrales Thema ist die Preisbindung. - 09.05.2007
Rabattaktionen gehen weiter
Auch die Lüthy Balmer Stocker-Gruppe reagiert jetzt auf die Aufhebung der Buchpreisbindung in der Schweiz und reduziert ihre Buchpreise um bis zu 30 Prozent. - 08.05.2007
Nun steigt auch Orell Füssli in das Rabattgeschäft ein
Ab dem 11. Mai gibt es auch bei der Schweizer Buchhandlungs AG Orell Füssli im begrenzten Umfang Preisaktionen im Bestsellerbereich und weiteren ausgewählten Titeln. Unter dem Label "best price by orell füssli" werden 30 Bestseller aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch mit einem Rabatt von zehn bis 30 Prozent verkauft. - 04.05.2007
Stellungnahme der Mediengewerkschaft comedia zur Schweizer Entscheidung
"Mit dem Entscheid gegen die Buchpreisbindung desavouiert der Bundesrat nicht nur die überwiegende Mehrheit der Branche und damit die darin Beschäftigten, sondern auch das Parlament", so die Mediengewerkschaft comedia in einer Stellungnahme. Der Entscheid sei Ausdruck einer unsinnigen Sonderfall-Mentalität. - 03.05.2007
Verlegerstimmen zum Fall der Preisbindung in der Schweiz
"Der Entscheid ist ein kulturpolitisches Desaster und ein großer Fehler", meint Verleger Egon Ammann in der "NZZ". - 03.05.2007
Befremden in Österreich über Schweizer Entscheidung
Auch in Österreich ist die Entscheidung des Schweizer Bundesrats gegen Buchpreisbindung mit Befremden zur Kenntnis genommen worden. „Die Preisbindung ist ein wesentliches Instrument für die flächendeckende Versorgung mit Büchern und die kulturelle Vielfalt. Sie dient sowohl den Buchhändlern als auch den Kunden“, erklärte Alexander Potyka, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels. - 03.05.2007
Buchhändlerstimmen zum Fall der Preisbindung in der Schweiz
Im Buchhandel ist der Entscheid des Bundesrats überwiegend negativ aufgenommen worden. "In vielen Geschäften will man vorläufig auch nicht von der bisherigen Preis- oder Sortimentsgestaltung abrücken", das geht aus einer Umfrage unter Schweizer Sortimentern in der "NZZ" hervor. - 02.05.2007
Interview mit Rita Graf, Geschäftsführerin Weltbild Schweiz
Weltbild hat nur wenige Stunden nach dem negativen Entscheid der Schweizer Regierung zur Preisbindung reagiert und verkauft die Bestseller ab sofort 30 Prozent billiger. Gegenüber BÖRSENBLATT Online bedauert nun Rita Graf, Geschäftsführerin von Weltbild Schweiz, den Fall der Preisbindung. - 02.05.2007
Bundesrätin: »Gefährdet sind nur kleine Allround-Buchhändler«
Der Bundesrat ist überzeugt, dass ohne Preisbindung Bücher grundsätzlich billiger würden und die Angebotsvielfalt nicht abnehmen werde, sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. - 02.05.2007
Börsenverein hofft auf Buchpreisbindungsgesetz in der Schweiz
Mit Bedauern und Unverständnis reagiert der Börsenverein auf den Fall der Preisbindung für Bücher in der deutschsprachigen Schweiz. „Diese Entscheidung ist insbesonders kulturpolitisch ein falsches Signal“, sagt Vorsteher Gottfried Honnefelder. - 02.05.2007
Weltbild schert als Erster aus: Bestseller werden 30 Prozent billiger
Der Entscheid des Schweizer Bundesrats, die Buchpreisbindung fallen zu lassen, stößt bei Branchenteilnehmern und Autoren auf massive Ablehnung. Aber wenige Stunden nach der Entscheidung hat Weltbild in der Schweiz bereits reagiert und verkauft die Bestseller ab sofort 30 Prozent billiger. - 02.05.2007
Schweizer Bundesrat fegt Preisbindung vom Tisch
Wie der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) soeben meldet, hat der Schweizer Bundesrat die Ausnahmeregelung "aus übergeordneten Gründen im Sinne von Artikel 8 des Kartellgesetzes verweigert." Weltbild-Chef Carel Halff bedauert die Entscheidung.

