HINTERGRUND BRANCHEN-MONITOR BUCH

12.04.2007

Höhenflug hält an

Der März sorgte für ein kräftiges Umsatzplus - in den Vertriebswegen Sortiment, E-Commerce, Kauf- und Warenhäuser.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die positive Entwicklung im Buchhandel hat sich auch im März fortgesetzt - mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent in den Vertriebswegen Sortiment, Kauf- und Warenhäuser sowie E-Commerce (siehe Kasten). Damit konnten die Umsätze in allen drei Monaten des ersten Quartals im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Das kumulierte Plus liegt in den ersten zwölf Wochen des Jahres 2007 nun bei 3,1 Prozent. Das geht aus den neuen Zahlen des Börsenvereins hervor, die im Auftrag des Verbands von Media Control GfK International erhoben werden.

Auch für den Sortimentsbuchhandel verlief der vergangene Monat positiv - wenngleich dieser Vertriebsweg hinter dem Durchschnitt der Absatzkanäle zurückgeblieben ist. Für sich betrachtet hat das Sortiment im März im Vergleich zum Vorjahr beim Barumsatz einen Zuwachs von 1,6 Prozent zu verzeichnen. Der Rechnungsumsatz legte um 9,1 Prozent zu.

Die Bilanz des ersten Quartals für das Sortiment: Die Barumsätze konnten leicht gesteigert werden und bewegen sich 0,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Daran zeigt sich, dass es dem Sortimentsbuchhandel auch in diesem Jahr bislang nicht gelungen ist, an das deutlich stärkere Wachstum der übrigen Vertriebswege anzuknüpfen.
Bei den Editionsformen haben alle drei Kategorien hinzugewonnen. Erstaunlich klein fällt das Plus allerdings bei den Hörbüchern aus. Sie sind sonst immer Garanten für satte zweistellige Zuwachsraten und lassen Hardcover und Taschenbuch weit hinter sich. Dieses Mal aber bilden die Audiobooks gar das Schlusslicht unter den Editionsformen - mit einem mageren Wachstum von 1,5 Prozent (siehe Grafik links). Bei den Warengruppen hinterlässt Hape Kerkelings Bestseller »Ich bin dann mal weg« (Malik) immer noch seine Spuren. Das Segment Reise kam im März auf ein Umsatz-plus von 28,4 Prozent (siehe Grafik). Mit 10,9 Prozent ging es auch für das Kinder- und Jugendbuch zweistellig nach oben.

Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft legten um 6,6 Prozent zu. Zu den Verlierern zählen hingegen die Warengruppen Mathematik, Naturwissenschaften & Technik (minus 7,6 Prozent) sowie Sachbuch/Ratgeber (minus 2,5 Prozent).

Neue Zahlen zum Kalendermarkt

Zum Abschluss des ersten Quartals hat Media Control GfK International das Kalendergeschäft von April 2006 bis März 2007 unter die Lupe genommen. Wie die Auswertung ergab, konnte der Umsatz mit Kalendern im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Prozent gesteigert werden. Die Messlatte hing bereits hoch, denn schon im Erhebungszeitraum 2005/2006 verzeichneten die Kalender ein Umsatzplus von 14,5 Prozent.

Der Löwenanteil des Kalendermarkts gehört nach wie vor mit großem Abstand der Warengruppe Hobby/Ratgeber. Mit einem Marktanteil von 44,8 Prozent ist sie für nahezu die Hälfte der Kalenderumsätze verantwortlich (siehe Grafik unten). Zweitwichtigstes Segment sind die Titel aus dem Bereich Kunst, Musik und Religion. Sie kommen auf einen Marktanteil von 23,9 Prozent. An dritter Stelle steht das Thema Länder, Städte, Landschaften, das sich einen Marktanteil von 12,2 Prozent sichern kann.
Bei der Umsatzentwicklung haben sich vor allem Geschenkkalender, Literatur und Cartoons hervorgetan (siehe Grafik rechts). Sie konnten - bei einem Marktanteil von elf Prozent - um 36,6 Prozent zulegen. Ein Plus von nahezu 20 Prozent verbuchen Kalender rund um Länder, Städte und Landschaften. Jahresbegleiter zu den Themen Hobby und Ratgeber erwirtschafteten einen Mehrumsatz von 16,7 Prozent. Und weil dieses Segment mit so hohem Abstand Marktführer ist, war es auch maßgeblich an der positiven Entwicklung der vergangenen Monate beteiligt. Auf ein Plus von 14 Prozent blicken Kunst, Musik und Religion zurück.

Der Branchen-Monitor Buch informiert einmal im Monat über die Lage der Branche. Er ist auch als E-Mail-Newsletter erhältlich und kann unter www.boersenverein.de abonniert werden. Das Panel umfasst 500 Sortimentsbuchhandlungen, 300 Kauf- und Warenhäuser sowie den E-Commerce. Damit deckt es rund zwei Drittel der Vertriebswege von Büchern ab. Weitere Vertriebswege werden nach und nach ergänzt.

Christina Schulte