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24.05.2007

Suhrkamp

Sanieren und klagen

Er habe erfolgreich Zeitungen und Zeitschriften saniert, nun wolle er den Suhrkamp Verlag auf den richtigen Weg bringen, begründete Hans Barlach gegenüber dem BÖRSENBLATT seine Absicht, auch im Alleingang bei Suhrkamp zu investieren.

"Man müsse unternehmerische Aktionen besser durchdenken", so Barlach: "Gegen den neu gegründeten Verlag der Weltreligionen hätte ich mein Veto eingelegt." Barlach war immer nur der Mann im Hintergrund, während sich Ko-Investor Claus Grossner mit Verve über sein Engagement bei Suhrkamp ausließ und wilde Pläne schmiedete. Das hat sich geändert: Nach Grossners Rückzug will Hans Barlach, Enkel und Nachlassverwalter des Bildhauers Ernst Barlach und Verleger der Boulevardzeitung "Hamburger Morgenpost", nun die Suhrkamp-Anteile des Schweizers Andreas Reinhart allein übernehmen. Mit welchem Ausgang, das ist so ungewiss wie vorher.

Bis Ende Juni muss der Kauf der Anteile von Andreas Reinhart abgewickelt sein, so sei es vertraglich vorgesehen, sagt Reinhart, der nun offenbar dieses Geschäft mit Barlach allein machen will. Für die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz ist das unerheblich, sie will nach wie vor auf juristischem Weg den Ausschluss der Medienholding erreichen.
Derweil hat Barlach über den Hamburger Anwalt Rolf Schultz-Süchting nach dessen Angaben am 16. Mai seinerseits Klage gegen die Familienstiftung, den Mehrheitsgesellschafter des Verlags, erhoben. Dreierlei solle damit geklärt werden: ob es einen Ausschließungsgrund gegen die Medienholding gibt, ob der Ausschließungsbeschluss der Verlagsleitungs-GmbH wirksam ist und wie die Anteile der Kommanditisten zustande kommen (Familienstiftung: 51 Prozent, Medienholding: 29 Prozent, Joachim Unseld: 20 Prozent).

[...] Tags: Suhrkamp, Hans Barlach