Preisbindung

Gericht soll prüfen

Der Börsenverein will in einem Musterprozess klären, ob ein gebundener Buchpreis in der Werbung als "Firmenpreis" bezeichnet werden darf. Konkreter Anlass ist ein Prospekt des Filialisten Thalia, der preisgebundene Novitäten mit dem Zusatz "Thalia"-Preis bewirbt.

Nach Meinung der Rechtsabteilung des Börsenvereins ist diese Art der Werbung irreführend und damit rechtswidrig. man habe sich mit Thalia geeinigt, dass die Frage durch einen von der Wettbewerbszentrale eingeleiteten Prozess geklärt werde, sagte Justiziar Christian Sprang. Mit dem Verfahren wolle die Rechtsabteilung erreichen, dass die Branche Sicherheit über die Frage bekommt, ob mit "Firmenpreis" geworben werden darf oder nicht. DOI: 10.1391/BBL-Online.20070620-firmenpreis

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10 Kommentar/e

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  • Müller

    Müller

    tja, jetzt geht`s auch in der Buchhandelsbranche los...erste sog. "Hauspreise" suggerieren einen günstigen Preis. Die Geiz ist Geil Mentalität schwabbt in den Buchmarkt. Andere große Ketten, die sich die Werbung leisten können ziehen nach. Die "Schlacht" ist längst eröffnet. Der Verdrängungswettbewerb in vollen Gange. Damit hab ich schon lange gerechnet.

  • Vogel

    Vogel

    Ich bin wirklich beruhigt darüber, daß auch die Großen sich nicht alles erlauben dürfen! Aber für wie lange noch?

  • Toni

    Toni

    Thalia führt Krieg, das müßten nun auch die letzten Träumer unserer Branche erkann haben. Man muss sich nur die Worte des ehemaligen Bundeswehr-Mitglieds Busch anhören, die er während der Buchhändlertage benutzte.

  • Kristina Schultze-Stau

    Kristina Schultze-Stau

    Bei den bisherigen Aussagen Thalias zum unbedingten Erhalt der Preisbindung hatten die Verantwortlichen wohl hinter dem Rücken die Finger gekreuzt. Glücklicherweise hat der Börsenverein ein Auge auf diese Pappenheimer.

  • Michael Stürzer

    Michael Stürzer

    Was Thalia macht, betreibt Weltbild schon lange. Dort mischt man MA mit preisgebundenen Titeln und versieht beide Stapel mit einem Schild "Bei Weltbild nur ...".
    Hierzu hat der Börsenverein noch nie ein Wort verloren, dabei wird das von Filalisten mit viel MA seit Jahren praktiziert.

  • Nadja Timmann

    Nadja Timmann

    Traurig, traurig, dass es immer auf nur einen Großen geht. Andere Ketten sind noch dreister, doch nie ein Wort darüber. Schlimm, dass man einfach nicht sieht, dass Thalia auch Vorteile bringt! Und gerade diese Technik der Werbung findet man auf jeder Internetseite jedes kleinen Geschäftes - für sie von uns... unser preis für sie... etc!Man misst hier mit zweierlei Maß!

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    Ich sehe das nicht so unbedingt, dass die Großen (ich nenne sie mal Ketten) um keine Namen zu nennen, den kleinen Buchhandlungen in irgendeiner Form Vorteile bringen. Hierzu ein paar einfache Beispiele aus dem täglichen Buchhändlerleben:
    1. Weltbild überflutet Stadt und Land mit seinen Katalogen. Die Problematik ist jedoch das die Kunden (gerade im ländlichen Raum) auf diese Kataloge reagieren. Da die nächste Filiale meist in der nächst gelegenen größeren Stadt ist, erscheint man erst einmal in der sogenannten "Landbuchhandlung". Und das gleich mit Katalog. Wir können in der Regel nicht viel ausrichten, da die meisten Publikationen nicht über den Großhändler zu realisieren sind. Letztendlich bleibt der Schwarze Peter wieder bei den Buchhandlungen kleben, weil wir den Kundenwunsch nicht realisieren können. Aus der Erfahrung und Praxis ist es sogar soweit gekommen, dass in Katalogen versprochene Geschenke in meiner Buchhandlung eingefordert wurden. Diese Zugabementalität steht jedoch auf einem anderen Blatt.
    2. Ein zweites Problem scheint meiner Meinung nach die Bereistellung und Betreibung einer Lobby für die kleinen Buchhandlungen. Es könnte sich die Idee aufdrängen, dass ein Interessenverband eher einem großen Konzern zusprechen würde, an dem tausende Von Mitarbeitern hängen. Dies ist in erster Linie ein gesundes Verhalten, denn wer würde dies nicht tun.
    3. Festzustellen bleibt, dass die Großen in aller Regel MEHR tun und lassen können, was sie wollen. Das ist denke ich mal schon immer so gewesen.
    4. Ein Vorredner (weiter oben) behauptete, das Thalia Krieg führe. Das kann in aller Regel so sein. Problematisch für den Buchhandel sind nur Publikationen, die in der Eigenauflage erschienen sind. Weltbilds "GLENKILL" ist hier nur das allerbeste Beispiel. Besonders hier bin ich desöfteren schon in Erklärungsnöte gekommen.
    Zu der o.g. Kriegsführung sind jedoch vor allem die Sortimenter fähig die auch einen starken Background haben, d.h. finanziell in jeder Hinsicht abgesichert sind und unter Umständen auch mal saftige Strafen zahlen können ohne gleich tot nach hinten umzufallen.
    4. Eine Lösung gibt es nicht bevor der Gesetzgeber in diese Richtung endlich ein Zeichen setzt. Wir als kleine Buchhandlungen können meiner Meinung ein wichtiges Zeichen setzen:
    - Ein Service mit Freundlichkeit und Geduld
    - Anders sein, als kalte Großbuchhandlungen
    - Beraten und das Gespräch (nicht nur buchhändlerisch sondern auch privat) suchen
    - Da sein, wenn die anderen nicht da sind!

    Jörg Jahn-Meyer
    Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
    Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau

  • Mathias Schindler

    Mathias Schindler

    Anstatt das grundsätzliche Problem der Buchpreisbindung zu lösen, wird also nun auf Sandkastenniveau die Frage von Gerichten geklärt, ob ein Buchpreis auch ein Thaliapreis sein kann. Und selbst wenn er das nicht sein kann, will man dann in die nächste Runde und klären, ob ein Preis ein Preis "bei Thalia" sein darf?

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    ...thalia-preis, ...weltbild-preis, ... bertelsmann-preis, ... the-book-buchhandlung-preis, ...buchhandlung-meyer-müller-schulze-preis....

    Ein gutes könnte es haben; nämlich Arbeitsplätze in der Justiz und bei Abmahnanwälten zu schaffen.

  • Stephan Jaenicke

    Stephan Jaenicke

    Unbestritten ist, dass in der Buchbranche ein Verdrängunswettbewerb im Gange ist, der sich wohl leider in den nächsten Jahren auch noch verschärfen wird.

    Das Vorgehen von Thalia ist aber nicht in erster Linie preisbindungsrechtlich bedenklich, sondern vor allem wettbewerbsrechtlich: Hier wird der Eindruck erweckt, dass es keine Preisbindung (mehr) gibt und das betreffende Buch bei Thalia günstiger ist als anderswo. Thalia und auch die anderen Ketten probieren solche Dinge einfach von Zeit zu Zeit aus und versuchen, mit irgendeinem dieser Vorstöße mal durchzukommen, und die betreffende Schiene dann weiterzufahren. Am Ende schwächen aber auch solche Aktivitäten die Preisbindung, daher sollte man sie auf keinen Fall durchgehen lassen. Einen offensichtlichen Widerspruch zu Herrn Buschs Plädoyer für die Preisbindung auf den Buchhändlertagen - mag dieses auch von wirtschaftlichen Motiven getragen gewesen sein - würde ich aber zunächst einmal nicht sehen. Zur Zeit profitieren meiner Meinung nach auch die Konzerne noch von der Preisbindung, das die ihnen ihre hohen Margen sichert. Ich hoffe, dass man sich dort auch weiterhin dieser Tatsache bewusst ist...

    Im Prinzip arbeitet Weltbild häufig mit ähnlichen Strategien: man ist dort sehr geschickt darin, den Eindruck zu erwecken, dass Bücher bei Weltbild billiger sind als anderswo (was leider für manche Sonderausgaben ja auch richtig ist).
    Eine Äußerung in der Eindeutigkeit, wie sie jetzt mit dem "Thalia-Preis" von Thalia kam, habe ich bei Weltbild aber bisher nicht gesehen - vielleicht aber auch einfach nicht bemerkt.

    Ich bin jedenfalls sehr glücklich darüber, dass der Börsenverein die Sache angeht und eine gerichtliche Klärung herbeiführt.

    Man muss sich allerdings klar darüber sein, dass der Börsenverein in einer solchen Sache oft auch nur aktiv werden kann, wenn jemand darauf hinweist. Im Fall des "Thalia-Preises" kam der Hinweis aufgrund eines dort regional (vielleicht aber auch deutschlandweit) eingesetzten Prospekts von dem Bielefelder Buchhändler und AUB-Vorstandsmitglied Hartwig Bögeholz.

    Und damit sind wir beim nächsten Thema: Oben wird eine Interessenvertretung und eine Lobby für die "kleinen Buchhandlungen" gefordert. Diese Interessenvertretung gibt es bereits und sie ist auch aktiv: Eines ihrer Vorstandsmitglieder hat die Thalia-Aktion dem Börsenverein gemeldet und auf den Buchhändlertagen hat die Initiative eine neue Diskussion über die Modifizierung der Beitragsstaffel im Börsenverein angestoßen. Ich rede natürlich von der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen (AUB) e.V., von der Sie vielleicht in den letzten Monaten auch in der Branchenpresse gelesen haben. Falls nicht: www.aub-online.org oder auf meiner eigenen Homepage unter "Die Presse über uns" unten unter "Unsere Branchenaktivitäten". Das ist hier also auch ein Hinweis in eigener Sache...

    Mich würde interessieren, was denn "das grundsätzliche Problem der Buchpreisbindung" sein soll...

    Gruß,

    Stephan Jaenicke

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