11.07.2007
VeranstaltungenHauen & Stechen? - Das Buch und der Handel 2010
Die Tagung fand auf Einladung des Bayerischen Landesverbands am 3. Juli in München statt. Mit dem Ziel, in kleineren Arbeitsgruppen Lösungen für die Weiterentwicklung der Branche zu erarbeiten, wie sie beim Branchenforum Hauen & Stechen 2006 in Düsseldorf andiskutiert wurden, trafen sich zuvor bereits in Berlin („Stärker durch Kooperationen im Handel?“), Düsseldorf („Wie reden wir noch miteinander in der Branche?) und Stuttgart („Wie erreichen wir als Verlage unsere Zielgruppen?“) kenntnisreiche Branchenpraktiker.
„Das Buch und der Handel 2020. Welche Wertschöpfung ist zwischen Verlagen und Handel noch möglich?“ stand nun als Thema über der Veranstaltung im Literaturhaus München.
Die Wertschöpfungskette vom Urheber über den Verlag und den Handel hin zum Leser wird in Zeiten, in denen beispielsweise jeder zehnte der Kernzielgruppe des Buchhandels Bücher bereits online liest und Download-Portale nutzt, auch um Bücher herunter zu laden, erheblich verändert – ein Prozess also, der nicht ins Jahr 2020 datiert werden kann, sondern längst begonnen hat. Wolf-Dieter Eggert, der als Vorsitzender des bayerischen Landesverbands, den Workshop eröffnete, prognostizierte aber dem Buch und dem Buchhandel, nachdem die Branche schon auf zahlreiche technische Veränderungen erfolgreich reagiert hat, eine gute Zukunft.
Unter Federführung von Helena Bommersheim, Bommersheim Consulting, diskutierten zehn Mitglieder von Geschäftsleitungen sowohl von Verlagen als auch Buchhandlungen den Status quo der Wertschöpfungskette, das Verhältnis in dieser Kette zwischen Verlag und Handel, die zukünftige Rolle der Verlage als Contentprovider, die zukünftigen Kompetenzen von Handel und Verlage sowie die erforderlichen technischen Voraussetzungen. Eine wichtige Frage war außerdem, inwieweit Verlage daran interessiert sind, den Handel am Wertschöpfungsprozess teilhaben zu lassen?
„Um in der Zukunft bestehen zu können, sollten wir uns viel stärker vom Format Buch lösen und stärker vom Inhalt her denken und für diesen die passenden Formate und Vermarktungsstrategien entwickeln“, bilanzierte eine Teilnehmerin den Workshop.
Die umfangreiche Agenda des Workshops hinderte die Teilnehmer keinesfalls daran, konkrete Ergebnisse zu erarbeiten, die – wie auch die Resultate der übrigen Arbeitsgruppen – beim Branchenforum am 23. August in Düsseldorf präsentiert werden.
Medienpartner des Branchenforums ist das Börsenblatt, das die Veranstaltungen journalistisch begleitet.
Weitere Beiträge zum Branchenforum Hauen & Stechen II lesen Sie unter folgenden Links:
- Am Kunden orientiert [29.06.2007]
- Das Problem der Kommunikation [22.06.2007]
- Kooperationsmodelle für unabhängige Buchhandlungen [29.05.2007]
- Branchenforum "Hauen & Stechen? II" [13.03.2007]
[...] Tags: Hauen & Stechen


1 Kommentare
Darüber hinaus bin ich fest der Meinung, dass wir uns mit der "zunehmenden Entmaterialisierung des Buches" (Jeremy Rifkin) beschäftigen müssen. Allerdings bedeutet das in keinster Weise eine Gefahr für das Buch. Im Gegenteil, das Buch wird Teil der Wertschöpfungskette - und durch die Verfügbarkeit/Vermarktung des Inhaltes in weiteren Formaten wird sich der Buchabsatz eher erhöhen. Den (potenziellen) Leser da zu erreichen, wo er seine Zeit verbringt und sich informiert - dafür müssen die passenden Strategien (und Produkte) entwickelt werden.