HINTERGRUND BRANCHEN-MONITOR BUCH

12.07.2007

Umsatzveränderung Juni gegenüber dem Vorjahresmonat Umsatzverteilung Religion April bis Juni 2007 in Prozent Umsatzveränderung Religion April bis Juni 2007 im Vergleich zu April bis Juni 2006 in Prozent

Es geht weiter aufwärts

Auch der Juni bescherte den Vertriebswegen Sortiment, E-Commerce und Warenhäuser steigende Umsätze.

Man mag seinen Augen kaum trauen angesichts der Umsatzentwicklung im Juni: Die Aufwärtstendenz der Vertriebskanäle Sortiment, Kauf- und Warenhäuser sowie E-Commerce hält an. Der Juni verabschiedete sich im Vorjahresvergleich mit einem satten Plus von 14,2 Prozent. Das geht aus den neuen Zahlen des Börsenvereins hervor, die im Auftrag des Verbands von Media Control GfK International erhoben werden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Monat 2006 schwach verlaufen war. Die Fußball-WM im eigenen Land hielt damals viele Fußball-begeisterte vom Bücherkaufen und Lesen ab. Außerdem dürfte ins Gewicht fallen, dass der Juni in diesem Jahr einen Verkaufstag mehr hatte.

Die Bilanz des ersten Halbjahres kann sich ebenfalls sehen lassen – und das Juni-Ergebnis hat dazu wesentlich beigetragen: In den ersten sechs Monaten wurden 4,5 Prozent mehr eingenommen als im Vergleichszeitraum 2006.

Auch der Sortimentsbuchhandel kann für sich betrachtet mit den Juni-Umsätzen zufrieden sein. Die Buchhändler hatten zwölf Prozent mehr in den Kassen als im WM-Jahr – und haben damit fast ebenso gut abgeschlossen wie die übrigen Vertriebswege. Der Rechnungsumsatz stieg um fünf Prozent.

Das Ergebnis der ersten sechs Monate reicht im Sortiment zwar nicht an die Zuwächse der übrigen Vertriebswege heran. Doch immerhin schlägt auch hier ein Plus von zwei Prozent zu Buche.

Bei den Editionsformen hat im Juni – wie auch schon im Mai – das Hardcover über alle Vertriebswege hinweg am meisten profitieren können, abzulesen am Plus von 16,3 Prozent. Zweistellig nach oben ging es auch für die Taschenbücher (plus 11,4 Prozent). Was aber ist mit den Audiobooks los? Im Juni verbuchten sie erneut einen Umsatzrückgang (minus zwei Prozent). Schon im Mai war dem Hörbuch, das der Branche bislang immer kräftige Umsatzsteigerungen bescherte, mit einem Minus von 5,1 Prozent die Luft ausgegangen.

Bei den Warengruppen gab es im Juni erstmals seit langer Zeit kein Segment, das nicht an seine Vorjahresumsätze hätte anknüpfen können. Im Gegenteil. Alle sieben entwickelten sich deutlich besser als 2006. Besonders hervorgetan hat sich der Bereich Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft. Mit einem Umsatzwachstum von 25 Prozent waren diese Bücher die Gewinner des Monats. Knapp dahinter lag das schon seit vielen Monaten von Hape Kerkelings Bestseller »Ich bin dann mal weg« profitierende Reisebuch (plus 23,3 Prozent). An dritter Stelle rangierten Geisteswissenschaften, Kunst & Musik mit einem Zuwachs von 19,8 Prozent. Das geringste Plus (knapp zehn Prozent) verzeichnete die Belletristik.

Das Segment Religion macht sich prächtig

Zum Abschluss des zweiten Quartals hat Media Control GfK International das Geschäft mit religiösen Büchern von April bis Juni 2007 unter die Lupe genommen und mit den Zahlen des Vorjahres verglichen. Nach Berechnungen der Marktforscher macht dieses Segment derzeit 2,51 Prozent des Gesamtmarktes aus.

In den vergangenen Wochen hat das Thema Religion von zahlreichen Bestsellern profitiert, allen voran »Jesus von Nazareth« (Herder), verfasst von Papst Benedikt XVI. persönlich. Ebenfalls beflügelnd wirkten »Das Ende ist mein Anfang« von Tiziano Terzani (DVA) oder »Weisheit für die Seele« von Ulrich Sander und Sylvia Müller (Herder). Diesen und weiteren Bestsellern sei Dank hat das Segment Religion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast 39 Prozent Umsatz hinzugewonnen. Gleichzeitig hat es deutliche Verschiebungen in den Untergruppen gegeben.

Getragen wird das Wachstum vor allem von dem 235-prozentigen Plus der Untergruppe Christentum. Dieses fällt besonders stark ins Gewicht, da der Anteil an der gesamten Warengruppe Religion fast 45 Prozent beträgt. Im Vorjahr lag der Marktanteil der Bücher zum Thema Christentum nur bei knapp 20 Prozent. Damals waren noch die populären Schriften mit 26,5 Prozent Hauptumsatzbringer in der Religion. Sie kommen jetzt nur noch auf 17 Prozent.

Gut gelaufen sind auch die Biografien, die um 133 Prozent zulegen konnten. Allerdings ist ihr Marktanteil mit ca. acht Prozent (2006: 4,68 Prozent) deutlich geringer. Die höchsten Einbußen gab es in der Untergruppe Allgemeines, Lexika, Nachschlagewerke, die rund 30 Prozent vom Umsatz verloren haben und ihren Marktanteil dadurch auf fünf Prozent halbierten. Federn lassen mussten auch Bibelausgaben, Gesangbücher und Predigthilfen. Mit diesen Titeln wurden rund 18 Prozent weniger umgesetzt.

Der Branchen-Monitor Buch informiert einmal im Monat über die Lage der Branche. Er ist auch als E-Mail-Newsletter erhältlich und kann unter www.boersenverein.de abonniert werden. Das Panel umfasst 500 Sortimentsbuchhandlungen, 300 Kauf- und Warenhäuser sowie den E-Commerce. Damit deckt es rund zwei Drittel der Vertriebswege von Büchern ab. Weitere Vertriebswege werden nach und nach ergänzt.


Umsatzveränderung:

Juni 2007 im Vergleich zum Vorjahresmonat: 14,2%
2007 kumuliert: 4,5%

(aus Heft 28/2007)

Christina Schulte

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.