Online-Buchhandel

Abebooks-Bewertungssystem

Das in den letzten Wochen intensiv getestete Verkäufer-Bewertungssystem auf der Online-Verkaufsplattform Abebooks wird am 31. Juli freigeschaltet.

Die angekündigte Einführung des Bewertungssystems, das auf einer systematischen Auswertung der Bestell-Erfüllungsrate beruht, hat unter Antiquaren zwiespältige Reaktionen hervorgerufen. Sorge besteht vor allem über eine Benachteiligung der Händler, die ihre Bücher über verschiedene Plattformen und Vertriebskanäle parallel anbieten. Marcus Polke, Geschäftsführer von Abebooks Europe GmbH, gibt dazu gegenüber boersenblatt.net/antiquariat folgendes Statement ab: „Abebooks führt ein Bewertungssystem für Händler ein, um Käufern auf unserem Marktplatz noch mehr Vertrauen und Sicherheit beim Kauf zu geben. Jetzt können unsere Kunden auf einen Blick sehen, welche Händler besonders zuverlässig bei der Auslieferung bestellter Bücher sind. Damit wollen wir auch die Großzahl professionell arbeitender Buchhändler positiv für Käufer auf unserer Plattform hervorheben. Als weltweit führender Marktplatz für gebrauchte und antiquarische Bücher haben wir die Verpflichtung gegenüber unseren Kunden, mehr Transparenz zu schaffen – auch im Interesse des gesamten Online-Buchhandels. In einer ausgiebigen Testphase haben wir das Feedback unserer Partnerbuchhandlungen über das Abebooks-Bewertungssystem eingeholt. Basierend auf den vielen positiven und konstruktiven Anmerkungen der Partnerantiquariate haben wir das Bewertungssystem noch vor Launch modifiziert und verfeinert. Ab dem 31. Juli wird das Abebooks-Bewertungssystem auch weltweit für Käufer sichtbar sein.“

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15 Kommentar/e

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  • Marcus Haucke, Berlin

    Marcus Haucke, Berlin

    Eine Anekdote erzählt von dem Martin-Breslauer-Kompagnon Edmund Meyer, Breslauer & Meyer war das bedeutendste Antiquariat in Preußen (vielleicht in Deutschland, vielleicht in der Welt) vor 1914. Meyer sei weich von Gemüt, liebte schwärmerisch Musik, besonders Beethoven, und das stundenlange Betrachten von Kinderbüchern, berichtet Paul Leroy aus Paris. Er suchte einmal ein verlangtes Buch auf der obersten Reihe der Regale, stieß dabei auf englische Kinderbücher und vertieft in die Lektüre, blieb er gebannt auf der Leitersprosse stehen, bis ein Kunde rief: „Werde ich vielleicht endlich bedient?“ Er kam ernst die Leiter herunter. „Bedient wird hier überhaupt nicht. Ich bin nicht Ihr Diener! Aber wenn Ihnen unter meinen schönen Büchern eins gefällt, können Sie es vielleicht gegen entsprechende Bezahlung erwerben.“
    Das ist ein Held, mein Held. Vielleicht geht der Kundschaft einmal der Zusammenhang zwischen eilfertiger Bereitstellung und Belanglosigkeit des Angebots auf. Darauf wollen die Datenbanken die Antiquare reduzieren, auf eilfertige Ladenschwengel. Es gibt nicht wenige Antiquare, die Bewertungssystem und Ordnungsamt begrüßen, die prolibristen sind ja auch Datenbankbetreiber, da nimmt das Wort „Bereitstellung“ einen anderen Stellenwert ein? „En Kind ohne Kopp is en Krüppel zeitlebens, aber jut als Bretterträger“! Die Anekdote stand übrigens im Vorgänger von Aus dem Antiquariat (Das Antiquariat) unter dem Titel „Berolinensien“

  • Michael Stein

    Michael Stein

    Anekdoten wie diese erklären, warum Deutschland als Dienstleistungs-Wüste gilt. Ich bin mir jedenfalls nicht zu schade, meine Kunden eilig zu bedienen, und ist der bestellte Titel noch so „belanglos“. Ich bin sogar stolz darauf. Ein Buch, welches mir profan erscheint, kann für den Kunden von höchstem inneren Wert sein. Wer bin ich, daß ich mich darüber erhebe?
    Ich habe „den Datenbanken“ einiges zu verdanken. Ein Bewertungssystem, das die Erfüllungsquote widerspiegelt und den virtuellen Laden transparenter macht, braucht man nicht zu fürchten, wenn man seinen Bestand sorgsam pflegt. Einen Meyer, der die Kundschaft vergrault, muß die ganze Branche fürchten.

  • Marcus Haucke, Berlin

    Marcus Haucke, Berlin

    Dienstleistungswüste in Deutschland? Ja an dieser Öde und Unfruchtbarkeit sind doch die eilfertigen Diensttuer schuld, die alles niedertrampeln, weil sie außer dieser falschen Freundlichkeit, der dünnen Suppe und dem Bewegungsapparat nichts sonst bieten können. Nu, der eene macht es mit die Beene, der andere mit dem Kopp. Wenn nur noch die Beene bewertet werden, sind wir alle bald Weberknechte (mit „modernem Antiquariat“ als ultima ratio). Das es den virtuellen Laden transparenter macht, ist ja auch nicht wahr, es sei denn Sie meinen, daß ich ein Antiquariat welches fast ausschließlich Modernes Antiquariat anbietet, nicht mehr besuchen muß, um zu wissen, wie es aussieht. Denn kennst du eins, kennst du alle. Stellen Sie sich vor, geehrter Herr Stein, ich würde Ihren virtuellen Laden besuchen, bin kein großer Freund von dieser Art Ware („modernes Antiquariat“, Parkstone etc.) und würde Ihnen eine schlechte Bewertung geben, weil Sie das nicht anbieten, was ich! suche. Bestandspflege ist für mich ein interessantes Angebot. Wichtiger als das schnelle Schicken einer Ware, ist doch erst einmal, daß Sie das bieten können, was ich! will? Und da haben Sie vollkommen versagt, können nur froh sein, daß ich bei Ihnen nichts finde (Lächelzeichen!), denn Sie entgehen so einer schlechten Benotung. Spätestens jetzt, müßten Sie den Widersinn dieser Art Benotungen bemerkt haben.

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Lieber Marcus,
    warum nicht den Spieß umdrehen und die Portale bewerten.
    Denn:
    Anfragen und Mitteilungen werden nicht oder nur oberflächlich abwimmelnd beantwortet.
    Es werden, statt den eigenen Qualitätsrichtlinien zu folgen, Buchbeschreibungen geduldet, die keine sind und nur die Bücher wie die potentiellen Kunden beleidigen (-> keine Einbandbeschreibung, kein Ort, kein Datum, keine Seitenangabe, Unsinn wie „Hardcover größeres Buchformat“ usw usf). Hauptsache, es stehen n Millionen Bücher auf der Plattform, damit sie größer als oder wenigstens fast so groß wie die der Konkurrenz ist.
    Die Suche nach Antiquaren (das sind die, von denen solche Plattformen ihr Geld beziehen) wird dem Büchersucher so richtig schwer gemacht, soll er doch sein Buch irgendwo erwerben, aber nicht solch diskriminierende Wünsche haben, einen speziellen Händler zu suchen oder zu bevorzugen.
    Blödsinnige Ordnungssysteme, die von Bezirksbibliotheken abgekupfert wurden und meilenweit vom antiquarischen Buch und seinen Sammlern entfernt bleiben.
    Na, ich werd viel vergessen haben, und soviel Platz ist hier auch nicht mehr. Leider werden ja im Gegensatz zu uns Buchgeschädigten die Plattformen von ‚modernen’ (Grinseköpfchen) Menschen geleitet, die, wenn sie schon mal ein Buch in die Hand genommen haben sollten, bereits das dafür hingegebene Geld reute, so daß sie in der Folge das ‚günstige’ Buch bevorzugten, jenes, das billig einherkommt, in Aussehen, Papier und Druck – und so haben sie dann auch ihre Datenbanken gestopft, immer dem Trend folgend, der breiten Masse und bloß nicht originell sein (siehe http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/6504 92/), man könnte unangenehm auffallen.
    Und dann, wenn man sich die Platt(sic!)formen lang genug angeguckt hat: mit den Füßen, meine: mit den eigenen Datensätzen, abstimmen. Man muß nicht überall bleiben, vorallem nicht dort, wo man nicht willkommen ist, sondern nur gegängelt wird. Wir müssen uns wieder darauf besinnen, Individuen zu sein, meinetwegen auch Originale, „With my glass of wine |
    My book is with me: | Thoughts are free!“ (frei nach Leonard Cohen).

  • Marcus Haucke, Berlin

    Marcus Haucke, Berlin

    Meyer, Meyer, Meyer!
    Die Bewegung, die zerreißt, die bewahrt uns auch. Benno (Meyer-Wehlack) kommt in dem selben Sender, den Du, lieber Rainer (Meyer), gerade als platt entlarvst hast.
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/hoerspiel/6 37543/
    „Die Versuchung“ für dies leichte und platte Leben ist groß. Benno hat diese Neutöner und Seichtmäuler an sich abprallen lassen, ein Held wie der alte Buch-Meyer. Wie auch anders, hat den Knaben doch ein Gerhart Hauptmann zu sich gerufen, und Marcus Behmer nicht zu vergessen, aber auch U.M., Unica Zürn, die Fleißer u.a.? Danach fängst Du nicht mehr an, der Masse gefallen zu wollen. Diese Sendung nach 50 Jahren ist eine späte Ehrung für einen großen Vergessenen. Ich liebe ihn sehr!
    Für die Steins, Peter Zylla’s u.a., deren Kalkül hinter solchen Ordnungsregelungen steht, die eben eigentlich unsere Mitstreiter sein sollten und die uns auf eine etwas unaufrichtige Art enteignen wollen, gilt, daß diese uns mehr brauchen, als wir sie. Sie wissen es nur noch nicht.
    Im Sinne von Bob Dylan:
    Come gather 'round people
    Wherever you roam
    And admit that the waters
    Around you have grown
    And accept it that soon
    You'll be drenched to the bone.
    If your time to you
    Is worth savin'
    Then you better start swimmin'
    Or you'll sink like a stone!!!
    For the times they are a-changin'.
    sonst bin ich ganz mir Dir und Cohen
    Gruß Marcus

  • Berti

    Berti

    Sehr geehrte Antiquare,
    Ihre Selbstgefälligkeit stinkt zum Himmel! Ich kaufe seit Jahrzehnten seichte Literatur in Antiquariaten. Früher mußte ich 5 Ladenlokale in 3 Städten abklappern, bis ich fündig wurde. Heute bestelle ich bequem im Internet und werde fast immer prompt und nett bedient. Aber erfreuen Sie sich ruhig weiter an Ihrer Hochkultur in Ihrem Elfenbeinturm.
    Mit freundlichen Grüßen,
    B.M.

  • Marcus Haucke, Berlin

    Marcus Haucke, Berlin

    Sie, lieber Berti, verkennen, worum es hier eigentlich geht. Die Buchindustrie will über industrielle Maßgaben das Selbstbewußtsein und Selbstverständnis der ganzen Branche bestimmen. Leben und leben lassen! Wir in unserem Elfenbeinturm sind durchaus freundliche Menschen, lustiger sowieso, bemühen uns auch gegen unsere ökonomischen Interessen viel stärker um den Kunden, außerdem lassen wir diese anders Agierenden durchaus bestehen. Das ist anders auf Seiten der Datenbanken und der Industrie-Büttel, welche uns jedoch durchaus nicht anders, als sterilisierte Vollzugsbeamte ihrer falschen Betriebsamkeit gelten lassen wollen. Die Domestizierung der Anbieter kann nicht ernstlich ein Interesse der Kundschaft sein.
    Mit freundlichen Grüßen
    Marcus Haucke.

  • Michael Stein

    Michael Stein

    Die Kritik an ABEBOOKS halte ich für unbegründet. ABE ist stark in Übersee und Frankreich, wenn man Ware für Kunden in USA, Australien und Kanada anbieten kann, wird man guten Umsatz machen. Anderfalls muß man nicht auf ABE listen, die Teilnahme ist bekanntlich freiwillig. Auch Doppelbestellungen sind nicht "unvermeidlich". Tägliche Uploads senken die Wahrscheinlichkeit gegen Null.

  • Michael Stein

    Michael Stein

    Lieber Herr Paulitz, wie oft kommt denn dieser Fall einer Doppelbestellung vor? Diese seltenen Fälle reichen nicht für einen verlorenen Stern im Bewertungssystem. Wie auch immer. Vielen Dank für die Dubletten-Recherche in meinem Bestand, ich werde drei Exemplare aussondern und so ein bißchen Lagerraum freimachen ;-)

  • Marcus Haucke

    Marcus Haucke

    Eine Modulisierung des täglichen Handels findet statt. Die Kriterien zur Beurteilung sind ja mehr als fragwürdig, das Maß wird bestimmt von ganz und gar sekundären Kennziffern, mit andern Worten, die Blödheit, nicht die Weisheit, von Kunde König wird das Richtmaß. Die vielen Fliegen, welche den Scheißhaufen besuchen, stimmen ab, nicht mehr der Kundige (Kunde), der diesen umgeht. Dieser kann ja nicht ein schlechtes Angebot kritisieren, weil dort der Kenner nichts finden wird. Welche fatalen Folgen diese Modulisierung für die Gesellschaft hat, kann man n.m.E. daran ersehen, daß der wissenschaftliche Kritiker (der Gentrifizierung, durchaus ein ähnliches Phänomen) kriminalisiert wird. Andrej H. sitzt seit drei Wochen in Haft. Auch hier scheint die Justiz nicht mehr das Recht des Einzelnen zu schützen, sondern die Interessen der Gemeinheit zu vertreten.

  • Udo Göllmann

    Udo Göllmann

    Lieber Herr Paulitz,

    ich finde die Diskussion hier sehr spannend und habe daher in unserem Händlerblog darauf aufmerksam gemacht. Eine wertende Kommentierung war durch den Rubriknamen nicht intendiert. Unser Händlerblog ist übrigens öffentlich:
    http://abebooks.typepad.com/abebooks_informiert/
    Ich würde mich sehr freuen, Sie an unserem Tag der offenen Tür bei uns begrüßen zu dürfen, um über das Thema Selbstverständis und Dienstleistung zu diskutieren.

    Herzliche Grüße
    Udo Göllmann

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Liebe Kollegen,
    kann man mit den Plattformbetreibern wirklich kommunizieren?
    Ist die Interessenlage nicht viel zu unterschiedlich?
    Der Plattformbetreiber möchte möglichst viele Bücher auf seine Seite, damit möglichst viele Kunden sie besuchen und dort möglichst viele Bücher bestellen, damit er selbst möglichst viel Provision erhält.
    (Denken die Benutzer eigentlich daran, daß ihre Bestellung über eine Plattform sie selbst Geld kostet, weil die Plattform Provision erhält, die er einsparen könnte, würde er direkt bestellen?)
    Als Antiquar möchte ich, daß mein gutes Buch in gute, kundige Hände kommt, widme ich mich also lieber meinen Stammkunden, fülle ich die Plattformen nicht mehr mit all meinen Büchern, sondern behalte lieber die richtig guten nur für meine eigene Angebotseite, Kataloge bzw. Listen.
    Und da ich nicht der einzige bin, der so handelt, wird wohl das Angebot der Plattformen sich immer weiter auf den Massenbetrieb beschränken – und das echte Antiquariat wieder dahin wandern, wo es hingehört: in die Hände erfahrener Antiquare. Das jedenfalls wäre meine Hoffnung.
    Gruß aus Berlin, RF Meyer

  • Dirk Kindermann

    Dirk Kindermann

    Lieber Rainer,
    Du hast vollkommen recht. Allerdings ist nicht jeder Kollege in der Lage, eine eigene Homepage zu programmieren und zu pflegen.
    Aber mittlerweile gibt es ja eine Plattform, die den Antiquaren einen m.E. hervorragenden Homepage-Baukasten anbietet und darüber hinaus die Möglichkeit geschaffen hat, auf der eigenen Seite dann 50% des Bestandes exclusiv zu listen, d.h. diese Bücher tauchen nicht auf der Plattform auf. Vorteil für den Antiquar ist die Benutzung der gesamten Datenbankinfrastruktur wie z.B. Suchfunktion, Warenkorb, gesicherter Server zur Kreditkartenabrechnung etc. Und: Die über die eigene Homepage generierten Umsätze sind provisionsfrei.
    Immerhin ein Schritt für die Kollegen, ein Stück Unabhängigkeit zurückzugewinnen.
    Beste Grüsse aus Berlin Dirk Kindermann

  • Paco

    Paco

    Für das Abebooks-Bewertungssystem fällt mir nur ein Ausdruck ein: selten dämlich!
    Im Gegensatz zu allen bekannten gängigen Bewertungssystemen (ebay, amazon, booklooker) wird bei der Bewertung nicht die Abwicklung zwischen dem Kunden und dem jeweiligen Antiquariat (also der Service bei der Abwicklung des Geschäfts) gewertet, sondern stattdessen das Binnenverhältnis zwischen Plattformbetreiber und dem jeweiligen Antiquar – also Schwachsinn hoch fünf!
    Abebooks ist dabei vollkommen egal, ob der Antiquar die Bücher schnell verschickt, Mails schnell und kompetent beantwortet und sonstigen Service bietet, sondern benotet lediglich, wie häufig Buchverkäufe storniert werden, also im Endeffekt, wie wohl gelitten ihm das jeweilige Antiquariat ist – je weniger Provisionsrückzahlung, desto bessere Noten – lachhaft!
    [Man stelle sich vor, man ginge als Konsument zum Aldi und würde dort vor einem Kauf erst einmal Erkundigungen bei den Aldi-Lieferanten einholen, wie hoch deren Zufriedenheit mit der betreffenden Aldi-Filiale sei.]
    Aber der Geist eines solchen Systems spricht Bände für den Charakter des Unternehmens.
    Es ist wohl nach einem Weg gesucht worden, neben den eh schon horrenden Gebühren und Provisionen die Umsatzzahlen weiter in die Höhe zu treiben und da ist man dann auf die Ausfälle durch die Stornierung von Bestellungen gestoßen.
    Die Bewertung dieser Stornierungsfrequenz ist eine wahrlich wirkungsvolle Daumenschraube, die viele Antiquariate davor abschreckt (und wohl auch abschrecken soll), eine selbstverständlich zustehende Provisionsrückzahlung für einen nicht erfolgten Verkauf zu veranlassen, um durch eine Verschlechterung der Bewertung ja nicht an Ansehen zu verlieren.
    Ich finde sogar, dass Abebooks seine Kunden regelrecht irreführt, indem das Untenehmen eine im Internet weitverbreitete Funktion der Anbieterbewertung, die sich eigentlich immer ausschließlich aus der Kundenzufriedenheit herleitet, mit völlig anderen Parametern versieht und somit komplett zweckentfremdet.
    Bei dem Spielchen werde ich aber auf keinen Fall mitmachen, da mir ziemlich schnurzpiepegal ist, wie lieb mich Abebooks hat und Abebooks nur eine Plattform unter vielen und bei weitem nicht die wichtigste ist – und durch dieses Bewertungssystem für mich noch mehr an Relevanz verliert.
    Das Bewertungssystem ist für mich auch nur ein weiterer Beleg für die hochgradige Ignoranz der Buchplattform Abebooks.
    Mir wird z.B. auch nie einleuchten, wie ein so großes Unternehmen derart ignorant gegenüber den deutschen Anbietern auftreten kann.
    Der deutschsprachige Markt ist bekanntlich der größte in Europa und trotzdem sind viele Funktionen (sogar Hilfeseiten) nur auf Englisch abrufbar, dazu "Community" etc. alles nur auf Englisch, einloggen geht nur umständlich über die englischsprachige com-Seite und nicht einmal von der de-Seite – das ist für mich Kreisliga-Niveau.
    In diesem Bereich zur eigenen Kundenbindung liegt vieles bei Abebooks im Argen, aber die ist ja auch nicht direkt in Dollar quantifizierbar und somit vernachlässigbar.
    Meine Benotung für Abebooks: höchstens 2 von 5 Sternen...

  • Antiquariat Marcus Haucke

    Antiquariat Marcus Haucke

    Es geht wohl auch um die Autonomie der Antiquare. Die Service-Argumentation wird ja doch weitgehend dazu mißbraucht, um eben diese Selbstbestimmungsrechte der Antiquare zu beschneiden. In dieser Hinsicht sind alle Provisions-Plattformen gleich. Die Provisionseinstellung muß das Verhältnis zwischen Kunde und Antiquariat schwer verstören, alle Antiquare haben dies sofort gefühlt. Das Wort Kunde hat, nach seiner Herkunft bei Grimm nachgeschlagen, auch einmal Bekannter und Kundiger bedeutet. Im Angebot will die Plattform auf dem Etikett stehen, tut so, als würde sie uns ihre guten Bekannten vermitteln, die Kommunikation soll aber das Antiquariat selbst führen. Dabei ist für Außenstehende kaum nachfühlbar, daß sich der Kreis der Kummerkunden dramatisch ausgeweitet hat. (Kummerkunde ist eigtl. ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich, wenn Kunde „guter“ Bekannter bedeutet). In Katalogzeiten hatten wir gar nichts gewußt von Vorauskasse und Inkasso.
    Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Kollegen, der Ihnen über die Jahre über 6000 schwierige Kundenadressen nennt, vermittelt, und dann noch für die paar Guten und den Wust an Schwierigkeiten die Provision beansprucht, neben einer Einstellgebühr natürlich. Gleichzeitig ist eine Gleichschaltung der Arbeit, durch Eingabe“hilfen“ etc., das Ende jedes schöpferischen Wirkens. Stellen Sie sich weiter vor, dieser unbedarfte Kollege, der Ihnen diese Vielzahl an schwierigen Patienten auf den Hals gehetzt hat, würde nun Ihnen noch vorschreiben wollen, wie Sie Ihre Arbeit zu machen haben?! Und zum Schluß würde er noch die Qualität Ihrer Arbeit bewerten wollen. Entweder ist den Antiquaren ihre Autonomie längst gleichgültig geworden oder sie haben eine bewundernswerte Gemütsruhe.

    • ...

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