Korrekturmeldung

Abmahnung für Hugendubel

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs wird den Buchhandelsfilialisten Hugendubel wegen wettbewerbswidriger Werbung abmahnen. Das Vorgehen richtet sich gegen ein großflächiges Plakat, das unter einem fett gedruckten »%« verspricht: »Für jeden mehr drin. Preise, die Spaß machen!« VON CAS

Hugendubel Rabattaktion

Hugendubel Rabattaktion © privat

Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang kritisierte das auch als »Angriff auf die Preisbindung von innen«. Es sei bedauerlich, dass Hugendubel über seinen Anwalt bereits habe wissen lassen, dass man sich der Abmahnung nicht fügen werde, obwohl die Litfasssäulenwerbung inzwischen sogar schon ausgelaufen sei. »Wir betrachten es gerade jetzt als unsere Pflicht, unsere Regeln vor einer Erosion von innen zu schützen«, so Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Man werde »nicht zulassen, dass Marktteilnehmer im Grenzbereich der Preisbindung experimentieren«.

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11 Kommentar/e

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  • Katharina Herbst

    Katharina Herbst

    >>Hugendubel habe bereits wissen lassen, dass man sich der Abmahnung fügen und eine Geldbuße an das Sozialwerk zahlen werde.<<
    Das klingt so, als ob Hugendubel schon halb mit einer Abmahnung gerechnet hat. So nach dem Motto - mal sehen, wie weit wir gehen können, bis der Hammer kommt und die der Börsenverein die Grenze zieht?
    Das ist wirklich Aushöhlung von innen. Ich klopfe hiermit Hugendubel digital auf die Finger. Ts, ts.

  • Peterknecht

    Peterknecht

    Hugendubel ist sich garantiert keiner Schuld bewusst. Ich gehe davon aus, dass es sich sicherlich um ein "bedauerlichen" Fehler handelt. Was solls - die Aktion ist gelaufen, die Plakate hingen in allen (!)großen deutschen Städten und sie hängen zum Teil immer noch. Also: Geiz ist geil! lautet doch die erfolgreichste Werbebotschaft der letzten Monate. Nur zur Erinnerung. Beim Fall der Preisbindung in der Schweiz, war das DBH Unternehmen Weltbild einer der schnellsten Rabattanbieter!

  • Sortimenter

    Sortimenter

    Hugendubel scheints ja nötig zu haben. Allein in München 3 mehrstöckige Filialen nur wenige Minuten auseinander, wie´s woanders aussieht möcht ich gar nicht wissen.
    Die Läden sind immer voll, wieso also diese Werbung?
    Geld, mehr Geld, noch mehr Geld?
    Die Sprüche aus dem Hause Hugendubel und dessen angebliches eintreten für den Erhalt der unabhängigen Buchhändler sind genauso hohl wie deren Sortiment einfältig ist. Gleich am Eingang wird man von Massen MA erschlagen, man weiss also wo´s langeht.
    Über die Servicequalität Hugendubels weiss ich als kleiner Sortimenter ausführlich zu berichten. Da kommen immer neue Geschichten von unseren Kunden.
    Das einzige Ziel von Hugendubel, Weltbild und Co scheint doch nur Verdrängung zu sein. Wer mit offenen Augen das Geschehen verfolgt und sich nicht von hauseigenen Pressemitteilungen einlullen läßt, weiss das.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Und wo ist die Strategie der unabhängigen Buchhändler dagegen? Wo tagt der Planungsstab? Wo wird Schritt für Schritt über die Stärken und Schwächen des Gegners diskutiert?

  • Herbert Huber

    Herbert Huber

    Ich sehe den Text »Für jeden mehr drin. Preise, die Spaß machen!« als völlig OK an. Der Slogan sollte für jeden Einzelhändler passen. Oder meint jemand, die Buchpreise verursachen Leid und Qual? Die Zentrale zur Bekämpfung des Wettbewerbs ist für kostenpflichtige Abmahnungen berüchtigt. Jede gelungene Werbung ist dieser Zentrale ein Dorn im Auge.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Das Plakat ist einfach unfair. Wenn sich die Buchhändler darauf geeinigt haben, gebundene Preise (von Ausnahmen abgesehen) anzuwenden, dann darf wirklich keiner von der Regel abweichen. Es ist wie bei den Pfadfindern.

    Das Infame im Hugendubel-Text besteht darin, daß dem Kunden *suggeriert* wird, bei H. gäbe es sehr wohl auch solche Bücher billiger (als vereinbart). Das ist eine unterschwellige, ziemlich gemeine Trickserei. Denn zur Vereinbarung der festen Preise gehört sinngemäß auch, daß nicht einzelne der Vertragspartner *den Anschein erwecken*, für sie gelte die Vereinbarung nicht.

    Weil auf einen - unberechtigten - Vorteil in den Augen des Kunden spekuliert wird, ist Hugendubels Plakat als Wettbewerbsverletzung unbedingt zu verfolgen.

    Sozusagen ein Pfadfinder, der seine Freunde und Mitpfadfinder heimlich in den Hintern tritt. Richtig gemein und hinterhältig eben.

  • Daniel Lehmann

    Daniel Lehmann

    Wie der letzte Kommentator finde ich diese Art von Werbung verwerflich.
    Andererseits kommt man dem allgemein zu beobachtenden und an Dynamik gewinnenden Trend der "Aldiisierung" in der Branche auf Sortimenterseite wohl kaum mit Appellen an die Fairness bei; das hat m. E. nur das Air einer unüberbietbaren Hilflosigkeit. Auch unterläßt man wohl besser Moralisiererei, denn die ist doch wohl auch fehl am Platze.
    Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, warum denn so viele Kleine - mein ganz persönlicher Eindruck - meinen, sie müßten da mittun, bei dieser Billigbillig- und Bestenlistenauswahlrallye, und den Kunden eine Kopie der - in der Tat! - traurigen Auswahl der großen Filialisten bieten.
    Anders gesagt: Wo ist die Initiative, wo der Drive, wo das Zähne-Zeigen qua besseren Ideen, und das fängt bei der Schaufenstergestaltung an. Die kleinen Sortimenter könnten Ihre hohe Kompetenz in die Waagschale werfen, mit dem Pfund der beseren Kundenbindung wuchern, was weiß ich.

    Vielleicht sollten sich Buchhändler darauf besinnen, daß Sie nicht bloß beliebigen "Content" verticken, sondern Kulturvermittler in einem sehr spezifischen Sinne sind.
    Dann bräuchten sie sich auch nicht von "Geiz-ist-etc."-Kampagnen ins Bockshorn jagen lassen.
    Und das deren Urheber dafür abgenmahnt werden ist ja nur recht und billig.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Soweit, so gut, das hatten wir ja schon in einem vorherigen Thread angesprochen. Also, wo bitte ist der

    *Ideen-Pool und die
    *Kampffront

    der unabhängigen Buchhändler?

    Warum tut sich da nix?

    Oder dürfen wirs nicht erfahren, weil geheim? Das wäre ja immerhin ein Lichtblick.

  • Katja Splichal

    Katja Splichal

    Liebe aufgeregte Mitleser - und Schreiberinnen,

    mehr Werbung (auch die mit Suggestion falscher oder zumindest doch zweifelhafter Tatsachen) = mehr verkaufte Bücher = mehr Lesefähigkeit = mehr Freude am Lesen = mehr verkaufte Bücher.
    Anstatt seine texterischen Kreativschübe hier weinerlich im Börsenblattblogs zu lassen würde ich ea mal mit Eigeninitiative und Ideen versuchen, auch und grade im kleinen Laden an der Ecke - lasst die Großen doch Lust aufs Lesen machen - es liegt an jedem Buchhändler selbst ob er durch umfassende Beratungsfunktion, serviceorientiertes Agieren und die eine, den Tick bessere Idee zur Vermarktung der Bücher beiträgt, die ein Filialist aus dem Auge verloren hat -

    Damit gute Grüße aus dem schönen Leipzig

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Schön, schön.

    Aber dann müssen wir uns auch die Möglichkeiten der großen Ketten zu eigen machen. S i e können ihre Erfahrungswerte aus den Filialen bündeln und gemeinsam planen.

    Der unabhängige Buchhandel kann nur dann dem wuchernden Krebsgeschwür der großen Ketten Paroli bieten, wenn auch er eine

    *gemeinsame Plattform

    zum Austausch und zur Bewertung seiner Einzelstrategien einrichtet.

    Hoffentlich geling das dem Neubuchhandel besser als uns armen Antiquaren, die sich in 3 Grüppchen zersplittern und dabei immer noch über 50 % ihrer Berufskollegen ganz unorganisiert lassen.

    So kommt man überhaupt nicht weiter. Deshalb der Aufruf eines überzeugten Kunden der "unabhängigen Buchhandlung": O r g a n i s i e r t euch s o f o r t!

    Diskutiert, tauscht Erfahrungen aus, handelt dann gemeinsam.

    Wie das Kaninchen die Schlange anzustarren - das hilft nur einem weiter, Hugendubel & Co.

  • Barbara

    Barbara

    Genau!! Formiert Euch endlich, anstatt eigenbrötlerisch herumzuschimpfen. Ich kann hier ebuch empfehlen, eine starke Truppe, die schon über 300 Mitglieder hat und ihren Mitglieder Rückhalt und Unterstützung gibt

    Die Vernetzung von Warenwirtschaft über das Internet ermöglicht gemeinsamen Zentraleinkauf.

    Das Leitbild aller Genossenschaften spiegelt sich gut in diesem Märchen aus Botswana: Ein alter Mann rief seine sieben Söhne zusammen. Vom Ältesten forderte er: "Bring mir ein Bund aus sieben Stöcken." Als der damit wiederkam, hieß ihn der Alte, es zu zerbrechen. Aber die Stöcke waren zu stark. da sagte der alte Mann: "Jetzt binde es auf und zerbrich die Stöcke einen nach dem anderen." Der Sohn tat das, und die Stöcke zerbrachen. Da sprach der Alte zu seinen Söhnen: "Meine Kinder, wenn Ihr zusammen lebt und arbeitet, vereint wie dieses Bund Stöcke, vermag euch nichts auf der Welt Schaden zuzufügen."

    Näheres kann Euch sicher die ebuch e.G. in Schwabach sagen.

    Schöne Grüße aus dem dunklen Steigerwald

    • ...

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