HINTERGRUND VOLLTEXTSUCHE

Googles Buchsuche

Seit eineinhalb Jahren wird Google Book Search auch deutschen Nutzern angeboten. Das Projekt läuft zwar immer noch als Beta-Version - doch der Umfang der Kooperationen mit Bibliotheken und Verlagen, die freie oder urheberrechtlich geschützte Titel einstellen, wächst rasant.

Google gibt die Zahl der im Volltext verfügbaren Titel zwar mit rund einer Million an. Darunter befinden sich aber nur einige Tausend Novitäten - weniger Titel, als VTO derzeit im Volltext bietet. Der Zugang für Nutzer bleibt kostenfrei - für das Lesen wie für den Download.

Fahndet man also etwa nach dem gemeinfreien Werk von »Heinrich Heine« (Suchbegriff), werden unter der Rubrik »alle Bücher« stolze 4.940 Treffer angezeigt. Das sind Einzel- und Werkausgaben verschiedener Epochen sowie beträchtliche Mengen Sekundärliteratur. Über Auswahl-Buttons lassen sich Bücher mit »eingeschränkter Vorschau« (nur Titel und Inhaltsverzeichnis; 2.656 Treffer) und solche mit »vollständiger Ansicht« (1.383 Treffer) aussortieren.

Entscheidet man sich dabei für »Das Buch der Lieder«, so kann man als Lesebeispiel gleich Seite 3 einer gescannten Bibliotheksausgabe zum »Schnuppern« öffnen. Mit dem Link »Über dieses Buch« findet man bibliografische Angaben und über den Button »Dieses Buch lesen« lässt sich schließlich Seite für Seite am Bildschirm durchblättern. Sogar auf den Eigentumsstempel der Oxford University wird man stoßen. Wer diese Zeit nicht hat und den Titel lieber als PDF-Datei auf seinen Rechner herunterladen will, muss 16,7 MB Festplattenspeicher freiräumen. Sucht man nur Zitate, kann man aber auch eine Volltextsuche im Buch starten. Die Fundstellen sind mit Seitenzahl und sehr knappen Textauszügen nachgewiesen.

Bei der Eingabe »Karl May« verläuft die Suche weniger erfolgreich. Zwar stößt man auf 983 Treffer, doch vollständig gescannte Originalausgaben des großen Sachsen sind diesmal nicht darunter. Dafür wird auf Amazon und andere Buchhändler verwiesen.

Die Zugriffsrechte muss der Verlag erteilen

Bei der Google Buchsuche stößt der Leser also auf eine große Vielfalt von Buchtiteln wie Autoren, die sich auf diese Weise besser auffinden lassen. Die Inhalte von urheberrechtlich geschützten Titeln werden via Digital Rights Management geschützt und dürfen erst nach Absprache mit dem jeweiligen Verlag zugänglich gemacht werden.

Google hat dafür Verträge mit amerikanischen und europäischen Bibliotheken (im Rahmen des Library Project) sowie mit Partnerverlagen in Deutschland geschlossen. Seit März gehört auch die Bayerische Staatsbibliothek zu den Kooperationspartnern des Bibliotheks­programms. Auf Verlagsseite sind Walter de Gruyter und Hueber unter den Vorreitern. Um Lücken zu schließen, wirbt Google weiterhin bei deutschsprachigen Fach- und Publikumsverlagen dafür, ihre Inhalte gescannt aus Bibliotheksausgaben oder direkt im PDF-Format einzustellen. Als weiteren Service bietet Google seinen Verlagspartnern an, von der eigenen Website direkt auf die Google Buchsuche zuzugreifen.

Titel: ca. 1.000.000
Internet: books.google.de

(Heft 26)

Volkhard Bode

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