27.12.2007
Das Terrain ist abgesteckt
Die Konturen der konjunkturellen Kulisse, vor der sich das Buchhandelsjahr 2008 abspielen wird, sind bereits erkennbar. Einig sind sich die Auguren, dass wir keine Rezession bekommen, sondern ein Wachstum – wenn auch wohl in kleineren Raten als im Aufschwungjahr 2006. Das liegt daran, dass das Weltwirtschaftswachstum langsamer verlaufen dürfte, weil in den aufstrebenden Ländern das Tempo auf Dauer nicht durchzuhalten ist. Deshalb wird auch in Deutschland der Impuls der Außenwirtschaft schwächer werden.
Die Inlandsnachfrage wird als Konjunkturtreiber an deren Stelle treten, aber sie wird diese Rolle nicht ganz ausfüllen können. Allein schon deshalb nicht, weil rückläufige Exporte auch im Inland die Investitionen bremsen. Der Konsum wird wachsen, aber nicht in der Lage sein, die nachlassenden Impulse aus dem Ausland auszugleichen. Die Ifo-Konjunkturprognose erwartet 2008 real 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum.
Der private Konsum hingegen steigt langsamer. Das hat damit zu tun, dass die Faktoren Alters- und Gesundheitsvorsorge die Bürger nachhaltig zwingen, mehr als bisher auf die Seite zu legen. Wegbrechen wird der private Konsum aber nicht: Die gute Beschäftigung, höhere Gehaltssteigerungen und vielleicht Entlastungen bei den Abgaben erweitern den Spielraum der Konsumenten. Die Prognosen sehen nach einem Durchhänger in diesem Jahr, der der Mehrwertsteuererhöhung geschuldet ist, für 2008 einen um real 1,5 Prozent wachsenden Privatkonsum. Die Steigerung des Einzelhandelsumsatzes dürfte wieder einmal niedriger liegen.
Anschaffungsdruck
Steigende Verbraucherpreise könnten dem realen privaten Konsum entgegenstehen, aber der harte Wettbewerb im Handel deckelt die Preise. 2,1 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im nächsten Jahr erwartet die Ifo-Prognose. Anlass zur Sorge gibt die Anschaffungsbereitschaft, die seit Ende 2006 nicht aus dem Keller gekommen ist. Hier könnte aber, wenn die Mehrwertsteuererhöhung verdaut ist und der Anschaffungs- und Renovierungsdruck steigt, eine Erholung anstehen, sodass auch das Konsumklima 2008 nicht unbedingt negativ werden muss.
Daraus ergibt sich der Rahmen für den Buchhandel 2008, der auf einer Umsatzvorgabe von zwei bis drei Prozent Plus aus 2007 aufbaut. Den diesjährigen Umsatz ohne »Potter«-Impuls wieder zu erreichen wäre angesichts der Rahmenbedingungen eine vertretbare Erwartung.
Boris Langendorf
[...] Tags: Konjunktur, Langendorfs Dienst

