NEWS ANTIQUARIAT

10.02.2008

Online-Buchhandel

Amazon und Ebay ändern Bewertungsmechanismen

Über die Änderung der Bewertungsverfahren bei Amazon und Ebay berichtet Peter Riedlberger heute in Telepolis.

Bei Amazon geht es um die Produktrezensionen, bei Ebay um die umstrittene Bewertung von Käufern durch die Verkäufer. Riedlberger hält beide Änderungen für einen Gewinn, da sie für eine deutliche Reduzierung der "Junk-Rezensionen“ beziehungsweise für eine offenere und differenziertere Beurteilung von Verkäufern sorgen könnten. Riedlberger hält das angekündigte neue Ebay-Verfahren für kundenfreundlicher: "Denn die einzige Leistung des Kunden besteht im Bezahlen, und dies geschieht bei Ebay praktisch ausschließlich per Vorkasse. Dennoch ist es im Regelfall so, dass der Händler die Bewertung durch den Kunden abwartet, ehe er diesen bewertet. Dadurch bewahrt er sich in der Hinterhand ein Drohpotential, falls der Kunde tatsächlich seine Unzufriedenheit per Bewertung zeigen sollte. Für den Kunden ist die neue Lösung also in jedem Fall vorzuziehen, denn er kann wirklich gemäß seiner Zufriedenheit bewerten, ohne um sein eigenes Profil Angst haben zu müssen.“

[...] Tags: Amazon, Ebay

1 Kommentare

1. Lampernist 10.02.2008 18:56h
Bei Amazon ging es wohl besonders um die einseitig positiven oder negativen Rezensionen, die womöglich von eben den Buchverlagen um deren Werke es ging - oder deren Konkurrenz - zumindest beeinflußt waren. Der Telepolis-Autor hat insoweit recht, daß der Kunde, ehe er eine Meinung zum Buche äußern darf, es erst einmal in den Händen haben sollte, so einen Tag lang oder zwei. Es ist bei allen Dinngen so: man sollte erst reingerochen haben, ehe man einen Kommentar abgibt.

Bei Ebay geht es darum, daß in einem großen Teich sehr viele unbekannte Fische &c schwimmen, deren - sagen wir es mal ohne Wertung - Eigenschaften, ob Hai, Qualle oder Forelle, nicht einschätzbar sind. Leider bleibt einem in diesem doch recht kurzen Leben nicht die Zeit, alle auszuprobieren, zurückzusenden, es neu zu versuchen. Da finde ich ein Bewertungssystem schon hilfreich. Unter 98% fasse ich nichts an.
Und unsere "Kollegen" bei Ebay sind nicht grad alle so ganz zuverlässig. Trotzdem würde ich natürlich, eben wegen der Gefahr, abgestraft zu werden, keinen negativ bewerten.
Zahlreiche Engländer und Amerikaner haben es bereits so gehandhabt: sowie die Bezahlung eintrifft, vergeben sie ihr "zufrieden" im euphemistischen Ebay-English. Da weiß ich dann sofort, daß sie hinter der Ware, die dann in den nächsten Tagen eintrudeln wird, und deren Beschreibung stehen, irgendwie ein beruhigendes Gefühl.

Bei den Buchplattformen liegt es anders, ABEs Bewertung geht nur auf die Lieferzuverlässigkeit ein (oh, ich habe ein Buch bei einem Dreipunktler geordert, natürlich war es nicht mehr lieferbar, self-fulfilling prophecy). Aber, zu meiner Schande, ich bestelle im Ausland ein billiges Buch lieber über ABE als über ZVAB: die Wahrscheinlichkeit, es zu bekommen, ist einfach höher. Bei Choosebooks habe ich es schon erlebt, überhaupt keine Reaktion zu erhalten, auch bei mehrmaligem Nachfragen nicht. Wertvollere lieber direkt beim Händler, wegen des Rabattes - aber als Fachmann kann ich anhand der Beschreibung auf die Professionalität schließen, das ist manchem Sammler vielleicht nicht so einfach möglich. Die Mitgliedschaft in irgendeinem Verein bedeutet nur noch wenig, das sind Schilder, hinter denen es evtl. manchmal ganz anders ausschaut. Qualität schreibt eben nicht an ihre Tür "Qualität".

Kurz: ich glaube nicht, daß alle Problematik des weltweiten Handels bereits gelöst ist.

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