Berufsprestige-Skala 2008

Buchhändler bleibt Schlusslicht

Der Beruf des Buchhändlers steht nach wie vor am Ende der Berufsprestige-Skala, die das Institiut für Demoskopie in Allensbach regelmäßig ermittelt.

Die Frage, die das Institut für Demoskopie Allensbach seit 1966 in einem Mehrjahresrhythmus an die Bevölkerung richtet, lautet: "Hier sind einige Berufe aufgeschrieben. Könnten Sie bitte die fünf davon heraussuchen, die Sie am meisten schätzen, vor denen Sie am meisten Achtung haben?" Den Befragten wird dabei eine Liste mit siebzehn Berufen vom Arzt über den Pfarrer, den Rechtsanwalt, den Ingenieur, den Politiker, den Studienrat bis zum Gewerkschaftsführer vorgelegt - auf der der Beruf des Buchhändlers immerhin enthalten ist. Am meisten Ansehen genießt bei der aktuellen Umfrage der Arztberuf - und zwar mit großem Abstand gegenüber anderen Berufen. 78 Prozent der Bevölkerung zählen ihn zu den Berufen, vor denen sie besondere Achtung haben. An zweiter Stelle steht der Beruf des Pfarrers (39 Prozent). Die Berufe des Hochschulprofessors (34 Prozent) und des Grundschullehrers (33 Prozent) rangieren an dritter und vierter Stelle. Die Tabelle finden Sie unter folgendem Link:

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7 Kommentar/e

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  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Traurig, traurig, traurig.

    Vermutlich liegt's daran, das die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens häufig einen Arzt aber sehr selten einen Buchhändler brauchen. Und was man nicht braucht, das schätzt man nicht. Wir leben eben doch in einer sehr kleinen Nische.
    Na ja, ich bin ja immerhin Unternehmer, und der ist schließlich auf Platz 5 ;-))

  • Kirsten Dehler

    Kirsten Dehler

    Hallo liebe Mit- Leser,

    ich finde das Ergebnis der Umfrage aus buchhändlerischer Sicht gar nicht so deprimierend, da ich es zu allererst schon bemerkenswert finde, dass unser Beruf auf der Skala von nur siebzehn Berufen insgesamt immerhin vertreten ist, wobei es sich, im Gegensatz zum Buchhändler, doch überwiegend um akademische Qualifikationen zu handeln scheint. Bemerkenswert ist doch, dass unsere Sparte im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungsberufen, die (bei allem Branchenstolz) meines Erachtens nicht minder relevant sind (Krankenschwester, Erzieher, Ergotherapeut, Feuerwehrmann, und und und..), zumindest genannt wird. Würde sich der Vergleich ausschließlich um Ausbildungsberufe drehen, würde das Ergebnis für uns sicher positiver ausfallen. Dass der Beruf des Buchhändlers in der gegebenen Umfrage keinen so großen Stellenwert einnimmt, wie der des Atomphysikers, ist ja nicht weiter überraschend. Aber: Wir sind dabei- ist das nichts?
    LG- k.d.- Azubi Sortiment

  • Fabian Herbel

    Fabian Herbel

    Und wie jedes Jahr gilts anzumerken, dass der Buchhändler der einzige überwiegend nicht-akademische Beruf, vor allem aber der einzige kaufmännische Beruf der Liste ist.
    "Beruf des Buchhändlers steht nach wie vor am Ende der Berufsprestige-Skala" macht sich als Schlagzeile gut, ist aber falsch.

  • Babsi

    Babsi

    Na immerhin sind die Politiker an vorletzter Stelle...

  • Fabian Herbel

    Fabian Herbel

    Ich habe nun auf eine Anfrage per Mail von Herrn Dr. Edgar Piel vom IfD Allensbach einige interessante Einsichten erhalten:
    Wie den Berufen der Liste unschwer zu entnehmen ist, wird in der Umfrage versucht einige berufliche Bereiche zusammenzufassen; bspw. der Pfarrer für den seelsorgerlich-kirchlichen Bereich, Rechtsanwalt/Richter für den juristischen Bereich usw.
    Den Umstand, dass ausgerechnet der Buchhändler mit aufgenommen wurde in eine Liste, die eher die versucht "Berufsbereiche" abzudecken, vermutet Dr. Piel in der Tatsache, dass das IFG Allensbach 1966 (seitdem gibt es die Berufsprestigeliste) und in den Folgejahren sehr viel Buchmarktforschung für den Börsenverein betrieben hat. Das hat wohl, seiner Vermutung nach, dazu geführt, dass der "Buchhändler" mit in die Liste aufgenommen wurde.

    Sprich: Der Börsenverein ist historisch gesehen selbst schuld an diesen regelmäßig erscheinenden, merkwürdigen, verzerrenden Schlagzeilen.

    Fazit sollte also eher sein, welch hohes Prestige der Beruf des Buchhändlers unter all den akademischen Berufen genießt.

    Sorge sollte uns eher bereiten, dass der "Gewerkschaftsführer" seit 2005 vorbeigezogen ist...

  • Sonja

    Sonja

    Buchhändler gelten im Allgemeinen als etwas "elitär" und ein wenig in ihrer eigenen Welt lebend.
    Es erstaunt mich, dass der Beruf überhaupt auf der Liste ist.

  • René Kohl

    René Kohl

    Das kann doch so nicht weitergehen. Seit Beginn meiner Ausbildung muß ich mich mit dieser Trauerspiel-Nachricht rumschlagen.

    Wir plädieren für eine Erweiterung der Auswahlliste um folgende Berufe:

    Fahrscheinkontrolleure
    Zuhälter
    Waffenhändler
    Gerichtsvollzieher
    Abdecker
    Immobilienmakler
    Hütchenspieler
    Türsteher
    Söldner

    Das könnte vielleicht was bringen...

    • ...

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