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04.03.2008

Thalias Muse: Demnächst auch in Trier aktivThalias Muse: Demnächst auch in Trier aktiv
Thalia

Zweite Filiale in Trier

Der Hagener Buchhändler expandiert weiter und bezieht ein ca. 700 Quadratmeter großes Geschäft im neuen Einkaufszentrum Trier Galerie – in bester Innenstadtlage.

Das Shoppingcenter mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern soll im Herbst eröffnet werden. Thalia ist bereits in der Fußgängerzone der rheinland-pfälzischen Stadtmit einer 1000 Quadratmeter großen Buchhandlung präsent. Ob die beiden Thalia-Läden parallel betrieben werden, ist nach Aussage eines Unternehmenssprechers noch nicht entschieden.

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[...] Tags: Thalia

8 Kommentare

1. Toni 04.03.2008 15:19h
Wieder eine (relativ kleine) Stadt mit zwei Filialisten.

Die schießen wie die Pilze aus dem Boden. Kleine Buchhändler geben zwangsläufig auf.
Fehlt nur noch, dass die Großen sich auf dem Land ausbreiten. Eine beängstigende Vorstellung!
2. XXX 04.03.2008 16:12h
Jeder große Buchhändler (Filialist) ist ebenfalls mit einer Filiale angefangen. Meine große Hochachtung vor Menschen, die es mit eigener Arbeit soweit bringen!


3. Hans - Joachim Schulz 04.03.2008 16:16h www.fabula-online.de
Nun, das wird noch wesentlich heiterer:
Auf längere Sicht - so um die 10 bis 20 Jahre - wird der Buchhandel von 4 bis 6 großen Ketten dominiert, den "kleinen" unabhängigen Buchhändler gibt es nur noch im Nischenbereich. Gleichzeitig werden Verkäufer, Vertrieb und Herstellung in einer Hand konzentriert. Diese produziert dann das "Mainstreamfutter" dass 95% der bedruckten Erzeugnisse umfassen wird. Die restlichen max. 5% gehen in den halblegalen Untergrund und begründen die Renaissance der "Bückware".
4. westley 04.03.2008 17:44h
@ 2: Das ist es in diesem Falle eben nicht: Hier kommt fremdes Kapital durch die Douglas-Holding in die Branche; Geld, das vorher mit Parfum verdient wurde.
5. Jörg Jahn-Meyer 04.03.2008 23:33h www.the-book-buchhandlung.de
Je mehr man eine Angelegenheit durchdiskutiert umso facettenreicher und difficiler wird sie. Das ist auch im obigen Fall so.
Hans Joachim Schulz malt in Nr. 3 ein Bild welches (wenn die Karteller nicht endlich ihren Allerwertesten hochkriegen) bald wirklich realisiert werden wird. Genauso wird es passieren, wenn nicht bald etwas passiert. Nur was soll passieren. Wie ich schon mehrfach anregte kann das nur durch das Agieren von drei Faktoren realisiert werden.
Faktor 1: Die Kartellbehören wie auch die Wettbewerbshüter dürfen nicht mehr halbseiden und halblachs in ihren Entscheidungen agieren und reagieren. Eine vollständige Marktbeherrschung ist meines Erachtens mittlerweise vollständig erreicht. Sie wird nur noch nicht als solche erkannt und geahndet.
Faktor 2: Der Endverbraucher sollte endlich von der "Interessengemeinschaft" in einer konzertierten und ausführlichen Aktion darauf hingewiesen werden, dass Bücher in den anderen Buchhandlungen genau den gleichen Preis haben. Umfragen haben bewiesen, dass ein Großteil der Konsumenten von einer Preisbindung keiner oder nur eine bedingte Ahnung hat.
Ein subjektiv nicht zu behebender Faktor liegt aber in der sogenannten "Kundenblendung" die durchgeführt wird. Riesen Stapel von Potters, Kerkelings, grelle Plakate, einlullende Ansagen und andere Werbemitteleinsätze tragen vornehmlich zu einer subjektiven Entscheidungsfindung des Endkunden bei. Diesen Faktor können kleinere Buchhandlungen mangels Finanzdecke (denn nicht jede Buchhandlung hat eine Parfümerie zur Frau) nicht realisieren. An anderer Stelle in diesem Forum muckt die Thalia`sche Basis mit Unzufriedenheit auf. Ein Umstand, den ich persönlich bedenklich finde. Einerseits ist man seinem Arbeitgeber ja "willenlos" ergeben, andererseits sticht man ihm in den Rücken. Da gährt meines Erachtens etwas, was ich sehr betrüblich finde. Ich kann es derzeit einfach nicht einordnen und werten.
Wir die kleinen "unabhängigen" Buchhandlungen können nur noch durch "anders sein" und durch einen "über die Grenzen gehenden" Service glänzen und evtl. überstehen.
Faktor 3 wird von westley so schön beschrieben. Durch die "Parfüm-Mutti" wird dem Filialisten ein beachtliches Volumen an Geld zugepumpt. Nun in den Chefetagen hoch über dem schönen Hagen, da sitzen keine Buchhändler. Da sitzen Betriebswirtschaftler, Controller, Volkswirtschaftler, Kosten- und Leistungsrechner und Personal Coaches, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen früher oder später ein betriebswirtschaftliches, ja ein kostenrechnerisches Auge auf die unten aufwachsenden Satellitenkinderchen richten werden.
Ich denke in der Zukunft wird man auf die Streuung dieser "Satellitenkinderchen" auch mal ein kritisches Auge werfen und vielleicht ein unpopuläres Urteil zu Gunsten oder zu Ungunsten eines solchen "Kindchens" erteilen.
Viel tiefer liegt jedoch ein Aspekt, der nur selten diskutiert wird. Parfüm und Schmuck sind Luxusartikel. Bücher sind es jedoch nicht. Bücher verkaufen sich mit 7% Mehrwertsteuer, Investitionen in Renovierungen und Werbungen schlagen jedoch mit 19% Mehrwertsteuer zugrunde. Somit wäre auch ein umsatzsteuer relevantes Vorgehen zu vermuten.
Wenig liest man über die Gewinnsituation von Thalia. Viel liest man jedoch über Umsatzsteigerung im gleichen Gefilde. Allein diesen Sachstand finde ich bemerkenswert. Die Größe des Umsatzes erscheint meines Erachtens nicht primär als Großziel.
Die Frage ist hier abschließend: Wird die "Parfüm-Mutti" den Geldhahn zudrehen, wird sie Ihn mehr öffnen? Wird Sie die weiterlaufende Situation kritischer oder unkritischer beobachten?
Zusammenfassend sind dies jedoch Fragen, die auf dem hohen Parkett beantwortet werden.
Gewiss: das "Wegwünschen" eines Gigangen wäre an dieser Stelle unangebracht. Angebracht wäre jedoch eine moderate Ausbreitung. Nicht auf "Teufel komm raus" sondern gezielt und überlegt. Dem Klein- und Kleinstbuchhandel tut die Holding damit überhaupt keinen Gefallen, sie behindert sich im Wettbewerb mit den anderen Großfilialisten. Schöne Zahlen sind heutzutage in unserer Gesellschaft populär geworden. Sie dienen als Selbstbehaupttungs- und Selbstbeweihräucherungsfetisch. Sie sagen jedoch nichts über ein Image, über eine Corporate Identity aus.

Welcome to the next "Neverending Story"

Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau

P.S.... Ups ich bin ja Filialist.... GRINZ!
6. O.G 05.03.2008 11:58h
Eine "Interessensgemeinschaft" die Druck aufbaut? gefällt mir der Gedanke Herr Jahn-Meyer.

Da fällt mir der Börsenverein ein (Kratzt sich den Kopf)
7. Jörg Jahn-Meyer 05.03.2008 12:49h www.the-book-buchhandlung.de
Genau die meinte ich auch, mein lieber O.G., aber mann will ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.

Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau
8. Ein Büchernarr 06.03.2008 14:26h
Tja, so langsam geht allen kleinen (und nicht nur denen, siehe KA) die Puste aus. Und wenn es dann keine Arbeitsplätze als Buchhändler mehr gibt, verkaufen wir halt Parfüm, Schmuck, Süßwaren oder ähnlichen Kram, weil auch dort alles von der Douglas-Familie dominiert wird. Warum ich mal Buchhändler wurde intressiert niemanden mehr die Bohne und die Tatsache, daß Bücher "Kulturgut" sind und die 7% Mehrwertsteuer seinen Sinn und ihre Berechtigung hat, weiß ja eh niemand mehr.
Die schöne, außerordentliche Verlagslandschaft in Deutschland wird sich verändern zu einer öden Einheitswüste. Schöne Zukunftsaussichten für meine bildungshungrigen Kinder, die dann alle Bücher aus einer Hand bekommen !!!
Wann zieht endlich jemand da oben die Notbremse ??

Ein Buchhändler der sich zwischenzeitlich mit einer anderen sinnvollen Arbeit die Brötchen verdient und lange Wege in Kauf nimmt um nicht bei Thalia einzukaufen!

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