Online-Buchhandel

Abebooks kündigt neues Gebührenmodell an

Die Online-Plattform Abebooks kündigt mit Wirkung vom 28. April ein modifiziertes Gebührenmodell für Verkäufer an.

Die Veränderungen betreffen die Bereiche Einstellgebühren, Verkaufsprovision, Zahlungsabwicklungsgebühren und Kreditkartenabwicklung: Die monatlichen Anbieter-Einstellgebühren bleiben bis 50.000 gelisteten Büchern unverändert, darüber hinaus gilt eine neue Staffelung der monatlichen Gebühren: 50.001 bis 100.000 Bücher: 200 Euro 100.001 bis 150.000: 275 Euro 150.001 bis 500.000: 350 Euro ab 500.001: 450 Euro Ebenfalls ab 28. April wird die "erfolgsabhängige Verkaufsprovision“, die Händler an Abebooks abführen, auf den Gesamtpreis eines bestellten Produkts bezogen (das heißt auf die Zusammenrechnung von Buchpreis UND Versandkosten). Dadurch soll, wie das Unternehmen in einem internen dreiseitigen Rundschreiben an die Plattform-Anbieter formuliert, für Verkäufer der Anreiz verringert werden, "sehr niedrige Buchpreise durch überdurchschnittlich hohe Versandkosten zu kompensieren“. – "Denn in der Regel wird das Vertrauen von Kunden geschwächt, wenn sie ein sehr günstiges Buch in den Warenkorb legen und an der Kasse von überdurchschnittlich hohen Versandkosten (und damit Gesamtkosten) überrascht werden.“ Reduziert werden die Zahlungsabwicklungsgebühren für Bestellungen über 400 Euro für die beiden Websites Abebooks.co.uk und Abebooks.com; bei der deutschen Seite bleiben sie unverändert. Ziel dieser Maßnahme ist es, “den Verkauf wertvoller Bücher über AbeBooks attraktiver zu machen, und Antiquariaten, die sich auf dieses Preissegment spezialisiert haben, einen Preisnachlass einzuräumen“. Änderungen bei der Kreditkartenabwicklung – vor allem: die vollständige Einstellung der Weiterleitung von Kreditkartendetails der Kunden und die Akzeptanz zusätzlicher Kreditkarten – treten erst in etwa drei Monaten in Kraft. Der genaue Zeitplan hierfür ist noch offen. Mit den neuen Geschäftsbedingungen reagiert das Unternehmen, so Abebooks-Europa-Geschäftsführer Ulrich Brand, Unterzeichner des Rundschreibens, auf die schärferen Wettbewerbsbedingungen und gestiegene "Marketing- und Infrastrukturkosten“. Zugesichert wird den Abebooks-Anbietern weiterhin die individuelle Festlegung der Versandkosten, die Veröffentlichung der vollständigen Kontaktdaten und die Möglichkeit des direkten Kundenkontakts über die Plattform.

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18 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • G.Koch

    G.Koch

    ekelhaft

  • Heidi

    Heidi

    Man muß Abebooks aus der internationalen Situation heraus verstehen. In Deutschland ist die klare Angabe der Versandkosten "in der Nähe" des Stückpreises ja eiserne Vorschrift - wehe dem Netzverkäufer, der das unterläßt und sich damit zum Opfer der Anwaltshyänen macht.

    Ganz anders in weiten Teilen der restlichen Welt. Hier werden die Versandkosten oft ziemlich tückisch verhehlt und sind in der Regel maßlos überteuert. (gutes Beispiel: Frankreich) International gesehen hat Abebooks da richtig reagiert.

    inzwischen ist durch die neue Gebührenpolitik von Paypal schreckliche Düsternis über den außereuropäischen Zahlungsverkehr hereingebrochen - vor einem Monat kassierte Ebay bei mir für eine Überweisung aus den Niederlanden 45 Eur. Ich bin nun bei Ebay dazu übergegangen, Paypal ganz rigide auf außereuropäische Relationen zu beschränken. In Europa muß Paypal

    *konsequent boykottiert

    werden, zumal die Gebühren dort erst hinterher sichtbar werden - eine schreckliche Bauernfängerei. H i e r sollten die Abmahnhyänen mal tätig werden (getrauen sich aber nur an die kleinen Fische).

    Innerhalb Europa gibt es jetzt ja - endlich - die IBAN-Überweisungen der Banken flächendeckend -preiswert und schnell.

    Außerhalb Europas aber bin ich um jede Konkurrenz zu Paypal dankbar, und man sollte Abebooks da mit viel Geduld entgegenkommen. - Wer Kreditkartenkundschaft bedienen muß - besser sage ich "darf" - der hat sich ja hoffentlich auf die Zusatzkosten eingestellt. Man muß das kalkulatorisch eisern auf diese Schicki-Micki-Kunden

    *abwälzen.

    Von Herrn Ulrich Brand haben wir hier schon so fürchterlichen Unsinn gelesen, sodaß ich mir seinen Kommentar zu seiner "Analyse" der "Marktlage" erst gar nicht antun will.

    Im deutschen Sektor ist ohnehin alles ganz anders. Der abgeschottete deutsche Sprachraum hat keineswegs an einer Verschärfung der Wettbewerbsbedingungen, sondern an den

    *strukturellen Absatzhindernissen

    zu knabbern. Daß das Einstellen mittlerer Ware nur Putzfrauen-Stundenlöhne erbringt, haben wir ja schon öfter "gehabt", um mit der Feuerzangenbowle zu sprechen.

    Über die Gründe und Abhilfemöglichkeiten will bekanntlich und buchstäblich niemand der Kollegen diskutieren - es gibt dafür zur Zeit kein geeignetes Forum.

    Das einzige, was 90 % aller Kollegen interessieren m ü ß t e, bleibt unerörtert. Das Haus brennt schon im Dachstuhl, aber unten sitzen sie noch emsig am Computer und "geben Titel ein".

  • Heidi

    Heidi

    Berichtigung Zeile 8 von oben: Statt

    "vor einem Monat kassierte Ebay bei mir für eine Überweisung aus den Niederlanden 45 Eur."

    muß es richtig heißen

    "vor einem Monat kassierte P a y p a l".

    (Als Ebay-Gebühr wäre es noch im Rahmen, leider...)

  • Wolfgang Höfs

    Wolfgang Höfs

    Da stehen Sie nun die Zauberlehrlinge des ersten Internetbooms. Klasse Ideen, geldgeil und vom Metier keine Ahnung. Anstatt wie in jedem anderen Geschäft Kundenbeziehungen zu pflegen und den Markt strukturiert aufzubauen, akquirierte man auf Teufel komm raus. Ob Privat oder gewerblich jeder konnte, jeder durfte, solange nur die Einstellgebühren sprudelten. Weltmarktführer für antiquarische Bücher wollte man werden und wurde es. Betriebswirtschaftliche Grundweisheiten hat man im New-Economy-Rausch einfach beiseite gewischt, denn vom zu handelnden Produkt hatte man ja keine Ahnung. So konnten sich die Lieferanten munter mit ihrem Mulch und Ramsch gegenseitig in den Keller und Ruin bieten, bis das zu handelnde Produkt wertlos und eine Marge nur noch in der Dienstleistung des Versands zu finden ist. Aber anstatt jetzt den Markt zu konsolidieren, sich auf Qualitätsanbieter zu beschränken und dafür zu sorgen, dass diese wieder mit erträglichen Margen arbeiten und leben können, wird einfach der bisher provisionsfreie Versandkostenanteil auch noch abgegriffen.
    Man nennt das dann "schärferer Wettbewerbsbedingungen" auf die man sich einstellen muss und das die "Marketing- und Infrastrukturkosten“ gestiegen seien. Sicher steigen die Kosten an, wenn der Umsatz sinkt und man für seine Händler außer der Artikellistung und überkommenen Affiliateprogrammen keine Leistungen und Profite erbringt. Anstatt mit innovativen umsatzsteigernden Maßnahmen zu locken (dafür hat man doch letztendlich die Managementeltiteuni besucht), erdreistet man sich im Nachsatz noch, Selbstverständlichkeiten wie das Festlegen von Versandkosten oder die Weiterleitung von Kontaktdaten in Frage zu stellen.
    Hier wird versucht eine Kuh zu melken, die schon lange keinen Ertrag mehr geben kann und das kann wird nicht gut gehen.
    Aber ich wünsche Hern Brandt und Kollegen weiterhin viel Glück auf ihrem Weg, denn das Geschäftsmodell ist ja unendlich skalierbar und wenn in Deutschland keine Mark zu machen ist, dann zieht man weiter nach Osten, wo inzwischen der Rubel rollt.

  • Lampernist

    Lampernist

    Zu 4:

    Das ist keine Analyse, sondern Gejammer.

    Machen Sie Vorschläge statt Schlagwörter zu listen.

    Freundlichen Gruß, L.

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Die Provision auf die Summe aus Buch plus Porto zu erheben, finde ich garkeine so schlechte Idee. Gerade im Billigpreissegment wird umgewichtet, so daß das Lesefutter zur Nebenleistung verkommt und die Versandkosten zur Verdienstquelle aufsteigen.
    Auch sollte bei der Sortierung nach Preis stets der Gesamtpreis aus Buch plus Porto Sortierkriterium sein.

    Zu Nr. 4:
    Das ist mir zu plakativ.
    „Zauberlehrlinge“ – ziemlich erfolgreiche, wenn man die Historie ihrer Ausbreitung über den Globus betrachtet.
    Ein Makler braucht vom Objekt seiner Tätigkeit nur beschränkt etwas zu verstehen, sondern einzig erfolgreich zu vermitteln. Will sagen: die Anforderungen an einen Makler sind andere als an Buchverkäufer und -käufer. Und das könnte sogar einer der Gründe sein, warum die von Gewerbsfremden geleiteten Plattformen eher reüssieren als andere.
    Wer sich in den letzten Jahren gegenseitig die Preise verdorben hat – das sind die Buchverkäufer, die Antiquare, und sicherlich zahlreiche unter ihnen, die entweder ihren Karl Marx noch in Erinnerung hatten oder wenigstens statt der nur humanistisch bildenden Geisteswissenschaften etwas Wirtschaft inhaliert hatten. Sie haben jeder vor sich hingewurstelt und waren keiner gemeinsamen Aktion fähig, die nämlich auch bedeutet hätte einzusehen, daß so viele Antiquare von einem kaum noch steigerungsfähigen (deutschsprachigen, ärmer werdenden) Braten nicht mehr sattzubekommen sind.
    Würde eine der Plattformen sich auf „Qualitätsanbieter“ (ich übergehe mal das geringfügige Problem, mit welcher Form Wünschelrute jemand die heraussuchen und -finden möchte) beschränken, würde eine andere den verstoßenen Anbieterteil mit dezenten Kußhändchen sofort übernehmen. Daher macht niemand im eigenen Hause sauber. Oder wie erklärt sich sonst z.B. Booklookers Aufstieg?

    Gruß, Rainer Friedrich Meyer

  • Heidi

    Heidi

    ...und wenn wir die formal perfekte Datenbank mit den brävsten Händlern hätten - - es wäre n i c h t s gewonnen.

    Wir müssen uns vielmehr hinsetzen und die *Gründe* dafür diskutieren, weshalb wir auf 95 % unserer angebotenen Bücher auf Dauer sitzenbleiben - - und wie wir diese Gründe ändern können.

    Alles andere wären nur kosmetische Operationen.

    Dem Argument von den guten, wenn nicht besseren s a c h f r e m d e n Betreibern stimme ich in vollem Umfang zu. Vorausgesetzt, die Antiquare haben die Vorplanung gemeinsam gemacht.

  • Michael Stein

    Michael Stein

    Stimmt, Herr Höfs hat allerdings noch "Shareholder-Value" vergessen.
    Aber es ist ja nicht so, das ABE am Markt vorbei schalten und walten kann. Solange sie mir regelmäßig lukrative Geschäfte nach Übersee vermitteln, kann ich über die einen oder andere Gebührenerhöhung hinwegsehen und auch, das diese in unwürdigem Marketingsprech verklärt wird. Wenn sie es übertreiben, kommen andere, bisher kleinere Plattformen zum Zug. Es steht auch jedermann frei, seine ABE-Gebühren in Google Adwords zu stecken und so die eigene Seite zu bewerben. Das ist für unsere Branche sehr günstig und effektiv. Das endlose Lamenti, der edle Antiquar werde von einer schlechten Welt ausgebeutet, hilft jedenfalls nicht weiter.

  • Heidi

    Heidi

    Würde vorschlagen, in der Analyse etwas tiefer anzusetzen, etwa durch Diskutieren folgender Fragen:

    1)
    Weshalb kaufen so wenig Menschen antiquarische Bücher, obgleich Datenbanken mit Millionen von Titeln greifbar und gut bekannt sind?

    2)
    Ist unsere - fürchterliche und blödsinnige - Angewohnheit, Bücher nach Schema "Verfasser, Titel, Ort, Jahr, Preis" anzubieten, als wären wir wissenschaftliche Bibliotheken und unsere Kunden Experten in retrospektiver Bibliographie, nicht ablösbar durch das viel natürlichere Modell eines Zugangs über den I n h a l t, das T h e m a?

    3)
    Entspricht unsere *Einzeltitel-Anbieterei im Zeitalter des V e r s a n d s nicht einem alten Zopf? Wäre es nicht besser, viele Angebotsfelder vom Einzeltitel auf das *Kleinkonvolut* umzustellen?

    4)
    Wann endlich kommt die statische Datenbank, also das Einfügen des angebotenen Buchs in eine vorgegebene Bücherliste des erschienenen Schrifttums - und damit verbunden die automatische Indexierung, die größere Korrektheit der Titelaufnahme usw. , die viel bessere Übersicht in den Bücherdatenbanken.

    Nur einige Beispiele von möglichen Auswegen aus der Misere. Warum bitte sprechen wir nicht darüber?

  • Roman Heuberger

    Roman Heuberger

    Wenn ich die Staffelung der Gebühren sehe von "ab 50.000" bis ab "5000.000", dann frage ich mich, wer soll denn diese massenhafte Flut von größtenteils Bücherscheiß überhaupt noch kaufen? Wo ist denn da bitteschön noch die Zielgruppe? Die bietet doch selbst bereits wieder den ganzen Mist an. Das ganze System "gebrauchte Bücher im Internet" führt sich am Beispiel Abebooks selbst ad absurdum. Für jeden bestellten Titel kommen 100 weitere dazu. Da gehts nicht mehr um die Vermittlung scheinbaren Kulturguts, bei Abebooks ist die Drehzahl längst im roten Bereich. Ich behaupte, dieser ins gigantische aufgeblasene Popanz bricht in absehbarer Zeit unter der Last seiner eigenen Selbstgefälligkeit zusammen. Getragen wird das ganze momentan noch von tausenden und abertausenden Anbietern, die brav ihre Gebühren bezahlen, bis dann irgendwann auch der letzte Depp merkt, daß nicht nur Abebooks ihn verarscht hat sondern er letztendlich sich selbst auch. Bis dahin versuchen die Betreiber von Abebooks, die Geldmaschine noch am Laufen zu halten um sich irgendwann zu verabschieden und verbrannte Erde zurückzulassen. Die haben nämlich die Zahlen und wissen genau Bescheid über die Entwicklung. Und können so natürlich den Gang sehr gut steuern. Solange die mitmachen, die das alles finanzieren.

    Lassen Sie mich das mal so ausdrücken: "Stellt euch vor, es gibt Abebooks, und keiner macht mit".



    Gute Nacht
    Roman Heuberger

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Liebe Kollegen,

    erstmal, ich hab gut reden, da ich nicht bei ABE einstelle, trotz Herrn Göllmanns Freundlichkeit seit den guten alten Tagen von Justbooks, den Rest der Belegschaft kenne ich nicht.

    So, zu den Themen:

    N° 7, lieber Geissenpeter, klar, wenn Du Deine Tiere auf anderer Weide hütest, dann kann ABE fürs abgefressene Gras kein Salär mehr fordern, aber viele andere kleine Geissenpeters und –peterinnen werden an Deine Stelle rücken, und ihre Tiere werden sich um die paar verbliebenen Grashalme drängeln.

    N° 9 endaxi. Lamentieren hilft nur der Tränendrüse.

    N° 11, dear Heidi, Dein Punkt 2 ist genau richtig. Habe ich auch in den letzten Tagen angedacht. Mal sehen, ob was draus wird.

    N° 12, lieber Kollege Heuberger, ABE wird, trotz aller Mißgelauntheit und aller Flüche nicht so schnell, wie Sie hoffen, zusammenbrechen. Die virtuellen Bücherregale nehmen nur immer billiger werdenden Festplattenspeicher ein. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, die da in Aussicht sind, werden dazu beitragen, daß noch mehr Menschen ihre Buchbestände veräußern werden müssen – für noch weniger Geld als jetzt. Der Billigpreisbereich ist noch nicht am unteren Ende angekommen.
    Und falls die ABEaner klug sind, legen sie ihr verdientes Geld nicht in Büchern oder Derivaten von Kreditderivaten an – dann kann ihnen die verbrannte Bucherde hinter ihnen egal sein.
    Wenn ich mir ansehe, wie viele Kollegen, richtige, erfahrene Kollegen mit guten, wohlbeschriebenen Büchern, in zwei, drei, vielen Plattformen einstellen und die reich machen per Monatsfixum, dann zweifele ich etwas an ihrem Verstand, denke eher, es ist Angst oder bereits Panik, die sie so handeln läßt.

    Viele Grüße, Rainer Friedrich Meyer

  • Michael Stein

    Michael Stein

    zu 11.) Punkt 2: Das kann eine kluge Verschlagwortung leisten.
    zu 12.) Zitat "Ich behaupte, dieser ins gigantische aufgeblasene Popanz bricht in absehbarer Zeit unter der Last seiner eigenen Selbstgefälligkeit zusammen."
    Wenn Sie damit den klassischen Antiquariatsbuchhandel meinen: Er tut es gerade.

  • Heidi

    Heidi

    Lieber Kollege Heuberger,

    ohne Abebooks weißwaschen zu wollen, verbitte ich mir Ihre abfällige Behandlung der "gewöhnlichen" Bücher. Sie wissen so gut wie ich, daß hunderte unserer Mitantiquare von eben solchen (ich zitiere Sie mit Grausen:) "Scheißbüchern" leben müssen. Und dann sind dies durchaus Titel, mit wenigen Ausnahmen, die qua Thema oder billigem Preis sehr wohl ihre Käufer finden w ü r d e n, wenn sie nur r i c h t i g an den Interessanten herangetragen würden.

    Ihre Protzentitel und Ihre Großmannsallüren verunsichern unsere kleinen Kollegen. Das ist nicht sinnvoll. Denken Sie bitte nicht nur von Ihrem fetten Kölner Edelschuppen her. Es gibt auch die kleineren Fischlein im Rhein. Die wollen auch leben.

  • Heidi

    Heidi

    Liebe Kollegen,

    was die Inhaltserschließung vom Thema her angeht, habe ich doch viel von Ebay lernen können. Ich sage heute, daß wir praktisch j e d e s Buch mehr oder minder sofort verkaufen können, das wir in irgendeinem

    *Sammelgebiet (wobei "Sammeln" im weitesten Sinn gedacht ist)

    unterbringen können. Das Bedürfnis und Interesse der Sammler (im weitesten Sinn) ist quasi unerschöpflich.

    Hier ist es nun wichtig, ganz wegzudenken von der Heuberger-Schiene. Das "seltene", "schöne", "wertvolle" Buch in Ehren, aber die von mir durchaus hochgechätzte Versteigerungsware wird immer ein Sonderfall bleiben, mit eigenen Regeln, eigenen Absatzwegen und am besten auch eigenen Bücherdatenbanken. So gesehen ist der ILAB-Ansatz richtig. - Die Versteigerungsware trägt aber sehr wenig dazu bei, die (leider nur von der Stückzahl her) millionenschwere Bücherwalze etwas abzubauen, die wir vor uns herschieben.

    Habe ich ein Buch über
    *Vogelzucht,
    *Geologie,
    *Philosophie des Mittelalters,
    *Kreuzritter,
    *Glühbirnenfabrikation,
    *Pferde,
    *Märchen,
    *Aktfotographie,
    *wissenschaftliche Mathematik,
    *Auto,
    so ist es bereits verkauft im Augenblick des Ankaufs. Sozusagen. Ich brauche dazu nur die richtige Organisation und den korrekten Marktpreis.

    Andere Gebiete gehen sehr wenig, etwa die ältere Theologie. Sie sind äußerst sorgsam auf Nebengebiete zu untersuchen, das reicht von den
    *Heiligenbiographien über
    *Wallfahrten,
    *Esoterik (Wunder usw.),
    *religiöse Landeskunde,
    *Philosophie...
    bis zu einem Rasttenschwanz weiterer Q u e r- oder Nebengebiete, die sehr gut gehen und damit partiell auch solche schwierigen Gebiete gut verkaufbar machen.

    Dazu brauchen wir etwas Intelligenz. Die ist bei den meisten Kollegen vorhanden. Sie muß aber für solche Inhaltserschließung angewendet werden, nicht zum Titelaufnehmen.

    Um Vielfacharbeiten zu verhindern, brauchen wir eine statische Datenbank, in der die einmal erschlossenen Inhalte von allen Kollegen verwendet werden können, zuvor müssen natürlich die Inhaltssystematiken diskutiert und allgemeingültig verabschiedet werden.

    Es muß also der Weg aus der Vereinzelung und Separierung, vorgeführt durch die Quack, zurückgehen zu einem grundsätzlich umfassenden Organisationsgebilde a l l e r Antiquare mit niedrigster Einstiegsschwelle und basisdemokratischen Strukturen - Plurabelle kann uns erzählen, wie das geht.

    Das ist erst der Anfang von all dem, was zu einer Heilung des unhaltbaren Jetzt-Zustandes führen kann.

    Da gab es einmal einen Kollegen, lebt der eigentlich noch? Malzer oder Nulzer oder so ähnich, in Basel oder so, der sah eine genossenschaftliche Organisation aller Antiquare als

    *Vorbedingung einer gemeinsamen Klassifikation

    und diese wiederum als völlig neuen Absatzweg und nervte uns jahrelang unendlich damit. Nun deckt ihn auch schon der grüne Rasen, der Börsenverein zahlt den Gärtner, was ich sehr spendabel finde. Hatte er Recht? Muß man das Rad wirklich neu erfinden? Stimmt seine Grundannahme: Der Sammler (im weitesten Sinn) will

    *n i c h t

    einen b e s t i m m t e n Titel, das ist eher die Ausnahme, sondern er will

    *e t w a s (oder vieles/ alles) zu seinem G e b i e t ?.

    Ich warne aber - das ist ein Bohren dicker Bretter! Ich mußte lächeln, als mich gestern ein Kollege bat, ihm doch mal eben meine Klassifikation zu senden - - hinter allen solchen Überlegungen stecken viele Stunden praktischer und theoretischer Arbeit und Erfahrung. Vor allem aber muß das *gemeinsam* gelöst und diskutiert werden.


  • Heidi

    Heidi

    Alle Überlegungen zu einer neuen Systematik müssen untrennbar verbunden sein mit Plänen zu einer vernünftigen Datenbank-Positionierung.

    In einem abgeschotteten Absatzmarkt wie dem deutschsprachigen darf es

    *nur e i n e Datenbank

    geben. Der Kunde kann sich anders nicht neu orientieren.

    Ich bin mir sicher, daß eine Genossenschaft oder eine Berufsgruppe der Antiquare, die diesen Namen verdient und zumindest ein gutes Drittel der Kollegen umfaßt, von

    G o o g l e

    eine solche Bücherdatenbank erstellt bekommt, für wenig Geld oder gratis.

    Aber nichts, ich wiederhole, n i c h t s geht ohne eine breite Grundlage, die möglichst alle Internetantiquare umfaßt. Mit demokratischen Strukturen.

    Wir müssen also as Google-Prinzip "durch alle für alle" übernehmen und mit der ebenso unerträglichen wie lächerlichen und schädlichen Vereinzelung unserer Brufsorganisationen aufhören.

    Sie sehen, werte Kollegen, in welchen sauren Apfel Sie beißen m ü s s e n - wenn es durch neue Absatztechniken und - taktiken zu einer Verbesserung unseres Absatzes kommen soll.

  • Heidi

    Heidi

    Von der gemeinsamen Klassifikation ist dann kein weiter Weg mehr zu einer genoassenschaftlichen Kettenbildung. Versand, Werbemittel, Preisgestaltung wrden vereinheitlicht, der einzelne Kollege wird zum genossenschaftlichen Franchise-Nehmer.

    Bessere Konditionen gegenüber Versendern, andere Zusamenarbeitsmöglichkeiten mit dem Neubuchhandel - jedes Antiquariat wird grundsätzlich zu einer Bestellbuchhandlung für Neubücher - und weitere Synergieeffekte ergeben sich - bei voller Unabhängigkeit des einzelnen Teilnehmers.

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Falls ich mir eine Hölle vorstelle, dann wird sie rasenmäherisch-sozialistisch verwaltet und ist etwa ein viertel Äon nach Schöpfung kalt, da die Feuervorräte rationiert werden müssen.

  • Heidi

    Heidi

    Lieber Kollege Meyer,

    Sie werden bei näherem Hinsehen feststellen, daß die wirklichen Führungsgebiete unserer kapitalistischen Wirtschaft viele Elemente *sozialistischer Organisation

    enthalten. Zum Beispiel bin ich ein engagierter Freund des

    *Franchisewesens.

    Wir haben auch bei Aldi, Lidl und anderen Erfolgsmodellen immer wieder das gleiche Prinzip:

    S y n e r g i e und mehr noch: Gemeinsame Nutzung des einmal Erdachten, Erprobten, Bewährten.

    So hatte ich, wie Sie wissen, unser Genossenschaftsmodell für Antiquare verstanden. Daß es so gottsjämmerlich in den Dreck gefahren wurde und als Karikatur vor sich hindümpelt, hat seinen Grund genau hier:

    Meine Überlegungen waren und sind meinethalben "sozialistisch", Tatsache ist aber, daß sie vom Standpunkt der m o d e r n s t e n kapitalistischen Großwirtschaft her

    zweckmäßig und (wieder) ultramodern

    sind.

    • ...

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