Antiquariat
04.04.2008Antiquariatsmessen
Ulrich Heider über die 3. Kölner Antiquariatstage – ein Interview
Herr Heider, erst gab es im Herbst 2007 eine Terminverschiebung, dann folgte Mitte März die Absage, jetzt finden die Kölner Antiquariatstage doch statt. Was steht hinter der turbulenten Entwicklung?Heider: Im Dezember 2005 und 2006 konnten wir mit den 1. und 2. Kölner Antiquariatstagen zwei durchaus erfolgreiche Messen organisieren. Nichts sprach gegen die Beibehaltung des für diese Veranstaltungen gewählten Konzepts: eine kleine Veranstaltung mit einem qualitativ hochwertigen Angebot und einem passenden Rahmenprogramm. Als problematisch erwies sich jedoch der angekündigte Termin. Im Dezember 2007 kollidierte er mit dem von Veranstaltungen in Hongkong, Spanien und Belgien. Einige Kollegen entschieden sich gegen eine Teilnahme in Köln – zu viele, um den Dezembertermin halten zu können. Der neue Termin im Mai zeitigte dann unerwartete logistische Schwierigkeiten. Die Absage der Messe war unvermeidlich. Die Entscheidung, sie mit einem hinsichtlich des äußeren Rahmens geänderten, 'abgespeckten’ Konzept dennoch stattfinden zu lassen, beruht auf meiner Überzeugung, dass Köln als Messestandort für den Antiquariatsbuchhandel wichtig ist und möglichst erhalten bleiben soll.
Was genau muss man sich unter einer 'abgespeckten' Messe vorstellen?
Abgespeckt bezieht sich auf die Organisation der Veranstaltung, nicht auf die Qualität des Angebots. Verzichtet wird auf alle nicht unbedingt notwendigen Leistungen. Es wird kein Katalog publiziert, und der Standbau wird ähnlich wie bei der Antiquaria in Ludwigsburg auf ein Minimum reduziert. Die Kosten, die im Übrigen unter allen Teilnehmern geteilt werden, können so erheblich reduziert werden.
Wie viele Zusagen von Ausstellern haben Sie inzwischen?
Inzwischen sind 30 Anmeldungen eingegangen, und damit ist die Messe bei von der Fläche her etwas größeren Ständen fast ausgebucht.
Werden die Kölner Antiquariatstage von Ihnen in Eigenregie organisiert oder ist Detlef Thursch noch als Partner mit im Boot?
Diese Antiquariatstage veranstalte ich in Eigenregie. Gegen eine Zusammenarbeit mit Detlef Thursch, die in den vergangenen Jahren vorzüglich funktionierte, spricht für die Zukunft aber nichts.
Und worauf können die Besucher sich Ende Mai einstellen?
Auf eine interessante Messe mit einem qualitativ hochwertigen Angebot an Büchern aus den letzten fünf Jahrhunderten. Ein leichter Schwerpunkt wird auf der Moderne liegen. Das Preisgefüge wird sicher etwas weiter gespannt sein.
Die Fragen stellte Björn Biester.
Öffnungszeiten der 3. Kölner Antiquariatstage:
Freitag (30. Mai): 15 bis 20 Uhr
Samstag (31. Mai): 11 bis 18 Uhr
Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstraße 1–3, 50667 Köln
Vorläufiges Ausstellerverzeichnis der 3. Kölner Antiquariatstage:
- Antiquariat am Rathaus, Daras & Gilbert, Düsseldorf
- Michael Banzhaf, Tübingen
- Bergische Bücherstube, Jörg Mewes, Overath
- Carpe Diem, Koblenz
- Werner Clemens, Wesseling
- Cobra, Oberursel
- Freis, Tönisvorst
- Gundel Gelbert, Köln
- Ulrich Heider, Köln
- KaraJahn, Michael Jahn, Berlin
- Stefan Krüger, Köln
- Kunsthaus am Museum, Peter Fritzen, Trier
- Stefan Küpper, Duisburg
- Lenzen, Düsseldorf
- Hans Lindner, Mainburg
- Walter Markov, Bonn
- Christoph Neumann, Berlin
- Manfred Nosbüsch, Euskirchen-Kuchenheim
- Peter Ibbetson, Köln
- Prometheus, Berlin
- Querido, Düsseldorf
- Thomas Rezek, München
- Rotes Antiquariat, Berlin
- Schmetz am Dom, Aachen
- Jens Scholz, Köln
- Schuelke Fine Books, Stefan Schülke, Köln
- Michael Solder, Münster
- Stern-Verlag, Düsseldorf
- Günther Trauzettel, Stolberg
- Siegfried Unverzagt, Köln
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1. Lampernist 08.04.2008 09:51h
Was soll kommentiert werden?
"Ein leichter Schwerpunkt"
Solche Sprache macht (offensichtlich nicht nur) mich sprachlos.
2. Heidi 08.04.2008 19:05h
Das sehe ich nicht so kritisch - wir sollten die Sprachreinigung nicht allzu streng betreiben. Was Kollege Heider gemeint hat, ist ja doch klar.
Er bekommt von mir, der ich ein alter Anhänger der edlen Kunst der Physiognomie bin, ohnehin einen aufrichtigen Sympathiebonus. Nach den finsteren Gesichtern, die mir aus diversen ober- und niederrheinischen Antiquariatsstuben in merkwürdiger Erinnerung sind, nun endlich ein sensibler, herzlicher Mensch. Diesem Antlitz vertraut man sich gern an.
Ganz oben übrigens, in langer Reihe, tiefgrün mit weinroten Rückschildchen, sind das nicht unsere alten Kirchenväter von Kösel? Wenn die herabschauen, kann ohnehin nichts schiefgehen. (Sind zur Zeit übrigens sehr gesucht bei Theologen - nicht zu billig machen bitte).
In diesem Sinne dem Kollegen Heider und der Messe ein gutes Gelingen!