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25.04.2008

Tag des geistigen Eigentums

Börsenverein und Verlage fordern besseren Schutz geistig-kultureller Leistungen

Geistiges Eigentum der Autoren und Verlage muss besser geschützt, Internetpiraterie wirkungsvoller bekämpft werden – notwendig dafür ist ein neues Gesamtkonzept der Politik. Das fordert der Börsenverein gemeinsam mit dem Bundesverband Musikindustrie und der GVU - Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zum Tag des geistigen Eigentums, der am Samstag, 24. April, zum achten Mal begangen wird.

„Kreativität zählt zu den wertvollsten Rohstoffen unseres Landes“, so Vorsteher Gottfried Honnefelder in einer Mitteilung an die Medien. Es müsse deshalb möglich sein, Urheberrechtsverletzungen im Netz zu verfolgen. Derzeit seien die rechtlichen Mittel dafür nicht ausreichend.

In neuen Initiativen aus Frankreich und England beim Umgang mit dem Urheberrecht im Netz sieht der Börsenverein ein Vorbild auch für Deutschland. In beiden Ländern erhalten Inhaber von Internetanschlüssen zunächst Warnhinweise, wenn sie durch Urheberrechtsverletzungen auffallen. Wenn sie diese nicht beachten, würden die entsprechenden Anschlüsse für eine befristete Zeit gekappt. „Auch wir in Deutschland appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Internetprovider“, so Honnefelder. In einem offenen Brief, der die Unterschriften von mehr als 150 Kulturschaffenden aus der Musik- und Filmbranche sowie von mehr als 30 Personen aus Verlagen trägt, wenden sich die Unterzeichner deshalb heute an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie solle das Thema zur „Chefsache“ machen, so die Forderung.

Der Schutz kreativer Inhalte ist auch Thema beim Informations- und Diskussionstag „Innovationen fördern – Rechte schützen“ des BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie. Rüdiger Salat, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und stellvertretender Vorsitzender des Verleger-Ausschusses im Börsenverein, spricht zum Thema „Aufklärung und Rechtsdurchsetzung – zwecklos oder Investition in die Zukunft?“.

1 Kommentare

1. Literaturtipp25.04.2008 16:30hwww.literaturtipp.com

Es ist ja schön, wenn Frau Bundeskanzlerin Merkel dieses Anliegen zur Chefsache erklärt - aber sollte man nicht erstmal im Kleinen anfangen?!
Es wäre wünschenswert, wenn dabei auch die Staatsanwaltschaften und Gerichte nicht vergessen werden, die sich ja bei Anzeige zuerst mit einer Urheberrechtsverletzung auseinandersetzen müssen - und diese nach meiner eigenen Erfahrung "mangels öffentlichen Interesses" ablehnen. Und die Polizei nicht zu vergessen: 2 Beamte, bei denen ich Anzeige erstattete, hatten noch nie etwas von Copyright und Urheberrecht gehört und mussten sich erstmal "schlau machen", wie ein Beamter seufzte...
Es gibt im Internet kein Rechts- bzw. Unrechtsbewusstsein. Das zu fördern, kann schon in der Schule im Computerunterricht erfolgen, indem man Lehrer besser informiert, damit die ihren Schülern beibringen, dass Bilder und Texte im Internet kein Freiwild sind. Wenn man mit einer Schulklasse ins Museum geht, sagt man der ja auch vorher, dass man die Bilder an den Wänden hängen lässt!
Meiner Meinung nach sollten solche Ansätze nicht vergessen werden.
Und: Ich bin schon vor über vier Jahren beim Börsenverein auf taube Ohren gestoßen, als ich darauf aufmerksam machte, dass Texte im Internet geklaut werden - damals war das nicht von Interesse - es sind ja auch "nur" Rezensionen...

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