05.05.2008
Online-BuchhandelEbay-Bewertungssystem mit Neuerungen
Die Anforderungen an Verkäufer und insbesondere an PowerSeller sollen deutlich angehoben werden, um das Vertrauen der Käufer in Attraktivität und Zuverlässigkeit des Online-Marktplatzes Ebay zu stärken. Bereits 2007 hatte man vier zusätzliche Bewertungsbereiche zur detaillierten Verkäuferbewertung eingeführt (Artikel wie beschrieben; Kommunikation; Versandzeit; Versand- und Verpackungskosten). Um gegen überhöhte Versandkosten vorzugehen, werden nun Artikel von Verkäufern, die bei diesem Kriterium innerhalb der jeweils letzten 30 Tage mit durchschnittlich 3,5 oder schlechter abgeschnitten haben, in der Sortierung der Suchergebnisse nach hinten rutschen. Ende Mai werden die anderen drei genannten Bewertungsbereiche einbezogen, als neuer Schwellenwert gilt dann 4,0. Verkäufer, deren Durchschnittswert in einem der vier Bereiche darunter liegt, werden bei den Suchergebnissen schlechter einsortiert. Kriterien für das PowerSeller-Programm wird Ebay an die detaillierten Bewertungen knüpfen. Ab Juli dürfen PowerSeller den Schwellenwert 4,0 (im Schnitt der letzten 12 Monate) in keinem der vier Bereiche unterschreiten. PowerSeller mit einer Bewertung von 4,6 in allen vier Bereichen in den letzten 30 Tagen, können am PowerSeller-Prämienprogramm teilnehmen.
Mit dem “Verkäufercockpit“ führt Ebay ergänzend ein neues Online-Tool ein, in dem Verkäufer den aktuellen Stand ihrer Servicequalität ablesen können – im Mai wird eine erste Version zunächst für PowerSeller, dann auch für andere (dafür qualifizierte) Ebay-Verkäufer angeboten.
- Amazon und Ebay ändern Bewertungsmechanismen [10.02.2008]
- Ebay-Bewertungssystem in der Kritik [06.02.2008]
[...] Tags: Ebay

7 Kommentare
Je nach Sachgebiet begegnen sich bei Ebay unterschiedliche Welten. Man mag zugestehen, daß es dort in vielen Bereichen sinnvoll und notwendig ist, ausgefuchste Bewertungsverfahren zu entwickeln.
Hier interessiert wohl der Bereich der alten Bücher, von der Händlerseite her also der Ebay-Antiquare. Aufgrund meiner eigenen, mehrjärigen Erfahrungen halte ich den Bewertungskoller, den Schulnotenmythos und das pseudo-ehrpusselige Reinmachefrau-Getue der universellen Notenvergabe für völlig unnötig und für beide Seiten nur noch p e i n l i c h.
Die Bewertungmanie zerstört das im deutschen Sprachbereich seit jeher übliche *Vertrauen* zwischen Händler und Käufer. Wir müssen es bei Ebay wohl hinnehmen, ich warne aber vor jeder Übertragung auf buchinterne Bereiche - wenn nun auch reine Bücherdatenbanken anfangen wollen (wie leider geschehen), Bewertungssysteme zu entwickeln, dann muß man dem entschieden entgegentreten.
Heuchelei, Liebedienerei und auch Bosheit und Tücke wird dadurch Tür und Tor geöffnet. Es reicht im Büchersektor vollkommen aus, wenn offenkundige Verstöße gegen Regeln von einer schnell und gut arbeitenden
*Clearingstelle
unter die Lupe genommen werden können, die bei wiederholten Verstößen schwarze Schafe verwarnen und auch notfalls auf Zeit entfernen (lassen) kann.
Ich wünsche mir den Hinweis in jeder Bücherdatenbank, die unabhängige
CLEARINGSTELLE
der Bücherdatenbank stehe als neutrale Einrichtung jedem Kunden zur Verfügung.
CLEARINGSTELLE ?
Wo denn, bei den Scientologen ?
Oder gründen Sie die etwa ? Das wäre dann ja mal eine gute Idee, die von einem solchen ausgewiesenen Fachmann wie Ihnen durchaus nutzbringend für die Gemeinschaft umgesetzt werden könnte.
Heidi Mulzer, das schwärzeste Schaf der Branche, cleart und verwarnt Sie, völlig neutral .... !
Hier werden Sie gecleart !
Für sowas bin ich zu alt. Ansonsten aber müßte man die Clearingstelle mit *zwei * Kollegen besetzen. Die dürften ruhig auch abweichende Detail-Meinungen vertreten im Einzelfall, müßten nur zu einem einstimmigen Endurteil kommen. Sie (die Clearingstelle) sollte zugleich allgemeine Auskünfte erteilen.
Daß man die betreffenden Schiedsrichter lieben müßte? Da sei Gott vor. In der Praxis läuft es ja doch auf eine ziemlich (von den Kollegen) gefürchtete und (von den Kunden) heiß geliebte Position hinaus.
Kein einfaches Unterfangen, da stimme ich Ihnen zu.
Rating! Das Zauberwort des Jahres, ja des Jahrzehntes! Wo man hinschaut, man wird nur noch geratet: Sei es bei dem harmlosen ebay, bei der Bank mittels Basel II, sei es bei der Schufa. Die Rating-Hysterie hangelt sich mittlerweile in die zweite und dritte Etage hinunter: Verkäufer werden geratet, Käufer werden geratet, eigenes oder fremdes Verhalten werden bewertet.
Menschen mit ihrer jeweiligen menschlichen Leistung, die nun mal (und keiner macht sich davon frei) von Tag zu Tag aufgrund der unterschiedlichsten Einflüsse variieren kann, werden von Menschen bewertet oder auf "neudeutsch" geratet. Verlage raten ihre Buchhändler nach gewissen Kriterien, Buchhändler raten ihre Kunden nach bestimmtem Umsatz und Wichtigkeit, Barsortimenter unterscheiden zwischen Großabnehmer und Wald- und Wiesenbuchhandlung, das Sprachorgan der "Society" gewichtet Ereignisse nach Klein und Groß.
Wie rasch kann da ein Messinstrument für Kundenzufriedenheit zu einem Instrument wie "Heuchelei, Liebedienerei und auch Bosheit und Tücke" anvancieren. Heidi hat das schon auf den Punkt gebracht!
Eine schwierige Frage: "Wie mache ich es jedem gerecht?" Im Falle ebay gestaltet sich das als schwierig. Jeder Endkunde, jeder Käufer will schließlich finanziell den besten Fortune erreichen. Argwohn und Rechenzwang tritt schon beim Kunden auf, wenn das Päckchen 4 Euro kostet anstatt 3,90; Befremdlichkeit breitet sich aus, wenn die Büchersendung Maxi mit 2 Euro anstatt 1,40 Euro zu Buche schlägt. Keiner schaut dahinter, dass sich Menschen mit mehr oder weniger liebevoller "Einpackarbeit" damit beschäftigen, dass das gewünschte Buch/die gewünschte Ware auch gut verpackt den Endkunden erreicht.
Warum dann nicht gleich eine portofreie Sendung. Der antiquare bzw. der neubuchliche Berufsstand kann doch aus dem Vollen schöpfen! (das war Ironie)!
Heidi spricht von einer Clearingstelle. Meines Erachtens eine gute Idee. Menschen vom Fach können FallzuFall-Entscheidungen" unter Berücksichtigung der markteigentümlichen Zahlen treffen. Gewiss, das beansprucht wieder Personal. Und das können sich große Unternehmen nur schlecht leisten.
Athanas glänzt in Nummer 2 eher durch Anschuldigungen, anstatt sich zur Sache zu äußern. Meines Erachtens resultieren Rachebewertungen aus genau diesem Schlag Mensch. Meiner Meinung, wenig themenbezogen konstruktiv.
ABER: Solang man hier immer wieder nett mit Reizthemen "stimuliert" wird, so lange wird es hier auch die unterschiedlichsten konstruktiven und destruktiven Meinungen geben.
Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau
Der Begriff Clearing erscheint in vielen Bereichen, auch in düsteren esoterisch-möchtegernpsychologischen, die auszugraben masochistische Neigungen voraussetzt. Bleiben wir im hellen Feld, wenns beliebt..
Es ist schwierig, "Clearing" durch ein deutsches Wort zu ersetzen. Tatsächlich handelt es sich um die "Klärung von Sachverhalten" (vor welchem DDR-Begriff uns wiederum unser oben bewährte Satanas bewahren möge). Der Begriff "Schiedsgericht" ist ebenso besetzt wie der der "Mediatisierung".
Neudeutsch könnte man das notfalls auch "Kompetenzzentrum" nennen, aber die in Frage kommenden Kollegen, die sich wirklich k o m p e t e n t nennen dürfen, würden schallend lachen bei der Zumutung, ihre Zeit aufwenden zu sollen für etwas, was kein Geld bringt und Ehre noch weniger.
Mir gefällt die Herkunft des Begriffs "Clearing" aus dem Bankensektor; überträgt man die Funktion des "Clearing" auf das Antiquariatswesen, dann kommen wir ziemlich nah an den Kern dessen, was ich da empfehlen möchte - - es handelt sich sehr oft einfach nur um eine
*begriffliche Klärung und "Übersetzung/ Übertragung / K o n v e r t i e r u n g "
aus der "Sprache" des Antiquars in die des Kunden. Mit begrifflicher Klärung ist die Hälfte der Fälle zu erledigen.
Die andere Hälfte erfordert Rückfragen bei Kollegen und Kunden. Das ist äußerst mühsam.
Um den Ertrag solcher Recherchen allgemein nutzbar zu machen, müßten alle Fälle, teilweise anonymisiert, in einem Medium dargestellt werden.
Eine Sammlung solcher geklärten Fälle würde recht nützlich sein.
Wie immer, bei all Ihren Vorschlägen:
Wohlan, frisch ans Werk.
A.
...mit w e m ?
Merke: Die Antiquare wollen n i c h t und n i c h t s.
So ziemlich alle Arbeitsvorhaben, die mit Buchantiquaren zusammen oder für sie auf die Beine gestellt worden sind, wurden zu peinlichen Nichtigkeiten oder aufgeplustertem mittlerem Unsinn (Internet-Rechtsberatung, Preisdatenbank der Versteigerer gegen Entgelt, Archiv der gestohlenen Karten , Internet-Antiquare nach Kochrezept Höfs usw.).
Mit dem Mulzer, welcher angeblich sittenverderbt, jedenfalls aber ein reichlich eigenwilliger Kriminologe ist, wollen sie schon gar nix am Hute haben. Soweit bei der Quack organisiert, mögen sie das Scheitern der Genossenschaftsidee nicht zugeben. Im Verband tun sie es ihrem Vorsitzenden gleich und reagieren nur nach Aufforderung, ansonsten wird Handlungsbedarf nicht gesehen. Wer unter ihresgleichen den Mund anders auftut als in Mauscheleien ("Kollegengesprächen") auf Messen oder am Telefon, der wird erbarmungslos gemobbt.
Deshalb die Frage zum Pfingstfest - Heiliger Geist und so, Sie wissen - : Wer soll was mit wem im Bereich des Antiquariats tun - um Himmelswillen?