06.05.2008
Gottfried Honnefelder im GesprächDie Trennung des Buchmarkts
»Die Konzentration im Buchhandel wird weiter an Dynamik gewinnen«, sagte Honnefelder. Es sei vorauszusehen, dass dabei immer weitere kleinere und mittlere Geschäfte auf der Strecke bleiben.
Honnefelder räumte ein, dass einiges für die These spräche, dass gerade die Preisbindung den großen Filialisten Wettbewerbsvorteile verschaffe, jedoch seien die Nachteile eines preisbindungsfreien Markts weitaus größer. Denn die Preisbindung schaffe die Voraussetzung für eine breite Vielfalt an Verkaufsstellen quer über das ganze Land verteilt.
hh
[...] Tags: Honnefelder, Preisbindung


2 Kommentare
"Einiges sprich für die These, dass gerade die Preisbindung den großen Filialisten Wettbewerbsvorteile verschaffe, jedoch seien die Nachteile eines preisbindungsfreien Markts weitaus größer"
Falsch! Nicht einiges spricht für diese These, sondern alles! Preisbindung gibt den Filialisten, durch die enormen Rabattvorteile eine "freie Fahrt ins Wochenende". Die Nachteile wären für diese ebenfalls fatal. Durch einen Wegfall der Preisbindung könnte nicht mehr "aus dem Vollen geschöpft werden". Die "fest gemieteten Gewinne" könnten also nicht mehr in die Filialisierung gesteckt werden (obwohl man sie meiner Meinung nach eher in die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort stecken sollte).
Gewiss, im Moment ist es richtig zu sehen, dass "die Preisbindung die Voraussetzung für eine breite Vielfalt an Verkaufsstellen quer über das ganze Land" schafft. Um ehrlich zu sein: Allen zur Freude. Zur momentanen Freude.
"UNO-Botschafter" Hohnefeld sieht reibend an der Glaskugel voraus, dass die Konzentration im Buchhandel immer mehr an Dynamik entwickelt. Er sieht voraus, dass dabei immer weitere kleinere und mittlere Geschäfte auf der Strecke bleiben.
Das ist den kleineren und mittleren Sortimenten wohl durch die Bank klar. Nur: Wenn man denn (egal ob Filialist oder kleine Buchhandlung von nebenan) eine Interessenvertretung hat und für diese auch noch nen bisschen Geld bezahlt dann könnte man vielleicht auch mal erwarten, dass diese Interessenvertretung sich öffentlich für ein Gleichgewicht auf dem Gesamtmarkt einsetzt, dann könnte man vielleicht mal erwarten, dass ihr "Sprachrohr" in ihren Berichten auch mal filialistenunkonform auftritt, dann könnte man erwarten, dass der Börsenverein als oberste Interessenvertretung auch OBJEKTIV seinen Senf bei den dementsprechenden Kartell- und Wettbewerbsentscheidungen dazu gibt.
Eine Pauschalaussage: "Der Buchmarkt wird sich weiter ausdifferenzieren" klingt so nach: "Ach lass mal sehen was passiert. Irgendjemand wird das schon richten. Ist mir doch egal" Meiner Meinung nach sehr lethargisch!
Zumindest ist der o.g. Artikel eher etwas zu kurz beleuchtet. Der Abdruck des gesamten Interviews an dieser Stelle wäre vielleicht dienlicher gewesen.
Eine dumme Frage von mir: "Was ist ein Kompetenztitel?"
Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau
Dumme Fragen gibt es nicht: Unter einem "Kompetenztitel" verstehe ich einen Titel, der unter dem existenzsichernden Lagerumschlag bleibt, aber aufgrund seiner Bedeutung für das Gesamtsortiment trotzdem ans Lager genommen und über Mischkalkulation mitfinanziert wird.