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07.05.2008

© Nicole Hoehne
Konditionen

Die Wahrheit über Rabatte

Rabatte von 50 Prozent und mehr, Werbekostenzuschüsse und die bewusste Unterhöhlung der Preisbindung: In einem Interview im BÖRSENBLATT brechen drei ehrbare Kaufleute aus den drei Sparten unserer Branche das Schweigen über dieses Tabu.

Es ist ein unbequemes Gespräch, das in der morgigen Ausgabe des BÖRSENBLATTS nachzulesen sein wird. Unsere Gesprächspartner, die anonym bleiben sollen, reden Klartext über Themen, die sonst höchstens unter vier Augen zur Sprache kommen. Es geht um Rabattforderungen von Filialisten, um Umsatzerwartungen von Verlagen, um Werbekostenzuschüsse, Remissionsquoten und die Frage, ob die Konditionenpolitik der Verlage die ungebremste Expansion der Filialisten mitfinanzieren.

Bei dem Gespräch, das das BÖRSENBLATT auf vier Seiten dokumentiert, kommen brisante Zahlen und Fakten auf den Tisch, die zeigen: Ein Teil der Branche nimmt es mit der Einhaltung der inneren Regeln der Buchpreisbindung nicht so genau. Und: "Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist niemand bereit, die Dinge beim Namen zu nennen“, beklagt einer der Diskutanten.
Das Schweigen ist nun gebrochen. Diskutieren Sie mit uns über die drängenden Fragen, die die Preisbindung nach innen der Branche aufgibt. Wir möchten Ihre Beiträge zum Thema publizieren - als Selbstverständigung einer Branche, die zum Besseren drängt.

Um ein noch breiteres öffentliches Podium zu finden, wird das Gespräch am Donnerstag auch auf Boersenblatt.net nachzulesen sein – mit der Möglichkeit, schnelle Kommentare und Meinungen abzugeben. Leserbriefe an die Redaktion auf dem Postweg sind natürlich ebenso willkommen.

3 Kommentare

1. Mathias Schindler 07.05.2008 13:13h <a href="http://www.mathias-schindler.de">www.mathias-schindler.de</a>
Nun ist ja das Börsenblatt traditionell eher nicht der Hort des investigativen Journalismus; zumindest habe ich bisher deutlich häufiger Beiträge mit entweder äußerst gequälter Objektivität oder unverhohlenem Kampännchen-Anspruch und überaus großer Rücksichtnahme auf alle anderen Töchter innerhalb der MVB - und den allgemeinen Spagat eines Verbandes, der beide Seiten des Verhandlungstisches irgendwie zusammenklammern will - gesehen. Es fällt mir darum nicht so einfach zu glauben, dass es hier einfach nur um den Versuch geht, über einen etablierten und der Illusion es breit akzeptierten Buchpreisbindungsregime entgegenstehenden Brauch "aufzudecken", aber man ist ja lernfähig...

Wenn am Ende der Eindruck bleibt, es ginge nicht mehr wirklich um die Abschaffung der Buchpreisbindung, sondern nur noch um die gesetzliche Anerkennung dessen, was praktiziert wird (mit der zusätzlichen Erlaubnis, dass dies nun auch bis zum Kunden durchdringen darf), wäre ja wenigstens etwas gewonnen.
2. Thees Wullkopf 07.05.2008 16:43h www.wullkopf.com
Es ist schon sehr schwer verdaulich, wenn man als Sortimentsbuchhandel erfahren muss, dass es gang und gebe ist, dass in den Nebenmärkten Bücher zu besseren Konditionen bei den Verlagen bezogen werden, als durch die Sortimenter selbst. Unser benachbarter Haushaltswarenhändler mochte es nicht glauben - ich muss es nun leider - dass er die Kochbücher, die er zu seinen Backöfen anbietet, zu deutlich günstigeren Konditionen bezieht, als wir.
3. Arthur Huber 07.05.2008 19:18h www.LuuBooks.de
Herr Wullkpf, ich muss Ihnen und wohl auch anderen Kollegen mitteilen, dass wenn ich eine diesbezügliche Kooperation für sog. unabhängige Buchhändler zum besseren Einkauf anbiete, sofort der Satz kommt: "Kein Interesse!"
Hier hat nun sogar AMAZON bessere Konditionen mit 55% bei seinem Partnerprogramm und bietet nichts als seinen Shop an, das könnte die ALDIsierung des Buchhandels genannt werden!

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