08.05.2008
BibliothekenBayerische Staatsbibliothek mit “Second Life“
Die Trends zum Social Networking, zu Edutainment und die rasche Verbreitung dreidimensionaler, virtueller Welten im Bereich der Unterhaltungsindustrie bestimmen die Lern- und Kommunikationsumgebungen der Studierenden von morgen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Münchner Institution stelle sich daher als innovativer Informationsdienstleister diesen Herausforderungen der nächsten Stufe der Internetentwicklung frühzeitig und experimentell – ab 13. Mai mit einer Repräsentanz in Second Life.
Der Auftritt in Second Life soll den Austausch der Bibliothek mit virtuellen Besuchern fördern, dient als Experimentierfeld für die neuen Technologien des dreidimensionalen Internets und als Plattform für die Präsentation netzbasierter Bibliotheksservices. Virtuelle Besucher können künftig zahlreiche Online-Dienste der Bibliothek über Second Life nutzen, sich einen virtuellen räumlichen Eindruck vom traditionsreichen Bibliotheksgebäude an der Ludwigstraße verschaffen, mithilfe ihrer Avatare Bibliotheksbesuche vorbereiten oder an Einführungen in die Benützung oder Schulungen teilnehmen. Für die bibliothekarische Fachwelt stellt die Repräsentanz einen Meeting-Point dar, der nach dem Vorbild von Videokonferenzen die virtuelle Teilnahme ermöglicht.
Mit der Bayerischen Staatsbibliothek ist erstmals eine führende deutsche Bibliothek in Second Life vertreten.
[...] Tags: Bayerische Staatsbibliothek, München, Second Life

4 Kommentare
Social Networking
Kommunikationsumgebungen
innovativer Informationsdienstleister
mit einer Repräsentanz
neuen Technologien
des dreidimensionalen Internets
die Präsentation
netzbasierter Bibliotheksservices
Meeting-Point
Ich will ja gern glauben, daß solch verquaster Sprachschrott via Pressemeldung in Frankfurt eintrudelt. Aber wäre es nicht möglich, Sprachmüll dieser Art unterwegs ins Deutsche zu übersetzen?
Unentbehrlich ist Avatar, Second Life und "virtuell". Ansonsten sollte sich die Redaktion als F i l t e r verstehen, um uns den ärgsten Sprachmüll zu ersparen. Man dankt herzlich.
Lieber Corleone,
das Grundproblem besteht darin, daß die Redaktion nicht recht weiß, was sie anfangen soll mit dieser ihrer Seite, jedenfalls was den Antiquariatsteil betrifft.
Die Grundkonstruktion der Webseite insgesamt ist in allen Bereichen bisher sehr streng parallel durchgeführt. Man will über aktuelle Entwicklungen informieren und faßt für den eiligen Leser das zusammen, was dieser sich - mit nur geringer Mühe - zumeist auch selber über Google und Google News zusammensuchen könnte.
Soweit, so gut. Was mich aufregt, ist zweierlei. Erstens lassen die - sprachlich zum Teil unendlich blödsinnigen - Texte darauf schließen, daß völlig unverändert übernommen wird, was die Portokassenjünglinge in diversen Amts- und Kollegenstuben zusammenschustern - - der unerträgliche Stuß der obenstehenden Münchner Meldung ist nur ein Beispiel, besonders schön waren da früher die Meldungen der Quack, die noch nie deutsch schreiben konnte, man erinnert sich.
Zum anderen scheint hier, anders als etwa bei den Heise-Foren, der Kommentarteil mehr ein "Anhängsel" zu sein. Man rechnet nicht mit echten Auseinandersetzungen, hat sie auch nicht in der Wirkungserwartung der Webseite mit eingeplant.
Ich hatte das ja wiederholt zu ganz putzigen Aktionen genutzt, denn diese Grundeinstellung vom Webseitenbetreiber her gibt einem natürlich Narrenfreiheit. Zeitweilig hatte i c h die Webseite in der Abteilung "Antiquariat" geschrieben, nicht die Redaktion. Das ist natürlich beim besten Willen nicht hinnehmbar.
Damit haben wir die beiden Hauptpunkte erfaßt. Diese Webseiten sollen offenbar nicht richtig redaktionell ausgebaut werden - dazu gibt es ja das papiererne Börsenblatt.
Allerdings gibt es das nicht für den Bereich "Antiquariat".
****Deshalb liegt es nahe, die Antiquariatszeitschrift radikal herauszulösen, sie zu einer reinen Netzzeitschrift zu machen und damit auch das Forum ganz anders und viel besser betreut und gestaltet einzubeziehen.****
Das könnte der Börsenverein recht gut leisten, und soweit mein Vorschlag.
"Zweites Leben" - erst eine Niederlassung, dann der Umzug?
Sollen wir folgen?
Aber ein schönes Gebäude, mitten in München würde frei werden. Also hoffen wir, daß es den Bibliothekaren im "Zweiten Leben" so gut gefällt, daß sie von dort nicht mehr fort möchten. Wir werden ihnen das virtuelle Essen vorbeibringen.
Statt Stil zu bewahren, muß man jeder Mode hinterherrennen.
So wie der redaktionelle Beitrag dem Denglish - oder was es sein soll in seiner babylonischen Verwirrnis - huldigt.
Die einen können kein Latein, die andern kein Deutsch (mehr).
Gruß, L.
Lieber Lampernist,
der Grundgedanke ist aller Ehren wert. Es gilt, die Schwellenangst vor den Bibliotheken abzubauen. Gerade im elektronischen Zeitalter fällt ihnen eine ganz neue, wichtige Rolle zu. Die Vielzahl elektronischer Quellen in modern geführten großen Bibliotheken ist erstaunlich!
Ich persönlich bin ja immer noch, wie viele alte Menschen, auf das Bibliothekswesen der 60er Jahre eingestellt. In Klammern: Es ist ungeheuer bildend und hält jung, wenn man sich als Tattergreis ohne Scheu in wissenschaftlichen Bibliotheken neben Studenten setzt und es den Küken gleichtut...
Eine große Hilfe können da Avatare sein und das, was wir wohl auch i n t e r a k t i v e R o l l e n s p i e l e nennen könnten - "interaktiv" gehört zu den wenigen ganz unersetzlichen Fremdwörtern in diesem Zusammenhang.
Bibliotheken, die Zugangsprobleme und Schwellenängste durch modernste EDV-Mittel zu überwinden versuchen, haben unsere Sympathie. Ich fand noch nicht die Zeit, mir das Münchner Modell näher anzusehen - heute gehts auf eine kleine Einkaufsreise - , aber ich bin gespannt darauf.
Ich hatte mich wirklich nur gegen die, in tieferem Sinn, ganz unerträgliche (Unwort:) "Schreibe" des Aufsatzes geärgert. Die Sache selbst dürfte wahrscheinlich sehr pfiffig und verdienstvoll sein.