15.05.2008
AntiquariatStirbt das Stöbern?
Eingangs konstatiert Illies einen "Paradigmenwechsel“, der sich mit dem Siegeszug der großen Online-Plattformen im Antiquariatsbuchhandel vollzogen habe. Illies schreibt hierzu wörtlich: "Überraschenderweise hat das Internet bislang der Literatur nur gutgetan. Nie ist man so schnell und einfach an das gesuchte Buch gekommen wie seit den Tagen von Amazon.de. Und auch in der Antiquariatsbranche hat sich mit Abebooks.com und dem deutschen Ableger Zvab.de ein Paradigmenwechsel vollzogen. In Sekundenbruchteilen findet man nun dank den deutschlandweit digitalisierten Beständen jede längst vergriffene Erstausgabe auf der Homepage irgendeines kleinen Antiquariates in der Provinz und meist darf man sich zwischen fünf verschiedenen Angeboten auch noch das günstigste aussuchen. Doch, das ist die Lehre der Moderne, kein Gewinn ohne Verlust: Natürlich bedroht das die Tätigkeit (und das Wort) des 'Stöberns’, das Finden von Büchern, die man nicht gesucht hat, von denen man noch nicht einmal wusste, dass es sie gab.“
[...] Tags: Florian Illies, Die Zeit

94 Kommentare
Das Stöbern gelingt im Netz doch auf verschiedene Weise: Antikbuch24 z.B. bietet mit "Zufallsangebote aller Anbieter der aktuellen Stunde" einen Ansatz, Amazon hat die kontextbezogene Rubrik "Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen: " und das ZVAB führt das Stöbern (in thematischen Katalogen) sogar in der Hauptnavigation. Wenn Illies etwas vermissen möchte, hätte er mit der gern beklagten "fehlenden Haptik wertiger Einbände" besser gelegen.
... oder man besucht www.prolibri.de und hat beide Erlebnisse, den Zufallsfund und das -leider technikbedingte nur- zweidimensionale Bilderlebnis in unserem prolibri - Bilderfries.
auf der Startseite werden per Zufallsgenerator etliche stetig wechselnde Einbandabbildungen angezeigt, man braucht nur darauf zu klicken und schon öffnet sich die Beschreibung.
Die Bilder des im rechten Rand gezeigten Frieses sind nach einer ganz zufälligen Auswahl dem Warenangebot von prolibri.de entnommen. Bei Klick auf ein Bildchen wird Ihnen das zugehörige Angebot direkt angezeigt. In der Ausgangsdarstellung sind die Bilder farblich zurückgesetzt, als Einzelaufruf sehen Sie das (meist farbige) Ursprungsbild.
Sie können den Bilderfries aber auch gleich farbig anzeigen lassen, sowie Spalten- wie Zeilenzahl verändern.
Außerdem können die Händler zu jedem Titel beliebig viele Abbildungen hinterlegen, so daß ein umfassender Eindruck der angebotenen Ware ermöglicht wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
Anmerkung zu Beitrag 2:
Mag ja alles sein. Umsätze bringt es aber ja wohl auch nicht, oder?
Bei uns schon. Wer sind Sie denn ?
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
In dem Illies-Zitat geht es ja eigentlich eher darum: was schreibt da jemand, der keinesfalls als journalistischer Novize durchgeht, in einer der wichtigsten deutschen Zeitungen über den Antiquariatsbuchhandel. ZVAB als deutscher Abebooks-Ableger? Stimmt "auf der Homepage irgendeines kleinen Antiquariates in der Provinz“ überhaupt, wenn jemand über Abebooks oder ZVAB sucht? Und finde ich wirklich "jede längst vergriffene Erstausgabe“ im Netz? Wohl kaum. Nebenbei: ist es nicht bemerkenswert, dass es fast so etwas wie eine Renaissance des gedruckten Katalogs zu geben scheint? Aber viele Kollegen haben ja sowieso nie aufgehört, gedruckte Kataloge und Listen herauszugeben (wenn auch vielleicht in kleineren Auflagen?)! Wo stehen diese Traditionalisten heute, da allenthalben über Umsatzrückgänge im Online-Antiquariatshandel geklagt wird?
Zu 1,2.
Wer meint, Bilder könnten je das Anfassen, Umblättern, Über-das-Leder-oder-Leinen-Streichen ersetzen, hat wohl einen anderen Beruf als den des Antiquars. Und er hat nie selbst gesammelt, sich in einem Laden überraschen lassen von dem, was er grad nicht ganz speziell suchte.
Aber jener Bilderfries bei Prolibri (Ach, ...) ist das genaue Gegenteil von Stöbern, weil dem Benutzer eine zufällige Auswahl aus nur dem Teilbestand, der mit Bild daherkommt, geboten wird; der Rest fällt durch das Sieb. Denn unter Büchern zu stöbern, bedeutet den Zufall in der Zielgerichtetheit des Auges.
Und was den Umsatz über jene Plattform angeht, so höre ich von den Kollegen wenig Ersprießliches: viel Lärm, s.o., wenig Erfolg.
Freundliche Grüße, L.
Ad 5:
Sehr geehrter Herr Biester,
als ich die Zusammenfassung des Zeit-Artikels las, fiel mir eben dies auf, und ich dachte bei mir, wieder ein schlecht geschriebener („dank den...“), mies recherchierter („deutscher Ableger Zvab.de“, „digitalisierte Bestände“) Artikel mehr, was soll’s.
In Anbetracht des ubiquitären Niveau-Verfalls der Presse („Wie komplex war die Genese des Bestsellers?“) erscheint es unwesentlich.
Beste Grüße, Rainer Friedrich Meyer
Zu 7: Die Aussage über einen allgemeinen Niveau-Verfall der Presse würde ich nicht unterschreiben (ist mir zu pauschal, und ich sehe selbst beim Online-Journalismus Gegenbeispiele: etwa www.faz.net oder www.nytimes.com). Unwesentlich finde ich es aber nicht, was ein ums andere Mal für Quark über den Antiquariatsbuchhandel in der Zeitung steht. Das beschreibt die Branchenwirklichkeit nicht (inkl. der tatsächlich existierenden Branchenprobleme), und es schadet auch denjenigen, die ihr Geschäft anspruchsvoll betreiben (also zum Beispiel mit eigener Website, Katalogen, Listen, individuellen Kundenanschreiben, Laden, Messeteilnahmen usw.). Aber natürlich haben Sie Recht: das Beispiel oben aus der "Zeit“ ist nicht sehr wichtig.
Die Antiquare sollten sich über den Mangel an guten Presseberichten nicht wundern. Sie vernachlässigen die wichtige Aufgabe einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit . Das wird gern vergessen: Unsere organisatorische Zersplitterung verhindert auch die längst überfällige Schaffung eines guten Pressedienstes.
Lampernist:
Wer ein Buch demonstrativ auf Äußerlichkeiten reduziert, hat wohl eher den schönen Beruf des Buchbinders. Niemand bestreitet den Wert guter Handarbeit und feiner Werkstoffe. Niemand meint, das Internet könne ein (von Ihnen etwas romantisch verklärtes) Streicheln in irgendeiner Art ersetzen. Stöbern bedeutet aber auch, sich von Titeln oder Abbildungen oder fachkundigen Beschreibungen inspirieren zu lassen. Ist doch gar nicht so schlimm ...
... natürlich ersetzt ein Bilderfries NICHT das Stöbern "in echt", aber darum ging es mir auch gar nicht. Ich hatte mich auf 1) bezogen.
Mit 3), 6) und 9) waren dann wieder die hier üblich gewordenen anonymen "Sticheleien" zu lesen.
Ansonsten: unser Laden ist momentan voller Menschen, die eben das tun, was angeblich ausstirbt ,,,, kaufen tun sie auch*, also viel Spaß im Laden, lieber Dieter Eckert !
* sie halten mich allerdings vom Katalogmachen ab ;-) weil alle auch noch das gespräch suchen, und DAS IST GUT SO !
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
Man kann sich natürlich mit allgemeinem Zuckerguss über ein sauberes Ausdiskutieren hinwegsetzen. Allerdings wird Herr Schäfer damit keine der Probleme lösen, die auf der Tagesordnung stehen.
Nebenbei noch einige der obigen Teilnehmer als anonym zu beschimpfen, ist ja inzwischen - leider - niederrheinischer Brauch. Geht es vielleicht auch mal sachlich?
Hinter dem Begriff des "Stöberns" steckt ein Schlüssel zu ganz zentralen Fragen unseres Gewerbes. Hier näher hinzusehen und nachzufragen lohnt sich allemal.
Ich bin sehr für anonymes Schreiben (oder genauer: für die Möglichkeit, sich hier anonym zu äußern), auch wenn mir Klarnamen inzwischen vielleicht etwas "lieber" sind. Viel wichtiger finde ich tatsächlich die sachlichen Argumente. Ein praktischer Vorschlag: ich lege gleich in unserem Branchen-Wiki unter <a href="http://www.boersenblatt.net/wiki/" target="_top">http://www.boersenblatt.net/wiki/</a> einen Artikel "Stöbern" an und wir behandeln die Frage dort weiter.
...wird sich nicht gut machen lassen. Die Kollegen wollen sich entweder herzhaft und öffentlich und an dieser Stelle streiten dürfen - oder sie glänzen durch Abwesenheit. Einfach die Kindergartenregeln anwenden, Abteilung für Problemviertel mit zweifelhafter Sozialstruktur. Ausreichend Verbandmull bereitstellen, ansonsten machen lassen... Man muß das verstehen.
Hier der Wiki-Link:
<a href="http://www.boersenblatt.net/wiki/index.php?n=Antiquariat.StBern" target="_top">http://www.boersenblatt.net/wiki/index.php?n=Antiquariat.StBern</a>
Bin auch für Umlaut-Formatierungshilfe dankbar!
Wenn wir über die Bedeutung der haptischen Wahrnehmung diskutieren, so scheint mir die Unterscheidung zwischen dem Käufer des "schönen Buches" und dem des "notwendigen Buches" sehr wichtig. Ich stimme den Fans des Ladenantiquariates dann zu, wenn es sich bei der von ihnen angepeilten Zielgruppe um die Liebhaber schöner Bücher handelt, und sie die Möglichkeit haben ihr Ladengeschäft in einer attraktiven Lage einer Mittel- bis Großstadt anzusiedeln. In dünnbesiedelten Gegenden, so wie bei uns im Herzen Schleswig-Holsteins, gibt es hierfür keine Überlebenschance. Deshalb sind wir mehr auf den Vertrieb des "notwendigen Buches" ausgerichtet, und verkaufen eher an Universitäten, Verlage, Publizisten, Studenten, etc.. als an den klassischen Büchersammler.
Da beim "notwendigen Buch" der Bedarf nach dem Inhalt des dringend gesuchten Buches deutlich über dem Verlangen nach einem haptischen Genuss steht, sind hier wohl auch die weiter oben Beklagten Probleme des Internethandels nicht so gravierend. Mit einer Ausnahme natürlich: die Preise der einzelnen Anbieter sind via Internet vergleichbar. Und wenn nun ein Kollege seine 1998 einmal festgelegten und eingegebenen Preise nach 10 Jahren nicht der neuen Realität angepaßt hat, so wird er allerdings Probleme mit Buchverkauf über die Portale haben. Sei es nun mit oder ohne Bilderfries.
Lieber Kollege,
immer wieder mußte ich die Erfahrung machen, daß inzwischen auch die Käufer der vermeintlich nur "nützlichen" Bücher allgemeine ästhetische Kriterien beim Kauf anwenden. Dies gilt auch für Bibliotheken, Institute usw. Das wundert mich immer sehr, denn abgesehen von der doch recht kleinen Schicht der Sammler von Künstler-, bibliophilen und Literatur-Büchern jeder Art sollte man doch wirklich annehmen, daß der Gebrauchswert im Vordergrund stünde.
Aus diesem eher aus der Erfahrung kommenden Grund würde ich von einer Trennung der Sammler- von den "notwendigen" Büchern auch zum Gebrauch bei Gedankenspielen eher abraten.
Anmerkung am Rande:
Zum Stöbern scheint mir auch eine ganz spezielle *Entdeckerfreude* zu gehören. Die uns schon von Kindesbeinen an vertraute Lust am *Überrascht-Werden* (Mama hält etwas hinter ihrem Rücken verborgen, zeigt es dann plötzlich vor, "Gugus - daaa") kombiniert mit der Lust an der *Jagd * (ist das glänzende Metall im Bach nun ein Bierflaschendeckel oder ein Goldstück?).
Die Frage nach dem "Stöbern" ist vermutlich eine psychoanalytische. Glatteis also.
Sehr geehrter Herr Biester, sehr geehrte Kollegen,
auch wenn es mich Sympathien kosten wird, Herr Heidi (dies Oxymoron kann ich mir denn nicht verkneifen) hat in Beitrag Nr. 9 recht, all diese Organisationen, die ihre Teilziele verfolgen und nicht dem Antiquariat als einer Idee, die im Ansatz nur als Ganzes verstanden werden mag, dienen, sind kontraproduktiv, und dies nicht allein in der Pressearbeit und Darstellung unseres Berufes gegenüber der Öffentlichkeit. Das Verfolgen von Partikularinteressen hat dem Antiquariat geschadet und wird ihm weiter schaden. Ich brauche nur an das Adressenverzeichnis zu denken, zu dem sich einige zusammengetan haben, um andere auszuschließen.
Ebenso richtig ist es, daß der Sektor des antiquarischen Buches mindestens die Befriedigungen zweier Bedürfnisse abdeckt, von denen die erste partiell per Fortschritt der Kommunikationstechnologien ersetzt werden kann und sich in Zukunft noch stärker, als bereits geschehen, verlagern wird:
a) die zielgerichtete Informationsbeschaffung, ein Kunde sucht genau jenes Werk, da er es aus diesen und jenen Gründen benötigt. Nun kann dieses Anliegen durch Internetrecherche mindestens teilweise und bequem von zuhause befriedigt werden, nicht allein die Bibliotheken stehen wie zuvor in Konkurrenz zu uns.
b) die weniger zielgerichtete Lesestoff- oder Informationsbeschaffung, bzw. die Befriedigung bibliophiler oder Sammlertriebe. Hier ist das Stöbern grundlegend, da alle diese Bedürfnisse stets auf ihre eigene Erweiterung bedacht sind. Ich möchte hinzufügen, daß mir dieses ‚Stöbern’ als etwas fast Anachronistisches anmutet, da es unvollkommen ist und, obgleich auf der Suche nach Vollständigkeit, sich davor scheut, sie je zu erreichen; es kommt eher dem Wandern und Durchstreifen nahe als dem Gehen.
Wir ahnen, daß die herkömmlichen Plattformen dem Bedürfnis a nur zum Teil entsprechen, denn grad im wissenschaftlichen Bereich ist eben nicht jedes verlangte und gesuchte Buch sofort bei Bedarf auch zu finden – andererseits erschlagen uns die Unmengen des allgemein oder zur Zeit von uns weniger Gewünschten oder Gesuchten, so daß das Erlernen bzw. Erarbeiten von Suchstrategien quasi zum Überlebenstraining des Kunden gehört.
Auch befürchten wir, daß – ziemlich gleich, welcher Ansatz gewählt wurde – die Möglichkeiten des „Stöberns“, die die Suchmaschinen bieten, nicht die sind, die von den Sammlern und Jägern gewünscht werden – oder die ihre Bedürfnisse wirklich zu befriedigen in der Lage wären, indem sie den einen Bedarf mit immer neuem Brennstoff versorgen. Was unter den Beiträgen Nrr. 1 und 2 angeführt wird, sind Surrogate, ersonnen von mehr oder weniger windigen Verkaufsprofis, die Umsatzzahlen zu erhöhen.
Und wir bekommen leider immer wieder drastisch vor Augen geführt, wie wenig die Programmierer und Betreiber der Plattformen von unserem Metier erfassen: weder verstehen sie uns Antiquare (was nicht so weiter schlimm wäre, schließlich tun wir uns selbst damit schwer), noch unsere Kunden (und das schadet letztlich den Betreibern selbst). Umfragen sollen diesen Mangel an Wissen und Einfühlungsvermögen ersetzen, doch sind die meist so verquer angelegt und formuliert, daß die Ergebnisse zweifelhaft bleiben.
Mit besten Grüßen, Rainer Friedrich Meyer
Lieber Herr Meyer,
zur Klärung und Lösung aller dieser Fragen schlage ich vor, das Erfahrungswissen aller Kollegen zu b ü n d e l n . Auf einer breiten Grundlage sollten die Interessen aller Buchqualitäts-, Themen- und Wissensstufen der Antiquare zusammengefaßt werden.
Dazu muß auf absolut demokratischer Grundlage ein
*Arbeitsforum*
bereitgestellt werden, ungefähr in der Art des Tomfolio-Vorbeitungsforums seinerzeit bei Yahoo oder des Forums zur Übernahme des ZVAB.
Dann sollten in diesem Kreis nacheinander "Themen und Thesen" dargestellt und darüber abgestimmt werden. Durch denokratische Willensbildung kämen wir langsam an Lösungswege aus der gegenwärtigen Krise heran.
Andere Organisationsformen haben sich in der Praxis als grotesk ungeeignet erwiesen, ob es sich um Hauptversammlungen oder Fachausschüsse handeln mag.
Mithilfe dieses zu schaffenden
***allgemeinen Forums für alle Sorten von Antiquaren***
könnte eine Übersicht über die Probleme, eine Abstimmung über Lösungswege und Ideen zur Umsetzung solcher Lösungen gewonnen werden.
Ich sehe den einzigen geeigneten Platz hierfür beim Börsenverein. Unter seiner Trägerscxhaft wäre eine gewisse Neutralität gewährleistet. Die ist besonders wichtig, weil ein kleiner Teil der Kollegen sehr gut organisiert ist (Verband), das breite Feld der kleineren Internetantiquare aber bisher fast ganz abseits steht .
...würde übrigens viel dafür geben, wenn ich erfahren könnte, wer und weshalb alles das Entstehen eines solchen zentralen Forums blockiert. Wer könnte daran interessiert sein, ein selbstverständliches Diskussions- und Abstimmungsinstrument für *alle* Antiquare zu verhindern?
Richtig betrachtet doch eigentlich niemand! Trotzdem kommt es nicht zustande.
Um Himmelswillen Heidi! eröffnen Sie doch ein Forum ein, oder Herr Biester richtet ein Forum beim Börsenblatt ein.
Übrigens sehr willkommen das Herr Biester aktiv teilnimmt an der Diskussion.
Ohne gemeinsame Arbeit an dem Bild des Antiquares/ Antiquariats wird es in Zukunft weitere solcher "Artikel" geben.
Wir brauchen für uns Antiquare vor allem ein umfassendes *Marketing-Konzept.*
Dem Börsenverein sollte dieser Gedanke nicht so fremd sein, denn er ist ja, betrachten wir seine Geschichte, selbst ein institutionalisiertes Marketing-Wunderwerk, eines der frühesten und gelungendsten überhaupt.
Ähnlich wie er den Spagat fertiggebracht hat, Verleger und Buchhändler unter ein Dach zu bringen und ihnen zu einem dauerhaft funktionierenden Liefer-, Preis-, Werbe- und Ausbildungssystem zu verhelfen, so ist es nun an uns Antiquaren, ein ähnliches Programm auf die Beine zu stellen.
Dabei ist es, um den Gedanken von RF Meyer aufzugreifen, zunächst einmal wichtig, die heillose *Typenvielfalt* der Antiquare unter einen Hut zu bringen. Ich z.B. kann dienen mit sehr guter Ebay-Erfahrung, desgleichen mit langjähriger Ankaufspraxis in einem großen, festen Gebiet (was letzteres viele Kollegen heute sträflich vernachlässigen) und mit der Praxis aus drei Läden in dreißig Jahren. Meine besten Bekannten haben dagegen ausgezeichnete Erfahrung mit Versteigerungsware bzw. im Beliefern eines festen Kundenstamms mit Fachliteratur einerseits und im Flohmarkthandel und dem Graphikmarkt zum andern.
Ich zähle das auf, damit wir mal sehen, wie vielfältig unsere sachliche Aufsplitterung ist, unsere Typenvielfalt. A l l e diese Interessen, es dürfte mindestens ein Dutzend solcher Merkmale geben, müssen wir in die Diskussion um ein Marketing-Konzept einbringen, sie alle daran beteiligen.
Ich bin davon überzeugt, daß wir über das Herumdoktern an Einzelmerkmalen hinauskommen können. Es gilt vor allem, die Sichtweise des K u n d e n - auch ihn in allen seinen Ausformungen - mit zu überdenken. Einige Punkte sind uns allen ja seit Jahren vertraut:
* Wie bekommen wir den fleißigen N e u buchkäufer dazu, auch antiquarische Titel zu erwerben?
* Was können wir gegen die Misere der nichtvorhandenen retro-bibliographischen Kenntnisse vieler jüngerer Käufer tun?
* Wie bekommen wir den Einzelbuchkäufer dazu, mehrere Titel je Bestellung von einem Händler zu erwerben?
* Wie können wir die Nachteile der Einzelbuchbestellung von der Händlerseite her ausgleichen - welche Möglichkeiten für einen - realen oder simulierten - Grossovertrieb gibt es für uns?
* Was kann getan werden, um die Preisunterbietungen zu stoppen oder irgendwie zu regulieren?
* Was für neue Zusammenarbeitsformen sind möglich zwischen F a c h - Antiquar und Allgemeinantiquar?
* Gibt es neue Impulse für Messen, Büchertage, Büchermärkte, Bücherdörfer?
* Wie können wir das Problem der Versandkosten in den Griff bekommen, Stichworte Bücherwagen, Neubuchhandlungs-Kooperation (o totgeborenes Waisenkind...), wiederum: Grossohaus, Verhandlung mit einem bestimmten Carrier über Super-Büchersendungen mit eingeschränkter Grundhaftung, elektronisch aufgegeben.
* Wie kann die optische und sonstige Darbietung, Gliederung und Vernetzung in den Bücherdatenbanken optimiert werden?
* Wie kann Google genutzt werden im Kampf um ein günstiges, allgemeines, neues Datenbank-System, das nahezu gratis anbietet? ZVAB darf nicht länger existieren. Wer führt die Verhandlungen mit Google?
* Was ergibt sich strategisch aus dem weltweit abgeschotteten deutschsprachigen Büchermarkt?
* Welche Vorgehensweisen ermöglichen einen sinnvollen und lohnenden Umgang mit Billigsttiteln? (die Wölki-Frage)
Das sind nur einige Punkte, die wir aber, wenn etwas Rechtes gelingen soll, nicht einzeln abhandeln sollten, sondern als
***Teile eines umfassenden Marketing-Konzeptes***
sehen müssen.
Ein erster, unumgänglicher Schritt ist die Schaffung eines unabhängigen, neutralen Großforums für das umfassende Marketingkonzept der Antiquare durch den Börsenverein.
Zu Nr. 11:
Sehr geehrter Herr Schäfer,
und das hält mich vom Stöbern ab:
"Info: In unserer Rubrik "Allerletzte Neueingänge" finden Sie stets das, was der Name verspricht: eine bunte Mischung unserer Neuerwerbungen, die noch nicht in die entsprechenden Sachgebiete einsortiert wurden. Viele Rara aus allen unseren Sachgebieten finden Sie in unserer Rubrik "Seltene und wertvolle Bücher". Alle Titel, die in keines unserer Sachgebiete passten, wurden unter "Varia" einsortiert. Sie können von jedem unserer Bücher digitale Abbildungen per eMail bekommen, bei Interesse bitte unverbindlich anfordern. Alle Abbildungen zeigen die von uns angebotenen Titel und wurden von uns selbst verfertigt. Bitte beachten Sie, daß wir von einigen Titeln mehrere, z.T. sehr hoch auflösende Abbildungen eingestellt haben. Damit nutzen wir die neue Möglichkeit der Galeriedarstellung, nur hier in prolibri möglich. Desgleichen bearbeiten wir sorgfältigst Ihre Suchlisten, bzw. nehmen Schätzungen, auch ganzer Bibliotheken oder wertvoller Einzelwerke vor, sprechen Sie uns bitte darauf an. * English spoken. - On parle francais. - Hablamos espagnol."
ZEHN Zeilen auf meinem Bildschirm, die gesamte Titelaufnahme samt Anbieterkennzeichnung u.s.w. ist nur sieben Zeilen lang.
Beste Grüße, A. Schoenteich.
Das sind ja durchaus ehrenwerte Angaben, nur eben an der falschen Stelle und getragen von einer etwas peinlichen Gesinnung "ich", "mich", "unser Haus", "wir am besten".
Das von ihm Verkündete sind Tätigkeitsmerkmale, die mehr oder minder *alle* Kollegen wahrnehmen (sollten). Kollege Schäfer ist uns schon früher dadurch aufgefallen, daß in Diskussionen jedweder Art bei i h m immer alles bestens läuft - Motto "Ich weiß gar nicht, was I h r habt - bei m i r ist alles problemlos", und tatsächlich ist sein Betrieb sehr gut im Schuß, soweit sich das von außen sagen läßt.
Nur hapert es mit der sozialen Gesinnung etwas, das steckt hinter dem langen Anpreisungstext. Ich würde gerade von den Kollegen, denen es gut geht, erwarten, daß sie für die Antiquare "im Schatten" Mitgefühl, fürsorgliches Engagement und die Bereitschaft aufbringen könnten, ihre eigenen Erfolgsrezepte mitzuteilen und zu propagieren, damit es a l l e n gut geht.
Hinter dieser etwas hastigen und aufdringlichen Anpreisungs-Manie bis in die Titelaufnahmen hinein steht die Befürchtung, der Kunde könne vielleicht gar nicht w i s s e n, was das Antiquariat alles zu leisten in der Lage und Willens sei.
Soziale Gesinnung geht immer ins Allgemeine und würde Herrn Schäfer dann auch die Zuversicht geben, daß er, wenn er seinen ganzen Berufsstand hebt und für ihn eintritt, auch darauf vertrauen kann, daß der Kunde aufgeklärt und wohlwollend ist und seine Zirkusanpreisungen nicht braucht.
Soziale Gesinnung innerhalb eines Berufsstandes gibt j e d e m Kollegen Sicherheit und, welch hübsches Bild, Geborgenheit. Gruppenmauschelei und Messeintrigen sind das Gegenteil davon.
Ich bitte die Antiquare, sich das Grundmodell des Börsenvereins daraufhin anzusehen, ob hier nicht - auf die Bedürfnisse unseres Berufs hin abgewandelt - eine gute, bewährte Organisationsform zu finden wäre. Als grundsätzlicher Kritiker an der, wie ich meine, Verleger-Lastigkeit und am Verrat des selbständigen Klein- und Mittelbuchhandels durch den Börsenverein bin ich ja nun nicht gerade der Schmeichelei verdächtig. Wenn ich trotzdem dringend bitte, auf dieser Schiene weiterzudenken, wird man mir das als ehrliche Überzeugung abnehmen können.
Daß es da zu allererst eines neuen Diskussionsforums bedarf mit Abstimmungsmöglichkeiten (Polls) und breiter Vertretung aller Formen des Antiquariats, habe ich ja gestern schon ausgeführt.
Lieber Heidi,
Herr Schäfer investiert ehrenamtlich viel Fleiß und Arbeit in das Gelingen der Genossenschaft und von prolibri.de.
Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich sehen.
Was haben Sie für den Berufsstand geleistet?
Was verstehen Sie von sozialer Gesinnung?
Von Ihnen kenne ich nur leeres Gerede und äußerst unsoziales Verhalten.
Lieber Herr Meyer,
mir ist durchaus bekannt, daß Herr Schäfer mit großer Mühe das seltsame, verunglückte Quack-Schifflein am Schwimmen hält. Das ist aber Arbeit für eine kleine Gruppierung der Antiquare und hat recht wenig zu tun mit dem, was unter sozialer Gesinnung in einem weiteren Berufsrahmen zu verstehen ist.
Ich habe auch nicht aufgrund der Zirkus-Werbung des verehrten Kollegen in seinen Titelaufnahmen auf eine *unsoziale* Gesinnung schließen wollen - sondern auf ein
m a n g e l n d e s soziales V e r t r a u e n.
Dieses fehlende soziale Vertrauen ist leider den meisten Kollegen zu eigen, genau das verhindert berufsständische Zusammenschlüsse.
Sie belieben mich anzusprechen - ich war seit jeder ein extremer Einzelgänger. Mein Beitrag besteht lediglich in engagierter Diskussionsbereitschaft. Mehr ist da nicht.
Zu 25:
Hallo Herr Meyer,
nun, wenn jeder das täte, seinen Titelaufnahmen soviel überflüssigen Text anhängen, dann würde die Plattform unbrauchbar.
Ich kann das Unbehagen des Herrn Schoenteich nachvollziehen.
Freundliche Grüße, L.
Lieber Lampernist,
auch für meinen Geschmack ist der Textanhang zu lang.
Herr Schäfer gehört aber meines Erachtens zu den Antiquaren, die in der Tat mehr als die eigenen Interessen im Blick hat und darüber hinaus gute Arbeit leistet.
Hier schien mir der obige Kommentar von Heidi mehr als deplaziert.
Wer nur diskutieren will, sollte lieber gleich still sein.
Ob die Plattform unbrauchbar würde, wenn alle solche Texte anhingen, weiß ich nicht.
Wenn aber alle Antiquare ansonsten so arbeiteten, würden die Plattformen sicher deutlich brauchbarer.
Freundliche Grüße, Herbert Meyer
Lieber Herr Meyer,
klären Sie uns bitte auf, was Sie uns mit folgendem rätselumwittertem Satz sagen wollten:
"Wer nur diskutieren will, sollte lieber gleich still sein."
Dachten wir uns das nicht anders? Zum Beispiel so:
1. Nachdenken, Frage formulieren, Frage ins Netz stellen.
2. Erfahrungswissen und Meinungen der Kollegen und Kunden dazu einholen und sammeln.
3. Mit Hilfe dieser Informationen erneut nachenken, Hypothesen formulieren.
4. Diese Hyposthesen erneut zur Diskussion und dann zur Abstimmung stellen.
5. D a n n handeln.
Sehr geehrte Kollegen,
der Artikel ist nun im Netz zu finden:
„Das Stöbern stirbt“
<a href="http://www.zeit.de/2008/21/III-Kunst_-LiteraturimNetz?page=all" target="_top">http://www.zeit.de/2008/21/III-Kunst_-LiteraturimNetz?page=all</a>
Viele Grüße, Rainer Friedrich Meyer
Freundlichen Dank für den - überfälligen - Link, ich hatte auch schon nach dem Text gesucht, aber finde sich einer mal zurecht in den gewollt schlampigen Internet-Ausgaben der Gazetten.
Schlampig kommt mir auch der ganze Artikel vor. Es soll uns hier wohl eine launige Dampfplauderei im alten Feuilleton-Stil geboten werden, quer durch die schöne Netz-Literatur, aber das Deutsch ist fürchterlich gewollt-originell und die schiefen Bilder jagen sich nur so.
Daher sind die kuriosen Irrtümer in dem kurzen Antiquariats-Abschnitt auch nicht weiter ernst zu nehmen.
Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich eine Parforce-Liste der verunglückten Metaphern und gequälten Sprachkonstruktionen des Beitrags hierherstellen - das hätte wahrlich Quack-Ausmaße.
Wer nicht schreiben kann, aber so tut, als könne ers besonders gut - der hat meistens auch Mühe mit dem Denken. Arroganz ohne Substanz im Bereich des Schreibens entlarvt sich besoners schnell. Zurück bleibt das Gefühl einer gewissen Peinlichkeit. Der Autor tut uns fast leid, wir sind mit ihm blamiert. Und so wollen wir den Text besser in der Versenkung verschwinden lassen.
Nicht aber die Überlegungen Nr. 1-30, die sich daran knüpfen - - was hindert uns Antiquare daran,
*unseren Börsenverein*
zu gründen und ihn als Treuhänder eines ganz neuen Marketingkonzepts, maßgeschneidert für die aktuelle Situation des Altbuchhandels, in Trab zu setzen?
Die Diskussion darüber kann ich gern mit einigen Ausgangsthesen anstoßen, vorausgesetzt, man stellt uns Antiquaren ein geeignetes neutrales Medium zur Verfügung, in dem alle zu Wort kommen dürfen.
Wenn es zu einer Absatzstrategie kommen soll, die ihren Namen verdient, brauchen wir eine neue Form es Betriebsvergleichs. Die AG möge das nicht gleich wieder als Kritik an ihren Betriebserhebungen verbuchen - wir brauchen einfach feiner gestrickte Abfragen, die durch Rückfragen immer erläutert und relativiert werden können.
Zum Beispiel sollten wir, bezogen auf die verschiedenen Grundtypen des Antiquariats, empirische Daten zum Handling haben, die mit genauer Beschreibung des Procedere verbunden sind. Wie lang geht die Vorauswahl, die Durchsicht, die Titel-Einkopierung bzw. die Titelaufnahme - bezogen auf das Preisniveau, die Verwendung (Datenbank und/ oder Katalog und/oder Laden) - , wie sind die Kriterien und Methoden bei mehrfach bzw. vielfach vorhandenen Titeln - wird die Titelaufnahme delegiert, wann, an wen, wird sie während der Ladenzeit erledigt usw.
Wir bekommen dann ein kompliziertes Netz von Zeitwerten, das mit den Absatzzahlen innerhalb bestimmter Zeiträume korreliert werden kann, ebenso mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis, dem Stundenlohn usw.
Das ist mir bei den bisherigen Betriebsumfragen, soweit ich sie kenne, zu ungenau. Wir müssen in jedem Bereich, den wir abgefragt haben, gemeinsam auch zu *Empfehlungen* kommen.
Besonders wichtig sind mir persönlich die Erfahrungswerte der Kollegen in Sachen A n k a u f. Hier wird zum Teil unsäglich gestümpert. Ähnlich interessant wird es bei den Lagerhaltungs-Methoden. Ich kann nur schon aus meiner sehr begrenzten Kollegen-Beobachtung da absolut Unsägliches, Ungeschicktes und schlichtweg Idiotisches berichten (leider auch von mir selber, aus eigener Praxis).
Die Fachdiskussionen, die sich nur schon aus den Betriebsberichten zur Ankaufsfrage ergeben, stelle ich mir hochinterwesasant und lehrreich vor für uns alle.
So muß dass dann aber auf allen Gebieten gehen. Lehrereich sollte ein Erfahrungsaustausch über typische *Kundenwünsche* sein, wiederum bezogen auf die Waren-, Wert- und Kundenart usw., also immer korreliert, damit wir endlich
*trotz der verwirrenden Typenvielfalt unserer Antiquariate*
zu einer gemeinsamen Absatzstrategie kommen.
Ich bin übrigens morgen abwesend, mein Schweigen zeigt kein Desinteresse an.
So, ein paar Tage und alles vergessen? Wird die Diskussion weitergeführt?
Ich wäre an einer Fortführung interessiert.
Lieber O.G.,
Meine Antwort an Sie wurde ganz hurtig wegzensiert. Ich habe nicht vor, mir dieses pauschale Vorgehen gefallen zu lassen. Deshalb führe ich die Diskussion in diesem - wie ich meine hochwichtigen - Thead n i c h t weiter.
Offensichtlich darf ich in jeder Weise angegriffen werden (lesen Sie Beitrag Nr. 25, letzter Satz) - aber Stellung nehmen dazu darf ich nicht.
Liebe Heidi,
Das ist ein Jammer, den Beitrag Nr. 25, letzter Satz würde ich nicht allzu ernst nehmen, die Arroganz des Herrn Schäfer und ProLibri kenne ich sehr gut.
Ihre Ideen und Ansätze sind zum Teil gut, das manche Kollegen einfach nicht bereit sind sich damit auseinanderzusetzen ist ein Drama für sich.
Wenn diese Wadenbeißerei aufhört vielleicht könnte man dann weiterdiskutieren.
"Das ist ein Jammer, den Beitrag Nr. 25, letzter Satz würde ich nicht allzu ernst nehmen, die Arroganz des Herrn Schäfer und ProLibri kenne ich sehr gut."
a) Beitrag 25, also auch der letzte Satz dieses Beitrags stammt nicht von mir und m.W. auch nicht von prolibri
b) leider können wir uns nicht mit Ihrem Vorwurf der "Arroganz" auseinandersetzen, da Sie es vorziehen, nicht mit Ihrem Namen für Ihre geäußerte Meinung einzustehen
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
Sie tun gut daran, anonyme Kollegen und Kunden mit in die Diskussion einzubeziehen. Daß es mancher vorzieht, nicht unter seinem Namen zu posten und damit durch Sie angreifbar zu werden - daran sind Sie nicht ganz unschuldig. Aber lassen wir das, ja?
Im übrigen wird wohl jeder bereit sein, auf direkte Anfrage seine Indentität Ihnen und jedem anderen Kollegen mitzuteilen - nur eben nicht netzöffentlich.
Es kommt in erster Linie darauf an, endlich die dringendsten Sachfragen, insbesondere zu einem besseren Marketingkonzept, gemeinsam zu diskutieren. W e r sich daran beteiligt, ist mir so lange egal, als er gute Argumente liefert und niemandem ans Bein pinkelt.
Zu Personaldiskussionen haben wir einfach keine Zeit mehr. Auch wenn wir beide sie bekanntermaßen mit Lust und Wonne führen - es muß jetzt um Sachfragen gehen.
Von mir aus nicht für Ihren bestens funktionierenden Laden, auch nicht für meine Altbuchruine - - aber hunderte kleinerer Kollegen stehen am Rand des Abgrunds, beuten sich selber aus und sehen mit Beklommenheit in die umittelbare Zukunft.
Sie müssen geholfen werden. Und das kann nur durch sachliche Diskussion unserer Kernfragen geschehen.
@37) Ich führe keine Personaldiskussionen, weder mit Ihnen, noch mit anderen.
Aber "ans Bein gepinkelt" haben Sie, Heidi Mulzer, vorhin allen, die am Gemeinschaftskatalog des BV teilnehmen und dem Veranstalter desselben und jammern dann wegen "Zensur", lächerlich.
Diskutieren werde ich mit Ihnen nicht, allerdings spricht doch eigentlich auch nichts dagegen, daß Sie selbst aktiv werden, oder ?
Man sollte, man müßte, wo bleibt die starke Führung der Branche, wieso macht niemand, geniale Idee No. 397, ich kann das alles nicht mehr lesen - machen Sie doch einfach selbst mal was, statt hier immer nur jede einzelne Meldung zu kommentieren, um es einmal höflich auszudrücken.
Niemand hindert Sie daran einen oder mehrere Ihrer Vorschläge praktisch umzusetzen, fangen Sie einfach an und wenn es etwas vorzuzeigen gibt, wird es Dr. Biester hier bestimmt vermelden.
Sie haben die einmalige Chance zum Retter der verarmten Massen zu werden, machen Sie eine eigene, ganz tolle Datenbank, die nichts kostet, super funktioniert, Millionen von Büchern an die Chinesen verkauft, gründen Sie Ihr Zentrallager und Dutzende, ja Hunderte von Ladengemeinschaften, handeln Sie mit einem Paketdienst Sonderkonditionen aus, werden Sie Marketingchef einer Werbegemeinschaft für Antiquare, gründen Sie Ihre eigene Genossenschaft, nur ersparen Sie uns zukünftig Ihr Lamento, ich würde gerne einmal etwas praktisches und nutzbares sehen, das Sie geschaffen haben.
Dann wäre ich allerdings bereit darüber mit Ihnen zu diskutieren, vorher nicht.
1.
Was den Gemeinschaftskatalog der Antiquare im BV angeht, so d a r f es nicht die Aufgabe eines Zusammenschlusses von Antiquariaten sein, den Katalog eines T e i l s seiner Mitglieder in der hier vorgeführten Weise zu fördern. Das weiß jeder Zeugwart eines kleinen Fußballvereins. Wenn dann noch der Börsenverein dieses Erzeugnis durch, ich zitiere, "Beilage" in seiner Zeitschrift quasi offiziös fördern will, dann ist das unkorrekt.
Eine Berufsvereinigung gleich welcher Art muß korrekt verwaltet werden. Sowas hätte nichtmal die Quack in ihren schlimmsten Zeiten fertiggebracht.
Ich kann Herrn Biester nicht zwingen, das einzusehen, ihn auch nicht daran hindern, meinen darauf bezüglichen Text von heute vormittag einfach zu tilgen.
Aber natürlich bleibe ich bei meiner Feststellung, daß der Teilkatalog, d e r a r t propagiert und "gefördert", im Rahmen der Berufs(teil)vertretung unkorrekt ist.
Wers besser weiß, soll es sagen. Und nicht einfach zensieren - - wuschdiwusch, die Kritik ist aus dem Haus, er Text ist fort.
Gutsherrenart nenne ich das.
2.
Vor dem von Ihnen angemahnten H a n d e l n kommt das D e n k e n. Wir brauchen keine Aktivitäten, sondern Erkenntnisse. Die müssen gemeinsam zusammengesucht und hübsch der Reihe nach diskutiert werden - - aber w o bitteschön?
Dann geht es ans Abstimmen, hübsch demokratisch. Und d a n n ans Handeln.
Finden Sie nicht auch, daß dieser Vorschlag etwas für sich hat?
Beitrag Nr. 38 von Herrn Schäfer ist diffamierend und polemisch. So etwas sollte hier keinen Platz haben.
Wenn "Heidi" bisweilen um des Schreibens und Argumentierens wegen hier etwas von sich gibt, so stehen dem kluge Gedanken zum Ausgleich entgegen.
So, wie Herr Schäfer es tut, sollte man miteinander nicht umgehen.
Sehr geehrter "Herr Schoenteich",
mit Dffamierungen und Polemiken kenne ich mich bestens aus, seit einiger Zeit - ich denke, daß Sie hier "Opfer" und "Täter" verwechseln, oder haben Sie schlichtweg überlesen, wie Heidi Mulzer ständig über unsere Vereinigung spricht ?
Ich möchte seinen Schimpfnamen, die ständig mobbinghaft wiederholten Bezeichnungen für sie nicht noch einmal wiedergeben, mittlerweile kennt sie hier jeder.
Im Gegensatz zu Heidi Mulzer haben wir nachgedacht UND gehandelt, tun beides täglich zum Wohle, wie wir meinen, der Antiquare.
Außer seitenlangen Episteln kommt aber aus Freiburg seit Jahren nichts konstruktives, geschweige denn etwas praktisches, wegweisenden, bahnbrechendes, aktiv tätiges.
Und es ist mir leider als praktisch tätiger Antiquar (LAden, Versand, Neubuchhandel + Vorstandsarbeit etc.) nicht möglich, die von Ihnen angesprochenen "klugen Gedanken" zu erkennen.
Außer einem allerdings, daß es eine Genossenschaft der Antiquare geben sollte, wobei er seit Jahren ignoriert, daß wir diese aufgebaut haben. Er reklamiert für sich die Geburtsidee, was nicht richtig ist, er behauptet, daß "seine" Idee pervertiert worden sei, was nicht stimmt, Heidi Mulzer war seinerzeit sogar auf der Gründungsversammlung und hat dann den Scheck mit dem Eintrittsgeld nachträglich platzen lassen, solidarisch so ein Verhalten ?
Und selbst wenn man - als Außenstehender - alle seine Behauptungen als wahr unterstellen würde und alle seine Ideen für genial hielte, wer würde ihn und seine Claqueure denn daran hindern sie umzusetzen und eine Organisation zu schaffen, die die unsere - angeblich so schlechte - überflüssig machen und sie durch eine viel bessere ersetzen würde ?
Aber das würde ja voraussetzen praktisch zu arbeiten, Zeit und Geld einzusetzen, Gleichgesinnte zu finden etc.
Viel Spaß dabei !
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
Sehr geehrter Herr Schäfer,
danke für die Anführungszeichen, das beweist nur meine Meinung von Ihnen aufs Neue.
MfG A. Schoenteich
Ad 41:
Hallo Christoph,
wenn Du schreibst, „tun beides täglich zum Wohle, wie wir meinen, der Antiquare“, so meine ich, steht das in einem gewissen Widerspruch zur Organisationsform „Genossenschaft“, die satzungsgemäß nur für ihre Mitglieder, „Genossen“, aktiv fördernd tätig werden kann.
Als selbständiger Mensch und Geschäftsinhaber würde ich es mir verbitten, wenn jemand ungefragt und ungebeten für mich aktiv sein wollte, egal ob zum Positiven oder Negativen.
Gruß, Rainer
Zu Herrn Schoenteich:
Anführungszeichen, weil ich nicht wissen kann, ob Sie "echt" sind, oder z.B. ein literarischer Kunstgriff.
Ich weiß nicht, ob Sie Antiquar sind, ich weiß nichts über Sie, außer diversen Aussagen hier.
Wer ich bin steht dagegen sicher fest, ich bin angreifbar, Sie nicht.
Lieber Rainer, keine Sorge, ich vertrete niemand, der nicht vertreten werden will, das hatten wir doch schon, der Satz, der Dich störte bedeutet nur, daß die Genossenschaft und ihre Plattform mit Sicherheit nicht gegen die Antiquare arbeitet, auch wenn Heidi Mulzer ständig etwas anderes behauptet.
Freundliche Grüße,
Christoph Schäfer.
Sehr geehrter Herr Meyer,
meines Wissens nehmen Sie an prolibri.de teil, ohne Mitglied der Genossenschaft zu sein.
Daher verstehe ich Ihren obigen Beitrag (43) nicht.
Ein wesentliches Mittel der Genossenschaft, die Antiquare zu fördern, ist die Verkaufsplattform Prolibri. Daran können offensichtlich auch Antiquare teilnehmen, die nicht Mitglieder der Genossenschaft sind.
Insofern halte ich den Satz von Herrn Schäfer, die Genossenschaft sei „zum Wohle (…) der Antiquare“ tätig, für berechtigt.
Ist die Genossenschaft gefragt und gebeten zu Ihrem Wohle tätig?
Oder werden Ihre Waren auf Prolibri ohne Ihre Zustimmung feilgeboten?
Fragt verwundert
Herbert Meyer
Da ist wieder mal wieder nichts verstanden worden, aber auch gar nichts. Ich komme mir vor wie ein Pfarrer, dessen Schäflein während der ganzen Predigt im Tiefschlaf liegen, aber nach dem Gottesdienst munter drauflosschimpfen.
Lassen wir das Hickhack um einen Scheck, der nicht geplatzt war, sondern aus wohlerwogenen Gründen zurückgezogen worden ist. Kollege Schäfer hat ja auch sonst die unglückliche Manie, mir gegenüber immer haarscharf am Rande der Geschäftsschädigung zu wandeln, lassen wir das. Im Grunde sind das Fragen des sozialen Anstands. Man hat ihn, oder man hat ihn nicht. Mir fehlt er sowieso, aber Kollege Schäfer hält sich ja für was besseres.
Womit wir beim nächsten Punkt sind: Natürlich ist es nicht fair, und vom sozialen Anstand weit entfernt, wie ich die unglückliche Quack immerzu lächerlich zu machen eifrig bestrebt bin. Das kann nur der Geschichtskundige unseres Gewerbes verstehen - gegen den fürchterlichen Namen GIAQ habe ich seinerzeit lange Aufsätze geschrieben, die - wie alles andere aus meiner Feder - nur mit Hohnlachen beantwortet wurden von jener kleinen Kamarilla, die
*meine*
Genossenschaftsidee mit Bravour in den Dreck gefahren hatte. "Zusammengemauschelt" - das trifft es. Nun zetern Sie nicht gleich wieder los - S i e waren es, der die alten Themen hervorgekramt hat, nun stecken Sie auch meine Erwiederung ein. Übrigens ist diese alte Auseinandersetzung nachgerade langweilig - Argument steht gegen Argument. Das führt nicht weiter. Nur muß der Leser die Hintergründe in etwa verstehen können, dann wird ihm auch klar, daß ich dieses verunglückte Gebilde einer Genossenschaft, wie ich sie mir seinerzeit gedacht hatte, verulken m u ß - - sonst platzt mir der Kragen.
Und nun zu dem, worum es wirklich geht zur Stunde: Blicken Sie doch einmal über den Tellerrand Ihrer emsigen Düsseldorfer Arbeit: Ist es wirklich hinnehmbar, daß nicht e i n geschlossener, gut arbeitsfähiger Berufsverband die Vertretung unserer kleinen Berufsgruppe übernimmt - - sondern vier unterschiedliche, auf ihre Weise zum Teil höchst lächerliche Gebilde sich gegenseitig auf die Füße treten oder, besser gesagt, sich gegenseitig vor Ideenlosigkeit und Faulheit a n g ä h n e n ?
Allerdings, und da ligt Ihr Hauptfehler, um solches bedauern zu können, muß man erst einmal die
*Anliegen und Probleme unseres Gewerbes
ERKENNEN und ANALYSIEREN. W i r müssen subito einen Generalplan zum Marketing machen - auf allen Stufen unseres Berufs und in Bezug auf alle Verkaufsformen.
Das muß geschehen, dazu fehlt uns aber ein Forum. Herr Biester und der Börsenverein, die dazu berufen wären, stellen es uns nicht zur Verfügung, also fehlt uns der notwendige n e u t r a l e Rahmen.
Ohne ein gut aufgebautes Forum für alle Kollegen aller Betriebsgrößen und Betriebsarten kommen wir aber keinen Zentimeter weiter.
Es muß jetzt g e d a c h t werden.
Ad 45:
Sehr geehrter Herr Meyer,
auf Zvab stelle ich meine Angebote ebenfalls ein, somit müßte das Zvab auf gleiche Weise „’zum Wohle (…) der Antiquare’ tätig“ werden. Das möchte ich in diesem Falle Ihrem Urteil überlassen. Ich könnte voreingenommen sein, weil ich das Zvab seit seiner Gründung kenne.
Wie die Kollegen Paulitz und „Lampernist“ gestern richtig bemerkten, ist die Beziehung eines Antiquars zu jeder Plattform eine rein geschäftliche:
der Antiquar bezahlt für die darüber vermittelten Verkäufe Provision, bei einigen auch ein zusätzliches Fixum. Solange eine Plattform erfolgreich in diesem Vermittlungsgeschäft tätig ist, gut, sonst trennen sich die Wege.
Mit freundlichen Grüßen, Rainer Friedrich Meyer
Lieber Herr RF Meyer,
ganz unter den Tisch fallen darf aber doch nicht, daß die Quack-Datenbank ursprünglich einmal die allgemeine, in den Händen nahezu aller oer doch sehr vieler Kollegen gemeinsam befindliche, gewissermaßen gemeinnützige Datenbank hatte werden sollen.
Die Quack-Leute haben schon Recht, wenn sie sich vom ZVAB darin unterscheiden wollen, daß mit ihrem Datenbänklein nicht irgendwer Reibach macht. Nur ist eben die ursprüngliche Idee völlig verwässert, ja geradezu pervertiert worden dadurch, daß es nun die Datenbank in den Händen nur eines kleinen Grüppchens von Antiquaren ist.
Alle, die es wünschen, dürfen daran teilnehmen - schön, schön. Aber mit der ursprünglichen Idee eines allgemeinen ZVAB hat das nur noch bedingt zu tun.
Immerhin müssen wir den Leuten dort zugestehen, daß sie auf der *kläglichen Ruine* einer an sich sehr guten Idee kümmerlich hausen. Das ist schon mehr als "irgendeine" Datenbank - das Mahnmal eines Traumes, aus dem was hätte werden können.
Was können die Aufgaben einer Genossenschaft, in diesem Falle einer Genossenschaft der Antiquare, sein?
Wie ich schon gestern, im Bezug auf die Preiserhöhungen bei Antikbuch24, abmeckerte, hat sich diese Branche sehr von den Üblichkeiten in der "realen Welt" abgelöst. Dies mag einerseits daran liegen, dass viele viele der Kolleginnen und Kollegen nicht aus dem kaufmännischen sondern eher dem, sagen wir, philosophischen Bereich kommen. Und andererseits, dass viele viele Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich in ihrem Leben noch nicht längere Zeit in größeren Strukturen und Organisationen gearbeitet haben.
Das Wissen über Bücher, so wertvoll und notwendig es für das tägliche Geschäft ist, hilft bei der Lösung der drängenden strukturellen Probleme der Branche keinen Schritt weiter.
Es hat sich stets als sinnvoll herausgestellt zu fragen: Wie haben andere Branchen es gelöst?
Betrachten wir, dem hiesigen Medium angemessen kurz, einmal die Tätigkeitsbereiche der Genossenschaft der Wein- Spirituosen (etc.) - Händler:
www.ges-eg.de
Klicken Sie im oberen Menübalken auf Dienstleistungen, und dann, um eine Übersicht zu bekommen, unter dem rechten Text auf den Link: Unser Dienstleistungsangebot.
So finden Sie dann, über die kleinen Bildchen erreichbare, Information zu den einzelnen Dienstleistungsbereichen.
Darüber hinaus erreicht diese Genossenschaft bei den einzelnen Lieferanten (in unserem Falle wären das die Portale) hervorragende Konditionen für ihre Mitglieder.
Ich möchte hier, dem Medium angemessen, gar nicht weiter ausführen, aber: Können Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, sich vorstellen, was es z.B. für Lieferanten bedeutet, wenn die Genossenschaft seine Produkte auslistet?
Es wird immer wieder vergessen: WIR haben den Content! Wir haben die Bücher, mit denen die Portale ihre Provisionen etc. verdienen.
Die Portale müssen sich eigentlich jeden Tag "schlapplachen", dass sie uns derartig an der kurzen Leine führen können. WIR sind die Anbieter der Bücher. Die Portale sind nur Intermediäre, die mit der Vermittlung UNSERER Bücher ihr Geld verdienen.
Durch die fehlende, von mir aus auch mangelhafte, Organisation der Antiquare haben sich die Intermediäre zu Herrschern über den Markt erhoben. Ist es denn nicht erkennbar, dass die Antiquare dabei die Verlierer sein müssen?
Liebe Kollegen der GIAQ,
nein, es werde hier kein Klagelied gegen Sie anstimmen. Die einzigen Informationen, die ich über Ihre Tätigkeit habe, habe ich aus Ihrer Selbstdarstellung auf Ihrer Homepage, sowie aus Telefonaten mit einzelnen Ihrer Mitglieder zum Thema. Wenn ich deshalb hier etwas fordere, was Sie schon umgesetzt haben: Sorry. Aber: dann propagieren Sie bitte Ihre Leistungen zukünftig etwas besser. Dankeschön.
Die Aufgaben einer Genossenschaft der Antiquare sollten u.a. sein:
Aushandelung der Einstellkonditionen mit den einzelnen Portalen.
Aushandelung von Versandkonditionen mit Logistikern.
Aushandelung von Einkaufskonditionen für Verpackungsmaterial.
Aushandelung von Versicherungskonditionen.
Schaffung von Kompetenznetzwerken.
Koordinierte Öffentlichkeitsarbeit.
Einrichtung einer Schiedsstelle.
Ich hatte versprochen mich kurz zu fassen. Hüstel, hüstel...
Die Liste könnte noch um diverse Punkte ergänzt werden ...
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ziehen wir miteinander vernünftige Schlüsse aus der vor einigen Wochen / Monaten von den Portalbetreibern eingeleiteten Preiserhöhungsrunde.
Liebe GIAQ,
öffnen Sie sich bitte zu Gesprächen mit allen Kollegen. Dies gern in einem passwortgeschützten Forum. Ich würde gern mit Ihnen alle diese Fragen diskutieren. Die Einrichtung eines Mediums dieser Art dürfte für Ihre versierten Programmierer eine Kleinigkeit sein. Sie können dort, wenn Sie daran interessiert sind, auf meine Mitarbeit zu den o.g. Themen rechnen.
Viele der Beiträge hier sind nicht uninteressant, mal abgesehen von den üblichen Stilfragen im Umgang miteinander. Ein Forum gibt es auf dieser Seite bereits:
<a href="http://www.boersenblatt.net/template/b4_tpl_forum/" target="_top">http://www.boersenblatt.net/template/b4_tpl_forum/</a>
Ich sehe nichts, was Sie abhält, zum Beispiel unter "Buchhändlern helfen Buchhändlern/Erfahrungsaustausch“ Antiquariatsthemen anzulegen und zu diskutieren. Jedenfalls einen Versuch wäre es doch wert?
Ich erlaube mir außerdem noch einmal einen Verweis auf den Wiki-Beitrag "Stöbern“:
<a href="http://www.boersenblatt.net/wiki/index.php?n=Antiquariat.StBern" target="_top">http://www.boersenblatt.net/wiki/index.php?n=Antiquariat.StBern</a>
DA MAG OFFENBAR NIEMAND VON IHNEN MITWIRKEN!
So gut Ihre Ideen sind, möchte ich Sie doch daran erinnern: Das Elend der Quack begann - bereits einige Wochen vor der legendären Berliner Versammlung - mit der Einführung eines "paßwortgeschützten Forums". Damit konnte sich eine Gruppierung verselbständigen, wurde die breite Öffentlichkeit der Antiquare de facto (nicht von der Absicht her) ausgegrenzt und das Gemauschele der "Vorbesprechungen" und zunächst abgeleugneten, dann doch gebeichteten vorherigen "Treffen" konnte
*unter Ausschluß einer öffentlichen, allgemeinen Kontrolle*
stattfinden. Halbwegs einsehbarwar damals die Begründung, man wolle sich von der ZVAB nicht in die Karten blicken lassen - freilich, die hatte unter den beteiligten Kollegen mehr als einen Informanten...
Gerade weil die Querverbindungen zu den verschiedensten Arten von Kollegen hergestellt und offengehalten werden müssen, von den kleinen Kistenschiebern bis zum internationalen Autographen-Fachhändler, gilt es, jede Zugangsbeschränkung zu vermeiden und ein
*neutrales, offenes Forum*
einzurichten.
Die organisierten Kollegen in den 4 Grüppchen werden Ihnen nun wieder hurtig vorbeten, welche kleinen Reformen und Guttaten sie doch verwirklichen würden. Brav, brav - aber darum geht es nicht.
Sie haben ganz hervorragend dargestellt, worum es wirklich gehen muß.
Mein Beitrag unter Nr. 51 kreuzte sich mit der von Herrn Biester und war natürlich an den Kollegen Paulitz gerichtet.
Werter Herr Biester,
das Forum, das der Börsenverein hier zur Verfügung stellt, ist die Karikatur eines solchen und wird, ganz folgerichtig, weder von den Buchhändlern noch von sonstwem angenommen.
Wir brauchen ein lebendiges, gut strukturiertes Diskussionsforum. Hätte ich was zu sagen, würde ich ganz unbedingt ein Parsimony-Forum vorschlagen, zu finden unter
<a href="http://parsimony.net/" target="_top">http://parsimony.net/</a>
Es ist ebenso altehrwürdig wie unerreicht praktisch, weil es die threads lebendig abwickelt - schwer zu schildern, sehen Sie sich halt mal einige Parsimony-Foren an, es gibt viele tausende inzwischen, darunter auch von Behörden, Kirchen usw..
Diese Foren sind, gegen einen ganz geringen Betrag, auch werbefrei zu haben und können dann elegant in die eigene Webseite eingebunden werden, z.B. hier in die der Börsenvereinszeitschrift.
Andere Forenarten - etwa die des unglücklichen Antiquarengrüppchens, das sich hier vor Monaten mal vorgestellt hatte, sozusagen als die 6. Organisatiion der Antiquare - sind viel ungeeigneter immer dann, wenn es, wie bei uns, um die lebendige Tagesdiskussion über aktuelle Berufsfragen gehen soll.
Dem Börsenvereinsblatt brächte das, da es sich schnell unter den Kollegen herunmsprechen würde, einigen Zuspruch - aber es müßte recht prominent, sozusagen gleichberechtigt mit der Sparte, in der wir jetzt gerade schreiben, schon im Vorfeld angeboten werden. Sonst wirds nicht angenommen.,
Sehr geehrter Herr Dr. Biester,
ich möchte Sie mit meinem Vorschlag nicht um die Leserschaft bringen, die sich im Stillen an der Lektüre der Beiträge erfreuen oder ergötzen mag. Allerdings halte ich es für schlichtweg unmöglich z.B. Konditionsziele gegenüber Dienstleistungsanbietern in aller Öffentlichkeit auszudiskutieren.
Auch die bekannte H.-Runde erfüllt leider die Funktion eines echten Forums nicht, da es sich hier (zumindest zu Zeiten meiner Teilnahme) um eine Mailingliste und nicht um ein Forum handelte. Es ist/war also in der Runde schlicht unmöglich, sauber nach einzelnen Themen sortiert, zu diskutieren.
Die Möglichkeit der Diskussion innerhalb eines Wiki-Beitrages habe ich bisher noch nie gesehen. Es würde sich um einen stetig anwachsenden Textblock handeln?
Die Hess-Runde war zu Zeiten des Kollegen Hess (wer ihn mit deutschem "ß" schrieb, wurde den Bären im Berner Bärengraben zum Fraße vorgeworfen) ein ganz brauchbares Medium. Sie haben aber Recht, Mailing-Listen sind eher wissenschaftlich und eigentlich unbrauchbar für berufsständische Diskussionen. Ich mochte sie ganz gern, auch weil Kollege Hess ein rechtlich denkender Mann war und sich große Mühe gegeben hatte.
Seitdem ist sie in der Hand eines Kollegen-Grüppchens, das Sonderinteressen vertritt. Es würde ebensowenig als Forenleitung akzeptiert wie z.B. Sie oder ich. Das kann man auch verstehen; die Trägerschaft muß
*wegen der Vielfalt der entstandenen Grüppchen*
durchaus unabhängig sein. Von meinem Verständnis her würde ich die AG im Börsenverein noch am ehesten akzeptieren - wenn auch der Kuckuck weiß, was die sich bei ihrem neuen Katalogsystem gedacht hat - ; ideal wäre aber das Börsenblatt und damit der Börsenverein direkt.
Mittelfristig kommen weir ja doch um die
***Gründung eines Börsenvereins für Antiquare***
als übergeordnetem Dachverband nicht herum.
Herrn Biesters Wiki-Idee ist an sich nicht uneben, hat aber von der Struktur her andere Voraussetzungen (mehrfaches Redigieren der Beiträge usw.), die erfüllen wir nicht. Scheint eher für die Buchhändlerschule geeignet und auch für diese konzipiert worden zu sein.
Kein ernsthaft agierender Mensch wird sich in einer Diskussion ständigen unterschwelligen Beleidigungen aussetzten (qack), kein die Historie kennender Kollege wird Mulzersche Lügen dauerhaft ertragen und sich in diesem Forum ständig am Ring durch die Arena führen lassen, Nein: Mulzer lügt immer noch , er hat in der Darstellung der Entwicklung der Genossenschaft immer gelogen, stehe zur Verfügung mein Herr Ruinenantiquar aus Freiburg, nichts aber auch gar nichts von Substanz haben sie auf die Beine gestellt, andere anpöbeln und für sich die Position des Säulenheiligen reklamieren, Schwachsinn,
kein ernsthaft agierender Kollege wird sich in einem anonymen Forum an einer substanziellen Diskussion beteiligen, ein Forum, dessen Anonymität begründet wird mit dem Hinweis „ sich trauen „, einem Forum, dem die Klickrate wichtiger ist als inhaltliche Subtanz, einem Forum , in dem die Doppelmoral - einer empfängnislosen Wiedergeburt - einer mulzernden Heidi keiner Auseinandersetzung standhält, armer Börsenverein,
Rabe, schwarz, ziemlich giftig.
zu Herrn Paulitz, die Arbeitsbeschreibung einer Genossenschaft mag in der Substanz korrekt sein, der Vergleich mit den Weinerzeugern ist mit den Gegebenheiten der Buchverkäufer überhaupt nicht vergleichbar
lieber rabenschwarzer Rabe,
wer einen anderen unberechtigterweise einen Lügner schilt, der ist - -
*selbst der L ü g n e r.
Was ich in Bezug auf Ihre Person hierdurch feststelle.
Im übrigen: Kommen Sie nicht mit abgedroschenen Redensarten daher, sondern mit Fakten.
...und für Leute mit gutem Gedächtnis:
Jeder von uns weiß, daß Sie sich seinerzeit selber und höchstpersönlich - zurecht - über die Mauscheleien im Vorfeld der Genossenschaftsgründung kritisch geäußert hatten.
Aus Ihrer Feder stammt sogar die erste Wortmeldung in dieser Hinsicht. Sehen Sie mal im Archiv nach.
Haben Sie das alles schon vergessen?
Guten Abend zusammen,
wieder einmal -und das seit Jahren- stelle ich fest, daß nicht unsere Branche ein wirkliches Problem mit Peter "Heidi" Mulzer hat, sondern derselbe ein erhebliches mit der Branche. Seine höchst persönlichen Berufserfahrungen versieht er mit Scheuklappen, vermengt sie mit allerlei möglichen aber zumeist unmöglichen und äußerst realitätsfremden Ideen und präsentiert ständig einen Brei von Vorschlägen, Forderungen und Modellen, die er kellenweise ins Forum schmeißt. Eine ernsthafte und durchstrukturierte Denkweise ist absolut nicht zu erkennen. Beispielsweise, was mit "Millionen unverkaufbarer Bücher im Internet" geschehen soll.
Die mitunter grotesken und auch kurios anmutenden Vorschläge von Herrn Mulzer (z.B. "Zentrallager") würden diese Ware nicht um einen Deut verkaufbarer machen. Jeder Anbieter von Massenware, die auch noch oft sehr schlecht erhalten ist, weiß insgeheim, daß dieses Material schlicht und einfach weggeschmissen gehört und sonst nichts! Es gibt wohl kaum eine Branche außer der unseren, die mit Müll so herumkokketiert, ja dafür auch noch bezahlt, daß sie diesen Unrat auch noch ins virtuelle Schaufenster stellen darf. Ein begehbares Antiquariat mit einer derartigen Präsentation würde sich binnen kurzer Zeit der Lächerlichkeit preisgeben.
Und da bin ich auch schon bei der eigentlichen Überschrift: "Stöbern": Auch Bücher im unteren und mittleren Preisbereich kann man schön präsentieren. In kleinen Ladengeschäften mit niedriger Miete, die in Städten jeder Größenordnung den Bedürfnisse lesehungriger oder sammelwütiger Mitmenschen nachkommen. Solche Räumlichkeiten gibt es! Daneben kann man noch kleine gedruckte Listen herstellen, diese verschicken und verteilen. Man kann Lesungen veranstalten, Interessierten Exkurse zm Buch als solchem anbieten, etwas über Bücher schlechthin erzählen u.s.w, u.s.w. Will sagen, in seiner Umgebung, seinem Biotop damit gleichzeitig ein wenig Kultur verbreiten. Ich weiß, viele Menschen sind aufnahmebereit für so etwas, sozusagen als Erholung vom täglichen Internet- und sonstigem Stress.
Selbstverständlich ist das Internet auch aus unserer Branche nicht mehr wegzudenken, es soll halt nur diese Branche ergänzen und nicht vollends ersetzen, das wäre langfristig der Tod. Da aber das Internet aufgrund seiner mittlerweile unübersichtlich gewordenen Präsentation schier unübersehbarer Büchermassen so langsam kollabiert, muß begriffen werden, daß der Mensch, um sich einigermaßen zurecht zu finden, eine gewisse Übersichtlichkeit braucht, um nicht ganz verwirrt zu werden. Selbst bei der Suche nach einem bestimmten gebrauchten Taschenbuch z.B. von Mankell stößt der Internetsurfer auf ein derart massives, ungeordnetes und preislich oft grotesk auseinanderklaffendes Angebot, so daß er schnell wieder aufgibt. Da gibt es meines Erachtens internetmäßig einiges zu tun, um Ordnung zu schaffen.
Ein kleiner Anfang ist zumindest bei Prolibri zu erkennen. Durch die relative Überschaubarkeit des durchaus repräsentativen Angebotes und vor allem die zumeist doch professionellen Beschreibungen ist zumindest ein richtiger Ansatz zu erkennen, der sich meiner Meinung nach auch durchsetzen wird. Vor diesem Hintergrund wirkt es übrigens mehr als merkwürdig, wenn in diesem Forum etliche Beiträge zu Prolibri resp. Giaq vor allem unter der Federführung von Herrn Mulzer vor Unsachlichkeit und polemisierenden bis hin zu pöbelnden Äußerungen nur so strotzen. Von Sachlichkeit kann da keine Rede sein, hier werden offenbar ganz persönlich Ressentiments in die Öffentlichkeit getragen. Das ist aus meiner Sicht unlauter und erzeugt eine Schieflage.
Wenn in diesem vom Börsenverein zur Verfügung gestellten Forum Diskussionen zu allen möglichen Bereichen des Antiquariats angeboten werden, so sollten diese auch von Sachlichkeit geprägt sein. In Herrn Mulzers Beiträgen kann ich dies oft nicht erkennen, ja er provoziert geradezu durch seine Attitüden. Die "Sachfragen", die er einfordert, bleiben durch ein derartiges Verhalten von selbst unbeantwortet.
Auch bin ich im Gegensatz zur Redaktion und mehrerer anderer für eine offene Diskussionen mit Namensnennung, Was soll diese Anonymisierung? Hat das vielleicht mit dem Internet als solchem zu tun? Wo sich mittlerweile jeder mit jedem austauschen kann, versteckt hinter "Schnuckimausi" oder "Wollebolle" wie in jedem albernen Teenie-Chat. Ich meine, wer etwas unter seinem eigenen Namen beiträgt, vermittelt mehr Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels ist glaube ich eine Institution, in der zwar gerne rumgealbert von mir aus auch polemisiert werden kann, in der im Grunde aber auch ein wenig Konstruktives produziert werden sollte. Auch und gerade in der Rubrik "Antiquariat".
Mit freundlichen Grüßem
Roman Heuberger, Antiquar
Lieber Herr Heuberger,
wenn man Ihren Beitrag der Polemik gegen mich entkleidet, was bleibt ? Eine Reihe sehr nachdenkenswerter und nützlicher Denkansätze! Sie haben durch Ihren Text das beste Beispiel für das Verhalten gegeben, das ich oben im Thread eingefordert hatte: Sachliche, konstruktive Diskussion.
Hierzu brauchen wir ein F o r u m, und nur der Börsenverein oder aber seine AG kann uns das in einem Parsimony-Forum bieten, von ihm neutral verwaltet.
Kurz noch zu Ihren Sachpunkten:
1.
Sie schreiben:
"Jeder Anbieter von Massenware, die auch noch oft sehr schlecht erhalten ist, weiß insgeheim, daß dieses Material schlicht und einfach weggeschmissen gehört und sonst nichts! "
Hier bin ich Ihr ganz entschiedener Gegner, gerade deshalb freue ich mich darauf, dieses Problem sauber aufzudröseln, bis auf den Cents, die Lagerkosten und in den Versand hinein. Ich werde Ihnen zeigen, daß das WÖLKI-Konzept in Verbindung mit dem kommenden Grosso-Haus der Antiquare nicht nur dieses Problem, sondern auch weitere Kernfragen des Antiquariats lösen kann.
2.
Sie schreiben:
"Da gibt es meines Erachtens internetmäßig einiges zu tun, um Ordnung zu schaffen."
So ist es. Ich hatte gestern einige Karl-May-Titel für Ebay nachzusehen im ZVAB und mußte mich krank ärgern über die Unübersichtlichkeit. Wir alten Hasen können das dann ja mit List und Tücke eingrenzen, bis wir haben, was wir suchen - der Normalverbraucher kapituliert.
Da bohren Sie aber ein ganz dickes Brett an: Wir brauchen eine
*einheitliche Sachgliederung*,
und wie ich das so sehe, müssen wir Antiquare die selber auf die Beine stellen - - und verbindlich für alle Kollegen einführen. Das geht nur bei rabiater berufständischer Organisation!
Bei Karl May etwa:
1. Fehsenfeld-Originalausgaben
2. Union- und Münchmeyer-Originalausgaben
3. Zeitschriften-Veröffentlichungen und andere Texte vor 1920
4. Radebeul-Originalausgaben
5. Die grüne Reihe nach 1945 (Bamberg, Heidelberg, Wien)
6. Edierte Neudrucke, Faksimiles, wissenschaftliche Ausgaben
7. Taschenbuch-, Buchgemeinschafts- und andere Billigdrucke
8. Nonbooks jeder Art zu Karl May
So, das wäre unter uns *auszudiskutieren* und dann zu verabschieden.
3.
Sie schreiben: "Ein kleiner Anfang ist zumindest bei Prolibri zu erkennen."
Ihr gebt euch da ja Mühe - aber das bringt nichts, weil der EDV-Markt seine eigenen Gesetze hat und denen zufolge krebst Ihr noch nach 10 Jahren im 10 %-Bereich herum.
4.
"ja er provoziert geradezu durch seine Attitüden"
Aber ja doch! Die werten Kollegen sollte ich doch nun inzwischen kennen. Sie sind nur durch Skandale und Provokation von ihren Sesseln und aus ihren Grüppchen hervorzulocken. Wie dankbar sie alle Albernheiten aufgreifen, nur weil es wieder ein Skandal sein könnte! Eben schreibe ich noch mit Grinsen im Mundwinkel von "meinem Ruinenantiquariat" - gleich nimmt es einer für bare Münze. Skandalon! Skandalon!
Daß ich als einzeln arbeitender Antiquar, wenn wir den Zeitraum genau nehmen wollen, mit Erscheinungsjahr 1750-1925 rund 20.000 überwiegend seltene Titel in meinem Lager habe und damit - man beweise mir das Gegenteil - den größten Bestand eines Antiquars an Originaltiteln vor 1925 hüte - und also weißgott meine Sonderprobleme der schwierigsten Art habe - - das alles gilt nicht mehr, wenn ich flott hinschreibe "mein Ruinenantiquariat". Dankbar sind die Kollegen wie Kinder, denen man Puppentheater vorführt - wie schön, wieder ein Mulzer-Skandal...
Soll mir alles recht sein, lieber Kollege Heuberger - - wenn ich nur diese elend lahme, stinkend egoistische und denkfaule Berufsgruppe etwas aufwecken kann. Dazu ist mir jedes Mittel recht. Veralberung und Selbstironie, warum nicht?
Haben Sie sich mal gefragt, wie souverän einer sein muß, der sich das leisten kann?
In diesem Sinne: Lasset uns
*diskutieren* und dann *handeln*, ob mit oder ohne Provokation, was solls.
Werter Herr Mulzer,
zu 1: der nachgewiesene und beispielsweise im ZVAB, aber auch bei Booklooker und anderen Vermittlungsplattformen angebotene immense Buchmüll wird NIE UND NIMMER auch nur einen einzigen Abnehmer finden. Das ist eben das Problem. Da können Sie vom Wölki-Konzept (das ja nun letztendlich mit Riesenverlusten in die Hose gegangen ist und viele Menschen ins materielle Unglück gestürzt hat) oder Grosso-Haus träumen, Müll bleibt Müll. Schauen Sie sich doch mal um im ZVAB! Entsetzlich beschriebenes und völlig versifftes Druckmaterial wird hunderttausendfach angeboten, völlig sinnfrei und im Wettbewerb mit adäquatem Material, gut erhalten und fachlich sachkundig beschrieben, dazu preislich oft noch günstiger. Die einzigen, die daran verdienen sind die vermittelnden Plattformen. Also, warum um alles in der Welt wollen Sie dieses Material einem Markt zuführen, der ohnehin bereits in vielen Bereichen bereits übersättigt ist? Ihr benutztes Klopapier bewahren Sie doch auch nicht auf, oder?
zu 2: "Sachgliederung": da hätten wir allein zu Karl May nach Ihren Vorgaben schon mal 8 Punkte. Kumulieren wir das mal mit tausenden und abertausenden von weiteren Autoren, berücksichtigen wir dabei noch Sachgruppen wie z.B. "Abenteuerliteratur", "Sensationsromane" "Kolportageromane", "Trivialliteratur", "Reiseromane" etc. (wie allein in diesem Fall) wirds höchst kompliziert. Da braucht man nichts "ausdiskutieren", das kann nichts werden, es sei denn, Sie stellen so eine Gruppierung auf, sagen wir mal von Walther von der Vogelweide bis Thomas Bernhard. In einigen Jahren, wenn Sie fertig sind und das Ganze als Regelwerk anerkannt werden sollte, werden die Antiquare dennoch weiterhin ihre eigenen "Sachgruppen" aufstellen. So sind Antiquare nämlich.
zu 3: 10% - das ist doch eine schöne Perspektive - aus heutiger Sicht. Sie machen Prolibri Mut! Danke!
zu 4: Ihre Selbstdarstellung sei Ihnen gegönnt.
Mit freundlichen Grüßen,
Roman Heuberger
Werter Kollege Heuberger,
hier ein Beispiel, wie wir gemeinsam diskutieren könnten, das erste Viertel einer Kalkulation zur Frage der Billigtitel
Frage: Ist eine lohnende Verwertung von Billigtiteln unter 15 Eur Mittelpreis ZVAB im Netz möglich?
Wir sprechen über jede Art Buch, mit zwei Ausnahmen: Keine *Unterhaltungsliteratur ("Roman") und keine neuere Standard-Fachliteratur aus Gebieten, die schnell veralten (etwa Medizin, Chemie). Die üblichen Voraussetzungen: Ordentlicher Zustand, keine oder nur geringe Eintragungen.
1: "Das Buch ist sehr häufig (über 20 x im ZVAB angeboten), also ist es schwer absetzbar". - Richtig ist: Der Titel kann deshalb häufig sein, weil viele Menschen immer wieder diesen Titel brauchen. Dann wird er zwar oft angeboten, geht aber trotzdem gut weg.
2: "Zeitaufwand für Titelaufnahme, Rechnungsstellung und Versand ist zu groß". Richtig ist: Bei Titeln unter 15 Eur wird natürlich immer vollständig delegiert, ob via Grossohaus/ Wölki oder sonstwie. Hilfskraft kostet brutto je Arbeitsminute 20 cents. Titel wird einkopiert. (Nota: Auch Stichworte und Platz/ Plätze in der Sachgliederung sollten vorgefertigt sein und abgerufen werden können). Bei 2 Minuten Titeleinkopieren und 5 Minuten Versand sind die Lohnkosten 7 Minuten = 1,40 Eur.
3. "Bei längerem Nichtverkauf kostet das Buch zuviel Miete / zuviel Datenbankgrundgebühr". 10.000 Titel beanspruchen ein mittleres Altbauzimmer = 100 Eur/ Monat, richtige Stellordnung vorausgesetzt. Mietanteil /Jahr also 12 cents. Datenbankgrundgebühr sei je 2000 Titel 5 Eur/ Monat, im Jahr also 3 Eur.
***Erste praktische Nutzanwendung: Datenbank g r u n d g e b ü h r e n sind nicht tragbar. Lösungsvorschlag: Eine überwiegend werbefinanzierte Google-Bücherdatenbank muß her. Sonst übersteigen die Datenbank-Einstellgebühren nach 2-3 Jahren jeden kalkulierbaren Ertrag aus dem Buchverkauf.
4. Falls es sich nicht um gesuchte Gebiete oder teure Bücher handelt, ist die Absatzrate zur Zeit über die Bücherdatenbanken bei nur 5 % / Jahr. Mit diesem Wert muß man auskommen. Dies bedeutet, daß jedes verkaufte Buch die Kosten für 20 unverkaufte mittragen muß - Mietanteil 20 x 12 cents = 2,40 Eur, Titeleinkopieren 20 x (2 Minuten Lohnzeit) 0,40 x 20 = 8 Eur.
***Zweite praktische Nutzanwendung: Die Titelaufnahmezeiten sind noch zu lang. Es muß weiter rationalisiert werden, pauschalierte Zustandsangaben, bereits vorgefertigt vorliegende Stichworte usw.
Zwischenergebnis: Um Billigtitel unter 15 Eur erfolgreich im Netz anbieten zu können, müssen drastisch reduziert werden
a) Datenbank g r u n d gebühren,
b) Zeiten für Titel- und Stichworteingabe/ -kopie
Das ist, wie gesagt, nur ein Beispiel und nur der erste Teil einer Billigtitel-Diskussion.
Anmerkung (wir haben gleichzeitig geschrieben): Wölki ging wegen seines Ladenticks pleite. Die Versandschiene lief, wenn auch unter problematischn Anstellungsbedingungen, recht gut.
Weitere Anmerkung: Die Gliederung für den Antiquar zum Haugebrauch umfaßt - ein Hobby von mir - nur etwa 1000 Punkte. Wegen der übersichtlichen hierarchischen Gliederung ist das gut überschaubar, etwa 50 Seiten A4, die immer griffbereit am Arbeitstisch des Kollegen liegen.
Wäre nat+ürlich noch viel dazu zu sagen. Die Kollegen übernehmen das schon, weil die Kürzel viel Zeit sparen, etwa
"mai feh" schreiben und "Karl May: Fehsenfeld-Ausgaben" ausgedruckt bekommen.
Freundlicher Abendgruß
(P.S. Ich habe hier Heidi zu sein. P.S.2 "Selbstdarstellungen" sind mir ein Greuel. Da sei Gott vor)
Haben Sies gemerkt? Die Grundgebühr beträgt natürlich nicht 3 Eur, sondern 3 cents im Jahr - folglich muß auch die Grundgebühr nicht durch irgendwelche Maßnahmen gesenkt werden. Wir können uns also fürs erste auf die "zweite praktische Nutzanwendung" konzentrieren.
So schnell kommt man aufs Glatteis.
Im zweiten, hieran anschließenden Teil unserer Billigpreisdiskussion müssen wir uns dann der Porto- und der Werbefrage zuwenden. Wie vereinfachen wir - vor allem psychologisch - den Versandweg, das Versandprocedere, für den Kunden? Was war und ist am "Antiquaria"-Programm (oder wie es sonst heißt) des ZVAB falsch?
Wie kommt das Buch leicht, billig, "selbstverständlich" zum Kunden?
Da muß man ganz neue Ideen haben. Aber auch sich fragen, wie die unbedarfte, Internet- und postfremdelnde Oma zu ihrem Billigbuch kommt. Alles neu durchdenken!
Nicht daß wir uns falsch verstehen:
Bei 3 cents Grundgebührenanteil je eingestelltem Buch im Jahr und einer Verkaufsrate von 5 % liegen auf jedem verkauften Buch 3 x 20 = 60 cents Datenbank-Einstell- bzw. Grundgebühr.
Also ganz unerheblich ist das auch nicht.
Wir sehen übrigens schon an dieser kurzen Abend-Diskussion, wie unpraktisch dieses Forum ist. Es lebe Passimony - da gehen solche Nachträge wies Bretzelbacken.
Einiges aus den obigen Beiträgen:
25, Herbert Meyer: „Herr Schäfer investiert ehrenamtlich viel Fleiß und Arbeit in das Gelingen der Genossenschaft und von prolibri.de.
Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich sehen.
Was haben Sie für den Berufsstand geleistet?
Was verstehen Sie von sozialer Gesinnung?“
28, Herbert Meyer: „Wer nur diskutieren will, sollte lieber gleich still sein.“
41, Christoph Schäfer: „Im Gegensatz zu Heidi Mulzer haben wir nachgedacht UND gehandelt, tun beides täglich zum Wohle, wie wir meinen, der Antiquare.“
44, Christoph Schäfer, zu diesem Satz in 41: „der Satz, der Dich störte bedeutet nur, daß die Genossenschaft und ihre Plattform mit Sicherheit nicht gegen die Antiquare arbeitet,“
49, Thomas Paulitz: „Die Aufgaben einer Genossenschaft der Antiquare sollten u.a. sein:
Aushandelung der Einstellkonditionen mit den einzelnen Portalen.
Aushandelung von Versandkonditionen mit Logistikern.
Aushandelung von Einkaufskonditionen für Verpackungsmaterial.
Aushandelung von Versicherungskonditionen.
Schaffung von Kompetenznetzwerken.
Koordinierte Öffentlichkeitsarbeit.
Einrichtung einer Schiedsstelle.“
55, rabenschwarz, zu 49: „die Arbeitsbeschreibung einer Genossenschaft mag in der Substanz korrekt sein, der Vergleich mit den Weinerzeugern ist mit den Gegebenheiten der Buchverkäufer überhaupt nicht vergleichbar“
Werte Kollegen,
allein diese paar Sätze erschrecken mich durch ihren Inhalt: weder wird auf irgendeine Logik innerhalb der Argumentation noch auf Wortsinn Rücksicht genommen, auf den Gesprächspartner schon garnicht. Manchmal muß sich ein halbwegs vernünftig denkender Antiquar schämen, Teil eines sich solcherart äußernden Berufstandes zu sein.
25. „Gesinnung“ – oh, oh. Das hatten wir schon mal, daß die Gesinnung abgefragt wurde.
28. Dazu fällt mir in einer Diskussionsrunde nichts mehr ein.
41 & 44. Also, zum Wohle getan heißt, daß nicht dagegen gearbeitet wird. Heiliger Aristoteles, so hast Du Dir Deine Logik nicht vorgestellt.
Die durchaus vernünftigen, im Text präzisierten Vorschläge in 49 mit solch einem Halbsatz abzubügeln, wie es 55 tut, muß unbedingt einen Drang erzeugen, weitere zu unterbreiten.
Leute, so kommen wir nie weiter.
Noch ein Satz zum Problem „Heidi“: wer sich auf das Niveau des Gegners begibt, hat bereits verloren. „Ruinenantiquar“ unterbietet so ziemlich jedes „Quack“-Niveau.
Gruß, Rainer Friedrich Meyer
"VERGEBLICH
Umsonst, klagte auf dem Weg der Ketzer,
keinem haben meine Schriften die Augen
geöffnet ...
Und deshalb, antwortete der Inquisitor,
wollen wir sie besser mitverbrennen!"
Olaf Trunschke: Das Menschen-Museum
ACHTUNG: Mein Beitrag No. 65 bezieht sich natürlich NICHT auf den Beitrag No. 66!
Hier liegt, wie an den Uhrzeitangaben abzulesen, eine Überschneidung vor.
Gemeint war natürlich: NICHT auf Beitrag 64! Ich werde langsam alt
@ 55
Sehr geehrter Herr Denecke,
vielleicht haben Sie Zeit und Lust sich die von mir angeführte Seite einmal anzuschauen. Sie werden erkennen, dass es sich nicht, wie von Ihnen vermutet, um eine Seite von Weinerzeugern handelt, sondern um eine Genossenschaft von meist kleinen und mittleren Händlern, die durch ihre Organisationsform recht erfolgreich der Konkurrenz der großen Handelsketten trotzen.
Der Neubuchhandel ist vielleicht schon einen kleinen Schritt weiter, siehe nur (stellvertretend für viele andere Meldungen):
<a href="http://www.boersenblatt.net/180160/" target="_top">http://www.boersenblatt.net/180160/</a>
Ja Herr Paulitz, die von Ihnen gezeigte Genossenschaft ist mit ein wenig Kreativität vorstellbar (in abgewandelter form) für Antiquare.
Das wichtigste m.E ist das Antiquare das Angebot auch annehmen. Wie mir von Kollegen im Persönlichem Gespräch mitgeteilt ist das ein Problem. Alles diskutieren bringt nichts wenn keine Bereitschaft herrscht Wadenbeißerei zu unterlassen und zumindest etwas Energie zu investieren.
Eine Genossenschaft sollte offen für ALLE Kollegen sein und nicht (Das ist jetzt auf persönliche Erfahrung gestützt) Arrogant und schroff gegenüber Kollegen sein (Herr Albrecht und Prolibri)
Auch ist völlig klar das Herr Mulzer in allen Bestrebungen Persona non Grata ist und bleibt.
Die länge der Kommentare zeigt mir das der Bedarf gemeinsam etwas zu bewegen von einigen Kollegen durchaus gewünscht wird.
Wie schön wäre es, wenn wir mit Parsimony auf jedes Argument direkt an der richtigen Stelle antworten könnten! So aber ist es mir schlichtweg unmöglich, die letzten Beiträge schnell zu beantworten. Vermutlich geht es den meisten Kollegen auch so. Schade darum - ich erneuere meinen Antrag, ein zentrales, n e u t r a l vom Börsenverein oder seiner AG geleitetes Parsimony-Forum h i e r einzubinden.
Darf ich die Kollegen bitten, von der hohen Philosophie und Kulturkritik wieder herabzusteigen in die Niederungen des Alltags der kleinen und mittleren Antiquare? Danke.
Was hatten wir bisher?
Voraussetzung: Keine Unterhaltungsliteratur ("Roman"), keine Standardtexte aus schnell veraltenden Wissernschaften (z.B. Medizin, Chemie), ordentlicher Zustand.
Zeitaufwand, in Lohnzeit zu 20 cts/ Minute b r u t t o umgerechnet, also mit allen Abgaben:
3, bei guter Aerbeitstechnik (darauf kommen wir dann noch) 2 Minuten für gesamtes Titeleinkopieren, Preis, Zustand, (bereits vorgegebene und mitkopierbare) Schlagwörter und Systematik-Plätze = 60 cents (später 40 cents).
Die Grundgebühren bzw. Einstellgebühren lassen sich nur schätzen, sagen wir 5 Eur je 1000 Titel im Monat. Verkaufskosten dann noch hinzu je 10 %.
Zeitaufwand für den Versand 5 Minuten. Hier wird noch viel gesündigt, ich habe bis zu 10 Minuten Aufwand bei Kollegen gestoppt, das geht so natürlich nicht. Auch müssen vorgefertigte Verpackungen nicht teuer sein! Im Gebinde beim Großhandel bezogen, darf die wattierte/ luftgepolsterte Tüte nicht mehr als 40 cents kosten.
Nota: In den Verhandlungen sollte endlich auch im innerdeutschen Verkehr die Verschlußmöglichkeit für Büchersendungen (oder deren anzustrebender, teilversicherter Ersatz) verlangt werden. Dann können wir uns wieder an die ideale Verpackung erinnern: Dicke Lage neuer(!) Zeitungsmakulatur, darüber ein Bogen gutes weißes Packpapier, Tesaverschluß - geht blitzschnell, schützt optimal.
Wir sind, von bestimmten besseren Sammler- und Sondergebieten abgesehen, von 5 % Verkaufsquote im Jahr ausgegangen. Auch das ist, wie Sie wissen, ein Wert, der erkämpft werden muß durch Datenbankpflege (Systematik!) und andere Mühe und Fürsorge. Sonst kommen wir noch darunter.
Zum Einkaufspreis: Die Kalkulation des Antiquars wird getragen von den Titeln ü b e r 15 Eur Verkaufspreis. Es geht nicht an, Posten wie "allgemeine Geschäftskosten" von den Billigtiteln her zu finanzieren. Ähnliches gilt für den Ankauf solcher Billig-Titel.
Wir zahlen nach alter Väter Sitte für Bücher, die unter 15 Eur Verkaufspreis liegen, im Schnitt je Stück "1 Mark", also 50 cents. W e n n wir dem Kunden die teureren Titel ordentlich zahlen (ein Viertel, ein Drittel, bis zur Hälfte des Verkaufspreises, wenn einzelner Verkaufswert über 100 Eur), d a n n akzeptiert er auch unsere pauschalen 50 cents - welche Rechnung wir ihm niemals offenlegen, klar. Das braucht er so nicht zu wissen.
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Vorläufige Zusammenfassung:
Je verkauftem Titel (unter 15 Eur Verkaufspreis, mittlerer Verkaufspreis sei 10 Eur) entstehen folgende Kosten:
5 % verkauft innerhalb eines Jahres: Eigentlich 20 x Titelaufnahme, 20 x Einstellgebühr. Wir gehen aber davon aus, daß in absehbarer Zeit e i n weiteres Exemplar verkauft wird, also rechnerisch insgesamt 10 % der Titel verkauft werden - also 10 x. 10 x 60 cents = 6 Euro Titelaufnahmezeit und 10 x 3 = 30 cents Einstellgebühren.
Verkaufskosten der Datenbank 10 % = 1 Eur. Versandzeit 5 min = 1 Eur. Verpackungsmaterial bei der oben angesprochenen Lösung praktisch null, bis dahin sollte es in die Versandkosten eingerechnet werden. - Mehrwertsteuer setzen wir aus 7 % hier mit 5 % an (schwieriges Kapitel).
Die Ankaufskosten der "dauernd unverkauften" 90 % Bücher dürfen nicht berücksichtigt werden. Die bleiben ja da und behalten durchaus ihren Ankaufswert. Über eine Anrechnung der Mietkosten = Lagerkosten sprechen wir später, ebenso die wichtige Zinsenfrage.
Zusammenfassung bis hierher: 6 Eur Titelaufnahme. 1,30 Eur Datenbankkosten. 1 Eur Versandzeit. 0,50 Eur Ankauf. 0,50 Eur Mehrwertsteuer. // macht zusammen 9,30 Eur. Es bleiben vom Verkaufspreis 10 Eur noch 0,70 Eur.
Das ist eine Nettoertrag von rund 7 % vom Verkaufspreis her gerechnet - gilt in anderen Branchen als recht ordentlich. (H i n z u bei Eigenarbeit natürlich der erwirtschaftete Eigen-Stundenlohn!)
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Woran gilt es zu arbeiten? Vor allem an einer Senkung der Titelaufnahmezeit. Die "automatisierte Titelaufnahme" spielt also eine immer größere Rolle
***und damit das etwas geheimnisvolle Treiben jener Softwareschmiede im Fränkischen, die sich ebenso still wie emsig ein fast unbeachtetes Monopol verschafft hat auf diesem Gebiet.***
Wir können durch ein geeignetes System die Titelaufnahmekosten bis nahezu gegen Null senken, wenn uns die Datenbank die Titeleien zum Anklicken zur Verfügung stellt, mit voreingestellten Suchworten, Systematiken und Preisgegfüge. Aber davon in andermal.
Halten wir fest, daß sich - Delegation aller Arbeiten vorausgesetzt - das Versand billiger Bücher mit 7 % Rendite durchaus lohnt.
*********Will der Antiquar alle Arbeiten selbst leisten, bekommt er mit Stundenlohn brutto 12 Eur je verkauftem Billigbuch eine "Anstellung in eigener Person" von einer guten halben Stunde. Auch nicht zu verachten, besser als Hartz4 allemal.*******
Oder nicht?
Werter O.G.,
ich zitiere Ihre erschröcklichen Zeilen:
"Eine Genossenschaft sollte offen für ALLE Kollegen sein und nicht (Das ist jetzt auf persönliche Erfahrung gestützt) Arrogant und schroff gegenüber Kollegen sein (Herr Albrecht und Prolibri)"
"Auch ist völlig klar das Herr Mulzer in allen Bestrebungen Persona non Grata ist und bleibt."
Damit haben Sies allen gegeben. Nur immer feste druff! Ich bewundere in Ihren Beiträgen das dramatische Hin- und Herschwanken zwischen liebedienerischer Zustimmung und schroffster, auch sprachlich gelegentlich ziemlich besoffener Ablehnung. Bei Ihnen wüßte ich wirklich gern mal, wer sich hinter dem Kürzel verbirgt, das in den deutschen Fahrplänen seit jeder "ohne Gepäckbeförderung" bedeutet - hier scheint mir das Schulbuch-Ränzel etwas zu fehlen.
Anstandsbüchlein für Jugendliche sind doch nicht so schwer im Gewicht - stecken Sie sich mal eines ein?
Ansonsten kann eine Genossenschaft, von der die Rede wieder einmal ist - hick, es lebe der Weinhandel - auf keinen Fall ein freundlicher Unterstützungsverein sein. Vielmehr muß
1. gedacht,
2. gearbeitet
werden. Solang wir unsere Probleme, die da lauten
A b s a t z, A b s a t z, A b s a t z
(und dann erst alles andere) nicht durchdenken, kommen wir über das Quackniveau nicht hinaus.
Werter Herr Mulzer,
bevor Sie von anderen Benehmen einfordern, bitte ich Sie höflich, auf diesem Gebiet zuvörderst selbst tätig zu werden. Ein Anfang beispielsweise wäre, Ihre äußerst unhöfliche und geradezu penetrante Formulierung "Quack" in Zusammenhang mit der Giaq endlich zu unterlassen.
Mit freundlichen Grüßen
Roman Heuberger, Antiquar
Gut Herr Mulzer ich gehe mal darauf ein.
Sie sind unbeliebt und werden von der Mehrzahl der Kollegen gemieden, manch Ihrer Ansätze finde ich persönlich "interessant". Ich denke Sie haben sich irgendwo auf Lebzeiten disqualifiziert.
Das Liebdienerische nennt man auch "sich eine eigene Meinung bilden" d.H manche Kommentare von ein und derselben Person finden meine Zustimmung manche nicht.
Es muss auch keine Genossenschaft sein, der Börsenverein bietet einiges und wenn neue Ideen an den Herrn Biester sachlich zugetragen sowie von den Kollegen genutzt werden würden auch durch den Börsenverein ausgehandelt werden kann.
Der Neubuchhandel (Herr Biester hat es erwähnt) bewegt sich schon in die richtige Richtung.
Für mich sind seit der Jugend Antiquare weise, ruhig und weniger streitsüchtig, Sie überlegen und haben die Erfahrung sich in Lebenslagen flexibel und flink geänderten Situationen anzupassen. Dem ist hier in Deutschland augenscheinlich nicht so.
Die sprachliche Besoffenheit kann ich nicht erkennen, vielleicht weil ich Ausländer bin oder nicht allzu steif mit Sprachen umgehe.
74 Beiträge - über 11000 Wörter und trotzdem das Thema verfehlt.
Ein Zeitgeistautor äussert sich zu neuen Medien, schweift kurz unbedarft und uninformiert das Thema Antiquariat und stellt fest, dass das Stöbern verloren gegangen sei. Ein Sicht aus dem Olymp eines Bildungsbürgers der seine Literatur in der Regel als Rezensionsexemplar über den Briefkasten bezieht und sich ansonsten mit moderner Kunst beschäftigten darf.
Die Generation Golf, die er schön in zwei Büchern ausgewälzt und abgearbeitet hat, wurde inzwischen von der "Generation DOOF" abgelöst und der ehemals zahlungskräftige gebildete Mittelstand ist zur "Generation arm" mutiert.
Der Weg von der Uni führt nicht mehr in die Karriere mit glänzendem Einkommen, sondern in die "Generation Praktikum" mit Hartz4-gleichen Einkommen und anschließendem Prekariat.
Das Literaturbudget von Studenten wandert nicht mehr ins Antiquariat, sondern auf das Konto der Universitäten, als Studiengebühren.
Nein das Stöbern ist nicht aus der Mode gekommen! Stöbern (im alten Sinne) ist ein Luxus, den sich heutzutage nur noch wenige leisten können. Ein Stöberbesuch im Antiquariat könnte ja neue Bedürfnisse wecken, die vielleicht nicht mehr zu bezahlen sind, weil man auch noch Tanken muss.
Das Internet hat das Stöbern verändert, aber es ist nicht verschwunden. Es hat sich verlagert. Man stöbert jetzt über Flohmärkte, durch Oxfam-Filialen oder durch die Gebrauchtmärkten der Sozialkonzerne (staatlich subventionierte Sozialkaufhäuser).
Verändert hat sich auch der stöbernde Kunde, dank des Internets ist er nicht mehr der nur zahlende Konsument, nein mit zwei, drei Klicks wird auch er zum Antiquar. Hat man sich früher über einen Fehlkauf geärgert und ihn trotzdem im Regal belassen, wird er jetzt für kleines Geld im Internet verhökert. Bei vielen geht der Trend auch darüberhinaus, zum Kaufen - Lesen und Wiederverkaufen.
Wir haben eine neue Qualität des Stöberns, wir werden zu einem Volk der Internet-Kleindealer. Nach einer Statistik des Branchenverbandes BITCOM
<a href="http://www.bitkom.org/de/presse/49914_46699.aspx" target="_top">http://www.bitkom.org/de/presse/49914_46699.aspx</a>
verkauft schon jeder fünfte Waren privat im Internet. Die letzten organisatorischen Änderungen bei EBAY z.B. tragen diesem Trend Rechnung und bevorzugen jetzt schon den Privatanbieter.
Die Kunst in Zukunft wird also die sein, in einem übersättigtem Markt trotzdem mit guten Angeboten Kunden zu locken, Angebote qualitativ so zu bündeln, dass es für Kunden eine Alternative zum Kauf von Privat ist. Kundenservice und Kundenbetreuung werden das A und O werden und hier ist die Einhaltung von Qualitätsstandards eines der wichtigsten Argumente. Man wird sich in Zukunft positionieren müssen.
Entweder verkauft man auf den zukünftigen Königsalleen im Internet (ILAB-LILA oder Prolibri / Mare-Libri - und dem ZVAB, wenn es die Qualitätskurve noch schafft, was zu hoffen ist) seine Bücher an Kunden, die es sich noch leisten können, oder versinkt in der Beliebigkeit der Restplattformen.
Zu beneiden sind auch die Kollegen, die ihre Kunden seit Jahren gepflegt und mit Listen und Katalogen versorgt haben und die sich jetzt beruhigt zurücklehnen können, um die Misere der Branche von oben zu betrachten.
Wobei man feststellen muss, das diese bei oben genannten Plattformen meistens schon vertreten sind.
Dies ist meine persönliche Meinung. Sie soll zum Nachdenken anregen nicht zum Diskutieren. Jeder Antiquar ist auch Unternehmer und für sein Schicksal selbst verantwortlich.
Mein lieber Herr Höfs,
nach 7 ( sieben ) Tagen melden Sie sich nun mit einem Beitrag zu Wort. Und was tun Sie? Sie geben uns den Oberlehrer: "74 Beiträge - über 11000 Wörter und trotzdem das Thema verfehlt."
Ich möchte dies mit einem Zitat aus der Feuerzangenbowle kommentieren: "Das war kein Meisterstück!" Aber: dies ist nur meine private und unmaßgeblich Meinung.
Bitte unterrichten Sie doch die hier zahlreiche versammelte Leserschar darüber, war Ihr Verein (Aboev) zu den Preiserhöhungen der Portale zu sagen hat.
Wie Aboev bei den Portalen interveniert hat.
Wie Aboev sich seine Arbeit als Interessensvertretung aller Antiquare vorstellt, vielleicht auch, warum Antikbuch24 aus der Initiative Antiquariatsrecht ausgestiegen ist.
Hat Aboev bereits im Namen seiner Mitglieder Beschwerdeschreiben an ebay-Deutschland verschickt, oder ebay-Deutschland auf mutmaßliche "private" Ebay-Anbieter mit 3000-4000 Büchern aufmerksam gemacht?
Es wäre schön, wenn Sie uns hierzu Informationen geben könnten.
Lieber Herr Höfs,
Sie setzen in gewisser Weise das unverbindliche Plaudern des ZEIT-Autors fort und setzen uns hurtig Thesen und Ansichten zum Nachtisch vor, die wir so aber, wie ich meine, auf keinen Fall verspeisen sollten.
Jedem einzelnen Ihrer Sätze müßte widersprochen werden, um ihn dann gemeinsam zu diskutieren und einem tieferen Konsens zuzuführen.
Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Machen wirs kursorisch:
Die Ansicht, Prolibri, dann auch noch mit der fürchterlichen Fehlkonstruktion Mare Libri, seien "Königsalleen" des Internet-Buchverkaufs, ist grotesk. - Das ILAB-Datenbänklein ist was ganz anderes - für Edelware konzipiert, dort erfolgreich, fürs Mittel- und Unterfeld völlig belanglos. Sie schwurbeln einher mit "Qualitätskurve", verstehen aber unter "Qualität" was? Wenn das die kümmerlich-nebensächlichen Dienstleistungen sein sollen, mit denen die unnennbare Genossenschaft (ist es so besser, Kollege Heuberger?) ihr Miniunternehmen bewirbt, dann verstehe ich unter Qualität etwas s e h r anderes. Nämlich z.B. Sacherschließung, bibliographische Nachhilfe, Schlagwort- und Sachgebietspflege. - Unglücklich Ihre Idee, sich dem rückwärts gewandten Verzweiflungszug zu "Listen und Katalogen" voller Sympathie zuzuwenden - das sind Akte der Verzweiflung vor dem endgültigen Verschwinden dieser heute ganz un-möglichen Darbietungsform. Die Katalogkunden verschwinden, es ist eine Frage von wenigen Jahren. Laden und Internet - das ist die Zukunft. Müßte man diskutieren, stimmt. Aber so, wies die AG jetzt gerade macht, mit ihrem Sammelkatalog ausgewählter Mitglieder, geht es schon gar nicht! Da sich die aber nicht zu Antworten bequemen, hab ich auch keine Lust, den AGlern herzubeten, weshalb sies so nicht machen dürfen, aus mehrerlei Gründen nicht. - Der Markt ist nicht "übersättigt" - er kann nur von vielen potentiellen Kunden nicht für sich erschlossen werden, woran w i r schuld sind. Die Privatverkäufer spielen aus mancherlei Gründen immer nur eine begrenzte, nicht weiter gefährliche, wenn auch äußerst unangenehme Rolle. Internet-"Kleindealer" (was ist das bitte für ein Unwort?), also Kleinverkäufer im Netz scheitern, wie wir Antiquare (die es besser könnten) an der Unübersichtlichkeit, bibliographischen Unkenntnis und der Bequemlichkeit der Käufer. Unsoweiter...
Da wir tatsächlich über j e d e n der von Ihnen angeführten Punkte k o n t r o v e r s diskutieren müßten, breche ich hier ab. Ceterum censeo: Wir brauchen ein kontrolliertes, aber für jeden der 1000 Händler o f f e n e s Fach-Diskussionsforum vom Parsimony-Stil. Börsenverein an die Front!
---im Übrigen hat Kollege Paulitz natürlich Recht:
Ganz egal, was die kommenden Aufgaben sein mögen, vorankommen, diskutieren, unser Erfahrungswissen zusammenführen und dann h a n d e l n, um aus der gegenwärtigen
*Absatzkrise
herauszukommen, können wir nur durch einen wie immer gearteten Zusammenschluß.
Schaffen wirs nicht bis zum Kommentar Nummer 100 ?
Zu Nr. 74
Im Spiegel lese ich: "Burn-out in der Partyzone" - hier von der "Generation Golf", die wie ein Zombie zur "Generation arm" mutiert.
Wenn Polylux ein "Downshifting" veranstaltet - hier tun's die Studiker der "'Generation Praktikum' mit Hartz4-gleichen Einkommen und anschließendem Prekariat".
Wow. Was für ein Haufen gleichmäßig verteilter Verallgemeinerungen an einem Tag.
Was sollen wir von den "zukünftigen Königsalleen im Internet (ILAB-LILA oder Prolibri / Mare-Libri - und dem ZVAB" halten?
Auf ILAB finde ich zahlreiche wirklich gute Antiquare nicht, die sich jedoch für ABE nicht zu schade sind. Königsalle?
Auf Prolibri finde ich soviele gute, weniger gute u.s.w. Antiquare nicht, die sich jedoch für ZVAB nicht zu schade sind, auch ein Königsweg?
Dafür finde ich aber auf Prolibri so gute Einbandbeschreibungen wie "Halbleinen , illustr. Pappeinband mit Mao.Portrait". Genial.
Auch das ist nicht zu verachten: "Oberhausen Asso-Verlag 1986. Sehr gut erhaltene broschierte Ausgabe von 1986". Oh, wirklich aus diesem Jahr?
"Ge. Ausgabe mit Schutzumschlag" (jetzt reicht's aber, Lampernist, sonst sind die Dir wirklich böse!)
Freundliche Grüße, L.
Lieber Lampernist,
ist „Königsalle“ so viel besser?
Dient es der sachlichen Auseinandersetzung, die Schwachstellen eines Kollegen herauszupicken und zu veröffentlichen?
Wo kann man sich Ihre Buchbeschreibungen ansehen?
Fragt
Herbert Meyer
...natürlich sind das, bei Lichte betrachtet, Belanglosigkeiten. Aber die unaussprechliche Genossenschaft hat es sich selber zuzuschreiben, wenn man sie mit einer besonders genauen Elle mißt immer dort, wo sie - ganz unnötigerweise - damit wirbt, in Formalien exakter und besser kontrolliert zu sein als ihre Mitbewerber.
Das ging zu Zeiten sehr weit - vor Monaten mußte ich hier das ZVAB auffordern, in Sachen unlauteren Wettbewerbs gegen Prolibri tätig zu wrden. Die Versuche von Prolibri, indirekt andere Datenbanken
*herabzusetzen,
waren über jedes Maß hinausgeschossen. Erinnern Sie sich noch an den - dann hurtig getilgten - Werbetext für die Hamburger Veranstaltung?
Inzwischen ist es ja besser geworden.
Im Übrigen: Das Herumreiten auf angeblich oder tatsäch