18.07.2008
Print on Demand"Echte Chance für den Buchhandel"
Wo könnten die Print-on-Demand-Geräte aufgestellt werden?
Hagenmüller: An allen Orten, wo Bücher gekauft und gelesen werden, also vor allem in Buchhandlungen und in Bibliotheken. Denkbar sind aber auch Flughäfen. Dort besteht ein großer Bedarf an Literatur, das Angebot ist aber meist doch sehr eingeschränkt.
Was sind die Vorteile?
Hagenmüller: Ein Buchhändler kann mit einer Espresso Book Machine (EBM) Tausende von Büchern direkt lieferbar halten, ohne sie bestellen zu müssen. Für ihn ist es eine echte Chance, weil er damit sein Sortiment stark erweitern, Nischen- und kleinauflagige Titel anbieten und somit auch vom Long Tail profitieren kann.
Welche Kosten entstehen für einen Buchhändler?
Hagenmüller: Die Kostenstruktur ist variabel, das heißt nur das, was gedruckt wird, wird der Buchhandlung oder der Bibliothek auch in Rechnung gestellt. Unter dem Strich sind die Margen aus dem EBM-Geschäft mit denen des traditionellen Geschäfts vergleichbar. Die Kosten für das Gerät fließen in die Kalkulation ein und amortisieren sich im Laufe der Nutzung, ähnlich wie es im Kopierergeschäft der Fall ist.
Welche Titel können auf einer EBM gedruckt werden?
Hagenmüller: Zum Start natürlich alle rund 70.000 digital vorliegenden BoD-Titel, aber grundsätzlich steht dieser Vertriebskanal allen digitalen Inhalten offen. Über weitere Contentanbieter, die dies nutzen wollen, würden wir uns freuen.
Führen Sie schon Gespräche mit Buchhandlungen?
Hagenmüller: Wir stehen jetzt erst ganz am Anfang. Ich gehe aber fest davon aus, dass wir bis zur Frankfurter Buchmesse die erste Installation verkünden können.
Welche Zukunft sehen Sie für diesen Vertriebskanal?
Hagenmüller: Wir sehen ihn als weiteren Schritt im On-Demand-Druck. Bisher produzieren wir unsere Titel zentral und liefern sie über das Barsortiment oder die Verlagsauslieferung aus. Der dezentrale Druck über EBM wird die bisherige Vorgehensweise nicht ablösen, aber ergänzen.
Interview: Eckart Baier
- BoD druckt mit Espresso-POD-Maschine [16.07.2008]


14 Kommentare
Und jetzt drucke ich eben meine Lieblingslektüre beim Buchhändler selbst aus, denn der Freund eines Freundes schreibt schon seit er fünf Jahre alt ist – der hat Erfahrung, das muss doch gut sein. Sein Talent, da ist er sicher, wird einfach von etablierten Verlagen nur ignoriert - womöglich eine Verschwörung oder – noch schlimmer – Rassismus!
Ich bin bestimt nicht immer einverstanden mit den Mechanismen des aktuellen Buchmarkts. Gutes wir häufig genug zukunsten eines Provo-Ghostwriter-Promi-Textes, eines bereits etablierten Autors aus USA oder einer undurchsichtigen Verlagsstrategie ("XY-Romane sind out!", befindet die Lektorin und muss festellen, sie hat sich geirrt) abgelehnt. BOD ist mE keine Lösung, denn es fehlen wichtige Regularien wie Marktanalyse (liegt meist ja nicht soo falsch, wie oben erwähnt), Vertrieb, Marketing und Lektorat. Wer einmal seinen Text durch ein kompetentes Lektorat diskutiert hat, weiß, wovon ich sprechen.
»Autorinnen und Autoren zweiter Klasse« sind dies nicht umsonst. Vorerst, man lernt ja auch aus Fehlern. BOD braucht kein Mensch – Vanity Press ist eben shiny, aber überflüssig.
Ein oberflächlichliches und einseitige Urteil, dass der Problematik keinesfalls gerecht wird. Wir werden es erleben, dass auch klassische Verlage und Buchhandlungen bei BoD einsteigen. Wer heute vor BoD mit dem Argument von mangelhaftem Service warnt, vergisst die Problematik mit den teueren so genannten Kostenzuschussverlagen und mit jenen Lektoratsangeboten, die aus der Not unbekannter Autorinnen und Autoren ein lukratives Geschäft machen. Es sind gerade jene Leute, die BoD so madig machen wollen.
Um eines definitiv festzustellen: BOD hat mir, wie auch vielen anderen Autoren endlich die Möglichkeit gegeben, eingene (mehr oder minder literarisch wertvolle) Publikationen unter die Leserschaft zu bringen. Die "Erfindung" des POD betrachte ich für mich als Revolution! Der Vertriebsweg über BOD und das damit verbundene "Hineinsickern" in Portale wie amazon, bol, und auch ebay gibt gerade kleinen Autoren wie mir einen Schub und ein angenehmes Gefühl. Kein Schlangestehen bei Verlagen, Lektoren und Klinkenputzen.
Somit bleibt nur eines festzustellen: BOD erfüllt in allen Punkten die Erwartungen eines Menschen der qualitativ und quantitativ ein Buch oder eine andere Publikation veröffentlichen will.
Um jedoch nicht vom Thema abzuschweifen und zur Espresso Book Machine zu kommen. Zweifelsohne ist die Invention dieser Espresso Book Machine bahnbrechend. Ob diese jedoch in Buchhandlungen stehen müssen, wage ich jedoch zu bezweifeln. Nicht das die Buchhandlungen (besonders die kleineren und mittleren) mit zunehmender Filialisierung und Onlineangeboten zu kämpfen haben, nein nun soll auch noch eine Espresso Book Machine dort Einzug halten. Spinnt man dieses Szenario in die ferne Zukunft weiter, so könnte das nach "Orwellschen-Theorem" bedeuten, dass es bald keine Buchhandlungen mehr geben wird; dass nur noch eine Espresso Book Machine im Vorraum eines Supermarktes steht. Vorab bleibt ein wichtiger Punkt: Die Espresso Book Machine ist nicht für den ländlichen und mittelstädtischen Buchhandlungsraum finanzierbar und durchsetzbar. Ich persönlich könnte sie mir in großen Universitäten zur Herstellung sämtlicher Publikationen auf dem wissenschaftlichen Sektor, von Doktorarbeiten u.ä. jedoch sehr gut vorstellen.
Im so frühen Vorfeld kann man über die Espresso Book Machine jedoch sehr viel herumdiskutieren. Die Gretchenfrage ist: "Wie wird der Konsument diese Maschine aufnehmen? Wird er (evtl. durch Personal angeleitet mit ihr umgehen können?"
Nebenbei schaute ich mir auf der Internetpräsenz des Herstellers das zugehörige Demonstrationsvideo dieser Maschine an. In der Tat handelt es sich um ein "Koloss" von Maschine (was jedoch auch nicht vermeidbar ist) und zudem erscheint mir die Geräuschkulisse dieser Maschine etwas zu hoch, aber an sowas kann die Technik ja bekanntlicherweise in der heutigen Zeit arbeiten.
Richten wir nun noch einen kleinen Blick in die Buchhandlungen und deren Verhältnis zu BOD-Titeln. Natürlich ist es schwer BOD-Titel auf Lager zu halten und in der eigenen Buchhandlung zu vertreten. Dies liegt vor allem an der immensen Vielfalt dieser Titel. Jeder wird mir bestätigen, dass es in der heutigen Zeit schwer ist, den Kunden vom sogenannten "Mainstream" wegzulocken. Mit der derzeiten Philosophie vertritt BOD meines Erachtens ein gutes gesundes Mittelmaß. Der Buchmarkt wird durch Abfassungen aller Couleur bunter und abwechslungsreicher gehalten. Herr Kuss trifft dies in den ersten zwei Sätzen seines ersten Kommentars auf den Punkt.
Meiner Meinung hangelt es sich bei der Frage, warum man BOD-Autor geworden ist nur um zwei gewichtige Punkte:
1. Man kann unkompliziert seine eigene Publikation auf einem flächendeckenden Markt anbieten
2. Man kann mit oder auch ohne Lektorat das schreiben, was einen bewegt, man kann der Leserschaft das mitteilen, was einem wichtig ist, ohne auf Verkaufszahlen zu schauen.
Herr Kuss bezeichnet BOD-Autoren als "Autorinnen und Autoren zweiter Klasse". So hart möchte ich es nicht sagen. Ich möchte sie lieber als "andere Autorinnen und Autoren" bezeichnen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die ohne jeglichen Einfluss endlich ihre eigenen Ideen verwirklichen können.
Abschließend bliebe also nur folgendes: Ich wüsste nicht ob sich eine Buchhandlung eine Espresso Book Machine hinstellen sollte, könnte, müsste.
Da jedoch, wo sie hingehört (nämlich in den unternehmensgeführten POD-Bereich) sollte sie auch bleiben. Ferner halte ich die o.g. Gesamtproblematik in ihrer Gänzlichkeit noch viel zu früh um zu diskutieren. Schließlich müssen auch noch die betriebswirtschaftlichen Faktoren analysiert werden.
Lieber Gruß
Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau
Ein sehr schöner Beitrag! Danke!
Werden durch so einen Automaten wirklich mehr unbekannte Autoren gelesen? Als Kundin schmöker ich lieber in einen Buch, und kaufe es dann, wenn es mich fesselt. Außerdem habe ich ich meine leisen Zweifel an dem Druckergebnis ...
j. Rahtjen
bookmarathon
Thanks :-)
Das Druckergebnis ist meines Erachtens sehr gut. Man kann seine eigene Schriftart und auch Bilder unterbringen. Von Autorenseite kann ich sagen, dass alles möglich ist, was man will. Somit kann ich nur bestätigen und feststellen, dass das Druckergebnis auf jeden Fall sehr gut ist.
Gewiss.... Das Rumschmökern würde durch die Maschine natürlich verloren gehen.
So nebenbei einer fürs Wochenende:
Bücher sollen einen nicht nur fesseln, sie sollen einen auch wieder loslassen.
In diesem Sinne ein schönes Wochenende von
Jörg Jahn-Meyer
Inhaber The Book Buchhandlung Stolzenau
Inhaber The Book Buchhandlung Liebenau
Was aber übersehen wird: Dieses Geschäftsmodell gibt es schon seit der aztekischen Knotenschrift, ist auch heute noch in jedem Schreibwarenladen zu haben: Stift und Papier etc.
Warum ist am Flughafen das Angebot eingeschränkt? Weil solch eifrige BWLer wie dieser Herr ausgerechnet haben, daß diese Ware zuviel Platz wegnimmt und andere Waren schneller umgesetzt werden. Und dann will dieser Knabe da solch eine Maschine hinstellen? Vanity und Men'sHealth werden trotzdem schneller umgeschlagen
Ach, ich liebe sie, diese frischen gebügelten eifrigen Ideen-Ausbrüter ;=)
Wir werden in wenigen Jahren über eine kombinierte Laserdruck- und Bindemaschine verfügen, die bis in mittlere Haushalte hinunter *überall stehen wird* und dem Nutzer das automatische Herstellen bescheidener klebegebundener Bücher in einem Standardformat, vermutlich zwischen A5 und A4, ermöglichen wird. Ich nenne das Volks-Laser.
Zu einer etwas verschlankten, entfeinerten Herstellungsweise brauchen wir nämlich keinen schweren großen Apparat mehr - das geht dann wesentlich preiswerter und eleganter zu machen.
Die Folge ist, daß mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sich der kleine Mann heute Einzelseiten in A4 ausdruckt, er sich dann auch "seine Bücher" herstellt. Ein entsprechendes PDF-Einheitsformat wird zum Herunterrechnen aller Formate dienen.
2.
Nun wirds spannend. Der Privatmann darf sich natürlich urheberrechtsfreie Texte, namentlich die von Google, den US- und den französischen sowie die zurzeit in München gescannten Titelmillionen, ausdrucken. Die urheberrechtsgebundenen darf er zum persönlichen Gebrauch ausdrucken, oder er darf es auch nicht. Hier ist die Sachlage reichlich kompliziert, darauf gehe ich nicht ein.
Sagen wir einmal, der Privatmann dürfte sich "sein" eigenes Exemplar ausdrucken zum privaten Gebrauch - er b e k o m m t den Text aber nicht übers Netz (auch dazu wieder allerlei wenn und aber, aber lassen wirs).
Wohl bekommt ihn oder wird ihn bekommen: die einzelne Buchhandlung. Warum sollten wir sie nicht grundsätzlich sehen und bewerben als *autorisierte Rechteverwalterin*
urheberrechtsgebundener, aber nicht mehr lieferbarer Titel?
Damit ergeben sich hochinteressante Querverbindungen zum Antiquariat.
3.
Der urheberrechtsgebundene, nicht mehr lieferbare Titel ist also entweder im Antiquariat zu finden - - oder aber in den eingescannten Textseiten der Neubuchhändler. Die Neubuchhändler haben nämlich mit Google, der StaBi München oder dem Europarat (bei Erwähnung des Wortes Börsenverein in diesem Zusammenhang bricht mir der Federkiel ab) ein Archiv der Scans urheberrechtlich geschützter Texte eingerichtet, auf das n u r s i e , die Neubuchhandlungen, zugreifen dürfen.
In jeder Neubuchhandlung steht nun ein etwas besserer Volks-Laser. Über ein Sicherungssystem ist gewährleistet, daß nur der autorisierte Neubuchhändler per Internet Zugang zum eingescannten Material hat.
4.
Wenn nun der Kunde einen Titel sucht (sie wissen: Nicht mehr lieferbar, aber noch urheberrechtsfrei), dann kann er
a) beim Ladenantiquar nachsehen, ob er den Titel zufällig hat. Das ist ein mühsames Geschäft und im Unterschied zum "Stöbern" auch recht frustrierend - man sollte kein Antiquariat besuchen mit (nur) "dem" genauen Titel im Kopf, den man sucht.
b) Übers ZVAB den Titel bestellen. Fast immer wird man da fündig werden. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die recht hohen Preise (glauben Sie nicht an das Märchen der 1-Euro-Bücher im Netz, das sind Ausnahmen), die in letzter Zeit immer unverschämteren Portosätze, die Ungewißheit des Buchzustands (Raucherexemplar, angeschmutzt, unterstrichen, zuletzt auf dem Klo gelesen) und die Lieferzeit mitsamt einer dreisten DHL, die nur noch Abholkarten in Ihren Briefkasten wirft, damit die Dividende stimmt.
c) beim Neubuchhändler über Antiquaria bestellen. Eine Aktion, die immer noch die Unwägbarkeit des Zustands in sich birgt, an Umständlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt und in der jetzigen Form eine schreckliche Geschichte von Fehlplanung und verpaßten Chancen ist - keine Sternstunde des ZVAB.
d) gegen eine bestimmte Gebühr die geschützten Scans von der gleichen Zentralstelle aus "kaufen" zur einmaligen Verwendung, von der auch die Neubuchhandlung - siehe e) - ihren Text erhält. Ich frage mich, ob man das zulassen will. Die ideale Lösung wäre, daß die direkte Bezugsmöglichkeit durch den Endnutzer wegfällt.
e) Es ist die Neubuchhandlung und nur sie allein, bei der
*die Scans der urheberrechtlich geschützten Titel in Buchform als Repro gekauft werden können.
Damit erweitert sich die Neubuchhandlung virtuell zum Depot a l l e r nicht freien Titel.
Von den damit verbundenen Werbe- und Imagevorteilen für die Neubuchhandlung brauche ich nicht zu reden, die liegen auf der Hand. Die Preisgestaltung wird den mittleren Ansatz der übers ZVAB lieferbaren Titel berücksichtigen, Transportkosten einkalkulieren und dann wohl in den meisten Fällen parallel zu den im Antiquariat üblichen Preisen liegen (soweit es sich nicht um Problembereiche wie Volksfrömmigkeit, Trivialroman usw. handelt).
Die Rückvergütung von den gefertigten Ausdrucken zu den Besitzern des Urheberrechts ist automatisiert gut möglich. Soweit keine Besitzer zu ermitteln sind, das sind weit über 50 % aller Titel, tut man ein gutes Werk, wenn man die sehr segensreichen Versorgungseinrichtungen für alte Schriftsteller damit alimentiert.
Einige sehr schwere Bretter wären natürlich zu bohren in diesem Zusammenhang, von der technischen Entfeinerung der Laser- und Bindemaschinen in den Neubuchhandlungen bis hin zur Zusammenarbeit (oder zum Vernichtungskampf) mit den Antiquaren.
Nota: Ich halte das Urheberrecht über weite Strecken hin für ein Verhängnis und sehe bestimmte Verlage geradezu als schädliche Drohnen an, die das Geistesleben behindern, indem sie auf uralten Rechten sitzen und dem Nutzer Daumenschrauben anlegen. Um diese sehr schädliche Imageverdüsterung zu vermeiden, würde ich dem Neubuchhandel anraten, das Modell nur durchzuführen mit einer
*sehr liberalen Zugangspolitik für Schule, Universität und Forschung.
Das müßte Hand in Hand gehen mit der Einführung eines solchen Modells, das den Neubuchhandel virtuell zur Rechteinhaberin bzw. Vergabezentrale für geschützte Titel machten würde.
Male ich mir das Extrem aus, so druckt BoD selbst gar keine Bücher mehr, sondern verteilt ausschließlich Buchmaschinen, die online mit einer riesigen Datenbank verbunden sind. Die Leserin und der Leser dürfen sich, vermutlich ebenfalls online, das Buch der Wahl aussuchen. Vielleicht sogar mit der Möglichkeit, Schriftart und Größe zu variieren. Jetzt ist der Gang zur Buchmaschine fällig oder man ruft den Buchmaschinen Besitzer seiner Wahl an und bittet ihn, das entsprechende BoD Buch auszudrucken. Man käme dann gelegentlich vorbei um es abzuholen.
Hat die Leserin oder der Leser einen Vorteil? Nein. Den einzigen Vorteil hat BoD, denn wesentliche Teile des Geschäftsprozeßes werden vor Ort an die dezentrale Buchmaschine ausgelagert. Die Autorinnen und Autoren haben gar nichts davon. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ein durch falsche Schriftartwahl unleserlich gewordenes Buch wird wieder aus der Hand gelegt.
Mit vielen Grüßen, Dieter Frieß
solche langen Texte sind natürlich als Diskussionsgrundlage gedacht - unter einigen Stunden brainstorming ist da gar nichts zu machen. Ich schreib einfach erstmal hin, was mir so durch den Kopf geht.
Die großen Linien würde ich so ziehen:
1)
In wenigen Jahren wird sich herumgesprochen haben, daß alle urheberrechtsfreien Texte aus dem Netz im Handumdrehen auszudrucken sind. Der "Volksdrucker" kommt, glauben Sie mir, also die Druckstation des kleinen Mannes. Google schläft nicht.
2)
Die Preise der Neubücher sind, bis in die Taschenbuchebene hinunter, heute so hoch, daß eine gute Laserkopie spürbar, in der Regel sogar weitaus preiswerter zu stehen kommt als der Erwerb des lieblos gelumbackten Buchs. Ich glaube, ohne das Modell genau zu kennen, daß Druckeinrichtungen wie die hier vorgestellte, auf einer längerfristigen Leasingebene,
***gleichwertige Bücher herstellen können
wie die, die heute von den Verlagen kommen, zu ähnlichen Preisen.
3)
Nichts ist einfacher als das Verwalten und verschlüsselte Zurverfügungstellen von hunderttausenden von Buchtexten. Die Verlage, Erben, Agenten haben qua 70jährigem Urheberrecht die alleinige Verfügungsgewalt. (Ich sage schon im Hauptarttzikel, daß das Urheberrecht im Netz natürlich weitaus komplexer ist - aber darauf läufts hinaus, in etwa).
Nun wird der Buchhändler nicht nur zum Verkäufer des Buchs, das er ***körperlich vom Verleger angeliefert bekommt, sondern er wird zum ***Drucker, besser: zum Hersteller desjenigen Buchs, zu dem ihm der Verleger /Rechteinhaber den Text ***vrituell anvertraut hat zum Weiterverkauf.
Seien Sie zu später Stunde freundlich gegrüßt von Ihem
Peter Mulzer
:o)
Barsortiment und Büchersammelverkehr in Ehren. Ich kenne die internen Kostenfestsetzungen dort nicht, darf aber vom Antiquariat her feierlich feststellen: Die Transportkosten (besonders, aber nicht nur im versicherten Versand) sind inzwischen derart hoch, daß eine Herstellung am Ort der Abholung, in der Buchhandlung also, immense Summen an Transportkosten erspart.
Ich bin schon lang leicht amüsiert über das aufgeplusterte, offenbar nicht in Frage gestellte Wachstum der Warenbeförderungsbranche, inbesondere der Carriers wie DHL, Hermes usw. - ungeachtet der stetig wachsenden, unverschämten Kosten.
Hier ist es an der Zeit, rigoros über
*Transportvermeidung
nachzudenken und diese ärgerlichen Drohnen und Mitesser - nichts anderes sind die Transporteure von der Ware her betrachtet - auszuschalten.
Wird es nur auf "books on demand" beschränkt, wie im Hauptartikel ausgeführt, wird natürlich nichts daraus. Diese Basis ist viel zu schmal, profitieren würden nur wenige große Buchhandlungen.
Die Antiquare sind qua Beruf (auch) die Verwalter der urheberrechtsgeschützen, aber nicht mehr lieferbaren bzw. gebrauchten Bücher. Hier wären - immer im engsten Zusammenhang mit einem *erweiterten* Books-on-demand-Projekt - Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Antiquariat gegeben, die völlig anders aussehen sollten als das mehrfach behinderte, taubstumme Kindlein "antiquaria", mit dem das ZVAB diese Kooperationslinie blockiert und die damit zusammenhängenden Chancen vertan hat.