18.07.2008
AntiquariatUmsatzstatistik Antiquariat erstes Quartal 2008
Danach war die Umsatzentwicklung der teilnehmenden Antiquariate im ersten Quartal des laufenden Jahres negativ (minus 5,3 Prozent). Der über das Internet abgewickelte Umsatzanteil liegt bei 51 Prozent (Ladengeschäft 20 Prozent; Versand 20 Prozent; Messen/Märkte 9 Prozent). 55 Prozent des Umsatzes wurde mit Büchern erzielt, die nach 1945 erschienen sind. Umsatzverteilung In- und Ausland: 83 zu 17 Prozent.
An der Erhebung beteiligen sich gegenwärtig knapp 20 Antiquariatsfirmen. Kostenfrei teilnehmen können an der anonymen Umsatzstatistik, die auch eine individuelle Betriebsauswertung beinhaltet, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, des Verbands Deutscher Antiquare und der Genossenschaft der Internet-Antiquare (GIAQ). Nach Absprache besteht auch für Nicht-Mitglieder die Möglichkeit einer Beteiligung gegen eine geringe Gebühr.
Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V.
Dr. Björn Biester
Großer Hirschgraben 17–21
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069/1306-469
Fax 069/1306-394
biester@boev.de
- Umsatzstatistik Antiquariat 2007 [18.04.2008]
[...] Tags: Umsatzstatistik Antiquariat

54 Kommentare
Nur die Antiquare schlafen sanft weiter, sofern sie nicht wie die Hühner aufgeregt und töricht an Rhein und Ruhr herumgackern, was manchmal noch mehr schadet als die übliche Totenstarre.
Was würde ich tun, wenn ich einige Wünsche an die Fee aus der bescheidenen Märchenbuchecke, Abteilung Bartels-Weißensee, frei hätte?
1.
Untersuchung zur Frage, was der Grund dafür ist, daß das Antiquariat vom Boom der Neubücher derart abgehängt wird.
2.
Entwickung von kurz- und mittelfristigen Strategien, um den Absatz unserer Bücher vor allem aus dem Mittelfeld zu erweitern hin zu denjenigen Neubuchkäufern, die bisher (noch) keine Altbuchkäufer sind.
Hierzu brauchen wir eine
*Allianz mit dem Neubuchhandel.
(Wenn jetzt jemand "antiquaria-Programm" sagt, kriege ich Heulkrämpfe).
3.
Fast alle denkbaren Fördermaßnahmen in Sachen Absatz bedingen die berufsständische Vereinigung möglichst vieler Antiquare. Dabei wird man möglicherweise den notorisch arroganten und eigensüchtigen Verein der Spitzenhäuser, für die Kollege Köstler leider sehr repräsentativ steht, außen vor lassen.
Denn neben ihrer Verachtung der Billigbücher und ihrer schwer erträglichen Arroganz kleineren Kollegen gegenüber sind sie bei näherem Hinsehen mehr *Kunsthändler* als Buchantiquare. Sie behindern die Anstrengungen ihrer mittleren und kleineren Kollegen.
4.
Ich würde der Fee einige Geistesblitze abhandeln wollen, um einen Werbe- und Imagefeldzug der verbleibenden rd. 900 Buchantiquare in Gang zu bringen. Das geht am besten mit der Sympathie, mit dem goodwill, das die kulturell interessierte Öffentlichkeit e c h t e n Berufsvereinigungen immer entgegenbringt. Deshalb ist unsere Unaussprechliche am Nordrhein ja so schädlich: Sie verschenkt tröpfchenweise eine Idee, die gemeinsam zu einem ansehnlichen Fluß werden könnte.
5.
Die Datenbankfrage ist dann tatsächlich sekundär. Es geht ja primär um eine Absatzsteigerung, nicht (nur) um eine preiswertere oder sicherere Datenbank. Haben wir ein mächtiges Absatzinstrument geschaffen, rennen die Datenbanken ohnehin hechelnd hinter uns her.
Die allgemeine Berufsvereinigung kann dann die Bedingungen aushandeln und diktieren.
Das geht aber nicht durch Miniaturisierung wie im Fall der Quack "einige Antiquare haben eine kleine Genossenschaft gebastelt - schaut mal her wie putzig, mögt ihr dort nicht einkaufen?" und auch nicht durch Großsprecherei oder gar Lüge. Denn j e d e r Antiquar, auch der beim Kunden um die Ecke, muß das große Plakat im Fenster haben, das den machtvollen Zusammenschluß der Buchantiquare beweist.
Was das ZVAB jetzt kümmerlich, holprig und nur bescheiden macht, nämlich eine kulturelle Förderung des Altbuchabsatzes, das muß dann im großen Rahmen geleistet werden, mit dem Gewicht unserer Berufsgruppe, die - ich wundere mich jeden Tag neu darüber - in der Öffentlichkeit ein sehr gutes Image hat.
Anders als Herrn Köstlers Versteigerer, nach deren Besuch der Mann aus dem Volke erstmal im Buffet nachsieht, ob die Silberklöffel noch da sind. Will sagen: Die Ausgangslage für eine breit Angelegte Image- und Absatzwerbung für das Antiquariat wäre sehr gut.
Meine Bartels-Weißensee-Fee blickt etwas begriffsstutzig drein. Bei den Chromotafeln hat man immer gespart in Berlin.
Wer sich an dieser meiner Einschätzung stößt, der möge sich jenes Köstler-Posting, Thema "Hartz 4-Antiquare" noch einmal vornehmen, mit dem er uns vor einigen Tagen erfreut hat.
Ein ungeheuerliches Stück deutscher Prosa, das ich zwar teils auf Karl May zurückführe, das aber doch tief blicken läßt ins blaue Wasser des Tutzinger Sees.
Wohl aber nehme ich die moralische Basis Ihres Wirkens unter die Lupe. Wer so wie Sie mit Kollegen umgeht, der mag vielleicht keine schmutzigen Füße bekommen - aber ein verdüstertes Herz.
In der Karl-May-Frage habe ich mich zurückgehalten aus Rücksicht auf Ihr Amt und den freundlichen Briefwechsel seinerzeit - - ich kann bei Bedarf aber auch sehr deutlich werden:
Spätestens nach dem Debakel mit Ihrem sogenannten gutachtlichen Schreiben in der Karl-May-Sache (über die eine ganze Welt den Kopf geschüttelt hatte) hätte man Roß und Reiter nennen Ihre Rolle etwas deutlicher herausarbeiten sollen - in einer der größten Schmierenkomödien im Kulturbetrieb der letzten Jahre.
Sie spielen darin eine Hauptrolle. Was für eine Lust, unter Ihnen als Vorsitzender wirken zu dürfen. Welch glorreiche moralische Instanz...
wenn ich mir so das Foto auf Ihrer Homepage betrachte ...
Sie scheinen ja schon mal für die Papstnachfolge zu üben, oder?
<a href="http://www.autographs.de/images/bio001.jpg" target="_top">http://www.autographs.de/images/bio001.jpg</a>
Zur Ec(c)o Thematik noch folgender Lesetipp:
Matthäus 7,3
Das ist doch eine schöne Sache.
Die Auswertung einer vom Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein durchgeführten Umsatzstatistik liegt jetzt für das erste Quartal 2008 vor."
Hoppla dachte ich, endlich einmal Zahlen einer ganzen Branche. Seriös aufbereitet von klugen Köpfen der Uni Köln.
Der Umsatzentwicklung konnte ich zwar nicht zustimmen, aber vieleicht, dachte ich jedenfalls, bin ich da einfach eine Ausnahme. Außerdem verkaufen die Antiquare ja auch ganz andere Ware. Oder etwa doch nicht?
Aber stutzig gemacht hat mich: "55 Prozent des Umsatzes wurde mit Büchern erzielt, die nach 1945 erschienen sind"
Die Zahl hätte ich gern noch einmal etwas aufgeschlüsselt gehabt. Denn da fängt für mich die Schnittmenge zwischen einem Antiquar und uns Gebrauchtbuchhändlern an.
Und ein lächeln konnte ich mir dann doch nicht verkneifen:
"An der Erhebung beteiligen sich gegenwärtig knapp 20 Antiquariatsfirmen. "
Na dann.... ähem... ja dann muss die Statistik natürlich Qualität und Aussagekraft besitzen. Mich würden dabei die Umsatz- und Verkaufszahlen interessieren.
Aber wirklich zum lachen gebracht, haben mich die Reaktionen. PM eröffnet mal wieder mit einer Abhandlung über die Weltwirtschaftskrise der Antiquare. Und natürlich wie dieser Kampf aus der Krise geführt werden könnte. Bla, bla, bla...
Es ist doch ganz einfach: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Und, Frl. Mulzer, da können Sie sich die Fingerchen wund schreiben, aber der Markt reguliert sich selbst. Und wenn ich meine Bücher 50 % billiger verkaufe, dann können noch mit den Füßchen aufstampfen und rumheulen. Auch auf den Boden werfen ist nicht sehr hilfreich. Ich verkaufe... und selbstverständlich immer noch mit Gewinn!
Mir ist es völlig egal, welche Gruppen, Vereine oder was auch immer sich irgendwo bildet. Am Ende geht es um Verkaufszahlen. Und da können Sie fabulieren wie ein Weltmeister, Sie werden die Entwicklungen nicht aufhalten.
Das ZVAB ist ein schönes Beispiel: Noch ein paar Monate, dann werden auch dort die Pricetoolanbieter den Markt beherrschen.
Sie mögen Leute wie mich nicht ernst nehmen. Das ist Ihr gutes Recht. Aber gestatten Sie mir ein lächeln, wenn ich derzeit etwas von Umsatzrückgang lese.
Es findet ein Umverteilen statt. Mondpreise, die es über Jahre im ZVAB gibt, schlagen ins Gegenteil. Und der Durchschnittspreis sinkt. (Auch wenn die ZVAB-Macher etwas anderes behaupten. Auch dafür ist eine Software recht interessant.)
Ich hätte gern noch ein paar Punkte aufgegriffen, aber leider muss die Arbeit für Morgen vorbereitet werden.
Grüße aus der Kuschelkurszentrale
j. rathjen
bookmarathon
Es ist nicht das Ziel der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels finanzierten Umsatzstatistik Antiquariat, Entwicklungen aufzuhalten. Es geht um den Versuch, Zahlenmaterial für den Branchenzweig zur Verfügung zu stellen. Und: die Übergänge vom klassischen Antiquariats- zum Gebrauchtbuchhandel sind heute oft fließend, jedenfalls im Internet.
Werte Frau Rathjen,
ich verstehe nicht warum Sie hier immer so einen Tanz veranstalten. Haben Sie es wirklich nötig so zu protzen?
Wenn ich mir Ihr amazon-Konto so ansehe, so sind Ihre Umschlagzahlen durchschnittlich.
Ihre Angaben im ZVAB sind bewußt irreführend, da Sie einerseits in jeder Artikelbeschreibung plappern "Achtung nur gegen Vorkasse", andererseits in dem Bereich, in dem im ZVAB zu den Artikeln die Zahlungsmöglichkeiten angezeigt werden, jeweils Zahlung per Rechung anbieten.
Wer schlecht gelaunt ist, der schickt Ihnen dafür eine freundliche gebührenpflichtige Abmahnung. (Keine Sorge: ich habe gute Laune.)
Ich möchte mich gar nicht weiter auslassen, auch nicht Ihre Buchbeschreibungen auseinandernehmen. Nein, ich frage mich nur dauernd, warum eine Frau, die im sportlichen Bereich derartige Erfolge erziehlt hat, hier so versucht "den Max" zu machen.
Wenn Sie also hilfreiche Tipps für Ihre Kolleginnen und Kollegen haben: immer raus damit
Werte(r) Tinkerbell,
ich weiss ja nicht, was Sie aus dem Profil von Frau Rathjen lesen, ich jedenfalls sehe da sehr deutlich einen überdurchschnittlichen Abverkauf.
Wenn man bedankt, dass der Rücklauf an Bewertungen regelmässig unter 40% der Verkäufe liegt verkauft sie JEDEN MONAT über 10% des Gesamtbestandes.
Wieviel schaffen Sie denn auf Amazon ??
Werter Herr Dieker,
die Zeiten ändern sich schnell. Ich weiß.
Aber gibt es inzwischen auch eine moderne Auslegung der mathematischen Regeln als die, die ich noch gelernt habe?
Es scheint tatsächlich so zu sein.
Wie auch immer.
Ich freue mich auf Frau Rathjens Tipps. Und das durchaus ernsthaft.
Aha, jetzt 30%. Rechnen wir also mit runden Zahlen.
1500 Bewertungen (12 Monate) = ca. 4800 verkaufte Bücher = 400 Bücher pro Monat.
Angeboten: 11500 Bücher. Hm. Ich komme einfach nicht auf die über 10% JEDEN Monat.
Wenn ich die gleiche Hochrechnung für uns anstelle, so fällt mir nur der Name einer populären Band ein: "Wir sind Helden"
Wir sollten jetzt wieder den SONNtag genießen. So doll war das Wetter ja diesen Sommer bisher nicht.
So kommt man nicht weiter. Die Krise unseres Antiquariats hat sehr wohl
*allgemeine Gründe, die alle Kollegen betreffen.
Also sind auch ebenso allgemeine Fehleranalysen und Hilfsmittel angesagt.
Das beginnt - immer wieder - bei der Struktur und Absatzbewegung innerhalb unserer Datenbanken, bei so ergreifend schlichten Dingen wie dem Zeitaufwand bei der täglichen Titeleingabe - und hört noch lang nicht auf bei der verspielten, verdummten und verpaßten Möglichkeit einer gemeinsamen Absatzförderung und -werbung.
Es mögen für Frl. Rathjen böhmische Dörfer sein, wenn ich z.B. die - gemessen an den Möglichkeiten - in den Sand gesetzte Antiquaria-Unternehmung des ZVAB (Zusammenarbeit mit dem Neubuchhandel) für eine Tragödie halte und jeden Internetantiquar händeringend bitte, doch alldorten die Fehler zu analysieren und Konsequenzen daraus zu ziehen.
Das ist nur e i n Punkt der Absatzförderung unter einem ganzen Dutzend.
Nota: Der hohe Absatzanteil der "alten" Bücher vor 1945 ergibt sich logisch aus dem W e r t anteil. Einige wenige teure alte Titel heben den Absatzanteil der alten Bücher an. - Wenn der "Mix" stimmt, dann sind 20 teilnehmende Kollegen bereits eine sehr gute Grundlage. Betriebsvergleiche können und wollen keine statistischen Gesamterhebungen sein.
Wenn Frl. Rathjen mitteleuropäische Umgangsformen zu akzeptieren bereit wäre und sich mir gegenüber nicht wie eine rumänische Kugelstoßerin von 1950 aufführen würde, wäre es vergnüglich, mit ihr zu diskutieren.
Ich reagiere auf eine Statistik, und muss mir irgendwelchen Abmahnunsinn durchlesen. Dafür brauchen wir dort Monate. Und dann kennt einer wenigestens den anderen.
Lass uns Geld verdienen gehen. :-))
@9
Sorry, Herr Biester,
über einige Zahlen der Statistik hätte ich mich gern mit Ihnen unterhalten. Aber bevor noch meine Jugendsünden hier ausgebreitet werden, ziehe ich mich freiwillig zurück.
Aber eine Anregung würde ich gern noch äußern:
Ist es möglich, dass das ZVAB und Amazon eine Statistik rausrückt, wir hoch der Internationnale Versandanteil bei gebrauchten Büchern ist? Und lassen sich nicht auch noch ein paar weitere Statistiken dort einfordern?
@12
Ich finde es ja lustig, wenn Sie sich Gedanken über meine Verkäufe machen. Kleiner Tipp: Vergessen sie die 12 Monate. Neulich hatte ich eine Woche mit über 300 Büchern bei Amazon.de Und Ja, ich bin ein kleines Licht!
Tipps? Nee, die kommen doch schon vom Mulzer... Das passt schon. Es ist gut zu sehen, dass sich in den letzten Monaten nicht viel getan hat.
Zur Umsatzstatistik Antiquariat: wir versuchen gerade, die Ausgangsbasis für die Statistik zu verbessern, vielleicht gelingt das am besten auf einem zweiten Gleis. Details erst, wenn es spruchreif ist.
das ist ironisch gemeint. Wenn Sie näher hinsehen, tituliert mich die Dame in mehreren Postings kontinuierlich mit "Fräulein Mulzer". Ich bin darüber not amused.
Ansonsten habe ich bekanntlich ein äußerst dickes Fell - aber "Fräulein"? Damit kann ich einfach nicht dienen. Dazu fehlen mir die Minimalvoraussetzungen.
Überhaupt drehen wir uns hier im Kreise, das ist der unglücklichen Technik des Kommentierens geschuldet. Man müßte bestimmte Probleme fortlaufend diskutieren können. So wie jetzt zerflattert alles nach kurzer Zeit wieder, und alles fängt von vorn an.
Noch schönen Sonntag, notfalls auch für Frau Rathjen, wünscht
Peter Mulzer
Allein die Diskrepanz bei der Anzahl der Bewertungen des letzten Jahres und denen des letzten Monats ist doch mehr als deutlich erkennbar. DAS wäre hier zu hinterfragen gewesen.
Zum Abschluss noch ein kostenloser Tip:
Nur ein verkauftes Buch ist ein gutes Buch - der Preis ist zweitrangig.
(Wer Bücher zu "Mondpreisen" im Regal stehen hat ist kein Verkäufer, sondern ein Sammler der sich ungern von der "Ware" trennt)
Yes!!!
@19
Frl. Mulzer, Sie hatten die Güte mich mit Herrn Rathjen anzusprechen. Also, bitte Heulen Sie hier nicht rum, wenn Sie mit Frl. angeredet werden.
Aus einem anderen Thread:
"8. Peter Mulzer18.07.2008 11:39h
Herr Rathjen ist in seinen Beiträgen so unfreundlich, daß er sich nicht wundern sollte, wenn der Leser seine Zeilen nur mit der Kohlenzange anfaßt und nicht so eingehend liest, wie das zu wünschen wäre.
Man erwartet von Buchantiquaren ein Mindestmaß an sprachlicher Höflichkeit"
Achten Sie bitte auf das Datum.
bookmarathon
J. Rathjen
In Gedanken ordne ich Sie nun abschließend ins liebenswerte Regal der Mädchenbücher um 1900 ein - von Rosen umrankt sehnt sie sich und ängstigt sich zugleich, bis dann der Prinz kömmt.
Welcher Prinz ich in Ihrem Fall nicht bin, das hab ich schon verstanden.
Ich werde es überleben; auch andere Mütter haben hübsche Töchter.
Generell ist festzustellen, daß die Nachfrage nicht so schnell wächst wie die Anzahl der Anbieter. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Umsatz des einzelnen Anbieters aus.
Im einzelnen stellt es sich aus meiner Sicht so dar:
1. Der klassische stationäre und hauptberufliche Handel mit einem traditionellen und durchschnittlichen Varia-Angebot ca. 30.000 bis 50.000 antiquarischer Bücher von ca. 1800 bis 1970 zu Preisen von ca. 10 bis 500 Euro tut sich schwer, weil diese Ware zum großen Teil nicht mehr gefragt ist oder im Internet übermäßig häufig und damit ständig im Preis fallend angeboten wird. Die dazu relativ hohe Kostenstruktur eines Ladengeschäfts gefährdet dieses Segment, das noch vor 10 Jahren flächendeckend vorhanden war, mittlerweile jedoch zur Minderheit geworden ist. Der noch bestehende stationäre Handel (übrigens oft mit dem Vorteil besserer Einkaufsmöglichkeiten) kann Umsatzverlusten durch einen Mix aus attraktivem Ladenangebot, gedruckten Katalogen, Messebesuchen und selbstverständlich Internet entgegenwirken, allerdings auch durch innerbetriebliche Einsparungen, wie beispielsweise Personalabbau. Hier sehe ich die Umsatzentwicklung auf etwas abgeschwächtem Niveau relativ stabil.
2. Der klassische hauptberufliche reine Versandhandel mit regelmäßigen und in kurzen Zeitabständen erscheinenden gedruckten Katalogen hat sich relativ früh dem Internethandel zugewandt und in den darauf folgenden Goldgräberzeiten gut verdient. Gedruckte Kataloge waren eine Zeitlang nicht mehr nötig und außerdem im Vergleich zu den relativ niedrigen Internetkosten viel zu teuer. Nachdem der Kulminationspunkt erreicht war, und der Absatz immer schleppender wurde, erscheinen nun seit geraumer Zeit wieder verstärkt gedruckte Kataloge auf dem Markt. Dieses Medium wird nach über 10 Jahren Internet mittlerweile wieder gerne in die Hand genommen, sowohl von den Alt-Sammlern, die schon immer gerne in Katalogen blätterten aber auch von Sammlern, denen diese Vertriebsform vorher nahezu unbekannt war. Dazu kommt, daß dieses Segment der Antiquare häufig Messen besucht, oft mehrere im Jahr. Auch hier sehe ich eine relativ stabile Umsatzenwicklung, sogar noch positiver als beim stationären Handel, da hier dessen hohe Kostenstruktur entfällt.
3. Das mittlerweile den Markt beherrschende Segment des reinen Internethandels mit gebrauchten/antiquarischen Büchern gibt es erst seit ca. 10-12 Jahren. Es haben sich zahlreiche verschiedene Spielarten entwickelt, die in ihrer Mehrzahl mit dem traditionellen Antiquariat allerdings oft nur wenig gemeinsam haben, da das Angebot von gebrauchten Büchern der letzten 50 Jahre den weitaus größten Teil des gesamten Angebots im Internet überhaupt ausmacht. Hier seien nur einige Internet-Vertriebsformen genannt:
3a. Nebenerwerbs-Antiquare, die das Geschäft mehr oder weniger als Hobby betreiben, also finanziell relativ unberührt von Umsatzrückgängen sind.
3b. Professionelle MA-Händler, die immer schon mit Remittenden gehandelt haben und dies nun via Internet tun. Hier sehe ich die Gefahr eines nicht unerheblichen Umsatzrückgangs, weil ein Überangebot einer eher stagnierenden Nachfrage gegenüber steht, was oft eine Preiskorrektur nach unten notwenig macht bis zu einem Punkt der betriebswirtschaftlichen Unrentabilität. Nicht gefährdet sind zumindest im Moment noch MA-Händler, die dies im großen Stil betreiben, sie haben keine Nachschubprobleme. Jedenfalls nicht, solange die Verlage oder Verlagsgruppen das MA-Geschäft nicht selbst im großen Stil in die Hand nehmen.
3c. Hauptberufliche Trödler und Flohmarkthändler, die in ihrem Bestand an allerlei gebrauchten Waren traditionell auch große Mengen an Büchern haben und diese ebenfalls seit Jahren verstärkt via Internet anbieten. In diesem Segment sehe ich starke Umsatzrückgänge, weil hier oft schlechte, schlecht erhaltene und schlecht beschriebene Ware langfristig keine Abnehmer findet.
3d. Hauptberufliche Gebrauchtbuchhändler mit Unmengen an gebrauchten Büchern zumeist im unteren Preisbereich, die durch die Häufigkeit dieser Ware preislich noch weiter nach unten fällt. Hier sehe ich ebenfalls starke Umsatzrückgänge, selbst wenn die Ware gut beschrieben ist.
Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche weitere Facetten des reinen Internethandels, die von mir genannten stellen allerdings m.E. das Hauptkontingent dar und können als Diskussionsgrundlage dienen. Übrigens: während beim stationären Handel und den Katalogversendern die Kundenpflege und damit Kundenbindung einen nicht unwichtigen Faktor für die Umsatzentwicklung darstellt, spielt dies für den reinen Internethandel eine eher untergeordnete Rolle.
Wenn in den genannten Kategorien bei Einzelnen die Schwankungen auch unterschiedlich sind, so hängt das oft von den individuellen Umständen ab. Seien es Standort, Bezugsquellen, allgemeine soziale Situation usw. Klar ist meiner Meinung allerdings eines: jede Händlerin, jeder Händler betreibt das Geschäft anders. Die Gleichförmigkeit einer Internetdarstellung darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die dahinter stehenden Einsteller aus meiner Sicht allesamt höchst individuell agierende Wesen sind, oft recht gegensätzlicher Auffassung darüber, wie das Geschäft zu betreiben sei und vor allem eines, und da sind sich wohl die meisten einig: sie lassen sich nicht organisieren, weil sie das nicht wollen.
Roman Heuberger
meinen ernstgemeinten Respekt, für Ihren Beitrag. Ich sehe es nicht ganz so, aber ich kann mich mit Ihren Ausführungen anfreunden.
Ich glaube allerdings, dass der typische Internethändler noch weiter unterteilt werden müsste. Es ist die stärkste Fraktion, und diese wächst stetig weiter. Und da wird es Umverteilungen geben.
Statistiken, die wirklich Sinn machen, könnten die großen Plattformbetreiber geben, aber die werden sich wahrscheinlich weiter ausschweigen.
Ich glaube allerdings auch, dass sich die Gebrauchtbuchhändler mit der Massenware, immer weiter ausbreiten werden. Und dort wird der Preisverfall über die Masse ausgeglichen. Und dem fallen auch immer mehr Antiquare zum Opfer.
Wer heute der Technik im Internet nicht mehr folgen kann, wird es im Internethandel schwer haben.
Meinen Lieblingssatz von Ihnen würde ich gern noch einmal kopieren, weil er mir aus dem Herzen spricht:
"Die Gleichförmigkeit einer Internetdarstellung darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die dahinter stehenden Einsteller aus meiner Sicht allesamt höchst individuell agierende Wesen sind, oft recht gegensätzlicher Auffassung darüber, wie das Geschäft zu betreiben sei und vor allem eines, und da sind sich wohl die meisten einig: sie lassen sich nicht organisieren, weil sie das nicht wollen."
Wozu auch? Solange die Kasse stimmt, ist doch alles in Ordnung, oder?
J. Rathjen
bookmarathon
"Wozu auch? Solange die Kasse stimmt, ist doch alles in Ordnung, oder?"
Nein, ist es nicht. Aber es ist wohl sinnlos Ihnen dieses erklären zu wollen.
Das kann wohl nur das Boersenblatt klären. Ist ja auch wirklich zu einfach mit zwei Mailadressen, nicht wahr?
Sollte dem nicht so sein, entschulidge ich mich gern.
Dann erklären sie mir mal, warum wir uns Organisieren lassen sollten. Aber bitte, bitte keine Abhandlung!
wenn Sie hier auch unter dem Pseudonym von Peter Pans guter Fee "Glöcken", in anderen Übersetzungen übrigens auch als "Naseweis" bezeichnet durch das virtuelle Börsenblatt geistern, so fällt doch auf, daß Sie sich in Ihren Beiträgen eher an aus dem Zusammenhang gerissenen Bruchstücken von Beiträgen anderer delektieren, als selbst vielleicht Sinnvolles beizutragen. Auch ich bin mit dem von Ihnen monierten Zusatz von Frau Ratjen nicht unbedingt einer Meinung, dennoch zeugen Ihre Wortblähungen wenig Substanz, eher eine ziemlich arrogante Abgehobenheit. Aber auch diese Sorte ist in unserem Gewerbe vertreten.
Roman Heuberger
um Ihnen die Vielseitigkeit der Standpunkte innerhalb unserer Kernfragen aufzuzeigen, liefere ich Ihnen keine Gegenabhandlung, sondern ich fasse mich stichwortartig.
1.
"Generell ist festzustellen, daß die Nachfrage nicht so schnell wächst wie die Anzahl der Anbieter"
Gegenthese: Die Nachfrage wächst gar nicht. Für die Titel v o r 1945 sinkt die Nachfrage ohnehin quasi biographisch-automatisch, weil die Schulen seit etwa 1955 keine Fraktur mehr unterrichten. Bei neueren Titeln dagegen haben wir einen Rattenschwanz an nachfragevermindernden Faktoren, von der Zugänglichkeit (oder sogar der Erstveröffentlichung) vieler Texte im Internet bzw. das Nutzen von buchfernen Netz-Kunstformen (Herrn Biesters geliebte Wiki usw.) über die Leseferne jüngerer Menschen überhaupt zur abnehmenden bibliographischen Kenntnis auch für neuere Titel, usw. - Daß eine Koppelung unserer Altbuch-Absatzerwartungen an den ja an sich sehr guten Neubuchabsatz unsinnig wäre, werden Sie mir sicher bestätigen.
2.
" Das wirkt sich natürlich negativ auf den Umsatz des einzelnen Anbieters aus"
Gegenthese: Das muß nicht so sein, ist m.E. auch tatsächlich ganz anders. Wir haben Gewinner - und auch Verlierer im Altbuchgewerbe zur Zeit. Das ist auch, aber nicht nur an Fachkenntnisse oder Herrn Schäfers blöde "Leistung" gekoppelt, sondern es hat andere Gründe, Sie nennen unten ja selbst einige davon. Ihr obiger Satz ist zu linear aufgefaßt.
3.
"Der klassische stationäre und hauptberufliche Handel mit einem traditionellen und durchschnittlichen Varia-Angebot ca. 30.000 bis 50.000 antiquarischer Bücher von ca. 1800 bis 1970 zu Preisen von ca. 10 bis 500 Euro tut sich schwer, weil diese Ware zum großen Teil nicht mehr gefragt ist oder im Internet übermäßig häufig und damit ständig im Preis fallend angeboten wird"
Diese Ware ist keineswegs "nicht mehr gefragt", das ist Unsinn. Es kommen nur nicht d i e Leute in d e n Laden, in dem sie angeboten wird. Die Gründe dafür sind vielfältig, noch wichtiger als die Parkprobleme ist nach meiner Erfahrung der chronische Zeitmangel gerade jener Berufe, in denen noch eigene Hausbibliotheken aufgebaut werden. Würde in größeren Städten das von mir seit 15 Jahren immer wieder geforderte "Haus der Bücher" durch die Antiquare der Stadt zentral und gemeinsam eingerichtet, würde sich dieses Problem weitgehend erledigen.
Sie, die Ware, wird auch nicht im Netz "häufig und im Preis fallend" angeboten. Sie wissen doch selber, daß dies so gesagt Unfug ist. Wir gingen von im Mittel 40.000 Bänden aus, die der Kollege am Lager hat. Davon mögen etwa 1000 Titel zu dem von Ihnen beschworenen Kanon gehören. 39.000 Titel gehören nicht dazu, sind also im Netz nicht häufig und sinken im Preis keineswegs.
4.
"...kann Umsatzverlusten durch einen Mix aus attraktivem Ladenangebot, gedruckten Katalogen, Messebesuchen und selbstverständlich Internet entgegenwirken"
Schön. Aber Messebesuche setzen eine Spezialisierung voraus, die das von Ihnen oben geschilderte typische große Ladengeschäft nicht leisten kann, oder nur in Ausnahmefällen. Tatsächlich behindern sich die genannten "Mix"-Elemente gegenseitig. Der letzte Kollege, der sich hier in Freiburg das zutrauen durfte, unser geschätzter Peter Uhl, unten in der UB, ist mir da lebendiger Anschauungsunterricht gewesen. Tatsächlich stellt ein sehr gut geführter Laden, wie es der seine war, in sich ein nahezu perfektes Absatz- (und, wie Sie richtig schreiben, auch Ankaufs-) Instrument dar. Freilich gehört dazu eine exzellente Fachkenntnis und ein sehr alemannischer Dickkopf, der alle Hindernisse überwindet.
Wir müßten gelegentlich darüber diskutieren, ob nicht nunmehr w i e d e r ein großer, bestens eingeführter Laden am größeren Ort das beste Konzept für die Zukunft sei.
An Ihrem obigen Rat mit dem "Mix" stört mich einfach, daß er zu oft zu hören - und etwas zu naheliegend ist, als daß er stimmen könnte.
5.
"(Katalogemachen:) "Dazu kommt, daß dieses Segment der Antiquare häufig Messen besucht, oft mehrere im Jahr. Auch hier sehe ich eine relativ stabile Umsatzenwicklung, sogar noch positiver als beim stationären Handel, da hier dessen hohe Kostenstruktur entfällt."
Da gehen Sie allzusehr von sich und Ihrer Edelware aus. Dem mittleren Antiquar fehlt zu vernünftigem Katalogemachen zweierlei: a) der Adressenstamm, b) die gehobene Ware.
Wer eines davon nicht hat, und das sind 9 von 10 Kollegen, der möge das Katalogemachen besser bleibenlassen. Das kann fürchterlich schiefgehen. Ich habe im Rohbau einen der größten landeskundlichen Kataloge der letzten Zeit fertig, etwa 9000 Titel, und Stichproben haben ergeben, daß kein Mensch, keine Bibliothek irgendeines dieser Bücher kaufen will. Um dem Geheimnis solcher Kaufunlunst auf die Spur zu kommen, biete ich jetzt kleine Auszüge aus dem Material wo an? - "ganz unten" , bei Ebay-France. Ich bringe dieses Beispiel nur, um vor unbedachtem Sachgebietssammeln und Katalogedrucken zu warnen.
6.
"reinen Internethandels mit gebrauchten/antiquarischen Büchern gibt es erst seit ca. 10-12 Jahren. Es haben sich zahlreiche verschiedene Spielarten entwickelt, die in ihrer Mehrzahl mit dem traditionellen Antiquariat allerdings oft nur wenig gemeinsam haben, da das Angebot von gebrauchten Büchern der letzten 50 Jahre den weitaus größten Teil des gesamten Angebots im Internet überhaupt ausmacht"
Da kann ich Ihnen nicht folgen. Auch das klassische Ladenantiquariat hatte in den letzten 20 Jahren seinen Schwerpunkt immer n a c h 1945. Arme Idioten wie ich, die nur Titel vor 1945 führen, gibt s kaum mehr.
Ich würde einen Schritt weitergehen und sagen, daß sich das Netzangebot der mittleren Internet-Händler in nichts unterscheidet von der guten, typischen Ladenware. Also da brauchen wir keine Unterschiede zu konstruieren - die größeren guten Netzhändler könnten jederzeit mit ihrer Ware auch einen guten Laden (wieder) eröffnen.
7.
"Nebenerwerbs-Antiquare, die das Geschäft mehr oder weniger als Hobby betreiben, also finanziell relativ unberührt von Umsatzrückgängen sind"
Gegenthese: Diese kleinen Kollegen trifft es immer besonders schwer. Dort hinunter haben Sie offenbar wenig Kontakte. Nach meiner Beobachtung hängen diese kleinsten Kollegen, oft mit mäßiger Fachkenntnis, aber mit heiligem Eifer, völlig am Tropf der Verkäufe. Gehen diese zurück, ist Hungern angesagt. Da kann dann Kollege Koestler wieder Salzsäure nachgießen... Von diesen "verschämten armen Netzantiquaren" gibt es s e h r viele. Ich fordere, daß man an sie denkt.
8.
"Hauptberufliche Trödler und Flohmarkthändler, die in ihrem Bestand an allerlei gebrauchten Waren traditionell auch große Mengen an Büchern haben und diese ebenfalls seit Jahren verstärkt via Internet anbieten. In diesem Segment sehe ich starke Umsatzrückgänge, weil hier oft schlechte, schlecht erhaltene und schlecht beschriebene Ware langfristig keine Abnehmer findet."
Leider ist das Gegenteil zu beobachten. Diese billigste Schundware findet reißenden Absatz, nicht bei den Kennern unter den Käufern, aber doch querbeet. Geiz ist geil, und das mangelhafte Exemplar zum halben Preis - es wird bestellt. Gerade diese wirklich trüben und für das Gewerbe äußerst schädlichen Händlerexistenzen kommen auf ihre Rechnung.
9.
"Hauptberufliche Gebrauchtbuchhändler mit Unmengen an gebrauchten Büchern zumeist im unteren Preisbereich"
Kurioserweise werkeln auch diese Kollegen stillvergnügt vor sich hin und verkaufen, redet man mit ihnen, gar nicht schlecht. Wölki ist noch nicht ausdiskutiert, werter Kollege Heuberger, nein, nein...
10.
"während beim stationären Handel und den Katalogversendern die Kundenpflege und damit Kundenbindung einen nicht unwichtigen Faktor für die Umsatzentwicklung darstellt, spielt dies für den reinen Internethandel eine eher untergeordnete Rolle."
Energischer Widerspruch! Ich bin ja in einer Art Zwischenreich zuhause, bei Ebay, erinnere mich aber aus der ZVAB-Zeit an ähnliche Erscheinungen: Die Kundenbindung ist g e r a d e beim Netzkauf ganz erstaunlich eng, sie wird g e s u c h t, nimmt oft geradezu rührende Formen an.
Über diese Frage sollten wir mal en détail diskutieren! Da könnte man auch was daraus machen - nur ist das natürlich nicht im Sinne des ZVAB. Ebay (wie auch unser Sprachfehler) fördern dagegen solche Bindungen durch Shopsysteme.
11.
"Wenn in den genannten Kategorien bei Einzelnen die Schwankungen auch unterschiedlich sind, so hängt das oft von den individuellen Umständen ab. Seien es Standort, Bezugsquellen, allgemeine soziale Situation usw. Klar ist meiner Meinung allerdings eines: jede Händlerin, jeder Händler betreibt das Geschäft anders. Die Gleichförmigkeit einer Internetdarstellung darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die dahinter stehenden Einsteller aus meiner Sicht allesamt höchst individuell agierende Wesen sind, oft recht gegensätzlicher Auffassung darüber, wie das Geschäft zu betreiben sei und vor allem eines, und da sind sich wohl die meisten einig: sie lassen sich nicht organisieren, weil sie das nicht wollen."
Dieser Ihr Schlußsatz ist rundherum Unsinn. Jeder klardenkende Kollege weiß, daß s e h r viele der Faktoren jeweils für eine V i e l z a h l von Antiquaren gelten, daß es sich also auch lohnt, sie qua Organisation zu bearbeiten. Ich füge, um nicht in meinen üblichen Sermon zu verfallen, nur ein beliebig ausgewähltes Beispiel an:
***Die Zusammenarbeit des Antiquariats mit dem Neubuchhandel (Antiquaria redivivus).
Sie denken, das sei ohne mehrere Wochenend-Fachtagungen zu bearbeiten?
Wenn Sie mir recht geben, bitte - wo und wie und von wem wird diese wichtige Frage unserer Absatzförderung diskutiert?
Für meine kleine Firma, die dann wohl unter 9 Ihrer Aufzählung fällt, sehe ich nicht, was das bringen soll. Der Preis ist entscheidend. Und wie Herr Dieker schon etwas provozierend geschrieben hat : Nur ein verkauftes Buch ist ein gutes Buch! Wir sind keine Sammler, sondern Abverkäufer. Für mich sind antiquarische Bücher "Beiwerk". Warum sollten wir die nicht "rausramschen"?
Mir ist es egal, ob ich 75 oder 150 Euro für ein Buch bekomme, wenn das Geld schnell reinkommt. Und wenn ich so denke, werden auch andere so denken, und irgendwann ins ZVAB einfallen. Der gestandene Antiquar mag mit seinen Fachwissen brllieren, wir tun es mit biligen Preisen. Und können dabei auch noch den Kunden daraufhinweisen, dass wir zu einer professionellen Abwicklung in der Lage sind. Ein Verweis auf das Amazonbewertungsprofil reicht dabei völlig aus. Was sollte sich ändern, wenn wir noch irgendwelche Mitgliedschaften vorweisen könnten?
Eines noch: Irgendein Fachwissen müssen wir wohl auch besitzen. Wie erklären Sie sich sonst den Erfolg?
Wenn Sie Antworten, dann versuchen Sie es bitte mal ohne Beleidigungen.
Ich bitte um Ihr Verständnis dafür, liebe Frau Rathjen, daß ich mit Ihnen in diesem Ton n i c h t zu diskutieren gedenke.
Arg verwundert
Roman Heuberger
OK, Ok, wenn Sie es nicht ohne Beleidigungen können, dann einfach wieder feste drauf. Ich kann das ab.
Aber bitte, bitte, geben sie meiner geistigen Armut etwas Futter: Warum sollte ich mich irgendwo organisieren wollen?
Bisher gab es dafür nicht ein einziges Argument. Hier ist Ihre Chance, bekehren Sie mich zum "Gutmenschen"! Meine Argumente stehen. Also, auf gehts.
J. Rathjen
bookmarathon
mit den Damen in Foren kann ichs nicht so. Mir sitzt noch die spitze Hutnadel jener Antiquarin aus Kiel im Genick, die immer dann zuzustechen pflegte, wenn wir ganz naiv und fleißig mitten in der schönsten ZVAB-Diskussion waren.
Woran liegts? Ich denke daran, daß Frauen, wie sie nun einmal - gottseidank - konstruiert sind, immer auch das "Menschliche" in einer Diskussion suchen. Das kann ich verstehen, aber es stört mich so sehr, daß ich völlig aus dem Tritt komme dadurch.
Man wird eben alt...
Ich habe die Kontrapunkte zu Ihrem Beitrag gestern Nacht deshalb geschrieben, weil ich uns allen aufzeigen wollte, wie kontrovers die Lage gesehen werden kann - - und wie groß der Diskussionsbedarf ist.
In anderen Branchen läuft das seit olims Zeiten unter einem (erweiterten)
* BETRIEBSVERGLEICH
und wird mit Hingabe auf Wochenendseminaren gemeinsam diskutiert, da alle daraus Nutzen ziehen.
Sollte man bei uns auch einführen.
Wow!!! Das ist mal eine Aussage! Aber keine Angst, ich bin tolerant. Ich wollte ja nur eine Frage von Ihnen beantwortet haben. Und soweit sollte Ihre Abneigung Frauen gegenüber ja nun nicht gehen, oder?
"Ich denke daran, daß Frauen, wie sie nun einmal - gottseidank - konstruiert sind, immer auch das "Menschliche" in einer Diskussion suchen. "
Könnten Sie mir das noch einmal näher erklären? Ich verstehe das leider nicht. Sprechen Sie Frauen die Diskussionsfähigkeit in einem Forum ab?
Meine Fragen in Posting 31 haben nichts mit "Menschliches" zu tun, sondern sind einfach und klar gestellt.
@Thomas Dieker
Ich fürchte Du musst meinen Laden doch übernehmen, spätestens wenn Typen wie Mulzer irgendwann etwas zu sagen haben. Weißt Du nun, warum ich gegen solche Mitgliedschaften bin?
sehen Sie es so: Ich bin ein alter Mann und kann mich einfach Ihrem Forenstil nicht anpassen. Die Nerven machen nicht mehr mit...
Ansonsten nichts für ungut. Mümmelgreise wie mich soll man nicht strapazieren.
Roman Heuberger, der mit seinen bald 61 noch ganz munter ist und Ihre Beiträge ohne Galama aushält (allerdings manchmal nicht ohne Mirabellengeist).
Roman Heuberger: 60. Geburtstag. In: Aus dem Antiquariat NF 6 (2008) Nr. 1, S. 68
Sehr lesenswert, da im Wesentlichen eine autobiografische Skizze des Jubilars.
Könnten Sie den Artikel nicht auch ins Netz stellen? Ich würde den Artikel über Herrn Heuberger sehr gern lesen, aber finde es dann doch übertrieben deshalb eine Zeitschrift zu abonieren. Wie gesagt,bisher konnte mich noch nichts überzeugen, irgendwo Mitglied zu werden... Und ich fürchte, dass auch solche Diskussionen nichts daran ändern werden.
@37
Ach Herr Mulster, einfache Fragen zu beantworten fällt Ihnen also schwer. Ich könnte wetten, dass Sie zwischenzeitlich schon wieder irgendwo einen anderen Antiquaren verbal angegriffen haben. Da scheint sich die Altersmüdigkeit dann nicht so stark auszuwirken.
Argumentieren Sie doch mal, und schreiben Sie nicht nur weitläufige Abhandlungen. Überzeugen Sie doch, mit der Erfahrung des Alters, und schreiben nicht nur Gebetsmühlenartig Ihre Spitzen gegen Alles und Jeden.
Sie mögen mich nicht? Passt schon, geht mir bei Ihnen ähnlich. Aber muss man sich mögen, um etwas auszudiskutieren? Nein!
Wenn Leute wie Sie, der Meinung sind, die Branche retten zu müssen, dann werden Sie sich über kurz oder Lang, auch mit Frauen abgeben müssen. Auch in dieser Branche nimmt der Frauenanteil ständig zu. Und die Frauen die es in dieser Männerdominierten Brache schaffen, werden auch ohne Typen wie Sie es einer sind, ihren Weg gehen.
Wenn Männder wie Sie das sagen in dier Branche hätten, würde ich mir ernsthaft sorgen um mein Wahlrecht machen.
Sie sind in aller Regel im Ankauf geiziger und weniger großzügig als ihre männlichen Kollegen, überhaupt durchzieht ein weiblicher Krämergeist in unangenehmer Weise ihr tägliches Handeln. Die bei Frauen übliche Kurzsichtigkeit: Stundenlanges Sichaufregen wegen einer Überforderung von 10 Pfennigen, dabei aber werden Chancen, die etwas Wagemut und Kapitaleinsatz erfordern, aus Zaghaftigkeit und Geiz verpaßt. Im beruflichen Umgang mit Antiquarinnen muß größte Korrektheit eingehalten werden, sie mahnen schnell, kleinlich und erbarmungslos, geradezu rachsüchtig, auch und gerade bei Kleinbeträgen oder nur wenig überzogenen Lieferfristen. Sie sind in aller Regel Zustandsfanatikerinnen, vernichten sogar wertvolle Schriften, wenn sie, wie sie meinen, "unsauber" seien. Anflug von gutartigen Pilzen oder ein armes aus einem Lederrücken kriechendes Käferlein veranlaßt sie zu hysterischem Aufschrei. Ihr Laden ist immer piksauber, sie haben - und das ist das Ärgste - keinerlei Sinn für unordentliche G e m ü t l i c h k e i t im Laden oder im Lager. Man kann bei ihnen vom Boden essen. Einige eiskalte, abgezirkelte Blümchen signalisieren dann in dieser Eiswüste "Weiblichkeit", machen aber alles nur noch kälter.
Sie sind über alle Maßen dumm, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Gern plustern sie sich auf, in der Hoffnung, vom Geist der Bücher, die sie eintippen oder ins Regal stellen, möge etwas auf sie abfärben. Diese Hoffnung ist verweht, sobald man sie in ein mittleres kulturelles Fachgespräch ziehen möchte. Trotzdem sind sie unendlich rechthaberisch; Widerrede verzeihen sie nie, noch nach Jahren treten sie den in den Schritt, der ihnen einmal widersprochen hat.
Familie und Kinder trennen sie eisern vom Beruf. Verirren sich Kinder in den Laden, werden sie ärgerlich verscheucht. Fühlen sie sich, wie es allen Frauen zuweilen ergeht, unwohl, überspielen sie das durch verkrampften Ernst und eiserne Fassung.
Ihr Parfum ist ausnahmslos ganz fürchterlich, es paßt weder zu ihrem Körper noch zu den Büchern. Meistens hilft es dem entsetzten männlichen Kollegen, das als Anregung, Pfeife zu rauchen. Je gepflegter sie sich frisieren, desto öfter riechen sie aus dem Mund.
Rechthaberische unschöne Frauen mit Mundgeruch stellen überhaupt den Prototyp der Antiquarin dar.
Ihnen fehlt, weit mehr als ihren männlichen Kollegen, der Sinn für höhere Zusammenhänge ihres Gewerbes. Sie tippen Titel ein mit demselben Bewuptseinsstand, mit dem sie Kinderkleidchen stricken oder Griesbrei rühren - mechanisch wird abgearbeitet. Sie machen bei der Titelaufnahme weitaus weniger Schreibfehler als die Antiquare, jedoch tun ihre wenigen Schnitzer dem Leser um so mehr weh, weil sie die völlige Verständnislosigkeit der Schreiberin offenbaren.
Frauen schließen ihren Laden pünktlich. Nicht die Rede ist bei ihnen von gemütlichem Plaudern über die Ladenzeit hinaus. Sie haben ein unerbittliches Auge auf mögliche und tatsächliche Ladendiebe, werden zum Ausgleich aber regelmäßig Opfer jüngerer, gebräunt-südländischer Trickwechsler in engen Hosen und mit charmant-öligem Auftreten.
Je mehr man mit Kolleginnen spricht, desto weniger mag man sie.
Es gibt Ausnahmen. Die sind so selten, dann aber so sympathisch, warmherzig und liebenswert, daß man ihnen noch nach vielen Jahren in Gedanken ein Kränzlein windet. Alle anderen sind vom Übel.
Cooler Typ, oder? Hoffentlich wirst Du nicht genau so, sonst muss ich Dich später im Heim abgeben. Schön, dass es noch Männer wie Dich gibt, sonst würde ich langsam den Glauben verlieren. Auch wenn wir nur zusammen arbeiten. :-))
@41
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Hast Du schon einmal etwas peinlicheres von einem Antiquaren gelesen, als Mulzers Frauenabhandlung?
Um da etwas ernsthaftes zu schreiben, fehlen mir die Worte.
Nein, Lieber Thomas, Deine beiden Töchter werden Dir den Kopf schon grade halten. Vertrau mir!
zunächst meine Verbeugung, Heidi's Mulzer geschrumpft, herrlich, seine Tirade auf die Weiblichkeit wird er morgen zur Persiflage erklären, merke, Mann und Frau nehme Mulzer nie ernst, es reicht , wenn das BB dies tut.
Ihre Beiträge haben mich nachdenklich gemacht, in einem gewissen Sinne verbreiten ihre Beiträge Ängste, Sie argumentieren von einer Position: Vieles ist mir egal, der Preis ist alles und ich bin immer billiger, deshalb bin ich besser, erfolgreicher.
Ich kann mir leider nicht Ihr Amazon-Angebot anschauen, auch nicht irgendwelche Bewertungen, von denen ich leider eh' nicht sehr viel halte, ich kenne Ihr ZVAB Angebot, der Inhalt ist sekundär, die Form der Darbietung wäre zu kommentieren, auch dies spielt zunächst keine Rolle.
Sie argumentieren, die Preistools werden den Markt bestimmen, auf den ersten Blick ist dass richtig, immer mehr, v. a. Amazon-Anbieter arbeiten wohl mit solchen Tools. Was ist die Folge, ein stark steigender Anteil von 1 Cent Büchern bei Amazon . Langfristig erzeugen solche Tools immer mehr 1 Cent Bücher, Bücher deren Verkauf nicht lohnend ist, die sich nur rechnen durch eine gewisse Kundentäuschung im Versandkostenanteil bei Amazon, dort versteckt der Händler seinen Verdienst. Letztlich eliminieren sich diese Tools , stellen Sie bei der Titelsuche Preis aufsteigend ein, dann sehen Sie , Aha , ein 1 Cent Buch, ordnen sich ebenfalls bei einem Cent ein, wie dann eben schon viele andere Händler, aber Sie könnten dann den teuren Preis für das Tool von WH sparen. Grundsätzlich sollte jeder Händler die Endlichkeit des kleinsten Preises erkennen, der dann leider nicht mehr zu unterbieten ist, und dann dürfte man auch Ihnen sagen, Sie sammeln 1 Cent Bücher.
Sie schreiben, ... wenn denn ein antiquarisches Buch dabei ist, schön, verkaufe ich es eben für 75 Euro , statt der 150 Euro der anderen Händler .., Ihre Einstellung, ihre Verkaufsphilosophie, niemand bervormundet Sie. Aber zwei, drei Dinge vergessen Sie bei dieser Einstellung, woran erkennen Sie die Qualität, eben auch die Preisqualität eines Buches?, was verbirgt sich hinter Preisen, stellen Sie Fragen zu Autoren, zur Bedeutung der Person, zu Bedeutung des Inhalts, zu Seltenheit des Buch, zur Besonderheit der Ausgabe, vermutlich nicht, Ihnen reicht der Preis. Sie vergessen dabei, der Kunde informiert sich mit Hilfe substantieller Beschreibungen, Sie spekulieren darauf, dass er hernach bei Ihnen landet, weil: Sie haben ja den billigsten Preis, nur die Arbeit, auch die Arbeit damit sie dieses Buch verkaufen, haben andere für Sie gemacht. Sie werden sagen – und hier kann ich mir eine wenig provokativen Zynismus nicht verkneifen -, sie werden in Ihrer durch Sozialisierung erworbenen „rotzfrechen Asphaltkultur“ sagen: Selbst schuld, so ist das Netz, hier kann jeder machen was er will, vielleicht ist es so, aber ob es auch sinnvoll, längerfristig tragend ist, wage ich zu bezweifeln.
Weiterhin frage ich mich, wie Sie Ihre Ware ankaufen, wenn ich Ihre Beiträge so lese, würde ich mich als Verkäufer meiner Bücher bei Ihnen gut aufgehoben fühlen?, Zweifel steigen in mir auf. Offensichtlich ist der Preis bin Ihnen beliebig reduzierbar, dann darf der Verkäufer aber auch nur recht wenig für seine Bücher von Ihnen bekommen. Wenn Sie über ein „antiquarisches Buch stolpern“ , dann haben Sie es beim Ankauf nicht erkannt, schade für den Verkäufer, vielleicht hätte er einen ordentlichen Preis bekommen, wenn Ihre Kenntnisse schon beim Ankauf vorlägen und sich nicht erst durch Anwendung des Preisfindungstools einstellen würden.
Sehr geehrte Frau Rathjen, Sie sind erfolgreich , sicher, in Segmenten, aus denen viele professionelle Antiquare flüchten, vielleicht schon immer geflohen sind, aber Ihr Erfolg, und auch der anderer Anbieter basiert auf einer gewissen Skrupellosigkeit, die Möglichkeiten des Netzes unhinterfragt genutzt, setzen Sie sich durch, da bin ich mir sicher, aber nur solange bis jemand kommt , der noch anders arbeitet, der Bücher nur noch als Spende entgegen nimmt, der keine Miete für Läden in bester Lage zahlt, über viele freiwillige Mitarbeiter verfügt, die gern und kostenlos arbeiten, der irgendwann die Social-Help-Plattform im Netz gegründet hat, auf der dann nur noch sozial-verträgliche Anbieter ihre Bücher verkaufen können, und auf der Jedermann und jede Frau gern und mit gutem Gewissen einkaufen. Dann dürfte es allerdings zu spät sein, über Organisierung und gemeinschaftliches Handeln nach zu denken, dann haben sich die Einzelkämpfer-Qualitäten leider erschöpft .
Noch eine paar letzte Bemerkungen, Frau Rathjen, jemand ergreift einen Beruf, übt eine Tätigkeit aus, jeder würde versuchen, gute Arbeit abzuliefern, ob er nun Handwerker oder Einzelhändler ist, er würde sich informieren, über Produkte, über Warenqualitäten, über Gepflogenheiten. Ich vermute, Sie haben dies nicht getan, warum auch, ein Buch ist ein Block Papier, irgendwie zwischen zwei Deckel geklemmt, mal dicker mal dünner, allenfalls noch soft-coverig oder hard-coverig, das muss dann aber reichen. Aber es sind leider genau diese Welten , die zwischen Händlern stehen, die Auseinandersetzung mit dem Produkt Buch, mit der Form, mit dem Inhalt, mit der Besonderheit, das Interesse am Objekt, und auf der anderen Seite die Beliebigkeit des Objekts, reduziert auf den Preis, der Gedanke, diesem Händler ist es letztendlich egal welche Objekte er vertreibt, Bücher oder Ü-Ei-Figuren.
Letztlich ist kein Händler immer nur ein erhabener Antiquar, er ist mal genau in seiner Arbeit, er freut sich aber auch über preiswert erstandenes Buch, seine Beschreibungen sind mal schlechter, mal besser, gestört hat mich Ihr „hohes Ross“, es ist halt nicht so einfach gestrickt , wie Sie schreiben.
Freundliche Grüße aus dem rabenschwarzen Antiquariat, Reinhard Denecke
mit einigen Kritikpunkten haben Sie Recht, es wird aber nichts an dem Ergebnis ändern.
Lassen Sie mich mal ein paar Ihrer Kritikpunkte rausgegreifen:
"Langfristig erzeugen solche Tools immer mehr 1 Cent Bücher, Bücher deren Verkauf nicht lohnend ist"
Absolut Richtig! Ich verkaufe aber keine 1 Cent Bücher! Ich habe einen Mindestpreis. Bücher die im "Marktpreis" darunter liegen, gehen ersteinmal auf diese 1,99 Euro. Nach ca. 1 Jahr werden die unverkäuflichen aussortiert und weggeschmissen.
Was ist verwerflich daran, den vorgegebenen Versandkostenanteil bei Amazon mit eine Preiskalkulation einzubeziehen?
"Sie könnten dann den teuren Preis für das Tool von WH sparen"
Ja, den Preis hätte ich mir sparen können. Für die Massenerfassung gibt es weitaus bessere Programme für kleineres Geld. Mein Geld verdiene ich bei Amazon! Für das ZVAB ist das Programm eine Alternative. Und ja, Sie haben Recht, mein ZVAB - Angebot ist nicht erwähnenswert.
"dann dürfte man auch Ihnen sagen, Sie sammeln 1 Cent Bücher."
Ein Deal mit einen Alpapierentsorger schützt mich von der zulangen Lagerung von solchen Büchern. Wer mit Programmen vernünftig umgehen kann, muss ich nicht für 1 Cent verkaufen.
"woran erkennen Sie die Qualität, eben auch die Preisqualität eines Buches?,"
Ein bischen "Händchen" und gans viel Technik!
"stellen Sie Fragen zu Autoren, zur Bedeutung der Person, zu Bedeutung des Inhalts, zu Seltenheit des Buch,"
Nein!
" Besonderheit der Ausgabe,"
Die werden bei älteren Büchern angegeben.
"Sie vergessen dabei, der Kunde informiert sich mit Hilfe substantieller Beschreibungen, Sie spekulieren darauf, dass er hernach bei Ihnen landet, weil: Sie haben ja den billigsten Preis, nur die Arbeit, auch die Arbeit damit sie dieses Buch verkaufen, haben andere für Sie gemacht."
Nein, die Arbeit machen wir selbst. Bei Amazon sind die Stammdaten eines Buches vorgegeben. Für das ZVAB suche ich immer noch eine Lösung. Und ja, auch ich habe wh-book gekauft und bezahlt. Es ist schon erstaunich, womit einige sich zufrieden geben. Für Amazon wird wh-book bei uns nicht eingesetzt. Da ich ZVAB-Technisch noch probiere, spiele ich dort auch mit dem Programm rum.
Die Kopierfunktion ist lustig, aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Womöglich haben schon ein paar Händler andere Lösungen gefunden. Aber eines ist Sicher: Die Entwicklung wird vor dem ZVAB auch nicht stoppen.
"würde ich mich als Verkäufer meiner Bücher bei Ihnen gut aufgehoben fühlen?, Zweifel steigen in mir auf. "
Wenn Sie den Preis meinen, fürchte ich das auch. Aber auch das käme auf einen Versuch an.
"Noch eine paar letzte Bemerkungen, Frau Rathjen, jemand ergreift einen Beruf, übt eine Tätigkeit aus, jeder würde versuchen, gute Arbeit abzuliefern, ob er nun Handwerker oder Einzelhändler ist, er würde sich informieren, über Produkte, über Warenqualitäten, über Gepflogenheiten. Ich vermute, Sie haben dies nicht getan"
Sie werden überrascht sein, ich versuche auch einen guten Job zu machen. Ich glaube, dass 99 % positve Bewertungen im langfristigen Schnitt bei Amazon eine deutliche Sprache sprechen. Wenn das ZVAB auch ein Bewertungssystem hätte, wäre ich gespannt, was denn die Kunden von macher Arbeit der Antiquare so halten würde.
"aber nur solange bis jemand kommt , der noch anders arbeitet, der Bücher nur noch als Spende entgegen nimmt, der keine Miete für Läden in bester Lage zahlt, über viele freiwillige Mitarbeiter verfügt, die gern und kostenlos arbeiten, der irgendwann die Social-Help-Plattform im Netz gegründet hat, auf der dann nur noch sozial-verträgliche Anbieter ihre Bücher verkaufen können, und auf der Jedermann und jede Frau gern und mit gutem Gewissen einkaufen. Dann dürfte es allerdings zu spät sein, über Organisierung und gemeinschaftliches Handeln nach zu denken, dann haben sich die Einzelkämpfer-Qualitäten leider erschöpft ."
Keine schnöne Vorstellung! Aber wenn es soweit ist, werde ich mir darüber Gedanken machen. Und ganz wichtig: Nein, ich bin keine Einzelkämpferin!
"Aber es sind leider genau diese Welten , die zwischen Händlern stehen, die Auseinandersetzung mit dem Produkt Buch, mit der Form, mit dem Inhalt, mit der Besonderheit, das Interesse am Objekt, und auf der anderen Seite die Beliebigkeit des Objekts, reduziert auf den Preis, der Gedanke, diesem Händler ist es letztendlich egal welche Objekte er vertreibt, Bücher oder Ü-Ei-Figuren."
Für Ü-Eier verfüge ich nicht über die technischen Mittel. Aber theoretisch haben Sie Recht.
"gestört hat mich Ihr „hohes Ross“"
Welches hohe Ross? Ich spreche niemanden etwas ab. Mir wird hingegen so einiges abgesprochen, ohne das jemand weiß, wie lange ich schon mit dem Buchverkauf zu tun habe.
Bedeutet es, auf einem "hohen Ross" zu sitzen, wenn ich technische Mittel voll auszuschöpfe, und ich den Sinn von Organisationen nicht verstehe?
Ein bischen provozieren fand ich gar nicht so schlecht. Wenn das falsch rübergekommen ist, entschulidge ich mich dafür gern. Und erst Recht, für diesen zu lang geratenen Beitrag...
Mit freundlichen Grüßen
Jeannine Rathjen
bookmarathon
j. rathjen
bookmarathon
Der Verband hat viele gute, firmenintern oder qua Studium ausgebildete Fachkräfte. Folgerichtig bietet er, wie auch die AG, eher beiläufige Fortbildung auf sehr hohem (zu hohem) Niveau an. Die Quack ihrerseits versucht das Problem durch Qualitätsforderungen zu lösen, aber bewachte Eingangspforten hinern die Abgewiesenen nicht daran, eine Gegenrepublik der Ahnungslosen vor der Tür des Tempels aufzubauen.
Leute wie Frau Rathjen kann ich jenseits aller Persiflage einfach nicht als "Kollegin" ansprechen. Nicht so sehr wegen des Fehlens formaler Kenntnisse, sondern weil ihr Vorgehen eine so fürchterliche Ahnungslosigkeit über die Hintergründe unseres Berufs beweist, daß mir Hopfen und Malz verloren erscheinen.
Sie sollte - und jeder Antiquar würde ihr diesen Rat geben - in einem ordentlichen mittleren Haus
*von der Pike an
eingearbeitet werden. Das muß nichts Großartiges sein, wenn der Chef sein Handwerk verstehjt, läuft das auch über Lernen-durch-Tun.
Freilich, machen wir uns doch nichts vor - es ist hier ein ganz großes Versäumnis der Antiquare deutlich geworden, wieder einmal: Uns fehlt die
*interne Berufsausbildung.
Die sollte durchaus modern sein, ich halte wenig vom einst bewährten, aber inzwischen hoffnungslos verstaubten Wendt. Noch weniger freilich, und da bin ich ausnahmsweise mit den Kollegen einig, von den täppischen Versuchen einiger Handelskammern, uns "kaufmännisch" Korsettstangen einzuziehen.
Nein - das ist unsere Aufgabe, einen Ausbildungskanon herzustellen und in irgendeiner Weise auch technisch-formal die Möglichkeit einer Schulung ("Beschulung" - wie nett) zur Verfügung zu stellen.
Schläft die AG in Frankfurt, im Hause der Buchhändlerschule? Sie schläft. Wünsche weiterhin wohl zu ruhen.
Schreibt ein kleiner Ebayhändler! Haben Sie eigentlich noch andere Einnahmequellen? Wenn nicht, verstehe ich Ihre Frustration sehr gut.
Sie sind übrigens ein typischer Grund, warum ich nicht als Trainerin arbeiten wollte. Nichts ist so alt, wie die Erfolge von gestern. Willkommen in der Gegenwart.
Sollte ich noch einen Mitarbeiter benötigen, werde ich mir gern diese Ausbilungsabsolventen ansehen.
Gute Besserung wüncht
J. Rathjen
bookmarathon
Werte Frau Rathjen,
um es vorweg zu nehmen: nein, ich bin nicht der Kollege Mulzer. Das paßt schon vom Alter her gar nicht.
Aber finden Sie nicht, dass es mit Ihren Auswüchsen hier langsam reicht. Was haben Sie davon alle Kollegen gegen sich aufzubringen? Stellen Sie sich vor, alle verärgerten Kollegen kauften bei Ihnen ein 1,99 Euro Buch. Und dann bekämen Sie von allen eine schlechte Bewertung. Dann wäre Ihr schönes Amazon-Konto platt.
Aber keine Angst! Die Kolleginnen und Kollegen haben einen gewissen Anstand. Das wird schon keiner machen. Ich wollte Ihnen nur aufzeigen, dass das Eis sehr brüchig sein kann. Deshalb noch mal mein Vorschlag: Bringen Sie doch Ihre Ideen ein. Sie werden ein interessiertes Publikum vorfinden.
Und auch wenn der Kollege Heuberger mich wieder an meiner weisen Nase ziehen wird:
Sie schreiben:"Nichts ist so alt, wie die Erfolge von gestern." Das kennen Sie aus dem Sportbereich sicher sehr genau. Liegt darin vielleicht der Grund für Ihre Agression?
Ebay ermöglicht mir, auf Hartz4-Niveau, aber recht vergnüglich zu leben und dabei viele Stunden Zeit für die Forschung zur Verfügung zu haben.
Meine Erfahrungen kommen schwerpunktmäßig aus meiner zurückliegenden Import- und Großhandelszeit, ich habe 10 Jahre lang bedeutende Versteigerungen mit meinem Material versorgt - und außerdem ein sehr gutes Gedächtnis.
Erst der zarte Verweis auf eine Abmahnung. Dann soetwas. So langsam wird mir klar, was ich von Antiquaren zu halten habe. Passt schon. Als Unbekannter droht es sich schön, oder?
Aber Danke für die Wahrnung. Ich werde genug Ware bereitstellen, um auch diese Stolpersteine auszugleichen.
Das mit den Negativen Bewertungen hatten wir ja schon. Irgendwann werden für solche Nummern auch die Käuferkonten weniger.
Werte Frau Rathjen,
möchten Sie mein Beispiel nicht verstehen? Sie präsentieren hier stets die Nummer "Es geht, also mache ich es. Haha, ich bin besser, schlauer und stärker". Wenn es denn Ihrem Wohlbefinden förderlich ist ...
Wenn ich Ihnen nun an einem simplen Beispiel die theoretischen Folgen dieser Denkart aufzeige, ...
Sorry, aber spare mir jetzt das weitere formulieren.
Die Branche hat schon so viel überstanden. Wir werden auch Ihresgleichen überstehen.