Antiquariat

Der Bananenkarton als wichtigstes Transportbehältnis des Antiquars

Jeder Antiquar oder Gebrauchtbuchhändler benutzt ihn, jeder schätzt seine universellen Eigenschaften. Wir haben den Bananenkarton deshalb mit einem eigenen Eintrag in das boersenblatt.net-Branchenwiki aufgenommen.

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8 Kommentar/e

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  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Denkende Antiquare benutzten den Bananenkarton nicht, nur hirnlose. Er ist zu breit und überhaupt in den Abmessungen völlig ungeeignet für das Tragen von Büchern.

    Die Krankenhäuser und Altersasyle sind voll von Antiquaren, die sich an den Bananenkartons verhoben hatten. Merke: Das Leben des Antiquars steht unter dem Damoklesschwert des Bananenkartons.

    Er gehört zur Antiquariats-Folklore der unwissenden Laien wie etwa die Wägelchen der Bouqinisten. Tatsächlich ist er ein Instrument zur Körperverletzung - und als solches aus der Praxis des Antiquars zu Verbannen.

    Auch pädagogisch ist er von Übel - ich kann aus dem Stand 5 Antiquare benennen, die ihn dazu mißbrauchen, um Bücher zu "lagern", von denen sie nach kurzer Zeit nichts mehr wissen. Aus den Augen, aus dem Sinn - im Bananenkarton.

    Dagegen zwingt das - auch anatomisch weitaus bessere - Tragen und Lagern der Bücher in offenen Stapeln (Biegen) zu größerer Ordnungsdisziplin. Einmal geübt, wird kein Antiquar das Tragen der Bücher in hohen Stapeln "am Leib" wieder aufgeben. Freilich braucht er dazu eine blaue Schürze oder den grauen Mantel - und eiserne Lagerdisziplin.

  • Idefix

    Idefix

    Zum Transport von 300 Büchern benötigt man dann nicht mehr 10 Bananenkartons sondern einen Kleinbus und zehn Mulzers. Prima Idee!

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Die g e s a m t e Transportmethode muß geändert werden - so ist das. Es kann sich nicht darum handeln, zwar die Bananenkartons - endlich - abzuschaffen, die restliche Logistik aber beim alten zu lassen.

    Ich bin nur zu schreibfaul, das hier weiter darzustellen. Idefix wäre der erste, der sich über die Länge meiner Ausführungen beklagen würde.

    Die Sache hat einen ernsten Hintergrund - Amazon und das Zentrallager der Antiquare, die Grossohäuser und der Bücherwagen.

    Die persönliche Lagertechnik vieler Kollegen ist zum Erbarmen unbeholfen.

  • Roman Heuberger

    Roman Heuberger

    Unvergessen der Beitrag des Kollegen Theobald aus dem Jahr 1994 über den Bananenkarton. Nachwievor ist dieses Transportmittel der nützlichste Begleiter des Antiquars beim Bewegen von Büchern. Bananenreste aber bitte vorher entfernen, sonst möglicherweise "inter folia fructus". Der Deckel ist geradezu ideal auf Taschenbuchgröße zugeschnitten. Da passen so ziemlich 80-100 Exemplare bequem in 8 fein säuberlichen Stapelchen hinein. Ansonsten sind mir die Böden lieber. Sie sind ein wenig stabiler und wackeln beim Hin- und Herhieven micht so sehr wie die Deckel. Für gewöhnliche Oktav-Formate sind die Böden prima geeignet. 2 Längs- und 3 Querreihen. Paßt scho'. Leider schleichen sich in letzter Zeit hin und wieder Bananenkartons ein, die ein wenig länger sind als die gewohnten. Die gilt es natürlich umgehend wieder loszuwerden, schon wegen der Ästhetik eines geraden Turmbaus von Bananenkartons. Entweder entsorgt man sie als wohlgefüllte 5 Euro-Behältnisse an den Flohmarkthändler oder zusammen mit den Readers Digest Auswahlbänden und weiteren 300 Kilo Buchmüll beim Recycler. Gewichtsmäßig läßt sich ein mit Büchern gefüllter Banankarton übrigens noch bequem tragen (es sei denn, es handelt sich um Kunstbände, da sollte man zwischen die schweren Skiras einige leichtere Pawlaks legen).

    Längere Wege legt man mit einer Sackkarre zurück. Und da passen genau 4 Bananenkartons drauf. Da hat sich wohl die Verpackungsindustrie mit den Großmatkthallenbetreibern abgesprochen. Sehr nützlich für unsere Branche.

    Insgesamt muß ich feststellen: ein Antiquariat ohne Bananenkartons kann keines sein. Und wenn, dann muß es im Chaos versinken, denn der Bananenkarton ist das einzige Ordnungsinstrument. Neben den Regalen.
    Roman Heuberger

  • Roman Heuberger

    Roman Heuberger

    Nachtrag:
    soeben habe ich Herrn Mulzers Beitrag (Nr. 1, wie immer) zu den Bananenkartons zur Kenntnis genommen.

    Dazu folgendes: Herr Mulzer als selbsternannter Anwalt von ca." 900-1000 kleinen und mittleren Antiquaren" bezeichnet seine eigene von ihm hoffierte Klientel asl "hirnlos". Davon ausgehend, daß diese Kollegen meiner Einschätzung nach zu 95% Bananenkartons als Behältnisse für ihre Bücher benutzen. Und wenn Herr Mulzer meint, das Aufbewahren und Stapeln von Büchern in Bananenkartons würde den Inhalt ins Nirwana des Vergessens verschwinden lassen, so sei ihm gesagt, es gibt Zettelchen, die man an der Vorderseite besfestigen kann, da steht dann drauf, was drin ist.

    Ach, Herr Mulzer, was den Alltag des Antiquars betrifft, da müssen Sie noch viel lernen. Auch wenn Sie noch so viel dagegen trompeten mögen.
    Roman Heuberger

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Reden Sie mal mit irgendeinem Orthopäden. Auch Umzugsfachleute jeder Sorte klären Sie schnellstens auf über das Folterinstrument "Bananenkiste", das zu transportieren sie sich nämlich weigern, sofern Bücher drin sind. Das haben die Spediteure auf höchster Ebene mal geklärt und beschlossen.

    ***Die Umzugsspediteure sind nicht so doofdumm wie wir - die haben einen tatkräftigen Verband.

    S i e, werter Kollege, l a s s e n tragen. Da tut es nicht weh, zusehen zu müssen, wie sich hunderte kleiner Kollegen aus purer Einfalls- und Planungslosigkeit zugrunderichten.

    Sehen Sie sich mal die Kisten des Neubuchhandels an. Oder die Einheitsbücherkisten der Spediteure.

    Könnte man nur so klären: Mit p r a k t i s c h e n Versuchen. Mit fliegenden Fahnen siege ich in allen Versuchsanordnungen. Wetten daß?

    Hab vor Jahren einen Prof. der Orthopädie als Kunden gehabt, im ersten Laden in der Sedanstraße. Seit er meine Flüche beim Bananenkistentragen kommentiert und mir die Funktionsweise des Rückens am lebenden Objekt, nämlich an mir, demonstriert hatte - seit dieser Stunde weigere ich mich, unsere

    ***déformation professionelle

    noch weiter mitzumachen. Denn nichts anderes ist das - eine undurchdachte meschuggene Angewohnheit.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Sache eines Berufsverbands wäre es, neue Einheitskisten zu entwerfen und zum Selbstkostenpreis abzugeben an die Mitglieder. Man könnte die der Spediteure (nicht zu verwechseln mit deren großer Einheitskiste) etwas verändert, als Modell mit Deckel, übernehmen. Sehr wichtig die beiden Eingriffe u n t e n - zum Tragen auf dem Buckel für Leute, deren Rückgrat noch nicht durch Bananenkistentragen deformiert ist, die noch auf dem Buckel tragen k ö n n e n. - Könnten Sie's noch?

    Wurscht dürfte Ihnen sein, wie ich Sie einschätze, daß die meisten Bananen-Kisten noch nach Jahren (!) mit schweren, auch im direkten Kontakt hautschädigenden Chemikalien zur Konservierung behandelt sind.

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    Die Idee von Herrn Mulzer finde ich gut. Als "Frischbuchhändler" habe ich die Dinger gezwungenermaßen auch. Alle sind gleich groß, lassen sich gut stapeln, mit mehreren von ihnen kann man Podeste für Buchpräsentationen bauen, selbst Lesepodeste bei Buchlesungen lassen sich daraus herstellen, wenn mein kleiner süßer Yorkshireterrier mich ärgert kann man die Kiste für 10 Sekunden (in Worten: zehn Sekunden) als Dunkelkammer benutzen, Saisonware lässt sich kurzzeitig drin "einmotten", sie sind wasserdicht, weichen also nicht auf.
    Warum also keine Einheitskiste für den antiquarischen Bereich. Meines Erachtens eine gesunde Idee!

    Jörg Jahn-Meyer

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