01.08.2008
InternethandelAmazon kauft Abebooks
Abebooks, eine Tochter des Burda-Konzerns, hat nach eigenen Angaben derzeit rund 110 Millionen Titel im Angebot. Amazon festigt mit der Übernahme seine marktbeherrschende Stellung beim Handel mit Gebrauchtbüchern. Abebooks solle unter eigener Marke weiterhin bestehen bleiben, auch der Firmensitz in Kanada sowie das Management blieben unverändert, heißt es. Abebooks-Chef Hannes Blum kündigte für den 7. August ein Meeting mit Buchhändlern an, um die Konsequenzen der Übernahme zu erörtern.
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Tags: Amazon, Internethandel, Abebooks

9 Kommentar/e
Horst Herkner, Antiquar im Löwenberger Land
Als nächstes dürfte dann das ZVAB dran sein. Bei den miesen Quartalszahlen dürfte es das ja für ein Taschengeld geben.
Du weißt, große Hunde fressen kleine Hunde.
Große Hunde, wenn sie zuviel gefressen haben, platzen, dann werden ihre Krümel von anderen Hunden gefressen, und aus ihrer Haut wird Leder für Schuhe.
Die Neuigkeit scheint auf den ersten Blick für den deutschsprachigen Altbuchmarkt, der ja doch weitgehend abgeschottet ist vom Rest der Welt, nicht besonders wichtig zu sein. Abebooks hat für deutsche Verhältnisse hier eine eher marginale Rolle gespielt.
Was man im internationalen Vergleich schnell sieht, ist die fast mechanische Ähnlichkeit der Abebooks-Portale, ubique terrarum sozusagen. Sie sind erfreulich schlicht gehalten, konnten sich z.B. in Frankreich sehr schnell und gut positionieren, sind beliebt und längst nicht so zickig wie Prolibris Busenfreund Rarebook, das sich immer für eine Spur besser hält - es aber nicht ist.
Der alte Senator Burda, von dem ich in Offenburg als Ferienschüler in der Druckerei noch Ohrfeigen und anschließend 5 DM-Stücke bekommen hatte (damals ein Vermögen) mag es mir verzeihen, wenn ich seinen Söhnen eine nicht sehr glückliche Beliebigkeit im Erwerb und Abstoßen irgendwelcher Buchhandels- und Buchportalbeteiligungen attestieren muß. Da ist für den Außenstehenden nicht besonders viel
*Gefühl, keine Leidenschaft für das Medium Buch
erkennbar.
Beides besaß der alte Senator. Ich sehe ihn nun, 50 Jahre ist es her, noch immer an der Tiefdruckrotation stehen und brüllen. So kommt man zu einem gesunden Seelenleben; wir jungen Arbeiter ersetzten ihm jede Psychotherapie. Mit frischgeputzten 5 DM-Stücken läßt sich sowas gut aushalten. Aber zurück zum aktuellen Thema.
***Was erwarte ich von amazon nach dem Ankauf von Abebooks?
Die deutschen Antiquare sind zu träge und zu chaotisch oganisiert, um jemals noch gegen das ZVAB ernsthaft anzutreten. Indem alles auf der Welt möglich sein könnte, nur ganz gewiß nicht die gemeinsame Organisation der Antiquare - - gibt es nur ein Mittel, die Loch Ness von Tutzing in Schach zu halten: A m a z o n.
Wir kennen die seltsame Art, in der Amazon bisher mit ihren Antiquaren umgegangen ist, die sich offenbar jede Ungeheuerlichkeit im angelsächsischen Raum haben bieten lassen,
Wird das im deutschen Sprachraum auch so laufen? Ich denke: Nein.
Und ich wünsche mir, daß Amazon die absolute Sonderrolle des abgeschotteten deutschen Sprachraums erkennt - - m a s s i v gegen das ZVAB in D,CH, A vorgeht, mit a l l e n Mitteln, allen Synergien, deren Amazon fähig ist, zum
*Generalangriff gegen das ZVAB blasen wird.
Da die Antiquare zu befangen in ihren Wahnwelten sind, um sich s e l b s t zu organisieren gegen den Monopolisten, fordere ich alle Kollegen auf, Amazon im deutschen Sprachraum m a s s i v zu unterstüptzen.
Natürlich wissen wir (ein Blick in die Kollegenforen in den USA reicht aus), daß man einen langen Löffel haben muß, wenn man mit Amazon zusammen aus einem Tpf essen will. Wir deutschen Antiquare sind dazu in der Lage. Mit uns wird Amazon schon darum nicht Schlittenfahren, weil das ZVAB ja da ist.
3.
Wir spielen beide nach Kräften aus. D a s bringts!
Wir?
antiquariat@mvb-online.de
Lassen Sie doch endlich mal die Antiquare in Ruhe. Der heutige dieser Spezies ist arbeitsam, flexibel und aktiv im Denken. Der braucht keinen "Vorsager". Ob, wann und mit wem er sich zusammenschließen will, weiß er bestimmt, aus seiner persönlichen Situation heraus am besten. Und wird es tun oder nicht, auch ohne Ihre Kommentare, denen jede wirklich positive Absicht zu fehlen scheint. Nutzen Sie doch mal Ihr journalistisches Potential zu Zwecken der Konstuktivität und nicht ständig zur Zersetzung.
Amazon kauft Abebooks. Wunderbar. Jede Veränderung birgt neue Ideen, Impulse, Perspetiven. Wir werden sehen.
Und lassen Sie einfach auch die Plattformen in Ruhe. Bedenken Sie einmal, was die uns bieten, und das die das bezahlt haben wollen ist doch nur logisch, oder ?
Was halten Sie davon, Herr Mulzer, wenn Sie sich dieses Wochenende einfach mal Ihren Antiquariatsarbeiten widmen und uns alle in Ruhe lassen ? Das wäre doch mal was.
http://tinyurl.com/6ccfxd