02.08.2008
Online-BuchhandelWeitere Reaktionen auf die Übernahme von Abebooks durch Amazon
Es äußern sich Brian Elliott, CEO der Plattform Alibris (www.alibris.com), und Brendan Sherar, CEO von Biblio (www.biblio.com). Während Elliott den Vorgang nicht direkt kommentieren möchte – "I won't comment on Amazon and ABEbooks (they have enough to explain on their own)" –, enthält sich Sherar nicht einer klaren Bewertung der Übernahme von Abebooks: "I believe it is unhealthy for the overall market, because it further removes competition and choices for collectors, readers, and booksellers alike."
Interessant an dem kurzen Sherar-Interview ist unter anderem, dass er neben Plattformen wie Antiqbook und Maremagnum auch ChooseBooks/ZVAB zu den "high quality, independent book marketplaces" zählt. Sherars Begründung: von den Betreibern dieser Seiten werde die Beziehung zu den Einzelanbietern, also den Antiquaren, besonders gepflegt ("we have focused on service and respect with our booksellers, and they have responded in kind by helping us to grow").
- Reaktionen auf die Übernahme von Abebooks durch Amazon [02.08.2008]
- Amazon kauft Abebooks [01.08.2008]
- http://www.bookpatrol.net/2008/08/amazons-acquisition-of-abebooks.html
- http://www.bookpatrol.net/2008/08/amazons-acquisition-of-abebooks-brendan.html

39 Kommentar/e
Eben waren es noch vier von sieben.
Anderswo gibt es drachenfressende Bäume,
hier gibt es wohl kommentarverspeisende...
Natürlich ist Sonntagsarbeit mühsam. Wir leisten sie aber auch. Art und Umgang der Kürzungen sind natürlich ins Belieben der Redaktion gestellt. Globale Tilgungen wie heute sollten im Interesse einer gewissen minimalen Motivation zur Mitarbeit nicht ersatzlos vorgenommen werden.
Mir persönlich liegt besonders am Posting Nr. 1.
Ich würde folgendes Verfahren anregen:
Unerwünschte bzw. unzulässige Textstellen jeweils mit (...) nach erfolgter Tilgung kennzeichnen.
Damit der Leser im Bilde ist, wären auch zwei Fußnoten am Ende, nach einem Trennungsstrich, nützlich:
(1) editiert wegen unzulässiger persönlicher Beleidigungen
(2) editiert wegen fraglicher /unbewiesener Sachbehauptungen
(3) editiert wegen Unvereinbarkeit mit der vom Börsenverein vertretenen Grundsätze
oder so ähnlich.
Ohne eine Änderung der bisherigen Total-Tilgungspraxis scheint mir eine Fortsetzung der Kommentarfunktion nicht möglich. Man sollte keine Metternichschen Spiegelkabinette einrichten, auch die Zeitungszensur des Vormärz ist irgendwie passé. Wir müssen w i s s e n, wann und weshalb bestimmte Äußerungen von uns nicht erwünscht sind.
2. Sie haben eine Fußnotenmöglichkeit vergessen:
(4) Beitrag komplett gestrichen wegen sinnlosem Forentrollgeschwätz
2. Sonderregelungen, die speziell für Sie gedacht sind, müssen Sie bitte selber anregen.
Wir haben hier ohnehin nur Gastrecht (und sonst gar keines). das Dilemma in den gestrichenen Beiträgen dieses Threads dürfte darin gelegen haben, daß ich ziemlich viel behaupte, dafür tatsächlich eine Vielzahl von Quellenangaben habe, sie aber - unter anderem wegen so ungeduldigen Kollegen wie Sie einer sind - nicht glaubte anführen zu dürfen. Sonst schreien Sie gleich wieder, die Beiträge seien zu lang für Ihre Lesegewohnheit, die bei mehr als 2 Absätzen aus dem Tritt zu kommen scheint.
Elementare Freundlichkeiten sind Ihnen ohnehin fremd.
"Wir müssen w i s s e n, wann und weshalb bestimmte Äußerungen von uns nicht erwünscht sind."
Damit die Schere im Kopf ansetzt?
Vielleicht würde ich der "Redaktion" den amerikanischen Pieps gestatten - bei Beleidigungen und strafrechtlich relevanten Aufrufen.
Mehr nicht, sonst zieht hier bald Grabesruhe ein.
Natürlich entsprechen Ihre Beiträge ganz und gar dem Harmoniebedürfnis des BB, nein nein,Sie schreiben keinen Kinderkram, ach was, alles ist gut, Sie fühlen sich halt nur manchmal unverstanden. Aber ich habe erkannt: eigentlich wollen Sie doch nur Gutes.
Seien Sie mir nicht böse, Herr Mulzer, Sie kommen mir manchmal vor wie ein bockiges Kind, das auf Teufel komm raus seinen Willen durchsetzen will, auf der Straße herumkräht und, wenn niemand reagiert, herrummault "keiner hat mich lieb". So sehr ich vieles, was Sie hier schreiben nicht nachvollziehen kann, auch über Ihr verbales AufdenBodenstampfen oft den Kopf schüttle, manchmal verspüre ich mütterliche, in meinem Fall großmütterliche Gefühle in mir aufkeimen, dem armen Bengel erst eines über die Lederhose zu ziehen und dann versuchen ihm klarzumachen, wie man sich ordentlich benimmt.
Oma Henriette
schön und themenbezogen war das wohl nicht! Schön wenn man mal die Luft rauslassen kann!
Und die Luft rausgelassen haben Sie gar nicht - ich erkenne in Ihren Worten höchstens tiefste Resignation bzw. eigentlich Gleichgültigkeit gegenüber einem dauernd lästigen Übel)
Herr Mulzer, ich warte immer noch auf Antwort:
WAS GENAU ist in der uns von Ihnen prognoszitierten Gnadenfrist von wenigen Wochen eigentlich von wem genau zu tun ? Da Sie nichts und niemanden außer sich selber in dieser Welt gelten lassen: Wann fangen SIE endlich WOMIT an, den Antiquariatsfachhandel zu retten ? Schreiben alleine genügt nämlich nicht.
1.
...Die Fronten in Deutschland liegen etwas anders. Wir Antiquare tun gut daran, uns die Geschichte der Auseinandersetzungen zwischen dem Börsenverein des Buchhandels, in dessen börsenblatt.net wir hier schreiben, und A m a z o n etwas näher anzusehen.
Der aktuelle Stand ist schwer abzuschätzen, aber in der Vergangenheit munkelte man von mittleren Kriegen vor allem um die Wahrung der Buchpreisbindung und, damit untrennbar verbunden, um die Gewährung von Großhandels- bzw. Verlagsrabatten.
Amazon ist, wägen wir unsere Worte vorsichtig, offenbar so vorgegangen, wie es ihm seine starke Stellung am Markt ermöglicht: Äußerst energisch, weitgehend unbekümmert und so ziemlich allen Beteiligten kräftig und wiederholt auf die Zehen tretend. Einen Verlag in Zürich rufen wir als Kronzeugen für unsere Behauptung auf.
Die Stiefelabsätze von Amazon bekommen nach dem Abebooks-Kauf natürlich noch einige Kanteisen mehr montiert und die Meinungsverschiedenheiten "Amazon gegen Börsenverein" dürfte in eine neue Runde treten.
2.
Vorausgesetzt, daß es so sei - wie überall dringen aus den Anwaltskanzleien nur polstergedämpfte Wutschreie - , dann wäre der Börsenverein über unsere AG Antiquariat natürlich der ideale Träger der neuen allgemeinen deutschen Datenbank der Antiquare.
Dabei ginge es nicht um Geld, welches beim Börsenverein immer etwas knapp ist. Besonders dann, wenn man in Frankfurt aus der Frühzeit buchhändlerischer EDV-Begeisterung immer noch schmerzlich jener Millionen gedenkt, die auf dem Altar problematischer EDV-Unternehmungen zu opfern waren. Es gibt zu diesem Thema im Netz die nun schon historischen Beiträge eines kritischen jungen Buchhändlers, die eine rührende Ähnlichkeit haben (in Absicht - gut - und Wirkung -null - ) wie die hier vorliegenden eines alten Antiquars.
Heute sieht das anders aus insofern, als das Erstellen einer ordentlichen, funktionierenden Verkaufsdatenbank für antiquarische Bücher zur Alltagsaufgabe geworden ist. Gute Leute wie etwa Herr Gläßer bekommen sowas notfalls sogar im Einmannbetrieb hin. Das notwendige Startkapital ist nicht hoch. Auch wäre gegebenenfalls das doch technisch recht ordentliche Prolibri, seines Un-Namens entkleidet und von den Albernheiten im Zugang befreit, ein mögliches Arbeitsinstrument.
Wie auch immer, die technische Seite, früher ein Berg an Problemen, ist heute ein Klacks. Die modernen Zeiten, sie sollen leben!
3.
Also geht es bei dem, was wir von der AG im Börsenverein wollen, um etwas anderes - um die i d e e l l e Seite. Eine vielleicht auch nur nominelle oder indirekte Goodwill-Trägerschaft, ohne finanzielle Verpflichtung, aber mit Einsatz des guten Namens, wäre in ihrer Wirkung gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Da darf es natürlich nicht darum gehen, daß man, um solcher Trägerschaft teilhaftig zu werden, Mitglied in der komplizierten Frankfurter Maschinerie werden muß. Denn solches ist einfach nicht zu bezahlen, der Börsenverein mit seinen vielfältigen Dienstleistungen (von den zusätzlich kostenpflichtigen Landesverbänden zu schweigen) ist sehr teuer. Auch die AG hatte sich ja einen Bärendienst erwiesen, nicht eine weitgehene Ausgrenzung aus der Neubuchhändler-Organisation insoweit vollzogen zu haben, als sie sich nicht l o s e a s s o z i i e r t hatte, sondern "reguläre Mitgliedschaft" einforderte, bestenfalls mit etwas Rabatt.
Das geht nun aber alles nicht. Wir haben bereits dazu auffordern müssen, den Geburtsfehler der Quack um Himmelswillen nicht zu wiederholen, nämlich die Eintrittsschwellen zu hoch zu legen. Von sehr vielen Kollegen ist da nicht mehr zu bekommen als ein kleines nominelles Scherflein. Sie sollen und wollen sich ja nur an e i n e bestimmte Verkaufsdatenbank binden und v i e l l e i c h t an einem Tag X n u r noch über diese ihre neue Datenbank anbieten (und nicht mehr bei der Amazon-Titanic, nachdem sie ZVAB und Abebooks geschluckt hat).
*Niedrigschwelligkeit des Zugangs
heißt das sprachlich unschöne, aber psychologisch notwendige Zauberwort, mit dem allein die Sache in Gang zu bringen ist.
4.
Fassen wir zusammen:
Es sollte versucht werden, eine gewisse Goodwill-Position, im Idealfall aber die volle Einbindung, der neuen allgemeinen deutschen Verkaufsdatenbank der Antiquare zum/ in den B ö r s e n v e r e i n zu erreichen.
Da das sehr schnell vorbereitet werden müßte, bleibt nur der ganze, volle Einsatz der AG im Börsenverein. Vielleicht können die ja mal über ihren Schatten springen. hat der gewählte AG-Chef Zeit und Lust, die Vorgespräche in Frankfurt zu führen? Nicht im September, sondern in 14 Tagen schon? Da sind mehrere Tage anzusetzen und gute Vorbereitung ist alles. Zahlen, Prognosen, Kosten müssen schon vorher ermittelt werden und ein Strategiepapier muß da sein. Sonst wird man in Frankfurt eh nur ausgelacht.
Sehr viel Zeit wäre zu gewinnen, wenn Prolobri als Datenbank schlicht und ergreifend seine bisherige Kostenrechnung in Frankfurt auf den Tisch legt und sich bereiterklärt, technisch als Träger der kommenden allgemeinen Datenbank zu fungieren.
Die AG scheint mir, Widerspruch willkommen, etwas ILAB-lastig zu sein. Da muß ich dringend warnen: Wer da glaubt, Amazon würde nicht die t e u r e n Titel zu sich herüberziehen und sie der ILAB überlassen wollen, der irrt sich gewaltig. Gerade weil für Amazon das ZVAB eine
*****Prestigesache, ein psychologischer M o t o r für den besseren Neubuchverkauf in Deutschland
ist, gilt dann seine ganze Aufmerksamkeit dem Herüberziehen g e r a d e der bibliophilen Titel. Die Verbandsantiquare sitzen also in genau dem gleichen Boot wie die kleinen Internet-Kistenschieber - nur sind sie erst als zweite dran. Dann aber um so gründlicher.
Nachdem der wichtigste Beitrag, der eine gute Z u s a m m e n f a s s u n g der Situation und der bis dahin erschienenen Beiträge und Thesen enthalten hatte, Sonntag früh gestrichen wurde, ich aber sinnigerweise die Kopie gelöscht hatte (und zu faul bin, das mühsame Restore-Spezialprogramm auf Windows in Gang zu setzen), versuche ich eine letzte Übersicht.
1.
Der Kauf von Abebooks durch Amazon ist an und für sich weniger wichtig. Ein ähnlich - vielleicht sogar besser - zu handhabender und sinnvoller Mix aus diversen Antiquariats-Bücherdatenbanken weltweit wäre unschwer für die gleiche Summe zusammenzukaufen gewesen. Das müssen wir sehen: Es geht nicht um Abebooks. Wir kannten die Fehler dieser Datenbank, hatten sie hier auch besprochen.
Wenn es also nicht um Abebooks geht, worum dann? Seit einer Reihe von Jahren diskutieren die angelsächsischen Kollegen, ungleich wacher und verantwortungsbewußter als wir deutschen, über die Gefahr einer Ausweitung von Amazon auf das Antiquariat. Dort wird überall eine ziemlich deutliche Abneigung gegenüber Amazon deutlich, die einen tief nachdenklich macht. Natürlich sind diese ungeschminkten Erörterungen recht schwer zugänglich, da etablierte Forenträger inzwischen kritische Amazon-Äußerungen zensieren.
In diesen Kollegen-Diskussionen wurde, um ein schiefes Bild zu gebrauchen, das über den Köpfen der Antiquare hängende Amazon-Schwert an der Decke immer wieder an die Wand gemalt - jetzt ist es soweit. Wir kommen damit auf den Kern: Amazon hat seine oft bezweifelte Absicht, das Antiquariat mit einzubeziehen, nun begonnen in die Tat umzusetzen.
Amazon hat einen bestimmten Firmenstil. Dieser ist aus hunderten von bekanntgewordenen Vorgängen ganz klar rekonstruierbar - juristisch korrektes, im übrigen aber äußerst konsequentes und a l l e Möglichkeiten einer überstarken Marktmacht n u t z e n d e s Vorgehen. Das ist für braves deutsches Wirtschaftsdenken streckenweise nur schwer vorstellbar. Amazon zu unterschätzen, Amazon nicht zu fürchten wäre töricht.
2.
Aus der ZVAB-Diskussion zu Anfang dieses Jahrtausends, von der ich annehme, daß sie den hier Lesenden bekannt sein dürfte, hatten wir schon gelernt, daß es einen weltweit gültigen Argumentationsstrang gibt, den wir in Stichworten so darstellen können:
Der Prestigewert des Antiquariats in der geistigen Welt bzw. der Welt der Bücherkäufer ist merkwürdigerweise h o c h, gerade auch bei Neubuchkäufern, die an sich keine typischen Altbuchsammler sind. Und es ist eine Hauptsorge der Neubuchversandfirmen im Netz, daß ihnen eines fehlt, nämlich das I m a g e des etablierten Ladenbuchhandels. Dieses Image wird hervorragend (auch) transportiert durch uns Antiquare. Das gilt weltweit.
Ich halte dieses unser Image ja für falsch. Die meisten Antiquare, mich nicht ausgenommen, sind strohdumm, schon weil sie oft Seiteneinsteiger sind, deren Hauptinteressen anderswo liegen. Aber nichts ist wichtiger als ein festes, quasi ein M a r k e n - Image. Und das bieten wir Antiquare den Neubuchkäufern.
Daß wir die ideale Ergänzung zu einer Netzverkaufsstrategie im N e u buchhandel sind, das war schon Hauptargument für den Erwerb des ZVAB durch Herrn Rheinbaben. Der wollte seine Neubuchportal damit bereichern, Koll. Meyer-Berlin nannte das immer so nett Rheinbabens "Sahnehäubchen".
3.
Im Internet sind Imagefragen ungeheuer wichtig. Amazon weiß, daß es vom Päckchenversender- und Kistenschieber-Image herunterkommen muß. Seine vielfältigen Aktivitäten in Richtung Elektronikversand machen es zur Zeit eher zu einem Ebay-Verschnitt. Zwischen Damenschlüpfern und gebrauchten Toyotas aber ist nicht gut ein Image des G e i s t i g e n aufrechtzuerhalten.
Vielleicht hat gerade die Auseinandersetzung mit dem tapferen Diogenes-Verlag den Amazon-Leuten gezeigt, daß es sehr wohl eine Tradition der geistigen Solidarität gibt und daß Imasgeverluste auf diesem Sektor brandgefährlich sind für das Neubuchgeschäft. Wie auch immer, diese Konzerne analysieren mit absoluter Präzision die Voraussetzungen ihres Images.
Nun haben wir hoffentlich verstanden, was in der Mehrzahl der Kommentare der internationalen Presse zu wenig herauskommt: Es handelt sich hier allein und nur und ausschließlich um die Hinzufügung eines entscheidenden Werbewertes für den Neubuchverkauf.
Amazon ist dabei, den Neubuchverkauf weltweit zu monopolisieren.
4.
Das ist keine schöne Situation für uns Antiquare, denn wir sind dadurch, strategisch gesehen, zu Fußabtretern und willigen Dienstboten degradiert - besonders schmerzlich für Individualisten. Wäre Amazon ein europäischer Konzern, würde ich davon ausgehen, daß er erkennt, wie subtil den Antiquaren jener Glaube an ihre Selbständigkeit und Würde belassen werden muß. Da er aber nach US-Regeln arbeitet, wird er den Teufel tun und auf solche Kinkerlitzchen Rücksicht nehmen. Er sieht, so sage ich voraus, die Antiquare als v ö l l i g widerstandsunfähige und zu vernachlässigende Größe an - wichtig nur durch ihren Werbewert.
5.
Die Gesetze des abgeschotteten deutschen Altbuch-Verkaufsmarktes, noch immer Hekuba für fast alle deutschen Antiquare, hat er sich natürlich klargemacht. Daher weiß er, daß es nun gilt, das ZVAB zu kaufen. Da ist gar nichts daran herumzureden. Kaffeesatz gefällig? An Neujahr ist es soweit. Darin liegt nichts Ehrenrühriges. Irgendwelche hübschen, guten, zwingenden, naheliegenden Argumente für den Verkauf an Amazon werden sich doch finden lassen. Ich unterstelle gar nichts - ich wage nur eine Prognose.
Ich tue das interessewahrend für die deutschen Antiquare, die die Gefahr, die damit auf sie zukomment, nicht erkennen.
Für die nun kommende Überlegung ist es an sich weitgehend bedeutungslos, ob und wann das ZVAB verkauft wird. Bereits die Tatsache, daß eine nebelhafte *Möglichkeit* jetzt in eine sehr nahe und gut begründbare *Wahrscheinlichkeit* umgesetzt worden ist, muß uns zum Handeln veranlassen.
6.
Kurioserweise müssen jetzt die alten Überlegungen wieder hervorgekramt werden, die uns in den ZVAB-Kampfzeiten beflügelt hatten. Ich bin da, offengestanden, nicht zuständig. Ich erinnere mich an ausgeklügelte, taktisch sehr geschickte Pläne, wie der plötzliche, gut vorbereitete Wechsel einer Datenbank durch die Antiquare, gleichsam im Trab von einem Sattel in den anderen, zu bewerkstelligen sei.
Das kriegen die schon hin.
Es geht dies aber nur - ich breche hier den Text ab, weil das Mittagessen wartet - durch niedrigstschwellige Kollegen-Mobilisierung. Man würde das Prolibri-Gehäuse nehmen, es zu einem allgemeinen deutschen Verkaufsportal umfunktionieren, das keinen Gewinn macht, ihm eine seriöse Trägerschaft geben (ideal wäre der Börsenverein), die rund 1000 Kollegen niedrigstschwellig mobilisieren, demokratisch jeden Schritt ausdiskutieren und elektronisch abstimmen - und das ganze schnell, s e h r schnell.
Denn zu Weihnachten ist, so meine Prognose, Amazon stolzer Besitzer des ZVAB. Dann ist der abgeschottete deutsche Altbuchmarkt unumkehrbar und unwiderruflich in seiner Hand - -
- - die ideale Ausgangsposition zur Eroberung des deutschen N e u b u c h m a r k t s.
Danke
Jawohl, wie in der Psychologie muß die Reaktion auf Konzentrationen, d.h. „die Einengung der Gedankengänge auf einen Gegenstand“, nicht unbedingt in die gleiche Richtung gehen. Muß nicht jeder Zusammenschluß auch eine Verrohung im Allgemeinen mit sich führen? Und dagegen hilft ja viel eher wieder die bewußte Vereinzelung, vielleicht.
„Der Mensch denkt neuerer Zeit nicht dumm. sondern ganz aufgeklärt, liebt aber schlecht.“ (JP §35) Wir müssen gegen die Vereinzelung wieder zu Einzelkämpfern werden. Vielleicht ist die Konzentration, wie sie von Mulzer & den Giaqlins als Gegenmittel gegen solche Konzentrationen gefordert wird, der gleiche Holzweg. Also nicht eine Genossenschaft, eine Datenbank, ein Verband, ein Antiquariatsprogramm, eine Gewerkschaft etc. sondern buntkräftige Vielfalt durch die vielen Unterschiede. Die Tendenz der großen Datenbanken ist doch nicht die Vielfalt durch die vielen Einzelnen sondern die Einfalt der Vielen. Ein Tick als subversives Mittel, als Spinner ist M. vorbildlich.
genau, nichts ist in diesem Zeitalter der Vergemeinschaftung, in dem die Gemeinheit alltäglich wird und Gemeingut, das plebejische Denken das Leitmotiv zum täglichen Trällern der Konsumhymne abgibt, und die Verdummung von allen Seiten auf unseren Restverstand eindrischt, nichts ist jetzt so wichtig wie diese homöopathische Dosis Abweichung von der Linie: Lieben soll der Einzelne, seine Frau, seine Bücher, die Schönheit.
Aber dem überfetteten Grauen, der Amazonisierung des Antiquariats, ein Gegenmonster hinzusetzen, das sich genauso unnütz aufbläht, und dazu als Entschuldigung nur die eintönige Gebetsmühlen-Formel: "Wir tun es für alle, wir sind die Guten" in die Luft pusten kann, das ist langweilig und im obigen Sinne systemkonform gedacht. Das wird ganz flink zum Grau in Grau führen.
Es ist schlicht und ergreifend eine Frage des Überlebens.
In Würde, ohne eine andere Abhängigkeit als die an ein selbstgeschaffenes, eigenkontrolliertes Verkaufsinstrument.
Haben wir das - als Berufsgruppe - nicht, zermalmt uns die Walze Amazon.
Mit der Philosophie hab ichs nicht so. Mit der realen Welt des Neu- und Altbuchhandels um so mehr.
"If we felt we were being held hostage by AbeBooks before this news then this Amazon/AbeBooks marriage is a form of torture."
Quelle: http://tinyurl.com/6m6w9f
Nicht die Internetplattformen haben die Antiquare für Ihre Zwecke einzuspannen, sondern umgekehrt. Dafür werden sie von den Antiquaren für ihre Dienstleistung bezahlt.
Die Hoffnung, seine wirtschaftliche Zukunft als Futterlieferant für eine gigantische Datenbank zu sehen, ist für den Antiquar ein Trugschluß. Den beliebigen Steuerungsmechanismen ist er hilflos ausgeliefert, sein Handeln wird nicht mehr selbst- sondern fremdbestimmt.
Fazit: der Antiquar hat es selbst in der Hand, seine Zukunft zu bestimmen. Dazu muß er seine Ziele kennen. Und die sind ganz andere als die der Datenbankbetreiber.
Der Antiquar will Bücher verkaufen. Der Datenbankbetreiber verkauft nur Antiquare.
Die Zukunft des Antiquars liegt in seiner Selbständigkeit. Dabei kann das Internet durchaus eine Rolle spielen. Bei weitem aber nicht die Hauptrolle.
*absurde, lächerliche Gerippe
aufscheinen.
Ich habe meine letzten Beiträge juristisch genau analysiert und bezeichne deshalb die Zensurmaßnahmen als g e s t e u e r t. Das Börsenblatt hat an einer wichtigen Stelle der Diskussion für unser Gewerbe seine Neutralitätspflicht grob verletzt.
Die neueste Forenrechtsprechung kann und soll nicht so ausgelegt werden, daß kritische und "beleidigende" Beiträge in j e d e m Fall auch als Meinung bzw. unterstützende Handlung des Forenbetreibers angerechnet werden. Das hängt von den U m s t ä n d e n ab.
Eine Diskussion wie die hier gegebene wird völlig anders beurteilt vom Gesetzgeber als das übliche, kommentierende Stummelsätzchen-Wechseln in den üblichen Kommentarforen.
Ich habe der Redaktion angetragen, gravierende Textstellen durch (...) zu kennzeichnen und unter Wahrung des Kontextes auszulassen. Das sind Anfängerarbeiten, die jeder Journalist in wenigen Minuten erledigen kann.
Das ist nicht geschehen.
Die jetzige Praxis der Gesamt-Tilgung ist u n e r t r ä g l i c h. Leider können wir uns ihr nur so entziehen, daß wir, mit Bedauern, den Staub von unseren Füßen schütteln und ein Forum, in dem wir uns nicht wiederfinden können, verlassen. Ich weiß, daß genau dies gewünscht wird.
Zugrunde liegt dem Ganzen eine
***f a l s c h e Interpretation der neuesten Forenrechtsprechung,
die auf intensive Meinungsdiskussionen wie die hier vorliegende, zumal im intraberuflichen Bereich, absolut n i c h t zugeschnitten ist und diese gar nicht meint.
Aufs Ganze meiner Beiträge hin gesehen - gerade in diesem interessanten Thread - sind Ihre Urteile n i c h t z u t r e f f e n d.
Ich habe es immer verstanden, wenn Sie einzelne Ausrutscher, von denen Sie zwei benennen, zensiert hatten. Das sind zwei von etwa zehn. Die anderen 8 wären mit einigen Auslassungen ohne weiteres zu ertragen gewesen.
Was Sie so schön mit inhaltlicher Bearbeitung bezeichnen, wäre in Wahrheit ein in Minutenschnelle zu erledigendes Tilgen juristisch riskanter Formulierungen (...), wie es jede Leserbriefredaktion dieser Welt zu tun pflegt. Arbeitseinsatz 5 Minuten.
"Ich kann nicht auch noch erwarten" ... Dies ist nun eine ungehörige Formulierung von Ihrer Seite. Sie vergessen, daß ich Ihnen gratis mit meinen Texten Lesefutter liefere, mit dem ich jeden Blog alimentieren könnte.
Sie sind an echten Diskussionen hier n i c h t interessiert. Überdies bedauere ich, wie schon einmal, den harschen T o n, in dem Sie glauben, mit treuen Schreibern umgehen zu sollen.
Da ich seitens den wenigen Kollegen, die sich noch hierher verirren, für gewöhnlich in brutalster Weise angegriffen werde, muß ich mitunter entsprechend antworten.
Was wir nun versuchen werden, ist eine lustige Meta-Diskussion: Ich erlaube mir, einen kleinen Blog einzurichten, indem die Diskussion über Ihre Meldungen von mir her stattfindet.
um es vorweg ausdrücklich zu betonen: Herrn Mulzers ausschweifenden wie bisweilen unpassenden Stil irgendwie zu verteidigen liegt mir fern.
Jedoch „alles offline stellen, was nach meinem Verständnis irgendwie formal ‚problematisch’ ist“ bedeutet eine Willkür, der ich nicht geneigt bin, mich oder meine Zeilen zu unterwerfen.
Mit freundlichen Grüßen, RF Meyer
Wäre die Redaktion konsequent geblieben, hätte sie solche Probleme heute nicht mehr
Lieber Old Shoe, was haben Sie denn eigentlich gegen Plebejer, die sind ja doch die Sachwalter des Sinnlichen, auch des Subversiven, viel mehr als die Pfeffersäcke es je sein können und wenn diese Subversiven mehr sind als nur die Kehrseite der Unterwürfigkeit, Humor haben, sind sie gar fast Jötter. Die andere Frage, warum denn nur homöopathisch abweichen? Das entscheidend Homöopathische soll ja garnicht die kleine Dosis sein, das entscheidende kann die Rührbewegung sein. Wie rührend? d.h. bejammernswert und faszinierend zugleich.
Ja, "Willkür", "Zensur", "selbstherrlich herausgekickt" usw., das ist schnell als Vorwurf zur Hand. Ich möchte nur nachtragen, was ich unter "formal problematischen" Kommentaren verstehe. Problematisch sind etwa Kommentare, die anderer Leute Interessen schädigen oder schädigen können. Das kann zum Bespiel eine wüste persönliche Beleidigung, die Beleidigung einer Gruppe/Minderheit oder auch die offensiv vorgetragene Behauptung sein, jemand werde seine Firma sicher verkaufen "wenn der Scheck nur groß genug ist". Wir haben einfach eine gewisse Verantwortung für die Dinge, die hier veröffentlicht werden. Dabei geht es nicht einfach nur um das Juristische, sondern um den Diskussionsstil. Und wer sich hier mal etwas umsieht, stellt fest: die Grenzen sind wirklich nicht eng gezogen. Viele deutsche Nachrichtenseiten sind inzwischen dazu übergegangen, Kommentare nur noch nach redaktioneller Prüfung zu veröffentlichen. Viele "Gästebücher" auf Websites wurden in den letzten Jahren geschlossen. Warum wohl?
Und weil die Masse der Buchhändler auch fast mehr oder weniger das gleiche in Ihren Regalen stehen haben, nennt man das nun ALDIsierung oder AMAZONisierung (ist gleich Atomisierung des Buchhandels ...)?
Da lobe ich mir noch meine Kleinverlage und sonstigen Spezialitätenbuchhändler, engagiert ... kreativ ... besser!
Klingt nicht unplausibel, setzte wohl aber die Zustimmung der 'Wettstreitenden' hierzu voraus?
"ad 26" muss der Kommentator "26" selbst verantworten.
Wohl wahr.
"...angesichts des eklatanten Missbrauchs unserer Kommentarfunktion"
D i e s e r Satz bedeutet den Bruch zwischen mir und dem Börsenblatt.
Ich habe daher einige wenige alte Beiträge aus meiner Feder in einem Blog gesammelt, den ich täglich weiterführe, soweit die Zeit reicht. Für sich allein schreibt es sich auch ganz nett.
D i e s e r Satz bedeutet den Bruch zwischen mir und dem Börsenblatt."
Da geht es gar nicht nur um Sie, sondern auch um "JimiJaz", "fred.weizenkeim", "Meter Pulzer", "Rumpelstilzchen" und andere!
Wildpferde sind und bleiben wild. Aber warum nicht besser den braven Ackergaul einspannen. Jawohl, der versteht was von seinem Job.
haben Sie zuviel Zeit?
Ihre endlosen Texte...Sie bräuchten ein Chatportal...nur für Sie alleine...
Oder schreiben Sie doch ein Buch...heutzutage wird ja alles verkauft.
buchantiquariat.blogspot.com