13.08.2008Antiquariatsmessen
Hamburger Antiquariatsmesse quod libet abgesagt
Eine traurige Nachricht für alle Freunde einer kleinen, aber stilvollen Veranstaltung: Die für den November geplante Hamburger Antiquariatsmesse quod libet ist von der Organisatorin soeben abgesagt worden.
Zur Begründung teilt uns Frauke Luckwaldt mit: "Die Zahl der Anmeldungen zur quod libet 2008 reicht trotz des sehr späten Anmeldetermins nicht aus, um eine für Aussteller und Kunden erfolgreiche Messe durchzuführen. Die Veranstalter haben sich daher entschlossen, die quod libet 2008 abzusagen und ihre Kräfte auf den Termin des Jahres 2009 zu konzentrieren. Die 18. quod libet ist vom 13. bis 15. November 2009 in Hamburg geplant."
1. Loewenberg2008 13.08.2008 19:06h http://www.bibliotheksmuseum.de
Heute wird die Absage der Hamburger Messe gemeldet. Was folgt morgen - die Absage von Ludwigsburg, Stuttgart, Frankfurt ...? Machen wir uns doch nichts vor - Messen sind für die Abwicklung gehaltvoller Antiquariatsgeschäfte überflüssig geworden.
Horst Herkner, Antiquar in Löwenberg und Gründer der Plattform BIBLIOMAN
2. sundowner 13.08.2008 19:45h
Schade um diese Messe, in dieser Stadt, in diesem Ambiente - aber vielleicht gehts wieder im nächsten Jahr.
Zu den Messen: es gibt doch immer mehr, der Messekalender geht über und : Messen sind wichtig - Kontakte, Einkauf und Verkauf.
Alles nur aufs Internet zu setzen - bitte, wer es möchte. Wenn ich mir allerdings die Umsätze über die Plattformen ansehe, zeigen die eher ein trauriges Bild. Oder die Jagd nach den 3 Euro Büchern, wobei ich mich frage, wer sich eigentlich die Mühe macht, diese aufzunehmen, einzugeben und Gebühren dafür zu bezahlen. Das sind doch keine Antiquare, oder? Das sind doch eingestellte Studenten oder Pensionisten, die zum Minimallohn arbeiten.
3. Redaktion Antiquariat 13.08.2008 19:59h
Stichwort Ambiente: wir haben die Meldung oben gerade um einen Link auf den bebilderten Bericht von der 17. quod libet 2007 ergänzt.
4. Peter Mulzer 14.08.2008 00:00h
Vorschlag: Ersatz der Messen durch gemeinschaftliche Datenbank aller Antiquare.
Aufnahmekriterien festlegen für Art und Mindestwert der Ware (auch Billiges zulassen, wenn originell). Seriöse Vorauswahl durch sachkundiges Gremium. Hauptthemen festlegen, ggf. als "Stände" oder "Straßen" deklarieren. Beispiel: "Alte Papiere" oder "Liebhabereinbände" oder "Exlibris". Beliebig viele Bilder sollen eingereicht werden können. Ausführlicher, freier Begleittext. - Auch verkaufte Ware eine Zeitlang drinstehenlassen mit "verkauft" (wg. "Messerundgang"), cave Leipziger Eierstempel. - Die Geldmacher mit ihrer verhehlten Preisdatenbank raushalten.
Neue Datenbank trägt jeweils den Namen er Messe, für die sie den "Ersatz" darstellt. Werbung für diese neue Messe- Spezialdatenbank über die gleichen Kanäle und Verteiler, die auch für nicht-virtuelle, reale Messe zuständig gewesen wären.
Gemeinsames *Garantie-Verfahren* mit Schiedsgericht in Streitfällen schon bei der Filterung der erlaubten/ erwünschten Waren. Schneller Ausbau dieser Datenbank zu einem allgemeinen Instrument. Problem: ILAB-Datenbank als Konkurrenz. Größeres Problem: Versteigerer wittern Gefahr, da ja meist "ihre" Ware.
Technisch gut geeignet (wegen der Fotos) die Quack-Datenbank. Juristisch: Die Messeveranstalter "leihen" ihre Internetküzel für die Datenbank-Abteilung auf Zeit. Zeitraum genau festlegen. - Keine Google-Werbung innerhalb der Datenbank, muß ebenso seriös wirken wie die Messe gewesen wäre.
Fiktives Beispiel:
"www.hamburgvintage.de" öffnet direkt in die entsprechende Abteilung des Sprachfehlers; "www.wienerbuchmesse.at" ebenso. Überlegung, ob man die ganzen Messeteile nicht dauerhaft vereinigt. Als Teil des Endkampfes gegen Amazon begreifen.
5. Peter Mulzer 14.08.2008 00:06h
Erster Satz muß richtig lauten:
Ersatz der Messen durch zeitweilig eingerichtete oder beständige M e s s e - Datenbanken aller M e s s e - Antiquare.
Alles hier vom K u n d e n her denken. Messekunden sind eine besondere Spezies - anspruchsvoll. Zu vermeiden: Die äußerlichen Fehler der privaten Hamburger Edeldatenbank vom letzten Jahr, auch sich hüten vor dem Wortgestammel der Quack in den Vorankündigungen zur letzten Hamburger Messe. Deshalb:
Einen sehr guten Grafiker dransetzen und irgendeinen Deutschlehrer.