Online-Handel

Ebay ändert sein Geschäftsmodell

Ein Artikel von Holger Schmidt in der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beleuchtet die radikale Reform des Geschäftsmodells von Ebay in Deutschland.

Ziel der Reform ist es unter anderem, für gewerbliche Anbieter neuer Produkte attraktiver zu werden und durch schärfere Sanktionen gegen 'schwarze Schafe' das Kundenvertrauen zu fördern. Ebay reagiert damit nicht zuletzt auf die Abwanderung vieler Händler zu Konkurrenten wie Amazon, die Verkaufsprovisionen statt Einstellgebühren verlangen. "Das Modell verlagert das Risiko eines nicht verkauften Produktes vom Händler zum Plattformbetreiber."

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14 Kommentar/e

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  • Holger Reichardt

    Holger Reichardt

    Das Modell verlagert das Risiko eines nicht verkauften Produktes vom Händler zum Plattformbetreiber,
    das Risiko bleibt immer bei mir, da das Buch in meinem
    Lager steht. Im Fall eines Nichtverkaufs bleiben mir folgende
    Kosten Einkauf, Lagerkosten incl. Vers.kosten,, Bearbeitungskosten,
    Der Plattformbetreiber der keine Einstellgebühr verlangt hat
    das garantiert in die Provision mit eingerechnet

  • Samsz

    Samsz

    Ich erinnere mich an einen Artikel in chip vor 4..5 Jahren. Amazon vs Ebay.

    Nach diesem Artikel ist Ebay gut für den schnellen Verkauf und Amazon für den besseren Preis.

    Das Modell verlagert das Risiko eines nicht verkauften Produktes vom Händler zum Plattformbetreiber

    Ist Quatsch!

    Es bleiben Einstellgebühren! Auch wenn die in Zukunft (deutlich?) geringer ausfallen.

    Für die Flatrate will Ebay 299 (!!!) Euro pro Monat - Bei Ama kostet der "Club"-Beitrag "nur" 49 Euro.

    Die Verpflichtung zur Teilnahme an einem Bezahlsystem ziehen diese beide Plattformen fast gleich.

    Und beide kosten richtig Geld.

    Vor ein paar Wochen gab es im TV einen Bericht über Preissuchmaschinen.

    In diesem Bericht wurde festgestellt, dass es einige Angebote bei Ebay nicht gibt.

    Nehmen wir den Markt der Unterhaltungselektronik.

    Die Gewinnspanne in diesem Bereich ist wirklich klein (wir sind auch in diesem Markt aktiv) . Da kann ich nicht noch ein paar Prozent an Ebay abgeben, also müsste ich den Ebay-Preis um die Gebühren (und die möglichen PayPal-Gebühren) erhöhen und bin dann über 10% vom Straßenpreis weg.

    Im "Gebraucht-Buchhandel" sieht die Sache natürlich anders aus.

    Es soll Quellen geben, die von über 30% des ZVAB-Preises bei Ebay ausgehen und dabei den Vorteil der schnellen Rotation hervorheben.

    Ebay ist ein Abenteuerspielplatz. Auch wenn man in Zukunft nicht alle paar Tage neue Gebühren für das einstellen bezahlen muss.




  • krämer

    krämer

    ebay sieht, daß gewisse schwarze Schafe das Image schädigen. Mit den angedeuteten Methoden wird da aber nicht viel erreicht werden, die eigentlichen schwarzen Schafe, unseriöse Privatanbieter und Händler, lassen sich so nicht bekämpfen. Man sieht ja bei denen, daß sie es schaffen, trotzdem gute Bewertungen zu erhalten.
    D.h. die Anbieter, die den Ruf von ebay schädigen, bleiben, und das miese Image von ebay bei den Kunden, dort Gefahr zu laufen, tüchtig verarscht zu werden, wird bleiben, und letztlich den Marktplatz ruinieren.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    1.
    "Es soll Quellen geben, die von über 30% des ZVAB-Preises bei Ebay ausgehen und dabei den Vorteil der schnellen Rotation hervorheben."

    So ist es. Wie abenteuerlich die Rechnung tatsächlich ausfällt, kann man daran sehen, daß für viele duchschnittliche Büchergruppen der Abverkauf beim ZVAB 5 %, unter gewissen Mindestvoraussetzungen in der Anbietetechnik bei Ebay aber 65 %. Noch grotesker bei der Spitzenware, bisher die Domaine der Messen und Auktionatoren: gute Stücke, sachkundig beschrieben und präzise mehrfach eingescannt, bringen 2/3 bis 3/4 des Auktionsbruttoerlöses - und das *sofort*, nicht erst in 8 Monaten.

    2.
    "und das miese Image von ebay bei den Kunden, dort Gefahr zu laufen, tüchtig verarscht zu werden, wird bleiben, und letztlich den Marktplatz ruinieren."

    Das solltest du dialektisch sehen. Unter den Altbuchkunden bei Ebay ist (auch wenns niemand zugeben mag) die crème de la crème der Büchersammler. Diese hochintelligenten, ausgefuchsten Fachleute suchen und brauchen das

    *Abenteuer bei Ebay.

    Dazu tragen die oft rührend naiven, teils aber auch frechdreisten Schmuddel- und Schwindelangebote kräftig bei. Sie sind wie das Salz in der Suppe - ohne diesen trüben Bodensatz wäre Ebay so langweililg wie eine Messe.

    Über den angeblich so schlechten Ruf von Ebay klagen - - nur einige dadurch konkurrenzierte Altbuchhändler und die Bücherdatenbanken. Unsere verschnarchten Verbände natürlich sowieso. Das Publikum aber strömt herbei, amüsiert sich, prüft höchst sachverständig - - und kauft.

  • krämer

    krämer

    Das würde ja heißen, wenn sich das auch auf andere Gebiete übertragen läßt, daß dieser "Bodensatz" einer Sorte von Anbietern von ebay eigentlich gewünscht sein müßte, daß also nur scheinbar gegen unseriöse Händler und Betrüger vorgegangen werden soll, diese im Gegenteil wohlwollend geduldet werden, damit die Kunden ihren Spaß haben, diese zu erkennen, und nicht auf sie reinzufallen.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    In gewisser Weise durchaus. Denn das Auffinden unterbewerteter oder gar nicht erkannter seltener Titel im Ladenantiquariat, die Jagd nach Trouvaillen, ist ja durchaus menschlich und wird von beiden Seiten her akzeptiert - nicht anders ist das bei Ebay.

    Inwieweit der Anstand dem wirklichen Fachmann dann gebietet, den naiven Verkäufer doch "ein wenig" aufzuklären, dürfte eher eine Frage der persönlichen Moral sein. Ein Stück des Gewinns soll man abgeben, auch ungefragt - das bringt Glück. Ich habs in 35 Jahren immer wieder genauso erlebt.

    Es ist dieser Mischmasch der Personen und Dinge, der Ebay so vergnüglich macht. Und wer häufiger Ware falsch oder zu billig anbietet, der lernt es, das zeigt die Erfahrung, bei Ebay sehr schnell, "bessert" sich und wird seinerseits zum Experten.

    Restriktive Suchmaschinen wie die neueste des Verbands zeigen, daß die Wissenden geradezu v e r z w e i f e l t bemüht sind, solche demokratischen Lernprozesse zu verhindern. Das geht aber nicht mehr, dieser Zug ist abgefahren. Heute kann jeder im Netz den Wert seiner Ware ermitteln, der eine früher, der andere später.

    Schäbig sind nur die, die ihm dabei bewußt Stolpersteine auf den mühsamen Weg des Erkenntnisgewinns legen, in der Hoffnung, daß er hinfallen möge.

  • krämer

    krämer

    "Schäbig sind nur die, die ihm dabei bewußt Stolpersteine auf den mühsamen Weg des Erkenntnisgewinns legen, in der Hoffnung, daß er hinfallen möge. "

    Ach ja? Oder gilt nicht bezügl. Information das gleiche Spiel: "ist ja durchaus menschlich und wird von beiden Seiten her akzeptiert:" täuschen und durchschaut werden.
    Hat übrigens auch nichts mit Demokratie zu tun, und ist über die Maßen langweilig.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Tut mir leid, ich hätte mich deutlicher ausdrücken sollen: Gemeint ist mit diesem Satz die neue Auktionswert-Erlös-
    Verhehlungs-Datenbank des Verbands.

  • krämer

    krämer

    Der Unterschied ist da 450 € vs. 200 €, das macht mtl. Unterschied 20 €, und wird suggeriert, das würde die Kleinen würgen. DIES ist die Sorte von Information.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Nun verstehe ich Sie nicht so recht. Was sind das für Zahlen? - Ich glaube, das Thema soll hier ja dieser Tage nochmal behandelt werden. Vielleicht schieben wir die Klärung auf. - Freundlichen Gruß

  • AREE GREUL

    AREE GREUL

    Nach einer Abmahnung durch einen Rechtsanwalt, durch einen (amazon-angeblichen Buchhaendler) werden wir uns von ebay verabschieden. Kosten viel zu hoch. Keine Hilfe durch ebay. Alles nur noch Abzocke. Alles zu undirchsichtig. Dort werden immer noch gemaengelte Buecher angeboten, ohne das dagegen vorgegangen wird. Genauso wie wir uns von Abebooks verabschiedet haben. Undurchsichtige Rechnungstellung. / Finanzamt machte Probleme ! Kreditkarten koennen wir selber abrechnen, brauchen dazu nicht Abebooks. Warum muss man sich als Buchhaendler und Antiquar alles gefallen lassen.Ich bin nur gespannt wie amazon mit abebooks umgeht. Waere fuer Infos dankbar !
    mfg
    Hans-Dieter Greul (AREE GREUL)
    Ps, Wir haben bei ebay nie antiquarische Buecher eingestellt. Verkaufe doch keine guten Buecher fuern Appel und Ei.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Lieber Herr Greul,

    Sie sind das ideale Beispiel für meine These, daß heute der Umgang mit und das Einstellen bei Ebay nicht anders gelernt werden muß als seinerzeit die Titelaufnahme bei der Urmutter ZVAB.

    1.
    "Nach einer Abmahnung durch einen Rechtsanwalt"

    Ich habe mir die Finger wundgeschrieben, die Ebay-Kollegen förmlich angefleht durch Emails, doch die minimalen Anforderungen an das Fernabsatzregeln zu erfüllen. Hohn und Spott waren und sind die Folge. Ich hasse die Abmahnanwälte - Schande ihres ehrenwerten Berufs - , aber ich sehe auch, wieviel Dummheit da herrscht unter den Antiquaren, die sozusagen ständig bei Rot über die Kreuzung gehen. Über geltendes Recht muß man sich informieren wie über die StVO.

    2.
    "Kosten viel zu hoch".

    Ebay m u ß mehr kosten, weil es viel mehr bietet an Leistung als etwa die Tante ZVAB, die - einen guten Server vorausgesetzt - heute jeder Dresdner Informatikstudent vollwertig betreiben könnte. Sie glauben das nicht? Fragen Sie Fachleute!

    ZVAB ist billiger, Versteigerungen sind mit den Zinsen etwa gleich teuer. Erst unter dem Strich ***geht die Rechnung auf***. Ich habe das in meinem Kurs in etwa hergeleitet.

    3.
    "Undurchsichtige Rechnungstellung".

    So ist es. Das ganze "automatische" Abrechnungssystem für die Kunden ist eine Katastrophe. Das Gegenmittel heißt: Verkaufsmanager Pro, den vermietet Ebay billig.

    Falls Sie aber die Rechnungsstellung durch Ebay an den Antiquar meinen: Rufen Sie Ihre Rechnung doch mal in der Langform elektronisch ab. Noch ausführlicher und transparenter geht es nicht (bei mir schon mal über 40 Seiten A4).

    4.
    "Keine Hilfe durch ebay"

    J e i n. Ebay schweigt still wie die drei Affen.

    Aber: Mit Hilfe der Foren und Unterportale läßt sich jedes Problem lösen, nur muß man das bedienen können (und wollen). Allein das Sichzurechtfinden in den etwa 10.000 Seiten der Foren-, Ratgeber- und anderen Teile dieses internationalen Megasystems wird bei mir mehrere Schulstunden beanspruchen. - Sie lernen Windows doch auch nicht in einer Viertelstunde?

    5.
    "Alles nur noch Abzocke"

    Ebay kassiert, ob Sie die richtige Ware richtig einstellen oder die falsche Ware falsch. - Es liegt an Ihnen, ob das System Sie "abzockt" oder ob es zu Ihrem wertvollen Arbeitsmittel wird.

    6.
    "Alles zu undirchsichtig"

    Sie werden allein für das Verstehen der Ebay-Büchersystematik einen Nachmittag anzusetzen haben. Hier müssen Sie diejenigen Hausarbeiten nachholen, deren Unterlassung zum völligen Verstopfen unserer Bücherdatenbanken alten Stils geführt haben!

    7.
    "Dort werden immer noch gemaengelte Buecher angeboten, ohne das dagegen vorgegangen wird"

    Das, meiner Ansicht nach inzwischen allzu brutale und für die Verkäufer benachteiligende Bewertungssystem schaltet solche schwaren Schafe schneller aus, als Sie bis 3 zählen können.

    8.
    "Finanzamt machte Probleme "
    Alle Finanzbeamten kennen inzwischen Ebay wie ihre Hosentasche! Ich erhielt kürzlich sogar wertvolle Hinweise über Ebay USA von einem - kleinen Finanzamtsbeamten.

    9.
    "Wir haben bei ebay nie antiquarische Buecher eingestellt. Verkaufe doch keine guten Buecher fuern Appel und Ei"

    Dafür lassen Sie diese - je nach Sachgebiet - im Schnitt zu 95 % beim ZVAB verstauben und träumen von den ZVAB-Mondpreisen, die nur noch für g u t e Sachgebiete bedingt gelten - für alle anderen aber reine Makulatur sind. Hier ist das ZVAB-Preisniveau (ohne daß das ZVAB das will) geradezu l ü g e n h a f t geworden - die Mondpreise des Michelkatalogs sind nichts dagegen.

    Und: Um Bücher gut verkaufen zu können bei Ebay, müssen Sie das eben l e r n e n. Stümpern Sie die Titel nur gerade mal so in Ebay hinein, dann allerdings bekommen Sie sehr wenig.

  • G. Koch

    G. Koch

    ebay kann gewerblichen Händlern noch so interessante Offerten machen; so lange es das Problem mit den Schein-Privatverkäufern nicht in den Griff bekommt, ist das alles nichts. Trotz vollmundiger Ankündigung, verschärfte Kontrollen durchzuführen - wohl wieder mal wie seinerzeit bei Booklooker nur eine formale Geste - tummeln sich die Scheinprivaten mit Transaktionszahlen in vierstelliger Höhe scharenweise bei ebay und werden sogar noch von ebay animiert. So wie in diesem Sommer: ebay bietet in einer Sonderaktion gewerblichen Händlern die Möglichkeit für 1 Cent Einstellgebühr in bestimmten Rubriken zum Festpreis zu verkaufen. Gleichzeitig können Private Gratis-Auktionen in erheblich mehr Rubriken, so auch in der Rubrik antiquarische Bücher durchführen mit 1 EUR Mindestgebot als Startangebot. Die Folge: ebay ist überflutet von 1-EUR-Angeboten, die Preise werden noch weiter heruntergedrückt und die bei Ebay-Käufern ohnehin schon vorhandene Einstellung, hohe Ansprüche für wenig Geld stellen zu können, noch gefördert. Ich würde das als totale Händlerverarschung bezeichnen.

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer



    Werter Kollege,

    die Klage über das Elend mit den allzuvielen Privatanbietern bei Ebay kann ich nicht nachvollziehen. Wenn wir nur Händler hätten bei Ebay, die anbieten würden, wäre das eine unendlich langweilige, uninteressante Operation - wie leider so ziemlich alles, woran unser Berufsstand, eine

    *öde, phantasielose, nüchterne Versammlung strümpfestrickender B u c h h a l t e r ,

    mitwirkt. Nicht schimpfen: Wir Antiquare bedienen wirklich eine Reihe von positiven Klischees, die ganz und gar nicht stimmen. In Wahrheit verbreiten wir durch kleingläubige Regulationswut, mißliebiges Kontrollieren und hämisches "HaterdieKehrwochevergessen?" und "Ichmelds!" eine l ä h m e n d e L a n g e w e i l e.

    Die vielen *echten* Privatanbieter, die sich der Mühe unterziehen, bei Ebay anzutreten, werden von den Kunden anhand unscheinbarer Details natürlich sofort erkannt. Ich weiß das aus vielen Gesprächen mit früheren Ladenkunden, die jetzt ihre Freizeit mit Lust bei Ebay verbringen. Wenige - dann allerdings ärgerliche und hochgefährliche - Grenzfälle gibt es, wo Antiquare sich als Privatleute camouflieren, unter mehreren Pseudonymen. Nun ja - der nächtbeste arbeitslose und bedenkenarme Abmahner-Rechtsanwalt wird sie erreichen...

    Die vielen echten Privatleute, die anbieten, senken das Preisniveau? - ja, freilich. Aber was kann das bewirken? Ich hasse, man weiß das, die sogenannte Marktwirtschaft, sie ist für uns alte Sozialisten ein unmenschliches Instrument der Kälte und Herzlosigkeit. A b e r: W o sie funktioniert, dort f u n k t i o n i e r t sie g u t.

    Es gibt auch eine spezielle Marktwirtschaft bei Ebay und ZVAB. Das läuft in etwa so: Titel, die öfter sehr billig über den Tisch gehen bei Ebay, die sind schlicht und ergreifend

    *nicht mehr wert am Markt.

    Bei kleineren Datenbanken könnte noch der Faktor "unbemerkt gebliebene Perle" in Frage kommen, bei Ebay niemals (von den berühmten Schreib- und Rubrikenfehlern abgesehen). Ob nun Privatmann oder Händler,

    *Ebay stellt den echten Marktwert her.

    Dadurch bekommen wir Händler natürlich Ohrfeige auf Ohrfeige. Wer wüßte das besser als ich! Es ist das eine Abstimmung mit dem Klick-Finger, sozusagen. Mir war das vom Briefmarken-Sektor her seit Jahrzehnten vertraut, so blieb mir der größte Schock erspart. Man muß eben wissen, daß, von Sonderfällen abgesehen, zum Beispiel Theologie oder deutsche Literatur, ältere Kunstgeschichte oder Bildbände zur Landeskunde - - Müll sind. Man wird sie nicht wegwerfen, sondern lagern. Alte Berliner Antiquare der Nachkriegszeit hatten bis zu 10 Keller-Lager. Wissen wir, was in 15 Jahren sein wird? Eben! Deshalb blocklagern und nicht klagen.

    Sie schreiben:
    "...die bei Ebay-Käufern ohnehin schon vorhandene Einstellung, hohe Ansprüche für wenig Geld stellen zu können, "

    Das stimmt eben nur dann, wenn es sich um weniger begehrte Gebiete handelt. Ich darf Ihnen versichern, daß - nur ein Beispiel - meine Ausflüge ins Gebiet des Anbietens von Postkarten oder guten Briefmarken, von Exlibris oder Fotos, geradezu rührende Bemühtheit und Zahlungswilligkeit der sehr sympathischen Kunden bis zur Schmerzgrenze gezeitigt haben. Ähnliches gilt für alle etwas gesuchteren Bücherkategorien. Das sind s e h r angenehme Kunden!

    In manchen anderen Sachgebieten mag es anders sein - Schmuck, Kosmetika. Aber Frauen als Kunden... nun, lassen wir das. Auf unsere Bücher- und anderen S a m m l e r - Kunden bei Ebay laß ich nix kommen - lauter nette Leute!

    *Zahlungsfreudig, aber eben auch preisbewußt - sehr marktkundig.

    Das unterscheidet den Ebay-Markt von manchem Ladenkunden, dessen Naivität wir mitunter ausgenutzt hatten.

    Was zum Schluß die 1-Euro-Angebote angeht - im Büchersektor zeigt sich der so Anbietende schon als blutiger Laie - und wird entsprechend abgewatscht, von Sonderfällen abgesehen.

    Ich bleibe dabei:

    1) Ebay stellt im Bereich der alten Bücher zur Zeit den wirklichen M a r k t w e r t her. Unser eigenmanipuliertes Mondpreis-System beim ZVAB (ab Januar bei Amazon) wird dadurch natürlich unterhöhlt und ruiniert. Gut so!

    2) Ähnlich wie bei Versteigerungen werden im Ausgleich dazu die S p i t z e n, die wirklich gesuchten Titel und Gebiete, weitaus teurer. Karl May für 500 Euro, eine Broschüre der Zeugen Jehovas für 250 Euro, warum nicht?

    Ebay konfrontiert uns mit der W a h r h e i t unseres Altbuchmarkts. Stellen wir uns darauf ein!

    • ...

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