Antiquariat

21.08.2008Online-Buchhandel

Marion Meyer über Amazon und Bibliofind

Eine Geschichte aus der Frühzeit des Online-Antiquariatshandels: Marion Meyer beleuchtet die Übernahme von Bibliofind durch Amazon Ende der 1990er Jahre.

Marion Meyers Beitrag, vorgestern in Michael Liebermans Blog "Book Patrol" veröffentlicht (siehe den Link unten), ist eine anspruchsvolle und voraussetzungsreiche, aber lohnende Lektüre. Es geht um die teilweise recht merkwürdigen finanziellen Details der indirekten Übernahme der Plattform Bibliofind durch Amazon im Jahr 1999 – zu einem Zeitpunkt, als Amazon sich in seinem Kerngebiet mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert sah. Bibliofinds Geschäft ging 2001 weitgehend in der Amazon-Plattform auf. Meyers Schlussfolgerung angesichts der aktuellen Entwicklung: "Expecting Amazon to behave any differently with Abebooks would simply be naive."

Mehr zum Thema

Anzeige

2 Kommentar/e

1. Peter Mulzer 21.08.2008 12:56h

Das geht ja nun tief in die Historie des Altbuchhandels. Amazon hat sich seither gemausert und die Megakrake Amazon 2008 hat mit dem rührenden Küken von 1999 eher wenig zu tun. Überdies würde ich zu dieser Frage, um einen Praxisbezug zur Gegenwart herzustellen, unbedingt Tomfolio hören wollen, die hatten nämlich unmittelbar darauf reagiert - mit der Tat.

Wäre schon ganz interessant, die Historie da aufzudröseln, wenn nicht unser abgeschotteter deutschsprachiger Absatzmarkt absolute Sonderverhältnisse böte - die sind so verlockend, daß Amazon schon der Sabber aus den Mundwinkeln trieft.

Wird ZVAB nicht von Amazon gekauft, wird Abebooks nicht umfirmiert zu Amazon zumindest im deutschen Bereich - und das innert weniger Monate - dann entsage ich von Stund an jeglichem Aldi-Landwein und trinke nur noch Fachinger.

2. Peter Mulzer 21.08.2008 13:11h

Hauptgrund für meine These ist, daß es das ZVAB nicht verstanden hat, eine Synergie herzustellen von seiner beneidenswerten Stellung im Altbuch-Internetmarkt hin zum Neubuch-Fernabsatz. Mit dürren Worten: Als Rheinbaben das Gesamtkonzept des kombinierten Neu-und Altbuchportals verlassen mußte (übrigens unter Verlusten), wurde der Grundstein gelegt zum bevorstehenden Verkauf des ZVAB an Amazon. Denn dort, bei Amazon, ist die Synergie ideal nutzbar - das wird der Todesstoß für den lokalen Neubuchhandel. Die kleinen, unabhängigen Neubuchhandlungen sind damit dem Grab einen Schritt näher. Schon mal Grabsprüche ausdenken, wenns beliebt.

Aufgabe des Börsenvereins, hier die Abteilung Neubuchhandel, wäre es gewesen, diese Entwicklung vorauszusehen und in letzter Minute zu stoppen. Dazu hätte man den Antiquaren Schützenhilfe bei ihrer Organisierung zu einer gemeinsamen Datenbank geben müssen.

So wird es Herr Biester, weitere acht Jahre später, freundlich analysieren. Weshalb immer erst hinterher?

Kommentar schreiben

Wir bitten um sachliche Kommentare zum Thema.

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination. TIPP: Zwischen Klein- und Großbuchstaben müssen Sie nicht unterscheiden.