21.10.2008
Online-Buchhandelmomox-books kauft Gebrauchtbücher auf
In einer kürzlich verschickten Pressemitteilung heißt es über das ungewöhnliche Plattform-Prinzip von momox-books: "Hier werden Bücher nicht verkauft, sondern angekauft und dies auf einfachstem Weg: Man gibt einfach den auf jedem Buch vorhandenen Barcode ein und momox-books sagt dem User, wie viel für sein Buch bezahlt wird. Ohne komplizierte Versteigerung, ohne langes Warten und alles ohne Versandkosten."
Der momox-books-Geschäftsführer und -Inhaber, Christian Wegner, wird weiter mit der Aussage zitiert: "Seit dem 08.08.2008 ist momox-books online und täglich kaufen wir mehr als 2.000 Bücher an, Tendenz steigend. Die Auswahl ist vielseitig: Ob Romane, bekannte literarische Werke, Fachbücher oder Lehrbücher, die Auswahl unserer Ankäufe sind grenzenlos." Ziel sei es, im nächsten Jahr eine Million Bücher aus dem In- und Ausland anzukaufen, hauptsächlich von privaten Verkäufern ("Wir zahlen attraktive Preise und erstatten das Porto"). Aber auch Interesse am Ankauf von "kompletten Läden", "Restposten" und "sonstigen Großhandelsposten" wird auf der Website annonciert.
Tags: momox-books, Christian Wegner

52 Kommentar/e
Das wird bestimmt ein Renner.
Die werten Kollegen, in ihrer überwältigenden Mehrheit seltsam verschnarcht und nicht willens, über ihren Tellerrand zu schauen, können n u r durch solche unternehmenden Herren aufgescheucht werden. Deshalb sind sie für uns alle ähnlich nützlich wie seinerzeit Kollege Wölki in Hamburg/ Dresden.
Das Fatale in der Wegner-Methode sehe ich darin, daß durch eine allzu starre Beschränkung auf die Buchnummern-Titel die wirklich guten, qualifizierten Ankäufe außen vor bleiben müssen.
***Um den deutschen Altbuchmarkt wirklich in die Hand zu bekommen, müßte ein F i l i a l n e t z bundesweit zumindest für den Ankauf eingerichtet werden, ein System von
*Bezirksvertretern bzw. Regionalagenten,
sodaß die einzelnen örtlichen Buchantiquare unterwandert, ausgetrocknet und eliminiert werden können.***
Fazit: Grundsätzlich eine pfiffige Idee, vor allem wenn dann mit Amazon noch Sonderkonditionen und weitere Knebelungen der kleinen Antiquare ausgehandelt werden können.
Ehe nicht die Hälfte der örtlich gebundenen Kollegen ähnlich quälend weggestorben sind, wie es zur Zeit gerade mit den kleineren Neubuchhandlungen reihenweise geschieht, wachen die Antiquare nicht auf.
Deshalb: Weitermachen, Herr Wegner!
Wir alten Hasen, die wir locker den Turbolister anwerfen und hurtig ein paar Scans ziehen, können uns gar nicht mehr vostellen, weclche Hindernisse da auf den arglosen Privatleut lauern, wenn es heißt: Anbieten bei Ebay.
Habs kürzlich an meiner Schwester, immerhin gestandene Studienrätin, beobachtet - von der Klassifikation bis zur Zahlungsabwicklung, ein einziges Hindernishüpfen. Sie tat mir leid, zumal ich ihr aus pädagogischen Erwägungen (...) nicht helfen mochte.
Vermutlich kalkuliert Momox mit diesem Aufwand. Ich würde mich Ihnem Urteil aber anschließen und auch sagen, etwas mehr anzubieten wäre besser.
bei den ankaufspreisen scheiden sich immer die geister wir haben damit schon genügend erfahrungen mit momox.de sammeln können
wir sehen uns sowohl beim medienankauf (momox.de) als auch beim buchankauf (momox-books.de) immer als nischenmarkt. der ertrag den man bei uns erzielen kann ist weitaus niedriger als der einzelverkauf bei ebay, amazon oder sonstwo. wir versuchen i.d.R. jedoch etwas mehr zu zahlen als das was man beim ankaufsladen um die ecke erhält. der vorteil den die verkaufswilligen bei uns sehen ist die zeitersparnis. isbn eintippen, bestätigen und auf wunsch anschließend auf den dhl fahrer warten, der das ganze kostenlos abholt. damit erreicht man nicht die masse aber doch genügend die uns hinterher für die abwicklung und die ersparte zeit danken.
gern würden wir natürlich auch mehr bezahlen für die bücher und wenn die startphase vorbei ist (das ganze läuft nun erst seit 2 monaten) denke ich, können die preise auch noch ein wenig steigen.
interessieren würde mich jedoch wie es möglich sein soll, doppelt soviel zu zahlen wie wir. ich finde die margen im buchsegment nicht sehr berauschend. dazu kommen noch die übernahme der portokosten und die anderen kosten (die ja jeder auch hat - personal, lager, steuer etc.)
die mir bekannten buchhändler erhalten ihre bücher entweder gratis (auflösungen) oder kaufen restexemplare zum preis von ca. 1 euro/stück und hielten mich schon für verrückt überhaupt etwas für gebrauchte bücher zu bezahlen und fanden die preise eher zu hoch. naja mal schauen ich bin ja noch ein sehr junger und unerfahrener buchhändler und vielleicht finde ich ja noch wege wirtschaftlich tragbar höhere preise zu zahlen
schönen abend wünsche ich allen
Des Pudels Kern dürfte darin liegen, daß es auch *innerhalb der moderneren Bücher* ganz wichtige Unterschiede in der Verkaufbarkeit gibt.
Die Beispiele dafür kennen wir eigentlich alle: Ein Biologie- oder Geologie- oder Mathematiktitel, ebenso wie einer aus der Philosophie oder der Schreinerei, ist in aller Regel, von Grundlagenlehrbüchern abgesehen, auch nach 10 oder 30 Jahren noch schnell und zu gutem Preis absetzbar. Dagegen ist ein Medizinfachbuch, eines aus der Volkswirtschaft oder Geographie, der Kunstgeschichte (Ausnahme: Nischengebiete oder Künstlermonographien der ersten Qualität) usw. kaum mehr zu verkaufen.
Diese sozusagen s c h i c h t spezifischen Unterschiede müssen Sie auch bei modernen Titeln berücksichtigen.
Das ist nicht so schwierig. Beauftragen Sie einen ordentlichen Fachmann mit einigen Jahren Laden- u n d Netzpraxis, für die Fachgebiete unterschiedliche S c h l ü s s e l festzulegen - und wenden Sie diese dann automatisiert an.
Wir machen das ja in der täglichen Ankaufspraxis auch so.
Einfaches Beispiel: Das kleine Regal eines Hobby-Wappenforschers mit neuerer Alltagsware, Neukaufspreis seinerzeit 2000 Euro, bezahlen wir mit 200 Euro - die große Fachbücherei eines Röntgenologen, Neukaufspreis 50.000 Euro, lehnen wir in Bausch und Bogen als Altpapier ab, wofern er nicht wissenschaftliche Sonderinteressen hatte oder sich für die Geschichte seines Fachs interessiert hat.
Das zeigt: So gut und ausbaufähig Ihre Idee auch ist, Sie müssen erfahrene Fachleute dran setzen. Dann wirds was.
Wobei Mulzers letzter Satz wieder recht kontraproduktiv ist.: "Sie müssen erfahrene Fachleute dran setzen. Dann wirds was." - Das ist natütlich wieder Unsinn. Und wäre nämlich ein "contradictio in se". Weil das ganze System nämlich auf Gießkannenprinzip aufgebaut ist und nicht auf gezieltem Strahl. Das wäre ja auch etwas zu kompliziert.
Die Absatzmöglichkeiten neuerer Bücher (mit Buchnummer) sind derart unsicher, der Verkauf für den Privatmann so zeitaufreibend, umständlich und risikobehaftet, daß man locker "eine Arbeitsstunde" in die Gegenrechnung eingehen lassen kann.
Auch bei sehr bekannten wirklich alten Antiquariatstiteln geht solche spätere Einrede ohnehin nur selten durch (und auch dort aus gutem Grund nicht - Vollständigkeit, Zustand, Fahrt- und Zeitkosten, versteckte Mängel), bei solcher neuerer Ware mit Vorausberechnung des Erlöses überhaupt gar nicht.
Also daran kann das Modell nicht scheitern.
wir sind kein antiquariat und wollen auch keines sein. unser schwerpunkt liegt auf aktuellen titeln, trivialliteratur und pseudowissenschaftlichen (manche sind wohl auch wissenschaftlicher natur) sachbüchern. der katalog umfasst lediglich bücher mit isbn.
unser ankaufsschlager ist (wie sollte es anders sein) harry potter.
also keine sorge wir gehen nicht in konkurrenz zu den antiquaren denn dazu fehlt uns auch der entsprechende sachverstand denn antiquarische bücher kann man (wie weiter oben schon erwähnt) nicht durch einen computer berechnen lassen. der buchliebhaber und echte sammler wird auch der letzte sein, der uns seine schätzchen anvertraut (und das ist auch gut so).
übrigens (und daran lässt sich unser konzept noch einmal nachverfolgen) zahlen wir momentan für den vorletzten harry p. 8.02 euro - der erlös für den privatverkäufer bei amazon abzgl. gebühr und porto dürfte da nicht viel höher liegen.
Sehr geehrter Herr Heuberger,
der Wert eines Buches auf Amazon setzt sich heute anders zusammen, also noch vor einigen Jahren.
Wenn der Herr Wegner, der auch erfolgreich ein Pricetool vermarktet, bei seinem Ankauf den Verkaufsrang und den Preis in Relation setzt, dann kommen solche Preise nun einmal dabei raus. Und die Bücher mit einem zu hohen Verkaufrang spielen bei solchen Ankäufen ohnehin keine Rolle.
Vor einigen Monaten wurde ich noch ausgelacht, als ich sagte, dass der Gebrauchtbuchhandel von einer neuen Generation "aufgemsicht" wird. Tja, willkommen in der Realität!
Das was ich mit meinen Büchern im kleinen mache, wird dann wohl der Herr Wegner im Großen machen. Und ich fürchte, dass er mit seinem Pricetool auch keine Rücksicht nehmen wird.
Für mich ist Herr Wegner der mit abstand "Beste Deutsche Amazonhändler!" Und wenn sein Geschäft "anläuft" werden viele von uns fluchend vorm PC sitzen. Aber meinen Respekt hat er trotzdem.
Von Gebrauchtbücher braucht keiner mehr Ahnung zu haben, das erledigt die Software. Genau dafür habe ich hier Dresche bezogen. Tja, nun schlägt also ein CD Händler so richtig im Gebrauchtbuchmarkt zu. Ehrlich gesagt kann ich mir da ein Grinsen nicht so richtig verkneifen...
Super Christian, weiter so.
Das mag sein. Aber wenn ich nach ziemlich genau 1 1,5 Jahren Bücherabverkauf eine Bilanz ziehen muss, würde ich doch auf einem relativ hohen Niveau jammern.
Mein Umsatzeinbruch ist hausgemacht. Meine kleine Firma vergrößert sich ziemlich drastisch, und das bringt leider auch Probleme mit sich. Jeder der schon einmal gebaut hat kann ein Lied davon singen, denke ich. Und eine Halle mit neuen Büros zu Mieten kommt dem schon sehr nahe. Und der Verkauf geht auch während des Umzuges weiter, nur neu einstellen können wir leider in der Zeit nicht. Zumindest keine vernünftigen Mengen.
Kleiner Nachtrag noch zu Herrn Wegner: Die Gewinnspanne bei Bücher ist bei mir wesentlich höher, als bei meinen CDs. Allerdings ist der CD-Bestand auch ausgelutscht.
Außerdem war bisher bei CDs und DVDs der Preiskampf auch erheblich härter.
Der Ankauf von Büchermengen, grade im "Gebrauchtbuchbereich" ist für mich relativ unkompliziert. Oftmals bekomme ich ganze Räumungen, die von Antiquaren abgelehnt werden, da diese nicht deren Vorstellungen entsprechen. Dann verhandelt es sich auch preislich recht gut. Bücher im Verkaufsrang unter 1000 kommen leider so auch nur selten rein.
Fahr wohl, du alte Schraube!
Mir warst du sehr egal.
Mir schmeckt die Lebenstraube,
Und dir ist alles Qual!
Tu immer, was du wolltest;
Ich stör dich nicht dabei.
Ich weiß nicht, was du solltest;
Ich laß dich gerne frei.
Und wenn du wieder grolltest,
So wär’s mir einerlei.
Schrei nur, mein Liebchen, schrei!
Natürlich, überflüssige Gelder in Form von Büchern bunkern, ist nicht falsch, statt in Aktien
Natürlich, überflüssige Gelder in Form von Büchern bunkern, ist nicht falsch, statt in Aktien ;- ), aber ansonsten, auf großen Gewinn zu hoffen auf solchem Wege, zumal, wie Herr Wegner sagt, die Versandkosten werden getragen, das scheint mir doch illusorisch, und die Unternehmung zielt anscheinend nur dahin, bei dem Altpapier, das angekauft wird, was wertvolles rauszufischen, und das ist insofern nichts neues, im Umfang vielleicht, aber bestimmt nicht "großer Stil".
Ich bin mir sicher: Wenn Koll. Wölki nicht auf die spinnerte Idee gekommen wäre mit Ladengeschäften und MA - seine Dresdener Hausfrauenbrigade würde heute noch frohgemut werkeln in der Fabrikhalle.
Deshalb beobachte ich Momox mit Vergnügen und Interesse und wünsche ihm, wie das allen Mutigen gebührt, viel Erfolg.
Herr Wegner hat sich ein Prinzip zu eigen gemacht, welches gleichzeitig seinen Aufstieg als auch - meine feste Überzeugung - seine Abstieg beinhaltet.
Das geringere Problem dieser Idee ist seine Abhängigkeit von EINER Netz-Adresse, eben auch von dessen Vorgaben für Händler.
Ein größeres Problem ist die Abhängigkeit vom Amazon-ISBN-System. Herr Wegner bw Amazon verarbeiten alle Daten nur ISBN gestützt, dies hat eine großen Vorteil , der Buchverkauf, und eben jetzt auch der Buchankauf lässt sich automatisieren, bis zu einem gewissen Grad auch profitorientiert optimieren, die Grenzen , vielleicht nur die vorläufigen, sind schon aufgezeigt worden.
Wenn Herr Wegner sich nur auf die ISBN verläßt, handelt er sich all die damit verbundenen „kleinen“ Probleme ein, im Sach-Fachbuch-Bereich wird er scheitern, alte Auflagen mit der gleichen ISBN werden von den Kunden nicht goutiert. Das momox-Prinzip funktioniert für beide Beteiligten, Anbieter – Weiter-Verkäufer, nur in einem kleinen , eingegrenzten Bereich, den „Bestsellern“, dort bekommt der Kunde einen hinreichenden Preis, dem Weiterverkäufer ist der schnelle Umsatz recht sicher. Die anderen Bereiche werden absolut unterbezahlt angekauft oder garnicht angekauft.
Und eines sollte klar sein, was heute momox-books macht, werden morgen eins, zwei , viele weitere Anbieter-Einkäufer kopieren, vermutlich kann dieser IT-Sachverstand recht schnell eingekauft und angewandt werden, es wird sich ähnlich der Freigabe der Libri-Daten für alle Anbieter entwickeln, wenn es viele machen , lohnt es nicht mehr, der buchverkaufende Kunde ist irritiert und wendet sich ab.
Es ist ein Problem aller Nischen-Entdecker, deren Idee technisch gestützt und von Großadressen abhängig ist, sie sind nur sehr kurze Zeit eine „geniale“ Nische, danach geht die Hatz weiter, für die einen erfolgreich, andere sind auf der Strecke geblieben.
Antiquare haben den Vorteil eines Erfahrungswissens, was zwischenzeitlich nur noch im Ankauf zur Geltung kommt, aber dieses Erfahrungswissen lässt sich nicht kopieren und auch nur begrenzt automatisieren , daher Frau Rathjen, Herr Wegner bedroht vermutlich vielmehr ihre Existenz als die der Antiquare.
Und ein weiterer Gedanke soll nicht übersehen werden, „Preistools“ , ein euphemistischer Ausdruck für einen automatischen Preissenkungs-Mechanismus, frei nach dem Grundsatz : Erfolg bei amazon gibt es nur , wenn ich „darunter“ bleibe, solche „Preistools“ erwürgen langfristig den Anwender, die Menge nicht für den „Ankauf geeigneten Bücher“ (weil zu billig) wird ständig steigen, vielleicht eine Empfehlung: Alle amazon-Anbieter einigen sich gleich auf den universellen Verkaufspreis von einem Cent und leben von der überteuerten Amazon-Versandkostenpauschale, dies wäre die konsequente Anwendung der Preistools' , nur Mut,
rabenschwarze Grüße
Die Sache hat nur einen Haken: Wird das automatisierte Modell k o m b i n i e r t mit antiquarischem Sachverstand, dann wirds gut. Neun von zehn Titeln kommen in den großen Buchnummern-Trichter - am Fließband steht aber irgendwo ein sachkundiger Antiquar, der einen von zehn Titeln entnimmt und traditionell behandelt, mit ermitteltem Preis versieht und ins Sachgebiet /in den Fachkatalog einreiht.
Durch diese Koppelung - wie sie seinerzeit beim Koll. Wölki Hamburg/ Dresden doch gegeben war - wird das System fast ideal. Massenware in den Trichter, ein Zehntel Rosinchen auf die traditionelle Schiene gehievt.
Wölki hatte null-Ahnung vom Geschäft der Antiquare und im Gegensatz zu Ihnen hat er seine Grenze geahnt, er hat mal versucht in Leipzig auf der Messe "ausgewählte" Bücher des Elbeteams anzubieten, nun ja , Schwamm drüber, er hat dann versucht antiquarischen Sachverstand "einzukaufen", aber auch dass war nicht unbedingt von Erfolg gekrönt, eigenbrödlerische Antiquare passen offensichtlich in diese Rolle des einfach nur abhängig Beschäftigten, Sie , Herr Mulzer, haben nie mit Wölki an einem Tisch gesessen und ihm beim Träumen zugehört, das Scheitern recht deutlich vor Augen, allenfalls Bewunderung für seine logistische Leistung empfindend,
Rabe, dem immer mehr klar wird, wie sie in der Vergangenheit versumpfen, Informationen und Tatsachen offensichtlich mit ihren Bratkartoffeln verrühren und nach der dritten Flasche Rotwein ist die Berliner Balkonszene auf alles anwendbar...
F a l s c h. Ich kann das in keiner Weise bestätigen. Er hatte eine gute Ahnung von den Erfordernissen des Massengeschäfts. Um ein Wortspiel anzuwenden: Auf einer M e s s e freilich hätte ich ihn nicht gesucht. Zu dieser Sorte Kollegen gehörte er nicht. - Unsere Einschätzung von Herrn Wölki beruht offensichtlich auf unterschiedlichen Quellen oder (wahrscheinlicher) auf einer unterschiedlichen Auffassung von dem, was ein Antiquar sein soll..
Freilich weiß ich nicht, was Sie als "Geschäft des Antiquars" bezeichnen...
Was ich aber weiß: Seit vielen Jahren zeichnen sich Ihre statements durch gallige, unendlich nervende Unfreundlichkeit, durch Diffamierung von Kollegen, durch eine mir unverständliche Düsternis aus.
Könnten Sie Ihr Magengeschwür bitte bei jemand anderem auskurieren als - ausgerechnet bei mir?
Ich habe ein ausgesprochenes Ankaufs-Antiquariat. Den Verkäufern sage ich oft: "Seien Sie froh, daß Sie nicht wissen, für welches Buch ich viel, und für welches ich wenig ansetze. Sie würden sich wundern!" .
Interessant, daß gerade einfache und buchfernstehende Verkäufer, wenn sie etwas vom *Einzelhandel* verstehen, das sofot begreifen. Am Schrecklichsten als Verkäufer sind Lehrer und andere Akademiker, je gebüldeter, desto schwieriger.
"Kompensation" ist angesagt nicht für "Fehlankäufe", zu solchen darf es nicht kommen, sondern für das Ungleichgewicht von leicht- und schwerverkäuflichen Titeln.
Insgesamt eine sehr komplizierte Materie, die nicht nur am Wert festzumachen ist. Wer z.B. Sachgebiete systematisch erfassen will, etwa für Fachlisten, wird auch billigste Kleintitel mit ankaufen. Generell scheint es mir ansonsten angemessen, das liegen zu lassen, was nicht mindestens 10 Eur im Verkauf bringen kann.
Der angesprochene Verkauf über Ebay ist wieder ein anderes, womöglich noch komplizierteres Thema. Bei Ebay gelten wieder andere Sonderregeln. Ich warne jeden, auch sehr erfahrenen Kollegen, ohne gründliche Einarbeitung über Ebay anzubieten. Die ZVAB-Regeln sind dort über weite Strecken außer Kraft gesetzt.
Hat man seine Hausaufgaben dort gemacht, besonders dazu, was ein "Sammlermarkt" ist, d a n n freilich ist es für viele Buchgruppen ein pfiffiger Absatzweg.
Gerade w e i l das alles so kompliziert ist, haben eher unfachmännische Ankäufer wie Momox, wenn sie konsequent und "stur" vorgehen, eine echte Marktchance.
„Dem Menschen, den wir charakterlos nennen, ist es wesentlich, nicht durch die innere und inhaltliche Dignität von Personen, Dingen, Gedanken sich bestimmen zu lassen, sondern durch die quantitative Macht, mit der das Einzelne ihn beeindruckt, vergewaltigt zu werden." (Georg Simmel über charakterlose Phänomene der momurx- Art)
energischer Widerspruch: Mit Dignität und Durchblick, die der hehre Antiquar braucht, ist es nicht mehr weit her. Ich habe den ersten heilsamen Schock in dieser Richtung bekommen nicht so sehr durch die Scans von weit über 1 Million alter Bücher bei Google, sondern durch die sich daraus ergebenden automatischen Analyse-Verfahren.
Das ist absolut erschreckend. Übrigens nicht für die Sprachwissenschaftler, in deren Werken man mathematische Formeln kompliziertester Natur bewundern darf, durch die so ungefähr jede geistige Regung, w e n n sie sich durch das geschriebene Wort äußert, beschrieben werden kann.
Ich bin ganz sicher, daß wir, mit ein wenig "händischer" Nacharbeit, wie unsere Wiener Kollegen sagen würden, in absehbarer Zeit als Antiquare ersetzbar sein werden. Am Fließband steht dann noch eine ältere Muhme, die die Bücher auf Zustandsmängel durchsieht und Erhaltungsnoten vergibt.
Alles, alles andere erledigt die Datenbank, mitsamt einer Seltenheits- und Verkaufbarkeitsanalyse - - gestützt auf den g e s a m t e n eingescannten und OCR-behandelten Text eines jeden Buches.
Wie war das mit dem "Geist" des Antiquars? Nicht mehr lang, warte nur balde...
Nee, nee, das Individualgesetz von Simmel ist die Zeichnung eines Ideals (auch mit seiner tragischen Seite), dem weder typische Antiquare noch sonst andere Menschen, die sich für besonders, individuell, originell, selbstverwirklicht, oder sonstwas für halten, so ohne weiteres gerecht werden, in ihrer Lebenpraxis entsprechen, das hat nun wirklich nichts mit Unternehmungen wie die von momox, und ähnlichen zu tun.
Aus meiner Sicht oft zurecht. Aber da sich die Redaktion nun den Zeitläuften angepaßt hat und damit all' denen eine Chance gibt, ihre Meinungen loszuwerden, seien diese auch noch so bekloppt und sachfremd, hat sie sich zumindest um die verdient gemacht, die zwar glauben, etwas sagen zu müssen, aber sonst nicht zu Wort kommen. Hier dürfen sie.
Klar kann man aus dem Sammelsurium der abgelieferten Beiträge hin und wieder durchaus Nützliches schöpfen, insgesamt dient die ganze Angelegenheit aber mehr der Unterhaltung. Das ist auch weiter nicht schlimm. Schließlich sind die Leser dieses Forums (hier der Rubrik "Antiquariat"
Nehmen wir Herrn Wegner (wir sind hier immer noch bei den Kommentaren zum Momox-Beitrag) mit seiner neuen Geschäftsidee, die eigentlich gar keine ist, sondern nur eine virtuelle Spinnerei, die schnell wieder vorbei sein wird (der Rabe hat das im Beitrag 24 sehr gut dargestellt), oder den allgegenwärtigen Herrn Mulzer, der zwar viel aus der Vergangenheit seiner Tätigkeit als Antiquar bramarbasiert, aber irgendwie einem Internet-Virus verfallen zu sein scheint, der ihn daran hindert, die Realität hinter seinem Bildschirm noch wahrzumehmen und aus meiner Sicht ziemlichen Blödsinn produziert. Ich glaube, der dichtet sich viel zusammen, weil das mit dem Alltag eines Antiquars überhaupt nichts zu tun hat (siehe seine Ankaufsmethoden in Beitrag 29. Die sind zum Schreien!). Von seinen Rettungsvisionen einer scheinbar oder tatsächlich gebeutelten Branche ganz abgesehen, Herr Mulzer redet sich das nach seinen Phantasien zurecht. Der praktische Nutzen ist gleich Null.
Gleichwohl, als leichte Feierabendlektüre ist dieses Forum durchaus zu begrüßen (war oder ist von der Redaktion vielleicht anders geplant, die Beteiligten Kommentatoren haben aber anders entschieden), wirksamen Nutzen für mich und meine Branche ziehe ich nachwievor aus der Lektüre der gedrucketen Version von "Aus dem Antiquariat".
mit gnädigem Blick gestatten Sie uns Hofnarren, daß wir zu Ihrer Unterhaltung dies und das beitragen dürfen.
Leider ist Ihr Ton von schwer erträglicher Arroganz, und was ich gar nicht mag: Sie äußern
*Befindlichkeiten, nicht *Argumente.
Diese Art des Schreibens ist nicht etwa ein "Internetvirus", sondern schlicht und ergreifend ein Mangel an guter Kinderstube, was das Diskutieren im Netz angeht.
Sie dürfen Kollegen nach Herzenslust kritisieren - aber Sie müssen das mit A r g u m e n t e n tun.
Wenn Sie uns hier erfreuen mit Ansichten zu Gott und der Welt, mit Meinungen zur Nase des Mulzer, zu meinen - angeblichen - Ankaufsmethoden, o h n e Gründe dafür zu liefern, dann ist das nicht besser als der Beitrag des Kollegen Rabenschwarz, der sich bis zu meinen Bratkartoffeln verirrt - aber auch nicht e i n e n Gegengrund liefert.
Leute, so geht das nicht. Im Internet bedarf es einer gewissen minimalen Diskussionsdisziplin. Wenn die fehlt, dann bleibt nur noch unverbindliches Hausfrauengewäsch übrig.
Nach meiner persönlichen Beobachtung plaudern die werten Berufskollegen am T e l e f o n locker vom Hocker - übrigens auch mit mir - stundenlang, und sie tun das gut und mit Argumenten.
Geht es aber ans S c h r e i b e n, dann verstummen sie und es bleiben Unmutsäußerungen über Mulzers Bratkartoffeln.
Wenn Ihrs am Telefon könnt, dann tuts doch auch schriftlich in diesem Forum. Und ich bin nicht uer Hofnarr, weder der des galligen Rabenschwarz noch der des arrogant-spöttischen Krieger.
Was Phantasien angeht: Ich bin an Dienstjahren, an Zahl der Ankäufe, an gefahrenen Ankaufskilometern und an Bandzahl meiner Bücher am Lager den meisten Kollegen voraus. Wozu sollte ich bei solchem Erfahrungswissen "meine Phantasie" bemühen?
In meinen Augen sind die meisten Antiquare junge Hasen mit sehr begrenzter Zahl der Dienstjahre. Diese Erfahrung bemühe ich in der Regel nicht - aber wer mir so arrogant und o h n e G r ü n d e daherkommt, wie Herr Krieger eben, dem sag ichs dann schon mal.
Oft habe ich den Eindruck, daß der Schreiber am Antiquariats-PC in seinem Geiste den Satz vor sich sieht:
"Nun sag uns mal schön, wie Du dich f ü h l s t",
oder, mitten in einer angeregten Sachdiskussion,
"und was f ü h l s t Du denn nun dazu?"
Das sind sehr weibliche Formen der Internetnutzung. Ich erinnere mich, vor vielen Jahren in Foren auch so angefangen zu haben. Die Teilnehmer waren damals noch überwiegend in den USA zuhause, und so machte man es mir "freundlich, aber mit dem Holzhammer" klar (die Amerikaner können sowas), daß wir kein Damenkränzchen abhalten, sondern diskutieren wollen.
Niemand ist gefeit dagegen, ins Gefühlsmäßige abzugleiten. Wenns mir passiert, dann schäme ich mich hinterher.
Kritisch wird es in Kommentar- und anderen Foren immer dann, wenn gleich mehrere Teilnehmer ihre
(1) Gefühle
(2) ziemlich durcheinander und schwer aufzudröseln
darlegen und man jetzt zwar weiß, wie alle über ein Thema/ eine Person "fühlen", aber in dem Brei aus Befindlichkeiten kein rechter Ansatz zur Sachdiskussion offenbar wird
Im Extremfall läßt sich das dann auf Babyprech reduzieren:
"Mulzer kotz, alles Gesagte Unsinn, Mulzer übel:schleim:brech, Mulzer: Lüge, bös, ich esse meine Suppe nicht, heute ist das Wetter so traurig, ich hab zu gar nix Lust, Mama, lies mir ein Märchen vor, ich hab Bauchweh."
Versucht man sie daraufhin auf den Boden der Dinge zurückzuholen, reagieren sie sauer und schweigen die nächsten drei Wochen eisern. Weil sie ihre Spielkameraden im Kindergarten nicht mit Müsli bekleckern und nicht mit Bauklötzen bewerfen sollen.
Da macht es dann keinen Spaß mehr. Ich will nicht über Sachfragen diskutieren, sondern noch ein Müsli. Und kleckern. Und jetzt gleich noch ein Märchen vorrgelesen kriegen.
„Übrigens war und ist hier gar nichts geplant – wie auch, die Damen und Herren machen ja einfach, was sie wollen. So etwas wie eine wirtschaftliche oder sonstige Rationalität scheint es im Antiquariatsbuchhandel nur am Rand zu geben. Das ist recht frustrierend, aber wohl nicht zu ändern.“
Ich les die Worte wohl – allein, mir fehlt ihr Sinn.
(welcher Zug schwarze Masken, rohe Eier älteren Datums, Cocktails zweifelhafter Mischung, unzweifelhafte Stinkbömbchen, respektlose Flugblätter, Kreuznägel gegen Wannen, eine leibhaftige taz-Redakteuse, Brieftauben und ein Handy mit Standleitung zu Cohn-Bendit mit sich führt... oder so ähnlich.
a. Die Kommentarfunktion hier übernehmen wir einfach seit dem Start im Juni 2007 mit der sehr guten Technik der boersenblatt.net-Gesamtseite. Bestimmte Erwartungen oder Planungen waren damit von uns nicht verbunden, im Gegenteil, ich hätte nie gedacht, dass wir damit eine solche Daueraufregung produzieren (ich habe gedacht: na, ist eigentlich egal, ob man hier kommentieren kann oder nicht …).
b. Anspruch der Antiquariatsabteilung von boersenblatt.net ist nicht in erster Linie 'leichte' Unterhaltung oder Vorstellung von Kuriositäten, sondern möglichst vielseitige und aktuelle Information. Allerdings trifft natürlich zu, dass wir viele News-Themen nicht in "Aus dem Antiquariat" aufnehmen. Dafür gibt es viele Gründe (fehlender Platz z. B.). Einer der Hauptgründe: mit dem Online-Auftritt wenden wir uns viel spezieller Branchenfragen zu, das Heft ist für eine weitere und differenziertere Leserschaft gemacht (Antiquare, Bibliothekare, Sammler, Buchhistoriker, Germanisten usw.). Da wird auch Historisches erwartet, usw. Online wollen wir auch die Probleme und Randbereiche des Antiquariatsbuchhandels intensiv erforschen, dort, wo die Zeitschrift wahrscheinlich weitgehend unbekannt ist.
c. Ich verstehe nicht, warum Sie, Herr Mulzer, für einen nicht unerheblichen Teil Ihrer Kollegen ein rotes Tuch sind. Selbst wenn Sie sich vielfach – mein Eindruck – widersprüchlich oder zu persönlich-beleidigend äußern und in vielen Fällen vielleicht auch gar nicht genau wissen, was bei uns, dem Verband Deutscher Antiquare oder der GIAQ so läuft, könnte man darüber ja eigentlich hinwegsehen und nicht jedes Mal noch neues Öl ins Feuer gießen. Wahrscheinlich gibt es doch wenig Interesse, in dieser Form (Kommentarfunktion) öffentlich oder halböffentlich zu diskutieren? Schwer zu sagen.
d. Insgesamt stelle ich fest, dass die Kommentarfunktion hier selten fruchtbar genutzt wird. Man könnte sie ja auch zur Interessenartikulation oder zur brancheninternen Meinungsfindung verwenden; das kommt aber nicht oft vor, und das liegt, vermute ich, nicht allein an PM aus F, wie immer wieder behauptet wird. Es liegt daran, dass Antiquare trotz ihrer großen Chancen nicht sehr "rational" an offene Fragen herangehen und ihnen oft auch das erforderliche Selbstbewusstsein zur wirksamen Standesvertretung zu fehlen scheint. Der Eröffnungsredner der Frankfurter Antiquariatsmesse – siehe unseren Bericht vom 20. Oktober – hat sich sehr klug zum Thema geäußert – aber so was findet leider kein Gehör, sonst wären wir viel weiter.
darf ich kurz nachfragen: was bitte meinen Sie mit „nicht sehr ‚rational’ an offene Fragen herangehen“? Und mit „Selbstbewusstsein zur wirksamen Standesvertretung“?
Au contraire!
Ich denke wohl, daß einige von uns recht rational die sie betreffenden Probleme angehen – und sie teils, soweit ihnen möglich auch lösen. Nur geschieht dies meist nicht so der (all)gemeinen Öffentlichkeit preisgegeben, wie es Ihnen vorzuschweben scheint.
Andererseits, Mangel an Selbstbewußtsein scheint mir hier grad nicht vorzuliegen, wenn ich die sehr verschiedenen Meinungen und die Emphase ihres Darbringens anschaue. Eher dünkt mir, daß Erfahrung, Selbst- und Standesbewußtsein zumindest einige der Antiquare irgendwelchen Vertretungen gegenüber sehr kritisch haben werden lassen – und dies zu Recht, betrachtet man die Vergangenheit.
Gerade die durch das Internet aufgekommene Tendenz, die Bücher und ihre Verkäufer in einen großen Topf zu werfen und deren reale Unterschiede zu verwischen, führte doch bei den intelligenteren bzw. weniger anpassungswilligen Antiquaren zu einer vertieften Selbstbesinnung auf ihren Beruf.
Irgendwo mitschwimmen tun eben nur jene Fische, die keine eigenen Flossen besitzen.
Beispiele für, aus meiner Sicht, offene Fragen:
Warum ist in weiten Teilen der öffentlichen Wahrnehmung, nicht nur in den Zeitungen, der Antiquariatsbuchhandel auf ein oder zwei Online-Plattformen reduziert worden? Warum wird es z. B. zugelassen, dass Ladenantiquariate permanent als irgendwie anachronistisch dargestellt werden?
Stichwort Plattformen: es gibt, meines Wissens, ein paar gute Ansätze, statt des unmöglichen Einheitsbreis einer Gesamtplattform individuelle Shops zu fördern, aber die Entwicklung solcher Alternativen – die natürlich frei sein müssen – geschieht nur schleppend. Zur Kommunikation solcher Optionen stehen wir gern bereit, aber wenn ich damit komme, werde ich meist nur mit dem Argument genervt, dieser Herr aus dem Südwestdeutschen verquatsche das dann wieder, etc.
Warum werden die Fragen, die zuletzt gestern von Peter Mulzer als Kommentar zur whBOOK-Meldung aufgeworfen wurden, nicht weiter diskutiert? Sind da nicht Grundinteressen fast aller Antiquare berührt?
Stichwort Ausbildung: warum ist das Thema fast vollständig von der Tagesordnung verschwunden? Die ältere Generation hatte dazu ganz andere Vorstellungen, das kann man nachlesen.
Stichwort Büchersammeln: gibt es irgendwo zusammenhängende Überlegungen, wie da die Entwicklung ist und warum so wenige Sammler 'nachwachsen'? Wie man Letzterem begegnen könnte, wenn die Aussage zutrifft?
Ich meine, an den meisten Fragen könnte und sollte ein selbstbewusster Branchenzweig wirksam und also wahrnehmbar arbeiten. Ich sehe, dass es zu allem starke Einzelmeinungen gibt, aber das ist eher ein Teil der Problematik. 'Rational' vorzugehen hieße, von der eigenen Situation abstrahieren zu können und konsensfähig zu sein. In anderen Bereichen des Buchhandels funktioniert das offenbar besser als bei Antiquaren, warum auch immer.
> funktioniert das offenbar besser als bei
> Antiquaren, warum auch immer.
Hallo Herr Biester,
das müßte doch mit Zahlen zu belegen sein. Wieviele "unabhängige" Buchhändler (im und außerhalb des BV) und wieviele Antiquare gibt es noch ?
Wieviele Buchhandlungen gehören irgendwelchen Ketten ?
Wieviele Ladenantiquariate gibt es, wieviele davon gehören zu Ketten ?
Wieviele von den im Börsenverein organisierten Buchhändlern engagieren sich irgendwo in unserem Verband und wieviele nicht ?
Wieviele Buchhandlungen sind 1-Frau/ Mann-Unternehmungen, bzw. Familienbetriebe mit höchstens 3 Angestellten ?
Nur diese könnten wir dann für einen "gerechten" Vergleich zwischen Sortimentern und Antiquaren heranziehen.
Dann könnten wir das auf Grund einer gesicherten Faktenlage und jenseits von Mythen diskutieren. Die Zahlen gibt es sicher irgendwo im BV.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
"Muss Standesvertretung vereinsmäßig organisiert sein? "
Unser Gewerbe ist in deutlich unterscheidbaren Schichten aufgebaut, wie bei einer Torte. Die Interessen der verschiedenen Schichten decken sich nicht immer. Die verschiedenen Typen bzw. Schichten sind stark aufeinander angewiesen, beuten sich teilweise auch aus. Es existiert ein ausgeprägter Zwischenhandel. Dieses Schichtenmodell kann, wie auch die Einrichtung der Versteigerungshäuser, grundsätzlich von jedem Kollegen durchbrochen werden.
Bei solchem Schichten- bzw. Pyramidenaufbau sind Vereinigungen ganz logisch, die die Interessen der jeweiligen S c h i c h t vertreten. Mit bemerkenswerter Konsequenz (ich gebrauche sonst gern einen schärferen Ausdruck) hat das der Verband in letzter Zeit vorgeführt (Abonnement der verhehlten Versteigerungspreise), wie auch das ganze Messewesen, die Fortbildungskurse für abgehobene Spitzenantiquare durch die AG, die generelle Mißachtung der - vermeintlich nur für kleine und mittlere Antiquare wichtigen - Datenbankfrage.
Nun zeigt uns aber doch der Börsenverein ad oculos, was bei dieser Aufgliederung der Interessen zu tun ist:
Man institutionalisiert bzw. gründet neu die bestehenden bzw. sachlich erforderlichen Vereinigungen. Das muß dann deutlicher als bisher definiert werden. Insoweit hat der werte Kollege Höfs schon richtig gedacht: Es sollte einen Verein der Internet-Antiquare geben für die Interessen dieser Kollegen, und wer einen Laden hat, ist - keine Angst vor Mehrfachmiglidschaften - im Verband der Ladenantiquare. Im Neubuchwesen gehts doch auch: Die Verleger haben einen Verband, die Grossisten einen weiteren, der Neubuch-Einzelhandel sollte - e n d l i c h - in den Verband des Kettenbuchhandels und den der selbständigen Einzelbuchhändler gesplittet werden, und die Buchvertreter haben einen weiteren Verband.
Soweit, so selbstverständlich. Nun aber wirds spannend: Diese Verbände, vielfach verwoben bzw. gegeneinander oder miteinander agierend, gründen ein gemeinsames
P a r l a m e n t.
In unserem Beispiel der Börsenverein. Ich habe schon vor Jahren gefordert, daß es die Antiquare den Neubuchleuten gleichtun und einen gemeinsamen "Börsenverein der Antiquare" gründen sollten.
Der dann auch wirklich so funktioniert, daß alle Schichten bei auftauchenden Fragen zusammen diskutieren und Beschlüsse fassen können.
www.boersenblatt.net/210875/
www.boersenblatt.net/149346/
www.boersenblatt.net/142457/
www.boersenblatt.net/118636/
www.boersenblatt.net/83862/
Da können wir nun nicht hinter die Erfindung des Rads zurückgehen. Wenn ich eine Liste, einen "Shop" ins Netz stelle, dann habe ich doch schon die ganzen Titeleinträge für/in die große Gesamtdatenbank mit dabei. Und wenn ich mir halbwegs Mühe gebe, kann ich aus meinen Einträgen in der großen Datenbank den - o Unwort: " S h o p, also meinen Laden basteln. Er ist ja schon da!
Da wird viel Schindluder getrieben, zurückzuführen auch auf das Treiben der Webdesigner und Webseitenbauer, denen ich allerlei Böses zutraue. Naja, dieser Berufsstand will auch leben... Jeder Kollege kann das mit etwas Hilfstellung selber rüberbringen, in dieser Hinsicht war Prolibri vorbildlich.
Daß diese Gesamtdatenbank genossenschaftlich sein muß, ist allen Antiquaren klar. Wir kommen mit Amazon in völlig neue Gefährdungslagen, und ich gebe zu, daß ich stillvergnügt däumchendrehend dasitze und warte, bis zum nächsten Frühjahr meine düsteren Prognosen alle, alle eintreffen werden.
"Warum wird es z. B. zugelassen, dass Ladenantiquariate permanent als irgendwie anachronistisch dargestellt werden?"
Das kann ich nicht unterschreiben, auch beobachte ich es anders. Vielmehr ist es so, daß wir immer noch die gleichen Laden-Grundprobleme haben, mit deren Diskussion wir uns vor dem ZVAB-Thema in der Ur-Hessrunde herumgeschlagen haben:
*Miete und *Personal.
Mein erster Aufsatz im Kreise der Antiquare, vor gut 10 Jahren, hatte das Projekt zum Thema, in allen Städten ein
"Haus der Antiquare"
zu gründen, zu mieten unmd etagenweise einzurichten, sozusagen das Bücherdorf mitten in der Stadt. Miet- und Personalfragen wären so ganz genial lösbar gewesen - das gilt auch heute noch.
Aus dieser Idee entwickele ich dann erst, ganz zeitgleich mit Tomfolio, den Gedanken der genossenschaftlich zu übernehmenden Datenbank.
Dieses Projekt, von dem ich übrigens nicht weiß, ob es irgendwo in der Welt verwirklicht worden ist, kann natürlich auch heute noch in Angriff genommen werden. Jede mittlere Universitätsstadt kann mit der Idee des gemeinsamen Bücherhauses im Stadtzentrum wieder eine reiche Antiquariatskultur bekommen.
Lieber Herr Biester,
stationäre Antiquariate sind alles andere als anachronistisch. Sie sind aktuell und notwendig wie nie zuvor. Zu Beginn des Internet-Hypes vor ca. 8-10 Jahren haben viele Antiquare ihre Läden geschlossen, weil der Internethandel große Zukunft versprach und im Unterhalt ungleich billiger war als ein Ladengeschäft.
Bis heute hat sich aber einiges radikal verändert. Erstens hat der Internethandel mit gebrauchten und antiquarischen Büchern für den einzelnen Anbieter stark nachgelassen, nur noch ein Bruchteil der Beiteiligten kann davon leben und zweitens sind derart viele Läden in diesem Zeitraum verschwunden, daß ich nun allmählich wieder die Notwenigkeit einer Umkehr sehe.
Ich selbst betreibe mein begehbares Antiquariat nachwievor mit Lust und bemerke immer mehr Neugier am anfaßbaren Buch. Der Neugier folgt oft auch der Umsatz. Darunter sind Menschen, die als Antiquariat bisher "ZVAB", "Abebooks" oder "Amazon" definierten, also in der Regel jüngere Besucher, so bis 45. Eine andere Gruppe ist die von Sammlern, die zwar immer schon in die Läden gelaufen sind, diese aber dann nur noch spärlich besuchten und sich aus Bequemlichkleit und der vorgefundenen höheren Vielfalt mehr dem Internet zugewandt haben. Die stehen mittlerweile reichlich frustriert über schlechte Qualität, schlechten Service und Unprofessionalität durch das Internet wieder im Antiquariat vor den Bücherregalen und streicheln Lederrücken, die nicht ausgefranst, berieben, lose oder ohne Kapitale sind. Oder gute Taschenbücher ohne Rücken-Längsknick, gelöster Laminierung, Eselsohren am Umschlag oder fliegende Blätter. Eine weitere Gruppe sind die Buchfreunde, die die Antiquariate niemals verlassen haben, sich immer auf die Kompetenz und Erfahrung des Betreibers verlassen haben. Für diese Gruppe wird oft gezielt eingekauft, der kann man auch neue Sammelgebiete schmackhaft machen.
Ich sehe für den stationären und vor allem individuell geprägten Handel eine gute Zukunft. Gerade die Persönlichkeit des Antiquars kann da einiges bewirken. Die wird nämlich durch das Internet nicht gerade herausgestrichen. Mieten sind derzeit in vielen Kommunen zumindest in den B-Lagen in den letzten 3 Jahren stark gesunken, viele Läden stehen leer.
Natürlich kann das Angebot nicht mehr so beliebig sein wie früher. Da ist schon ein gewisser Gegenpol zum Internet gefragt. Nämlich Qualität. Sowohl was Inhalte und Zustände angeht. Das hinwiederum erfordert eine gewisse berufliche Qualifikation und Erfahrung. Das wird natürlich in Zukunft nicht zu einer Überschwemmung von stationären Antiquariaten führen. Aber ein paar mehr werden es schon werden. Bis es soweit ist, werden allerdings noch viele andere zumachen.Sofern sie nicht ihr Sortiment umstellen.
Aber das wäre bereits wieder ein weiteres Diskussionsthema.
Mit freundlichen Grüßen
Roman Heuberger
Zunächst sollten wir uns Fragen, ob diese Aussage stimmt. Ich bin da etwas mißtrauisch - schon in meiner Pennälerzeit, als der Direktor des humanistischen Gymnasiums mit mir Unterprimaner im Antiquariat von Herrn Evers an der Schwabentorbrücke, zart errötend, pornographische Zimelien austauschte, waren es doch überwiegend a l t e Herren, die als Büchersammler auftraten. Der Direktor mit seinen geschätzten 50 Jahren war noch recht "jung" in diesem Kreise, und ich genoß als kaum flügges Vögelchen absoluten Seltenheitsbonus.
Wir müssen da ja gut unterscheiden zwischen dem, der aus "Not" kauft, weil er kein Geld hat oder den vergriffenen Text nur antiquarisch bekommen kann - und dem Bücher s a m m l e r. Das sind zwei ganz verschiedene Arten Mensch, es gibt kaum Übergänge zwischen beiden Gruppen. Auch wenn das Bild schief ist - der eine ist der Käufer von Briefmarken, um seine Briefe wegzuschicken, der andere, um sie ins Album zu tun. Zwei Welten...
Unsere Büchersammler bleiben ohne Nachwuchs,
a) weil die r e t r o - bibliographische Kenntnis - sogar der Fachleute eines Sachgebiets - heute erschütternd gering zu sein pflegt. Ich belegte als Student noch den letzten Kurs unserer Uni in "Propädeutik", dann wurde dieses so nützliche Fach abgeschafft, bundesweit. Wie also sollen die Jungen das - altmodische - Bibliographieren lernen? Sie brauchen dringend, das ist klar, (o Unwort
b) weil die Lesegewandtheit in Sachen Fraktur beständig abnimmt. Wenn ich buchstabieren muß, macht das Lesen keine Freude. Gerade Akademiker geben das aus Scham aber selten zu.
c) Platzmangel in modernen Wohnungen, Zeit- und Parkplatznot halte ich allesamt n i c h t für wichtige Argumente. Auch nicht die vermeintliche Armut der Bücherfreunde - schon der akademische Mittelbau schwimmt in Geld, die Lehrer sind grotesk überbezahlt und wissen nicht wohin mit den Penunsen. Nein, daran liegt es nicht.
d) Die potentiellen Sammler und Kunden w i s s e n nicht, wo ein Antiquariat ist. Dieser Faktor ist ungeheuer wichtig. Die beliebten Städteführer / Antiquariatsführer helfen deshalb nicht viel, weil sie nur in die Hände der Leuten zu kommen pflegen, die sich ohnehin schon aktiv interessieren. Auch in dieser Hinsicht wäre as "Haus der alten Bücher" sehr werbewirksam und nützlich.
e) Antiquariate sind keine Stätten des g e m ü t l i c h e n Aufenthalts mehr. Ich bin anhand vieler Fotos, die Herr Biester freundlicherweiase hier zur Verfügung gestellt hat, reinweg verzweifelt über die K ä l t e, die Un-Menschlichkeit und Un-Gemütlichkeit, mit der die werten Kollegen heutigentags ihre Läden nicht "einrichten", sondern z e r s t ö r e n.
Das ist ganz fürchterlich! So geht es überhaut n i c h t! Auf diesem Gebiet muß sehr, sehr viel geschult, muß umgedacht werden.
Das alles zusammengenommen bringt uns zur ziemlich naheliegenden, schlichten Erklärung: Weil wir keinen gescheiten umfassenden Verband haben, können wir nicht *werben, forschen,
*anregen, *schulen.
Dabei ist es völlig egal, was mit den alten Verbänden geschieht. Die Buchhändler, ich verwette meine letzte Rotweinflasche von Aldi, hatten vor der Gründung ihres Börsenvereins auch einen ganzen Wust sich überkreuzender Vereinigungen, damals schon wegen der Kleinstaaterei. Das hat sie auch nicht daran gehindert, "ihren" Verein zu gründen.
Da praktisch alle Antiquare heute ans Internet angeschlossen sind, bereitet auch Abstimmung und Diskussion überhaupt keine Mühe. Wir sollten nur, das wäre meine Anregung aus der alten Misere, die Finanzfragen erst einmal völlig außen vor lassen. Was man macht, anbietet, organisiert, das soll und kann heute im Netz zunächst gratis sein.
Ich darf daran erinnern, daß die Hess-Gruppe - bitte mich zu korrigieren - kurz vor der Umsortierung in die verflixte Yahoo-Abteilung rund 300 Teilnehmer hatte, unter denen doch etwa 250 Kollegen gewesen sein dürften.
Das wäre eine sehr gute Grundlage, um nach Vorbild des Neubuch-Börsenvereins ein ähnliches Modell für Antiquare auf die Beine zu stellen.
"Die potentiellen Sammler und Kunden w i s s e n nicht, wo ein Antiquariat ist. Dieser Faktor ist ungeheuer wichtig. Die beliebten Städteführer / Antiquariatsführer helfen deshalb nicht viel, weil sie nur in die Hände der Leuten zu kommen pflegen, die sich ohnehin schon aktiv interessieren. ..."
Es gibt auch noch die "Gelben Seiten". Und die "Mund-zu-Mund-Propaganda". Und den Buchhändler um die Ecke, der ist gewöhnlich gut informiert. ... Oder das Internet. Weder die Antiquariats- noch die Sammlerszene ist "abgeschottet", wie Sie gerne zu bemerken belieben.
ad 47 (Mulzer:
" Antiquariate sind keine Stätten des g e m ü t l i c h e n Aufenthalts mehr. Ich bin anhand vieler Fotos, die Herr Biester freundlicherweiase hier zur Verfügung gestellt hat, reinweg verzweifelt über die K ä l t e, die Un-Menschlichkeit und Un-Gemütlichkeit, mit der die werten Kollegen heutigentags ihre Läden nicht "einrichten", sondern z e r s t ö r e n."
Das stimmt ganz und garnicht. Ich kenne natürlich etliche Antiquariate, in denen das nackte Chaos herrscht, wo zwischen Bananenkartons und der Physik widersprechenden Bücherstapeln kein Durchkommen, höchsten -Steigen möglich ist, dennoch sind die meisten Antiquariate, die Wert auf längeres Verweilen legen, sehr gemütlich eingerichtet, viele haben sogar den Charakter einer privaten Bibliothek, Sitzecken, Kaffe und Aschenbecher. Und Weitsichtbrillen von Stärke 1 bis 3f ür vergessliche Besucher.
Auch bei Akademikern, die es besser wissen müßten, ist in beiden Fällen das Resultat absolut deprimierend und ganz eindeutig - v ö l l i g e, erschreckende Unkenntnis über den Standort von Antiquariaten. Ganz erschütternd.
Wäre eines der ersten Projekte, die ein Verband in Angriff nehmen müßte.
Wenn Sie Antiquariate kennen, die zum Verweilen einladen : Glückwunsch. Ich kenne k e i n e s.
Aus allen Fotos aber springt mich Sterilität, Nüchernheit, absurde (aber peinlich eingehaltene) Ordnung, sogenannte Sauberkeit (Bücher stehen wie Soldaten auf dem preußischen Kasernenhof - es ist zum Kotzen) und Asepsis, die offenbar dem Typ "Neubuchhandlung" nacheifert. Verdränger Neid als Motiv, mit Scham über den Handel mit gebrauchten Anzughosen und alten Hemden (den wir betreiben).
Am Ärgsten bei Frauen. Frau und L a d e n antiquariat ist ein Widerspruch in sich. Die sollen am Computer sitzen. Im Ankauf und beim Ladenmachen möchte ich sie nicht sehen. Ausnahme unsere liebe Frau Varma (wie geht es ihr wohl), und auch in Kiel gibt es eine streitbare Kollegin, die mit der Hutnadel. ( hoppla, ich bin nicht mehr ganz nüchtern, bin ich nicht?).
CS
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"In anderen Bereichen des Buchhandels funktioniert das offenbar besser als bei Antiquaren, warum auch immer."
Hallo Herr Biester,
das müßte doch mit Zahlen zu belegen sein. Wieviele "unabhängige" Buchhändler (im und außerhalb des BV) und wieviele Antiquare gibt es noch ?
Wieviele Buchhandlungen gehören irgendwelchen Ketten ?
Wieviele Ladenantiquariate gibt es, wieviele davon gehören zu Ketten ?
Wieviele von den im Börsenverein organisierten Buchhändlern engagieren sich irgendwo in unserem Verband und wieviele nicht ?
Wieviele Buchhandlungen sind 1-Frau/ Mann-Unternehmungen, bzw. Familienbetriebe mit höchstens 3 Angestellten ?
Nur diese könnten wir dann für einen "gerechten" Vergleich zwischen Sortimentern und Antiquaren heranziehen.
Dann könnten wir das auf Grund einer gesicherten Faktenlage und jenseits von Mythen diskutieren. Die Zahlen gibt es sicher irgendwo im BV.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Schäfer
Was bitte sind „’unabhängige’ Buchhändler“, deren Unabhängigkeit der Anführungsstriche bedarf? Meinen Sie von Buchhandelsketten unabhängige Buchhändler? Aber eine Kette besteht aus Filialen, nicht wahr?
„Wieviele Ladenantiquariate gibt es, wieviele davon gehören zu Ketten?“ Sind die obigen Buchhandelsketten gemeint, in deren Filialen in diesem Fall auch Antiquarisches angeboten sein soll? Oder meinen Sie, wie viele Filialen einer oder mehrerer Antiquariatsketten es möglicherweise gibt?
„Wieviele von den im Börsenverein organisierten Buchhändlern engagieren sich irgendwo in unserem Verband“ Meinen Sie ‚irgendwie’ im Verband deutscher Antiquare? Denn der Verband ist ein Ort, wo man sich engagieren kann, kaum mehrere.
Ein „’gerechter’ Vergleich“ kann zwischen Interessen stattfinden, dies ist hier wohl nicht gemeint – was dann?
Lauter Schäfersche Fragen, die so fragil in ihrem Sinn sind, daß sie nur Fragen aufwerfen.
Viel einfacher als wie bei ebay. Und echte Schätze waren eh nicht dabei.
Nicht mehr benötigte Bücher stapeln sich in meinem Arbeitszimmer, so bin ich auf der Suche nach einer Alternative zu Altpapiercontainer u. Flohmarkt. Erstes schafft schnell Platz, das war's. Flohmarkt ist mir zu aufwendig und unverbindlich, was bietet da das Internet?
Ebay erscheint mir noch schlimmer als ein realer Flohmarkt, jedes Zwei-Euro-Buch einzeln versenden und vorab individuell eine Artikelbeschreibung verfassen? Brrrr!!!!
Also Amazon getestet: ISBN eingeben reicht, ich sehe sofort, wie teuer Konkurrenzangebote sind, also konsequent zum "Bestpreis" gelistet, der je nach Buch bei einwandfreiem Zustand bei ca. 25% des Neupreises liegt. Fazit nach ersten schnellen "Erfolgen": Wenn die Bücher tatsächlich gekauft werden, wird der Abwicklungsaufwand durch einen akzeptablen Preis honoriert. Allerdings tut sich bei ca. 75% der gelisteten Bücher nichts ....
Heute zufällig auf Momox gestoßen. Das Listen ist ebenso einfach wie auf Amazon, der EK wird allerdings vorgegeben und liegt nach erster Einschätzung bei bestenfalls der Hälfte des niedrigsten Amazon-Angebotes. ABER - und das ist für mich der entscheidende Vorteil: Ich kann jetzt PAKETWEISE meine Bücherstapel abarbeiten und brauche mich um die individuelle Abwicklung nicht mehr zu kümmern. Mein erstes Buchpaket besteht aus 22 Büchern, die mit insgesamt 63,79 Euro angekauft wurden. Der EK pro Buch liegt hierbei zwischen 38 ct (Roman) und 7,01 (Pädagogik-Fachbuch).
FAZIT: Diese Schiene werde ich für jedes ENTBEHRLICHE Buch konsequent weiternutzen.
Ich gehe davon aus, dass Momox voll durchstarten wird, wenn diese tatsächlich ca. 1 Mio. Bücher angekauft haben und diese - effektiv gelistet - zum Verkauf anbieten. Ebay und Amazon haben auch sehr klein angefangen ...