Antiquariat
23.10.2008Veranstaltungen
Bücher preisen – Oxfam schult Mitarbeiter in Frankfurt am Main
Das in dieser Woche durchgeführte zweitägige Seminar wurde für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den mittlerweile 30 deutschen Oxfam Shops, darunter fünf Buchshops, konzipiert – etwa 60 Teilnehmer fanden sich in einem Frankfurter Tagungshaus ein. "Ziel war es," so Dirk Horn, Shop-Manager der Oxfam Deutschland Shops GmbH, "Teilnehmer/innen eine Vielfalt von buchbezogenen Themen anzubieten, die sie – mit möglichst großem Praxisbezug – in ihrem Engagement in den Shops umsetzen können."Das Programm umfasste sieben Workshops (jeweils zwei zur Auswahl) und fünf Marktstände mit halbstündigen Kurz-Präsentationen. Themen der Workshops waren etwa "Bücher-Präsentation im Schaufenster und im Shop" (Herbert Paulerberg, Fachbuch-Autor) und "Wie erkenne ich wertvolle antiquarische Bücher? Einblicke in den Sammlermarkt" (Thomas Schröder, Antiquariat am Ballplatz, Mainz). Dabei wurde "ein Karton antiquarischer Bücher … gemeinsam ausgepackt, begutachtet und bewertet". Oder "Praxistest: Bücher preisen – Was ist der 'richtige' Preis in 'meinem' Shop?" (Monika Wright, Oxfam-Büchertrainerin). Im Programm heißt es hierzu: "Der meiste Umsatz wird in den Oxfam Shops mit Büchern zwischen 2 und 8 Euro gemacht. Auch bei Büchern dieser Preisspanne gibt es zahlreiche Kriterien für einen 'richtigen' Preis. Nach einem Praxistest tauschen sich die Teilnehmer/innen über eigene Erfahrungen rund um die umstrittene Preisfrage aus."
Tipps zur Preisfindung bot auch der Workshop "Internet-Preisrecherche für Bücher – eine Einführung" (Ingrid Keilbach, Oxfam-Büchertrainerin). Der mögliche Umgang mit wertvolleren Titeln wurde beim Thema "Bücher-Auktionen – wie funktioniert das? Einblicke von einem Profi" (Dirk Krah, Auktionshaus Reiss & Sohn, Königstein) angesprochen. Bei den Präsentationen an den Marktständen ging es unter anderem um Bücher, die bei Oxfam nicht im Regal stehen sollten ("Einblicke in den 'Bücher-Giftschrank'") sowie Science-Fiction, Fantasy und alte Kinderbücher für Sammler.
Oxfam Deutschland Shops GmbH ist ein Tochterunternehmen des mildtätigen und gemeinnützigen Vereins Oxfam Deutschland e. V. Die Zahl von 30 Oxfam Shops hierzulande liest sich noch recht bescheiden, wenn man etwa an die über 700 Oxfam Shops, darunter mehr als 100 auf Bücher (und Musik) spezialisierte, in Großbritannien denkt. Europaweit werden von Oxfam rund 11 Millionen Bücher pro Jahr verkauft (so die britische Oxfam-Website).
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1. Peter Mulzer, Buchantiquar 23.10.2008 17:10h
Und wann gibts sowas Nützliches für kleine und mittlere Buchantiquare?
Dann aber eher als Fernkurssystem mit unterstützenden Wochenendkursen und Zwischenprüfungen.
Insgesamt sehr lobenswert. Das Beschämende ist, daß Oxfam uns sowas vormachen muß.
2. O.G 23.10.2008 22:47h
Das ist wohl ein schlechter Scherz oder? Dazu noch Herr Paulerberg und ein Antiquar der Ehrenamtliche schult.
Gut finde ich das ganze nicht. Wer geht denn noch zu einem Antiquar? Wo doch jetzt jeder für Oxfam Ehrenamtlich Antiquar spielen darf.
Ab sofort bitte ich um Buch Spenden und Ehrenamtliche für mein Unternehmen.
3. Peter Mulzer, Buchantiquar 24.10.2008 00:59h
1.
Oxfam füllt mit gutem Erfolg Lücken, die wir Antiquare freilassen - mit guten und oft auch weniger guten Gründen.
2.
Oxfam organisiert sich eo ipso und ist damit den nicht oder nur lose und chaotisch organisierten Antiquaren weit überlegen.
3.
Die bei Oxfam wenigstens ein wenig geschulten Mitarbeiter sind vermutlich vielen g a r nicht geschulten Antiquaren überlegen.
4.
Ironisierung und Gehässigkeit verbieten sich Oxfam gegenüber, da sie einen sehr guten, ganz dringend notwendigen Dienst an der Menschheit leisten. Deshalb haben sie Vorschußlorbeeren verdient, weißgott, und nicht kleinliche Eifersucht.
5.
Wir sind gut beraten, Oxfam in unseren Berufsstand einzubauen und entsprechend zu verhandeln und zu planen. Das kann zum beidseitigen Nutzen ausfallen. Dazu müssen wir organisiert sein.
6.
Da die 50 Edelantiquare, soweit ich es sehe, sich einen Dreck kümmern um ihre schlichteren bzw. ärmeren Kollegen, ist es Aufgabe der 950 kleineren Antiquare, sich endlich gemeinsam zu organisieren. Dann kann und soll auch die Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie Oxfam geregelt werden.
7.
Kollegen, die Oxfam mit Rat und Tat beistehen, verdienen unsere Hochachtung.
4. O.G 24.10.2008 10:44h
Ach Herr Mulzer, es ist kurz vor Weihnachten und alle entdecken die Armen Menschen.
Weder bekommt Oxfam von mir Vorschußlorbeeren, noch finde ich das Oxfam eine Lücke füllen muss, den Lücken sind Lücken aus einem bestimmten Grund, der Drang ständig Lücken zu füllen oder das Rad neu zu erfinden ist geradezu lächerlich.
Vorweihnachtliche Gefühlsausbrüche gegenüber einer Gemeinnützigen Einrichtung die Ihre Ellbogen in mein Gesicht rammen und mir das Geschäft vermiessen.
Einzig zu 2 kann ich Ihnen beipflichten, Chaotische unorganisierte Antiquare könnten sich endlich einmal zusammenreißen und vorhandene Strukturen nutzen um sich fördernd für Ihren Berufsstand einzusetzen.
5. Jörg Jahn-Meyer 25.10.2008 00:55h www.the-book-buchhandlung.de
Dumme Frage vom dummen Jahn-Meyer...
Ist die Oxfam-Einrichtung eigentlich so gemeinnützig wie sie erscheint????
Ist Oxfam nicht eigentlich nur ein "Bücher-Sammler" der Ausgedientens, welches man nicht mehr braucht zu günstigen Preisen "weitervertuckert"?
Müsste nicht jedem Antiquar eigentliche die Hutschnur hochgehen ???
Und auch einigen Frischbuchhändlern?