Antiquariat

Die Eröffnung, in der oberen Bildmitte der Eckstand des Antiquariats InlibrisDie Eröffnung, in der oberen Bildmitte der Eckstand des Antiquariats Inlibris© Reed Exhibitions Messe Wien / C. Breneis

24.11.2008Antiquariatsmessen

"Achtungserfolg" – Bericht von Michael Sulzmann aus Wien

Der Wiener Antiquar Michael Sulzmann (Antiquariat Meindl & Sulzmann) hat als einer von drei Antiquaren als Aussteller an der Premiere der Buch Wien teilgenommen, die gestern zu Ende ging. Ein Bericht.

Der Eröffnungsabend am Mittwoch war meiner Meinung nach etwas schwach, was die Besucherzahl betraf. Da habe ich vermutet, dass wesentlich mehr Leute der Messeeröffnung beiwohnen werden. Außerdem sind viele geladene Gäste kurz nach den Ansprachen und Eröffnungsreden gleich wieder verschwunden und haben offensichtlich kein Interesse gehabt, mal durchzuschauen. Daher hatte ich ein etwas ungutes Gefühl für den ersten Messetag. Allerdings hat dann der erste Messetag schon um Punkt 10 Uhr mit einem sehr großen Andrang begonnen, und dieser Andrang hat bis zum letzten Tag auch erfreulicherweise angehalten. Ich habe keine genauen Besucherzahlen erfahren, aber ich bin erstaunt gewesen, wie viele interessierte Besucher während der gesamten Messezeit vorhanden waren. Soweit ich erfahren konnte, waren auch die Verleger sehr mit den Besucherzahlen und dem Interesse an der Messe zufrieden. Was unser Geschäft und unseren kleinen Messestand betrifft, kann ich nur sagen, dass ich außerordentlich zufrieden war.
Und zwar aus folgenden Gründen:
1) Während der gesamten Messezeit gab es sehr viele wirklich interessierte Kunden, die die Bücher angeschaut haben, Fachfragen gestellt haben, teils auch Offerte für Ankäufe gegeben haben etc.
2) Enorm viele von unseren Geschäftskarten und Messelisten wurden mitgenommen, weiters auch sehr viele Mitgliederverzeichnisse vom österreichischen Antiquarsverband. Gleiches ist auch am Nachbarstand vom Kollegen Peter Truppe aus Wien passiert. Der dritte Antiquarskollege im Bunde (auf der Messe), das Antiquariat Inlibris, war auch von Andrang und Interesse angetan.
3) Obwohl ich mir keine Verkaufserwartungen gemacht habe, und nur Werbung erhoffte, konnten wir sogar einige Verkäufe verzeichnen. Es war nicht umwerfend, aber als Achtungserfolg kann ich es sehr wohl bezeichnen.

Jedenfalls habe ich gesehen, dass durchaus großes Interesse im Bereich Antiquariat vorhanden war, obwohl die meisten Besucher an unserem Stand vorher gar nicht mit 'Antiquariat' gerechnet haben. Etliche weitere haben auch beklagt, dass es mit der geplanten Antiquariatsmesse leider nichts geworden ist. Ich denke mir daher, dass eine kleine Chance besteht, etlichen Antiquaren eine Messe-Teilnahme im kommenden Jahr schmackhaft machen zu können. Voraussetzung ist aber mit Sicherheit eine flexiblere Messeorganisation und eine vollkommene Neuplanung von Standgrößen, Standpreisen und so weiter.

Michael Sulzmann

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8 Kommentar/e

1. Lampernist 25.11.2008 09:42h

Werter Stirnrunzler,

einen ‚Bericht’, der stilistisch in die sechste Klasse gehört, nehme ich nicht ernst.
Und eine Redaktion, die dergleichen veröffentlicht, auch nicht.

Man vermag also, in Bibliotheken zu werkeln oder mit Bücher zu handeln, ohne aus ihnen zu lernen.

2. Redaktion Antiquariat 25.11.2008 10:01h

Nr. 1 und 2: Michael Sulzmann berichtet hier aus eigener Anschauung, lebendig und zeitnah von der Buchmesse in Wien. Der Thema ist hierfür wichtig genug: Viele Leserinnen und Leser werden sich erinnern, dass es in Wien ursprünglich einen eigenen großen Antiquariatsbereich geben sollte – der Plan endete praktisch im Nichts, es gab wohl sogar mehrere Abmeldungen. Sulzmann nennt präzise die Gründe (Preisgestaltung usw.), das dürfte für den Veranstalter nicht unnütz sein. Warum Sulzmann jetzt so niedergemacht wird (klar: anonym), finde ich unverständlich und darüber hinaus unfair einem engagierten Kollegen gegenüber.

3. Guenther Hildebrandt 25.11.2008 11:04h

Was soll die Wortklauberei?

4. S. Bergmann 25.11.2008 14:31h

Ich frage mich ernsthaft, ob hier nur geschrieben wird, um auf sich aufmerksam zu machen, oder ob eine Profilneurose dahintersteckt.
Kritik ist gut und schön, aber konsruktiv und fair sollte sie sein. Manchmal ist es besser, einfach seine "Meinung" für sich zu behalten.
Das ganze ist einfach kindisch! Die Redaktion tut mir manchmal sehr leid ob dem "Geschreibsel".

Zum Glück muss hierfür kein Papier mehr daran glauben.

5. Lorenz Borsche 25.11.2008 14:32h

Werter Strinrunzler,

was Sie betreiben, nannte mein Vater - und ich weiß, es gibt edlere Umschreibungen - schlicht und einfach "Korinthenkackerei".

Und - Sie wollen ja gerne bei dieser Bezeichnung bleiben - Sie haben tatsächlich niemanden "niedergemacht", außer vielleicht sich selbst in den Augen der Anderen - wenn, und diese Frage sei erlaubt, das überhaupt möglich ist, denn wo nichts ist außer gähnender Leere, da gibt es auch keine Fallhöhe, auf die sich das tatsächlich sehr konkret gemeinte 'nieder' sowohl im Zusammenhang mit 'machen' wie auch sinnverwandt 'metzeln', beides kriegerisch verstanden als der physische 'downfall' des Gegners, anwenden liesse - noch nicht mal, wenn es, wie hier, eher metaphorisch gemeint ist. Und nein, das finden Sie weder in der Wiki noch in der Wictionary.

Genug der Kümmelspalterei :-)

Ach und das noch: 'flames' können, dürfen und müssen manchmal sein, zur Auflockerung des Alltags, weil das Wetter gerade trübe ist, oder der Pullover kratzt. Aber anonym zu 'flamen' ist nicht nur billig, sondern einfach nur feige.
Gruss, LB

6. Hugo Wetscherek 26.11.2008 08:23h www.inlibris.at

Dass Herr Sulzmann sich einen Tag nach der Messe die Mühe macht, seine Eindrücke informativ und sachlich für interessierte Kollegen zusammenfassen, ist ebenso verdienstvoll wie sein erfolgreiches Engagement für günstigere Standgebühren im Vorfeld derselben. Wir hätten ohne seine mehrfache Intervention mit Sicherheit nicht ausgestellt, was - zumindest für uns - sehr bedauerlich gewesen wäre. Inhaltlich darf ich mich seinem Bericht jedenfalls anschließen; auch andere sollten für diesen dankbar sein (selbst wenn sie auf Grund mangelnder Geschäftstätigkeit nicht in der Lage sind daraus unmittelbaren Nutzen zu ziehen) und nicht ihr Desinteresse an einer, jeden vernünftigen Antiquar betreffenden Materie durch überflüssige Kommentare unterstreichen.

7. Lampernist 26.11.2008 11:47h

Sehr geehrte Kritiker der Kritiker,

gestatten Sie mir ein kleines Nachwort zu meinen obigen, anscheinend unverschämten Vorwürfen.

Verlage, Buchhändler und Antiquare handeln mit Sprache.
Und sie vermitteln dem potentiellen Käufer diese Ware mittels ihrer Sprache: durch Verlagsankündigungen, beim Verkaufsgespräch im Laden oder durch die Buchbeschreibung in Listen, Katalogen, beziehungsweise im Netz.
Bei all diesem sollte der Stil des Anpreisens nicht allzusehr hinter dem des Angepriesenen zurückstehen.
Andererseits, so scheint es, ist die moderne Verkaufsmethode eher: „Hunderttausend Deppen, die dieses Buch kauften, erwarben auch diese Salatschüssel dazu.“ – „Hier können Sie sich Ihre Rezension selbst schreiben!“
Ob dem auf Dauer Erfolg beschieden sein wird, mag mit einigem Recht zu bezweifeln sein.
Könnten Sie mir bitte mitteilen, was unsere Kunden von uns denken sollen, sind wir noch nicht einmal fähig, einen einfachen deutschen Satz fehlerfrei und in halbwegs guter Weise zu formulieren?

Man mag einwenden, moderne Autoren nähmen es nicht so genau mit der deutschen Sprache, wie es noch Hofmannsthal oder Nietzsche (bitte erweitern Sie diese Liste mit eigenen Favoriten) taten.
Und beim Nicht-Genaunehmen schreitet uns der Börsenverein vorbildhaft voran, es fängt mit dem Denglisch von „News Antiquariat“ an und weitet sich dann progressiv auf den Seiten aus.
Eine fähige Redaktion hätte den obigen, ‚Bericht’ genannten Beitrag überarbeiten lassen oder dies selbst getan, denn Inhalte müssen sprachlich adäquat vermittelt werden.

Darf ich ein Zitat sehr frei umformulieren: Die Sprache macht den Antiquar, nicht nur den Menschen – nicht seine Herkunft.

8. Lorenz Borsche 26.11.2008 17:33h

@Stirnrunzler und sein Alter ego (ja, zwei Identitäten sind bei anaonymen Schreiberlngen zur 'gegenseiteigen' Ego-Stärkung durchaus üblich, 'echte' Onliner wissen das ;-)

>>
Halten Sie mich für einen altmodischen Menschen.
<<

Ganz sicher nicht. Altmpdoische Menschen haben eine altmodischen Erhenkodex. Anonym zu lästern gehört da zum (neudeutsch) "absoluten NoNo", zu den Dingen also, die man nie und nimmer tut, solange man nicht unter der Knute einer Diktatur Schreckliches zu befürchten hätte. Was bei uns nicht der Fall ist.

Outen Sie sich, das ist das mindeste, was Sie zu Ihrer eigenen Ehrenrettung noch tun könne.

Unfreundliche Grüße, LB

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