Antiquariat

Mehr als nur gebrauchte Bücher. Grundwissen Antiquariatsbuchhandel

Moderner Campus, frisch saniertModerner Campus, frisch saniert© Buchhändlerschule

18.12.2008Fortbildung

Mehr als nur gebrauchte Bücher. Grundwissen Antiquariatsbuchhandel

Ein E-Learning-Seminar an den Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main richtet sich an Quer- und Neueinsteiger, Praktiker mit erster Berufserfahrung und interessierte Buchhändler.

Das Online-Angebot von antiquarischen Büchern hat stark zugenommen. Die Zugangshürden sind niedrig, trotzdem werden die meisten Einsteiger mit vielen Fragen konfrontiert. Welche kaufmännischen Grundregeln sind zu beachten? Welche rechtlichen Fallstricke gibt es?

Themen des Seminars "Mehr als nur gebrauchte Bücher. Grundwissen Antiquariatsbuchhandel" sind der Online-Handel sowie alle Antiquariatsformen mit Querverbindungen zum Buchhandel. Das Seminar findet statt in Kooperation mit dem Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher ZVAB.

Inhalte:
- Buchhändlerisches Grundwissen
- Rechtliche Grundlagen
- Ankauf und Preisbildung
- Datenbanken, Plattformen, eigene Homepages
- Bearbeitung der Handelsgegenstände
- Recherche im Netz und in der Bibliothek
- Werbung, Adressenpflege und Kundenkartei
- Ladengeschäfte, Buch- und Grafikauktionen, Messen und Märkte

Durchgeführt wird das Seminar von Dr. Björn Biester (Redakteur der Zeitschrift "Aus dem Antiquariat"), Hasso Bräuer (Antiquar in Hamburg) und Thorsten Wufka (Leiter des ZVAB-Mitgliederservice). Das Seminar beginnt Mitte April 2009 und dauert etwa viereinhalb Monate. Im Mai und August findet eine jeweils zweieinhalbtätige Präsenzphase auf dem Campus der Buchhändlerschule statt.

Termine der beiden Präsenzphasen in der Buchhändlerschule in Frankfurt-Seckbach:

15. bis 17. Mai 2009 und 28. bis 30. August 2009

Anmeldungen und weitere Infos: Zita Debus, Tel. 069/947400-22 zita.debus@buchhaendlerschule.de

Nachtrag von Monika Kolb, Geschäftsführerin der Schulen des deutschen Buchhandels, vom 19. Dezember (zu den Kommentaren 1 und 2):
Ja, die aktuelle Webseite ist in keinem guten und aktuellen Zustand. Dafür arbeiten wir mit Hochdruck an unserem Relaunch. Normalerweise - und das haben wir jetzt ebenfalls veranlasst - bewerben wir aktuell unsere Programme nur über Landing Pages. Über diese Seite können aktuelle Informationen bezogen werden. In diesem Fall ist uns ein Fehler unterlaufen und wir haben auf unsere alte Webseite verlinkt. Diese wird nicht mehr gepflegt. Dafür ein herzliches Entschuldigung. Ab Mitte Januar wird unsere neue Webseite online gehen können. Gerne senden wir JEDEM Interessenten unser Jahresbuch 2009 zu. In diesem Programm wird auch der neue Weg / die neue Positionierung der Schulen des Deutschen Buchhandels deutlich. Gerne stehe ich für jede Frage und Anregung zur Verfügung.
Mit besten Grüßen Monika Kolb

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53 Kommentar/e

1. Peter Mulzer 18.12.2008 15:50h

Werte Kollegen,

ehe Ihr den Link des Redakteurs Biester anklickt und euch zur Webseite der Buchhändlerschule begebt, rate ich zur Einnahme mehrerer Kopfschmerztabletten.

Es ist dies das Musterbeispiel einer völlig verkorksten Webseite - kein Mensch kann damit in Erfahrung bringen, worum es eigentlich geht. Mit stetig wachsendem Ärger verirrt man sich in abgebrochenen, teils veralteten "Oktober 2008"-Botschaften, teils fürchterlich verquastem Angebiedere "über uns" - und rundum so schlechte und miese Arbeit, daß ich mich frage, wer um alles in der Welt diese Karikatur einer Webseite entworfen hat.

Für eine Schule, die unter anderem den organisatorischen, sprich logischen Teil des Webseitenbaus ins Programm nimmt - oder dies doch tun sollte - , ist das keine Empfehlung.

Ich breche hier ab, denn von quälend kleinen Typen, einer peinlichen (aber lauthals angepriesenen) "Suchfunktion" und dem Rattenschwanz weiterer Gräßlichkeiten will ich schweigen.

Was denkt sich diese "Schule" eigentlich, solch eine Mißgeburt ins Netz zu stellen?

Schade, denn das Vorhaben, angehenden Antiquaren was beizubringen, finde ich an sich lobenswert.

2. bookmarathon 18.12.2008 22:20h

Die Themen und die Seminarleiter hatten mich eigentlich schon überzeugt, dass meine kleine Firma daran teilnehmen müsste.

Aber wenn ein E-Learning Seminar angeboten wird, und ich noch nicht einmal die Eckdaten für dieses Seminar auf einer Webside finde, dann habe ich schon keine Lust mehr.

Sollten Sie die Eckdaten irgendewann einmal winderfinden, bitte ich um eine Mail. Bitte vergessen nicht, dass mich auch die Kostenseite interessiert.

Die Webside hatte bestimmt irgendeine Bestimmung, die sich mir aber erschließen will.

3. Peter Mulzer 18.12.2008 22:55h

Vorschlag: Die Skripte in etwas abgekürzter Form hier veröffentlichen, jeweils von Woche zu Woche, und sie den Antiquaren zur Diskussion stellen. Ich könnte mir vorstellen, daß eine begleitende Supervision durch die Antiquare den Lernerfolg bei den Teilnehmern beflügeln - und zu einer gewissen Wikiisierung des Lehrstoffs führen könnte.

Setzt bei den Lehrkräften allerdings gute Nerven voraus.

4. Biester 19.12.2008 04:08h

Nr. 2: Sie haben Recht, aber schreiben Sie doch bei Interesse Frau Debus (Adresse siehe oben) einfach eine E-Mail oder rufen Sie sie an, sie schickt Ihnen bestimmt gern unverbindlich die Unterlagen oder gibt erste Auskunft. Weitere Seminardetails werden wir hier im Januar veröffentlichen.

Nr. 3: der Lehrstoff wird ausschließlich über eine passwortgeschützte Plattform vermittelt werden, die eine offene Diskussion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander zulässt. Wir stellen uns dies als einen wesentlichen Vorteil des Angebots vor: alle treten dort unter vollem bürgerlichen Namen auf (im Mai lernen sich alle persönlich kennen), die Gruppe wird überschaubar sein, die Dozenten sind mit dabei und beantworten Fragen etc. (24/7). Das Lernklima, um es mal so zu sagen, soll gerade anders sein als die Stimmung in manchen Foren.

5. Peter Mulzer 19.12.2008 11:38h

Nr. 4

Wie hübsch - wir bezeichnen uns in Zukunft nach Redakteur Biesters Vorbild in den Postings per Nummern. Solches dient ganz gewiß der Herstellung der von ihm gewünschten "besseren Stimmung". Nummer 12 - drei Stunden Strammstehen im Hof, aber lächelnd, damit die Stimmung positiv bleibt...

So ähnlich läuft dann formal gesehen offenbar der ganze Kurs ab. Unheilschwangere Knebel- und Geheimnis-Riten nach niederrheinischem Vorstellungshorizont werden schon eingeführt - paßwortgeschützt.

Damit blieben die Dozenten hübsch abgeschottet von der größeren Öffentlichkeit ihrer Berufskollegen. Dann munkelt mal schön im Dunkeln.

Positive "Stimmungen" im Unterrichtswesen, insbesondere im beruflichen, setzen Transparenz und Supervision voraus.

Vor allem, weil hier - wenn der Unterricht was taugen soll - natürlich

*Berufsgeheimnisse

vermittelt werden m ü s s e n. Sonst wird das Ganze zur formalistischen Korinthen...erei, durch die der Informationshungrige genau d a s vermittelt bekommt, was er n i c h t brauchen kann und nicht wissen will.

Die Gliederung, wie sie uns vorgestellt wurde, ist dementsprechend: Nämlich t ö r i c h t.

Ich werde das nachher mal kurz begründen. Auch wenn es Herrn Biesters "Stimmung in manchen Foren" keineswegs heben wird.

6. bookmarathon 19.12.2008 13:37h

Zu 4
Meine Mailadresse ist hinterlegt, und ich habe auch noch einmal die o. a. Adresse angemailt.
Ich hätte gern ein Angebot, möglichst per Mail.

Zu 5
Herr Mulzer, ganz im ernst, wenn jeamand wie Sie die Supervision einer solchen Veranstaltung macht, werden Leute wie ich daran mit Sicherheit nicht teilnehmen. Den Dünnpfiff den Sie von sich geben bekomme ich hier kostenlos, da werde ich mit Sicherheit nicht auch noch tief in die Tasche für langen.

Sie regen sich allenernstes über ein solches Angebot auf? Wirklich Ihnen ist nich zu helfen.

ZENSUR
Denken Sie sich den Rest einfach selbst den ich hätte schreiben können. Mir ist meine Lebenszeit dafür zu wertvoll. Nur nett sollte es nicht sein.

7. Peter Mulzer 19.12.2008 15:29h

1.
Werter Bücherdauerlauf,
selbstverständlich käme nur eine Supervision durch a l l e Antiquare in Frage. Wenn Sie mein Posting aufmerksam gelesen häten, wäre Ihnen dieser Sinn meiner Anregung nicht verborgen geblieben.

2.
Die eigentliche Schwierigkeit des Unterfangens ist noch gar nicht angesprochen worden. Überlegen wir mal.

Wir haben bisher folgende Ansätze zu einer wie immer gearteten Ausbildung der Antiquare:

a)
Der ehrwürdige "Wendt" und seine Nachfolger. Ich hatte das schmale Bändchen seit seiner ersten Auflage immer wieder zur Hand genommen und war nicht nur enttäuscht, sondern geradezu entsetzt über die knochentrockene Einfallslosigkeit, die Weltfremdheit des Verfassers - den späteren Bearbeitern fiel wenig Besseres ein - - und den schon immer dafür geforderten lächerlich hohen Neupreis.

Für mich stand schon als Gymnasiast fest, daß der Herr Wendt und seine Mit- und Nachbearbeiter keine Wesen aus Fleisch und Blut, sondern kuriose Geister aus Pappmnaché sein mußten...

Hier noch Weiteres über die völlige Unbrauchbarkeit und Lebensferne dieses Büchleins zu sagen, erübrigt sich wohl.

b)
Es gibt die ehrenwerten Ansätze der AG im Börsenverein. Die dort zelebrierten "Fortbildungsseminare" wurden früher mit unangemessenem Tamtam angekündigt und regelmäßig im Börsenblatt mit enthusiastisch begeisterten Rückschauen der Teilnehmer bedacht - bis mir irgendwann der Kragen platzte und ich, noch unter Herrn Biesters Vorgängerin, Versuche unternahm, den Popanz etwas zu hinterfragen. Tatsächlich entpuppte sich dann eine Veranstaltung, ich glaube in Würzburg, als freundliches Gruppenbesäufnis, oder so ähnlich - jedenfalls wurde es dann eine Zeitlang stiller um die Großtaten der AG in Sachen "Fortbildung".

Seien wir nicht ungerecht: Natürlich ist es eine g u t e Sache, wenn für wenige Elitefirmen hochqualifizierte Seminare abgehalten werden. Besonders wenn Fachfirmen die Unterrichtenden sind, kann das sogar sehr viel bringen.

Trotzdem liegt darin ein Etikettenschwindel, denn der Teilnehmerkreis war klein, m u ß t e klein bleiben, denn 950 der 1000 deutschen Antiquare konnten mit den hochgestochenen Themen nix anfangen.

c)
Das bisher weitaus brauchbarste Lehr- oder besser Handbuch für Antiquare war der "Bender", sehr selten in deutschen Bibliotheken:

Bender, Helmut
Kleine Antiquariatskunde
Aachen: Radtke, 1985
130 S.

Das Buch blieb damals weitgehend unbeachtet. Das lag in der Person des Verfassers, der zu den frühesten Erinnerungen aus meiner Gymnasialzeit gehört (Sie erinnern sich - allabendliche Rotweinbesäufnis mit einen leibhaftigen Oberschuldirektor, zwei Professoren, dem alten Antiquar Evers auf seinem Bärenfell und meiner schüchternen Person, am Schwabentor, Themen: Erstausgaben, Pornographie, Baden(s)ia, Goethe-Erstdrucke...) - unser Herr Bender also handelte als Privatmann in großem Umfang mit Zimelien, pflegte das aber nicht so recht einzugestehen und war unter Freiburgs Antiquaren nicht sehr beliebt, sagen wir es so.

Radtke, der ja auch ein Außenseiter blieb unter den klatschsüchtigen Kollegen, propagierte das Buch nicht so recht, kurzum, es blieb fast unbekannt.

Ich rechne es heute aus einem Grund, auf den ich gleich kommen werde, zum Besten, was wir zur Zeit haben.

d)
Der recht umfangreiche Antiquariatsteil in dem (unsäglich teuren) Handbuch des Deutschen Buchhandels, oder so ähnlich, ist eine einzige Frechheit - lückenhaft, noch weltfremder als der Wendt, dauernde Verwechslungen und Grenzüberschreitungen zwischen Neubuchhandel, Modernem Antiquariat und richtigem Antiquariat - Sie sehen, ich bin nicht einmal willens, dieses teure Machwerk auch nur richtig nach der Titelei zu ermitteln oder gar zu zitieren. Decken wir den Mantel des Schweigens darüber.

Wieder einmal fehlt mir die Zeit, weitere Quellen anzuführen, auch wäre ich gern auf die werten Angelsachsen eingegangen - in Frankreich ist, wen wunderts, nix Gescheites, nur hochtrabendes Spitzengewinsele und esoterisches Zimeliengemunkele nachzulesen - vergessen Sies.

---------------

Nun zurück zum Bender. Seine Schreibweise ist zu knapp, aber durchaus freundlich und offen - er schrieb angenehmer, als er in der direkten Begegnung war, wenn ich das so sagen darf. Worin liegt nun sein besonderes Verdienst, wodurch ist er wichtig für die geplante Unterrichts-serie in der Buchhändlerschule-mit-der-unmöglichen-Webseite?

Er ging ein, als erster und einziger, auf die

P s y c h o l o g i e

des Ankaufs, ganz konkret. Er gab Hinweise zum richtigen Ankaufsinserieren, zum Verhalten am Ankaufsort, zum Kalkulieren. Ebenso befaßte er sich, leider auch hier immer zu knapp und zu kurzatmig, mit der Psychologie im Laden und im Katalogverkauf.

Neben einigen Tricks, die freilich recht hilfreich sein können, werden die Lehrbeauftragten vermutlich den trockenen Wendt-Stuß (wie gebe ich die Textlänge in schlesischen Inkunabeln korrekt an?) kombiniert mit unsäglicher niederrheinischer Kaufmannslust (ich rechne, horte, wiege, fordere ein, mahne) und den längst schon wieder überholten ZVAB-Standards einer "korrekten Titelaufnahme und - ha!!!! - Sacherschließung" verbraten.

Was sie aber wirklich wollen und brauchen, ist das Geheimnis einer wirkungsvollen Taktik und Psychologie im Ankauf und Verkauf.

Die S e e l e n k u n d e des Antiquariasts also. In ihr ist der ganze Erfolg des Antiquars, übrigens auf allen Niveaus, zu finden. Nur das will man beigebracht bekommen. Nur das braucht man - alles andere läßt sich delegieren. D a s aber nicht.

8. Monika Kolb 19.12.2008 15:41h

Gerne melde ich mich als Geschäftsführerin der Schulen des deutschen Buchhandels zu Wort. Ja, die aktuelle Webseite ist in keinem guten und aktuellen Zustand. Dafür arbeiten wir mit Hochdruck an unserem Relaunch. Normalerweise - und das haben wir jetzt ebenfalls veranlasst - bewerben wir aktuell unsere Programme nur über Landing Pages. Über diese Seite können aktuelle Informationen bezogen werden. In diesem Fall ist uns ein Fehler unterlaufen und wir haben auf unsere alte Webseite verlinkt. Diese wird nicht mehr gepflegt. Dafür ein herzliches Entschuldigung. Ab Mitte Januar wird unsere neue Webseite online gehen können. Gerne senden wir JEDEM Interessenten unser Jahresbuch 2009 zu. In diesem Programm wird auch der neue Weg / die neue Positionierung der Schulen des Deutschen Buchhandels deutlich. Gerne stehe ich für jede Frage und Anregung zur Verfügung.
Mit besten Grüßen Monika Kolb

9. Peter Mulzer 19.12.2008 16:06h

Liebe Frau Kolb,
für meine harsche Kritik möchte ich mich entschuldigen. Auch ich habe eine seit Olims Zeiten nicht mehr betreute Webseite noch im Netz stehen, sitze also im Glashaus. Das ist ganz normal. Nur muß man dann bei den Verlinkungen achtgeben.
In diesem Sinn schönes Wochenende!

10. Monika Kolb 19.12.2008 18:15h

Lieber Herr Mulzer,
vielen Dank! :-)
Auch für "das Aufmerksam machen". Wir hätten es sonst nicht gemerkt. Ein klein wenig "netter", hätte uns nicht ganz so erschreckt.
Herzliche grüße und auch ein schönes Wochenende.
Monika Kolb

11. bookmarathon 19.12.2008 20:31h

Verehrte Herren Biester und Wufka,
ich verstehe ja, dass alle Geld verdienen wollen. Und ehrlich, mich schocken 950 Euro für ein E-Learning Seminar nicht wirklich. Aber Ihr Angebot ist doch ein wenig.... sagen wir mal.... gewöhnungsbedürftig.
Sind Sie wirklich nicht in der Lager die einzelnen Themengebiete etwas ausgearbeiteter anzubieten?
Per Mail kam heute nichts bei mir an. Und wenn ein befreundeter Buchhändler mir nicht Bescheid gesagt hätte, wäre ich auch nie auf dieses glorreiche PDF gestoßen.
Ich habe keine Ahnung ob es viele Neulinge/Quereinsteiger gibt die sich solch einen Kurs leisten können, aber ich frage mich, ob Ihr Seminar ähnlich gut vorbereitet ist, wie Ihre Werbung. Grade hier würde ich mir deutlich mehr von Ihnen wünschen.
Sollten Sie ein ausgearbeitetes Angebot haben, und Ihre Lehrninhalte etwas detalierter auffüren können, würde ich mich über ein Angebot für 2 Personen freunen. Ansonsten stecke ich das Geld lieber in Ware. Bei einem E-Learning Seminar möchte ich nicht rumtelefonieren müssen, sondern möchte auch diese Daten online abrufen können. Bei 950 Euro sollte das doch drinn sein können, oder?

@Mulzer

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde: Sie haben mich neugierig gemacht auf auf das Buch von Helmut Bender. Wo kann ich dieses erwerben? Ich würde auch eine durchkopierte Kopie nehmen.
Und wenn es nicht zu erwerben ist, welchen Sinn hat dann Ihre Besprechung?


12. Peter Mulzer 19.12.2008 21:44h

Zum Bender-Buch könnte ich noch mehr berichten, getraue mich aber nicht. Immerhin darf ich sagen, daß die alten Freiburger Kollegen zur Entstehungsgeschichte und den Hintergründen auch sonst noch allerlei wissen. Bender war ein grundgescheiter Mann, als Kunde aber nicht unproblematisch. De mortuis nihil nisi bene? Ich zögere, weil ich nicht weiß, welcher der alten Kollegen noch lebt - und bereit ist, seine "Wandelungen mit Herrn Bender" zu schildern.

Das Einscannen geht etwas zu lang, was meine zeitlichen Möglichkeiten anbetrifft, aber der Börsenverein hat es sowieso, und wenn Koll. Radtkes Rechteinhaber zustiommen, könnte man es zum internen Gebrauch der Antiquare vielleicht per OCR umsetzen und als PDF hier anbieten.

Ich habe es besprochen, weil viele der älteren Kollegen das Buch in der Handbibliothek stehen haben.

Die Seminargebühren sind sehr günstig angesetzt. Da darf man nun nicht klagen. Im Übrigen muß man den Fähigkeiten der Herren eben vertrauen.

13. bookmarathon 19.12.2008 22:20h

Die Seminiargebühren mögen günstig angesetzt sein, was ich nicht zu bestimmen vermag. Letztlich spielt dies auch keine Rolle. Nur würde ich gern mehr wissen, von dem was die Herren uns näher bringen zu gedenken.

Nochmals zu dem Buch. Wenn Sie es haben, dann lassen Sie es uns doch kopieren. Dafür schicke ich Ihnen auch gern einen meiner gutaussehenden Jungen Studenten, der dies bei Ihnen vor Ort erledigen kann. Ansonsten verkaufen Sie doch Ihr Exemplar. Was wollen Sie noch damit?

Unter uns Herr Mulzer, aber wendet sich das Seminar an die älteren Leute, die Sie gern als Kollegen bezeichnen?

Die Seminargebühren mögen günstig sein, aber nicht für die eigentliche Zielgruppe, glaube ich jedenfalls. Und ich vertraue auch nicht bei einem Buchankauf darauf, dass da schon was gutes bei sein wird. Nein, Herr Mulzer, ich überprüfe das lieber vorher.

14. bookmarathon 19.12.2008 22:22h

Zu 13:
Sorry, habe rumkopiert, und vergessen einen Teil wieder zu löschen. Es ist halt schon spät.
Gute Nacht

15. Roman Heuberger 19.12.2008 22:23h www.antiquariat-heuberger.de

Guten Abend Bookmarathon,

dieses Werklein, um das Herr Mulzer wieder einmal riesengroße Sprechblasen und Unmengen heißer Luft produziert, verbunden mit irgendwelchen geheimnisvollen, ja geradezu verschwörerisch anmutenden Randstücken, um sich dann, wenn er um einen Gefallen gebeten wird, unter Ausflüchten zurückzieht , ist möglicherweise lieferbar beim Verlag und Antiquariat Cicero Presse, Timm Zenner, Marneweg 4 in 25836 Garding, Kirchspiel zum Preis von 14 Euro. Sollte der Herr Zenner es nicht mehr liefern können, sende ich Ihnen gerne leihweise mein Exemplar zu, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

Mit freundlichen Grüßen
Roman Heuberger

16. Peter Mulzer 20.12.2008 00:18h

Werter Kölner Patriarch,

von der Freiburger Antiquariatsgeschichte verstehen Sie - - nichts. Folglich fabulieren Sie besser nicht ins Blaue hinein von Dingen, die Sie nicht wissen k ö n n e n. An Ihre Beleidigungen kann ich mich gern gewöhnen, an haltlose Unterstellungen nicht.

Es geht in diesem Fall um die persönlichen Belange des Autors Bener. Ich wrde den Teufel tun und über Dritte, die der grüne Rasen deckt, unautorisiert noch mehr schreiben. Was ich angedeutet hatte, ist schon an der Grenze des Zulässigen. Nicht jeder hat Ihre rheinische leichte Zunge...

Was den "Gefallen" angeht, wieder einmal etwas Grundsätzliches zum Umgang innerhalb einer Berufsgruppe. Es ist niemandem damit gedient, wenn e i n Kollege das Werk zwar besitzt, die anderen aber weiterhin ohne den Text dasitzen. Wenn ich etweas tun soll, dann für a l l e.

Die ewige Ausgrenzerei, das tückisch-egoistische Grüppchenbilden, jene Mauschelei, für die auch Sie stehen, verehrter Kollege, sie ist aufgeklärter Menschen unwürdig. Beginnen Sie endlich einmal s o z i a l in einem tieferen Sinne zu denken.

Übrigens geheimniasse ich nichts in Dinge oder Sachverhalte hinein. Tatsächlich ist die Sache noch weitaus Spannender und Interessanter, die sich um diesen Autor rankt, und ich bin - was ich nicht an die große Glocke hängen möchte - auch sehr direkt damit verbunden gewesen.

Zur Erinnerung: Ich halte lediglich die A n s ä t z e in seiner Schrift für hochinteressant. Der Text selbst ist zu knapp, zu wenig ausgeführt, auch ungenügend gegliedert. Vorbild kann er nur sein im Aufgreifen von Themen, die alle anderen Handbuch- und Kurs-Schreiber zu vergessen belieben.

17. Peter Mulzer 20.12.2008 00:20h

Lies Zeile 5 natürlich B e n d e r. Er hatte übrigens mehrere Namensvettern (Vor- und Zuname), kurioserweise auch im Freiburger Raum und dito im Kultursektor schreibend. Deshalb sehr schwer zu googeln.

18. Lampernist 20.12.2008 08:36h

Kurzkommentar: Schmonzes

Längerer Kommentar:

a) für 950 Euronen kann man sich schon ein oder zwei gute Bücher kaufen. Die machen dann mehr Freude.

b) ich würde nicht wagen, ein Buch für 950 EUR so unzureichend zu beschreiben. (Mehr als 3 MB für ein farbiges Blättlein mit roten Reklams und sprachlichen Schönheiten wie „Fachlicher Input in Seckbach“!)

c) wie mein Vorschreiber schon erwähnte: mangelnde Qualifikation. (Den Herren Biester und Wufka möchte ich beim Bibliographieren gern zusehen!)

19. Biester 20.12.2008 11:14h

Die Kritik war natürlich vorhersehbar. Nur soviel als Antwort: es handelt sich nicht um ein reines E-Learning-Angebot, sondern es gibt zwei Wochenend-Präsenzphasen auf dem Frankfurt-Seckbacher Campus. Die Kursgebühr schließt die Tagesverpflegung ein; Übernachtungsmöglichkeiten bestehen ebenfalls auf dem Campus (als Option). Die genauen Termine stehen oben in der Ausschreibung. Für den Kursinhalt sorgen neben den beiden Seminarleitern der Antiquar Hasso Bräuer und mehrere Fachreferenten der Buchhändlerschule und aus der Branche. Ein (nicht der einzige) Schwerpunkt der Präsenzphase im Mai wird das Thema Online-Buchhandel / Bücher im Netz verkaufen / Datenbanken sein, und zwar 'plattformübergreifend'. Das wird vermutlich das Gehaltvollste, Spannendste und Intensivste, was dazu bislang überhaupt angeboten wurde.

Und zum Stichwort "Intensität" (Kommentar 18): Ja, stimmt, der Zeitaufwand wird vermutlich für alle Beteiligten recht hoch, zumal mit der Lernplattform, auf der Ganze stattfindet, auch eine Diskussionsrunde / Blogfunktion einhergeht, die 24/7 offen sein soll. Aber irgendjemand muss jetzt wohl den Schritt wagen, echte buchhändlerische Qualifikation bereitzustellen, es hilft ja nichts.

Weitere Details folgen im Januar. Auch zum Thema "Was kostet das Seminar?" haben das ZVAB und wir noch etwas vorbereitet. Ich stehe am Montag und Dienstag gern für telefonische Auskünfte zur Verfügung. Meine E-Mail-Anschrift:

b.biester@mvb-online.de

20. krämer 20.12.2008 13:15h

Solche Kurse nützen nicht viel, wenn das erworbene Wissen nicht dazu dienen kann, das praktische Lernen im Tagesgeschäft, worauf es allein ankommt, zu intensivieren, Lernprozesse abzukürzen. Der theoretische Unterricht für sich ist genauso wenig wert wie eine schulische kaufmännische Ausbildung, nämlich gar nichts, außer sie gibt die Mittel an die Hand, im praktischen Lernen schneller voranzukommen.
Solche Anleitungen sind dann aber auch nicht billig, für 1000 € sollte man vielleicht nicht allzu anspruchsvoll sein. Wenn solche Lehrgänge sich dahingehend bewähren, daß sie sehr zügig für das praktische Geschäft sich günstig auswirken, dann wird der Preis sehr schnell weit höher gehen.
Gelegenheit also zum Schnäppchenpreis, Informationen, Tipps und Anregungen zu erhalten, die es so öffentlich per Web-Recherche oder in Foren nicht geben kann.

21. Peter Mulzer 20.12.2008 13:46h

Auch wenn die neue PDF-Seite links weniger alte denn neue Bücher zeigt, so kann man am Text rechter Hand nicht mäkeln. Die wichtigen Sachbereiche sind zutreffend benannt.

Eine Kritik an der Kompetenz der Lehrbeauftragten scheint mir nicht angebracht. Redaktor Biester plagt sich, obwohl er Höheres und Edleres im Sinn haben dürfte, seit Jahren redlich ab mit dem öden und zerstrittenen Büchersektor, und wenn man sonst beim Börsenverein nichts lernen kann - Diplomatie ganz gewiß, Menschenkenntnis auch. Den traurig-genervten Blick seiner Vorgängerin habe ich nicht vergessen: Kein leichtes Geschäft.

Herr Wufka sieht aus wie der leitende Jesuitenpater an einer gehobenen deutschen Internatsschule, dürfte über viel Geduld und ein gefestigtes Menschenbild verfügen: Der Antiquar ist im Grunde genommen gut, mag er sich auch noch so dumm anstellen. Dafür, daß er, der tumbe Antiquar, klüger wird, ist je dann Herr Wufka da. Auf nach St.Blasien!

Der Tiefgang seiner Ausführungen ist allerdings mitunter auf Sextaner-Niveau, ich zitiere:

"Eine Preiserhöhung wird vom Betroffenen nie mit Gegenliebe aufgenommen, das ist nur natürlich."

Sein Sinn für Selbstironie und dadaistische Blödeleien kann den Schüler auch nur erfreuen - solches dient der Auflockerung:

(Frage Biester: )"Läuft die Zusammenarbeit mit Libri nun unbefristet?"
(Antwort Wufka:) "Die Zusammenarbeit mit Libri wird solange laufen, wie preisgebundene Titel ein Thema für das ZVAB sind und Libri selbst unser Partner in diesem Bereich sein wird."

In die, nach meiner Einschätzung, im Kern sorgsam verhehlte und für das Gewerbe hochgefährliche Zusammenarbeit mit w+h ist Wufka massiv eingebunden, wie verschiedene nebelhafte Äußerungen zeigen, hier ein Beispiel:

"ZVAB ist die erste Adresse für antiquarische Bücher, whBOOK ist die erste Adresse für eine antiquarische Datenbank. Eine Kooperation war daher nur ein logischer Schritt"

Sie kennen ja meine These: Was Amazon für Rheinbaben, ist Geissler für das ZVAB - Wetterleuchten am Horizont und Quelle kommender Verwicklungen jeder Art. Ich rate den Teilnehmern, Herrn Wufka auf den w+h-Punkt anzusprechen. Nein, ich sagte nicht "Antiquare im kombinierten Würgegriff von w+h und ZVAB". Sowas zu denken liegt mir ganz fern.

Als Dozent hat er seine Erfahrungen, ein Beispiel:

Buchwissenschaft München - Seminare: Diplomstudiengang Wintersemester 2006 / 2007.

Hat er einen Doppelgänger? Falls nicht: Sehr sympathisch berührt mich als alten Pfadfinder seine Teilnahme an den deutschen MASH-Blödeleien - ein wirklich nettes und mit bewundernswerter Organisationsgabe und "spirit" durchgeführtes Retroinszenierungs-Abenteuer. sowas will erstmal gekonnt sein!

Wenn alles schiefgeht, inszenieren wir den Kurs als Groß-Spiel, vielleicht im Hof der Buchhändlerschule. Passende Szenarien liefere ich dann auf Anfrage...

http://www.larp-mash.de/drachenfest2006.php
http://www.larp-mash.de/drachenfest2001.php

Den fürchterlichen Unsinn mit der - hier von mir nicht näher zu qualifizierenden, sonst schmeckt Redaktor Biester das Mittagessen nicht mehr - hurtig "Verwaltungsgebühren" im Voraus kassierenden Verpackungsverordnungsfirma hat er leider mit zu verantworten. Aber einen Sündenfall darf man ihm einräumen. Wenn möglich keine weiteren in dieser Richtung - sonst folgen ihm die Flüche der in diesem Punkt gröblich mißgeleiteten Kollegen bis in die Buchhändlerschule.

Eigentlich geht es ihm, wiederum: sofern er keinen namensgleichen Vetter hat - sowas gibt es - um Höheres, siehe

http://www.lrz-muenchen.de/~nina.ort/adorno.html

und mir scheint, die beiden nunmehr verbliebenen Referenten verstehen sich auf dieser Ebene recht gut - esoterische Wissenschaftler, die zähneknirschend das antiquarische Fußvolk zu höheren Weihen führen sollen.

22. Biester 20.12.2008 14:05h

Danke, Herr Mulzer, ein netter Kommentar!

"die beiden nunmehr verbliebenen Referenten" - nein!, wir sind nicht die Referenten, sondern organisieren und leiten das Seminar; Hasso Bräuer ist derjenige, der für das antiquarische Hauptfeld zuständig ist. Andere kommen hinzu, aber nicht über die gesamte Seminardauer.

23. bookmarathon 20.12.2008 14:30h

@23
Können Sie garantieren, dass das Siminar keine wh-book Werbeveranstaltung wird? Wenn das Thema Datenbanken nur aus wh-book besteht, werden wir passen. Ich besitze das Programm schon und nutze es nicht.

Lieber Herr Heuberger, ich Danke Ihnen sehr für das Angebot. Vorerst habe ich Herrn Zenner angeschrieben. Sollte er das Buch nicht mehr zum Kauf anbieten, komme ich sehr gern auf das Angebot zurück.

Ein schönes Weihnachtsfest wünscht
Jeannine Rathjen
bookmarathon team

24. Biester 20.12.2008 14:40h

@ 24: nein, es wird garantiert keine Werbeveranstaltung. Es wird auch keine Veranstaltung, die sich ausschließlich mit dem Online-Buchhandel befasst, obwohl das natürlich ein zentraler Aspekt ist. Und "online" sind im Seminarplan nicht nur die verschiedenen Plattformen, es geht auch um eigene Homepages, Rechtliches etc.

25. krämer 20.12.2008 15:11h

nicht nur whbook? Na,
Sorry, aber wie dem auch sei, von einem einzelnen Seminar gleich zu erwarten, das sich die Kosten rechnen:
Wer Seminare braucht, der belegt diese im Doppelpack, und im Durchschnitt, da lohnt es sich wohl, aber bei einem einzelnen Angebot und Belegung, kann man das nicht wissen. Wenn es darum gehen wird, vom Gebrauchtbuch rüber zu kommen ins eigentlich Antiquarische, da wird es sicher nachher Geschimpfe geben, daß die 950 sich nicht gelohnt hätten, also bitte noch mehr Anstrengung der Dozenten, ihrem Job gerecht zu werden.

26. Biester 20.12.2008 18:29h

Herr Mulzer, können Sie uns etwas über Benders "Sammlerlatein" von 1995 erzählen? Worum geht es da?

Die "Kleine Antiquariatskunde" – wirklich in nur einem Exemplar im Netz? – habe ich leider nicht mehr bekommen, vorhin kam die Stornierung (vom ZVAB, insofern passt das ganz gut hierher). Ich habe das Büchlein vor Jahren einmal in der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt in der Hand gehabt und erinnere es als inhaltlich ziemlich dünne. "Der Text selbst ist zu knapp, zu wenig ausgeführt, auch ungenügend gegliedert." Den Eindruck hatte ich auch. Trotzdem hätte ich es gern privat. Kann es mir jemand zu einem vernünftigen Preis anbieten?

27. bookmarathon 20.12.2008 19:48h

@27
Herr Biester, immer schön hinten anstellen, nicht wahr...

@15
Verehrter Herr Heuberger, ich würde Ihr Angebot gern annehmen und das Buch zum lesen ausleihen.
Meine Adresse lautet:

Jeannine Rathjen
bookmarathon
Lützelbergstraße 8
79369 Wyhl

Nochmals vielen Dank.

28. Biester 20.12.2008 20:20h

Na, gut, da sind wir in der Diskussion an einem Punkt angekommen, an dem wir a) Helmut Benders "Kleine Antiquariatskunde" zu einem wirklich "seltenen und gesuchten" Buch gemacht haben; b) klar sehen, dass viele Detailinformationen zu unserem Seminar fehlen; aber wenigstens sind Vorhaben und Termine noch im alten Jahr publiziert. Wir werden mit Hochdruck an den letzten Einzelheiten der personellen Ausstattung des Seminars arbeiten (mehrere Fachreferenten für Einzelthemen sind "angefragt"); das inhaltliche Konzept steht bereits.

29. bookmarathon 20.12.2008 20:57h

Solange Sie Herrn Mulzer da nicht einbeziehen, werde ich wohl daran teilnehmen . Sollten Sie Herrn Mulzer doch mit einbeziehen, wäre es nett, wenn Sie dieses auch veröffentlichen würden. Für mich wäre dies ein sicherer Grund nicht teilzunehmen.

30. krämer 20.12.2008 23:17h

Herr Mulzer verfügt über langjährige Erfahrung und ist auch pädagogisch ambitioniert.
Ich finde auch nicht jeden Lehrer, Trainer, Tutor sympatisch, aber für ein Seminar ist das doch nicht so wichtig. Es ist doch egal, ob ein Dozent keine guten Umgangsformen hat, Glatze oder Bäuchlein, wen interessiert das. Hauptsache, der Mann oder Frau weiß was, und bringt das so rüber, daß sich das Vermittelte praktisch verwerten läßt, er oder sie also ein guter Lehrer ist.

31. Lars Pfühler, Antiquar 21.12.2008 01:31h

Moin, "krämer", ist doch schon längst geschehen! Der antiquarisch und pädagogisch erfahrene Herr Mulzer hat sich in weiser Voraussicht des kommenden Seminars in ungefähr 7 Millionen Beiträgen bereits perfekt vorbereitet. Es ist garnicht mehr nötig, Seckbach zu aktivieren, die verantwortlichen Organisatoren müssen lediglich Herrn Mulzers Beiträge in ein leichtfassliches und auf 4 Monate komprimiertes Papier zusammenfassen. Damit könnte man nicht nur die Investition von 950 Euro sparen, sondern den zumindest von Herrn Mulzer betroffenen 950 nolteidenden und unterprivilegierten Antiquaren gleichzeitig den Weg zum Erfolg aufweisen. Sofern diese am Ende dann auch bereit, sind, im Gleichschritt nach Herrn Mulzers Vorstellungen zu marschieren. Schöne totalitäre Antiquariatswelt!

32. Peter Mulzer 21.12.2008 01:37h

Leider ist das Terrain mit Fußangeln und Selbstschüssen versehen.

Das Problem, um das es im Kern geht bei der Beteiligung von Berufskollegen als Lehrkräfte in einem solchen Unterricht, ist - ich erinnere mich, als sei es heute - vor vielen Jahren bei der Gründung der Hess-Runde ausführlich behandelt worden. Im noch weiter zurückreichenden Vorgängerforum, zu dem ich keine Daten mehr habe, blieb die Runde beschränkt auf Diebstahlsinventare, Defraudantenwarnungen und andere trockene Administrativa.

Kollege Hess aber, ein Internetfreak von hohen Graden, der uns in echt Berner Dickköpfigkeit nie verraten wollte, wie er sich an die Spitze des Suchworts "Antiquariat" bei Google getrickst hatte, erweiterte die Liste zu einem allgemeinen Fachforum. Und so ziemlich das erste ausführlich diskutierte Thema war die Kernfrage der Wahrung oder Offenbarung von

*Berufsgeheimnissen.

Es gab ziemlich nüchterne, knallharte Kollegen, besonders aus der Ur-ZVAB-Umgebung in Berlin und am Rhein und im Bergischen Land, die jeden Gedanken an den Austausch von Berufserfahrungen bis hinunter zu den einfachsten Alltagstricks mit Hohnlachen von sich wiesen. Motto: Wir sind doch nicht blöd, jeder ist sich selbst der Nächste.

Eine entgegengesetzte große Gruppe unter den Antiquaren, besonders bayerische Kollegen sind mir da in bester Erinnerung, betrachtete den innerberuflichen Erfahrungsaustausch als Selbstverständlichkeit, von dem jedes Mitglied der Hess-Runde weitaus mehr profitieren könne, als es im Gegenzug "umsonst" Betriebsgeheimnisse herzugeben hätte.

Nun spielte damals der Absatz über die Datenbanken eine ganz untergeordnete Rolle. Heute dagegen ist sozusagen jeder Antiquar der direkte Konkurrent des anderen. Nicht im Ankauf, fast immer nur im Verkauf. Das beruhigt die Antiquare aber (leider) nicht - meine beständige Predigt, daß der Ankauf das weitaus Wichtigste sei für den Antiquar, mit seiner richtigen Organisation und Psychologie Dreiviertel des Erfolgs schon gewährleistet sei, wird von den meisten Kollegen nicht akzeptiert. Ich würde heute

*die größte Lücke im Berufswissen bei vielen Antiquaren in ihrer ganz mangelhaften Ankaufspraxis

sehen.

Wie auch immer, die Diskussion über Bewahrung oder Mitteilung von Berufsgeheimnissen im V e r k a u f dürfte heute im Vordergrund bei den Bedenken der Kollegen stehen.

Auch hier sehe ich eine bedenkenswerte und viel zu wenig beachtete "Lücke" im Berufswissen der Kollegen:

*Wie ermittle ich potentielle n e u e Kunden für meine alten Bücher (einer bestimmten Art, zu einem bestimmten Thema) .

Kann ich mich auf meiner Kundenkartei ausruhen - oder muß ich aktiv Kundenwerbung betreiben?

Das ist dann nicht getan mit der Ermittlung von Fachbibliotheken, die Retrobestände ankaufen - freilich: welcher Antiquar kennt das IuD-Programm der deutschen Bibliotheken und die hochwichtigen Feinheiten der Ankaufspraxis der DFG? - , weit wichtiger noch ist die Ermittlung von Sammleradressen, die Verkaufswerbung nach Fachgebieten, die Technik des Auftretens und Anbietens anläßlich von Fachtagungen, von Fachkongressen usw.

Womit wir schon mitten in der "Seelenkunde des Antiquariats" sind, denn natürlich sind das Fragen der P s y c h o l o g i e.

Soll man, darf man, will man Tricks dieser Art "verraten"? Dies scheint mir eine der Kernfragen zu sein, die der kommende Unterricht stellt.

33. Lampernist 21.12.2008 07:41h

Ad 34.

Tricks? Berufsgeheimnisse?

Sicher, ich beschäftige mich gern mit Okkultismus, unter anderem. Oder ist es eins der wirklich geheimen Berufsgeheimnisse wie man Ledereinbände in drei Stunden kocht, damit sie schmecken?
Ohne Ironie: das meiste lernt man im Gehen, beim Tun. Bibliographieren zum Beispiel, wenn man es nötig hat, an einer Handbibliothek, stehe sie nun in den eigenen vier Wänden oder in einer öffentlichen Bibliothek. Sinnvolle Titeleinträge brachte man sich früher bei, indem man scharf jene der richtig guten wie wissenden Kollegen anschaute – und dann nachahmte (nicht abschrieb!), u.s.w.

Aber das, was ich heute tue, hat mit dem, was ich vor 10 Jahren tat, nur noch zu etwa 50% zu tun.
Es begann mit den kleinen Makros/Programmen für Word, nun Html und Java.
Wenn mir das irgend jemand erzählt hätte, als ich mich für das – ganz langweilige, traditionelle – Antiquarsdasein entschied, hätte ich ihn für etwas daneben erklärt.

Also nochmals zum obigen Thema:
Immer mehr Leute wollen an den Antiquaren verdienen. Früher waren es nur die Drucker und die Post, heute sind die Verteiler, die Programmierer, die Plattformen, die grünen Punkte etc etc dazugekommen – und nun auch die berufständischen Vereinigungen in Vereinigung mit unserer Lieblingsplattform mit fett dotierten Kursen.
Wieso eigentlich – es gibt doch Antiquarsrunden – lassen sich, wenn man schon niemanden aus dem Gewerbe kennt, den man persönlich fragen mag, dort nicht solche Probleme lösen. Früher befragte man die „alteingesessenen“ Kollegen, soweit sie einem sympathisch waren. Da wird sich doch wieder eine Lösung finden lassen.
Und um den Bogen zu schlagen: unser Berufsbild ändert sich rapid. Ein Kurs mag für den Augenblick eine kleine Erleuchtung bringen, in weniger Zeit gibt es neue Herausforderungen – dann wieder einen Kurs?

Eine schöne Wintersonnenwende allerseits!

34. bookmarathon 21.12.2008 12:40h

@35
"Früher befragte man die "alteingesessenen" Kollegen, soweit sie einem
sympathisch waren. Da wird sich doch wieder eine Lösung finden lassen."

Die Entscheidung an einen solchen Kurs teilzunehmen ist auch in meinem
Umfeld nicht unumstritten. Warum möchte ich also daran teilnehmen, und was
verspreche ich mir davon?
Dies möchte ich gern versuchen zu erklären:

In meinen engsten Freundeskreis sind zwei Antiquare die schon lange, lange
Zeit im Geschäft sind. Einer geht nun langsam auf die 30 Berufsjahre zu.
Fragen darf ich natürlich ständig. Mich beeindruckt sein Wissen rund um das
Buch. Und wenn ich Zeit gehabt hätte, dann wäre ich auch gern mal zu einem
Praktikum zu ihm gefahren. Wie gesagt, er ist ein sehr guter Freund nur
leider 400 km von mir entfernt.

Ich hatte sogar mal die Idee noch eine Ausbildung nebenbei zu machen.
Daraufhin fragte mich besagter Freund was ich denn lernen möchte. Die
Antwort viel mir sehr schwer. Eigentlich möchte ich nur den Wert
antiquarischer Bücher bestimmen können, und wissen wie diese beschrieben
werden.
Daraufhin lachte er. Mit Recht!!!

Warum also dieses Seminar? Ich fürchte, dass wir Quereinsteiger vor lauter
Technik das Handwerk vergessen. Wir werfen Bücher weg, die bestimmt noch
zu retten sind. Ich habe keine Ahnung davon, wie Bücher ohne ISBN so
beschrieben werden, dass ein Antiquar damit zufrieden wäre. Ob das Sinn
macht, oder nicht ist egal. Ich möchte es können, und dann selbst
entscheiden, ob ich es möchte oder eben nicht.

Ich glaube nicht, dass der Kurs mir irgenwelche Geheimnisse technischer
Natur eröffnet. Wie gesagt, ich komme über die technische Seite. Aber auch
da kommt einfach die Neugierde in mir hoch. Was können diese Seminare?
Diese Neugierde ist mir 1000 Euro wert.

Meine beiden befreundeten Antiquare sind auch im Onlinehandel. Und wenn die
beiden mit ihrer Technik heute neu einsteigen würden, und ihre
prallgefüllten Lager nicht hätten, würden sie im Onlinehandel baden gehen.
Ich möchte sogar behaupten, dass fast der gesammte ISBN Gebrauchtbuchmarkt
den Antiquaren entglitten ist. Das mag für die Erfolgreichen unter Ihnen
nicht schmerzlich sein, aber anderseits gehen immer mehr kleine Antiquariate
vor die Hunde. Und dann stehen Leute wie ich dort, und kaufen oder räumen
einfach nur, weil der entnervte Vermieter uns ruft. Tja, und da schließt
sich wieder der Kreis: Ich habe keine Ahnung von der alten Ware, aber die
Technik den ganzen Kram schnellsten einzustellen, und in diversen Ländern
und Plattformen ins Netz zu bringen. Also schmeisse ich einen Großteil der
Ware einfach weg.
Natürlich werden sich jetzt einige aufregen, aber Sie können es drehen wie
Sie wollen, wir sind nicht mehr wegzudiskutieren. Von meiner Sorte gibt es
mittlerweile einige und es werden immer mehr.


Es mag sein, dass das Seminar nichts bringt. Ich werde das Geld investieren,
und dann bin ich auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher.

Ich glaube, dass wir Quereinsteiger nicht zuletzt davon leben, mit offenen
Augen durch das Leben zu gehen. Wer heute neu einsteigt, und nach einem
Jahr davon leben kann, gut leben kann, muss schon irgendetwas können.

Ich habe lust zu lernen, und wenn ein solches Seminar angeboten wird, wer
sollte daran teilnehmen, wenn nicht Leute wie ich?

Ach ja, ich sehe mich nicht als Antiquarin, möchte auch keine sein, aber ich
bin eine Gebrauchtbuchhändlerin. Ich liebe die ISBN Ware.

Entschuldigen Sie dieses lange Posting, aber ich wußte nicht, wie ich es
kürzer hätte schreiben können.

@32
Für mich ist Herr Mulzer ein "no go"!

35. Lampernist 21.12.2008 14:01h

„Eigentlich möchte ich nur den Wert antiquarischer Bücher bestimmen können, und wissen wie diese beschrieben werden.“

Sehr geehrte Frau Rathjen,

das lernt man nicht in einem Kurs, Seminar oder von heut auf übermorgen, sondern durch die Praxis.
Nebenbei: es ist doch heute viel einfacher als vor 20 oder 30 Jahren. Sie schauen in die Plattformen, wenn das Buch dort nicht zu finden ist, in die Auktionsergebnisse – wenn immer noch nicht, dann suchen Sie nach vergleichbarem Material.
Früher mußte man aufwendig Fachkataloge sammeln und daneben das JdAP in die Handbibliothek stellen.

Der Rest kommt mit den Jahren: Erfahrung, Vorlieben, Nase, Bauchgefühl, was auch immer.

Die Beschreibungen sind, abgesehen von den unverzichtbaren Details, Angelegenheit eigenen Stils und Nachahmung – der besseren Vorbilder.

„Ich glaube, dass wir Quereinsteiger nicht zuletzt davon leben, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen.“

Tja, ich glaube, es gab bereits vor vielen, vielen Jahren wesentlich mehr Quereinsteiger als gelernte Antiquare. Schätze, das Verhältnis war 1 zu 20 oder noch mehr.
Zu den offenen Augen: na klar, ohne die geht es nicht. Aber das ist doch gerade das Schöne an diesem Beruf, daß man nie auslernt, immer vor neuen Herausforderungen steht.

36. bookmarathon 21.12.2008 14:22h

"das lernt man nicht in einem Kurs, Seminar oder von heut auf übermorgen, sondern durch die Praxis"

Ja, da haben Sie sicherlich Recht. Aber dennoch hoffe ich darauf, dass mir ein Seminar helfen wird.
Sehen Sie, ich habe keine Ahnung, was das "JdAP" ist. Aber natürlich kann ich schon "online" zu einem Ankauf gehen. Allerdings kommt das selten gut an...

"das Schöne an diesem Beruf, daß man nie auslernt, immer vor neuen Herausforderungen steht."

Ja, und weiter liebe ich daran, dass es kaum ein Gewerbe gibt, wo sich gute Ideen und schnelles Umsetzen so schnell in Geld verwandeln lässt.

Aber am Meisten liebe ich, eine Kiste aufzumachen, mit guter ISBN Ware und mich in das Abenteuer der Schatzsuche zu begeben. Ich bin schon gespannt, ob sich dieses Gefühl auch irgendwann bei wirklich antiquarischen Bücher eistellt.




37. Redaktion Antiquariat 21.12.2008 14:27h http://www.boersenblatt.net/281043/

hier die Antwort, was JAP oder JdAP ist (siehe Link)

38. Peter Mulzer 21.12.2008 16:01h

Es ist sehr schwer, Frau Rathjen zu antworten, da weiß man nicht, wo anfangen - sie vermengt eine Vielzahl von Einzelfragen und wird in der Tat eine typische und dankbare Klientin für jede Art fachantiquarischer Ausbildung sein (mit welchem Zweig der Pädagogik ich persönlich übrigens bis dato nichts am Hut habe - wie kommen Sie auf diese Idee? Ehe Sie mich ablehnen, muß ich ja wohl zur Dispositon stehen).

Das Lehrprogramm fängt im Fall Rathjen mit elementatarer Webseitenstrategie an. Es ist ja nun aller Ehren wert, wenn sie da Probleme hat - der erste Ansatz zu einer ganz braven und zurückhaltenden Webseitenkritik einiger Kollegenseiten ließ uns in Unmöglichkeiten jeder Art blicken, *schaudernd* brach ich das Experiment ab, Sie erinnern sich. Das können wir - mich eingeschlossen - offenbar alle nicht so recht.

Braucht man auch nicht als Handwerk zu beherrschen, kann und soll es delegieren - - aber das Fatale besteht ja darin: Um es delegieren zu können, muß man die gebotene Leistung beurteilen, muß man Wünsche an den Dienstleister hintragen können. Auf diesem Gebiet wird fürchterlicher Schrott produziert, ich sage nochmals: fürchterlich. Hier ist eine Grundausbildung der Antiquare ganz vordringlich.


Wer sie, die werte Koll. Rathjen, über Google aufruft, landet - verblüfft - zunächst in einem unsäglichen Feld von "Geschäfts- und Lieferbedingungen" (in Klammern: Doppelte Moppelung, Geschäft ist auch Lieferung und umgekehrt) , wie es nun mal das ZVAB seinen Mitgliedern als Webseite zur Verfügung stellt. Die Wirkung auf den Kunden, der etwa wissen möchte, was in Wyhl, einer erzlangweiligen bäuerlichen Landgemeinde unweit Freiburg, mit Büchern stattfindet, ist absolut vernichtend - der Text beginnt mit "Ist der Kunde Verbraucher, kann er seine Vertragserklärung...".

Liebe Frau Rathjen, mit sowas v e r j a g e n Sie Kunden. Beim Lehrkapitel "Werbelehre und Webseitenstrategie" müssen Sie aufmerksam zuhören.

In Klammern: "No go" bin ich ganz gern, da ich zwar öfter die Markolsheimer Strecke an Ihrem Dorf vorbeifahre, Wyhl im übrigen aber für unendlich öde halte. Was Sie gegen mich haben, weiß der Himmel. Ich kenne Sie trotz unserer relativen Nachbarschaft nicht, weder direkt noch indirekt.

Noch ein kurzer Nachtrag zu weiteren D e s i d e r a t a im Bereich der antiquarischen "Grundausbildung" (Augen rechts! Richt euch!).

Die verschiedenen Systeme des Delegierens und der

internen Absatzwege

sollten aufgearbeitet werden. Da geschieht viel zu wenig. Entweder berichten (vorzugsweise rheinische) Kollegen zynisch von wegzuwerfenden Büchern, von zu befüllenden grünen Tonnen, dann wieder exerzieren unendlich naive und brave Kollegen, oft aus dem eroberten Osten, die Titelaufnahme von Billigbüchern bis zur Verblödung durch, offenbar haben sie bei der Regeldetri in der Klippschule aufgehört, die holde Rechenkunst zu betreiben. Ich bin auch so einer - Rechnen Fehlanzeige.

Der Ausweg ist die Lehre verschiedener möglicher S t u f e n - oder Schichtenmodelle im Antiquariat, damit verbunden die generelle Frage des D e l e g i e r e n s. Inwieweit ist es sinnvoll, ja notwendig, für die Bearbeitung von Billigtiteln oberghalb einer (welcher?) Mindeststufe besondere, darauf spezialisierte Absatzorganisationen einzurichten? Nein, nicht (o Gott:) mein uraltes "Haus der Bücher", sondern die mit dem Stichwort "Wölki-Modell" verbundene Grundfrage einer fast grossomäßigen Bearbeitung und Behandlung dieser Bücher - also eine Art Billigst-Amazon.

Schon hier beginnt wieder meine Frage, wie wir es denn mit dem "Mitteilen von Geschäftsgeheimnissen" halten wollen, siehe meinen letzten Beitrag oben. Ich muß bei dieser Gelegenheit ganz ehrlich bekennen, daß der Hauptrgrund für den Abbruch meiner Webseitenkritiken ausgewählter Kollegenseiten nicht mein Zartgefühl war (solches hatte ich noch nie), sondern die Erkenntnis, daß sich, zusammen mit weiteren kommenden Kritiken, daraus eine quasi perfekte Anleitung zum Webseitenbau für Antiquare ergeben würde.

Macht man solches als Berufskollege? Diese Frage m u ß im Vorfeld des Unterrichts geklärt werden. Denn die Antiquare nehmen daran teil, um ihren Beruf gut ausüben zu können. Vieles können sie anderweitig nachlesen, die echten T r i c k s müssen sie von Kollegen bekommen. Kriegen sie diese?

Wichtig scheint es mir zu sein, P l a n s p i e l e durchzuführen. Sowas geschieht heute schon im unteren Handelsschulbereich und kann sehr nützlich sein. Beispiel: Man mimt eine Reihe typischer Kundenanrufe, mit Reklamationen, Anfragen, verschämtem Anbieten nichtsnutziger - und arrogantem Verschachern hochpreisiger Titel, mit kryptisch-ungeschickten Verkaufsangeboten seitens wissenschaftlicher oder kirchlicher Bibliotheksteile, die sich als hochinteressant entpuppen, mit der unsäglichen Gilde der Fliegentüpfeles-Reklamierer und Sauberkeitsapostel...

Ein ebenso brisantes wie spannendes Kapitel ist der Verkehr mit Auktionatoren - ich halte sie bekanntlich - heute - für völlig überflüssig, aber das muß erst noch bewiesen werden, ferner das Kapitel der Internationalen Beziehungen, das ganz generell, via Ebay habe ich da eine recht gute Erfahrungsgrundlage, s e h r p o s i t i v ist. Wenn unsere Titel doch nicht in dem unglücklichen Deutsch verfaßt wären, das kein Mensch auf dieser Welt spricht. Na ja, fast keiner.

Noch ein ganz simples Beispiel: Kaum ein kleinerer Kollege beherrscht die Technik des Scannens richtig. - Aber das sind alles Detailfragen. Nur bitte ich darum, sie nicht zu unterschätzen. Wie man richtig scannt, auch mit billigsten Altgeräten und Gratisprogrammen, schnell und ohne Abstürze, das bedarf mehrerer Textseiten A4, und einer halben Stunde beim Wiederholungskurs.

Ich gerate ins Plaudern. Wünsche noch einen schönen Sonntag.

39. bookmarathon 21.12.2008 17:00h

Ach Herr Mulzer,
ich verkaufe nicht im ZVAB, daher sind mir auch die hinterlegten Geschäftbedingungen und auch die Widerrufsbelehrung egal.

Aber ich bin mir sicher, dass IHRE Widerrufsbelehrung ein Witz ist. Gefunden auf Ebay und Abmahnfähig:

"Vom Kaufvertrag dürfen Sie innerhalb von 1 Monat ab Auktionsende ohne Angabe von Gründen zurücktreten. Haben Sie die Ware bereits erhalten, können Sie die Gegenstände - gleichfalls ohne Begründung - innerhalb von 1 Monat nach Versandtag in gutem Zustand zurückschicken. Der Kaufpreis wird Ihnen dann umgehend erstattet. Die Rücksendekosten trage ich immer dann, wenn das Buch meiner Beschreibung nicht entspricht oder wenn Sie das Geld vor der Rücksendung schon angewiesen hatten und/ oder der Rechnungsbetrag über 40 EUR liegt. - Einen Hinweis zur neuen Verpackungsverordnung finden Sie auf der "Mich"-Seite. "

Und was google über Sie ausspuckt, darüber schweige ich lieber, da ich ich mich sonst übergeben muss.

Was soll Ihr Gesülze über Wyhl? Nehmen Sie Drogen? Ich mag mein langweiliges Bauerndorf. Aber wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich Freunde habe, nicht nur Bücher.

Herr Mulzer, ich bin eine Amazonhändlerin. Punkt!
Ich habe übrigens keine Fragen Sie! Also, tun Sie mir den Gefallen, und beantworten Sie auch keine. Ach ja, ich muss nicht werben, dass macht der Preis für mich. Aber das hatten wir doch alles schon.

Unter uns, bringen Sie ersteinmal Ihren Laden in Ordnung bevor Sie die Welt retten gehen. Mit Ihrer Widerrufsbelehrung würde ich anfangen, da die soetwas von Abmahnfähig ist. Kleiner Tipp, meine Widerrufsbelehrung bei ebay ist nicht so schlecht. (Ich habe dort einen Shop, der derzeit auch nicht genutzt wird.)

In der Hoffnung, dass Sie auch weiterhin einen schönen großen Bogen um Wyhl machen verbleibe ich kopfschüttelnd.

40. Peter Mulzer 21.12.2008 18:45h

Werte Amazon-Antiquarin,

wir nehmen gern zur Kenntnis, daß Sie sich dem (wie sag ichs nur rücksichtsvoll?) Sorgenkind und Stolperstein des Antiquariatsbuchhandels, Amazon, angeschlossen haben. Dies ändert nichts daran, daß Sie sich Google unbedingt ansehen müssen als freie Internet-Händlerin, und Sie allein sind verantwortlich für das erste - sehr abschreckende - Google-Fundstück über Ihre Firma. Ändern Sie das bei Gelegenheit.

Meine Widerrufsbelehrung muß man nicht lieben. Sie ist, in bewußter Kampfansage gegen den unerträglichen - und völlig unnötigen - Schwulst gewisser "Arbeitsgemeinschaften" und des ZVAB entstanden, als Ergebnis einer Korrespondenz mit Fachleuten, die Sie sich getrost sehr hoch oben angesiedelt denken dürfen. Ab 1.1. 09 bedarf sie freilich noch eines Zusatzes. - Knien Sie sich mal in die Materie rein, falls Sie eine Ahnung von juristischen Arbeitsmethoden haben. Dann werden Sie mich verstehen.

Ein Kollege vom Niederrhein reicht mir eigentlich, nun kommn Sie nicht noch vom Oberrhein dazu. Ich habe keineswegs vor, Sie in das Wesen der Kriminologie einzuführen. Wie ich dort arbeite, warum ich es so tue, ist schon öfter - und öffentlich - diskutiert worden. Davon brauchen Sie nichts zu verstehen - wäre allerdings nett, wenn Sie sich über das Blödzeitungsniveau ein klein wenig erheben könnten.

Wobei wir bei Wyhl sind. Sehen Sie, bei mir muß man immer ein wenig mehr achtgeben als anderswo. Ich habe Herrn Bender, den Autor unserer bescheidenen Antiquariatsbüchleins, dadurch kennengelernt, daß er um 1970-1980 reihenweise Beiträge zu Kalendern, Heimatbeilagen und anderen Presseerzeugnissen schrieb im Bereich der Südbadischen Heimatkunde, also grob gesagt zwischen Offenburg und Konstanz. Ich tat desgleichen. Er von hoher Warte aus, ich als Student.

W y h l hatte ich für einen Kalender, mit einigen anderen Orten nördlich des Kaiserstuhls, historisch zu bearbeiten. Was glauben Sie, wie oft ich dort war - vom KKW zu schweigen... Seither gucke ich mir den Ort immer wieder mal an.

Sie sehen - ich weiß, wovon ich rede. Um mir an den Karren zu fahren, müssen Sie noch ein wenig älter werden.

Nichtsdestotrotz vergnügliche Abendgrüße

Mit Ausnahme einer sehr netten Hamburger Antiquarin habe ich noch *nie* eine freundliche Kollegin kennengelernt. Nur solche mit langen spitzen Hutnadeln... Muß das so bleiben?

41. Peter Mulzer 21.12.2008 22:17h

Vorschlag:

Kurs als
Gemeinsames offenes Wiki-System
mit Mulz-Nihilator

1.
Es gibt heute brauchbare Programme, die das Wiki-System der "Bearbeitungsseiten" variieren und es einer größeren Gruppe Interessierter ermöglichen, g e m e i n s a m an einem Manuskript zu arbeiten. Besonders die neue Google-Lösung soll recht pfiffig sein.

Wie stellen wir uns das vor?

Zunächst erarbeiten unsere beiden Lehrer ihren Grundtext und stellen ihn ins Netz, immer nur zur jeweils anstehenden neuen Lehrstunde. Diese offiziellen Lehrertexte bleiben besonders gesichert, sie sind nicht veränderbar und auch farblich abgehoben, ich schlage ein dezentes Tiefrot vor oder ein seriöses Kirchenblau.

Jeder Antiquar, der sich registriert hat - hier wäre an eine genaue Registrierungspflicht mit voller Anschrift zu denken - kann den Text auf dem jeweils neuesten Stand e r g ä n z e n. Seine Änderungen/ Ergänzungen werden farblich anders gekennzeichnet (vielleicht lindgrün oder mittelgrau) und mit dem Kürzel des Bearbeiters versehen, etwa MULZ für Mulzer. Dazu immer abrufbar, aber nicht unbedingt im Text enthalten, das genaue Datum mit Uhrzeit.

Jeder neue Leser sieht alle Einträge, den Urtext der beiden Lehrkräfte wie auch alle Ergänzungen/ Kommentare.

Nur die Lehrer haben das Recht, Einträge (eigene oder fremde) zu ändern oder zu löschen, Sie werden dies, wie bei Wiki, auf einer besonderen Diskussionsseite knapp begründen (Stichworte), etwa: "Gestrichen. Siehe bei Wendt/ Gruber, 3.Auflage, S.30, die richtige Bezeichnung ist: Hüpfendes Gazellenleder (nicht springendes)" oder "Der international hochgeschätzte Versteigerer und Beiratsmitglied des ZVAB, Wetscherek trägt *nicht* den Vornamen Napoleon."

Die Ergänzungen, Kommntare bzw. Richtigstellungen der Kollegen können beliebigen Umfang annehmen.

2.
Aufgrund dringend, wiederholt vorgetragener Bitten aus Kiel, Düsseldorf, Wyl, Köln, Bergisch-Gladbach, Schriesheim, Zürich und vielen weiteren Teilnehmerorten wird als Zusatzprogramm der Mulz-Nihilator mitgeliefert. Das kleine Programm läßt alle mit MULZ gekennzeichneten Beiträge, Korrekturen usw. zuverläsig verschwinden, sodaß der Teilnehmer jederzeit eine g e r e i n i g t e, problemlose und als Schlafmittel geeignete Wiki auf dem Bildschirm hat.

Durch Eingabe des Codeworts "O Tannenbaum" kann der MULZ-Nihilator zeitweise außer Funktion gesetzt werden. Die Sicherheitsfrage "Wollen Sie sich wirklich MULZ antun? Sind Sie sich der Folgen bewußt?" verhindert unbeabsichtigte Aufrufe.

42. Roman Heuberger 22.12.2008 00:12h

Es ist ein lobenswetes Vorhaben des Börsenvereins, ein Seminar zum Berufsbild des Antiquariatshandels anzubieten. Ein wenig irritierend ist für mich, daß dies in Kooperation mit dem ZVAB geschehen soll. Nun ist das ZVAB zwar die "Urmutter" des Internethandels mit antiquarischen und gebrauchten Büchern im deutschsprachigen Raum, gleichzeitig aber auch die Ursache dafür, daß sich diese Branche im Laufe der letzen 8 bis 10 Jahre grundlegend verändert hat. Und das hauptsächlich nicht zum Guten. Weil das ZVAB im Zuge seines Erfolges das eigentliche Ziel, nämlich das "A" in seinem Kürzel völlig vernachlässigt hat. Eigentlich sollte es heute "Zentrales Verzeichnis gebrauchter Bücher" (ZVGB) heißen, das träfe den Inhalt dieser Plattform mehr. Der Wahrheit noch näher käme die Bezeichnung "ZEVASEB" (Zentrales Verzeichnis Abermillionen schlecht erhaltener Bücher). Natürlich verstehe ich sehr gut, daß sich das ZVAB, um auf dem international mittlerweile hart umkämpften Markt (Amazon, Abebooks, Booklooker, Ebay etc.) bestehen zu können, diesem wachsenden Druck stellen mußte. Da hat es das getan, was viele andere auch getan haben, nämlich Qualität durch Quantität ergänzt, später denn ersetzt. Mit dem Ergebnis, daß sich das ZVAB von heute in nichts mehr von dem unterscheidet, was der globale Markt an gebrauchten Büchern insgesamt anbietet. Nämlich zu 80% Überflüssiges und Unbrauchbares.

Das ZVAB selbst, als Mitinitiator des Seminars, sollte zuvor bedenken, was es selbst im Internet produziert. Die von Mediantis und anderen dem "Konzern" angehörenden Anbieter präsentieren nämlich selbst ein derart schlecht dargestelltes Angebot, daß es dem Punkt "Rechtliche Grundlagen" des geplanten Seminars als grandioses Beispiel genannt werden müßte, wie man es nicht macht.

Ich vermute vielmehr, daß das ZVAB als Kooperationspartner des Seminars eher seinen Namen als weiterhin anklickwürdige Internetseite in der Öffentlichkeit festigen will, als an einem tatsächlichen qualitativem Ergebnis interessiert zu sein. Weil das ZVAB nämlich nicht von denen lebt, die an diesem Seminar möglicherweise erfolgreich teilnehmen, sonden von denen, die weiterhin als dumpfe Masse ihren Bücherschrott reinschaufeln und durch ihre Einstellgebühren das ZVAB (noch) am Leben erhalten.Und vor allem überhaupt kein Interesse an einer Fortbildung ihres Tuns haben. Die haben ihre Büchermassen, ihr Programm mit eingebauter ISBN-Funktion und jede Menge Internetplattformen um ihr Material anzubieten. Eine Ausnahme mache ich im Moment bei Frau Rathjen, die offenbar außerhalb ihrer ISBN-Nummern auch noch an Büchern und dem Begriff "Antiquariat" interessiert zu sein scheint. Das wäre zumindest ein schöner Anfang.

Roman Heuberger

43. Peter Mulzer 22.12.2008 00:42h

Werter Kollge Heuberger,

da haben Sie sich seit Wochen gewaltig festgerannt - was soll denn Ihre Zwangsvorstellung von der "Qualität", die angeblich im ZVAB eher weniger, sonstwo aber um so mehr vorhanden sei? Das ist ziemlicher Unfug, halten zu Gnaden.

Im ZVAB ist ganz einfach a l l e s von j e d e r Sorte. So ist diese Datenbank angetreten, so ist sie erfolgreich geworden - und ist es noch. Nehmen Sie doch gütigst hzur Kenntnis, daß immer noch gut 85 % des Buchabsatzes, von den Billigtiteln bis zum teuersten Material, über das ZVAB läuft.

Das ist Fakt, und alles andere bleibt zunächst einmal (Ihre) Theorie. Ich wette, daß eine qualitätvollere, sprich ausgesiebtere Datenbank absolut keine besseren Absatzchancen bieten würde. Das sind alles kosmetische Operationen. Man könnte es versuchen, würde damit aber die kleinen Kisten- und ISBN-Bücherschieber, von denen Frau Rathjen eine nur allzu typische ist, verprellen. Was sollte denn Frau Rathjen machen (außer mit mir ins Gericht zu gehen), wenn der Absatzweg über Amazon, ZVAB usw. für ihre unteren bis mittleren Titel qua "nicht die erwünschte Qualitätsstufe" versperrt wäre? Selbst wenn sie Ihre "Qualitätstitel" aus Emmendingen und Titisee zusammenkaufen könnte, würde sie nicht mit denselben umzugehen wissen.

Irgendwann wird man auch über solche Spezialfragen diskutieren können. Aber zunächst gibt es weitaus Dringlicheres und Erfolgversprechenderes anzugehen.

Ich bin ja der erste, der das ZVAB kritisiert. Aber zur Zeit ist es das beste aller möglichen Modelle, um Titel aus dem unteren und mittleren Bereich, insbesondere für naivere Gemüter unter uns, loszuwerden. Auch wenn es sich teilweise kaum mehr lohnt. Es gibt keine Alternative! Über Ebay Bücher zu verkaufen, will jahrelang gelernt sein, ansonsten ist das nur der Weg, um Geld und Zeit zu verlieren. Wir sind nicht allzuviele Bücherprofis bei Ebay, und ich weiß, warum. Das ist nur was für alte Hasen, Nerven wie Drahtseile brauchen Sie überdies dabei.

Sie müssen, lieber Koll. Heuberger, die Antiquare und -innen dort abholen, wo sie stehen. Die gute Frau Rathjen ist von so herzerfrischender Naivität, daß man sie schon wieder mögen muß - aber bitte, sagen Sie mir, wie sollte sie denn mit jenen "Qualitätsbüchern" u m g e h e n, die Sie einfordern?

Das Verfertigen eines Fachkatalogs etwa oder das Bearbeiten alter Titel ist unendlich schwierig. Deshalb können das - bisher - auch nur hundert Kollegen von unseren 1000, wenns hoch kommt. Darum gerade ist doch der kommende Lehrkurs, a sind wir uns ja einig, so wertvoll.

Ich will Sie herzlich bitten, den "internationalen Markt" zu vergessen. Die Kollegen, denen die Frankfurter / Tutzinger Herren Unterricht zu geben gedenken, haben es fast ausnahmslos nur mit dem deutschsprachigen Markt zu tun. Ich kann das Gewichse (sorry, mir fällt kein anderes Wort dafür ein) von Prolibri, Maremagnum, Spanischen und anderen Kooperations-Aufplustereien nicht mehr hören. Was haben untere und mittlere deutsche Bücher dort zu suchen?

Runter von der "Qualitätsschiene", bitte! Das ist ein Irrweg, oder, um im Schwarzwald und bei Heidegger zu bleiben, es sind das Holzwege.

Guten Abend.

44. Peter Mulzer 22.12.2008 04:09h

Kleine Ergänzung:

Man könnte sich wünschen, die kommenden Kurse würden auch den bisher ganz vernachlässigten Weg einer gemeinsam organisierten

*aktiven Information

der Antiquare als Lehrstoff vermitteln. Nachdem wir es fertiggebracht haben, uns "von außen" ein gemeinsames Datenbankprojekt schneidern zu lassen - wer hindert die Antiquare daran, ihr Adressenmaterial systematisch auszubauen und es

*gemeinsam zu nutzen?

Dahinter steckt auch die Überlegung, daß der ö r t l i c h zuständige Antiquar am ehesten in der Lage ist, die Verästelungen des Museumswesens, der privaten, kirchlichen, schulischen Bildungseinrichtungen, der städtischen, Kreis- und Landsbehörden daraufhin abzuklopfen, wo Bedarf und Interesse am Kauf entsprechender Themenliteratur bestehen könnte. Wir müssen wegkommen vom Starren auf den "Sammler", der eh schon sammelt und der Ermittlung nicht bedarf. Was nicht heißt, daß wir nicht bestimmte Sammelgebiete z ü c h t e n sollten, in Mode bringen also, durch gute Kataloge ganz neuer Quergebiete, bebildert. Quer insofern, als sie herkömmliche Themeneinteilungen sprengen.

So, wie die gemeinsamen Bücherdatenbanken im Netz a l l e n zur Verfügung stehen und von allen bezahlt werden, sollte auch ein gemeinsamer Pool von möglichen bzw. wahrscheinlichen Käufern zur Verfügung stehen.

Auch wenn sich Projekte dieser Art vielleicht nicht verwirklichen lassen, so lernt der Antiquar dadurch doch, seine Absatzwege und Absatzmärkte a k t i v zu überdenken und in Angriff zu nehmen.

Ausgangspunkt ist immer die Tatsache, daß wir einerseits über unzureichenden Absatz klagen, gleichzeitig aber fast nichts zur systematischen Gewinnung neuer Käuferschichten tun.

Das ist mehr als nur der Austausch und das Zusammenlegen von Kundenkarteien.

Ähnlich sollte der Gedanke des "gemeinsamen Antiquariatskatalogs" vom Zweier- zum Siebenerprojekt, vom Messekatalog über verschiedene Formen noch größerer Katalogprojekte und deren Organisation neu durchdacht werden. Das beste Werbemittel des Buchhandels in Bezug auf Themenliteratur jeder Art war bis in die 80er Jahre der T h e m e n katalog des S o r t i m e n t s, gestaltet und bezahlt durch alle Verleger. Das kann vom Antiquariat aufgenommen werden.

Indem die Kursteilnehmer veranlaßt werden, solche Fragen zu durchdenken, begreifen sie die Strukturen des Absatzmarkts im Antiquariat besser.

Als Hauptaufgabe des Antiquars, der ein Fachgebiet bearbeiten will, bleibt dann noch die

*retrospektive Fachbibliographie

seines Gebiets. Besonders wichtig hier die Zeitschriften- und Nachschlagewerkskunde, auch Personalbibliographie und Chronologie des Gebiets. Was sind die Hauptdaten, die entscheidenden Fortschritte auf dem Gebiet der Immunologie, was die Sternstunden des Flugwesens, welches die wichtigsten Meilensteine der Philosophie, bibliographisch gesehen? Dies zu wissen, in die eigenen Kataloge einzubringen, steigert den Absatz und macht die Lesern Lust auf ihr Fachgebiet.

Der Aldi-Vin de Pays wird auch immer teurer, 1 e 40 cents der Liter. In diesem Sinn wünsche ich noch einen schönen Abend.

45. Peter Mulzer 22.12.2008 12:55h

Man muß sich klarmachen, daß und warum die Häuser des gehobenen Antiquariats dem Unterfangen einer e c h t e n Fortbildung für kleine Antiquare mit größter Reserve gegenüberstehen - wenn nicht mit unversöhnlichem Haß.

Stellen wir uns das Antiquariat mit seinen rund 1000 Angehörigen im deutschsprachigen Bereich als Gesamtorganismus vor, dann leben rd. 50 Häuser von den restlichen 950.

Man kann das euphemistisch als "Symbiose" ansehen - der kleine, unwissende Kollege b r a u c h t die Sachkenntnis, die Vertriebswege des (gelegentlich thematisch, meist aber nur auf "Edelware" ) spezialisierten großen Bruders.

Radikalere Gemüter würden dieses bisherige Unwesen, wenn auch nur flüsternd, als gigantisches, verschleiertes Ausbeutungssystem bezeichnen.

Tatsächlich stammt die auf Messen und in "Edelhäusern" angebotene Ware zu gut 50 % von kleineren Antiquariaten. Wiederum euphemistisch kann man argumentieren, die kleinen Kollegen seien ja "froh" und darauf angewiesen, schnell etwas Kohle für ihre Zimelien in die Hand zu bekommen. Schon wahr.

Der Hase hoppelt nun aber hier: Neben jenen Verkaufsbeziehungen, den Kunden- und Messekontakten ist es vor allem das

F a c h w i s s e n,

das den Edelantiquar in die Lage versetzt, die Wert- und Sachbestimmung des teuren Buchs zu leisten.

Wenn dieses Fachwissen, oder besser noch die Wege, wie man,

*jederzeit abrufbar im Bedarfsfall,

das Fachwissen elektronisch*) heranziehen kann, zur Verfügung bekommt als "kleiner" Antiquar - - dann ist das eine tödliche Bedrohung für die 50 Ameisen, denen die 950 gemelkten Blattläuse hohnlachend davonlaufen werden.

Ähnliches gilt für das Vorhaben, den kleinen Antiquaren auch die Absatzlehre beizubringen und den Zugang zu Kundenadressen.

Fazit:
Es ist für die 50 führenden "Edel-"-Antiquare von ganz entscheidender Bedeutung, weiterhin die Nebelwand ihtrer Fachseminare, Messen und inneren Zirkel aufrechtzuerhalten, das ganze hohle Gedöns also, hinter dem nicht anderes steht als Geld und Ausbeutung, und vor allem:

***jeden Versuch einer Aufklärung und echten Weiterbildung der 950 kleineren Antiquare mit allen Mitteln zu hintertreben und zu denunzieren.

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*) Zu der Vernebelungstaktik gehört auch der Mythos der "Handbücherei des (Edel-)Antiquars" und der "guten bibliographischen Nachweise". Beides läßt sich heute mühelos enttarnen, ersetzen und auf ein vernünftiges Maß herunterfahren, mit elektronischen Mitteln, die gratis zur Verfügung stehen.

Hierher gehören auch die - nach meiner persönlichen Einschätzung - ebenso unfairen wie im Interesse der Datenlieferanten t ö r i c h t e n Versuche, kleine Kollegen von den Preisergebnissen auf Versteigerungen durch Gebührenforderungen in grotesker Höhe auszuschließen.

Der Unterricht wird dazu führen, daß die Blattläuse davonlaufen. Arme Ameisen...

46. krämer 22.12.2008 17:45h

Von den beiden Präsenz-Wochenenden sollte man sich nicht allzu erwarten. Solche Präsenz-Phasen können bezügl. des Stoffes nichts beitragen, sie dienen dem emotional-contacting, das aber ja dienlich ist, das per Buch, Skript, -E-book, mail-instruktion uws. eingepaukte Wissen, über das Kurzzeitgedächtnis hinaus im Gehirn zu verankern: Der mit dem Bäuchlein sagte mir, die Dozentin hatte eine Hornbrille auf usw.
Der Kurs geht also 4,5 Monate e-learning abzüglich zwei Präsenz-Wochenenden. d.h. 6 Tage weniger, somit 129 Tage, wo der Auszubildende als voll berufstätiger Stunden übrig braucht, um den Stoff zu büffeln.
Angenommen, ein realistisches Pensum ist, nicht wie im Konzept vorgesehen, 3 Stunden täglich, sondern tatsächlich 1 Stunde täglich schaffte es ein berufstätiger Teilnehmer, sich den Stoff zu genehmigen. Das sind, bei einem Arbeitseinsatz, der mit auch nur 10 € die Stunde kalkuliert wird, bei 130 Stunden, 1300 €. Das Seminar kostet somit 950+1300 = 2250 €. Dazu kommt für die beiden Präsenzwochenenden die Anreise und das Hotel. Also Gesamtkosten 3000 Euronen.

Lohnen sich diese 3000 Euronen für das Büffeln von Lehrtexten, die es auch sonst, gibt, als Lehrbücher, als Online-Tipps, und als sonstige Informationen, die sich erhalten lassen, bei Aufwendung einer geringeren Mühe, als durch Büffelei von öden E-Seminar-Texten.

Wie gesagt, die Präsenz-Wochenenden, da soll sich niemand Illusionen machen, der Informationgehalt wird gleich Null sein, außer Feststellung, Herr Mulzer hat ein Bäuchlein, etc. Die Skripte selber sind auch sonst vom Inhalt her erreichbar, auch ohne 3000 € zu löhnen, worin besteht dann der Wert eines solchen E-Seminar: Er besteht darin: im e-mail-blog Fragen stellen zu können, an die Tutoren Fragen richten, einen Punkt näher erläutert zu bekommen, und dort möglicherweise, auch beim Austausch der Teilnehmer untereinander, kann es eventuell einen Surplus der ganzen Sache geben, für diejenigen, die über solche Kontakte des kommunikativen Austausches bisher noch nicht verfügen, und dann eventuell auch auf den Präsenzwochenenden, virtuelle Bekanntschaften, persönlich machen, konsolidieren und vertiefen, für ein weiteres gemeinsames Lernen und Zusammenarbeit.

47. Peter Mulzer 22.12.2008 20:45h

Die Höhe der Kursgebühren dürfte weitaus niedriger liegen, dagegen ist der Zeitaufwand für das tägliche Lernen/ Lesen mit einer Stunde je Werktag sicher richtig angesetzt.

Indessen habe ich bis ato keinen Schimmer, wie die beiden Herren das durchzuziehen gedenken. Ich persönlich hatte mich, nachdem ich wegen prokommunistischer Betätigung vom Gymnasium entfernt worden war (der erste Schüler in unserem Bundesland, dem solches widerfahren war), mit den Kursheften der

Akademikergesellschaft für Erwachsenenfortbildung (AfE)

in 13 Fächern parallel aufs Abitur vorbereitet (ein anderes Gymnasium nahm mich dann, etwas am Rande der Legalität, doch wieder auf. Sie haben es schwer zu büßen gehabt...).

Ich hatte so ein Jahr mit täglichen Fernkursen gelebt und halte, bis heute, die Züricher Lehrhefte - manchmal tauchen sie im Antiquariat auf - in Form und Inhalt für absolut führend - das ideale Vorbild für jede Art von Fernkurs bis heute.

Ein Jahr, in dem man jeden Tag fünf Stunden per Fernkurs zugebracht hat, vergißt man natürlich nicht, und ich kann den Herren gern aus der Ferne den einen oder anderen (praktisch erprobten) Tip geben.

Das Geld wird nur der zahlen wollen, der einen echten beruflichen, u n m i t t e l b a r in Geldgewinn und

*Geschäftserfolg

umzusetzenden Nutzen ziehen kann. Die Herren brauchen also eine Vielzahl von T r i c k s, ganz altmodisch gesagt einen Sack voller G e s c h ä f t s g e h e i m n i s s e .

Die Seminare sind sehr wichtig. Man teilt sie am besten auf in sehr strenge, durch Querfragen kontrollierte Nacharbeitungsstunden und, zur Erholung, offene Diskussionsrunden. Teilnehmerzahl nach meinen AfE-Erfahrungen mindestens 12, höchstens 20.

Ein spannendes Experiment.

48. bookmarathon 22.12.2008 22:31h

Herr Mulzer, mir ist es wirklich zu blöd Ihre lustigen Texte auseinander zu legen. Aber eines ist sicher, wenn die Referenten nicht mehr zu bieten haben als Sie, wird das wohl ein Flopp.

Sie sind ein kleiner Ebaykrauter, mit 2 oder 3 Tausend Euro Umsatz im Monat, oder? Wahrscheinlich liege ich da schon zu hoch...

Nachdem was Sie hier geschrieben haben, werde ich den Eindruck nicht los, dass Sie wirklich gar nichts können, außer rumseiern.
Seien Sie versichert, dass auch wir teure Bücher verkaufen können. Gute Ware zieht Kunden und nicht jeder Kunde möchte zugetextet werden mit irgendwelchen Pseudoerlebnissen. Und selbst wenn ich einen anderen Verkäufer vorschicken muss, so würden wir auch teuerste Bücher verkaufen können. Dazu habe ich Freunde, aber auch das hatten wir ja schon.

Herr Mulzer, Sie wundern sich, dass sämtliche weiblichen Kollegen offensichtlch unfreundlich zu Ihnen sind? Komisch, verstehe ich nicht, wo Sie doch immer so nett über Frauen schreiben...
Ja, von meiner Seite wird diese Tradition fortgesetzt.

Und ganz ehrlich, wenn es nur Typen wie Sie in diesen Beruf geben würde, dann würde ich Antiquariate mit einem breiten Grinsen räumen, und die Ware bei Ebay verramschen.

Es ist schon erschreckend, wie jemand, der vor zig Jahren womöglich sogar mal erfolgreich Bücher verkauft hat, heute glaubt die Antiquariatswelt retten zu müssen.

Ich habe keine Lust zuviel von meiner Firma zu erzählen. Nur soviel: Wir verkaufen ganze Paletten an Antiquariate, Olinehändler und Flohmarkthändler. Und ich hätte, mit ein paar Tage Vorlaufzeit, auch keine Probleme überhaupt nicht im Netz zu verkaufen.

Ich fürchte, Herr Mulzer, Sie kennen überhaupt keine Geschäftsgeheimnisse. Wirklich, wenn der Preis dafür teure Bücher zu verkaufen ist, so zu werden wie Sie, dann verzichte ich gern darauf.

Ich würde ein Seminar besuchen, weil ich nicht zuletzt Respekt habe vor einigen Ihrer Kollegen. Und weil ich sehe, dass wir immer höherwertigere Bücher zum Kauf angeboten bekommen. Es ist der Respekt vor einer alten Berufsgruppe, die ich sehr verehrt habe. Es fällt mir immer schwerer diesen Respekt aufrecht zu erhalten.

Wahrscheinlich beziehe ich jetz wiede Dresche, aber das ist mir egal. Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube.

So, Herr Mulzer, dann mal frisch Ihr Pennergück aufgeschraubt, welchen sie als Wein bezeichnen, angesetzt und fröhlich weiter fabuliert.

@Krämer

Wahrscheinlich haben Sie Recht. Auch wenn ich die Rechnung so nicht aufmachen würde. Ich lese jeden Tag irgenwelchen Unsinn. Und eine Stunde, wie Sie es nenen: Büffeln, würde meinen Tagesablauf nicht durcheinander bringen.
Bei der letzten Antiquariatsräumung war eine "Zeitschrift" dabei. Ganze Jahrgänge, und die Lektüre war leider völlige Zeitverschwendung. Und schlimmer kann auch kein Semiar werden.

Und da ich ab Morgen weg bin, wünsche ich allen ein schönes Weihnachtsfest.

49. Henriette van Briesen 22.12.2008 23:12h

Zum Beitrag 50 "bookmarathon"

Liebe Frau Rathjen,
ich bewundere Ihr Temperament, mit dem Sie dem Herrn Mulzer begegnen. Auch wenn Sie sich selbst offen als Nicht-Antiquarin bezeichnen, sondern eher als "ISBN-Fan", so stehen Sie unserer Branche vom Herzen her doch wesentlich näher, als der Herr Mulzer. Der will offensichtlich nur zerstören, Sie hingegen haben ein offenes Ohr für das, was unseren Beruf ausmacht. Und Sie sind neugierig.

Sehen Sie, ich als Alt-Antiquarin mit schon ziemlich über 70 Jahren habe inzwischen eine Gelassenheit entwickelt, die vielleicht nicht ganz angebracht wäre, wenn ich so Herrn Mulzers Beiträge zur Kenntnis nehme. Denn dieser Mensch hat von unserem Gewerbe wirklich wenig Ahnung. Zumindest was die Praxis betrifft. Da ist es natürlich umso komischer, wenn so jemand dauernd von seiner "Praxis-Erfahrung" faselt. Aber so Leute gibt es halt auch. Ich kenne die von früher, aus den 50er Jahren, da war ich als junge Gemeindeschwester tätig und mußte bedauernswerten Mitmenschen oft Tabletten verabreichen. Antiquare waren übrigens nicht darunter. Allerdings Alkoholgeschädigte aber auch andere Hilfsbedürftige. Aber das ist lange her und ein ganz anderes Thema.

Bitte machen Sie weiter mit dem, was Ihr mögliches Interesse an alten Büchern betrifft, das ist ein sehr spannendes Metier. Die ISBN gibt es seit knapp 40 Jahren, das gedruckte Buch seit ungefähr 540 Jahren. Das kann richtig Spaß machen!

Freundliche Grüße von einer Kollegin, die aus langer Lebenserfahrung weiß, daß es auf dieser Welt nicht nur Mulzers sondern auch noch Männer gibt. Gott sei Dank!



50. Biester 22.12.2008 23:18h

Das fluppt ja hier nach 22 Uhr fast wie Twitter für Antiquare.

51. Peter Mulzer 22.12.2008 23:55h

Nein, ach nein, wenn ich eines gelernt habe, dann dies: Streite dich nicht mit Frauen. Tus nicht.

An diese Lebensweisheit will ich mich halten.

Nur noch dies: Ich habe als Außenstehender so eine bestimmte Vorstellung von dem, was die beiden Herren in den Lektionen und in Frankfurt vermitteln werden.

Mir geht es darum, sowohl im theoretischen wie auch im praktischen Seltor, sozusagen von der Mitte nach links und nach rechts, die Themen erweitert zu sehen.

Ein ganz einfaches Praktisches Beispiel hatten wir eben bei der Versandfrage. Ich habe mich, nolens volens, in meinen wilden Jahren als Wirtschaftskorrespondent in Basel ins Versandwesen eingearbeitet, ich kenne die Titel der Fachzeitschriften noch heute im Traum, und seither, wie es einem so geht, den Wandel zur "Logistik" mitverfolgt und die Strukturänderungen bei der gelben Post. Wir haben Postinspektoren in der Familie.

Zum anderen mußte ich - ziemlich erstaunt - feststellen, daß ich zwar in den Versuchsläufen, die ich oft und gern mit der Stoppuhr durchziehe, alles andere rationalisieren und abkürzen konnte - - außer dem Versand. Der ist ungeheuer zeitintensiv.

In der Folge wurde mir klar, wie wichtig die Amazon-Pionierarbeiten in deren Logistikzentrum sind, und ich habe, als sich die werten Kollegen noch über Cents bei ZVAB-Provisionen stritten, festgestellt, wie geradezu v e r h e e r e n d die Portosteigerungen der letzten Jahre jede Ertragsrechnung beeinträchtigen mußten.

Von daher mein Interesse für Kosten und Zeiten im Versand.

Theorie tut uns fürchterlich not. Nicht nur, aber vor allem bei der Absatzplanung. Nur bin ich hier der Ansicht, daß meine Überlegungen etwas zu mühsam sind, als daß ich sie für Leute anstelle, die sie nicht zu brauchen scheinen.

Bin schon halb wieder bei der Kriminologie. Ich sehne mich nach freundlichen Umgangsformen und optimistischer Grundhaltung. In kanadischen Foren zu diskutieren oder in australischen - wie erholsam. Muß ich mir den Grundton der deutschen Antiquare antun?

52. bookmarathon 23.12.2008 08:31h

Liebe Frau van Briesen,
Vielen Dank, für Ihre netten Worte.

Die ISBN wird mit Sicherheit das Tagesgeschäft bleiben, allerdings finde ich privat alte Bücher einfach spannend. Und wer will schone eine ganze Branche verdammen, nur weil dort einzelne Vollseppel zwischen sind?
Ich hätte wirklich Lust, mal ein Praktikum in einem Altgedienten Antiquariat zu machen. Nur leider fehlt die Zeit dafür.
Ja, ich stehe Ihrem Berufsstand offen gegenüber. Und ganz ehrlich, ich fürchte auch viel zu viel Respekt zu haben. Hiermit meine ich aber nicht die kleinen "Gemichtwaren Antiquare" die von Leuten wie mir geräumt werden.

@Mulzer

Herr Mulzer, ich habe ein Angebot von DHL über 5000 Sendungen im Jahr vorliegen. Die Konditionen darf ich nicht posten und werde es auch nicht. Aber es zeigt mir mal wieder wie wenig Sie von dem verstehen was Sie da so treiben.

Aber wenn Sie schon über ein Jahr gelernt haben, damit Sie bei ebay verkaufen können, womöglich schaffen Sie es dann ja in ein paar Monaten auch den Versand auf die reihe zu bekommen.

Und nur für Sie zum Nachdenken: Ich zahle mehr bei DHL aber Spare trotzdem Geld wenn ich mit DHL verschicke. Für Sie zwar wieder eine Ecke zu hoch, und höchstwahrscheinlich der Grund einen kurzen Einwand von 5000 Zeilen zu schreiben, aber ich beantworte Ihnen die Frage trotzdem nicht.

Herr Mulzer, hier haben eigentlich nur wir beide diskutiert. Und ich bin keine Antiquarin!!! Also sollten Sie mich angreifen oder kritisieren, und nicht den Berufsstand dem Sie doch so gern angehören würden. Es ist die Zuneigung der anderen Antiquare die Ihnen fehlt und Sie zum Forentroll gemacht hat, oder?

Nochmals ein schönes Weihnachtsfest für Alle. Und eines ist sicher, ich werde über Weihnachten ein Antiquariat räumen und dabei über vieles Nachdenken.

@Biester
Sie wollten doch Traffic, oder etwa nicht? Damit ist mein Gastspiel beendet... Wie gesagt, wenn Sie etwas vorzeigbares über das Seminar haben, würde ich mich über Post freuen.

53. Peter Mulzer 23.12.2008 15:28h

"...ich habe ein Angebot von DHL über 5000 Sendungen im Jahr vorliegen. Die Konditionen darf ich nicht posten und werde es auch nicht. Aber es zeigt mir mal wieder wie wenig Sie von dem verstehen was Sie da so treiben."

Bitte einfach nur lesen: Ich werde der Genossenschaft ja genau dies vor - daß sie n i c h t entsprechend verhandelt hat. Denn natürlich könnte auch sie spürbar unter den Hermes-Preisen bleiben.

"Womöglich schaffen Sie es dann ja in ein paar Monaten auch den Versand auf die reihe zu bekommen. "

Der Versand ist ein sehr verschachteltes Kunstwerk, was den Absatz mittelpreisiger Titel bei Ebay angeht. Je nach Kundenwunsch und Land, nach Versicherungswert und ZOLL-Bestimmungen habe ich eine komplizierte Tabelle abzuarbeiten. Bringen Sie mal drei juristische Schinken auf den Weg nach Korea, ein Lexikon nach Wien oer ein Gemälde nach Norwegen... Sie haben Ihre Erfahrungen offensichtlich aus dem Massenversand. Der einzelne Antiquar aber hat viele komplizierte Einzelvorgänge.

"und nicht den Berufsstand dem Sie doch so gern angehören würden. Es ist die Zuneigung der anderen Antiquare die Ihnen fehlt und Sie zum Forentroll gemacht hat, oder?"

Typische feminine Argumentationsweise, auf mich angewandt absurd. - Jeder Mann *liebt Gegner*, sowas braucht man. Und was, ich zitiere Sie schaudernd, die "Zuneigung der anderen Antiquare" angeht, so darf ich zum xy.mal bekennen, daß ich trotz meiner Vorliebe für homosexuelle Fachthemen absolut heterosexuell bin - und mir also die "Zuneigung der Antiquare" freundlich, aber energisch verbeten müßte.

Kann Sie das beruhigen?

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