Antiquariat

Frankfurter Antiquariat Ewald schließt

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde im Frankfurter Antiquariat Georg Ewald eingebrochen und Feuer gelegt. Jetzt schließt Ewald seinen Laden.

Aufnahme vom Januar 2008

Aufnahme vom Januar 2008 © Björn Biester

Ein Beitrag von Eva-Maria Magel im Regionalteil der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (siehe den Link unten) berichtet vom traurigen Ende eines Innenstadt-Ladenantiquariats, dessen Inhaber nicht zuletzt als leidenschaftlicher Reclam-Sammler überregionale Bekanntheit erlangte: "Seit zwei Tagen versucht Georg Ewald mit einigen hilfreichen Freunden zu retten, was zu retten ist: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist in sein alteingesessenes Antiquariat an der Frankfurter Freßgass' eingebrochen worden, die teuersten Stücke aus den Vitrinen sind verschwunden. Ein Feuer brach aus, vermutlich von den Einbrechern gelegt, das zwar schnell von der Feuerwehr gelöscht werden konnte. Aber das Pulver eines Feuerlöschers, der in Ewalds Laden hing, hatten die Täter zuvor im Raum verteilt – alle Bücher sind unter einer dicken Schicht begraben." Nach Weihnachten hätte der Antiquar sein Ladenlokal räumen müssen – der Mietvertrag wurde ihm vor einiger Zeit gekündigt. Von Januar an soll das Antiquariat als Versandgeschäft von Ewalds Wohnung in der Brauchbachstraße in der Frankfurter Altstadt aus weitergeführt werden.

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3 Kommentar/e

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  • Dr. David Marc Hoffmann

    Dr. David Marc Hoffmann

    Was für eine Schande! Lieber Herr Ewald, lassen Sie sich nicht verdriessen und buchen Sie dieses feige Attentat unter die allgemeine Schlechtigkeit der Welt ab. Gute Menschen und gute Bücher gibts aber auch, und das zählt. Herzlich Ihr David Hoffmann

  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Ein Laden ist mehr als ein Objekt von Versicherungen, von Glück oder Pech. Für Menschen, die über etwas mehr Gemüt verfügen als Anonymus Stirnrunzler, kann ein Laden etwas (ans Herz) Gewachsenes sein, ein Gehäus, gerade wenn er wie hier die Auswahl eines größeren Bestands ist. Lebendige Wechselwirkung zwischen dem Zuhause des Antiquars und seinem Laden - verschiedene Stufen des Vertrautseins mit den Kunden, wie wächst einem das ans Herz! Ich kenne diesen Laden und traue mir zu, zu beurteilen, was es bedeutet, in d i e s e r Umgebung ein Antiquariat zu machen.

    Das Motiv der Vandalen dürfte weniger in einer Bücherfeindschaft zu suchen sein, noch weniger in einer zum Antiquar, sondern in jenem Gefühl der Fremdheit und Ratlosigkeit, der Unsicherheit und Scheu, die gerade einfachere Menschen beim Anblick vieler Bücher so oft beschleicht. In diesem, Sinne mag es ein Trost für den Kollegen sein: Indirekt war der Vandalenakt ein, wenn auch sehr verborgenes, Kompliment für ihn und seine Arbeit.

    Ähnliches kennen wir aus Kirchen und Museen - Aggression aus Scheu und Befangenheit heraus.

    Seine Idee, die reichbestückte Wohnung zum Büchercafe für gute Freunde zu machen, finde ich s e h r gut; bei mir sieht es ja zuhause ähnlich aus.

    Also alles Gute nach Frankfurt, und jetzt gerade zum Trotz nicht aufgeben!

  • Götz Wörner

    Götz Wörner

    Lieber Georg,

    das hast Du nun wirklich nicht verdient. So eine Scheisse. Ich wünsche Dir und Deinen Büchern den besten vorstellbaren Neustart.

    Wir haben uns lange nicht gesehen. Ich habe viel zu tun denn auch ich baue etwas neues auf. (siehe http://www.kulturpass.net) .

    Ich komm dann mal auf einen Tee vorbei.

    Hasta la vista proxima siempre ! Venceremos!

    Götz Wörner

    • ...

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