02.01.2009
AntiquariatTwitter für Antiquariatsbuchhändler
Twitter (www.twitter.com) erlaubt es, knapp gesagt, angemeldeten Nutzern, kurze Nachrichten (max. 140 Zeichen) online oder per Handy abzusetzen und damit rasch ein eigenes Micro-Weblog aufzubauen. Auch die Kommunikation der Twitter-Nutzer untereinander ist einfach; man kann außerdem "Follower" anderer Beiträger werden oder die "Public Timeline" lesen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb vor wenigen Tagen: "Neben Facebook gehört der Micro-Bloggingdienst Twitter zu den supercoolen Unternehmen, die so angesagt sind, dass sie sich um das Geldverdienen scheinbar keine Sorgen machen müssen. Twitter könnte 2009 den Sprung in den Massenmarkt schaffen und damit andere Kommunikationsformen verdrängen. Die E-Mail ist sowieso für die Generation Ü 40, aber auch Instant-Messaging oder soziale Netzwerke könnten unter Twitter leiden."
Die genannten amerikanischen Kollegen – die dem großen und bedeutenden Antiquariatsverband ABAA angehören – verwenden Twitter unterschiedlich. Lieberman betreibt eine "Hall of Shame" (www.twitter.com/HallofShame), die schlechte oder kuriose Buchbeschreibungen aus dem Netz versammelt. Garrett Scotts Auftritt als "bibliophagist" (www.twitter.com/bibliophagist) ist viel persönlicher; neben dem buchhändlerischen Alltag stehen etwa auch Berichte über den eigenen Gesundheitszustand. Ähnlich ist es bei Kahn (www.twitter.com/LuxMentis) und Cassidy (www.twitter.com/briancassidy), auch wenn hier während der Feiertage ebenfalls das Private überwog.
Die Teilnahme an Twitter ist kostenlos und kann jederzeit beendet werden (auch einzelne Einträge lassen sich manuell löschen). Wir haben über die Feiertage einen Twitter-Account eröffnet, der seit kurzem unter dem Namen "Philobiblos" läuft (siehe Link unten). Devise: Ausprobieren, wofür sich die Seite einsetzen lässt. Hierzu der Kommentar eines Kollegen aus Berlin: "Wie schaffen Sie das nur? Abgesehen davon, daß die Twitter-Oberfläche typisch häßlich Netz ist, das ist ja noch schlimmer als Telephon, wie kommt man dann noch zum konzentrierten Arbeiten???"
Gibt es hierzulande Antiquare, die Twitter regelmäßig nutzen? Wir haben bislang keine gefunden (von zwei, drei Ausnahmen abgesehen, die aber praktisch nicht zählen). Und wofür ließe sich der Dienst, vielleicht verknüpft mit der eigenen Website, sinnvoll einsetzen? Wir sind für jeden Hinweis dankbar!
[...] Tags: Twitter, Micro-Blogging

73 Kommentar/e
Das ist ja heute der Web 2.0 - Tag im börsenblatt.net ;_))
Erst ein informativer Artikel zu Blogging und jetzt Microblogging für Antiquare - ist auch für "Neubuch"-Händler nutzbar.
Für Antiquare fallen mir die kleinen Tipps mit "Gerade eingetroffen" und dass gleich auf mehrere Twitter-Kanäle für die verschiedenen Themengebiete des Antiquariats ein.
Für "Neubuch"-Händler die ganz einfachen und spontanen Lesetipps aus den verschiedenen Abteilungen eines Sortiments.
Oder für die Campus-Buchhandlung das Eintreffen einer lange erwarteten Ergänzungslieferung.
Die Süddeutsche Zeitung hat am 05.12.08 Twitter das Thema des Tages gewidmet.
Hier der Link zu einem der Artikel:
http://tr.im/2u2f
- oder auf Süddeutsche Online einfach nach Twitter suchen.
Ich habe dies getan - und bin absolut, in jeder Hinsicht und rundum enttäuscht, ja entsetzt über die peinliche, lächerliche Sinnlosigkeit von Twitter.
Zur Erinnerung: Blogs sind spielend einfach über Google für lau einzurichten und zu unterhalten. Emails bringen uns, nachdem Thunderbird und bessere Spamfilter zur Verfügung stehen, ohne Viagra und Penisvergrößerung wieder Freude ins berufliche und private Leben, auf dieses Medium haben wir uns eingestellt.
Wozu soll uns Twitter dienen? Ich fasse es nicht.
Lustige Vorstellung: Hegel und Nietzsche auf Twitter.
Selbst die überlieferten Reste der Sieben Weisen sind meist länger.
Kann man einen guten Gedanken auf 140 Anschläge begrenzen? Manchmal, wenn er besonders gut ist – aber was dort stattfindet, das ist nicht gut, weder inhaltlich noch in der Sprache. Zuhauf zu finden ist sinnentleertes Zeugs, das spätestens nach ein paar Stunden obsolet ist. Es paßt aber in die Zeit, sich keine Mühe bei der Formulierung zu geben und einfach so vor sich hin zu brabbeln. Früher hat man die Selbstgespräche frühzeitiger Senilität für sich behalten, heute setzt man aller Welt diese Soliloquien vor.
Und als Werbung spätestens nicht mehr zu verwenden, wenn viele es tun: dann käme es wie die angeführte V***-Werbung als ungebetener Störenfried.
Zu diesem Artikel noch eine kleine Anregung: Sinnvoll wäre es, die URLs im Text gleich als Links einzubinden. Erspart dem Leser den Aufwand von copy & paste.
Ich bin im falschen Film.
Meine Identität erfahre ich beim Zen – und im Leben.
Beziehungen pflege ich mittels persönlicher Begegnung.
Und zur Wissenserweiterung dient alles, was mir fundiert und wissenswert erscheint.
Dem ist gemeinsam, daß es der Zeit und der Bemühungen bedarf, es intensiv zu erleben. Das – so nehme ich an – gilt auch für unsere Kunden, so sie denn noch Bücher sammeln. Antiquarische Bücher sind nichts, was sich irgendwer mal so einfach hinstellt: sie erschließen sich nur dem, der sich um ihre Ästhetik, ihren Inhalt kümmert. Sie sind kein Verbrauchsgut für Verbraucher. Dessen müssen wir Rechnung tragen.
Jetzt also Philobiblos. Klingt so ein bißchen altägypisch, Papyrus und so. Sehr gut!
Lehrt Zen Sie nicht, daß Twitter genau so zum Leben gehört, wie das antiquarische Buch und die Schimmelsporen auf dessen Schnitt?
Stimmt.
Den Schimmel wische ich ab, weil er dem Buch nicht gut tut.
Verschiedene Schimmelarten können schwer gesundheitsschädlich sein. Bibliotheken lassen Reinigungsarbeiten an alten Büchern überall dort, wo auch nur ein geringer Verdacht auf Schimmelspuren besteht, unter Masken und verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen durchführen.
Der altgediente Antiquar dürfte weitgehend immun dagegen sein. Es ist aber ziemlich leichtfertig, die recht schweren Gefährdungen, die den Kunden und jüngeren Mitarbeitern im Geschäft durch Bücherschimmel entstehen können, nicht zu erwähnen. Ein Schimmelbuch muß sofort separiert, in eine Plastiktüte gepackt und vor fremden Händen geschützt werden.
2.
Vermutlich dämmert es unserem verehrten Redakteur inzwischen selbst, daß die Twitter-Idee nicht seine beste war. Darf ich anregen, zum Tagesgeschäft zurückzukehren?
Nützlich fände ich eine Diskussion über die Frage, welche Themen wir hier eigentlich lesen wollen - und welche nicht. Der Börsenverein-Nachrichtendienst - und damit zusammenhängend natürlich auch die kommende Klippschule für Antiquare aus den eroberten Ostgebieten - also aus der Sicht seiner N u t z e r beurteilt.
Wobei ich das mit den Ostvölkern ganz ernst meine. Inzwischen ärgere ich mich andauernd, bei emsigen ZVAB-Recherchen, die ich zur Zeit einige Stunden täglich anzustellen habe, über die Blödheit, Preis-Unkollegialität und Brutalität einer ganzen Kette von Antiquaren, die allesamt in den Beitrittsländern angesiedelt sind. Da muß etwas geschehen.
"Wobei ich das mit den Ostvölkern ganz ernst meine. Inzwischen ärgere ich mich andauernd, bei emsigen ZVAB-Recherchen, die ich zur Zeit einige Stunden täglich anzustellen habe, über die Blödheit, Preis-Unkollegialität und Brutalität einer ganzen Kette von Antiquaren, die allesamt in den Beitrittsländern angesiedelt sind. Da muß etwas geschehen. "
Was wollen Sie unternehmen? Was muß geschehen? Sollen wir die alle aufhängen, einmauern, oder nur zwangsenteignen? Jetzt mal Butter bei die Fische, wie man bei uns zu Hause sagt.
das war von mir als freundliche Anspielung auf das Projekt der bewußten beiden Herren gemeint, einen Unterrichtskurs für Antiquare einzurichten. Mit dem Hintergedanken, ich gebs ja zu, gleich ein wenig vorauseilende Kritik zu üben in folgendem Sinn:
Beide Fachleute kommen aus einer wissenschaftlich-hochkulturellen Ecke. Werden sie es fertigbringen, zum Beispiel den bewußten Kollegen aus dem Osten, dürfte ein gutes Dutzend sein, die ich da meine, h a n d f e s t e s Praxiswissen beizubringen?
Läßt man die beiden Herren ungebremst schalten und walten, dann kommt dabei doch wieder ein Hamburger Seminar über altaramäische Buchillustration, kastilianische Goethe-Ausgaben des 15. Jahrhunderts und Druckvarianten der frühen Kafka-Rezeption in Westaustralien heraus.
Was wir aber brauchen, ist ein Crash-Kursus für die Antiquarin aus Knatter an der Pyritz, frühere verdiente Gemeindeschwester des Volkes mit Moped, die unentwegt Unsinniges im ZVAB anrichtet.
Ein schönes Tweet-Beispiel:
Took a long jog and now @livia wants take-out from cha-ya in Berkeley—can't argue with that!
ist die einfache Frage die Twitter in aller Öffentlichkeit stellt. Ob es Mumpitz ist, kann ich nicht sagen. Ob es eine neue Form von Kommunikation wird, auch nicht. Ob es mir Menschen näher bringt, die ich bisher nur funktional mit ihrer Tätigkeit im Netz kennengelernt habe, ist jedoch ganz sicher. Wenn der Kollege Hecht sich fragt, ob er sich rasieren sollte, fass ich mir an den Bart und sage mir, da bist du schon durch und schmunzle ein wenig. Auch der Redakteur ist mir näher, wenn ich weiß, dass er einen guten Job machen will, sich auf sein Tagwerk freut und trotzdem nicht auf seine Familie verzichten kann.
Ihre Frau hat Recht, wenn Sie sagt: "Alles nur Mittel gegen die Einsamkeit."
Wenn der Kreis derer, mit denen man es im Alltag zu tun hat, sich räumlich, nämlich global, vergrößert, wenn es nicht mehr möglich ist, sich mit diesen Menschen abends auf ein Bier zu treffen, um genau die Frage: "Was machst du gerade ? " zu stellen, dann ist Twitter genau das Ding.
Es ist die Erweiterung der sozialen Komponente, es ist das, was Lust auf mehr macht. Es kann die Entscheidung sein, eine Reise zu tun, um den Menschen kennen zu lernen, mit dem man ansonsten nur beruflich kommuniziert.
Es ersetzt nicht die lokalen und regionalen sozialen Kontakte, es erweitert und bereichert sie.
Falls irgend jemand denkt, auf diese Weise könne er einem anderen näherkommen oder auch nur kommunizieren, dann hat er es so verdient.
Selbst Oberflächlichkeit will gepflegt sein – aber bitte mit Stil.
Ob die in den Kommentaren 20 und 23 angeführten Beispiele als „Bereicherungen“ anzusehen sein könnten, ist jedem selbst überlassen. Man weiß ja eh, was man von Leuten zu halten hat, die dergleichen von sich geben.
a) Welche Art von Informationen braucht und/oder wünscht sich der Antiquar, wobei die Bandbreite unseres Berufs zu berücksichtigen wäre (Vorbildung, Warenart, Betriebsweise),
b) Auf welche Weise kann die Redaktion diese Inhalte herüberbringen und worin besteht ggf. die Mitarbeit der Leser hieran?
(meinethalben c
Z u e r s t sind die Fragen a) und b) zu klären.
Manchmal komm ich mir vor wie ein Deutschlehrer, der die Klasse zum T h e m a zurückführen muß.
Die Interessen der Antiquare sind aus meiner Sicht, in der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit:
1.
Absatzverbesserung. Wir wollen verkaufen! Das größte Hindernis, das seit Jahren jedem Fortschritt hier im Wege steht, ist die festzementierte Struktur des ZVAB einerseits und die hübsch altmodische Vertriebsform unserer Einzelkataloge.
Wenn meine seit Jahren vertretene These stimmt, daß wir deshalb nicht mehr alte Bücher verkaufen, weil den Kunden das Wissen um die ältere Bibliographie (besonders die Kenntnis der jeweiligen Buchinhalte) fehlt, dann muß das Hauptthema
a.
die *verbesserte Inhaltserschließung und -Darbietung* in unseren Datenbanken sein.
b.
Es sollten, auch dies predige ich seit Jahren, unsere Fachlisten nicht mehr als einzelne Kataloge erscheinen, sondern in einer thematisch gegliederten Meta-Datenbank der Fachlisten und Kataloge. Solche Zusammenfassungen sind heute heillos zersplittert, auch bei den Einzeltitel-Datenbanken gibt es dafür Ansätze - hier ist es nun Sache der Antiquare, ein Gemeinschaftswerk in Angriff zu nehmen. A la longue könnte dadurch sogar die Einzeltitel-Datenbank weitgehend ersetzt werden (ZVAB bitte weghören).
Diese beiden Themen unter 1.a und 1.b interessieren j e d e n Antiquar, sie sind wichtiger als alle anderen Fragen. Das müßte in einem Portal, das sich an Antiquare wendet, weitaus besser herausgearbeitet sein und angeleitet werden, als es bisher geschieht.
2.
Netzkunde tut not. - Kann ich das beurteilen? Ich bin ja nun wirklich netztechnisch ein blutiger Laie, habe mich aber netz t a k t i s c h von Anfang an auf dem Laufenden gehalten. Von einer wie immer auch aufgefaßten "usability" her betrachtet sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, alle Netzprodukte der Kollegen schlecht, oft sogar sehr schlecht, bestenfalls mittelmäßig.
Hier besteht ein ganz großer Nachholbedarf. Die Antiquare können das, schon wegen der komplexen Materie, mit der sie handeln, offensichtlich auch nicht gut delegieren. Also ist Diskussion und Erfahrungsaustausch hier sehr wichtig. An dem - erstaunlich guten - Gerüst, das Abebooks erstellt hat, kann man ablesenn, daß und warum es sehr wohl etwas bringt, hier (dann aber gemeinsam und zum Nutzen aller) S t a n d a r d s zu entwickeln. Am besten so, daß die einzelnen Seiten der Kollegen nahtlos einepaßt werden können in eine gemeisame Datenbank der Fachlisten und -kataloge.
3.
Im Sinne eines zunächst bewußt allgemeinen Brainstorminmg muß, in einem weiten Rahmen rund um den engeren Punkt 1, eine generelle Verbesserung des Absatzes diskutiert und durch Erfahrungsautausch ermöglicht werden. Was sind die Schranken, die Neubuchkäufer vom Erwerb alter Bücher abhalten?
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Dies wären, aus meiner Sicht, die drei wichtigsten Punkte, für die ein vernünftiges Portal Material bereitstellen sollte.
Alle anderen Punkte, die uns hier so eifrig dargeboten werden, kommen erst lang und weit hinterdrein, irgendwann unter ferner liefen.
- Absatzsteigerung in Datenbanken und durch Kataloge/ Fachlisten
- Verbesserung der Netzseiten der einzeklnen Kollegen -
- Ideen und Erfahrungen zur allgemeinen Absatzförderung,
d a s brauchen die Antiquare. Ob sie es wollen, ist dann wieder eine andere Frage. Denn hier zu schreiben bringt (vermeintlich) "nichts ein", führt (vermeintlich) zum Verrat/ zur Preisgabe eigener Erfahrungen, strengt (tatsächlich) an.
Nur für Getätschel unter Kollegen, die nichts zu tun haben, ist die Zeit zu schade. Bringt twitter realen Cash, ja oder nein.
Taugt Twitter für die Berichterstattung von Ereignissen (z. B. Antiquariatsmessen)? Kann es eine Ergänzung für eine bereits bestehende Nachrichtensite sein? Wir werden sehen. Unsere Devise: einfach ausprobieren. Spaß macht es auf jeden Fall.
Sie betreiben hier eine berufsständische Portalseite. Was Sie uns an "Nachrichten" bringen, ist überwiegend unwichtiges Kleingemüse, sei es, daß wirs eh schon im Voraus aus anderen beruflichen Quellen wußten, sei es, daß wir Stimmungsberichte zwar ganz gern querlesen - aber insgeheim wissen, daß es darauf "nicht ankommt".
Jede andere Portalseite dieser Art würde ihren Schwerpunkt auf die Behandlung der Kernfragen und der brennenden Probleme des Gewerbes legen, mit den "Nachrichten" dagegen eher eine unterhaltsame Garnierung zurichten.
Bei Ihrem Konzept aber gibt es (fast) nur G a r n i e r u n g, wichtige Fragen werden meist nur dann behandelt, wenn es einem von uns Lesern gelingt, den tieferen Sinngehalt aus der Nachricht zu erkennen - und diesen der Redaktion quasi ins Haus einzuschmuggeln.
Umgekehrt würde ein Stiefel draus! - Was nur geht in einer Redaktion vor, die sich n i c h t auf die Kernfragen konzentriert, sondern grundsätzlich und ständig nebensächliches, gefälliges Nachrichtengemüse serviert?
Der Börsenverein würde eine andere Linie, davon bin ich überzeugt, durchaus zulassen. Allerdings müßten S i e sich dann regelmäßig programmatische, durchdachte Leitartikel (zu unseren Kernfragen) aus der Feder saugen. Die könnten durchaus n e u t r a l sein.
So wie jetzt (Twitter ist da nur ein Symptom für die allgemeine Lage bei Ihnen) geht es nicht gut weiter. Merke: Die Berufskollegen lesen nur das oft und gern, was sie thematisch im K e r n berührt.
Will sagen: Sie kommn nicht darum herum, sich gelegentlich auf das Stühlchen zu setzen, nachzudenken und Leitartikel zu den Kernfragen des Antiquariats zu schreiben.
Sonst wird das hier nix.
Insgesamt nur für zwischendurch zur Unterhaltung, aber besser wäre es, wenn das börsenblatt offline gehen würde, dann haben wir weniger Internet-Quatsch, und mehr Zeit für die Arbeit oder Familie.
Ich weiß, Herr Mulzer, man verlacht Sie, beschimpft Sie als mitteilungsbedürftigen Sonderling oder spricht Ihnen jedwede praxisbezogene Kompetenz ab. Ja man unterstellt Ihnen sogar absolute Untätigkeit, außer wenn es darum geht, über die Tastatur Ihres Computers herzufallen.
Einige wenige Ihrer aufmerksamen Leser behaupten sogar hinter vorgehaltener Hand, Sie hätten nicht alle Tassen im Schrank. Das hielte ich aber für eine böswillige Unterstellung. Keiner von diesen frechen Gesellinnen und Gesellen hat, das glaube ich zumindest, die geringste Ahnung davon, wieviele Tassen Sie in Ihrem Küchenbord aufbewahren.
Allein die Kraft IHRER Worte wird jedoch irgendwann Wirkung zeigen. Mag man Sie in der Vergangenheit auch aus allen möglichen Diskussionsforen herausgeschmissen haben (gerade SIE, der Sie doch immer zu Diskussionen aufgerufen haben, welche Ungerechtigkeit!), mag man das auch in Zukunft tun, wer weiß, mag auch außer Herr Puhvogel aus Kerkrade derzeit der Einzige sein, der Ihren Blog verfolgt, bleiben Sie dennoch am Ball, wie man so schön sagt. Ich bin der festen Überzeugung, daß es in der näheren Umgebung von Ruhpolding eine angehende Antiquarin gibt, die zwar dringend Ihrer guten Ratschläge bedürfte, Sie aber bis dato einfach nur noch nicht zur Kenntnis genommen hat. Das kommt aber bestimmt noch, besonders wenn Sie so weitermachen. Dann wird alles gut. Zumindest für die Kollegin aus der näheren Umgebung von Ruhpolding. Vielleicht.
Ich habe im übrigen zum Jahresausklang meinen Enkeln "Hänschen aus dem Blaubeerwald" vorgelesen. Was haben Sie gelesen, Herr Mulzer? Ich meine in Buchform.
mit gehässigen, unsachlichen Frauen diskutiere ich nicht.
Ich habe keine Rezepte, schon gar keine aus dem Patentamt. Manchmal habe ich aber die richtigen F r a g e n.
Was meine "Untätigkeit" angeht, erinnere ich Sie zum xten Mal aran, daß ich versuche, parallel zu meiner Brotarbeit als Antiquar auch wissenschaftlich zu arbeiten. Um Ihr Gedächtnis aufzufrischen, wiederhole ich auch gern, daß es eine Ehre ist, aus bestimmten Foren herausgeworfen zu werden.
Halten wir fest: S a c h l i c h wußten Sie mir nichts zu antworten auf meine Fragen. Der Zustand Ihres werten Magens heute Abend hatte mich eigentlich weniger interessiert.
Auch wenns Frau oft schwer fällt: Bitte reden Sie nicht über den Sonnenuntergang, nicht über das Schicksal der Heidenkinder in Botswana und nicht über Rilke-Gedichte - - reden Sie zum T h e m a.
Wir werden Ihnen alle dankbar sein dafür.
Also zum Thema: Twitter finde ich gut! Man erfährt so vieles von der Befindlichkeit antiquarisch interessierter Mitmenschen auch außerhalb ihrer spezifischen Schwerpunkte, das bringt zumindest virtuell eine gewisse Nähe. Daß man denjenigen, die sich hier mitteilen, nicht in Persona an der Seite oder gegenübersteht, ist nicht weiter schlimm, das tut man ja auch in der Wirklichkeit nicht, wenn man beispielsweise durch die Einkaufsstraße einer großen Stadt geht und im Vorübergehen Sätze oder auch nur Satzfetzen mitkriegt. Man registriert sie oder auch nicht, manches behält man, das Meiste ist im selben Moment wieder verflogen. So ist es auch mit Twitter.
Also warum vor die Tür gehen, Hintergrundgeräusche sind ja auch im Internet möglich. Und es ist auch wärmer. Zumindest heute.
http://www.heise.de/tp/blogs/4/120886
Ich kann aber nach wie vor keinen rechten Sinn darin sehen. Wäre ich an Herrn Biesters Stelle, würde ich eine muntere Rubrik "Die Redaktion von Tag zu Tag" einrichten und dort hübsch dampfplaudern. Aber wir sind in einem ehrwürdigen Hause (ich vergeß nie die Mercedes-Limousinen in Reihe, als der Börsenverein mal in Karlsruhe tagte und ich Kollegen Hohmann ärgern durfte) und also soll er wahrscheinlich nicht ohne Schlips und Anzug hier schreiben. Zum Toben gibt es dann Freistunde im Twitter.
Aber er tobt nicht, sondern ist ganz nützlich, berichtet von einem (übrigens wirklich netten) Freiburger Kollegen, der jede Menge Bananenkisten sucht, von allerlei Antiquaren, die sich um Lehrämter im Antiquariatskursus bewerben; daß er Fahrrad fährt, dürfte im Börsenverein schon eher Mißfallen erregen. So gesehen wird Twitter auch nur ein Ableger dieser ehrförchtigen Informationsseite, die mich immer an die Bulletins des Britischen Königshauses erinnert. Unser niederrheinischer Superantiquar dürfte der einzige sein, dem diese Würde nicht so langsam auf den Deckel geht. Hat Herr Biester Humor? Wenn ja, dann verbirgt er ihn perfekt.
altes krokodil hält Papier für antiquittiert und überflüssig, biblosphilos sorgt sich wegen unklarer pekuniärer Lage, wenn die Produktionen der Redaktion digital werden, d.h. ohne Urheberrechtsschutz, da ist dann der reine Altruismus gefragt, eventuell unterbuttert durch die satten Kontoberge des börsenvereins. Das altruistische Engagement des börsensvereins fällt mir schon länger auf, kann ich die Zahlungen an amnesty international umlenken, um Redakteure von börsenblatt-online zu unterstützen.
Ich habe die Mail gestern auch erhalten und werde sie in meinem Kollegenkreis weiterleiten.
Allerdings bin ich von der Inhaltsangabe enttäuscht. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwähren, dass dieser Kurs ziemlich zusammengeschustert wirkt.
Es tut mir leid, aber auf macht es ein ziemlich unprofessionellen Eindruck.
Wahrscheinlich werde ich mir lieber einen Antiquar für eine Woche "einkaufen". Statt für Twitter zu werben und sich dort zu langweilen, wäre es wirklich nicht schlecht gewesen ein Vernünftiges Kursangebot auszuarbeiten und vorzustellen.
Es gibt nur einen einzigen Grund für mich diesen Kurs zu buchen: Neugierde!!! Ich fürchte, da wird NULL Wissen vermittelt, zumindest nichts was ein Online Gebrauchtbuchverkäufer zum Leben braucht.
Auf die einzelnen Themen will ich gar nicht näher eingehen, dass macht bestimmt Herr Mulzer in einem besonders kurzen 50.000 Zeiler.
Ich wünsche ein schönes Wochenende.
Stimmt.
Das Programm des vollmundig angepriesenen Kurses für lausige 950,- EUR plus Übernachtungen hat meine schlimmsten Befürchtungen übertroffen.
Man hat das genommen, was eh im Hause Börsenverein für die Schulungen der Frischbuchhändler vorlag, und es mit Hilfe des Zvab etwas aufgepeppt.
Da kann ein Antiquariats-Anfänger nichts für sein Geschäft lernen. Selbst der allgemein gehaltene Teil geht an dessen Bedürfnissen vorbei (ich erwähne nur „Bilanzierung“).
Die Giaq hatte bereits kleinere, auf bestimmte Themen ausgerichtete Kurse in Angriff genommen, dies sollte sie fortsetzen.
Ach ja, Twitter ist das Thema hier!
„Programm für Antiquariatsseminar ohne Schwierigkeiten zusammengestellt. Viele sehr gute Referenten ausgeguckt.“ Meint Philobiblos in seinem Gezwitscher am 5. Jänner um 11:19.
Das sind: der erwähnte Herr Bräuer, Herr Dr. Udo Göllmann von der Firma ABE, jemand von Booklooker, die Herren Dirk Rühaak und Thorsten Wufka von der Firma ZVAB, und dann der Philobiblos selbst.
Wenn Herr Biester der Satire fähig wäre, dächte ich, das könnte eine sein.
Sinnvoll wäre vielleicht auch, die Teilnehmer aktiver einzubinden, ihnen also selbst auch ein Gebiet zu übertragen (jeder hat doch ein Spezialgebiet auch schon als Anfänger, wo er oder sie sich schon gut auskennt), wie es in Seminaren üblich ist, worüber sie dann referieren. Dabei lernt man am meisten, und die Kosten könnten durch die Eigenbeteiligung gesenkt werden.
Entschuldigung, aber darf man von Herrn Biester nicht mehr professionalatiät erwarten? Wenn Nein, dann entschuldige ich mich hier gern.
Ich hatte gedacht, bei solch interessanten Referenten auch auch gute Vorabinfos zu bekommen. Aber ehrlich gesagt, fand ich die Sternsänger besser, und die haben sich damit auch ihr Geld verdient.
Der Preis war nicht zu hoch. Nur die Gegenleistung ist nicht erkennbar. Aber anstatt überhaupt irgendwie zu reagieren, macht Herr Biester lieber noch einen neuen Thread über Twitter auf.
Nach 17 Stunden arbeit, fehlt mich da wohl etwas der Sinn für Humor. Für mich ist der Kurs jedenfalls gestorben, womit ich drei Personen nicht melden werde.
Macht ja nix, es gibt bestimmt genug interessenten, an einem völlig wirr zusammengeschusterten Seminar. Ich bin ziemlich enttäuscht, und hätte mit Sicherheit gebucht. Aber einen Abe- Mitarbeiter als Referenten ist mir leider nur schwer zu vermitteln. Für mich die schlimmste aller Verkaufsplattformen.
Danke, und eine Gute Nacht.
@ Biester
Bitte lassen sich mich aus dem Werbeverteiler der Schule rausnehmen. Mich interessieren keine Verlagsschulungen und dergleichen. Ich habe mein ehrliches Interesse gezeigt, aber ich denke ich mache ohne Schulung weiter.
Wenn es sich wirklich um das erste Mal handeln würde, ja, dann pflichtete ich Ihnen bei.
Doch:
Der Börsenverein hat schon n Seminare für Sortimentsbuchhändler veranstaltet – und ein Großteil des vorliegenden Programms ist dem entnommen.
Und, das Zvab hat bereits einige seiner – inzwischen wohl wegen fehlender Beteiligung eingestellten – „Erfolgs“-Seminare durchgeführt.
Erfahrung ist also vorhanden, es fehlen wohl nur der Wille und die Kenntnis, sich wirklich mit den Problemen unserer Berufseinsteiger zu befassen.
absurd? Ja, endlich sind wir mal einer Meinung!
Absurd ist das ganze Angebot dieses Kurses. Offensichtlich hat keiner der Dozenten Lust sich hier zu äußern, womit für mich die Glaub- und Vertrauenwürdigkeit in eine solche Veranstaltung deutlich sinkt. Außerdem wird hier Kritik geübt, und wie ich finde, keineswegs unter der Gürtellinie, aber keiner der Herren hat auch nur ein wenig "Arsch in der Hose" sich hier den Fragen zu stellen.
Warum nicht?
Ich habe für mich eine Antwort, aber die schenke ich mir freundlichst.
Sie wollen Vorschläge? Gern hier sind meine:
Ich würde mir Wünschen, dass sich die Herren einmal zusammensetzen und ein vernünftiges Konzept ausarbeiten. Vorher wäre es auch noch schön, wenn sie sich entscheiden würden, welche Zielgruppe sie überhaupt ansprechen möchten, dass hat sich bei der Ausarbeitung es Konzeptes sehr bewährt.
Sollte sich so ein Kurs auch an Onlinehändler wenden, wäre es Traumhaft wenn die Herren Dozenten uns Kleinkrämer mitteilen könnten, welche Erfahrungen sie mit dem Onlinehandel haben. (Wie gesagt, ich kenne kaum jemanden der noch bei ABE verkauft. Zu Teuer, zu Umständlich und einfach nervig.)
Dann würde ich wünschen, dass dieses Konezpt ein wenig professioneller dargestellt wird, und wie bei allen Geschäften, wir Kunden vorm Erwerb unsere Fragen stellen könnten.
Es gäbe noch mehr dazu zu schreiben, aber ich weder Lust noch Zeit dazu. Deshalb ist das Thema für mich jetzt auch durch.
Ach ja, Ihr Bender ist stark überbewertet finde ich!!!
a. Ich habe das Lehrmaterial von Hasso Bräuer gesehen und finde es ausgezeichnet; da steckt sehr viel drin, was normalerweise als Insiderwissen gilt. Darüber hinaus halte ich Herrn Bräuer aufgrund seiner persönlichen Kompetenz für einen hervorragenden (Haupt-)Dozenten.
b. Buchhändlerisches Grundwissen (um mehr geht es nicht) nützt auch Gebrauchtbuchhändlern. Mögliche Fragen in diesem Zusammenhang: Was sind die rechtlichen Fallstricke der Preisbindung? Woher bekomme ich, falls ich das will, neue Bücher? Wie kalkuliere ich das? Etc.
c. Das Seminarprogramm bietet, in Ruhe betrachtet, viele Anhaltspunkte, was behandelt werden wird: Aufwand für Datenpflege (hier treten die Experten verschiedener Plattformen auf), wie funktioniert eigentlich eine Buchauktion (stößt nicht jeder mal auf evtl. versteigerungsfähige Bücher)?, wie bearbeite ich antiquarische Bücher angemessen? Usw.
d. Abebooks: dass jemand, der offenbar sehr erfolgreich Bücher bei Amazon verkauft, kategorisch Informationen aus erster Hand über eine neue Amazon-Tochter ablehnt, kann ich nicht nachvollziehen. Meinen Sie nicht, dass das Thema Amazon/Abebooks bald mit Wucht auf die Marktteilnehmer zukommt? Im Übrigen geht es in dem Seminar keinesfalls um Werbung für die Teilnahme an einer Plattform.
Schön wäre, wenn Sie auch einen Namen hätten, ist aber nicht wichtig.
Bei allen nötigen Respekt, möchte ich nur kurz auf d. eingehen, aber zu b. würde mir auch noch einen Menge einfallen. 3000 Euro, und Sie sind ein Neubuchverkäufer. Das Geheimnis ist Geld und eine gute Software. Im Onlinehandel war es dann auch schon mit Geheimnissen, oder? Ansonsten schließt mich man sich dem Verband der Onlinebuchhändler an und benatragt eine Verkehrsnummer. Danach fröhlich drauf los gestürmt und bei den den Verlagen bestellt....
Zu d.:
Ihnen ist bestimmt entgangen, dass die Kostenstruktur bei Abe ein Witz ist, oder? Bei Neuware haben haben sie ca. 300.000 Artikel die Sie durch ein Barsortimentler aufspielen können. Rechnen Sie sich doch einmal aus, was dann hängen bleibt.
Und selbst bei Gebrauchtbücher ist der Mehrverdienst, im Vergleich zum Mehraufwand nicht zu vermitteln. Ich habe Abe für mich getestet, geschmunzelt, und beendet. Sinn macht dann für mich eine Plattform die keine Schwesterplattform von Amazon ist, wie z..B. das ZVAB oder ebay.
Noch eine blöde Frage zum Schluss: WennSie das Lehrmaterial von Hasso Bräuer schon gesehen haben, warum ist dann keiner von Ihnen in der Lage eine vernünftige Kursbeschreibung zu machen? Wenn ich meine Bücher danach genau so beschreibe, brauche ich keinen Kurs.
Den Rest schenke ich mir, da es bald Dunkel wird, und ich noch bei Tageslicht draußen Bücher sortieren und ausladen muss. Manche von uns müssen leider nebenbei auch noch arbeiten.
Quält man jemanden, wenn man Fragen zu einer Dienstleistung/Produkt hat?
Kleines Gegenbeispiel: Wollen Sie einen Bus für 20.000 Euro kaufen? Sie haben Fragen? Warum?
Sorry, war ein kleiner interner Witz.
Einen schönen Sonntag noch.
Mir geht es um etwas anderes: Die mir freundlicherweise von dritter Seite zugänglich gemachte Grundstruktur des Frankfurter Lehrstoffs ist in höchstem Maß a b s u r d. Sie ist mit Themen zugemüllt, die wirklich, aus der Sicht des Antiquars, S c h r o t t darstellen.
Was wirklich wichtig wäre, scheint zu fehlen. Ich sage "scheint", denn natürlich kann Kollege Bräuer alles das, was im Konzept zu fehlen scheint, paketweise rüberbringen.
Nur, bitte, das ist einfach keine Methode. Sie haben, lieber Herr Biester, Ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Ich bin mit solcher persönlichen Kritik am Gastgeber, wie Sie vielleicht wissen, eher zurückhaltend. Ich kritisiere lieber Strukturen oder Kollegen.
Wie hätten Sie hier vorgehen müssen - zwingend?
Zunächst müssen Sie (nein, nicht "können", nein, nicht "vielleicht", Sie müssen so vorgehen) g e w i c h t e n.
Was wollen die lernbegierigen Antiquare denn wirklich lernen? Was ist wichtig, was weniger? Denken Sie sich das als eine Art Fieberkurvenband, aber hier links das Allerwichtigste, je weiter rechts die weniger bedeutsamen Punkte.
Nun, auch das *müssen* Sie tun, markieren Sie mit unterschiedlichen Farben die Zugänglichkeit zu den einzelnen Wissenspunkten von anderswo her. Beispiele: So blödsinnig, ja verantwortungslos kompliziert und mehrdeutig auch die Anleitungen des ZVAB zum Titeleinstellen sind (das kann wirklich nur noch Absicht sein!) , man wird davon ausgehen, daß dieser Stoff zwar eingeübt werden muß (auch wenn w+h dann graue Haare bekommen), aber ein richtiges Lehrprogramm dazu selber machen braucht man nicht. Das ist
*praktischer Stoff zum Einüben in den Seminaren.
Ähnliches gilt für die gesamte B i b l i o g r a p h i e, mitsamt der ungeheuer wichtigen, fast gar nicht gekonnten Personalbibliographie: Hier wird man mit Verweisen ins Netz arbeiten, also lehren, w o der Antiquar was schnell im Netz selber finden kann.
Dann aber gibt es Bereiche, in denen n i c h t s nachzulesen ist, weder im Netz noch gar in Wendt und Co. In diesen Feldern müssen zwingend S k r i p t e erstellt werden.
Sagen Sie uns bitte nicht, das sei ja nun erst ein Anfang und Weiteres werde sich ergeben. Das Gegenteil ist der Fall - Anfängerfehler sind fast nicht zu korrigieren. Ihre derzeitige Liste enthält billigen Müll und Schrott, dazu die vielleicht (und im Fall von Koll. Bräuer sogar sicher
Da wurden bisher völlig falsche Maßstäbe angelegt. Vor allem will der Antiquar zu jenem Berufswissen kommen, das er in einem tieferen Sinn braucht, das ihm praktisch nützt, das er sich nicht flugs aus dem Netz ziehen kann.
Wir haben auch im Bereich des Antiquariats hier und da die unschöne Angewohnheit, tatsächliche oder vermeintliche persönliche Ausarbeitungen hastig-krampfhaft unter (in Deutschland: sic!) "Copyright" zu stellen. Für schwere Gelder werden dann die Daten bzw. Texte an die Kollegen verscheuert. Diese Unsitte ist i n n e r h a l b einer Berufsgruppe ziemlich verwerflich und entspricht nicht dem guten Brauch in anderen, ähnlich abgeschotteten berufskundlichen Kleinbereichen - Als Kollege sahnt man nicht die Mitkollegen ab, auch nicht, wie im Fall der verhehlten Auktionspreise, mit Ausreden über zwischengeschaltete "EDV-Firmen" (wo jeder FH-Student das notwendfige Datenbankprogramm schreiben könnte).
Geht das nicht anders? Was wir jederzeit verstehen könnten: Die Berufsorganisation berechnet ihre Unkosten für die Verteilung und den Erwerb des Materials. Etwaiges Autorenhonorar kommt per Werbung nur ganz centweise, aber dann im Lauf der Zeit doch recht nett später rein, ähnlich wie bei der Künstlersozialkasse.
Ich hole so weit aus, weil ich anregen möchte, daß der Börsenverein die Skripte e r w i r b t und sie (bitte festhalten, wir fahren jetzt etwas schnell) g r a t i s ins Netz stellt. Schön garniert mit jener Werbung, die uns sonst eher etwas nervt, die wir aber bei echtem Zusatznutzen gern akzeptieren.
Diese Skripte werden zu einem echten L e h r b u c h des Antiquariats- B e r u f s. Jeder Kollege wird das konsultieren, und wenns pfiffig gemacht ist, steht auch einer regelmäßigen Aktualisierung und Erweiterung nichts im Weg.
Die Kursgebühren würden dann echte Seminarleistungen sein. Sie sind - jeder Seminarteilnehmer, der rechnen kann, weiß das - sehr mäßig angesetzt. Da die Skripte schon im Netz stehen, ist das Seminar dann weitaus effektiver!
Das Urheberrecht hat dann der Börsenverein zusammen mit dem jeweiligen Autor. Solche Rechtskonstruktionen sind im Verlagswesen bewährt.
Daher direkte Frage an die Herren Wufka und Bräuer (weitere Dozenten dito), ob sie zu diesem Schritt bereit wären.
Jeder würde es verstehen, wenn über den Skripten im Netz stünde "Als Manuskript gedruckt", hier als Zeichen dafür, daß es sich um noch nicht fertig gestaltetes Rohmaterial handelt, das ausgebaut werden soll und dessen Zitierung in der vorläufigen Form nicht erwünscht ist.
"Wir haben auch im Bereich des Antiquariats hier und da die unschöne Angewohnheit, tatsächliche oder vermeintliche persönliche Ausarbeitungen hastig-krampfhaft unter (in Deutschland: sic!) "Copyright" zu stellen. Für schwere Gelder werden dann die Daten bzw. Texte an die Kollegen verscheuert."
Was bitte Herr Mulzer meinen Sie damit konkret? Um welche Art von Daten oder Texten handelt es sich hierbei? Ich kann mir da im Moment nichts vorstellen.
1)
Auktionspreise Online des Verbands Deutscher Antiquare - nach Meinung des Verbands-Vorsitzenden eine selbstverständliche Dienstleistung zu billigem Preise - nach meiner persönlichen Einschätzung eine geradezu ungeheuerliche Verwurstung eingestandenermaßen *unverändert* wiedergegebener, von den Versteigerern für Lau erhaltener Allerweltsdaten (Druckvorlagen). Mithin doch eine Benutzung von Kollegen durch Kollegen (und mittels eines schamhaft zwischengeschaltetes Netzbüros) als M i l c h k u h, Jahr für Jahr. Das ist meine Ansicht. Wer eine andere hat, der solls begründen. Vom Karl-May-Experten und Vorsitzenden kam auch nicht die Spur einer Kostenrechnung, nur Sprüche und eine angehängte Beleidigung an meine Adresse.
2)
Zitat aus börsenblatt.net, letzthin:
"Band 58 des "Jahrbuchs der Auktionspreise für Bücher, Handschriften und Autographen“ (JAP) wird in diesen Tagen vom Stuttgarter Verlag Dr. Ernst Hauswedell & Co. ausgeliefert.
Der Band (XXII, 844 S., 396 Euro, ISBN 978-3-7762-0508-4) verzeichnet Ergebnisse von mehr als 50 deutschen, belgischen, niederländischen, österreichischen und schweizerischen Auktionen aus dem Jahr 2007."
Dieses Werk wird zwar redaktionell bearbeitet und ist ein treffliches Arbeitsinstrument. Hierfür aber Jahr für Jahr den Antiquaren 800 DM abzunehmen, das zeigt eine Grundhaltung, die ich schon nicht mehr mit "Milchkuhhaltung", sondern noch ganz anders bezeichnen möchte. Aber lassen wir das.
Von dort führt der Weg weiter zu den unsäglichen, geradezu lächerlichen, völlig abstrusen Anmutungen an uns Antiquare, Mitglied im Börsenverein zu werden - Unsummen, Jahr für Jahr, bundes- und landsemäßig, um der schütteren Wohltaten der AG zuteil zu werden. Aber ich breche ab.
Vielleicht hätte ich mich präziser ausdrücken sollen im vorherigen Posting. Trotzdem verstehen Sie jetzt, was ich meinte. Diese Melk- und Ausnützmentalität setzt sich natürlich fort. Aber dazu sag ich jetzt nichts weiter. Es ist Sonntag Abend.
Herr Mulzer, eine Bitte: verzichten Sie auf die Bilder, die Ihnen nicht gehören. Und Ihr letzter Kommentar ist eigentlich grenzwertig. Einer der Angesprochenen ist schon seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Branche tätig (also ohne Bezahlung, um das zu betonen).
wieder mal ein typischer Mulzer. Von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber große Sprüche klopfen.
1) woher wollen Sie wissen, daß der Verband die Daten für "lau" bekommt? Haben Sie eine Ahnung, was die Erarbeitung und Pflege einer Datenbank kostet? Wenn Sie mir jetzt wider mit Ihren Studenten kommen, die das mal so eben nebenbei aus dem Ärmel schütteln, warum machen Sie dem Verband denn nicht ein preiswertes Gegenangebot?
2) Haben Sie schon einmal ein Buch verlegt? Haben Sie eine Ahnung was Mitarbeiter kosten, die die Daten erfassen, was Satz und Umbruch kosten, der Druck, das Binden, die Lagerhaltung, Buchhaltung, die Redation im Verlag und so weiter und so weiter?
Das Jahrbuch der Auktionspreise bekommen Sie übrigens auch günstiger als den von Ihnen angegebenen Peris. Ohne die CD-Rom ist es 100,- Euro billiger und auf den Preis gibt es ja dann den Buchhandelsrabatt.
Also erst einmal Gehirn einschalten, bevor Sie anderen an den Karren fahren, Sie könnten sonst darunter geraten.
Und Fachliteratur ist immer teuer. Das ist branchenübergreifend. Als Bezieher entsprechender Literatur (z.B. des JAP) wurmt mich das auch. Aber Preise zu fordern, die sich nach dem kleinsten gemeinsamen Finanz-Nenner richten, ist unrealistisch.
Wer Forderungen aufstellt, die Leistungen, welcher Art auch immer zum Nulltarif abzugeben, hat keine branchendienliche Absichten, sondern politische uns systemändernde. Und das nenne ich Populismus.
Eine Bestätiung ist, daß Herr Mulzer Sachverhalte meistens sehr einseitig und aus seiner höchst persönlichen Sicht darstellt und zwar unter Weglassung bestimmter Fakten und Hinzufügung von Annahmen. Um damit für mein Dafürhalten ein bestimmtes Weltbild zu propagieren. Das ist nicht gut.
ein Bellhund,
1. beißt der nicht. und
2. hat meistens Grund zu bellen.
Herrchen versteht sein Geknurre.
Bei berufskundlicher Fachliteratur (der Hinweis auf die dort üblichen hohen Preise ist an sich richtig) stimmt, so meine ich, nicht bei solchen
*Arbeitshilfen,
die ohne Anwendung intellektueller Leistung von halbwegs intelligenten Sekretärinnen abgearbeitet werden können. Solche ***Datensammlungen sollte es zum Selbstkostenpreis geben. Das meinte ich. Echtre Facharbeiten sind was ganz anderes, die sollen und müssen teuer sein. Hier aber werden uns Quisquilien als angebliche "geistige Leistungen" untergejubelt, mit Verlaub.
Druckkosten und Verlagskosten in Ehren - aber man delegiert solchen berufsständischen Formalienkram eben n i c h t an private Fachverlage. Mit Ideologie hat das recht wenig zu tun.
Ich habe selbst Probearbeiten zur Kompilation von Auktionsdaten absolviert - das geht heutzutage wies Bretzelbacken. Man komme mir doch nicht mit nebulösen Leistuinmgsbeschreibungen, hinter denen sich beio näherem Hinsehen nur eines verbirgt - die Ausbeutung eines Berufsstandes.
Weh getan werden soll damit niemandem - dies ist ein berufsbezogenes Portal und wir haben hier nicht Streicheleinheiten zu vergeben, sondern unser berufliches Handwerkszeug zu sortieren nach den Kriterien "sehr brauchbar", "immerhin doch recht nützlich" - - und "unnötig wie ein Kropf".
Beide von mir oben kritisierten Medienerzeugnisse gehören der letzterwähnten Kategorie an, und gäbe es eine Rubrik "schädlich", so würde ich sie sogar dort einreihen wollen.
1.
Das Jahrbuch der Auktionspreise
Die imposante Reihe der grünen Bände in der Universitätsbibliothek (und bei wohlhabenderen Kollegen, als ich einer bin, in der Handbücherei) wirkt spontan einschüchternd. Bücherreihen dieser äußeren formalen Qualität haben allerdings für den Augenzeugen diverser Kulturkatastrophen ihren alten Ehrfurchtscharakter verloren - Lenins Werke in 30 Bänden auf den Müllkippn jeder besseren Kleinstadt der früheren DDR machen uns mißtrauisch gegenüber "würdigen" Serien. Könnte nicht doch, aus heutiger Sicht - - Müll darin enthalten sein?
Es gilt nun, eine Zeitschiene in die Argumentation einzubringen. Was einst eine Großtat vor dem Herrn war, die Zusammenfassung und Ordnung der Versteigerungsergebnisse von drei Dutzend mitteleuropäischen Auktionatoren, ist h e u t e in dieser Form nicht nur unnötig, sondern ärgerlich.
Ich vergesse nie, wie Kollege Uhl, lang ists her, in seiner idyllischen Freiburger Klause die Versteigerungskataloge der letzten Jahrzehnte zu sammeln begann. Auf schweren Regalen stapelten sich Meter um Meter der Kunstdruckbände, die man dann ganz gut erschließen konnte mit Hilfe der grünen Bände aus Hamburg. Wertvolle grüne Bände, wer hätte euch missen wollen? Wobei uns die roten aus Aachen, so lang sie erschienen, allemal viel brauchbarer vorgekommen waren, aber lassen wir das.
Dann wuchs das Internet. Freilich, Speicherplatz war teuer, Datenbankarbeit mühsam und noch teurer, Traffic mußte schwer bezahlt werden, OCR-Programmtexte waren unendlicher Nachkorrektur bedürftig und die Versteigerer dachten nicht im Traum daran, ihre Kataloge ins Netz zu stellen.
Hier war, auch wenn ich über den geforderten Preis schon in einem uralten AdA mal gemotzt hatte, die Rolle der grünen Bände wichtig und lobesam.
Was hat sich seither begeben?
1. Der Speicherplatz ist staunend billig geworden
2. Datenbanklösungen sind inzwischen für solch einfache Fälle, bis auf Gratisprogramme herunter, preiswert
3. Die meisten Versteigerer setzen ihre Kataloge ins Netz und/oder sind bereit, bei entsprechender Absatz- und Werbeunterstützung ihre Katalogmanuskripte elektronisch zur Verfügung zu stellen,
4. Für unentwegte sich netzverweigernde kleine Versteigerer bleibt die OCR-Erfassung inzwischen ein recht gutes Arbeitsinstrument,
5. (Ganz wichtig, weil immer vergessen
Diese fünf Kriterien hat die Redaktion des Jahrbuchs nach meiner Einschätzung schlicht und ergreifend verschlafen. Dieser Satz ist keine "Beleidigung", wir führen hier schließlich eine Art T e s t durch, den sich jeder am Markt Agierende gefallen lassen muß. Verschlafen meint hier, daß die Entwicklung offensichtlich nicht verstanden worden ist.
W e n n ich durch sekundenschnelle Volltext-Abfragen die mühsame alphabetische Gliederung gar nicht brauche, w e n n ich die schon immer ärgerlich unhandlichen, weil zu hohen und zu schweren, Bände mit viel zu breitem Rand, zu großem Durchschuß, zu dickem Papier ersetzen kann durch die sekundenschnelle Netzabfrage, w e n n ich statt der immer etwas unbefriedigenden Kurzauszüge sofort den ganzen Eintrag bekomme, m i t den für Antiquar wie Käufer so wichtigen Details und Zuständen, w e n n ich durch zurückhaltende Werbeeinblendungen, etwa die kleine ZVAB-Eingangsmaske oer, in Gottes Namen, die von Amazon, einen bescheidenen Ertrag für die verbleibenden Kontrollarbeiten bekomme, w e n n die Themen Speicherplatz und Traffic sozusagen vernachlässigt werden können - - dann fliegt das Jahrbuch auf den Müll.
So einfach ist das.
Nun noch eine Anmerkung zum Lieblingskind unseres Verbands, zu der (mit Rücksicht auf die zarte Seele der Redaktion moralisch nicht näher zu qualifizierende...) Datenbank der Auktionspreise nach Strickmuster Karl May.
Es gibt viel Gutes zu übernehmen aus dem angelsächsischen Raum. Ich bin der erste, der bei allen Vorhaben und Überlegungen ohne jede Scheu erst einmal in die USA surft. Das ist ganz klar. Dort ist heute ein guter Teil unserer geistigen Heimat. Gerade als Linkssozialist sage ich das - Berührungsängste darfs nicht geben. Die Leute dort sind oft um so vieles besser.
Aber es gibt Ausnahmen. Zu diesen ausgesprochen t ö r i c h t e n Entwicklungen gehört das Verbergen und Verhehlen der Auktionsergebnisse - und deren Verhökern zu ganz lächerlich hohen, meist noch im Abonnemernt zu löhnenden Preisen. Einer geradezu peinlich geringen Arbeitsleistung und noch geringeren Netzkosten stehen hier Unsummen von ab- (nein, Herr Biester, ich schreibs nicht aus), also von "erhobenen" Gebühren gegenüber.
Hier wurde schon des langen darüber nachgedacht, ob dieses Verhehlen der Auktionsergebnisse etwa Absicht der Versteigerer oder des Verbands, etwa der ILAB, sei. N i c h t s davon ist zutreffend. Vielmehr haben irgendwelche pfiffigen Netzpir - stopp, richtig: Netzfachleute die angelsächsische Idee aufgegriffen und wollen diese Käseglocke nun auch den deutschen Antiquaren und Kunden aufstülpen. Jeder Atemzug frischer Luft kostet xy Euro, ansonsten bleibt die Glasglocke geschlossen, und du darfst mühsam weiterhecheln.
Das Verfahren ist rundum töricht. Unsinnig erst einmal von den Versteigerern her, die trotz Hoch-Zeit des Umsatzes natürlich ahnen und sogar mit Sicherheit wissen, daß über Ebay und Amazon (nicht über spezialisierte Netzversteigerer; das Hamburger Modell ist schein-tot und bleibt es) ihr Totenglöckchen leutet, s o f e r n sie nicht subito für ihr ehrenwertes Gewerbe werben. Genau dazu wäre eine o f f e n e, aber gechickt werbende gemeinsame Datenbank der alten Ergebnisse sehr wirksam, ja geradezu ideal.
Eine, und das darf ich nun berufsbezogen so einschätzen, eine - - moralische Unkorrektheit ist es nach meiner Einschätzung, den K o l l e g e n gegenüber, ihnen ein ganz selbstverständliches Arbeitsinstrument nur gegen hohe Gebühren zur Verfügung zu stellen. Da darf sich bitte auch ein Karl-May-Weltexperte nicht aufregen darüber, daß ich ihn mitverantwortlich mache für diesen ärgerlichen Zustand - unter seiner Vereinsführung ist das unsägliche Projekt angegangen und verabschiedet worden. Zumindest hat ers kritiklos hingenommen und ihm das propagandistische Sigel des Verbands verliehen, zumindest in den Ankündigungen. Oder bin ich etwa blind? . Das hätte nie passieren dürfen.
Sie sehen, werte Kollegen, die Sie sich bis hierher durchgequält haben: Die Materie ist kompliziert. Bei näherem Hinsehen wird sie aber erstaunlich einfach und ganz klar.
a) das Verhältnis des Antiquars zum Versteigerer,
b) die Ermittlung und Wertung der Versteigerungsergebnisse durch an Antiquar aktuell und retrospektiv, bei An- und Verkauf, bei Schätzung, bei der gesamten Kostenrechnung,
in der zur Zeit diskutierten Ausbildungsordnung der Antiquare einen ganz zentralen Platz einnehmen muß, bedarf ja wohl keiner Begründung.
Hier wüßte ich sehr gern, wie eigentlich die Taktik und Strategie des kleinen und mittleren Antiquars den Versteigerungshäusern gegenüber zu werten ist - und ob sich die werten Ausbilder hierzu n e u t r a l e Ausbildungsskripten erarbeitet haben.
(Wenn hier und oben der Eindruck entsteht, daß ich die Rolle der Versteigerer in der Tagespraxis des Antiquars durchaus p o s i t i v sehe und ein wenig pro domo der Auktionshäuser spreche, so ist das durchaus zutreffend)
g e f r a g t e n / gesuchten *Sachgebieten
vorzugehen. Ich würde grundsätzlich immer bei den Sachgruppen anfangen, auch bei Wertbestimmungsfragen. Die Grundsortierung aller Bücher, im Bestand wie auch aus Neuerwerbungen, nach Sachthemen wäre bei mir immer die erste Stufe.
Alles weitere muß dann sachgebietsspezifisch gelehrt werden.
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Hier liest und schreibt niemand mehr. Aber die schweigsamen Leute, die ich oben angesprochen haben, sollten sich über eines im Klaren sein: Meine Kritik ihrer Werke ist via Google ziemlich leicht zu finden. Es lohnt sich deshalb durchaus, hier Stellung zu beziehen. "Einfach totschweigen" nachdem man kritisiert worden ist, das läuft in Internetzeiten nicht mehr.
Wäre ich an der Fabrikation der heute Nachmittag besprochenen Bücher bzw. Dienste beteiligt - ich würde deshalb hier antworten.
Dies besonders vor dem Hintergrund der immer häufiger auftretenden Falschinformationen, die das Internet vermittelt. Dagegen sind die in den gedruckten Medien ebenso mitunter auftretenden Irrtümer eher marginal.
Jedewede auf welchem Weg auch immer zugängliche Fachinformation statt auf ihren Gehalt und ihre Benutzbarkeit lediglich auf ihren Kostenfaktor hin zu prüfen, halte ich zu kurz gedacht.
Die schnelle Suche nach Informationen im Internet mag zwar komfortabel erscheinen, birgt aber große Unsicherheiten (s.o.). Fatal kann es werden, wenn der noch ungeübte Antiquar sich ausschließlich nach Internetinformationen richtet.
Höherwertige Werke, besonders aus dem naturwissenschaftlichen Bereich werden im Internet oft zu absurd hohen Preisen angeboten. Das kann zu einer verhängnisvollen Entscheidung führen, wenn der Antiquar auf so einer Basis einkauft, nicht wissend, daß auf Auktionen der Preis nur einen Bruchteil betragen hat.
Zusammenfassend: Informationen aus dem Internet sind flüchtige und oberflächliche Momentaufnahmen. Nicht immer, aber oft. Informationen aus der Handbibliothek sind nützliche Erfahrungen langer Jahre, manchmal Jahrhunderte. Auch nicht immer richtig, aber meistens.
Ich glaube ganz einfach, wer Antiquar werden will, sollte begreifen, daß man in diesen Beruf langsam hineinwächst. Das gilt auch noch heute. Selbstverständlich hat das Internet in den letzten Jahren viel verändert. Und das Internet ist immer schneller geworden und nimmt an Geschwindigkeit weiter zu. Das heißt aber nicht, daß wir unseren Beruf genauso turbomäßig begreifen oder ausüben sollten. Das wäre kontraproduktiv. Eigene geistige Leistung sollte schon erforderlich sein. Vor allem die Fähigkeit zu erkennen, wann das Internet nützlich sein kann und wann das gedruckte Nachschlagewerk. Beide Medien haben ihren Stellenwert. Doch den jeweiligen für seine Arbeit nutzbringend einzusetzen, ist auch Lernarbeit.
Und eine Priorität hat der Antiquar eindeutig: das Buch, nicht die Festplatte.
Wenn Sie mich gemeint haben, dann kann ich nur zu einem kleinen Teil zustimmen. Mich hat viel mehr interessiert, aber das alles aufzuzählen würde zuviel Zeit kosten, und ich bin zu müde.
Mich hat tatsächlich die Auseinandersetzung mit dem Antiquar interessiert. Wie arbeitet er, wo in der Arbeit sieht er das Handwerk usw. Und je mehr ich mit Antiquaren zu tun habe, oder besser manche die gern welche wären, desto mehr würde ich gern verstehen wie dieser Teil tickt.
Ob ein Buch wertvoll ist oder nicht, bekomme ich raus, wenn ich will. Dafür habe ich ein paar Freunde, die mich nicht über den Tisch ziehen nur weil ich grade mal ein teures Buch gefunden habe.
Bei einer Auflösung in Köln habe ich viel "Werkzeug" eines Antiquars gesehen, welches ich nicht einschätzen konnte, und gern mehr darüber gewußt hätte. Wie repariere ich Bücher, welchen Radiergummi nehme ich usw. Es ist der Umgang mit dem Buch als Handwerk und das Wissen welches mich fasziniert. Da habe ich starken Lernbedarf.
Die technische Datenseite ist nicht was ich erklärt haben möchte. Ich fürchte, dafür müßten schon andere Dozenten eingekauft werden. Wenn ich will, schiebe ich meine Datensätze von Plattform zu Plattform und wandle mir diese auch selbst um.
@Heuberger
Ich brauche für den Rest des Benders noch ein wenig. Derzeit bin ich Abends einfach zu müde. Sollte es eilen, bitte einfach kurz anrufen.
Herzlichst
da hat sich ein grunsätzliches Mißverständnis eingeschlichen, das ich hurtig korrigiren will:
Natürlich denke ich nicht, daß das Jahrbuch der Auktionspreise e r s a t z l o s gestrichen werden sollte oder könnte. Vielmehr muß an seine Stelle eine Veröffentlichung der Katalogtexte der Versteigerer im Netz u n d der dazugehörigen Ergebnispreise treten.
Das ist fürwahr keine große Operation, da die Drucktexte ja eh schon digitalisiert sind. Auch macht ihre Entnahme und retrospektive Wiederverwertung juristisch keine Probleme, wenngleich eine gütliche Zusammenarbeit mit den Versteigerern immer vorzuziehen ist.
Wir verstehen uns also nun besser: Das Versteigerungsjahrbuch in seiner jetzigen Form ist deshalb schädlich, weil es die weitaus besser nutzbare Verzeichnung der g a n z e n Katalogtexte mit komfortableren Volltextsuchmöglichkeiten v e r h i n d e r t.Ein alter Schrank also, der unnütz im Weg herumsteht. Aber natürlich muß der neue Schrank her!
"Ob ein Buch wertvoll ist oder nicht, bekomme ich raus, wenn ich will. "
Niemand zweifelt daran, daß Sie sich durchs Internet kämpfen können, bis Sie einen Anhaltspreis finden. Auch kann man immer "Freunde fragen". Nur geht in der Praxis beides zu l a n g s a m. Die Geschwindigkeit spielt bei dem nur vermeintlich "gemütlichen" Antiquar eine zentrale Rolle. Sie müssen in der Lage sein, an einen wohlgefüllten Bücherschrank heranzutreten und in fünf Minuten die teuren Stücke halbwegs korrekt zusammenzurechnen - - aus dem Kopf heraus. So läuft das. Können Sie das nicht, sind Sie kein Antiquar.
"Lernen" im eigentlichen Sinn können Sie das nicht. Es ist das Speichern tausender von Preisen. Gibt es keine Anhaltspunkte und Regeln? Ja, schon. Die darzustellen und zu lehren ist eine ganz große Kunst, fast unbezahlbar. Kollege Heuberger hat oben gerade eines der schwierigsten Kapitel angesprochen - die höchst kniffelige, ambivalebnte Bewertung der alten Naturwissenschaften.
Den möchte ich sehen, der auch nur dies eine Kapitelchen so lehrt, daß der Antiquar praktisch was davon hat.
2.
"Wie repariere ich Bücher, welchen Radiergummi nehme ich usw. Es ist der Umgang mit dem Buch als Handwerk und das Wissen welches mich fasziniert."
Ganz sicher können hier keine V o l k s h o c h s c h u l - Kurse gemacht werden. Es sollen angehende oder auch schon länger arbeitende Antiquare f i t gemacht werden für ihren Beruf. Es ist ja schön, wenn Sie das "fasziniert". Aber die faszinierten Damen kann man da doch wirklich nicht brauchen.
Sehr schön beobachten Sie die Notwendigkeit, auch die manuellen, die eher technische Praxis zu behandeln. Hier, im Handwerklichen, wird - ich verwette meine heutigen drei Flaschen Aldi-Rotwein -darauf - fürchterlicher Stuß in den Skripten stehen. Vielleicht ist es unfair, aber wäre ich bei sowas anwesend, würde ich in diesem Handwerklich-Technischen den Verein mit Lust und Wonne zur Raserei bringen. Denn da wird von A-Z gepfuscht, auch von erfahrenen Kollegen. Himmelschreiend! Was ich auch nur an Lager- und Transportpraxis sehen mußte bei alten Häusern, dies wirklich besser wissen müßten...
3.
"Die technische Datenseite ist nicht was ich erklärt haben möchte. Ich fürchte, dafür müßten schon andere Dozenten eingekauft werden"
Zum hundertsten Mal: Es handelt sich nicht um Daten t e c h n i k, sondern um Daten t a k t i k. Wir müssen aus der Vielfalt angebotener Systeme und Systemverbünde die uns gemäßen auswählen können - und wissen, warum.
Alkohlismus ist eine Krankheit, und nur deshalb verzichte ich darauf Ihnen Ihren Beitrag um die Ohren zu hauen.
Es ist erschreckend , was dieser Aldifusel offensichtlich für Nebenwirkungen hat. Herr Mulzer, Sie wollen sich nicht wirklich mit mir über Datentechnik oder Datentaktik unterhalten, oder? Ich fürchte, Sie haben von beiden keine Ahnung, und ich würde Ihnen eine Nachhilfestunde so hoch in Rechnung stellen, dass Sie eine Zeitlang auf Ihr Pennerglück verzichten müssten.
Sagen Sie Herr Mulzer, würde es Ihnen nicht mehr Spass machen Rechnungen zu schreiben, als Ihren ewigen widergekäuten Schwachsinn? Dann verkaufen Sie doch einfach mal ein wenig. Ich würde Ihnen, ein kostenloser Ratschlag, empfehlen, sich mal um eine zweite Verkaufsplattform zu bemühen. Vorschlag: Das ZVAB.
Einfach die Datensätze von ebay umwandeln, und schon sind Sie im ZVAB weit vorn, da Sie dann sogar Fotos mit dabei haben. Ach, können Sie nicht? Wundert mich nicht, ich kann es aber..... ätsch.....
Wissen Sie, Herr Mulzer, Labern ist eine Sache, aber zumindest sollte man auch noch etwas können, außer sich mit Hilfe des Pennerglücks über die Kollegen zu stellen.
Gute Besserung
- das war etwas tückisch von mir, zugegeben: Ich wollte Sie in die Falle locken. Prompt sind Sie hineingetappt.
Seien Sie belehrt, daß ich seit Jahren Alkohol nicht vertrage, in welcher Form auch immer, auch nicht einen Tropfen - mein Magen.
Es ging mir darum, coram publico Ihre nicht besonders edle Gesinnung - - v o r z u f ü h r e n.
Was Sie selber bestens besorgt haben.
Frauen eben.
Ich poste übrigens meist nur, wenn ich was getankt hab, ansonsten hab ich besseres zu tun.
Erstaunlich, dass Herr Mulzer pausenlos seine frauenfeindlichen Beiträge veröffentlichen darf - wenn jedoch eine Frau zurück schießt, werden die Postings gelöscht.
Man weiß, daß die werten Kollegen solche Plänkeleien ganz gern lesen. Aber es gibt ja noch sowas wie die Würde eines Portals. Ich hätte die beiden Postings auch gelöscht. Man darf da nicht so empfindlich sein.
"Thema verfehlt", das ist die Ursünde bei jedem Deutschaufsatz.