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16.01.2009Filialisten
Auf dem Rückzug
Thalia hat mit Würzburg offenbar kein Glück: weder mit der Übernahme der Filiale von Poertgen Herder, noch mit dem Kauf der Arena Buchhandlung in der Domstraße 26. Jetzt zieht sich das Unternehmen ganz aus der bayerischen Stadt zurück. Am 17. Januar wird der Laden in der Domstraße aufgegeben. »Wir freuen uns Sie zukünftig ab dem 26. Februar in Schweinfurt zu begrüßen« – vermerkt das Unternehmen online für seine Kunden, dabei liegt die neue Filiale in der Schweinfurter Stadtgalerie (850 Quadratmeter) rund 40 Kilometer entfernt.Hugendubel tritt in Chemnitz den Rückzug an: Nach zehn Jahren lässt das Unternehmen den Mietvertrag nicht verlängern – zum 31. März ist für die Filiale im Vita-Center Schluss; sie ist mit etwa 500 Quadratmeter die kleinste Fläche, die Hugendubel derzeit bespielt. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, meldet das Unternehmen; den Mitarbeitern würden »alternative berufliche Möglichkeiten innerhalb der DBH-Gruppe angeboten.« Warum Hugendubel Chemnitz verlässt? »Diese Größe war für uns ein Experiment, das wir nun beenden«, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Maximilian Hugendubel. Die Chemnitzer Filiale passe »in Bezug auf Fläche und Umsatz als Einzelstandort nicht mehr in unsere Unternehmensstruktur.«
Auf die Situation bei der DBH-Tochter Weltbild hat die Schließung scheinbar keinen Einfluss: Weltbild-plus im Vita-Center bleibt.



1. urmel 16.01.2009 14:33h
die DBH räumt aber auch so kräftig und nicht nur in Chemnitz auf:
13, der gerade erst eröffneten Karstadt-Weltbild-Filialen wurden jetzt schon wieder geschlossen.
Hugendubel in der Berliner Friedrichstraße ist auch dicht....
und es wurden nicht alle Mitarbeiter in andere Filialen vermittelt, denn die DBH betreibt kräftig in allen Filialen Stellenabbau.
Derzeit gehen 2-3 Mitarbeiter pro Filiale.
2. Werner M. 16.01.2009 14:35h
... bei 500? Filialen ist das natürlich beachtlich!
3. Prof. Dr. Lischen Müller 16.01.2009 18:59h
Das Weltbild massiv eingebrochen ist, ist ja schon eine schöne Sache und jetzt werden auch noch die großen einsehen müssen, das nicht alles gold ist was Thalia und Hugendubel heißt. Mit viel zu wenig Personal und dann auch noch schlecht ausgebildet, kann man keinen Erfolg haben. Der Kunde hat die Nase voll von dem Kommerz den die betreiben und beruft sich lieber auf persönlichere und liebevollere Buchhandlungen.
Prof. Müller
4. anonym 16.01.2009 19:01h
außerdem schließt die Weltbild Filiale in Reutlingen
5. Finnin 16.01.2009 19:15h
Sowie Thalia in Berlin-Zehlendorf (die einzige literatur-affine Filiale in Berlin, früher Kiepert), und die Azubi-Filiale im Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen. Und die Filiale im Szenetreffpunkt Prenzlauer Berg verliert eine Etage.
6. Frauke Mosler 16.01.2009 19:48h
Die Verbitterung der kleinen, beschaulichen und ach so plüschigen Buchhandlungen scheint so groß zu sein, dass jede Nachricht die den Namen Hugendubel bzw. Thalia beinhaltet zu einer sich wiederholenden "die Großen sind so gemein" Diskussion führt.
Offensichtlich haben Lieschen Müller & Co keine kreativen Ideen was das Konzept ihrer Läden angeht. Dabei können kleinere Läden Sachen, die wollen die großen gar nicht. Und: auch meine Buchhandlung ist ein Wirtschaftsunternehmen, nicht nur Thalia oder Hugendubel. Ich will auch meinen Profit, nicht nur die. Und es klappt auch - dadurch, dass ich Leistungen anbiete, die sich abheben.
Dann mal los!
Frauke Mosler
7. ich 16.01.2009 21:30h
Na klar werden den Mitarbeitern berufliche Alternativen angeboten, die nur leider 250 km entfernt liegen ... diese Angebote gelten auch für Teilzeitkräfte, die Familie haben... eine echte Alternative, mit der ganzen Familie umzuziehen, das wird heutzutage nun mal verlangt ... oh mann...
8. Jan Hartmann 17.01.2009 15:42h
Klar sind diese Alternativen nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin wird sich um die Mitarbeiter bemüht und nicht einfach "Tschüss" gesagt. Dass nicht jeder die Alternativen nutzen kann ist eine ander Geschichte und es tut mir auch um jeden Leid, aber so ist das nunmal.
Als ich meinen Buchladen zumachen musste, hatte ich keinen Alternative. Ich wäre mit Freuden durch ganz Deutschland gezogen, wenn ich woanders hätte weiterarbeiten können. Aber im Endeffekt müssen die Filialen (genug) Gewinn abwerfen oder zumachen. So ist das Leben nunmal.
Jan Hartmann
9. Filialleiter 17.01.2009 16:54h
Zum Gelben vom Ei: die DBH, speziell Weltbild ist seit einiger Zeit dabei, ein neues Personalkonzept durchzusetzen. Das heisst, weniger Vollzeitpersonal - mehr unqualifizierte Aushilfen. Wer länger dabei ist - ist zu teuer und muss weg. Egal wie - und da sind diese Angebote, weit, weit weg vom urprünglichen Arbeitsort obligatorisch, um genau diese Mitarbeiter loszuwerden. Das hat nichts mit einem "Angebot" zu tun. Das ist eiskalte Berechnung. Weltbild schliesst im Moment und in Windeseile viele Filialen - ohne Rücksicht auf Verluste. Und das schöne Wort, das aus den oberen Etagen als "Motivation" für die Mitarbeiter immer wieder zu hören war - nämlich "Umsatzscharf" - wird hier weitgehend umgesetzt. Auf Kosten des Personals. Eine Schande ist das - schämen sollen sich die hohen Herren....
10. MB 17.01.2009 19:10h
@ Frauke:
nicht jeder buchhändler hat das glück eine eigene buchhandlung zu haben. einige müssen halt auch für die dbh oder thalia arbeiten. fallen dir job-altanativen, bzw. aktuelle stellenausschreibungen ein? ! seltsam: mir nicht!
@ jan hartmann
glaubst du ehrlich, dass das altanativen sind?
bist du dir sicher, dass man angestellte von 13 aktuell geschlossenen wb-filialen einfach so unterbringen kann? oh, ganz sicher nicht!
weltbild möchte personal sparen und genau das tun sie gerade!
guckt mal auf weltbild.com! da sind fast nur noch aushilfsstellen ausgeschrieben, oder 25/30 h stellen.
ganz klar: bei einer expansion muss nicht jede filiale gewinn machen. das wäre utopisch und quatsch. es geht da auch z.T. um einen marktwert, eine position und natürlich um die mitbewerber-verdrängung.
nicht jeder supermarkt macht ein umsatzplus: es gibt ecken, da sind 5 aldis und lidls nebeneinander!
die machen ganz sicher alle keine großen gewinne.
wenn sich ketten wie thalia oder dbh überlegen 20 filialen im jahr zu eröffnen, dann ´wissen die schon vorab, dass nicht alle riesen umsätze einfahren werden!
11. Amanda Libris 17.01.2009 20:31h
Es gibt durchaus Weltbildplus Filialen, die von Kunden gerne angesteuert werden, weil das Personal dort nicht so arrogant ist, wie in vielen großen Sortimentern. Aber eins ist ganz klar: auch diese "Medienverkäufer", die qualifiziert sind (ja da sind auch Buchhändler) und die, die gerne und kompetent jeden Kunden beraten können, werden mit warmen Worten aus der Personalabteilung abgespeist, wenn eine Filiale geschlossen wird (wie in Köln und Mönchengladbach). Auflösungsverträge werden angeboten oder vermeintlich gut gemeinte Angebote gemacht, bei denen jeder Arbeitsrechtler die Hände über den Kopf schlägt. Es sollen nun Aushilfen das können, was gute Altgediente Mitarbeiter leisten und damit das klappt, gibt es eine Fibel, in der steht, wie es geht - wirklich. Aber diese Modell gibt ja wohl in jeder Branche des Einzelhandels, nicht wahr?
12. Frauke Mosler 17.01.2009 23:23h
Die hohen Herren sollen sich schämen damit der arme kleine Buchhändler sich leid tun kann! Das ist ja schwarz-weiß-Malerei wie in den ersten Tagen des Arbeitskampfs.
Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich wie immer auch an dieser Stelle: auch das Buch ist nur eine Ware. Auch der Buchladen ist nur ein Geschäft. Und so, wie eine Kohlegrube dicht gemacht wird wenn sie nicht mehr genug abwirft, so wird auch ein Buchladen dicht gemacht und die Mitarbeiter stehen auf der Straße. Das ist traurig und furchtbar, ja. Aber doch immer wenn sowas passiert.
Genauso logisch wie das Arbeitskampfgemaule ist auch die Tendenz Lohnkosten senken zu wollen.
Naja, dann bleibt wohl alles wie es ist.
13. Frauke Mosler 17.01.2009 23:28h
Nachtrag:
@ MB:
Wenn ich die DBH- bzw Thalia-Chefin wäre, würde ich auch alles tun um Mitarbeiter los zu werden, die das Gefühl haben sie "müssen halt auch für DBH oder Thalia arbeiten". Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die gerne arbeiten wollen!
14. U.H.T. 18.01.2009 12:15h
Sicherlich ist es klar, daß Filialen die nicht gewinnbringend arbeiten heutzutage geschlossen werden müssen. Sei es auch manchmal nur, weil die Banken mit ihren Krediten (die auch die Großen haben!!!) nicht mehr so nachsichtig sind und viel schneller auf Einhaltung aller Modalitäten achten. Schade ist nur, wenn die rechte Hand nicht weiß was die linke tut, und unterschiedlich lautende Pressemeldungen in kurzen Abständen über den Äther gehen. Am einen Tag wird geschlossen, weil Filialen nicht gewinnbringend sind, am nächsten heißt es, die Zusammenarbeit wird gestärkt und an noch mehr (!!!) Standorten mit neuem Konzept und verkleinerter Fläche gefahren (so bei Weltbild / DBH passiert! ).
Zum Thema "schlecht ausgebildet": Leider sind ein Großteil der Mitarbeiter sehr wohl gut bis sehr gut ausgebildet, sehr häufig erfahrene Buchhändler, die mit einem bescheidenen Gehalt als Medienverkäufer mit Zeitvertrag eingestellt werden.
Diese Leute sind anfangs ausgesprochen motiviert, freut man sich doch heutzutage überhaupt eine Stelle in seinem eigenen Beruf zu bekommen. Leider ist man in seinen Entfaltungsmöglichkeiten (auch was Bestellungen, Recherchemöglichkeiten, etc. angeht) dank kostensparenden, bis aufs allerletzte abgespeckte Arbeitsmittel in den meisten Bereichen und minimaler Personaldecke in fast jeder Filiale einfach auf das notwendigste beschränkt. Da kann man noch so sehr wollen und noch so freundlich sein, bestimmte Dinge funktionieren einfach anders als beim normalen Sortimenter. Das ist nun mal das Konzept und dessen sollte sich jeder bewußt sein, der dort arbeitet. Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Eine Familie kann man von dem Gehalt schwerlich ernähren.
Vielleicht sollte man sich mal bewußt sein, daß Arbeitskraft auch eine "Ware" ist und der Arbeitgeber für sein Geld auch nur Arbeitskraft bekommt und keine "Lohnsklaven". Dann kann man seine Arbeit erledigen und muß sich nicht permanent einbringen - beweisen - motivieren etc, daß ist nämlich bei dem Gehalt wirklich kaum drin. Sollen die Mitarbeiter vor Dankbarkeit auf die Knie gehen? Liebe Frauke, die Zeiten in denen man es sich leisten konnte, sich den Job auszusuchen sind schon lange vorbei und ein Job ist (zumindest in diesem Segment) eben nur ein Job und nicht das ganze Leben. Deswegen bin ich weder arrogant noch muß man mich loswerden. Das ist die Realität und nicht falsch verstandene Loyalität, die sich der Arbeitgeber übrigens auch erarbeiten müsste. Momentan ist es nur Druck!
Der Kunde allerdings, da gebe ich jedem recht, sollte davon normalerweise nichts merken. Wenn es wirklich soviele bemerken, dann ist der Arbeitgeber auch in der Pflicht daran zu arbeiten. Allerdings bezweifle ich das! Die meisten Kunden nehmen so etwas nicht wahr und bei WB etc. wird zu allem anderen sehr auf Kundenfreundlichkeit geachtet, die kostet die Konzerne nämlich nix!
Schwarze Schafe gibt es überall, trotzdem weiß z.B. ich, daß ich eine sehr gute Buchhändlerin bin und zum Teil auch selber für meine Motivation sorgen muß, aber das ist schwer, wenn man versucht wird vom Arbeitgeber in "Angst" gehalten zu werden. Damit werden auch viele Filialleiter bewußt unter Druck gesetzt, die sich am Knotenpunkt befinden und denen einfach die Hände gebunden werden, bwz. nicht die Zeit gelassen wird, vernünftig ihre Arbeit zu tun, weil Ihnen per se schonmal unterstellt wird, unfähig zu sein. Mal ein lobendes Wort von oben ist echte Mangelware. Dabei wäre das so einfach und kostet nichts!!!
15. MB 18.01.2009 12:53h
@ Frauke:
deine/ ihre arroganz ist unglaublich.
ich gehe davon aus, dass du/ sie bisher nie für einen filailisten arbeiten "mussten" und daher nur wenig in der lage irgendwas wirklich beurteilen zu können.
das ist glück. dafür kann man dich/sie nur beneiden. ernsthaft.
die arbeit kann noch so toll sein, die kollegen extraklasse (so wie bei mir), wenn die rahmenbedingungen aber nun mal nicht stimmen:
was ist denn mit "taschenkontrollen", 80 ü-std in 3,4 montaten, 8-stündige "storechecks" in denen dann selbst die kassen-tastaturen umgedreht und auf "dreck" untersucht werden!?!
sowas geht an die substanz. bei mir zumindestens.
auch eine dbh-chefin, bzw. die thalia-führung sollte bedenken, dass wir alle menschen sind, kein taschenuch für 8,95,- ! Menschen mit denen man würdig umgehen sollte.
denn letztlich ists so, dass WIR, die buchhändler, diese unternehmen so groß gemacht haben wie sie heute sind.
die führunng z.b. bei thalia oder weltbild denkt, dass sie mal schnell nen anderes logo über die tür hängen und alles ist wunderbar, die umsätze steigen von alleine...
ja, ist klar.
liebe frauke:
sehr gerne würde ich einen anderen job nehmen, wahrscheinlich viele andere leute mit mir.
es hat sich eine menge verändert und es ist LEIDER nicht mehr so wie vor zehn jahren. sich täglich zu motivieren und immer das beste zu geben ist halt einfach nicht mehr so einfach wie noch vor ein paar jahren. fakt.
hast du grad einen job im angebot? sicher nicht!
es ist ein privleg so arbeiten zu dürfen wie du/sie! ich beneide das.
16. ISI 18.01.2009 12:56h
@UHT
ich kenne diese sachen von weltbild:
die haben absolut lächerliche broschüren für alles!
warenpräsentation, mitarbeiterkleidung, die mitarbeiter "fibel" usw.
wahrscheinlich gibts noch mehr.
17. Marion Lehmann 18.01.2009 13:02h
@ Frauke!
Du bist unglaublich! Sowas kann man garnicht mit anhören!
Sicherlich muss ein großes Unternehmen auch mal eine Filiale zumachen, wenn sie nach 2,3 ,5, 10 Jahren noch immer keine Gewinne abwirft.
Die aktuell geschlossenen DREIZEHN Karstadt-Flächen wurden jedoch erst im Juli 2008 übernommen und zum 31.12.08 wieder geschlossen. Das sind gerade einmal 5 Monate!
Zur Ware "Buch" und zu großen Unternehmen:
wir leben, zumindestens sollten wir das, in einem Sozialstaat, in einer sozialen Marktwirtschaft.
Die DBH hat meiner Meinung nach mit x-tausend Mitarbeitern, auch eine gewisse Verantwortung. Also nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!
18. B.R 18.01.2009 13:46h
Da wir im Kapitalismus wirtschaften, d.h wirtschaftlich lohnend arbeiten, müssen nicht wirtschaftliche Buchhandlungen geschlossen werden. So geht es schließlich auch kleinen Sortimentern und nicht nur den "großen Bösen".
Natürlich betrifft dass bei einem Filialisten andere Ausmaße, welche aber den gleichen Grundlagen unterliegen.
Kein Umsatz, kein Gewinn = Keine Rentabilität.
Außerdem denke ich, dass den Filialisten ihre Verantwortung, was die Arbeitsplatzsicherung betrifft, bewusst ist. Sie haben mehr Möglichkeiten Arbeitsplätze zu sichern, dennoch darf man den Dominoeffekt nicht außer Acht lassen.
Mitarbeiter die wegen einer Filialschließung in eine andere Filiale kommen, erhöhen dort die Personalkosten ohne den Umsatz zu erhöhen und senken damit die Rentabilität einer weiteren Filiale.
Entlassungen sind oft nicht zu verhindern, obwohl es stetige Versuche gibt, diese minimal zu halten.
Dies zur Diskussion über Schließungen, eine weitere offene Frage beträfe die Schuld an Schließungen.
Diese kann aber keiner der hier kommentierenden Hobbyautoren beantworten, da Ihnen wie auch mir das nötige Insider-Wissen fehlt.
Eins kann man noch anmerken: Dies wird kein leichtes Jahr für den Einzelhandel, ebenso wenig für den Buchhandel. Diese Situation betrifft Filialisten und auch kleine Sortimenter. Um die steigende Zahl der Schließungen und Insolvenzen vorzubeugen, muss der Buchhandel an einem Strang ziehen.
Expansionen müssen bedacht gewählt und Aktionen vorsichtiger geplant werden.
Sonst enden wir alle wie Kiepert.
19. Frauke Mosler 18.01.2009 13:52h
Meine letzte Nachricht dazu:
Es klingt nicht danach als wäre es für die Meisten "nur noch ein Job". Die Diskussion zeigt das Gegenteil.
Wenn in einer Branche die es sowieso momentan schwer hat der eigene Arbeitgeber Filialen schließt bedeutet das bestimmt nichts gutes für das Unternehmen. Ich meine lediglich: Das toll zu finden ist für den Mitarbeiter wohl eher fehl am Platz, da das den Druck und die Vorgaben innerhalb der Firma noch erhöht.
Gute Zeit noch!
PS: @ Marion: Hat die DBH x-tausend Mitarbeiter?
20. MB 18.01.2009 17:21h
kiepert ist an einer gescheiterten kreditvergabe und der rasanten expanison zerschellt.
@frauke: 3000-4000 MA hat die DBH
@ B.R. : Weltbild hat 350 Filialen, davon können und müssen nicht alle gewinn machen. es geht, wie schon zuvor erwähnt, um eine marktposition!
(besonders der thalia holding gegenüber).
unterm strich muss, ganz klar, natürlich ein plus erwirtschaftet werden.
so schlecht wie wb inoffiziell betont, kann es ihnen ja nich gehen, wenn sie jahr um jahr 20,30 eröffnungen durchziehen!
oder?
ich glaube es gibt einen unterschied zwischen wirtschaftlichen handeln mit einen gewinnplus oder "die kuh so lange zu melken, bis wirklich kein tröpfen mehr herauskommt".
21. MB 18.01.2009 17:24h
wie wird weltbild immer wieder in der presse betitelt
"raffgier auf katholisch".
momentan sind sie wirklich nicht weit davon entfernt.
22. Mara 18.01.2009 22:27h
Hallo, liebe Buchhändler
ich bin hier in Würzburg direkt betroffen gewesen, sowohl von einer Eröffnung Hugendubel, als auch von einem Umzug Hugendubels in eine noch größere Ladenfläche, dort ist es jetzt mega hübsch und Bahnhofs-Palast-artig, mit riesigen Lüstern von der Decke, aber alle unsere anderen Buchhandlungen, die sehr gut sortiert sind, über hochqualifiziertes Personal verfügen und die nun schon seit ein paar Jahren nun ständig Lesungen Events etc. anbieten, stehen sich buchstäblich die Beine in den Bauch weil "niemand" mehr kommt und unser Wissen will. und die paar treuen Stammkunden, können das Personal von Tariflohn zahlenden Buchhandlungen auch nicht mehr retten.
So arbeitete ich nach langer Arbeitslosigkeit in Schweinfurt weiter, wo auch dort eine Weltbild Filiale die Kunden wegnahm, ein unmotivierter Chef aus Berlin, der, als sein Profit nicht mehr stimmte, unsere schöne, sehr gut gängige Buchhandlung schloß. Jetzt, zwei Jahre später kommt dort zeit- gleich Hugendubel und Thalia, für mich trotzden keine Chance einen Job zu bekommen, denn ich bin mit meinem hochqualifizeirten Fachwissen entweder zu gut, zu teuer, oder schlichtweg zu alt,(werde heuer 50)?
Und nun??? Soll ich jetzt böse sein???
Tatsache hier in Würzburg ist Hugendubel immer voll, soviele Leute habe ich noch nie ein Buch anschauen sehen, er ist allerdings sehr schlecht sortiert, hat nur noch ein drittel Vielfalt von früher, und die direkten Nachbarbuchhandlungen haben zum Teil das bessere, vielseitigere Sortiment, nur die Leute merken es nicht, weil sie vor lauter Schwellenangst nicht hineingehen. Ich gebe mich inzwischen mit einer halben Stelle in der kirchlichen Büchereiarbeit zufrieden, bin überhaupt froh wieder mit Büchern arbeiten zu dürfen, habe massig viel Freizeit, aber nicht genug Geld zum Leben übrig, geh noch in der Gastronomie jobben,(zum Glück bin ich noch leistungsfähig genug), und mache noch zwei andere Nebenjobs.
Dadurch ist mein Leben vielseitig, abwechslungsreich, und spannend, und ich mache wunderbare Erfahrungen, mit Leuten umzugehen.
Mir tun alle Buchhändler leid, die den alten Zeiten nachtrauern (ich tue das auch, zu sehr) aber ich bin nun halt mal gezwungen mich mit der Neuzeit, dem Internet und der Oberflächlichkeit der Massen abzufinden. Aber muß ich deshalb selber Masse werden???
Ich tue mein bestes, und berate halt jetzt auch schon mal im Altenheim Leute oder beim Einkaufen
im Supermarkt.
Außerdem Hugendubel am Ort zu haben, hat einen Vorteil, man kann alle Bücher( sind ja dort nicht viele, anlesen und muß sie nicht gleich kaufen,) mehr Vorteile fallen mir leider nicht ein.
Wenn jemand aber wirklich auf der Suche nach einem guten Buch ist, glaube ich immer noch, daß er fündig wird, ob mit guter oder schlechter Beratung ob mit Tariflohn oder ohne, oder mit Taschenkontrollen oder mit -ohne Engagement bedienenden-Buchhändlerinnen.
Ich freue mich, hier meien Meinung sagen zu können. Ich wünsche eigentlich nur eines, es würden wieder mehr Menschen gerne, wirklich gerne lesen. udn vor allen Dingen die Kinder liegen mir am Herzen.
23. krämer 19.01.2009 01:24h
Was ich nicht verstehen konnte, die Plattmacher-Argumentation: "So ist das nun mal", wir leben im Kapitalismus, und daraus würde z.B. logisch folgen, daß Weltbild qualifizierte Mitarbeiter entläßt, und statt dessen Aushilfen einstellt, die geringer entlöhnt werden können.
Sorry, aber zu solchen Vorgängen zu sagen: So ist das nunmal. Die kommen von denen, wo die Butterseite zur Zeit noch oben liegt, die selber profitieren von Verhältnissen, die andere unters Rad bringen.
Die Regeln sind keineswegs objektive Naturtatsachen, sondern können von Menschen gestaltet werden, wenn sie nur wollen. Fatalistische Anmerkungen: Das System steuert alles: Der Profit, die Übervorteilung allein zählt, auch wenn das als Momentaufnahme stimmen würde, so noch lange nicht als Perspektive für diejenigen, die etwas untenehmen wollen, was darüber hinauskommt.
Es ist, auch wenn jedes Unternehmen auf den eigenen Erfolg ausgerichtet sein muß, auch immer die volkswirtschaftliche bzw. geistig-moralische (sorry) Beurteilung nötig, zumal bei dem Geballere, das die Buchbranche macht wegen des kulturellen Wertes ihrer Tätigkeit.
Gerade Wildbild, sorry, hab mich vertippt, Weltbild, und auch andere Konzerne mit kirchlichen oder sonst moralisch anspruchsvollen Wurzeln: Es ist schon erstaunlich, wie die auf dem Glatteis der ökonomischen Tätigkeit sich selbst verraten.
24. D-K-Verlagsvertreter 20.01.2009 00:37h
Ich bitte um Verständnis: Ich schreibe hier als "D-K-Verlagsvertreter" und nicht unter meinem tatsächlichen Namen; denn ich möchte weiterhin, so lange dies noch geht, Bücher verkaufen (für die von mir vertretenen Verlage), auch an die Branchenriesen.
Dies ist ein Beitrag zu zwei heftig kommentierten BÖRSENBLATT-Artikeln:
(Beide Diskussionen laufen derzeit parallel, teilweise jedoch mit gleichartigen Inhalten; bisher allerdings ohne explizit hergestellte Querverbindungen)
"DBH übernimmt Buch-Belieferung weiterer Karstadt-Standorte" Börsenblatt-Online vom 29.12.2008
http://www.boersenblatt.net/298104/
Filialisten "Auf dem Rückzug" Börsenblatt-Online vom 16.01.2009
http://www.boersenblatt.net/302245/
sowie außerdem zur Meldung in BUCHREPORT:
DBH - Weniger Karstadt-Flächen als geplant "Weniger Shops, dafür Lieferant" Buchreport-Online vom 12.01.2009
http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum////weniger-shops-dafuer-lieferant.htm
Ein weiteres Diskussions-Forum zur Thematik existiert unter:
BÖRSENBLATT-Forum Erfahrungsausstausch / Buchhändler helfen Buchhändlern
"Thalia-Kollegen mit Meinung"
http://www.boersenblatt.net/182261/
Die Lage ist sehr ernst: Die Buchbranche wird bedroht durch den unerbittlichen Standort-/Spitzenplatz-Wettkampf der beiden Marktführer Thalia und DBH. Unterwegs in der Republik erhält man Einblicke, die für die Zukunft nichts Gutes erahnen lassen. Im verschärften Konzentrationsprozess werden den Verlagen und den Vertretern mehr und mehr die Partner genommen, außerhalb wie innerhalb der wenigen Groß-Firmen, die die Branche dominieren.
In der Fläche (fast unbegrenzte) Expansion einerseits und Gewinnmaximierung durch radikales Senken der übrigen (noch variablen) Kosten andererseits erscheinen hier als vorderste Unternehmensziele.
So trifft es einerseits die Verlage hinsichtlich der von den zu mächtig gewordenen Händlern geforderten und tatsächlich auch durchgesetzten Konditionen (soweit kleinere Verlage nicht von vornherein als zu unbedeutend angesehen und "ausgelistet" werden, somit keinen Zugang mehr zu Einkaufs-Abteilungen und -Börsen erhalten).
Und andererseits (firmenintern) trifft es die Angestellten in Form von massivem Personalabbau und Deklassierung/Kompetenzentzug.
Auf diese Weise verlieren wir Verlagsvertreter unser bisheriges Gegenüber. Das vollzieht sich etwa folgendermaßen, Beispiel Hugendubel:
Die Buchhandelskette besaß einen "lebendigen Kern"; er bestand aus mehreren hundert selbstständig arbeitenden Buchhändlern, also einer Vielzahl kompetenter und gut informierter Ansprechpartner, in allen Filialen. Und ergänzend zum Zentraleinkauf der Top-Titel garantierte dieses dezentrale System ein (in der Regel) qualitativ überzeugendes und (hinsichtlich Breite wie Tiefe) fachkundig gestaltetes Sortiment vor Ort. Gute Beratung der Endkunden durch buchhändlerische Experten und engagierter Verkauf (mit meist hervorragenden Umsätzen) waren das Ergebnis.
Diese Struktur wurde zerstört; es existieren inzwischen nur noch einige wenige "Einkäufer", die jeweils riesige Bereiche abdecken sollen. Vielfalt und Qualität des Sortiments nehmen stetig ab, Umsätze stagnieren bzw. brechen ein. Nur die Topseller-Stapel steigen unentwegt; und Non-Books füllen notdürftig die Lücken.
Die Buchhändler (die Ansprechpartner von uns Verlagsvertretern, wie andererseits auch der Endkunden auf ihrer Suche nach kompetentem Rat) wurden "entmachtet", auch tariflich abgruppiert, oft umfunktioniert zu einer Art "Lagerarbeiter". Diese einseitige Tätigkeit unter Niveau produziert Unzufriedenheit; doch Kritik ist ganz offensichtlich äußerst unerwünscht und wird rigide bekämpft; Resignation und Angst machen sich breit.
Bei meiner oft schwierigen Suche nach noch vorhandenen bzw. neuen Geschäftspartnern kommt mir vielerlei zu Ohren (was im Einzelnen zu überprüfen wäre - allerdings: die bisherigen Online-Kommentare von Betroffenen weisen eindeutig in dieselbe Richtung); man erfährt jedenfalls von schier Unglaublichem:
Leseverbote (sic!) für Buchhändler während ihrer Arbeitszeit (inklusive Verlagsvorschauen und Fachpresse);
Verbot von Telefonaten (aus- wie eingehend);
Verpflichtung zu unbezahlter Mehrarbeit;
permanente Tätigkeitskontrollen;
Überwachungskameras in Bereichen, die Mitarbeitern vorbehalten sind;
Mobbing, Zwangsversetzungen, Abmahnungen, Kündigungen.
All das erinnert in der Tat an Vorgänge, mit denen ansonsten Einzelhandelsunternehmen wie Schlecker und Lidl negative Schlagzeilen machen.
"Dieser Umgang mit Mitarbeitern wird bei manchem Filialisten zur menschenverachtenden Normalität" schreibt Wolf-Dieter Sonnenburg in seinem Kommentar.
Weltbild mit christlich/katholischem (immer noch!) Leitbild und das traditionsreiche Buchhandelsunternehmen Hugendubel müssen sich fragen lassen, wie es zu derart skandalösen Vorwürfen gegenüber der DBH kommen kann.
Sollten dies alles Unwahrheiten sein? Klarstellungen sind dringend von Nöten.
Hier geht es um Regeln des Anstands und um Menschenwürde; und dies in einer Branche, welche mit Kulturgütern handelt.
Eine eingehende Diskussion der Thematik in Fachpresse, Feuilleton und Politik steht noch aus.
25. Amanda Libris 20.01.2009 19:56h
@ D-K Verlagsvertreter:
Sie haben völlig recht! Es ist erschütternd.
26. insider 28.01.2009 16:30h
viele Filialen werden derzeit auch geschlossen, weil die Mietverträge auslaufen und nicht verlängert werden. und: wenn eine Filiale nur minus macht, was wäre die ideale lösung. Ich lese kommentare à la: "ich mag weltbild nicht, die sind scheiße" und gelichzeitig bewert man sich, dass die Filialen schließen.
Außerdem: schon mal bei Tchibo, kik oder NDK gearbeitet?
27. ivi 28.01.2009 22:43h
hm. was ist das hier nochma'?
ich galub es hat mit büchern zu tun.
ganz klar gibt es bei ähnlichen anderen filialisten auch solche verfahrensweisen.
das ligitimiert das ganz aber ganz sicher nicht!
warum filialschließungen scheiße sind?
ganz klar: weil menschen ihre arbeit verlieren!
nach wie vor leben wir in einem sozialstaat, wo die "starken" den "schwachen" gegenüber eine verantwortung haben.
28. marcus 28.01.2009 22:45h
ein mitarbeiter ist und arbeitet auf dauer immer nur so gut, wie das unternehmen, für das er arbeitet, ihn behandelt.
29. Patrick 29.01.2009 17:03h
Alle schimpfen auf die bösen Unternehmer - Wo bleiben die Kunden in euerer Kritik? Wo keine Nachfrage auch kein Angebot! Glaubt Ihr ein Wirtschaftsunternehmen ist dazu da, sich zu verschulden um euch ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Wenn die Gesellschaft sich eher über das Web informiert statt Bücher zu kaufen und wenn dann diese auch dort kauft, so bewerbt euch doch bei der DHL und Amazon.de. Vielleicht könnt Ihr dort als Kulturgutsvermittler agieren.
.....ich mag meinen Briefträger dafür.
30. klara 29.01.2009 23:05h
liegt es nicht eher daran, das ALLE buchhandlungen vom anderen copieren und von jedem kuchen ein stückchen (und sei es noch so klein) haben wollen?
wo bleibt da die individualität? wie soll sich der kunde da noch entscheiden... ? der kunde ist der resignierte!
und ist es nicht beängstigend lebensmittel zu kaufen, wo es auf einer riesigen fläche schon genug bücher zur auswahl gibt?
ich kann schon gar nicht mehr in den supermarkt gehen ohne wütend nach hause zu kommen, weil jeder .... alles an buch da hat was das herz begehrt??? ekelhaft... wer will denn seine bücher im einkaufswagen neben dem fisch liegen haben...
???
aus raffgier ALLER ist doch dieser teufelskreis erst entstanden....
es beginnt beim raffgierigem unternehmer über den raffgierigen arbeitnehmer und endet beim raffgierigen kunden, der viel haben will für wenig...
habe fertig...
31. Lotte Roche 01.02.2009 11:29h
Mir macht diese Arbeit absolut keine Freude mehr! Wie viele meiner Kolleginnenund Kollegen bin ich vor allem deswegen Buchhändlerin geworden, weil in diesem Beruf, trotz der niedrigen Bezahlung, immer doch auch eine gewisse"Sinnerfüllung" zu finden war. Aber damit ists jetzt ziemlich vorbei: Bei Hugendubel wurde uns Buchhändlern fast alles weggenommen, was diesen Beruf "lebenswert" macht. Wir sind zu reinen Handlangern degradiert worden, die nichts mehr zu entscheiden haben. Gebraucht werden wir nur noch, um irgendwelche Anordnungen auszuführen, die "von oben" kommen. Und dabei waren wir doch jahrelang (manche von uns sogar jahrzehntlang) engagierte gute Buchhändler, die auf ihrem Gebiet Bescheid wussten, wirklich gut informiert waren: wir haben uns mit Begeisterung in die Lektüre von novitäten gestürzt, haben gespannt auf die neuen Vorschauen und die Vertreterbesuche gewartet. Und mit dieser Grndlage haben wir dann unsere Warengruppen mit viel Elan betreut und gestaltet; wir haben die Novitäten und die Backlist eingekauft, nachbestellt, ausgepackt undpräsentiert. Wir haben uns gefreut über die gute Beratung, die wir unseren Kunden geben konnten; und über den Erfolg,den wir im Verkauf hatten, den guten Umsatz, zu dem wir"unserer" Buchhandlung verholfen haben. Das alles ist wohl endgültig vorüber!
"Die Zeit der Beratung ist vorbei!", so tönte es schonvor einigen Jahren aus den Reihen unserer Geschäftsleitung; und inzwischen wurde erst richtig deutlich, dass es eigentlich mit unserem gesamten Beruf mehr oder weniger "vorbei" ist, zumindest bei Hugendubel. Unser Wissen, unser Know-How ist in dieser Firma nicht mehr gefragt; mit der Einführung der Warenwirtschaft und einer neuen "Hausorganisation" sindwir als "Buchhändler" von heute auf morgen arbeitslos geworden. Wenige von uns könnnen noch als "Einkäufer" tätig sein, können sich weiterhin mit Vertretern austauschen, Verlagsprogramme durcharbeiten, und das Sortiment aktiv zusammenstellen. Wir andern sind alle zu austauschbaren Befehlsempfängern gemacht worden, die sich "alles gefallen lassen" müssen.
Neue, die dazukommen, haben esnoch ein Stück schlechter: sie bekommen von vornherein weniger Geld, und sie haben nur befristete Verträge. Und die Auszubildenden vor allem werden als ziemlich abhängige (und daher meistens auch gefügige) und wirkllich billige Arbeitskräfte ausgenutzt, die überall einspringen müssen. Noch vor ein paar Jahren gab es eine sehr gute Azubi-Betreuung bei Hugendubel; da waren intensive Einführung und ständige Begleitung währendder Ausbildungszeit die Regel, in allen Phasen. Jetzt werden die Azubis einfach nur reingeschmissen in die tägliche Routine und müssen drauflosschuften. Ich frage mich, wieso Hugendubel überhaupt noch irgendeine Berechtigung hat, auszubilden: Denn eine Ausbildung, die auch diesen Namen verdienen würde, gibt es da eigentlichnicht mehr!
Dafür existieren jetzt ganz neue Methoden, um diejenigen loszuwerden, die das allles nicht so mitmachen wollen, oder können: die Älteren, die angeblich zu teuer sind; oder die körperlich niht mehr fit genug sind für diese neuen ziemlich einseitigen "Packer"-Jobs; oder diejenigen, die auch mal ihre Meinung sagen. Letztes Jahr wurde zum Beispiel die gesamte mehrköpfige Führungsschicht einer anscheindend zu kritischen Münchner Filiale komplett "abgesägt": alle wurden degegradiert und (zusammen mit anderen Kollegen) "strafversetzt". Es ist wirklich erschreckend, aber inzwischen gibt es in vielen Filialen Schikanen und Mobbing: Da werden plötzlich neue nicht genehmigte Überwachungskameras eingebaut; da werden Arztbesuche nicht erlaubt; und Lektüre ist während er Arbeitszeit tabu (und das in einer Buchhandlung!!!) Auf einer Betriebsversammlung in München hat die Geschäftsleitung kundgetan, dass wir die Telefone im Laden nicht mehr für Privatgespräche nutzen dürfen, sogar Anrufe von unseren Angehörigen (und das in beide Richtungen!!) würden verboten! Und auf eineranderen Betriebsversammlung wurde verkündet, dass eine neue Personal-Software eingeführt wird, und es bald mit unseren jetzigen "festen" Dienstplänen (also mit dem verlässlich freien Turnustag pro Arbeitswoche: also entweder Sonnabend oder ein anderer Wochentag) vorbi wäre.
Es ist alles kaum zu fassen: Da war doch Hugendubel eine Firma, in der sich die meisten wohlgefühlt hatten, mit der sie sich identifizieren konnten, für die sich viele sehr engagiert hatten. Und das setzt man jetzt einfach so aufs Spiel seit mit dem "christlichen" Augsburger Weltbild zusammen die DBH gegründet wurde. An diesem neuen Riesenunternehmen ist überhaupt gar nichts christlich, im Gegenteil: da gehts jetzt so richtig unmenschlich zu. Und dabei stehen in jeder Filliale allein in den Wirtschaftsbuch-Regalen genügend Titel, in denen man nachlesen kann, dass man Unternehmen auf diese Art ganz bestimmt nicht führen darf. Was ist dennmit Motivation, Anerkennung, Verantwortung, gutem Betriebsklima: das ist wohl alles komplett über Bord geworfen worden in der letzten Zeit! Auf diese Art und Weise wird alles mögliche zerstört und kaputt gemacht. Und auch die Kunden beschweren sich schon über das schlechte Angebot, dass es außer Bestsellern immer weniger Auswahl gibt und darüber, dass es keine gute Beratung mehr zu finden ist; und viele bleiben gleich ganz weg.
Also, was soll man tun: "Das sinkende Schiff verlassen" ist einfach gesagt, doch ziemlich schwierig mangls Alternativen. Denn die Konkurrenz ist sowieso oft gleich mit zum Verschwinden gebracht worden; z. B. einfach "geschluckt" worden (siehe Buch Habel); und Thalia ist ja wohl wirklich keine bessere Wahl. Man kann den Mund halten, alles mitmachen und mit sich machen lassen... Zumindest habe ich jetzt wenigstens maldiese Mail geschrieben...Ja, wenigstens das: um jetzt mal endlich meinen totalen Frust rauszulassen!
32. D-K-Verlagsvertreter 03.02.2009 09:13h
Hier noch drei Nachträge zur bisherigen Diskussion über Missstände bei DBH und Thalia:
NACHTRAG 1
(Zum Thema ANONYMITÄT):
Die allermeisten Diskussionsbeiträge verbleiben anonym (mein eigener eingeschlossen), aus ganz offensichtlicher, naheliegender Furcht vor möglichen Sanktionen.
Ebenfalls nur anonym haben sich zuvor bereits andere geäußert: so etwa die drei Gesprächspartner beim letztjährigen "enthüllungsjournalistischen" BÖRSENBLATT-Gespräch zum Thema
Die Dinge beim Namen nennen:
Buchhändler:
"Wir steuern bewusst auf eine Situation zu, wo der Markt von wenigen Großkonzernen beherrscht wird, die ihren Lieferanten immer mehr abverlangen. Dabei leben wir schon jetzt in einem nicht gesetzeskonformen Zustand, und jeder weiß das."
Zwischenbuchhändler:
"Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist niemand bereit, die Dinge beim Namen zu nennen."
Vertriebsleiter:
"Manchmal entsteht der Eindruck, dass es in der Buchbranche ähnlich zugeht wie beim Doping im Radsport: Wer mit Missständen an die Öffentlichkeit geht, wird zwar Ruhm ernten. Im eigenen Umfeld seiner Großkunden und Verlagskollegen wird er aber zum schwarzen Schaf und auf ewig kein Bein mehr auf den Boden bekommen."
Dagegen mit kompletter Namensnennung (so viel also zur realen Verteilung der Machtverhältnisse!) in:
BUCHREPORT-Jahresückblick "Prägnante Zitate 2008"
Maximilian Hugendubel, DBH: "Bücher, die wir nicht verkaufen können, sollten die Verlage erst gar nicht produzieren."
(Brauchen wir Auslieferung und Barsortiment? / Interview)
NACHTRAG 2
(Zum Thema WORKFORCE MANAGEMENT):
Interessanterweise bedienen sich die Buchhandels-Marktführer im Umgang mit ihren Angestellten ähnlicher (und wohl recht erfolgsversprechender) Hilfsmittel und Methoden; zwischenzeitlich haben sich durch vertrauliche Gespräche und weitere Recherchen die folgenden aufschlussreichen und erklärenden Zusammenhänge ergeben:
Atoss trotzt mit Software der Krise (www.boerse.ard.de)
"Zu den wenigen Aktien, die sich 2008 behaupten konnten, zählt ATOSS, der Hersteller von Software für die Personaleinsatzplanung."
"Wie man im Personalbereich Kosten sparen und damit Geld verdienen kann, macht ATOSS Software erfolgreich vor. Das kommt vor allem im Einzelhandel gut an. So verzeichnet ATOSS einen regen Zulauf von Kunden aus diesem Bereich: Handelsketten wie Hugendubel und Weltbild Plus, die 2008 an Land gezogen werden konnten."
(Zitate: Boerse.ARD)
Und schon länger dabei ist Thalia in der Schweiz:
"Wie hoch der Nutzen einer am Bedarf orientierten Personaldisposition im Handel sein kann, zeigt das Beispiel Thalia.
Der Buchhändler richtet seinen Personaleinsatz konsequent an der Kundenfrequenz aus."
(ATOSS-Vorstandsvorsitzender Obereder)
"Der Handel macht mobil" / "Ressource Mitarbeiter im Mittelpunkt strategischer Überlegungen" / "Flexilibisieren Sie Arbeitszeiten: Maximieren Sie Profit" / "Keine Scheu vor Tarifverträgen oder Arbeitsrecht" / "Aktivieren Sie Potenziale des Faktors Personal, die sich die meisten Unternehmer und Manager nicht träumen lassen" / "Vollflexibler punktgenauer Personaleinsatz: bedarfsorientiert und kostenoptimiert" / "22 Prozent der Arbeitskraft verstreichen in deutschen Unternehmen ungenutzt: die Erschließung dieser schlummernden Möglichkeiten steht im Mittelpunkt" / "Schlichte Anwesenheitskontrolle der Mitarbeiter genügt heute nicht mehr" / "Optimierung der Ressource Personal: Blitzschnell erfassen, wer gerade was und wie lange macht, alle Daten umgehend auswerten, ins Lohn- und Gehaltsystem einspeisen und aussagekräftige Analysen liefern" / "Hier klingeln die Kassen"
(Selbstdarstellung ATOSS auf www.atoss.com)
Die Züricher Wochenzeitung WOZ berichtet über den Einsatz von ATOSS bei Thalia und ALDI und zitiert die Managementexpertin und Psychologin Ursula Brühwiler, die die Produktwerbung der Firma ATOSS als "menschenverachtend" bezeichnet: "Es geht hier darum, Menschen zu Marionetten zu machen. Es ist eine Frage der Ethik, wo die Grenze der technischen Verwaltung des Menschen zu ziehen ist."
(www.woz.ch)
Haben Weltbild, Hugendubel und Thalia etwa den effizient-steuerbaren "gläsernen" Mitarbeiter im Visier?
NACHTRAG 3
(Zum Thema STRUKTURWANDEL NR. ZWEI):
Die aktuelle Diskussion findet ihren ersten Niederschlag in der Fachpresse:
Hierbei geht es auch um den Zusammenhang zwischen dem bereits seit Längerem konstatierten Strukturwandel, der seine Grenzen erreicht - und einem zweiten Wandel auf der Ebene der Angestellten, insbesondere der Buchhändler: Bei den großen miteinander konkurrierenden "Buchhandels"-Unternehmen (die durchaus weiterhin "Auszubildende" beschäftigen!) haben Buchhändler ihre Funktion, ihren Platz offensichtlich bereits verloren. Welche quantitativen wie qualitativen Verluste produziert ein "Buchhandel ohne Buchhändler"?
buchreport.express 4/2009 (vollständiger Text nur in der Printausgabe) schreibt:
"Die massive Flächenvermehrung der letzten Jahre sorgt angesichts stagnierender bis rückläufiger Umsätze zu sinkender Flächenleistung, die durch Rationalisierung und Druck auf die Konditionen nicht mehr kompensiert werden kann."
"Auch Stellenstreichungen und ein erhöhter Druck auf Mitarbeiter, von denen Betroffene in Online-Foren berichten, sind Indizien dafür, dass die Filialisten bei ihrer Expansion immer öfter an wirtschaftliche Grenzen stoßen."
Kommentar von Thomas Wilking über "Qualitäten im Buchhandel":
"Der Druck, an jedem Standort und auf jeder Fläche selbstverständlich wirtschaftlich arbeiten zu müssen, sorgt für einen zweiten Strukturwandel."
"Zu dem in allen Wirtschaftsbereichen steigenden Produktivitätsdruck verändern Rationalisierung und Zentralisierung im Filialbetrieb das Berufsbild des Buchhändlers. Es entwickelt sich je nach Betriebsstruktur und -größe auseinander."
"Damit kollidieren auch häufiger inhaltlicher Anspruch und Berufswirklichkeit, auch im Sinne weniger qualifizierter Teilarbeiten. Neben dem Aspekt der Arbeitszufriedenheit steht die nicht nur kulturpolitische Frage im Raum, was dies für die Qualität des Buchhandels selbst bedeutet und damit mittelfristig auch für die betriebswirtschaftliche Rechnung."
Also: Wer fördert diese Entwicklungen, wem schaden sie, wer profitiert davon?
Schreiten wir dagegen ein, lassen wir einfach alles geschehen, nehmen wir dazu Stellung?
Was meinen die "Kulturschaffenden"; und wie reagieren die Buchliebhaber, die Nutzer, die Käufer, die Leser?
Ist hier Zivilcourage von Nöten?
33. René Artois 04.02.2009 12:06h
Das passt schon ins (Welt-) Bild, …
… denn auch in allen anderen Tätigkeitsfeldern gelten die Kirchen (egal ob katholisch oder evangelisch) als die miesesten aller möglichen Arbeitgeber, welche die ihnen ausgelieferten Mitarbeiter nach Strich und Faden über den Löffel balbieren, ausbeuten und durch gezieltes Mobbing klein halten. Wir könnten da aus den Erfahrungen meiner Frau während der letzten Jahre schon mehr als ein Buch schreiben. Nur gut, dass es Rechtsschutzversicherungen und gute Arbeitsrechtsanwälte gibt!
34. Anna 06.02.2009 19:47h
Moin,
Ich habe hier die Beiträge mal mehr, mal weniger gut durchgelesen und möchte meine Situation kurz beschreiben.
Ich bin Jungbuchhändlerin bei Thalia, habe dort eine (wie ich finde) sehr gute Ausbildung genossen und arbeite gerne in meiner recht großen Filiale. Dinge wie Taschenkontrollen oder Store-Checks sind mir dort noch nie vorgekommen und auch solche Aussagen wie: "Die Zeit der Beratung ist vorbei." sind bei uns nicht der Fall. Im Gegenteil, man versucht eher die Kollegen dazu zu motivieren, mehr auf den Kunden zu zu gehen und damit schließlich auch den Umsatz zu erhöhen. Unser Betriebsrat ist sehr darauf bedacht die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten und bei Beispielen wie Videokameras achtet der BR penibel darauf, dass keine Kollegen an Informationen oder Kassen zu sehen sind und somit unter "Kontrolle" fallen würden.
Aber auch wir sind von den Kürzungen betroffen. Von den Auszubildenden wurden fast keine übernommen, auslaufende Verträge wurden nicht verlängert, alles wegen der Personalkosten. Vertreter dürfen nicht mehr so häufig kommen wie früher. Aber wo ist das denn nicht der Fall? Ich weiß, ich bin noch nicht lange in diesem Geschäft und habe auch nicht so viel Erfahrung wie langjährige Kollegen, aber ich bin nicht mit den kleinen Tante-Emma-Läden aufgewachsen oder dem Buchladen, dessen Mitarbeiter alle Stammkunden mit Vor- und Nachnamen kennen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich die Aktionen unserer Geschäftsleitung nicht gutheißen, aber wenigstens nachvollziehen kann. Ich befürchte fast mit dieser Äußerung einige verärgerte Beiträge auf mich zu ziehen, aber das ist mein Standpunkt.
Was Hugendubel angeht, so habe ich den Beitrag von Lotte Roche mit schüttelndem Kopf lesen müssen. Bei so einer Führung müssten die das doch finanziell merken, dass da was nicht stimmt? Wie schon vorher mal gesagt: Wir verkaufen viele Bücher, in denen steht, wie man es richtig macht!
35. Franz Joseph 11.02.2009 01:34h
Kurz zu Frau Roche und Anna, natürlich gibt es auch bei Hugendubel Betriebsräte die sich um Videoüberwachung, um Personaleinsatzplanungsprogramme und die private Nutzung von Telefonen im Laden kümmern und wissen wie man Verschlechterungen für Kollegen vermeiden kann. @ Anna: Bei Thalia sieht die Welt nicht überall so rosig aus wie in Deiner Filiale, vor allem da wo es keinen BR gibt. An die Kollegen und Kolleginnen von Weltbild zumindest die die unbefristete Stellen haben den Hinweis das die Gründung eines Betriebsrates gar nicht so schwer ist, und man damit die gröbsten Dinge verhindern kann. Wendet Euch doch mal an Ver.di
36. antiquar 11.02.2009 10:09h
das gesicht der weltbild-gf möchte ich sehen, wenn sich plötzlich ein br bildet.
das wäre zu köstlich. die blutsauger würden glattweg umkippen!
37. SoeTroe 10.06.2009 15:34h
Ich bin mir sicher, wenn der Heinrich noch leben würde, würe alles ganz anders. Er war noch ein Unternehmer mit Herz, seit seine Kinder Hugendubel in der Holding eingebacht haben, sind diese erwähnten Zustände an der Tagesordnung. Sehr, sehr schade.
38. Agnes 25.06.2009 12:59h
Heute ist ein großer Tag für Wohlthat! Die Kündigungswelle ist raus! Gestern wurden die Filialleiter bei uns in Hamburg darüber informiert, daß es ein neues Personalkonzept gibt. Kleine Filialen bestehen aus:
1 Vollzeitkraft/Filialleiung
1 Teilzeit 20 Std/Wo
1 Aushilfe
Große Filialen aus:
1 Vollzeit/ Filialleitung
2 Teilzeit a 20
2 Aushilfen
Wir waren bei Wohlthat die Filiale mit den wenigsten Kranktagen, seitdem man uns so unter Druck setzt, mit Kündigungen und Schließung droht ( woran natürlich wir allein die Schuld tragen würden ), gehen wir alle ziemlich am Stock! Das Lob unseres Personalchefs für das hervorragende Weihnachtsgeschäft ( und ja! es/WIR waren hervorragend) wurde in einem Atemzug mit einer bevorstehenden Kündigung genannt. Wenigsten durften wir selber aussuchen, wer "freiwillig" geht. Nunja, jetzt wurde in unserer Filiale im Grunde ALLEN gekündigt, ganz oder auf Teilzeit. Nach dem Motto: Friß oder stirb! Was fress ich wohl so monatlich mit 550,.€ netto? Vielleicht sollte ich gehen, mich zurücklehnen und zusehen, wie sich die "frontferne" Chefetage gegen die Wand setzt. Denn Umsätze, wie wir sie erwirtschaftet haben in den letzten Jahren, wird es so wohl nicht mehr geben. Dafür reichen die übriggebliebenen Kräfte nicht.
39. booknet 13.07.2009 11:50h
Wenn jemand bereit ist für 400 € bei mir zu arbeiten , kann er oder sie das gerne machen, mehr ist im Moment nicht drin. Bedenken Sie auch bitte den Arbeitgeberanteil den der Arbeitgeber für Sie zu zahlen hat. Die Sozialversicherungsbeiträge sind höher , als das was bei Ihnen Netto rauskommt. Nehmen Sie diese Ausgaben x 12. Es muss sich auch erwirtschaften können.
40. langjährige Teilzeitkraft 15.07.2009 13:32h
@ booknet
Ich kann ab 01. September !
@ Agnes
Danke, das erklärt einiges
@ DK-Verlagsvertreter
Danke, das erklärt alles
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ich habe vor zwei Wochen erfahren, dass es auch mit meiner Stelle zu Ende geht. Man könne mich nicht weiter beschäftigen. Dazu müssen Sie wissen, dass ich seit knapp drei (!) Jahren von einem befristeten Vertrag zum nächsten geschliffen werde. Aus Angst, den Arbeitsplatz ganz zu verlieren, akzeptierte ich jedesmals die Befristungen... Jetzt bleiben mir noch etwa 1,5 Monate...
Das Tragische daran ist, dass ich immer einen geringfügig Beschäftigten-Vertrag erhielt, aber Teilzeit arbeitete (über 80St/Monat) und das zu festen Zeiten. Urlaub gabs auch keinen. Ich bin ratlos..
Es gibt keine Alternativen im Umkreis, da sie entweder ebenfalls Thalia sind oder die auch stellenabbauende Konkurrenz. Jetzt steht ich kurz vor den Türen der Bundesagentur für Arbeit, weil ein ATOSS-Programm meine Stelle weggerechnet hat.. ...entwürdigend!
Die Situation in der Filiale läßt keinen Raum für personellen Spielraum. Gesteckte Ziele können nur mit Personal erreicht werden, nicht mit Rationalisierungen. Wenn kein Personal da ist, wer soll dann verkaufen, verwalten, organisieren.. etc.?
Kurzfristig sicher die sichere und schnellste Methode die Marge zu vergrößern. Aber was wird nächtes Jahr, und im Jahr darauf...und in 10?
Am Ende steht Amazon...
Viele Grüße
41. Gisela 30.07.2009 13:22h
Viele Kommentare haben mich nachdenklich gemacht....ich muß sagen, daß ich bei der Thalia Buchhanlung in Worms excellent und fachkundig bedient werde, auch bei einem Taschenbuch für 5,.Euro. Die Mitarbeiter geben mir auch differenzierte Angaben zu den Büchern. Ähnlich ist es bei der Weltbild Filiale in Worms ( die natürlich zum 1.12. 09 geschlossen wird) sehr zu meinem Leidwesen. Einer der Kommetatoren schrieb: Raffgier auf gut katholisch " und das kann ich nur unterstreichen. Wie kann man sich "CHRISTLICH"aufs Panier schreieb und so handeln? Es wäre zu errechnen, was ie Neueinrichtung der Filialen , die nach 5 Monaten wieder geschlosen wurden , gekostet hat....
Aber offensichtlich hat man dies im Vorfeld nicht getan.
Jetzt wünsche ich mir einfach, daßß die Wormser Thalia -Filile mit ihren wunderbaren Mitarbeiter und erhalten bleibt .
GISELA