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Weltbild vor Neuausrichtung© Weltbild

11.02.2009Weltbild

Weltbild vor Neuausrichtung

Die Augsburger Verlagsgruppe überprüft ihre Organisation und plant eine Anpassung an das geänderte Geschäftsmodell. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch Abend mit.

Wie es in der Pressemeldung heißt, sei die Verlagsgruppe Weltbild aktuell geprägt vom Zusammenführen von klassischem Versand- und Onlinehandel zu einem neuen Geschäftsmodell und der noch engeren Verzahnung der Vertriebswege.

Mit dem Ziel, das profitable Wachstum des Unternehmens nachhaltig zu sichern, überprüfe der Konzern seine Organisation, die Abläufe und Zuständigkeiten und leite die notwendigen Schritte zur Anpassung an das veränderte Geschäftsmodell ein.

Hintergrund sind die Verschiebung des Wachstums vom klassischen Katalog- ins Internetgeschäft wie auch der Verkauf des Zeitschriftensegments im Jahr 2008. Der Betriebsrat wurde nach Angaben von Weltbild frühzeitig informiert und eingebunden.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres liegt der Konzernumsatz leicht über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation des Unternehmens ist die Geschäftsführung zufrieden, heißt es aus Augsburg.

Im Auftrag der Geschäftsführung und in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen überprüfe eine interne Unternehmensberatung Organisation, Abläufe und Zuständigkeiten. Die Wachstumsbereiche Internet, IT, Kidoh, Jokers, Ideenshop und der Kaufmännische Bereich (FiBu, Personal, Controlling) seien von der Prüfung ausgenommen.

Die Geschäftsführung gehe davon aus, dass im Zuge dieses Prozesses neben der Neuordnung von Zuständigkeiten und Abläufen auch Tätigkeiten und damit Arbeitsplätze entfallen. Es werde versucht, die natürliche Fluktuation zu nutzen, um für die betroffenen Mitarbeiter geeignete Stellen in anderen Bereichen des Unternehmens zu finden. Durch den Wegfall bestimmter Aufgaben und Tätigkeitsbereiche würden auch betriebsbedingte Kündigungen nicht zu vermeiden sein.

Die Untersuchung des Bereichs Produktion sei abgeschlossen worden. Die Produktion beschäftigt sich mit dem Einkauf und der Herstellung von Zeitschriften, Katalogen und Drucksachen. Der Verkauf des Zeitschriftensegments und die Reduktion der Anzahl von Katalogen machten eine Verkleinerung der Abteilung notwendig. Von den heute 41 Mitarbeitern in diesem Bereich verblieben 15. Weitere wechselten in andere Abteilungen oder zu Dienstleistern. Für voraussichtlich neun Mitarbeiter würden aus heutiger Sicht betriebsbedingte Kündigungen ohne eine Anschlussbeschäftigung nicht zu vermeiden sein.

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3 Kommentar/e

1. marius 12.02.2009 09:52h marius

na nun haben sie endlich das ausgesprochen, was sie die ganze zeit schon tun.

stellenstreichungen im großen stil.

"notwendigen Schritte zur Anpassung an das veränderte Geschäftsmodell."
umsatz im internet plus, filial umsatz minus....
d.h. weil das internet ja auch so schön bequem ist und auch nichts kostet: personal halbieren und läden schließen!
wie jüngst z.B. die 13 weltbild filialen bei karstadt.


2. Amanda Libris 23.02.2009 15:22h Amanda Libris

Nicht nur die DBH-Karstadt Filialen... Auch Weltbildplus Filialen werden im ganzen Land still und leise dicht gemacht.
"Die Wachstumsbereiche Internet, IT, Kidoh, Jokers, Ideenshop und der Kaufmännische Bereich (FiBu, Personal, Controlling) seien von der Prüfung ausgenommen."
Daraus kann ich nur schließen, dass das Filialgeschäft eingeschläfert wird.

3. lumilo 15.03.2009 14:11h lumilo

wenn man sich in erinerung ruft, in welcher größenordnung thalia und die dbh in den letzten jahren expandiert haben,mittels übernahmen und filialeröffnungen,so war es wohl nur eine frage der zeit,dass einer der beiden wettwerber damit beginnen mußte,sich durch schließung unrentabler standorte gesundzuschrumpfen.an vielen standorten macht man sich inzwischen ja schon selbst konkurrenz...

für die mitarbeiter,die opfer dieses elefantenrennens werden ist das natürlich ärgerlich,gehört aber,fürchte ich, zum wettbewerb dazu.

nach meinem eindruck wird aber in der dbh damit einigermaßen sozialverträglich umgegangen, wenn es auch rätselhaft bleibt, dass für fast alle firmen die mitbestimmung immer ein dermaßen rotes tuch zu sein scheint.

diese als wettbewersvorteil zu erkennen und auszunutzen,dafür fehlt den führungsetagen in den meisten deutschen firmen (insbesondere des mittelstands) leider übersicht und mut.

aber das wir ein elitenproblem haben dürfte langsam wohl ein jeder verstanden haben...

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