Antiquariat
14.02.2009Interview
"Konstruktive Diskussionen und Abbau von Berührungsängsten"
Ihre XING-Gruppe ist gerade zwei Wochen alt und zählt trotzdem schon über 180 Mitglieder. Wie erklären Sie sich dieses Interesse?Weinbrenner: Zum einen habe ich gleich zu Beginn einige Kontakte persönlich zur Mitgliedschaft in der Gruppe eingeladen; fast jede(r) ist der Einladung gefolgt. Zum anderen scheine ich mit der Gründung einen innerhalb des Branchenzweigs bestehenden Bedarf gedeckt zu haben. Heute laden die Gruppenmitglieder bereits eigene Kontakte ein, so dass ein weiteres kontinuierliches Wachstum zu erwarten ist.
Wo sehen Sie den Unterschied dieser Gruppe zu anderen Netzangeboten, die sich speziell an Antiquare richten? Ich denke etwa an die von Wolfgang Höfs moderierte E-Mail-Runde.
Weinbrenner: Ich muss gestehen, dass ich erst nach Gründung der XING-Gruppe von der Höf'schen Runde erfahren habe. Daher kann ich wenig zu Unterschieden sagen. Es ist aber vermutlich so, dass durch Nutzung der XING-Plattform und der damit verbundenen Kontaktmöglichkeiten eine wesentlich bessere Vernetzungsmöglichkeit und direktere Kommunikation gegeben ist als dies durch eine Mailing-Liste möglich wäre. Ich vergleiche es mit dem Verhältnis briefbasierten Fernschachs zu Online-Schachpartien.
Was sind die Erfahrungen der ersten 14 Tage?
Weinbrenner: Die Erfahrungen sind etwas zwiespältig, da ich die teilweise doch recht massiven Ressentiments innerhalb der Antiquariatswelt unterschätzt habe. Wir haben einiges an äußeren Anfeindungen und Querelen unter den Gruppenmitgliedern aushalten müssen; dazu zählen auch die hier auf boersenblatt.net veröffentlichten Kommentare. Mittlerweile haben wir diese Klippen aber umschifft; wir führen nun konstruktive Diskussionen und pflegen regen Erfahrungsaustausch. Positiv war der Abbau von Berührungsängsten und Missverständnissen zwischen der Gruppe der 'klassischen Antiquare' und der der 'Gebrauchtbuchhändler'. So etwas wäre wohl in der realen Welt in dieser Form nur schwer möglich gewesen.
Das aus meiner Sicht beste Ergebnis ist die bereits stattfindende Vernetzung der Mitglieder. Es kommunizieren Antiquare, die sich vorher überhaupt nicht gekannt oder wahrgenommen haben, obwohl sie zum Teil sogar in der gleichen Stadt tätig sind. Auch höre ich von ersten Geschäften untereinander, aber auch schon mit Neukunden, ohne dies allerdings verifizieren zu können. Alles in allem bin ich daher der Meinung, dass das Positive und Sinnvolle des Projekts überwiegt.
Wie sehen die weiteren Pläne für die Gruppe aus?
Weinbrenner: Die Co-Moderatoren Rudolf Angeli, Otto W. Plocher, Franziska Reiser und ich möchten als nächstes die Tätigkeit der Gruppe auch in die reale Welt übertragen. Deshalb veranstalten wir als ersten Schritt ein Treffen im Rahmen der Leipziger Antiquariatsmesse in der Leipziger Buchmesse am 14. März. Hierzu laden wir alle Kolleginnen und Kollegen und am Antiquariatsbuchhandel Interessierte herzlich ein!
Darüber hinaus haben wir erste technische Beschränkungen feststellen müssen, die uns relativ kurzfristig zu einem Plattformwechsel zwingen könnten. An der Umsetzung einer neuen Gruppen-Plattform arbeite ich bereits. Wir denken unter anderem über die Möglichkeit eines digitalen Handapparats und ähnliches nach. Lassen wir uns alle mal überraschen, wohin der Weg uns führt.
Die Fragen stellte Björn Biester.
- 02.02.2009
- Antiquariat: Philipp Weinbrenner gründet XING-Gruppe "Antiquarischer Buchhandel"

1. Redaktion Antiquariat 15.02.2009 18:10h
Herr Mulzer, dass Sie meine wiederholten Mahnungen nicht berücksichtigen, überrascht mich eigentlich nicht (man lernt ja hinzu). Trotzdem, noch einmal: Sie setzen mit Ihren Äußerungen andere Personen herab und verlassen damit den Bereich sachlicher Auseinandersetzung. Das geht nicht! Und mit "Totalzensur", wie Sie es nennen, hat das nichts zu tun.
2. Peter Mulzer, Buchantiquar 16.02.2009 02:36h
In meinem durchaus auf das vorgegebene Thema, die neue Gruppe der Antiquare, bezogenen langen Aufsatz, der Ihrer Totalzensur zum Opfer gefallen ist, waren freundlich-ironische Charakterisierungen der beteiligten Kollegen enthalten. Wer von sich Fotos ins Netz stellt und einigermaßen extreme Positionen netzöffentlich vertritt, der darf und muß damit rechnen, daß diese seine
*Selbstcharakterisierungen
von mir aufgegriffen werden. Nichts anderes habe ich gemacht. Mein Text war sehr gut geeignet, die neue Gruppe zu schildern.
Besonders regt mich auf, daß Sie sehr wohl wissen konnten, daß mein Kommentar zur Gruppe f r e u n d l i c h gehalten war und p o s i t i v.
Ich bin dieser Ihrer Schulmeisterei nun wirklich überdrüssig. Noch mehr zurücknehmen kann und will ich mich nicht. Es stimmt diesmal wirklich: Ich bezog mich auf allgemein zugängliche, von den Personen s e l b s t ins Netz gestellte Dokumente.
Vielleicht haben Sie die Güte, den langen, sehr w i c h t i g e n Text zu prüfen und ihn dann doch noch hierherzustellen. Sie müssen auch mich verstehen - über mich wird hier traditionell in ironischer oder brutaler Wweise hergezogen, woran wir uns alle gewöhnt haben und was mir wenig Kummer bereitet. I c h aber soll mich Ihren lustig-peinlichen Vorstellungen von Idylle und gesenkten Köpfchen beugen, wenn ich in angeregt-vergnügtem Stil antworte. So geht das nicht.
Ich habe zwar nicht wie Sie einen Doktorhut, aber bald 40 immatrikulierte Semester an der Alma Mater - und möchte nicht von Ihnen wie ein Schulkind behandelt werden.
Lassen Sie die Leser urteilen, setzen Sie meinen Text hierher, kastrieren Sie ihn meinethalben vorher mit (...). Aber klauen Sie einem altgedienten Schreiberling wie mir nicht jene Z e i t unter dem Hintern weg, die er, der Schreiber PM, auch nicht gestohlen hat.
3. Sauseblitz 16.02.2009 08:08h
Da wollte ich eine kleine, verschämte Sottise wider die beiden Holzwürmer (Anobium punctatum, für alle Spezialisten und Mitwürmer) verfassen, deren einer sich von außen nach innen, deren anderer sich von innen nach außen frißt, doch beide unter Zurücklassung reichlicher Überreste ihrer mampfenden Tätigkeit, und schon ist ihr, der Sottise nämlich, das Brett vor dem Kopf fortgezogen (gewagte Metapher!) durch die Löschung der Überreste des Außenwurms, nennen wir ihn mal so, mit Verlaub.
Schnief.
Ach ja, die Überreste des Fressens kommen bei diesen Würmern, anders als bei den gewöhnlichen Vertretern ihrer Spezies, ebenfalls durch den Mund, man ahnt es garnicht: sie texten zu, der eine mit den üblichen Phrasen, die wir schon kennen und mehr oder weniger zu schätzen bzw. einzuschätzen gelernt haben, der andere mit Allgemeinplätzchen.
Hier sollte ein Lob der Vögel folgen – sie nämlich, die glücklichen, zwitschern nur kurz.
Aber da all dem die Basis entzogen ist, steht hier eigentlich garnichts, kein Bißchen, kein Wort, weder Vers noch Wurm.
4. Peter Mulzer, Buchantiquar 16.02.2009 11:48h
Die kuriose Situation, der ich allerdings freundlichere Mitwirkende zuordnen wollte als ausgerechnet anonyme - Würmer, ist ja im Neubuch-und Verlagssektor von börsenblatt.net noch deutlicher zu beobachten.
Nach meinen Ahnungen, die etwas materialisiert werden duch Bekanntschaften mit dem einen oder anderen Neubuchhändler und, man staune, mit einem leibhaftigen Verleger, wird die "ausgewogene", konfliktscheue Haltung der börsenblatt.net-Berichterstattung dort als noch viel g r o t e s k e r empfunden.
Natürliche Folge solcher trostloser Neutralität und K o n f l i k t s s c h e u ist ein völliges Abschalten derer, die es angeht. börsenblatt.net wird mit leisem G ä h n e n pflichtgemäß zur Kenntnis genommen, täglich huscht der Kollege flugs über die Bleiwüste und wendet sich wieder fesselnderen Themen zu, die ihn wirklich angehen.
Die verehrlichen Redakteure Casimir und Biester begehen Tag für Tag eine journalistische Todsünde, sie verletzen konstant ein Grundgesetz der berufständischen journalistischen Arbeit: Sie sind nicht p a r t e i l i c h. Parteilich natürlich nicht in einseitiger Stellungnahme, sondern in O f f e n l e g u n g der Konflikte und in schonungsloser Darstellung der beteiligten Standpunkte.
Dabei vergessen sie, daß sie es ja, Ausnahmen b estätigen die Regel, mit Fachleuten ihres Gebiets zu tun haben, die die Materie aus eigenem Erleben kennen. Solche Fachleute wollen nicht (nur) lauwarme Fakten serviert bekommen, sondern
***Bausteine und Anregungen für die tägliche, berufsbezogene Diskussion,
wollen pro und kontra iher echten Sorgen und Nöte benannt wissen, auf daß sie darüber diskutieren können.
Vermutlich geben sich die Redakteure dem holden Wahn hin, es sei allgemeine Schreibunlust oder gar anrührende Schüchternheit, die die Kollegen daran hindern, hier engagiert zu schreiben. Das Gegenteil ist der Fall - - sie schweigen, weil ihnen zur Diskussion ihrer echten Probleme in börsenblatt.net ein Anhaltspunkt, eine Ausgangsposition n i c h t gegeben wird.
Verflixte Neutralität! Ein Mißverständnis auch insofern, als gerade die komplizierte Struktur eines Gebildes, wie es der Börsenverein darstellt, z w i n g e n d die innere Diskussion einfordert. Denn die Konflikte dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden, sie müssen i m V o r f e l d ausdiskutiert werden - - damit dann oben in den Versammlungen wieder Frieden herrschen kann.
In diesem Sinn beruht das Redaktionskonzept auf einem Mißverständnis. Indem man klassisch gebüldete, wohlmeinend-ängstliche Gelehrte wie Herrn Biester auf den Redaktionssessel holt, sie dort ängstlich-ausgewogen unter der Fuchtel der Rechtsabteilung den Dampfkessel sorgsam bedeckt halten läßt - - macht man börsenblatt.net zu einem I d e e n f r i e d h o f und seine Leser zu g ä h n e n d e n Desinteressierten.
Dem Börsenverein nutzt das gar nichts, denn unter dem Teppich schwelen natürlich alle offenen Fragen weiter.
5. Herbert Meinke 16.02.2009 13:02h
Sehr geehrter Herr Mulzer,
durch Ihre ellenlangen Beiträge (hier ein Zitat von Ihnen:" macht man börsenblatt.net zu einem I d e e n f r i e d h o f und seine Leser zu g ä h n e n d e n Desinteressierten.
Was soll das?
6. bookmarathon 16.02.2009 14:14h
Herr Mulzer, als Sie der XING Gruppe beitraten, habe ich mich sofort aus XING abgemedet. Und es kam genau so wie ich befürchtet hatte...
Die XING Gruppe ist eigentlich eine gute Idee, und die Überschrift hier sagt eigentlich alles: "Abbau von Berühungsängsten".
Aber ich fürchte, dass es mit Menschen wie Ihnen nur schwierig durchzuführen ist. Sie erniedrigen Kollegen in einer Tour, machen sie Lächerlich und glauben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
Sie, Herr Mulzer, verstärken sie Berührungsängste nur noch. Ein Kollege aus Norddeutschland sagte mal. " Es ist mir ein persönlicher Reichsparteitag einen Antiquar zu räumen!" Ich würde es anders ausrücken, aber ich glaube, ich sehe es mehr und mehr wie er. (Die Wortwahl gefällt mir auch nicht, aber darum geht es nicht.)
Die XING Gruppe macht mir Sorgen, weil dort Pseudohändler unterwegs sind, die anderswo als Privatverkäufer auftreten. Dies und Ihr kommen, waren für mich die Gründe mich zurück zu ziehen.
7. Peter Mulzer, Buchantiquar 16.02.2009 14:57h
Liebe Frau bookmarathon,
tun Sie uns Antiquaren den Gefallen, Ihren Privatkampf gegen meine grauen Haare nicht zu vermengen mit den Sachargumenten, um die es oben geht.
Ich habe nicht vor, alte Auseinanersetzungen mit Ihnen weiterzuführen, weil ich mich für Ihre Themen
*Emanzipation und
*Großhandel mit Restbeständen
in gar keiner Weise erwärmen kann.
Zu Ihrer Beruhigung: In der Xing-Gruppe halte ich mich sehr zurück, da Kollege Weinbrenner, wen wunderts, aus Richtung bestimmter hier nicht näher zu benennender Kollegenkreise wegen mir bereits unter massiven Beschuß genommen wurde. Das ist für den Arglosen, der die rauhen Bräuche unseres Gewerbes noch nicht so kennt, vermutlich ein ziemlicher Schock gewesen.
8. Guenther Hildebrandt 16.02.2009 15:25h
Mein Fazit aus drei oder vier Tagen XING-Mitgliedschaft:
Die XING-Gruppe ist lustig, weil ihr Leute beitreten, die sofort die Spielregeln (z.B. hinsichtlich mitlesender Kunden) ändern lassen wollen. Wieso gründen sie dann nicht gleich eine Gruppe mit Händlerlogin?
Sowieso sind solche Wünsche m.E. hart an der Grenze, als die an diesen Dingen überhaupt interessierten Büchersammler sog. Interna sowieso kennen (vor allem weil sie seit jeher auf Auktionen bzw. bei Katalogbestellungen mit Händlern konkurrieren müssen).
Die Synergien solcher Netzwerke in einer Branche, die relativ stark von einer Einzelkämpfermentalität und von einer eher möglichst kurzen Wertschöpfungskette geprägt ist, dürften eher limitiert sein. Und geredet (mit-, über- und gegeneinander) wird sowieso schon genug. Und wem ein Onlinefernstudium in einem Metier, das vor allem viel Erfahrung voraussetzt, groß nutzen soll, ist mir auch unklar.
Da es mit den Umgangsformen sofort bergab zu gehen schien (siehe z.B. den Konflikt meiner Vorredner), habe ich mich gerne wieder abgemeldet.
9. bookmarathon 16.02.2009 15:50h
@8
Wenn ich mich mit Ihnen auseinandersetzen wollte, wäre ich in der XING Gruppe geblieben.
Warum sollte ich so ene Auseinandersetzung wollen? Was haben Sie zu bieten? Richtig: Nichts!!!
Ach ja, Herr Mulzer, mich interessiert das Thema "Empanzipation" nicht die Bohne. Wieder eine Ihrer wilden Vermutungen und Unterstellungen.
Bon!
@9
Ich habe mich im XING an keiner Auseinandersetzung beteiligt. Nur mal kurz zur Klarstellung. Deshalb habe ich lieber gleich die Segel gestrichen.
10. Peter Mulzer, Buchantiquar 16.02.2009 16:11h
Lieber Koll. Hildebrandt,
gerade weil im Antiquariat E r f a h r u n g eine große Rolle spielt, ist der A u s t a u s c h von Erfahrungen ungeheuer nützlich und wichtig. Ich halte eine gut vernetzte, möglichst umfassende Berichts- und Diskussionsgruppe der Antiquariate für sehr sinnvoll und ertragreich.
Dies gilt besonders für die unteren und mittleren Bereiche. Ich glaube nicht, daß Redakteur Biester irgendwann von seinem Lieblingstrip zu Edelantiquariaten, Messen und anderen unserer lieben Tante namens "Aus dem Antiquariat" angemessenen Themen wieder herunterkommt.
Deshalb muß sich das mittlere und untere Antiquariat selber helfen. Koll. Weinbrenner fängt es richtig an, nur eben ist die äußere Forengestalt, das unglückliche Xing, nicht ideal dafür. Aufgemotzte Schachtelforen wie das "Händlerforum" mit seinen ganz unerträglichen ästhetischen Zumutungen bringen es aber auch nicht.
Ihre kritische Haltung zur Ausgrenzungsmanie teile ich - die kommt aus einer bestimmten Ecke, die hier zu benennen sofort die Totalzensur dieses Textes zur Folge haben würde, wenn ich meine betrüblichen Erfahrungen der letzten Tage auswerte.
S y n e r g i e bringts schon, doch. Denn mit der schnellen Wertumsetzung, die Sie uns zuordnen, ist es so eine Sache - vermutlich kann die unglückliche überlange Lagerhaltung vieler Kollegen, etwas umgeändert, zur L ö s u n g unserer Sorgen durchaus beitragen. Nochmals daher: Erfahrunsaustausch, ja bitte!
Die Sache mit dem Fernstudium konnte hier nicht ausdiskutiert werden, da sich Redakteur Biester in ganz unerträglicher Weise dazu bedeckt gehalten hat. Fernstudium kann jedenfalls sehr nützlich sein - w e n n es richtig geplant wird.
Insgesamt würde ich Sie ermuntern, der Gruppe etwas mehr Vertrauen zu schenken. Warum und weshalb, das hatte ich am Wochenende ausführlich hier dargestellt, aber das Totalzensurmesserchen der Redaktion hat meine Texte fein säuberlich entfernt.
11. Peter Mulzer, Buchantiquar 16.02.2009 16:20h
Notwendige Nachschrift:
Ihre Beobachtung, daß der Umgangston im Weinbrenner-Forum rauh geworden sei, kann ich gar nicht teilen. Ich konnte mit ehrlichem Erstaunen feststellen, daß die beiden Mit-Moderatoren des allzu schweigsamen Kollegen Weinbrenner k l u g e, sehr gut formulierte, lange Texte eingestellt haben. Wobei mir persönlich der allzu diplomatisch-predigthafte Ton unseres Theologen vom Dienst etwas auf die Nerven fällt: "Deine Rede sei ja ja, nein nein", möchte ich ihm mit einem seiner Hausautoren zurufen.
Sehen Sie, es ist eine Gratwanderung: Schreibt man zu gebüldet, dann schreckt das viele andere Kollegen ab. So, wie es jetzt dort läuft, scheint es mir genau richtig zu sein.
12. Philipp Weinbrenner 16.02.2009 16:48h
Der allzu schweigsame Kollege ist nicht von Haus aus schweigsam, sondern beobachtet die Entwicklungen in der Xing Gruppe sehr aufmerksam. Meine Aufgabe liegt im Moment hauptsächlich in der Moderation der Gruppe.
13. Redaktion Antiquariat 16.02.2009 19:20h http://twitter.com/Philobiblos
boersenblatt.net fehlen ein paar Funktionen, die ich bei Twitter nicht mehr missen möchte. Ein Bespiel, man kann hier keine Favorites markieren. Also eine manuelle Mitteilung eines meiner Tages-Favorites:
"Verflixte Neutralität! Ein Mißverständnis auch insofern, als gerade die komplizierte Struktur eines Gebildes, wie es der Börsenverein darstellt, z w i n g e n d die innere Diskussion einfordert. Denn die Konflikte dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden, sie müssen i m V o r f e l d ausdiskutiert werden - - damit dann oben in den Versammlungen wieder Frieden herrschen kann."
Das ist wahr, sogar sehr wahr!
14. krämer 16.02.2009 19:44h
Einige Zeitungen haben doch so einen Button: Lesenswert oder nicht, wo eine Bewertung abgegeben werden kann. Warum gibt es das bei Börsenblatt nicht.
Es gibt sonst auch Möglichkeiten für angemeldete Nutzer: Nicht lesenswerte Postings, identifiziert durch den Autor, auszuklammern, daß die gar nicht erst erscheinen, das wird hier nicht gehen. Aber alternativ die radikale Löschung von Postings, die Beleidungen enthalten, sollte fortgesetzt werden.
Die Type, die mischt sogar noch in vemeintliches Lob fieses Gift rein, die muß kurzgehalten werden. Und das geeignete Mittel dazu ist der Delete-Button.
Weiter so, bei geringer Verlassung wegputzen das Gesülze von der Type.
15. Kritikaster 16.02.2009 21:15h
1. Zensur ist nicht per se schlecht!
2. Ein Antiquar ist nicht per definitionem klug!
3. Einen Troll soll man nicht füttern, dann kann er auch nicht wachsen!
4. Peter Mulzer? - Nie gehört!
16. krämer 16.02.2009 23:17h
"JA JA JA! Sperrt ihn endlich aus, den Krämer! "
Hab ich nichts gegen einzuwenden. Ein Esel weniger.
17. Peter Mulzer, Buchantiquar 17.02.2009 01:34h
Dem Kollegen Weinbrenner und seiner Gilde wie auch jenen Antiquaren, die sich am Gemeinschaftskatalog-Projekt beteiligen, bin ich es schuldig, einige der hier übers Wochenende totalzensierten, also der "unterdrückten" Ausarbeitungen aus meiner Feder zusammenzufassen. Ich begnüge mich mit Stichworten, denn was einmal vom Zensor ausgemerzt worden ist, hat seinen Schimmer und Schmelz verloren. Sammeln wir die verkohlten Blätter auf dem Gehweg vor dem Frankfurter Börsevereinshaus ein.
1.
Das Katalogunternehmen geht von der auf den ersten Blick gar nicht so falschen Annahme aus, daß die meisten Kunden eine gedruckte Liste "haptisch" viel lieber besäßen, als daß sie sich mühsam, so wohl die Überlegung der Väter des Projekts, zum Computer schleppen, diesen anzuwerfen und dann in die kleine flimmernde Fernsehscheibe zu starren hätten...
Das Gegenteil ist der Fall. Die Faszination des Internets auch für konservativste Altbuchkunden ist groß. Selbst alte Klosterschwestern und unbedarfte Hausfrauen bedienen sich für alle vorkommenden Fragen des Computers. Der 80jährige Baron surft mit Hingabe stundenlang im Netz, unser esoterischer Dichter tippt seine hingehauchte Lyrik - am Computer.
Worin also besteht der Vorteil des papierernen Gemeinschaftskatalogs? Vielleicht erinnert er, wenn er graphisch exzellent gestaltet ist, an unsere großen Versteigerungskataloge. Schön. Aber die Qualität unterschreitet das Versteigerungsniveau in aller Regel eben doch, und so gerät unser Werk in den mißlichen Geruch des Etikettenschwindels. Denn der Sammler weiß recht gut, weshalb er die Messe- und Versteigerungskataloge aufbewahrt: Wegen der herausgehobenen Qualität des Inhalts.
Jeder Sammler reagiert ungehalten, wenn ihn zwar sein Fachgebiet, sein Sammelbereich interessiert und er tatsächlich 20 oder 40 Seiten solcher ihn angehender Fachlisten findet - dafür sich aber mit 300 schweren Seiten voll mit anderern, ihm sachfremden Listen schleppen muß, weil sie fest angebunden sind. Medienbegabte Kunden werden "ihre" Teile brutal herausreißen, der Rest - Papierkorb.
Dieser Aspekt ist aber eher sekundär, gemessen an der ungeheuren Verschwendung von Porti und Druckkosten. Die Rechnung kann ich durchaus nachvollziehen, auch Billigdrucker in Prag oder Südtirol habe ich in Kalkulationsbeispielen vorliegen - und was die Post an fürchterlichen Tarifen für solche Wälzer auch in tausender-Auflieferung verlangt, kann jeder recherchieren.
Und wiederum ist der Kostenfaktor längst nicht so entscheidend wie der Verlust an Werbeintensität. Ich gehe hier vom "tue es nicht" über zum "tue es". Wie verwirklicht man ein Projekt der angedachten Art heutigentags?
Man bastelt ein schönes, gut funktionierendes und - o tollkühne Forderung, besonders wenn ich mich an gewisse Webseiten der Vordenker des Projekts erinnere - in lesbarem fehlerfreiem Deutsch geschriebenes P o r t a l im Netz. Dieses Portal verlinkt dann auf die Einzelseiten der beteiligten Portale. Wie mans macht, ist ziemlich egal - ein hübsch aufgeteilter Gesamt-Katalog kann nichts schaden, aber wer dabei an PDF un andere törichte Winkelzüge und Sparsamkeitsmarotten denkt, kriegt eins auf die Finger. Jedenfalls finden sich alle beteiligten Kollegen hübsch verteilt auf der zentralen Seite, ihre Webseiten sind (neugestaltet für diesen Zweck oder einfach im jetzigen, ähem, Naturzustand belassen), in Sekundenschnelle erreichbar, für die schnelle Zurückfindung zum zentralen Katalogportal - wichtig - ist hoffentlich auch gesorgt.
So, meine verehrten Kollegen, macht man das. Was kostet es? Erhebe dein Haupt, o Klio, und weine vor Freude - - es kostet n i c h t s. Denn das bißchen Gestaltung und Traffic kommt aus der Portokasse, sofern es der Kollege nicht e n d l i c h selber lernt, wie ers zu machen hat.
2.
Nun zum Weinbrenner-Projekt.
Die Kollegen dort werden demnächst, spätestens beim überfälligen Wechsel des technischen Forensystems, um eine Gewichtung und Sortierung ihres Pflichtenhefts nicht herumkommen. Dazu hätte ich einige Vorschläge und Thesen.
A.
Antiquare sind keine Wohltätigkeitseinrichtungen, und kultureller Schmus ("der Überbau") ist nicht ihr erstes Anliegen. Vielmehr sind sie Pfeffersäcke, Näheres siehe bei Gustav Freytag, Soll und Haben, und als solche wollen sie ihre Ware gut verkaufen. Also geht es ganz zuvorderst um A b s a t z f ö r d e r u n g.
Anders herum gedacht kann man sich auch die Frage vorlegen, was denn die Hindernisse für unsere Verkaufsprobleme sind.
Absatzförderung beginnt bei der Wieder-Gewöhnung lang schon verlorengegangener Käuferschichten ans Antiquariat. Wir brauchen Daten über die
*Haltung der Neubuchkäufer gegenüber der Idee, sich Altbücher zu kaufen.
Warum tun sies nicht, weshalb dümpelt Antiquaria (ZVAB) so vor sich hin, liegts am Image des gebrauchten Buchs, oder ist es - - ernüchternd und beschämend einfach - - die b i b l i o g r a p h i s c h e U n w i s s e n h e i t auch der gebüldeten Kreise? Glauben Sie mir, letzteres ist mit weitem Abstand der Grund.
Haben wir die Hindernisse einmal aufgedröselt, ist auf Abhilfe zu sinnen. Was für Werbemaßnahmen sind denkbar? Ist wirklich irgendetwas mit der verwegenen Idee der Gemeinschaftskatalogmacher gewonnen, b e s t e h e n d e, also eingeübte, eingewöhnte Antiquariatskunden in einer gigantischen Austauschaktion zu noch besseren Kunden zu machen? Oder geht es nicht viel nächstliegender und effektiver um Gewinnung neuer Kundenschichten?
B.
Ich bin ein alter Praktiker und hole mich selbst, aber auch die Kollegen mit diebischem Vergnügen immer wieder auf den Boden herunter, wenn man sich in allzu hohe Sphären verstiegen hat. Deshalb: Wir brauchen Arbeits s t a n d a r d s. Das reicht von der Titelaufnahme bis zur Verpackungstechnik, dazu gehört auch ein Teil der Datenbankfrage, der Werbetechnik, der Ausbildung. Große Teile der sogenannten Qualitätsinitiative halte ich für Wortgeklingele - wir brauchen schnelle und ausdrucksstarke Beschreibungen, monotone Ehrpusseligkeit in den Tuitelaufnahmen macht den Kunden nur - zurecht - mißtrauisch.
Immer wieder angedacht werden müssen organisatorische Gemeinschaftsprojekte. Wenn Kollegen allzuviel makulieren und sich abei auf Gemeinplätze wie zu hohe Auflagen, mangelnde Nachfrage usw. herausreden, dann stimmt berufsorganisatorisch irgendetwas nicht. Zur Arbeitstechnik rechne ich auch die ganze Kalkulationsfrage. Wir müssen Betriebsvergleiche haben, aber nicht nur die viel zu pauschalen der AG, sondern praktisch und gemeinsam durchdiskutierte Kalkulationsbeispiele bis auf den einzelnen Titel herunter - Bearbeitungszeit, Mietanteil, Verkaufszeit, Versand, Zinsen, Ankaufsweise, Werbekosten.
Neben einer eigenen Datenbank, die nicht mehr genossenschaftlich, sondern v e r e i n s e i g e n sein sollte, kommen wir bei gründlicher Überlegung mit Sicherheit auch auf mein gemeinsames "Grossohaus" zurück. Was vor zehn Jahren utopisch und unrentabel schien, muß es heute nicht immer noch sein. Als wahres Vorbild muß uns das A m a z o n - Zentrallager und auch sonst Amazon/ Abebooks immer vor Augen sein. ZVAB war einmal. Nur eben können w i r dann die Bedingungen als Berufsstand human und frei gestalten. Amazon nachahmen, aber unser eigener Herr im Hause sein.
C.
Dabei gilt es, innerberufliche Störfaktoren zu erkennen und nach Möglichkeit in positive Impulse umzuwandeln. Da sind zunächst die gefühlten 20-30 Spitzenhäuser, von mir sine ira als "Edelantiquare" bezeichnet. Deren Interessen sind nicht immer die der anderen 950. Auch der Sonderfall "Fachantiquare" ist zu berücksichtigen, und stets müssen die Versteigerer im Blickfeld bleiben.
Ich breche hier ab. Es geht mir darum, Kollegen Weinbrenner in etwa aufzuzeigen, was ihn an wichtigem Diskussionsbedarf erwartet.
18. Philipp Weinbrenner 17.02.2009 10:41h
@19:
_Respekt_ Herr Mulzer.
Die von Ihnen angesprochenen Diskussions-Themen sind durchaus sinnvoll und sollten hier oder in der Xing Gruppe wirklich (durchaus auch einmal kontrovers) behandelt werden.
Als Quereinsteiger mit einem starken Background im IT-Bereich kann ich einige Sachen natürlich sofort verstehen. Aber geben Sie bitte Kollegen ohne Technik-Affinität auch eine Chance ihre Vertriebswege weiter zu beschreiten und ggfls. auch zu verteidigen. Ich selbst freue mich durchaus über reinflatternde 'haptische' Kataloge.
ich freue mich schon auf die jetzt vermutlich losgetretenen Diskussionen :)
phw
19. AUREL 25.02.2009 18:14h
Oh in was für nem Haifischbecken bin ich denn da gelandet. Habe mich eben bei der AG Antiquariat angemeldet und auch mein Beitrittsgesuch an Xing geschrieben. Und weil es hier ja nur so zu wimmeln scheint von persönlichen Fehden (Jahrzehnte bereist andauernd?), von Abwertungen der kleinen Krauter und Aufwertungen des eigenen Egos - nicht ohne den Hinweis auf die eigene, dem Antiquar
quasi mit der Strickjacke angeborene Inidvidualität, die dann aber auch jeden harten Tobak rechtfertigt - vom Kämpfen uralter Kämpfe, von Anti-ZVAB und pro-was-weiss-ich .. weil das so eine schöne Mischung ist und ich die alten Querköpfe nicht alleine die Dinge diskutieren lassen will, die auch mir als neu-Unternehmer in dieser Branche wichtig sind und sein werden, bin ich also hier ...und bleibe ne Weile. Auch wenn ich schon ahne, was kommen wird, wenn ich die Toleranz hier teste mit der dem AUREL eigenen Mischung aus Neu-Buchladen UND einem Angebot von gebrauchten Büchern UND
antiquarischen Angeboten SOWIE einem angeschlossenen Kleinstverlag .. und dies online und im Laden. Jetzt sind Sie dran.
Herzlichen Gruß Markus Groß