Medien

03.03.2009Buchkatalog.de mit neuem Download-Bereich

E-Books bei KNV

Zur Leipziger Buchmesse präsentiert Buchkatalog.de, die Internet-Plattform des Buchgroßhändlers Koch, Neff & Volckmar, einen Download-Shop. Nach Mitteilung von KNV startet der Shop mit circa 30.000 E-Books von Ciando im PDF-Format. Zukünftig sollen dort auch Hörbuch-Downloads eingebunden werden, heißt es aus Stuttgart. Auf Wunsch können sich alle Partnerbuchhandlungen von Buchkatalog.de den Link auf den neuen Download-Bereich freischalten lassen.

KNV bietet damit Fach- und Sachbücher sowie Ratgeber und Belletristik als DRM-geschützte E-Books. Der Download-Shop ist eine Eigenentwicklung von KNV. Über einen Link auf Buchkatalog.de erreichen die Online-Kunden den Download-Bereich. Der Buchhändler erhält für jeden Download seines Kunden eine Provision von 10 Prozent, teilt KNV mit. KNV fungiere als Vertragspartner gegenüber dem Endkunden und übernimmt Inkasso-, Betriebs- und Supportleistungen.

„Der Download-Shop ist für jeden Buchhändler ein idealer Einstieg in das E-Book-Geschäft, da er eine hohe Zahl an E-Books mit dem derzeit für den Nutzer einfachsten Datenformat PDF enthält“, so Frank Thurmann, geschäftsführender Gesellschafter von KNV. „Wir streben an, möglichst alle Zielgeräte zu bedienen, unterschiedliche Formate zu unterstützen und unseren Kunden die größtmögliche Anzahl an Inhalten zur Verfügung zu stellen. Dies wird Zug um Zug umgesetzt, sobald die jeweiligen Formate und Zielgeräte am Markt sind“, erläutert Thurmann die E-Book-Strategie von KNV.

Die E-Books im PDF-Format können derzeit auf PC und Laptop gelesen werden. Ab dem 2. Quartal 2009 werden auch Mobile PDF und EPUB unterstützt, darüber hinaus will KNV verschiedene E-Book-Reader anbieten, mit denen dann die angebotenen
E-Books ebenfalls gelesen werden können. KNV bedauere, dass Sony eine exklusive Vertriebsvereinbarung geschlossen hat, so dass der Sony-Reader aktuell nicht im Angebot von KNV ist.
Schlagworte:
KNV, E-Books

Anzeige

7 Kommentar/e

1. Stefan Matthias 03.03.2009 14:39h

"Doch wehe, wehe, wenn ich an das Ende sehe..."
10% Rabatt! Das haut mich ja total um...
(Bei Libri gibt's nur 7%... )
Ist doch totaler Blödsinn - wenn wir mit dem Verkauf von E-Books an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.
Von was - liebe Buchhändlerinnen und Buchhändler - leben wir eigentlich?
Mit solchen Angeboten wird der Buchhandel mit einem eiskalten Lächeln zur Schlachtbank geführt!
Und je mehr Firmen diesen BuchMetzgern folgen, desto rasanter wird der Absturz am Ende.

2. O.G 03.03.2009 15:23h

Meine Rede lieber Herr Matthias!

Doch ich werde das Gefühl nicht los der Buchhändler geht gerne intellektuell und völlig Blind zur Schlachtbank.

Die wenigen die sich in der nähe des Schafotts wähnen und dies kundtun werden schief angeguckt und ausgelacht.

3. Wolfgang Lehner 03.03.2009 15:33h

Verstehe ich das richtig? Ich gehe also in den Buchladen um mir ein Buch anzuschauen (es in die Hand nehmen und befühlen, kurz ins Inhaltsverzeichnis blicken), gehe dann zur Verkaufstheke, zücke USB-Stick und EC-Karte und kaufe den Roman - evtl. sogar an einem Terminal? Oder gehe ich lieber gleich auf die Website meines örtlichen Buchhändlers und hole mir von dort über Umwegen den Titel von KNV (den 10% für meinen Buchhändler zuliebe)? Wegen einer Datei in einen Laden gehen? Und wenn nicht in den Laden, warum dann nicht direkt bei Libreka!, Ciando oder bald bei Amazon oder Vodafone kaufen? Die Gewinnspanne des Buchhändlers geht ja sowieso für den Betrieb seiner Website drauf. Die gehört dann zwangsweise für jeden Buchhändler zur Grundausstattung und wird so attraktiv sein, wie die tausende von Apothekerwebseiten, die nur dazu dienen, Online-Besteller irgendwie abzufangen, bevor sie direkt im Ausland bestellen. Ist das schon ein Geschäftsmodell? Und wenn bald die Mobilfunker kommen und es irgendwie hinkriegen, dass ihre Kunden ein bißchen günstiger an den Lesestoff fürs Smartphone kommen? Am besten beginnt man jetzt damit, drüber nachzudenken, was man mit der frei werdenden Regalfläche anfangen kann. Zunächst werden ja noch ein paar Bestseller-Paletten mehr das Geschäft retten, aber ob das noch lange reicht?
Zum Trost, liebe Buchhändler: Es ist leider nicht so, dass wir Grafiker und Setzer von dem enormen Konvertier- und Anpassungsaufwand, der ja jetzt wohl in den Verlagen anfällt, irgendwas hätten. Das geht vollkommen an uns vorbei. Evtl. ändert sich das mal, wenn aus der Leserschaft ein Murren und Grummeln zu vernehmen sein wird, dass die PDFs so lieblos gemacht sind, die Funktionen des Lesegeräts nicht richtig nutzen, zuviel gescrollt werden muss ... vielleicht wird man dann auch wieder die Freude am Papier entdecken.

4. Ludgerus 03.03.2009 15:43h

Online-Portalen gehört ganz sicher im Audiobook- und wohl auch im anstehenden E-Book-Geschäft die Zukunft. Dort, wo die Umsätze sich rasant konzentrieren (z.B. bei I-Tunes, JPC, Amazon, Thalia, Weltbild, etc.) wird damit wohl auch nenenswerter Zusatzumsatz generiert. Für den stationären Buchhandel kann es allenfalls eine moderne Service-Idee sein, solche Produkte auf der hauseigenen Homepage einzupflegen. "Sie können das auf unserer Internet Seite jetzt auch downloaden" sagen wir dann voller Stolz unseren Kunden, und wissen doch ganz genau, daß die Wirkung dieses Satzes schon verpufft, noch während wir ihn aussprechen - "Ach ja?" - ist dann prompt die kurze und knappe Bemerkung des internetbegeisteten Users, der natürlich bestens informiert ist und genau weiß, wie und auf welchen der z.Zt. angesagtesten Portalen er am schnellsten zu seiner I-Pod Datei kommt. Kundenbindung und Umsatzgenerierung sieht sicherlich anders aus. Der stationäre Buchhandel wird sich in Zukunft verstärkt auf die Kundengruppe konzentrieren müssen, die echte, hochwertig gedruckte und gut gebundene Bücher kaufen wollen. Einfach wird das nicht!

5. Manfred Queisser 03.03.2009 17:47h www.buchqueisser.de

Keine Angst ! Bei dem was jetzt in Leipzig präsentiert wird, sind keine großen Abwanderungen ins Online-Lager zu befürchten. Weder sind die jetzigen Reader in einem gescheiten Preis- Leistungsverhältnis, noch sind Preise für die E-Books attraktiv. Wer jetzt PDFs mit DRM anbietet, liegt völlig daneben. Die online-affine Leserschaft ist in unseren Buchhandlungen schon lange am abwandern, die holen sich ihre e-books im Netz kostenlos, ohne DRM und illegal.

6. ebook-freund 04.03.2009 15:00h

Sehr geehrter Herr Queisser,
daß die "online-affine" Leserschaft sich die e-books kostenlos und ohne DRM holt, ist richtig, schließlich hat folgendes Zitat nichts von seiner Gültigkeit verloren:
DRM ... represent(s) an exercise in mindless stupidity, that would shame any self-respecting dinosaur - Eric Flint, http://www.baens-universe.com/articles/principle

Aber illegal holen sie sich die Bücher deshalb noch lange nicht. Es gibt schließlich genug Seiten, auf denen sich solche Bücher völlig legal finden lassen.

Wenn Sie allerdings jeden, der "online-affin" ist, automatisch als potentiellen Kriminellen betrachten, dann brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die kommerziellen Erfolge im e-book-Markt ausbleiben ...

7. Zimt 05.06.2010 13:11h

Mal ganz ehrlich ein e-book kaufen (zum selben Preis wie das gedruckte pandent) auf dem PC oder dem teuren Leesegerät lesen und dann einen kopierschutz drauf haben, der es unmöglich macht auf legalem Weg die Datei zu sichern um sie bei verlust des Lesegerätes oder der Festplatte zu verlieren, klingt für mich nicht nach dem geschäft der zukunft.

Kommentar schreiben

Wir bitten um sachliche Kommentare zum Thema.

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination. TIPP: Zwischen Klein- und Großbuchstaben müssen Sie nicht unterscheiden.