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Hugendubel und Buch Habel: 285 Arbeitsplätze fallen weg

09.06.2009Stellenabbau

Hugendubel und Buch Habel: 285 Arbeitsplätze fallen weg

Hugendubel steht unter Druck – und zwar so sehr, dass die DBH-Tochter jetzt in großem Stil damit beginnt, Stellen abzubauen. Insgesamt gehe es um 285 Arbeitsplätze, heißt es aus München, sowohl bei Hugendubel selbst als auch bei Buch Habel. Die Maßnahmen seien Teil eines Restrukturierungsprogramm.

Die Buchhandlung Hugendubel und Buch Habel – beide sind seit Januar 2007 unter dem Dach der Finanzholding DBH Buch Handels GmbH & Co. KG - stellen sich demnach neu auf. Im Detail sieht das  Restrukturierungsprogramm vor:
  • den Abbau von Arbeitsplätzen; bei Hugendubel entfallen nach Unternehmensangaben 179 von 1.500 Stellen, schwerpunktmäßig im Berliner Raum – bei Buch Habel werden 106 von 335 Arbeitsplätze gestrichen; Der Stellenabbau resultiere "aus der notwendigen Verschlankung der Buchhandlungen". und soll "durch freiwillige Abfindungszahlungen sozial abgefedert" werden.
  • optische und räumliche Veränderungen von Sortimentsbereichen innerhalb der Buchhandlungen (unter der Maßgabe: Erlebniseinkauf)
  • den Servicebereich mittelfristig neu zu organisieren und gleichzeitig den Erlebnischarakter der Buchhandlungen durch  neue Produkt- und Warenpräsentationskonzepte weiter optimieren.)
  • das Sortiment stärker an den geänderten Kaufgewohnheiten der Verbraucher auszurichten; sowohl Hugendubel als auch Buch Habel würden zwar "moderne Vollsortimentsbuchhandlung" bleiben, künftig soll Angebot aber noch stärker als bislang auf die Bereiche Unterhaltung, Kinderbuch und
    "Besser leben" abheben. Auch am Medienmix werde gefeilt.

Warum Hugendubel für sich und Buch Habel (Hugendubel ist innerhalb der DBH für den Filialist zuständig) nun auf Verschlankung setzt? 

"Wir müssen den Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mitgestalten, um die Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Wir sind uns sicher, dass wir aus dieser Umbruchsituation gestärkt hervorgehen werden", sagen die Geschäftsführer Nina und Maximilian Hugendubel. 

Die Maßnahmen seien Folge "eines anhaltend schwierigen Marktumfelds sowie des Strukturwandels in der Branche", argumentiert das Unternehmen. Seit 1998 seien die Umsätze im deutschen Buchhandelsmarkt inflationsbereinigt rückläufig – mit einer Erholung rechne man "weder in diesem Jahr noch in den kommenden Jahren". Zudem habe die norme Ausweitung von Einzelhandelsflächen, besonders durch neue Einkaufscenter, aber auch im Buchhandel selbst, zu einer Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit von Vollsortimentern wie Hugendubel und Buch Habel geführt. Darüber hinaus nehme die Konkurrenz durch den Internetbuchhandel immer stärker zu. Und nicht zuletzt habe sich auch das Einkaufsverhalten der Kunden branchenweit sehr stark gewandelt.

Ob mit dem Stellenabbau auch Schließungen von Filialen einhergehen, ist momentan nicht bekannt. boersenblatt.net bleibt dran! 

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97 Kommentar/e

1. interessierter beobachter 09.06.2009 11:05h interessierter beobachter

erst weltbild, jetzt hugendubel und habel
wann gesellt sich thalia dazu?
oder haben die durch ihre aggressive expansion nicht ihren anteil am sterben der kleinen vollsortimente und jetzt auch am druck auf die großen konkurrenten?
gegen duftwässerchen und heuschrecken-fondskapital ist mit kulturgut schwerlich anzukommen
das rennen ist wohl zu gunsten von thalia/stationär und amazon/internet gelaufen ...

2. saguenay 09.06.2009 12:25h saguenay

Hm, erst Weltbild, dann Hugendubel/Habel. Ein boshafter Mensch würde jetzt vermuten, dass im DBH-Management in der Vergangenheit vielleicht nicht alles so marktgerecht ablief, resp. der angesprochenene Wandel im Einkaufsverhalten der Kunden ein wenig spät entdeckt wurde.

Derzeit machen ja alle möglichen Unternehmen aus den verschiedensten Branchen die schwierige Marktlage für ihre Misere verantwortlich, es stellt sich aber die Frage, ob es nicht eher interne Schwierigkeiten waren, die verhindert haben, dass rechtzeitig darauf reagiert wurde. Mit dem bösen unberechenbaren Markt haben auch alle anderen zu kämpfen, aber nicht jedes Unternehmen gerät deshalb gleich in Schieflage.....

3. xxx 09.06.2009 12:43h xxx

Ca. 1/3 der Jobs bei Habel fallen weg...bei Hugendubel ungleich weniger. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Angestellten bei Habel jetzt mit ihren Jobs für die Übernahme durch Hugendubel/ Weltbild und das schlechte Management bezahlen. Bleibt die Frage wie chronische unterbesetzte Läden zur Ausrichtung auf den "Erlebniseinkauf für den Kunden" beitragen.

4. xxx2 09.06.2009 12:45h xxx2

Und wer muss am Ende gehen? Die jungen, eigentlich hoch motivierten Mitarbeiter, die sehr gute Leistungen bringen, aber leider noch nicht Jahre im Unternehmen sind und keine Kinder haben. Leistung zahlt sich dann leider doch nicht aus. Und wenn es sich die DBH erlauben kann, auf diese Leistungsträger zu verzichten, dann scheint es der Firma noch zu gut zu gehen.

5. ich glaub nicht alles 09.06.2009 12:47h ich glaub nicht alles

Wenn die Pressemitteilung genauso gestrickt ist wie bei Weltbild, dann dürften da noch weitaus mehr Leute gehen müssen...
Leider, ...

6. buchx 09.06.2009 12:54h buchx

Und das fällt ihnen alles jetzt ein? Einfach so?
Wer`s glaubt.
Wenigstens die Karten auf den Tisch legen, könnte man...

7. Umsatzfee 09.06.2009 14:35h Umsatzfee

Nun,

dass Habel gröbere Schwierigkeiten hat, wird ja nicht erst seit dem sehr plötzlichen Verkauf der restlichen Anteile und dem Krefeld-Desaster vermutet.
Sieht für mich so aus, als müssten hier die Mitarbeiter heute für Fehlentscheidungen und vertrödelte Entscheidungen der letzten Jahre büßen.
Ob Herr Schmitt in seinem Wohnmobil Platz für in Not geratene Ex-Kolleginnen hat?

Auch ich befürchte, dass die Pressemitteilung nur die Spitze des Eisbergs zeigt.
Wie viele Änderungskündigungen / Stundenkürzungen werden noch zusätzlich ausgesprochen?
Wird es Filialschließungen geben - und sind die Mitarbeiter hier schon eingerechnet?
Was ist mit Mitarbeitern und Azubis in der Probezeit?
Und ist bei Weiland wirklich alles in Ordnung - oder kommen die anderen Sparten nächste Woche dran?

Der vor kurzem gegründete Gesamtbetriebsrat wird viel zu tun bekommen.

8. Wegener 09.06.2009 14:40h Wegener

Bestimmt werden nicht nur diese Mitarbeiter gehen dürfen! Dann kommen noch befristete Stellen hinzu, die nicht verlängert werden, Aushilfen werden weggekürzt usw. Die meisten DBH Filialen sind doch jetzt schon ständig unterbesetzt.

Liebe Mitarbeiter bei Hugendubel und Habel, Frankreich als Vorbild und München ist nicht groß, besucht die Familie Hugendubel doch mal zu Hause und schaut in deren Kühlschränke, ob da auch weggekürzt wurde!

Mit solidarischen Grüßen

J. Wegener

9. XXX 09.06.2009 15:07h XXX

Habel in Krefeld wird erste "Erlebniswelt-Filiale". Beratung erfolgst dann nur noch auf "ausdrücklichen Kundenwunsch" (s. Beitrag aus buchmarkt.de)
Bei Thalia in Krefeld knallen gerade die Sektkorken...

10. Kenner 09.06.2009 15:24h Kenner

Klar, dass es in Krefeld getestet wird, da kann man ja nicht mehr viel falsch machen. Der Laden steht doch kurz vor`m AUS! Die Leute die sich vor einem Monat noch sicher waren, zumindest noch für ein paar Jahre den Job behalten zu können, werden spätestens jetzt seelisch am Ende sein. Thalia braucht sich noch nicht mal anstrengen um den letzten Umsatz aus diesem Habel-Haus rauszuholen. Man kann nur hoffen, dass die Mitarbeiter einen neuen Job finden, und am besten noch nebenan... . Es ist das allerletzte was die Führungskräfte und Möchtegernchefs da für einen Eiertanz veranstalten, selbst in so einer Situation heißt es hier 285 und im Buchmarkt ca. 600 Stellen werden gekürzt. Die werden mit ihrer Erlebniswelt die nur aus ZL besteht abdanken, und das schnell. Und letztendlich wünsche ich mir nichts mehr, und das war weiß-Gott mal anders!

11. Beobachter 09.06.2009 15:26h Beobachter

So manches Mal habe ich den Eindruck, dass es den Geschäftsführern der DBH nicht schaden könnte noch mal ein Management-Seminar zu besuchen oder sich ein Buch zum Thema Betriebsführung zuzulegen (sollte ja zu bekommen sein).
Mir ist schon klar, dass die Zeiten gerade schwer sind. Aber ich frage mich, ob das Projekt "DBH" wirklich zu Ende gedacht wurde. Wer will eigentlich Was sein? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal? Was macht die Buchhandlungen der DBH zu etwas besonderem? Ich habe den Eindruck, dass wissen die einzelnen Unternehmen selbst nicht. Es fehlt das Konzept. Womit sollen sich denn die MItarbeiter identifizieren? Die schwimmen doch im Ungewissen. Hat man eigenltich versucht, die neuen Mitarbeiter in die neuen Strukturen zu integrieren? Wurde die wichtigste Resource, das wichtigste Kapital - die Mitarbeiter zumindest informiert?
Ein Geschäftsführer haftet i.d.R. nicht mit seinem Privatvermögen, der Mitarbeiter, der um seinen Job bangen muss, leider schon! Ich kann nur wünschen, dass die DBH bald herausfindet, was sie eigentlich will und bereit ist, in ihr wichtigstes Kapital zu investieren!

12. Wolf-Dieter Sonnenburg 09.06.2009 15:28h www.liaison-mit-literatur.info Wolf-Dieter Sonnenburg

Das ist eine vorhersehbare Entwicklung, die alle Filialisten treffen wird. Warum auch sollte die Krise und die ungehemmte Expansion, auf Deubel komm raus, an den Filialisten vorbeigehen? Die Zeche muss irgendwann bezahlt werden. Traurig nur die Zerstörung gewachsener Buchhandelsstrukturen in vielen Städten!

So, so, das Vollsortiment soll erhalten bleiben, mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf Gefälliges.
Das ist doch schon lange Trend bei den Filialisten. Und das Kaufverhalten habe sich gewandelt, das ist aber erstaunlich, wo die Filialisten daran doch "fast gar nicht" mitgewirkt haben. Es reicht eben nicht die Regale zu füllen und hoch zu stapeln und darüber hinaus Beratung oft schuldig zu bleiben. Mitarbeiterkompetenz ist da, ihre Vermittlung an die Leser wird aber oft genug durch anderweitige Beschäftigung, verhindert. Steht dann am Ende die Aldisierung des Buchhandels:
Verzicht auf Beratung, Verzicht auf die enorme Vielfalt, Konzentration auf das Beliebige oder Gefällige. Kein Wunder wenn Amazon zur Top-Einzelhandelsmarke geworden ist!

13. Kenner 09.06.2009 15:33h Kenner

Ja, so wird es werden, und ja die Mitarbeiterkompetenz ist da...aber leider nicht an den richtigen Stellen, man muss ich ja einfach nur die Führungspersonen anschauen, ob in den Filialen oder in der GF. Ich glaube auch nicht, das EIN Management-Seminar da helfen würde...ich fänd es ganz schön wenn dann auch noch mal die soziale Kompetenz getestet wird---aber gut, das gehört jetzt wohl nicht hier hin....

14. @Beobachter 09.06.2009 15:37h @Beobachter

Das Buch zum Thema Betriebsführung muss aber im ZL sein!!!! A nsonsten: nebenan!

15. Umsatzfee 09.06.2009 16:00h Umsatzfee

An der "Beratung auf Wunsch" bin ich auch hängengeblieben.
Etwas anderes habe ich bei Hugendubel als Kundin nie erlebt! Und der Wunsch muss schon sehr deutlich vorgetragen werden - suchend vorm regal zu stehen reicht nicht. Mein Eindruck des Frankfurter Hauses war immer: unaufgeräumt, gestresste Mitarbeiter, kein Kundenkontakt, keine Sortimentsschwerpunkte.
Damit hat man anscheinend in den letzten Jahren kein Wachstum erzielen können - und deswegen soll der rest der DBH jetzt auch so aussehen? Was ist das denn für eine Logik??

Erlebnisbuchhandle klingt gut - aber was ist das schönste Erlebnis für einen Menschen? Kontakt zu anderen Menschen. Ohne Mitarbeiter, die den Stil des Hauses und ein "ran an den Kunden" vorleben, ist Erlebnisbuchhandel nur ein buntes Plakat. Keine Tiefe, keine emotionale Bindung des Kunden ans Haus.
Ja, es gehen bestimmt Umsätze ans Internet verloren. Aber was kann der stationäre Handel, was das Internet nicht kann? Menschliche Kontakte, Emotionen, Lachen, den Kunden anstrahlen und sich freuen, dass er ins Haus gekommen ist.
Und damit macht man Umsatz, wachsende Umsätze.
Aber bei der DBh nun nicht mehr.

16. xxx 09.06.2009 16:13h xxx

"Beratung auf Wunsch", selten so herzhaft gelacht. Als ob sich Bücher von selbst verkaufen würden, wenn man sie einfach nur in rauhen Mengen hinstellt.
Bücher verkaufen sich nunmal nicht selber, Buchhändler verkaufen Bücher.
Das ALDI-Prinzip funktioniert halt nur bei ALDI und Co., aber die verkaufen ja auch Güter des täglichen Bedarfs.

17. Hadschendabbel 09.06.2009 16:17h Hadschendabbel

"wir werden die notwendige Innovationsfähigkeit nur aufrecht erhalten können, wenn wir den Marktveränderungen folgen"...
Das steht so in er GLMitteilung.Auf gut deutsch. Innovativ ist, wer den andern Buchhandlungen alles nachmacht. Toll.
Wenn das nur mal so wäre.
Da wird gejammert, dass amazon so erfolgreich ist und soviel Bücher verkauft, aber woran das liegt weiß angeblich keiner.
Ich hab mal vorgeschlagen, ähnlich wie amazon einen Anreiz zu schaffen von privaten Websites auf Hugendubel und die Bücher zu verlinken.
Antwort: Keine Zeit, sowas zu entwickeln.
Ich hab vorgeschlagen, die Kunden Bücher bewerten zu lassen. Antwort: Keine Zeit, sowas zu entwickeln.
Ich hab vorgeschlagen den Buchhändlerblog, in dem Hugendubler über Bücher schreiben mit den Büchern zu verlinken. Antwort: Keine Zeit.

Ja Herrgot,, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn amazon alles abgreift.

Und hat schon mal jemand versucht auf der Website von Buch Habel eine Filiale in der Nähe zu finden?
Gut versteckt. Respekt an den diensthabenden Osterhasen.
Naja. Genug gemeckert, Ich genieß jetzt noch meinen letzten Monat hier, bevor der Vertrag ausläuft.

18. Beobachter 09.06.2009 17:05h Beobachter

Aha! Irgendwie kommt es ja nicht so überraschend- nur überraschend heftig.
Das durch die Einführung eines "Einkäufersystems" in der jüngeren Vergangenheit bei der DBH die Sortimentskompetenz der meisten Mitarbeiter eingeschränkt wurde, die nun nur noch verräumen dürfen, was andere eingekauft haben und nun eigentlich gar nicht mehr beraten sollen (Auf Wunsch!)- das wirkt doch irgendwie wie geplant ?
Wozu soll man auch teure Sortimentsbuchhändler bezahlen, Nicht-Beratung kann man schliesslich auch von ungelernten 400,- €- Aushilfen erwarten:
Da wird der Einkauf zum Erlebnis!
Ein austauschbares Sortiment, von austauschbarem Personal dezent "passiv" verkauft- das klingt schon nach dem ganz großem neuen Ding!
Ich ziehe meine guten alten Panama-Hut vor der geballten Innovationskraft, die da aus München kommt!
Wieso aber sollen Kunden ihre 0815-Bestseller aus den Bereichen Unterhaltung, Kinderbuch etc. ausgerechnet noch bei Weltbild und den DBH-Großflächen einkaufen? Das verstehe ich noch nicht so ganz...
Wann darf man den nun eigentlich mit dem Fall der Preisbindung rechnen? Wäre das nicht der nächste passende Schritt, "den Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mitzugestalten"?
Wie stehts denn nun eigentlich mit dem großartigen Vorschlag von Hr. Nitz beim bayerischen Arbeitgeberverband, Tarifvereinbarungen doch einfach mal zu ignorieren? (http://handel.bayern.verdi.de/tarifbewegung/buchhandel/#boeses_foul_arbeitgeber_sagen_ihren_belegschaften_den_kampf_an)
Hat das jetzt eigentlich geklappt?
Dann dürfte dem Erlebniseinkauf ja nix mehr im Wege stehen- weiter so!

19. Pagoda 09.06.2009 17:11h Pagoda

Hugendubel machte - wie WB - einen Fehler: Den der UNÜBERLEGTEN Expansion. Dass hauptsächlich in Berlin Plätze wegfallen sollen, verwundert mich nicht. Warum? Gut, dann sei an die langweilige, wenig frequentierte Friedrichsstraßen-Filiale erinnert, die nur einen Katzensprung von Dussmann entfernt ist.
Wie bei WB wurde jede freie Fläche bei neuen Centern gern genommen, ohne auf Größe, Einrichtung und (später) Präsentation zu achten. Expansion um JEDEN Preis wird zum Verhängnis. Generell ist expansives Handeln nicht bedenklich.

20. ex 09.06.2009 18:03h ex

Nach Weltbild ist das jetzt nicht überraschend. Aber mich überrascht die Zahl bei Habel. Es ist ja nicht so, dass sich die Mitarbeiter in den Filialen bis lang auf den Füssen gestanden haben. Wie das jetzt mit einem Drittel weniger gehen soll, ist mir ein Rätsel.
Mir tut es leid für alle Ex-Kollegen, die die gehen müssen und die, die das dann in engsten Personalplänen ausbaden müssen, wenn sie bleiben dürfen. Mir tut es leid für die engagierten Filialleiter und für die, die die Entscheidungen vor den Mitarbeitern vertreten müssen, die sie selbst nicht beeinflussen können.

21. Harry Hovacs 09.06.2009 18:31h Harry Hovacs

Wie oft ist in den Medien über DBH, Habel und Weltbild berichtet worden - wie toll, wie super die doch sind, was für Vorbildfunktionen die erfüllen.
Vielleicht kann man jetzt wieder einige Jubel-Zeit verstreichen lassen und einfach über den verläßlichen Mittelstand berichten, der zielgerichtet und dennoch verantwortungsbewußt, engagiert und dennoch sparsam, innovativ und dennoch klug Bücher anbietet und verkauft. Der seine Mitarbeiter führt und zu ihnen auch in schwierigeren Zeiten steht.
Oder glaubt jemand, daß es den "Kleineren" nicht auch schwerfällt, in Zeiten wie diesen?

22. auch ex 09.06.2009 18:32h auch ex

Sehr schade das Ganze. Erst wird in Erfurt die Entscheidung für die gruselige Hugendubel-Filiale getroffen und die wunderschöne, von den Erfurtern sehr geschätze Habel-Buchhandlung dichtgemacht *Herr Peterknecht wird sich freuen*, jetzt das.
Naja, ich schon eine Weile aus dem Laden raus, bin auch sehr froh darüber und kann nur allen Ex-Kollegen viel Glück wünschen.

23. Pana 09.06.2009 18:32h Pana

@xxx2 Sag mal gehts noch? Ich bin schon über Jahre dabei und habe Kinder! Trotz alle dem kann mir so schnell hier keiner was vor machen.

Willst Du Dich jetzt hier hinstellen und behaupten, nur weil Du noch nicht so lange dabei bist. keine Kinder hast und vielleicht 10 Jahre jünger bist, bist Du unabkömmlich?

Wenn das so sein sollte, wirst Du bestimmt schnell was Neues finden!

24. max 09.06.2009 18:44h max

ach sieh mal einer an...

"optische und räumliche Veränderungen von Sortimentsbereichen innerhalb der Buchhandlungen (unter der Maßgabe: Erlebniseinkauf)"

und für den erlebniseinkauf brauch man etwa kein personal mehr?
gute idee!

25. weil aus plus irgendwann auch minus werden kann! 09.06.2009 18:58h weil aus plus irgendwann auch minus werden kann!

weltbild plus hat es vorgemacht:

vermeintliche bestseller und "me-too"-marketing/einkauf/konzept/präsentation...

und wo sind die jetzt?!
naa?

hugendubel gräbt sich grad das eigene grab!

26. MXXB 09.06.2009 19:12h MXXB

warum soll denn der kunde bitte schön noch zu hugendubel gehen, wenn nebenan thalia ist?
(und die sich auch noch besser vermarkten!).

hat hugendubel nicht eigentlich nen BR?
der musste das doch vorher schon wissen- oder?
und die frage ist nun: was hat der BR jetzt dagegen?

27. Bendit 09.06.2009 19:16h Bendit

Ich glaube, als nächstes folgt die Umbennung der DBH in "Mc Buch" und "Bücher-King" bei Thalia.
Mit prima Sparmenüs.
Sorry, Spass beiseite, die Kollegen, die hier betroffen sind, tun mir wirklich leid.
Wann hat Hugendubel noch mal Habel und Weiland übernommen? Das ist doch noch nicht so lange her!
Hat das wirklich Sinn gemacht?

28. bald ex 09.06.2009 19:16h bald ex

Haben wir den überhaupt noch was zu verlieren?
Seit letzter woche haben über 500 Buchhändler ihren Job verloren oder werden ihn in der nächsten Zeit verlieren.
Wieviele von uns werden eine neue Anstellung finden?

Gibt es keine Möglichkeit zu kämpfen?
das es ein paar weniger werden, um Weiterbildungskurse, Abfindungen, Vorruhestand,
oder vielleicht doch erst mal Kurzarbeit ,die wir nutzen können um neue Jobs zu finden.


29. braut 09.06.2009 19:34h braut

Hat mal einer daran gedacht, dass hier nur die Braut schön gemacht werden soll? Weltbild plus und eine Woche später die DBH? Mit schlanken Personalkosten lässt sich besser verkaufen....

30. Umsatzfee 09.06.2009 20:35h Umsatzfee

Das könnte natürlich das Konzept sein:

Weltbild wird zu Aldi (nur nicht so erfolgreich)
Hugendubel/Habel zu Weltbild (und damit genauso wenig erfolgreich)

@ braut: Und wer soll kaufen? Die DBH ist wie Arcandor: Am Stück unverkäuflich.

@ bald ex: 500 freigesetzte Buchhändler. Wer die Stellenanzeigen der letzten JAhre verfolgt hat weiß, dass normale Buchhändlerjobs kaum noch angeboten werden. Und jetzt kann Thalia die Preise für die wenigen Stellen noch weiter drücken.
Oder sie suchen sich gleich Verkäufer und Einzelhandelskauffrauen aus der Arcandor-Substanz ...
Wer will noch Buchhändler?

31. Chaos 09.06.2009 21:19h Chaos

Lernt Arbeiter lernt, nicht alles hinnehmen und schlucken, auf die Straße und raus mit der Wut.

32. insider 09.06.2009 21:44h insider

Es wird eine Genugtuung sein, mit anzusehen, wie Hugendubel mit dem neuen "innovativen" Konzept baden gehen wird. Spontankäufer, die keine Beratung wünschen, mag es in München mehr als genug geben, das trifft aber mit Sicherheit nicht auf andere Filialen zu. Hugendubel-Filialen sind doch schon jetzt herrlich austauschbar, und die Kunden, die ihre Bestseller dort kaufen, erinnern sich doch gar nicht mehr, wo sie überhaupt waren bzw. können sie das Geld auch in jeder anderen beliebigen Buchhandlung ausgeben.
Für den Kunden ist es doch eher ein Erlebnis, zig tolle Bücher von einer Buchhändlerin empfohlen zu bekommen, die Spaß an ihrer Arbeit hat, als über Haufen von immer gleichen Titeln zu stolpern.

Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis es Wiedereinstellungen zu weitaus schlechteren Bedingungen geben wird. Dann ist die GL endlich die lästigen, nach Tarif bezahlten Buchhändler mit unbefristeten Verträgen los, die auch noch 30 Tage Urlaub haben und Weihnachtsgeld bekommen.

Mir tun alle Kollegen leid, die diesen Affentanz mitmachen müssen und nun völlig demotiviert zur Arbeit schlurfen. Ich wünsche allen und im besonderen den Habel-Kollegen, die gehen müssen, viel Glück!

33. hugendublersüd 09.06.2009 21:45h hugendublersüd

@MXXB
ja hugendubel hat nen BR und der hat heute gesagt, dass er auch überrascht war...und leider kann der BR nicht viel machen...

komme gerade von einer langen spätschicht nach hause und frage mich, was in den nächsten tagen noch für hiobsbotschaften kommen...wir sind chronisch unterbesetzt und sollen noch weniger werden, auch ich falle schön in den sozialplan, keine kinder, nicht lange in der firma, da anscheinend die ausbildungszeit nicht angerechnet wird...die stimmung im laden ist natürlich mehr als gedrückt...und die zeit bis zum 30.6. ist noch lang...also kommt man jeden tag in die arbeit und sitz auf kohlen...aber die azubis in der probezeit sollen wenigstens bei uns in der filiale nicht gekündigt werden...das war aber auch das einzig positive heute......

34. Carsten Vogt 09.06.2009 21:54h Carsten Vogt

Rund 50 Entlassungen dürften auf München entfallen.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/78/471616/text/

Schockierend.
Herr Hugendubel sen. dürfte sich jetzt wohl im Grab umdrehen.

Fehler werden in jeder Firma gemacht, ohne Zweifel.
Die Hugendubel-Konzeption war ursprünglich genial, vorbildlich (für viele).
Nun das.

Es gibt genügend Bücher zur Finanzkrise.
Wann gibt es ein Buch zur Buchhandelskrise?

Es wird noch viele treffen.

Und doch die Hoffnung: Aus jedem, das vergeht, wird etwas Neues geboren. Nicht-nur-Prinzip-Hoffnung.

35. Frau S. aus W. 09.06.2009 21:56h Frau S. aus W.

Auch wenn Ihr denkt es bringt nichts, Ihr gebt nicht kampflos auf!!!!!!
Hier muss man auch auf die Straße. Laßt das nicht auf Euch sitzen. Was wollen sie denn machen??? Euch kündigen?????

36. hugendublersüd 09.06.2009 22:01h hugendublersüd

@Frau S. aus W.
morgen ist in münchen eine demo, hab gehört dass eine filiale geschlossen hingeht...aber kündigen tun sie uns so oder so, daran ist nichts mehr zu ändern

37. insider2 09.06.2009 22:39h insider2

Aus dem einstigen innovativen Vorzeigeunternehmen des Deutschen Buchhandels wird ein Bücheraldi. Jahrelang wurden defizitäre Filialen mitgetragen. Jetzt kommt die Quittung. Schade ist es um die noch letzten „motivierten Mitarbeiter“, die völlig gestresst im Laden stehen. Immer noch besser als es bei Karstadt aussieht. Wann kommt der Stellenabbau von Thalia?

38. Solidarität 09.06.2009 22:49h Solidarität

Nehmt die Weltbild Plus (Ex) Mitarbeiter mit. Und die von Jokers und die von Habel und die von Weiland und... was haben wir dann noch, wer kommt als nächstes?? Welche Pläne liegen da wohl noch?

39. insider2 09.06.2009 22:57h insider2

Filialen ohne Mitarbeiter mit Buchautomat und einer Kasse mit Selbstzahlung.

40. Tschnecke 09.06.2009 23:27h Tschnecke

Buch Habel war/ist bisher eigentlich immer ein Laden, der von Mitarbeitern beseelt war/ist, die Bücher lieben und den Servicegedanken zusammen getragen haben. Bestimmt auch deshalb, weil die Menschen, die dort arbeiten, selbst ganz besonders sind. Sich einfach sehr gut verstehen und ein Team bilden das spürbar ist/war nach außen. Jetzt werden wir dezimiert, können uns nicht mehr kümmern und unser Steckenpferd (unsere Abteilung) zu unserer Passion machen und damit unsere Kunden nicht mehr optimal bedienen und das wird bemerkt werden. Wo das Herz fehlt, kann man nicht gewinnen auf Dauer. Liebe Geschäftsleitung: Das Kostbarste das jemals zum Erfolg beigetragen hat, waren die Mitarbeiter die Buch Habel ausgemacht haben. Halbiert werden sie zu gehetzten Maschinen, die niemals die Umsätze bringen können, die gewünscht sind.
Ich bezweifle ehrlich, daß jemals einer der Geschäftsleitung einen solchen kreativen Zusammenhalt verspürt hat und einen solchen Erfolg und Rückhalt bei unseren Kunden, denn sonst wären solche Fehlentscheidungen niemals möglich gewesen. Sensibilität schwindet mit der Entfernung zur Realität.
Schade für uns alle, aber eine neue Chance für die Kleinen der Branche und letztendlich vielleicht sogar für uns alle.

41. traurig ... 09.06.2009 23:28h traurig ...

... also wenn ich mich selbst bedienen will und keine beratung brauche, kauf ich im Internet.
Und um Besteller oder ähnliches zu erwerben muß ich auch nicht in nen großen Laden gehen. Die finde ich definitiv überall.

... so kann man sich selbst überflüssig machen ...

glückwunsch an die GL

42. Leselotte 09.06.2009 23:43h Leselotte

Schaut Euch mal die Biografie von unserem Herrn Doktor Hugendubel an, Jura und Unternehmensberatung. Und dann man einen Blick auf den Weltbild-Doktor Höllermann werfen, gleiche Unternehmensberatung. Die beiden Kumpels haben mit Buchhandel nichts am Hut.
Ansonsten kann man Herrn Hugendubel vor allem beim Fliegen-Fischen antreffen, richtig, hat auch nur entfernt was mit dem Buchhandel zu tun, gibt aber Bücher zu Fliegen-Fischen, immerhin.
Wir hätten Maximilian Hugendubel vor Jahren schon beim Wort nehmen müssen. Nicht lange nach seinem Einstieg in die Firma philosophierte er über die Filialen der Zukunft mit überall einheitlicher Regalsystematik, sollte tatsächlich noch ein Kunde in den Laden kommen, der informiert sich an SB-Terminals über den Standort des Buches, das Leitsystem weist den Weg, oder er bestellt gleich am Terminal, es wird auch Personal geben, die Einräumer, genau die, die auch beim Tengelmann Katzenfutter verräumen, und Kasse, klar.
Wir kommen der Sache schon bedeutend näher...

43. Arcandor 10.06.2009 00:42h Arcandor

Einmal mehr hat die HD Führungsriege bewiesen, dass sie in punkto Management, Personalführung und nachhaltiges Wirtschaften nicht einmal ansatzweise Kenntnisse besitzt. Es war schlicht eine Frage der Zeit, dass dieses wüst und willkürlich zusammengeschusterte Konzept auch von guten Mitarbeitern auf Dauer nicht getragen werden kann.

Noch dazu gehen jetzt im Zuge des Sozialplans genau diejenigen, die an der Misere nicht Schuld sind, die Riege der Besserwisser und Managementsimulanten bleibt.

44. genau 10.06.2009 07:40h genau

@arcandor

genau wie bei wb+.
ist es nicht leider überall so??

die arbeitsbienen weden aus dem stock geschmissen damit die königin weiter sumsen kann.

so, und jetzt geh ich wieder brav regale einräumen und kassieren. mein gehirn kann ich zuhaue lassen, ist vielleicht auch besser so sonst kommt noch der böse frust und die ganze moivation ist hin.

45. yaktreiber 10.06.2009 08:43h yaktreiber

schade um die kollegen, aber bestimmt nicht um das unternehmen. die planwirtschaft, die weltbildplus kaputt gemacht hat, ist ja auch auf dem hugendubelmisthaufen gewachsen. gut, dass auch dummheit grenzen hat. soll die sch...buchkolchose pleite gehen.

46. Hartz V 10.06.2009 10:13h Hartz V

durch fREIWILLIGE Abfindungszahlungen SOZIAL abgefedert!
Das spottet jeder Beschreibung!! Mein Beileid, Kollegen! Ich mußte auch schon dran glauben...

47. nichtdieKlappehalten 10.06.2009 10:18h nichtdieKlappehalten

Hat (Herr) Hugendubel nicht sogar mal das Bundesverdienstkreuz bekommen, weil er nach dem Krieg so viele Arbeitsplätze geschaffen hat? Gibt es jetzt dafür auch ein Bundessterbekreuz für die ganzen wegfallenden Stellen? (Sarkasmus)

48. zoereadsbooks 10.06.2009 13:03h zoereadsbooks

...vielleicht hat ja Metro nach ArcandorLust auf ein "Randsortiment"-Häppchen???

49. altbuchhändler 10.06.2009 14:39h altbuchhändler

schon klar. bücher sind alle altmodisches gezeugs für über 40jährige mit (un-)gesunder halbbildung.. da brauchts "den buchhändler" nicht mehr..medienverkäufer ist das zauberwort..betonung auf verkäufer.. schade ists nur um die doch noch anzutreffenden engagierten mitarbeiter bei HUDU – aber die werden wohl gerade alle gekündigt und durch willenlose verkaufsdrohnen ersetzt..

nun heissts auch noch:

hugendubel bildet keine buchhändler mehr aus..wenn der angebliche branchenprimus so etwas vorlebt- was sind die folgen? was sind die folgen für die fachklassen in den berufsschulen, in den schulen des deutschen buchhandels- fehlen da in zukunft vielleicht die hälfte der schüler? wie sind da dann letztendlich die folgen für die "leselandschaft"?

ja, heinrich hugendubel rotiert wohl grad in seinem grab..

50. Arthur Huber 10.06.2009 16:34h www.LuuBooks.de Arthur Huber

Erlebniseinkauf - Unterhaltung, Kinderbuch und "Besser leben"

In Zeiten von Wirtschaftsflaute sicherlich genau das richtige um die großen Filialisten noch mehr gleich aussehender werden zu lassen, ist dies genau die Chance für uns kleinen Buchhandlungen um uns noch schneller abzuheben von diesen. 19.000 Verlage gibt es in Deutschland und durchschnittlich 50-100 Verlage sind in einer Buchhandlung vertreten. Da müßte es doch mit Leichtigkeit zu schaffen sein, dass sich vermehrt diese Kleinen von den Großen abzuheben wissen. Ansonsten wird auch hier das tägliche Buchladensterben munter weiter vor sich gehen. Und wenn überhaupt wird es weiterhin wie bisher nur eine 2-Zeilen-Meldungen geben im Börsenblatt, schon wieder gibt eine alteingesessene Buchhandlung auf (derzeit mind. 1 Buchladen/Tag).
Amazon und Thalia verlangen noch höhere Konditionen als bisher und auch die vielen Kleinverlage werden mehr und mehr verschwinden die doch das Salz in der Suppe in jeder kleinen Buchhandlungen sein müßten.

*Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mit gestalten*
Gerade jetzt müßten so manche Buchhändler und auch Kunden aufwachen, wo es zukünftig lang gehen sollte. Back to the Roots!

 Erstklassige Beratung
 Ausgesuchtes Sortiment
 Freundliches Personal
 Bestellt wird alles was auch immer irgendwo lieferbar ist
 Kundenbindung verstärken
 Nicht nur Mainstream-Titel anbieten, sonder auch mal anspruchsvolle Literatur, durchaus auch hochqualitative Kleinverlage

Letztendlich ist hier jedoch antizyklisches Unternehmerdenken erforderlich und genau dies ist unsere Chance als kleine Buchhändler diesen neuen Erfordernissen gerecht zu werden und die dann auch von den Endkunden honoriert werden.
Hier können Sie dann wirklich Erlebniswelten in Ihren Buchläden anbieten, Bücher die nicht gerade bei z.B. 5 anderen Mitbewerber auch zu haben sind.
Stöbern ohne Ende und nicht erschlagen werden von immer dem gleichen Sortiment, egal in welchen Buchladen die Kunden gehen.
Buchhändler die zu Buchverkäufern oder Rack-Jobber kujoniert wurden, hier haben die Kunden mittlerweile schon lange die Nase voll und Amazon & Co. wird sich noch mehr freuen, wenn noch mehr Buchhändler versuchen auch ihr Heil in oben genannten Konzepten nach zu folgen.
Noch gibt es genügend Auszubildende die bereit sind das Kulturgut Buch mit Enthusiasmus und Verve lustvoll beratend an die Frau, den Mann nahe zu bringen. Wenn Sie sich aber obigem Artikel anschließen und so manche werden es tun, benötigen wir auch keine Auszubildenden mehr und letztendlich auch keine Buchhändler.

51. readme 10.06.2009 16:36h readme

Es wird die kleinen Sortimente freuen, wenn es in absehbarer Zeit wieder Platz gibt, neben den Großen zwei..oder dann neben dem einen Großen...falls die Kleinen noch den Atem haben...

Wer es so sträflich versäumt, und zwar seit Jahren, in die Zukunft zu investieren wird bestraft.
Die Kompetenz am Regal ist doch wohl bei Hugendubel schon länger nicht mehr gefragt; das habe ich als Leser und Kunde schon bemerkt.

52. hugendubler 10.06.2009 19:10h hugendubler

sorry, dass ich noch immer zu der Firma stehe, bei der ich seit Jahr(zehnt)en angestellt bin.

53. Habeler 10.06.2009 19:22h Habeler

Schon seltsam, das du dich dafür entschuldigst, dass du immer noch zu der Firma stehst. Warum denn? Also was sorgt dafür, das du zu so einem Unternehmen stehst? Ich stand immer zu Habel, als Habel noch Habel war, doch als Hugendubel kam ging es bergab, und nun ist es KEIN Habel mehr. Die ganzen Machenschaften und der Schwachsinn der einem da "aufgedrückt" wird, da kann man nicht mehr zu stehen. Egal ob man den Job behält oder ihn verliert, ein sozialer Weitblick auf all die Buchhändler die geschasst werden, ...da kann man doch nicht mehr von Unternehmensidentifikation sprechen. ich möchte nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten, dass solche Aktionen abzieht. Vielleicht zu idealistisch? Fazit ist, ich stehe zu nichts mehr was unter die DBH fällt.

54. readme 10.06.2009 19:33h readme

Man muss sich nicht dafür entschuldigen wenn man seit Jahrzehnten bei Hugendubel arbeitet. Aber mal nachdenken, was sich denn in den letzten Jahren bei Hugendubel geändert hat. Ist das noch der Hugendubel, bei dem man gerne eingekauft hat und immer kompetente Beratung erwartet werden konnte? Nein. In den letzten Jahren wurde die Kompetenz, die ich als Kunde im Buchladen erwarte immer weiter reduziert und gute Buchhändler sind doch bei Hugendubel bereits mehr als Mangelware. Hätte da Beispiele, quer durch Bayerns Hugendubels. Wer ein Buchkaufhaus will sollte sich Hertie, Karstadt usw. anschauen und mit Schrecken auf das Ende sehen...

55. Habelaner 10.06.2009 19:35h Habelaner

Ich bin jetzt seit fast einem Jahrzehnt im Buchhandel tätig und konnte in dieser "kurzen" Zeit schon so viele Veränderungen bemerken, dass ich gar nicht wissen möchte, wie es den wirklich "alten Hasen" dabei geht.
Ich war und bin mit Leib und Seele dem Buchhandel verfallen und das merkt man meiner Arbeit auch an. Doch wie soll man es schaffen unter den ganzen Vorgaben, Memos und ähnlichem sich auch noch um eine sinnvolle Sortimentsgestaltung zu kümmern, wenn einem ein gewisses ZL ständig reinspielt. Backlist? Fehlanzeige! Platz für persönliche Lieblingstitel? Keine Chance! Stattdessen massenkompatible Ware, die auch in jedem grossen Supermarkt mit Buchsortiment zu finden ist. Engagement ist nicht gewünscht, Innovation und neue Ideen systematisch ausgebremst. Das einzig motivierende sind in diesem Moment die Kollegen, von denen uns jetzt leider auch welche verlassen müssen.
Dieser Beruf hat kaum noch etwas mit dem Beruf zu tun, den ich damals gelernt habe. Das ganze Know How ist nicht mehr gewünscht, wir sind austauschbar geworden.

56. Umsatzfee 10.06.2009 21:16h Umsatzfee

Stimmt: Es ist nicht mehr der Beruf, den ich gelernt habe.
Wobei auf Kundenseite der Bedarf für meine Arbeit da ist!
Daran liegt es nicht.

Es gibt nur keine Chefs mehr, die das gewisse etwas mehr, dass meinen Beruf über das Verkaufen hinaus ausmacht, würdigen, loben oder bezahlen.
Mit einem von den dreien wäre ich ja in Zeiten wie diesen schon zufrieden.

57. buchhandel ade 10.06.2009 21:29h buchhandel ade

Herzlichen Glückwunsch an die Familie Hugendubel! Es ist schon erstaunlich, wie man es in solch einer kurzen Zeit schafft, das was den traditionellen Buchhandel einmal ausgemacht hat, auszulöschen. Daran sieht man doch, dass man sich sehr wohl Gedanken um eine Firmennachfolge machen sollte. Wer branchenfremd ist und sich als "Branchenfreund" gibt, dem sollte man besser auf die Finger sehen, oder wenn man kann, auf dieselben schlagen! Im Hause DBH wird der Beruf Buchhändler sicherlich keinen Stellenwert mehr besitzen!

58. HUG 10.06.2009 22:51h HUG

Der "alte" Herr Hugendubel würde sich im Grabe rumdrehen.
Ein "Familienunternehmen" wie es mal war, ist es schon lange nicht mehr.
Tarifgruppen wurden gesenkt, Verträge befristet und aus Buchhändler wurden "Buchhändlerische Mitarbeiter" die nur noch fürs Regaleinräumen da sind.
Jetzt werden auch noch keine Lehrstellen mehr angeboten. Wo wird der Buchhandel hingehen? Hugendubel hat da eine wichtige Rolle. In ein paar Jahren wird der Buchhändler ein ausgestorbener Beruf sein. Das kann doch wohl nicht sein!

Die Mitarbeiter werden nur noch als Kostenfaktor angesehen. Wo bleibt die unternehmerische Verantwortung für die Mitarbeiter?
Bundesweit werden 400 Stellen abgebaut, das sind 1/3 der Belegschaft.

Traurig, was aus einer Firma geworden ist, mit der man sich mal identifiziert hat.
Welche Manager haben da wohl Fehler gemacht? Wo sind die Rücklagen? Und die Arbeitnehmer dürfen das nun ausbaden.

Gott sei Dank sind heute wenigstens einige der Hugendubel-Kollegen auf die Straße gegangen und haben gestreikt. Solidarität mit den Kollegen!

59. R.I.P. Habel 11.06.2009 10:58h R.I.P. Habel

Max und Nina finden's prima!

60. Adieu Habel 11.06.2009 11:07h Adieu Habel

Mal sehen, was sich Nina und Max als nächstes so ausdenken, um ihre Buchhandlungen zur Lachnummer zu machen...

61. Hugendubel-Azubi 11.06.2009 11:09h Hugendubel-Azubi

Als ich meine Ausbildung vor über zwei Jahren angefangen habe, war diese grausame Realität noch in weiter Ferne. Nie hatte ich Sorge nicht übernommen zu werden. Schließlich hab ich mich voll reingehängt und meine Arbeit immer mit Elan und Spaß gemacht. In der Zeit der 4-wöchigen Azubi-Filiale in Neuhausen/München haben wir gezeigt, was wir Azubis alles leisten können. Doch das scheint die GL nicht mehr zu interessieren. Im Juli werde ich fertig sein und wohl ohne Job dastehen. Ich habe so viel Energie und Zeit in diese Firma gesteckt und so wird mir das gedankt. Danke GL! Ich war immer glücklich ein Teil dieser Firma zu sein, doch jetzt möchte ich das nicht mehr. Der "alte" Hugendubel hat unglaubliches geleistet, als er diese Firma aufgebaut hat- und seine Erben leisten unglaubliches, indem sie diese kaputt mach(t)en. Hugendubel wie es war als ich klein war, gibt es nicht mehr...

62. ach ja 11.06.2009 12:47h ach ja

... und der kaiser und die d-mark sind auch weg *schnüff*

63. readme 11.06.2009 13:03h readme

@ach ja: Zynismus hilft dem Humankapital auch nicht...
gelle!?!

64. Umsatzfee 11.06.2009 13:12h Umsatzfee

Was mich auch noch wundert ist, wie sehr Hugendubel hinterhängt. Sie machen alles, was Thalia auch macht - nur geschätzte 3 bis 5 Jahre später.
Dieses "Konzept" Erlebnisbuchhandel mit Bestsellerschwerpunkt und ohne Personal hatte Thalia vor einigen Jahren auch. Mittlerweile sind sie beim aktiven Verkaufen und "ran an den Kunden" angekommen.
Schaun mer mal, wann die DBH da ankommt.

Leider ist Thalia nicht bereit, dieses aktive Verkaufen und den Einsatz für den Umsatz angemessen zu bezahlen. Und jetzt gibt es viele, billige Buchhändler ...

65. @Umsatzfee 11.06.2009 14:32h @Umsatzfee

In Bayern, hinter den sieben Bergen ticken die Uhren halt etwas langsamer, gell...

66. readme 11.06.2009 15:07h readme

Thalia fördert und schult, im Gegensatz zu Hugendubel, seit Jahren gezielt die Mitarbeiter. Auch da hinkt Hugendubel Jahre hinterher, da es im Moment kein nenneswertes, innerbetrieblich, nachhaltiges Weiterbildungsprogramm gibt. So hört man zumindest. Als Resultat steht am Ende ein wenig gebildeter, leicht resignierender Buchhändler auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein gut ausgebildeter, aber schlecht bezahlter...

67. bald ex 11.06.2009 18:58h bald ex

wo finde ich was zu den streikenden kollegen in münchen?

@achja
außerdem würde ich mir wünschen das die kommentare etwas konstruktiver sind und solidarischer mit den kollegen die jünger sind, trauriger. zynismus ist schon in ordnung aber bitte nicht auf kosten der kollegen.

68. Umsatzfee 11.06.2009 20:06h Umsatzfee

@ Hugendubel-Azubi:

Wirklich trösten kann ich Dich nicht. Auch einer alten Häsin wie mir geht es nicht anders: Den Beruf, den ich gelernt habe, gibt es seit dieser Woche nicht mehr. Er wird noch ein paar Jahre in Nischen überleben - aber mehr auch nicht.
Es wird was Neues entstehen - hoffentlich noch vor meiner Rente, damit ich nochmal durchstarten kann.

69. Mayte 11.06.2009 23:40h Mayte

Vorgestern in einer DBH - Filiale in Hamburg:

Kunden stehen auf der DBH Fläche in der Karstadt - Mö
Die Dame an der Kasse schaut ins Leere und bemerkt weder mich, noch die anderen Kunden. Kein guten Tag, rein gar nichts. Beratung absolute Fehlanzeige!
Das sind die Buchhändler von heute!!

70. @Mayte 12.06.2009 08:23h @Mayte

Das "sind" nicht "die Büchhändler von heute", sondern EINE Kollegin, die sicherlich nicht exemplarisch für die Buchhändler steht. In meiner Habel-Filiale ist dies nicht üblich. Bei uns werden die Kunden begrüßt und beraten! Ich bitte von Verallgemeinerungen abzusehen.

71. Buchwatz 12.06.2009 08:55h Buchwatz

letztlich zeigt die entwicklung der dbh, wie
es im buchhandel in der zukunft aussehen wird.
dieser wird sich teilen in a) onlinegeschäft,
welches von amazon bedient wird und b) stationärer
buchhandel (also einzelhandel) welcher an thalia fällt. die dbh wird mit dem neuen konzept nicht am markt bestehen können.
ergebnis: die dbh als solches wird zerschlagen, die
einzelnen unternehmensteile ausgegliedert (also verkauft) bzw. liquidiert. die marke buch habel wird komplett vom markt verschwinden.
hugendubel dürfte es als unternehmen mittelfristig vermutlich ähnlich ergehen. es wurden auf seiten der führung einfach zuviel fehler gemacht.
da thalia cleverer im markt agiert, wird sich dieses unternehmen auf dauer durchsetzen.

72. ach ja 12.06.2009 09:31h ach ja

der strukturumbruch in unserer branche findet statt ob wir das wollen/schön finden oder nicht, er findet statt, mit oder ohne uns
das aufkommen des automobils hat auch tausenden droschkenkutschern den arbeitsplatz gekostet und ebenso tausenden in der entstehenden automobilbranche arbeit neu ermöglicht
entweder wandeln wir uns mit oder wir werden abgehängt, so einfach ist das
und ich denke als gut ausgebildete und intelligente menschen wird uns der wandel leichter fallen als wir es uns jetzt vorstellen können, wenn wir es denn auch wollen
beim klagen allein stehen bleiben ist stagnation und bietet keine perspektive

73. Little Mr Know it all 12.06.2009 21:57h Little Mr Know it all

Amtsgericht München Aktenzeichen: HRA 46568: Bekannt gemacht am: 12.12.2007 12:00 Uhr

Die in ( ).
gesetzten Angaben der Geschäftsanschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:

Veränderungen

05.12.2007


Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG Buchhandlung und Antiquariat, München (Nymphenburger Straße 25-29, 80335 München). Eingetreten: Persönlich haftender Gesellschafter: Weltbild Plus Association, Fort Collins/USA (Colorado Secretary of State Nr. 20061176694), von der Vertretung ausgeschlossen. Noch Fragen? Das ist die Richtung, in die wir uns bewegen.

74. checker 12.06.2009 22:44h checker

@little mr know it all:

Was soll uns Dein Kommentar bzw. der Handelsregisterauszug denn sagen?

Ich verstehe zwar was da steht, nicht aber was Du da 'reininterpretierst.
Gruss
Checker

75. Little Mr Know it all 12.06.2009 22:48h Little Mr Know it all

Grabe tiefer. Handelsregister sind öffentlich zugänglich. Wem gehört das Unternehmen denn? Und wer wollte was verkaufen? Die Braut muß duenner und billiger werden...

76. dummes_geschwätz_kann_man_nicht_ertragen 14.06.2009 00:42h dummes_geschwätz_kann_man_nicht_ertragen

@checker: der Kommtar von l"ittle mr know it all" hat einfach keine Subsatanz. Und entgegen seiner Mystischen Andeutung, hat er auch keine Ahnung. In Bezug auf Besitzverhältnisse ist dieser Punkt nämlich irrelevant. Bemerkt man unter anderem daran, dass little mr konw it all nichts sagt, sondern schwafelt. Wenn er Ahnung hätte, wüsste er, daß eine Colorado Limited Parnership - wie es die WB+ Association eine ist- ideal ist um Steuern zu sparen.

77. Little Mr Know it all 14.06.2009 10:04h Little Mr Know it all

Gähn, das war ja zu erwarten. Steuern sparen haha. Intelligente Menschen lesen den kompletten Eintrag aufmerksam und forschen weiter. Handelsregister heißt auf englisch commercial register. Das von Colorado ist auch sehr interessant. Mit Mystik hat das nichts zu tun sondern mit Fakten, die öffentlich gemacht werden müssen. Wer auf Mystik steht, kann ja die Mitteilungen der GL lesen. Ich verschwende meine Zeit nicht mit Grabenkämpfen, das lenkt nur von den wichtigen Sachen ab. Jetzt für alle noch mal zum mitschreiben, die zentrale Frage ist: wem gehört Hugendubel? Und alle, die die letzten Jahre nicht verschüttet waren, sollten in der Lage sein, das rauszufinden und ihre eigenen Schlüsse ziehen. Schließlich arbeiten bei Hugendubel genügend intelligente Menschen, die sich die Infos, die das Web bietet, zu Nutze machen können. Na dann viel Spaß!

78. mr. x 14.06.2009 10:44h mr. x

@ mr. know it all:

anscheinend sind wir nicht intelligent genug.
wem gehört denn deiner meinung nach hd?
ich bin gespannt!

79. mrs. x 14.06.2009 10:50h mrs. x

ich versteh den handelsregistereintrag auch nicht ganz.
im grunde überhaupt nicht.
was mich wundert ist:

warum ist die weltbild plus die persölich haftende gesellschaft für die heinrich hugendubel gmbh, wo die weltbild plus doch eine unternehmenstochter ist und die heinrich hugendubel gmbh 50 prozent an ihr hat... oder?

80. mrs. x 14.06.2009 11:05h mrs. x

wikipedia. meint zum thema holding folgendes:

"Die Holding-Organisation ist ein Instrument zur Verschaffung von Steuervorteilen, zur Umgehung von Kapitalbeteiligungsgrenzen und zur Verwirklichung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen im Rahmen der Kapitalanlage. Des Weiteren ermöglicht diese Organisationsform die leichte Integration von akquirierten Unternehmen. Steuervorteile können genutzt werden, indem die Holding-Gesellschaft ihren Firmensitz in ein Land verlegt, in dem attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen gegeben sind."

81. Carsten Vogt 14.06.2009 11:46h Carsten Vogt

Sicherlich lesen auch einige Auszubildende, die ab dem Sommer ihre Ausbildung beginnen sollten (deren Ausbildungsverträge nunmehr gekündigt wurden), diese Diskussionsbeiträge.
U.U. eine interessante Info für sie:
Der Netto Marken-Discount startet eine Ausbildungsoffensive. 4.000 neue Ausbildungsplätze für 2009 sind angepeilt.
Das klingt doch interessant! Und eigentlich - dafür werde ich bestimmt gesteinigt - ist es doch egal, ob man Konserven, Obst, Fisch oder Bücher ein- bzw. verkauft. Der Buchhändler ist auch "nur" ein Einzelhändler.

82. schnuckelfee 14.06.2009 14:14h schnuckelfee

Interessanter Link zur Thematik "wer gehört hier eigentlich wem?"
http://albannikolaiherbst.twoday.net/topics/Rueckbauten/

83. max 14.06.2009 18:12h max

ganz ehrlich carsten:
dafür müsste man dich wirklich steinigen ;)
bücher sind mehr, als nur ware.
für mich und meine arbeitskollegen zumindestens.

wurden echt azubi-verträge gekündigt?
na dann gehts den aber ganz schlecht- das waren doch schon immer die "billigsten" arbeitskräfte.
wenn die schon nicht mehr gewollt sind, ohje...

84. insider 15.06.2009 07:57h insider

Es ist auch ziemlich schlecht dem Betriebsrat zu erklären, dass man die halbe Belegschaft kündigt, aber Azubis eingestellt werden. Schade für die jungen Leute, die nun erfahren, dass sie ab August keine Lehrstelle haben.

85. Und Jetzt 15.06.2009 16:05h Und Jetzt

Hallo alle zusammen,ich weiss nicht Verzweiflung macht sich breit.
Bin auch bald wie viele meiner Arbeitskolleginnen und Kollegen arbeitslos.Ich finde das für uns alle ob Azubis oder Angestellte unglaublich,wenn ich mir alles so durchlese dann ist mir klar das wir alle in einem Boot sitzten,aber was können wir jetzt noch machen? Die Würfel sind doch schon vor langem gefallen.Und keiner wollte es glauben.Was auch immer gie GL machen möchte und das liegt ja wohl auf der Hand OK gut macht nur.Wir können das nicht aufhalten und noch mehr kann und will ich eigentlich dazu nicht sagen . Wir müssen jetzt schauen wo wir bleiben es ist leider so es trifft immer die kleinen.Ich wünsche jedem einzelnen alles Gute für die Zukunft,ich weiss wie sich diese Situation anfühlt. Bestimmt geht dieser üble Nachgeschmack auch noch weg.Ich wollte jetzt gar nicht schimpfen weil das nix bringt mein anliegen war nur uns alles Gute zu wünschen,viel Glück!!!

86. Neugierig 15.06.2009 23:24h Neugierig

In Anbetracht der Entwicklung hat der plötzliche Abschied von Habel Geschäftsführer Schmitt im Frühjahr auch noch einen anderen Beigeschmack bekommen.

87. Anti-Zentraleinkauf 16.06.2009 12:11h Anti-Zentraleinkauf

Tom Kirsch wird Thalia auch noch so weit bringen. Die Kompetenz der Thalia-Mitarbeiter wird auch immer mehr beschnitten. Das geht solange bis keiner mehr weiß, was er da eigentlich verkauft. Und dann wird er auch nicht mehr gebraucht. Vielleicht wird es demnächst wieder mehr kleine persönlichere Buchhandlungen geben, wenn die Großen sich selbst zerstören.

88. zoereadsbooks...soon ex 16.06.2009 22:13h zoereadsbooks...soon ex

Zentraleinkauf ist gut, allerdings nur, wenn er, ebenso wie diverse Warenwirtschaften sinnvoll eingesetzt wird.
Aber wenn Zentraleinkauf heißt, daß Unmengen von unverkäuflichen Büchern im Laden stehen und man jeden Tag, egal ob Thalia oder Hugendubel, Angst vor weiteren Ladenhütern haben muss, dann ist es wohl zuviel des Guten. Aber die Konzepte der jeweiligen GL sind, egal wo, unantastbar und zu wenig kommuniziert und wo Vielfalt und Diversität herrschen müsste, wird zu sehr auf Einheitsbrei geboten.
Und dann kauf ich halt bei Amazon mein Buch, denn der Weg in die Buchhandlung lohnt nicht mehr, da zuwenig Gesicht, zu wenig Inhalt...und zuwenig Kompetenz

89. ArcandorII 17.06.2009 09:16h ArcandorII

Der "Verschlankungsprozess" ist schlicht nur eine konsequente Weiterführung des Umbauprozesses, der spätestens mit dem Einführen der Warenwirtschaft und der somit daraus resultierenden Entmachtung eines Großteils der Belegschaft begonnen hat. Wer wirklich gut ist und andere Möglichkeiten hat verlässt Hugendubel, denn in punkto Mitarbeiterentwicklung steht Hugendubel noch in der Steinzeit. Auch schätzt Hugendubel seit Übernahme der "neuen" Führungsriege auf einmal Unternehmensessentielle Kleinigkeiten wie "konstruktive Kritik" nicht mehr und setzt stattdessen lieber auf kontinuierlichen Daumendruck von oben, stiller Gehorsam ist erwünscht.

Wenn nun 1/4 - 1/3 der Arbeitsplätze abgebaut werden ist es nur klar, dass dieser Prozess unmöglich mit dem "alten" Modell weiterzuführen ist. Man stelle sich vor: 400 - 600 Mitarbeiter bewirtschaften gut 30 Läden. Das wird sich nur realisieren lassen, wenn die "Firmenpolitik" (die sich eher als "unkoordiniertes Wanken zwischen verschiedenen Extremen" bezeichnen lässt, weiter in Richtung Schmalspurbuchhandel zielt:

- Ausweitung des Zentraleinkaufs und damit verbunden, die Aufhebung der Individualität der einzelnen Sortimente / Häuser

- Beratung auf ein Minimum reduzieren (Der Kunde "weiß" ja heutzutage schon was er will) & mehr Schilder zur Eigenorientierung.

- Einkauf von Arbeitsleistungen bei Fremd- / Zeitarbeitsfirmen, die ihre Mitarbeiter zu tariffreien Dumpinglöhnen beschäftigen können.

- Ausweitung der Arbeitszeiten der Beschäftigen auf 40 - 45 h, damit verbunden in Absehbarer Zeit der komplette Ausstieg aus dem Tarifvertrag und Streichung sämtlicher Spätabends- / Wochenendzuschläge.

- Flexible Arbeitszeiten und flexible Mitarbeiter, die auch schon einmal zwischen verschiedenen Filialen hin und her springen - wo eben Not am Mann ist.

- "Randtätigkeiten" wie Aufräumen / Präsentieren / Auspacken werden an Aushilfen / billige Fremdfirmen vergeben.

- Absehbare Schließung versch. Filialen, die den Vorstellungen der GL nicht genügen, knallhart ohne Ursachenforschung, stattdessen auf einer handvoll, willkürlich herausgepickter Kennzahlen.


Sehr geehrte Damen & Herrn.
Wir alle lieben unseren Job, es ist der schönste der Welt. Aber HUENDUBEL ist nicht mehr das Unternehmen, das es einmal war. Wer irgendwie kann, sollte woanders hingehen, denn einen "Umbauprozess" aktiv mitzutragen, der allein zum Leidwesen ALLER Mitarbeiter ausfällt, und die noch verbleibenden Kollegen zu bloßen Arbeitsmaschinen mit NOCH weniger Kompetenzen degradiert ist so nicht tragbar.

90. Südstern 18.06.2009 00:31h Südstern

Über die angestrebten Umstrukturierungsmassnahmen bei der DBH bin ich entsetzt.

Bei der jetzigen Unternehmensorganisation kann das nur schiefgehen...

Wichtig für das Unternehmen sind, meiner Meinung nach, gut informierte und engagierte Mitarbeiter.
Diese sollten auch besser weitergebildet werden als in den letzten Jahren geschehen...

Ein Appell an die Geschäftsleitung: Überdenken Sie ihr Konzept - es gibt sicher noch andere bessere kostengünstige Möglichkeiten als ihre geplanten Massnahmen! Es kommt mir alles nicht sehr durchdacht und zukunftsträchtig vor.

Anmerkung: Sehr schade, dass keine Azubis mehr ausgebildet werden - ist das wirklich nicht mehr möglich?

91. Hugo 18.06.2009 22:08h Hugo

Es gab bei Hugendubel Zeiten, da ist der Chef (Heinrich Hugendubel) jeden Freitag durch die Münchener Filialen gefahren. Seine Vision des "Buchkaufhauses", in dem der Kunde stöbern, lesen - sich wohlfühlen sollte - war in Deutschland revolutionär und hat den Buchhandel entscheidend geprägt. Dabei hat er immer gewusst, dass Mitarbeiter ein entscheidender Erfolgsfaktor dieses Konzeptes sind, denn nur wer Bücher liebt und liest(!) kann auch mit Begeisterung verkaufen.
Es wäre schade, wenn das Traditionsunternehmen Hugendubel in der Gesichts- und Bedeutungslosigkeit eines Discounters untergeht oder ganz vom Markt verschwindet.
Vielleicht sollte man sich in der Hugendubel GL einmal wieder auf alte Tugenden besinnen...
Ich wünsche allen Hugendubel und Habel Mitarbeitern alles Gute und halte Ihnen die Daumen!

92. buchhandel ade 19.06.2009 21:39h buchhandel ade

Die neue "Hausordnung" (ist das nicht dieser hölzerne Knüppel, den man in Bayern in vielen Souvenirläden käuflich erwerben kann?) hat dazu geführt, daß kompetete Mitarbeiter aus dem aktiven Ladengeschäft als sogenannte Einkäufer abgezogen wurden, um durch noch verbleibende Kollegen ersetzt zu werden, die eigentlich mit anderen buchhändlerischen Tätigkeiten betreut waren. Jetzt dreht sich das Karussell heiter weiter, denn diese werden, je nach Bedarf, in jenen Abteilungen eingesetzt, in dem gerade Personalmangel herrscht. Egal, ob sie sich dort auskennen oder nicht. Kein Wunder, daß die Kunden langsam das Weite suchen, denn so ist kompetente Beratung nicht mehr möglich! " Es lebe die neue Hausordnung, denn durch sie wird der Niedergang der DBH unvermeidbar sein! Glückwunsch an alle kleinen, unabhängigen Buchhandlungen: ihr habt alles richtig gemacht!!!

93. Kammerjäger 21.06.2009 11:38h Kammerjäger

Hier wird viel mit den Worten der GL gesprochen. Neues Konzept, Umstrukturierung etc. Aber nichts davon ist wahr, Sparen bis der Leichenbestatter kommt, das ist es. Zynisch, daß man vor Monaten noch für eine solche Unternehmenspolitik ausländische Investoren, die Heuschrecken, verantwortlich machte. Das wiederum passt ins Bild der Kommentare, die davon sprachen, daß Hugendubel und Weltbild immer nur dem Trend hinterher liefen und Entwicklungen kopierten, dies allerdings viel zu spät. Der Buchhandel ist überall zum Renditeobjekt verkommen, mit dem Ergebnis, daß es kein positives Ergebnis zu geben scheint. Irgendwie ist Buchhandel halt doch anders, das mag auch aus der ambivalenten Stellung zwischen Kunst und Kommerz entstanden sein. Bitter nun, daß die Dilettanten damit auch die ganze Buchbranche schädigen. Erst durch Verdrängung kleine Buchhandlungen morden, dann durch Rabattvorgaben und ausgrenzende Verlagsklassifikation die Verlagslandschaft ausgedünnen und jetzt auch noch die Qualität im Laden durch Massenentlassungen und den Verzicht auf Investition in die Zukunft durch Ausbildung beseitigt. Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die gesamte Buchbranche, die für diese Politik der verbrannte Erde vielleicht ebenso bezahlen muß wie damals die Musikbranche. Dem Bildungsanspruch des Buchhandels kann dadurch keiner mehr nachkommen. Gleich stellt sich auch wieder die Buchpreisbindung in Frage, deren Abschaffung ja vor allem Weltbild immer am Herzen gelegen hat. Bitter aber auch, daß diejenigen, die dies verbrochen haben, dann wohl nichts mehr ausbaden müssen, weil sie so lange nicht überleben werden. Ein Mahnmal ist ihnen sicher. Als Vernichter der Kulturlandschaft im deutschsprachigen Raum. Da merkt man mal, welchen EInfluß so ein paar kleine Lichter in der entsprechenden Position auf unsere Gesellschaft haben. Nicht ausschließlich, aber in einem teuflischen Verbund mit Politik, Medien und Wirtschaft. In einem Kommentar wurde das Wort "antizyklisch" genannt. Darin besteht die Hoffnung, auch für all die Buchhändler, die jetzt konzeptlos auf die Straße gesetzt werden. Den angeblichen Strukturwandel werdet Ihr wahrscheinlich besser überleben als das Unternehmen, das Euch so verarscht hat. Schaut voraus.

94. Birgit 22.06.2009 12:34h oRnM Birgit

Auch Christentum schützt vor Kündigungen nicht !

95. ich 03.07.2009 16:45h ich

Verarscht nur weiter die MA und setzt sie so unter Druck. Hat die GL & FL ganz toll gemacht!!

96. augeohrmund 06.07.2009 21:06h augeohrmund

..das war seit Monaten, oder schon viel länger so geplant...

Sorry folks...

97. hexemer lärm 26.02.2011 22:40h hexemer lärm

Kein Verständnis für das Geschrei um diese Firmenmaffia.
Immer das gleiche Bild: Erst mit Dumping und Werbeschleudermethoden den Leistungswettbewerb platt gemacht (... am Kuchen was abschneiden) und dann durch Missmanagement den Schlappen machen.
Karstadt mit Schleuderaggression grüßt. Die ALDI, Lidl, Müller und und grüßen gleichermaßen, solange bis eine übernahmewillige Position auf den Markt tritt, aufkauft, abbaut, Benchmarking in Perfektion betreibt.
Man muss kein Linker sein, um diese Kapitalmachenschaften anzuprangern, unter der wir alle schlussendlich leiden.

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