09.06.2009
StellenabbauHugendubel und Buch Habel: 285 Arbeitsplätze fallen weg
Die Buchhandlung Hugendubel und Buch Habel – beide sind seit Januar 2007 unter dem Dach der Finanzholding DBH Buch Handels GmbH & Co. KG - stellen sich demnach neu auf. Im Detail sieht das Restrukturierungsprogramm vor:
- den Abbau von Arbeitsplätzen; bei Hugendubel entfallen nach Unternehmensangaben 179 von 1.500 Stellen, schwerpunktmäßig im Berliner Raum – bei Buch Habel werden 106 von 335 Arbeitsplätze gestrichen; Der Stellenabbau resultiere "aus der notwendigen Verschlankung der Buchhandlungen". und soll "durch freiwillige Abfindungszahlungen sozial abgefedert" werden.
- optische und räumliche Veränderungen von Sortimentsbereichen innerhalb der Buchhandlungen (unter der Maßgabe: Erlebniseinkauf)
- den Servicebereich mittelfristig neu zu organisieren und gleichzeitig den Erlebnischarakter der Buchhandlungen durch neue Produkt- und Warenpräsentationskonzepte weiter optimieren.)
- das Sortiment stärker an den geänderten Kaufgewohnheiten der Verbraucher auszurichten; sowohl Hugendubel als auch Buch Habel würden zwar "moderne Vollsortimentsbuchhandlung" bleiben, künftig soll Angebot aber noch stärker als bislang auf die Bereiche Unterhaltung, Kinderbuch und
"Besser leben" abheben. Auch am Medienmix werde gefeilt.
Warum Hugendubel für sich und Buch Habel (Hugendubel ist innerhalb der DBH für den Filialist zuständig) nun auf Verschlankung setzt?
"Wir müssen den Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mitgestalten, um die Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Wir sind uns sicher, dass wir aus dieser Umbruchsituation gestärkt hervorgehen werden", sagen die Geschäftsführer Nina und Maximilian Hugendubel.
Die Maßnahmen seien Folge "eines anhaltend schwierigen Marktumfelds sowie des Strukturwandels in der Branche", argumentiert das Unternehmen. Seit 1998 seien die Umsätze im deutschen Buchhandelsmarkt inflationsbereinigt rückläufig – mit einer Erholung rechne man "weder in diesem Jahr noch in den kommenden Jahren". Zudem habe die norme Ausweitung von Einzelhandelsflächen, besonders durch neue Einkaufscenter, aber auch im Buchhandel selbst, zu einer Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit von Vollsortimentern wie Hugendubel und Buch Habel geführt. Darüber hinaus nehme die Konkurrenz durch den Internetbuchhandel immer stärker zu. Und nicht zuletzt habe sich auch das Einkaufsverhalten der Kunden branchenweit sehr stark gewandelt.
Ob mit dem Stellenabbau auch Schließungen von Filialen einhergehen, ist momentan nicht bekannt. boersenblatt.net bleibt dran!
- Hugendubel greift bei Buch Habel zum Rotstift [12.05.2009]
- Streit um Arbeitsplätze bei Buch Habel spitzt sich zu [13.03.2009]
- Auf dem Rückzug [16.01.2009]
- Habel schlüpft komplett unters DBH-Dach [29.10.2008]
Tags: DBH, Hugendubel, Buch Habel, Stellenabbau






96 Kommentar/e
wann gesellt sich thalia dazu?
oder haben die durch ihre aggressive expansion nicht ihren anteil am sterben der kleinen vollsortimente und jetzt auch am druck auf die großen konkurrenten?
gegen duftwässerchen und heuschrecken-fondskapital ist mit kulturgut schwerlich anzukommen
das rennen ist wohl zu gunsten von thalia/stationär und amazon/internet gelaufen ...
Derzeit machen ja alle möglichen Unternehmen aus den verschiedensten Branchen die schwierige Marktlage für ihre Misere verantwortlich, es stellt sich aber die Frage, ob es nicht eher interne Schwierigkeiten waren, die verhindert haben, dass rechtzeitig darauf reagiert wurde. Mit dem bösen unberechenbaren Markt haben auch alle anderen zu kämpfen, aber nicht jedes Unternehmen gerät deshalb gleich in Schieflage.....
Leider, ...
Wer`s glaubt.
Wenigstens die Karten auf den Tisch legen, könnte man...
dass Habel gröbere Schwierigkeiten hat, wird ja nicht erst seit dem sehr plötzlichen Verkauf der restlichen Anteile und dem Krefeld-Desaster vermutet.
Sieht für mich so aus, als müssten hier die Mitarbeiter heute für Fehlentscheidungen und vertrödelte Entscheidungen der letzten Jahre büßen.
Ob Herr Schmitt in seinem Wohnmobil Platz für in Not geratene Ex-Kolleginnen hat?
Auch ich befürchte, dass die Pressemitteilung nur die Spitze des Eisbergs zeigt.
Wie viele Änderungskündigungen / Stundenkürzungen werden noch zusätzlich ausgesprochen?
Wird es Filialschließungen geben - und sind die Mitarbeiter hier schon eingerechnet?
Was ist mit Mitarbeitern und Azubis in der Probezeit?
Und ist bei Weiland wirklich alles in Ordnung - oder kommen die anderen Sparten nächste Woche dran?
Der vor kurzem gegründete Gesamtbetriebsrat wird viel zu tun bekommen.
Liebe Mitarbeiter bei Hugendubel und Habel, Frankreich als Vorbild und München ist nicht groß, besucht die Familie Hugendubel doch mal zu Hause und schaut in deren Kühlschränke, ob da auch weggekürzt wurde!
Mit solidarischen Grüßen
J. Wegener
Bei Thalia in Krefeld knallen gerade die Sektkorken...
Mir ist schon klar, dass die Zeiten gerade schwer sind. Aber ich frage mich, ob das Projekt "DBH" wirklich zu Ende gedacht wurde. Wer will eigentlich Was sein? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal? Was macht die Buchhandlungen der DBH zu etwas besonderem? Ich habe den Eindruck, dass wissen die einzelnen Unternehmen selbst nicht. Es fehlt das Konzept. Womit sollen sich denn die MItarbeiter identifizieren? Die schwimmen doch im Ungewissen. Hat man eigenltich versucht, die neuen Mitarbeiter in die neuen Strukturen zu integrieren? Wurde die wichtigste Resource, das wichtigste Kapital - die Mitarbeiter zumindest informiert?
Ein Geschäftsführer haftet i.d.R. nicht mit seinem Privatvermögen, der Mitarbeiter, der um seinen Job bangen muss, leider schon! Ich kann nur wünschen, dass die DBH bald herausfindet, was sie eigentlich will und bereit ist, in ihr wichtigstes Kapital zu investieren!
So, so, das Vollsortiment soll erhalten bleiben, mit einer noch stärkeren Ausrichtung auf Gefälliges.
Das ist doch schon lange Trend bei den Filialisten. Und das Kaufverhalten habe sich gewandelt, das ist aber erstaunlich, wo die Filialisten daran doch "fast gar nicht" mitgewirkt haben. Es reicht eben nicht die Regale zu füllen und hoch zu stapeln und darüber hinaus Beratung oft schuldig zu bleiben. Mitarbeiterkompetenz ist da, ihre Vermittlung an die Leser wird aber oft genug durch anderweitige Beschäftigung, verhindert. Steht dann am Ende die Aldisierung des Buchhandels:
Verzicht auf Beratung, Verzicht auf die enorme Vielfalt, Konzentration auf das Beliebige oder Gefällige. Kein Wunder wenn Amazon zur Top-Einzelhandelsmarke geworden ist!
Etwas anderes habe ich bei Hugendubel als Kundin nie erlebt! Und der Wunsch muss schon sehr deutlich vorgetragen werden - suchend vorm regal zu stehen reicht nicht. Mein Eindruck des Frankfurter Hauses war immer: unaufgeräumt, gestresste Mitarbeiter, kein Kundenkontakt, keine Sortimentsschwerpunkte.
Damit hat man anscheinend in den letzten Jahren kein Wachstum erzielen können - und deswegen soll der rest der DBH jetzt auch so aussehen? Was ist das denn für eine Logik??
Erlebnisbuchhandle klingt gut - aber was ist das schönste Erlebnis für einen Menschen? Kontakt zu anderen Menschen. Ohne Mitarbeiter, die den Stil des Hauses und ein "ran an den Kunden" vorleben, ist Erlebnisbuchhandel nur ein buntes Plakat. Keine Tiefe, keine emotionale Bindung des Kunden ans Haus.
Ja, es gehen bestimmt Umsätze ans Internet verloren. Aber was kann der stationäre Handel, was das Internet nicht kann? Menschliche Kontakte, Emotionen, Lachen, den Kunden anstrahlen und sich freuen, dass er ins Haus gekommen ist.
Und damit macht man Umsatz, wachsende Umsätze.
Aber bei der DBh nun nicht mehr.
Bücher verkaufen sich nunmal nicht selber, Buchhändler verkaufen Bücher.
Das ALDI-Prinzip funktioniert halt nur bei ALDI und Co., aber die verkaufen ja auch Güter des täglichen Bedarfs.
Das steht so in er GLMitteilung.Auf gut deutsch. Innovativ ist, wer den andern Buchhandlungen alles nachmacht. Toll.
Wenn das nur mal so wäre.
Da wird gejammert, dass amazon so erfolgreich ist und soviel Bücher verkauft, aber woran das liegt weiß angeblich keiner.
Ich hab mal vorgeschlagen, ähnlich wie amazon einen Anreiz zu schaffen von privaten Websites auf Hugendubel und die Bücher zu verlinken.
Antwort: Keine Zeit, sowas zu entwickeln.
Ich hab vorgeschlagen, die Kunden Bücher bewerten zu lassen. Antwort: Keine Zeit, sowas zu entwickeln.
Ich hab vorgeschlagen den Buchhändlerblog, in dem Hugendubler über Bücher schreiben mit den Büchern zu verlinken. Antwort: Keine Zeit.
Ja Herrgot,, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn amazon alles abgreift.
Und hat schon mal jemand versucht auf der Website von Buch Habel eine Filiale in der Nähe zu finden?
Gut versteckt. Respekt an den diensthabenden Osterhasen.
Naja. Genug gemeckert, Ich genieß jetzt noch meinen letzten Monat hier, bevor der Vertrag ausläuft.
Das durch die Einführung eines "Einkäufersystems" in der jüngeren Vergangenheit bei der DBH die Sortimentskompetenz der meisten Mitarbeiter eingeschränkt wurde, die nun nur noch verräumen dürfen, was andere eingekauft haben und nun eigentlich gar nicht mehr beraten sollen (Auf Wunsch!)- das wirkt doch irgendwie wie geplant ?
Wozu soll man auch teure Sortimentsbuchhändler bezahlen, Nicht-Beratung kann man schliesslich auch von ungelernten 400,- €- Aushilfen erwarten:
Da wird der Einkauf zum Erlebnis!
Ein austauschbares Sortiment, von austauschbarem Personal dezent "passiv" verkauft- das klingt schon nach dem ganz großem neuen Ding!
Ich ziehe meine guten alten Panama-Hut vor der geballten Innovationskraft, die da aus München kommt!
Wieso aber sollen Kunden ihre 0815-Bestseller aus den Bereichen Unterhaltung, Kinderbuch etc. ausgerechnet noch bei Weltbild und den DBH-Großflächen einkaufen? Das verstehe ich noch nicht so ganz...
Wann darf man den nun eigentlich mit dem Fall der Preisbindung rechnen? Wäre das nicht der nächste passende Schritt, "den Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mitzugestalten"?
Wie stehts denn nun eigentlich mit dem großartigen Vorschlag von Hr. Nitz beim bayerischen Arbeitgeberverband, Tarifvereinbarungen doch einfach mal zu ignorieren? (http://handel.bayern.verdi.de/tarifbewegung/buchh andel/#boeses_foul_arbeitgeber_sagen_ihren_belegsc haften_den_kampf_an)
Hat das jetzt eigentlich geklappt?
Dann dürfte dem Erlebniseinkauf ja nix mehr im Wege stehen- weiter so!
Wie bei WB wurde jede freie Fläche bei neuen Centern gern genommen, ohne auf Größe, Einrichtung und (später) Präsentation zu achten. Expansion um JEDEN Preis wird zum Verhängnis. Generell ist expansives Handeln nicht bedenklich.
Mir tut es leid für alle Ex-Kollegen, die die gehen müssen und die, die das dann in engsten Personalplänen ausbaden müssen, wenn sie bleiben dürfen. Mir tut es leid für die engagierten Filialleiter und für die, die die Entscheidungen vor den Mitarbeitern vertreten müssen, die sie selbst nicht beeinflussen können.
Vielleicht kann man jetzt wieder einige Jubel-Zeit verstreichen lassen und einfach über den verläßlichen Mittelstand berichten, der zielgerichtet und dennoch verantwortungsbewußt, engagiert und dennoch sparsam, innovativ und dennoch klug Bücher anbietet und verkauft. Der seine Mitarbeiter führt und zu ihnen auch in schwierigeren Zeiten steht.
Oder glaubt jemand, daß es den "Kleineren" nicht auch schwerfällt, in Zeiten wie diesen?
Naja, ich schon eine Weile aus dem Laden raus, bin auch sehr froh darüber und kann nur allen Ex-Kollegen viel Glück wünschen.
Willst Du Dich jetzt hier hinstellen und behaupten, nur weil Du noch nicht so lange dabei bist. keine Kinder hast und vielleicht 10 Jahre jünger bist, bist Du unabkömmlich?
Wenn das so sein sollte, wirst Du bestimmt schnell was Neues finden!
"optische und räumliche Veränderungen von Sortimentsbereichen innerhalb der Buchhandlungen (unter der Maßgabe: Erlebniseinkauf)"
und für den erlebniseinkauf brauch man etwa kein personal mehr?
gute idee!
vermeintliche bestseller und "me-too"-marketing/einkauf/konzept/präse ntation...
und wo sind die jetzt?!
naa?
hugendubel gräbt sich grad das eigene grab!
(und die sich auch noch besser vermarkten!).
hat hugendubel nicht eigentlich nen BR?
der musste das doch vorher schon wissen- oder?
und die frage ist nun: was hat der BR jetzt dagegen?
Mit prima Sparmenüs.
Sorry, Spass beiseite, die Kollegen, die hier betroffen sind, tun mir wirklich leid.
Wann hat Hugendubel noch mal Habel und Weiland übernommen? Das ist doch noch nicht so lange her!
Hat das wirklich Sinn gemacht?
Seit letzter woche haben über 500 Buchhändler ihren Job verloren oder werden ihn in der nächsten Zeit verlieren.
Wieviele von uns werden eine neue Anstellung finden?
Gibt es keine Möglichkeit zu kämpfen?
das es ein paar weniger werden, um Weiterbildungskurse, Abfindungen, Vorruhestand,
oder vielleicht doch erst mal Kurzarbeit ,die wir nutzen können um neue Jobs zu finden.
Weltbild wird zu Aldi (nur nicht so erfolgreich)
Hugendubel/Habel zu Weltbild (und damit genauso wenig erfolgreich)
@ braut: Und wer soll kaufen? Die DBH ist wie Arcandor: Am Stück unverkäuflich.
@ bald ex: 500 freigesetzte Buchhändler. Wer die Stellenanzeigen der letzten JAhre verfolgt hat weiß, dass normale Buchhändlerjobs kaum noch angeboten werden. Und jetzt kann Thalia die Preise für die wenigen Stellen noch weiter drücken.
Oder sie suchen sich gleich Verkäufer und Einzelhandelskauffrauen aus der Arcandor-Substanz ...
Wer will noch Buchhändler?
Für den Kunden ist es doch eher ein Erlebnis, zig tolle Bücher von einer Buchhändlerin empfohlen zu bekommen, die Spaß an ihrer Arbeit hat, als über Haufen von immer gleichen Titeln zu stolpern.
Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis es Wiedereinstellungen zu weitaus schlechteren Bedingungen geben wird. Dann ist die GL endlich die lästigen, nach Tarif bezahlten Buchhändler mit unbefristeten Verträgen los, die auch noch 30 Tage Urlaub haben und Weihnachtsgeld bekommen.
Mir tun alle Kollegen leid, die diesen Affentanz mitmachen müssen und nun völlig demotiviert zur Arbeit schlurfen. Ich wünsche allen und im besonderen den Habel-Kollegen, die gehen müssen, viel Glück!
ja hugendubel hat nen BR und der hat heute gesagt, dass er auch überrascht war...und leider kann der BR nicht viel machen...
komme gerade von einer langen spätschicht nach hause und frage mich, was in den nächsten tagen noch für hiobsbotschaften kommen...wir sind chronisch unterbesetzt und sollen noch weniger werden, auch ich falle schön in den sozialplan, keine kinder, nicht lange in der firma, da anscheinend die ausbildungszeit nicht angerechnet wird...die stimmung im laden ist natürlich mehr als gedrückt...und die zeit bis zum 30.6. ist noch lang...also kommt man jeden tag in die arbeit und sitz auf kohlen...aber die azubis in der probezeit sollen wenigstens bei uns in der filiale nicht gekündigt werden...das war aber auch das einzig positive heute......
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/78/471616/text /
Schockierend.
Herr Hugendubel sen. dürfte sich jetzt wohl im Grab umdrehen.
Fehler werden in jeder Firma gemacht, ohne Zweifel.
Die Hugendubel-Konzeption war ursprünglich genial, vorbildlich (für viele).
Nun das.
Es gibt genügend Bücher zur Finanzkrise.
Wann gibt es ein Buch zur Buchhandelskrise?
Es wird noch viele treffen.
Und doch die Hoffnung: Aus jedem, das vergeht, wird etwas Neues geboren. Nicht-nur-Prinzip-Hoffnung.
Hier muss man auch auf die Straße. Laßt das nicht auf Euch sitzen. Was wollen sie denn machen??? Euch kündigen?????
morgen ist in münchen eine demo, hab gehört dass eine filiale geschlossen hingeht...aber kündigen tun sie uns so oder so, daran ist nichts mehr zu ändern
Ich bezweifle ehrlich, daß jemals einer der Geschäftsleitung einen solchen kreativen Zusammenhalt verspürt hat und einen solchen Erfolg und Rückhalt bei unseren Kunden, denn sonst wären solche Fehlentscheidungen niemals möglich gewesen. Sensibilität schwindet mit der Entfernung zur Realität.
Schade für uns alle, aber eine neue Chance für die Kleinen der Branche und letztendlich vielleicht sogar für uns alle.
Und um Besteller oder ähnliches zu erwerben muß ich auch nicht in nen großen Laden gehen. Die finde ich definitiv überall.
... so kann man sich selbst überflüssig machen ...
glückwunsch an die GL
Ansonsten kann man Herrn Hugendubel vor allem beim Fliegen-Fischen antreffen, richtig, hat auch nur entfernt was mit dem Buchhandel zu tun, gibt aber Bücher zu Fliegen-Fischen, immerhin.
Wir hätten Maximilian Hugendubel vor Jahren schon beim Wort nehmen müssen. Nicht lange nach seinem Einstieg in die Firma philosophierte er über die Filialen der Zukunft mit überall einheitlicher Regalsystematik, sollte tatsächlich noch ein Kunde in den Laden kommen, der informiert sich an SB-Terminals über den Standort des Buches, das Leitsystem weist den Weg, oder er bestellt gleich am Terminal, es wird auch Personal geben, die Einräumer, genau die, die auch beim Tengelmann Katzenfutter verräumen, und Kasse, klar.
Wir kommen der Sache schon bedeutend näher...
Noch dazu gehen jetzt im Zuge des Sozialplans genau diejenigen, die an der Misere nicht Schuld sind, die Riege der Besserwisser und Managementsimulanten bleibt.
genau wie bei wb+.
ist es nicht leider überall so??
die arbeitsbienen weden aus dem stock geschmissen damit die königin weiter sumsen kann.
so, und jetzt geh ich wieder brav regale einräumen und kassieren. mein gehirn kann ich zuhaue lassen, ist vielleicht auch besser so sonst kommt noch der böse frust und die ganze moivation ist hin.
Das spottet jeder Beschreibung!! Mein Beileid, Kollegen! Ich mußte auch schon dran glauben...
nun heissts auch noch:
hugendubel bildet keine buchhändler mehr aus..wenn der angebliche branchenprimus so etwas vorlebt- was sind die folgen? was sind die folgen für die fachklassen in den berufsschulen, in den schulen des deutschen buchhandels- fehlen da in zukunft vielleicht die hälfte der schüler? wie sind da dann letztendlich die folgen für die "leselandschaft"?
ja, heinrich hugendubel rotiert wohl grad in seinem grab..
In Zeiten von Wirtschaftsflaute sicherlich genau das richtige um die großen Filialisten noch mehr gleich aussehender werden zu lassen, ist dies genau die Chance für uns kleinen Buchhandlungen um uns noch schneller abzuheben von diesen. 19.000 Verlage gibt es in Deutschland und durchschnittlich 50-100 Verlage sind in einer Buchhandlung vertreten. Da müßte es doch mit Leichtigkeit zu schaffen sein, dass sich vermehrt diese Kleinen von den Großen abzuheben wissen. Ansonsten wird auch hier das tägliche Buchladensterben munter weiter vor sich gehen. Und wenn überhaupt wird es weiterhin wie bisher nur eine 2-Zeilen-Meldungen geben im Börsenblatt, schon wieder gibt eine alteingesessene Buchhandlung auf (derzeit mind. 1 Buchladen/Tag).
Amazon und Thalia verlangen noch höhere Konditionen als bisher und auch die vielen Kleinverlage werden mehr und mehr verschwinden die doch das Salz in der Suppe in jeder kleinen Buchhandlungen sein müßten.
*Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mit gestalten*
Gerade jetzt müßten so manche Buchhändler und auch Kunden aufwachen, wo es zukünftig lang gehen sollte. Back to the Roots!
 Erstklassige Beratung
 Ausgesuchtes Sortiment
 Freundliches Personal
 Bestellt wird alles was auch immer irgendwo lieferbar ist
 Kundenbindung verstärken
 Nicht nur Mainstream-Titel anbieten, sonder auch mal anspruchsvolle Literatur, durchaus auch hochqualitative Kleinverlage
Letztendlich ist hier jedoch antizyklisches Unternehmerdenken erforderlich und genau dies ist unsere Chance als kleine Buchhändler diesen neuen Erfordernissen gerecht zu werden und die dann auch von den Endkunden honoriert werden.
Hier können Sie dann wirklich Erlebniswelten in Ihren Buchläden anbieten, Bücher die nicht gerade bei z.B. 5 anderen Mitbewerber auch zu haben sind.
Stöbern ohne Ende und nicht erschlagen werden von immer dem gleichen Sortiment, egal in welchen Buchladen die Kunden gehen.
Buchhändler die zu Buchverkäufern oder Rack-Jobber kujoniert wurden, hier haben die Kunden mittlerweile schon lange die Nase voll und Amazon & Co. wird sich noch mehr freuen, wenn noch mehr Buchhändler versuchen auch ihr Heil in oben genannten Konzepten nach zu folgen.
Noch gibt es genügend Auszubildende die bereit sind das Kulturgut Buch mit Enthusiasmus und Verve lustvoll beratend an die Frau, den Mann nahe zu bringen. Wenn Sie sich aber obigem Artikel anschließen und so manche werden es tun, benötigen wir auch keine Auszubildenden mehr und letztendlich auch keine Buchhändler.
Wer es so sträflich versäumt, und zwar seit Jahren, in die Zukunft zu investieren wird bestraft.
Die Kompetenz am Regal ist doch wohl bei Hugendubel schon länger nicht mehr gefragt; das habe ich als Leser und Kunde schon bemerkt.
Ich war und bin mit Leib und Seele dem Buchhandel verfallen und das merkt man meiner Arbeit auch an. Doch wie soll man es schaffen unter den ganzen Vorgaben, Memos und ähnlichem sich auch noch um eine sinnvolle Sortimentsgestaltung zu kümmern, wenn einem ein gewisses ZL ständig reinspielt. Backlist? Fehlanzeige! Platz für persönliche Lieblingstitel? Keine Chance! Stattdessen massenkompatible Ware, die auch in jedem grossen Supermarkt mit Buchsortiment zu finden ist. Engagement ist nicht gewünscht, Innovation und neue Ideen systematisch ausgebremst. Das einzig motivierende sind in diesem Moment die Kollegen, von denen uns jetzt leider auch welche verlassen müssen.
Dieser Beruf hat kaum noch etwas mit dem Beruf zu tun, den ich damals gelernt habe. Das ganze Know How ist nicht mehr gewünscht, wir sind austauschbar geworden.
Wobei auf Kundenseite der Bedarf für meine Arbeit da ist!
Daran liegt es nicht.
Es gibt nur keine Chefs mehr, die das gewisse etwas mehr, dass meinen Beruf über das Verkaufen hinaus ausmacht, würdigen, loben oder bezahlen.
Mit einem von den dreien wäre ich ja in Zeiten wie diesen schon zufrieden.
Ein "Familienunternehmen" wie es mal war, ist es schon lange nicht mehr.
Tarifgruppen wurden gesenkt, Verträge befristet und aus Buchhändler wurden "Buchhändlerische Mitarbeiter" die nur noch fürs Regaleinräumen da sind.
Jetzt werden auch noch keine Lehrstellen mehr angeboten. Wo wird der Buchhandel hingehen? Hugendubel hat da eine wichtige Rolle. In ein paar Jahren wird der Buchhändler ein ausgestorbener Beruf sein. Das kann doch wohl nicht sein!
Die Mitarbeiter werden nur noch als Kostenfaktor angesehen. Wo bleibt die unternehmerische Verantwortung für die Mitarbeiter?
Bundesweit werden 400 Stellen abgebaut, das sind 1/3 der Belegschaft.
Traurig, was aus einer Firma geworden ist, mit der man sich mal identifiziert hat.
Welche Manager haben da wohl Fehler gemacht? Wo sind die Rücklagen? Und die Arbeitnehmer dürfen das nun ausbaden.
Gott sei Dank sind heute wenigstens einige der Hugendubel-Kollegen auf die Straße gegangen und haben gestreikt. Solidarität mit den Kollegen!
gelle!?!
Dieses "Konzept" Erlebnisbuchhandel mit Bestsellerschwerpunkt und ohne Personal hatte Thalia vor einigen Jahren auch. Mittlerweile sind sie beim aktiven Verkaufen und "ran an den Kunden" angekommen.
Schaun mer mal, wann die DBH da ankommt.
Leider ist Thalia nicht bereit, dieses aktive Verkaufen und den Einsatz für den Umsatz angemessen zu bezahlen. Und jetzt gibt es viele, billige Buchhändler ...
@achja
außerdem würde ich mir wünschen das die kommentare etwas konstruktiver sind und solidarischer mit den kollegen die jünger sind, trauriger. zynismus ist schon in ordnung aber bitte nicht auf kosten der kollegen.
Wirklich trösten kann ich Dich nicht. Auch einer alten Häsin wie mir geht es nicht anders: Den Beruf, den ich gelernt habe, gibt es seit dieser Woche nicht mehr. Er wird noch ein paar Jahre in Nischen überleben - aber mehr auch nicht.
Es wird was Neues entstehen - hoffentlich noch vor meiner Rente, damit ich nochmal durchstarten kann.
Kunden stehen auf der DBH Fläche in der Karstadt - Mö
Die Dame an der Kasse schaut ins Leere und bemerkt weder mich, noch die anderen Kunden. Kein guten Tag, rein gar nichts. Beratung absolute Fehlanzeige!
Das sind die Buchhändler von heute!!
es im buchhandel in der zukunft aussehen wird.
dieser wird sich teilen in a) onlinegeschäft,
welches von amazon bedient wird und b) stationärer
buchhandel (also einzelhandel) welcher an thalia fällt. die dbh wird mit dem neuen konzept nicht am markt bestehen können.
ergebnis: die dbh als solches wird zerschlagen, die
einzelnen unternehmensteile ausgegliedert (also verkauft) bzw. liquidiert. die marke buch habel wird komplett vom markt verschwinden.
hugendubel dürfte es als unternehmen mittelfristig vermutlich ähnlich ergehen. es wurden auf seiten der führung einfach zuviel fehler gemacht.
da thalia cleverer im markt agiert, wird sich dieses unternehmen auf dauer durchsetzen.
das aufkommen des automobils hat auch tausenden droschkenkutschern den arbeitsplatz gekostet und ebenso tausenden in der entstehenden automobilbranche arbeit neu ermöglicht
entweder wandeln wir uns mit oder wir werden abgehängt, so einfach ist das
und ich denke als gut ausgebildete und intelligente menschen wird uns der wandel leichter fallen als wir es uns jetzt vorstellen können, wenn wir es denn auch wollen
beim klagen allein stehen bleiben ist stagnation und bietet keine perspektive
Die in ( ).
gesetzten Angaben der Geschäftsanschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr:
Veränderungen
05.12.2007
Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG Buchhandlung und Antiquariat, München (Nymphenburger Straße 25-29, 80335 München). Eingetreten: Persönlich haftender Gesellschafter: Weltbild Plus Association, Fort Collins/USA (Colorado Secretary of State Nr. 20061176694), von der Vertretung ausgeschlossen. Noch Fragen? Das ist die Richtung, in die wir uns bewegen.
Was soll uns Dein Kommentar bzw. der Handelsregisterauszug denn sagen?
Ich verstehe zwar was da steht, nicht aber was Du da 'reininterpretierst.
Gruss
Checker
anscheinend sind wir nicht intelligent genug.
wem gehört denn deiner meinung nach hd?
ich bin gespannt!
im grunde überhaupt nicht.
was mich wundert ist:
warum ist die weltbild plus die persölich haftende gesellschaft für die heinrich hugendubel gmbh, wo die weltbild plus doch eine unternehmenstochter ist und die heinrich hugendubel gmbh 50 prozent an ihr hat... oder?
"Die Holding-Organisation ist ein Instrument zur Verschaffung von Steuervorteilen, zur Umgehung von Kapitalbeteiligungsgrenzen und zur Verwirklichung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen im Rahmen der Kapitalanlage. Des Weiteren ermöglicht diese Organisationsform die leichte Integration von akquirierten Unternehmen. Steuervorteile können genutzt werden, indem die Holding-Gesellschaft ihren Firmensitz in ein Land verlegt, in dem attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen gegeben sind."
U.U. eine interessante Info für sie:
Der Netto Marken-Discount startet eine Ausbildungsoffensive. 4.000 neue Ausbildungsplätze für 2009 sind angepeilt.
Das klingt doch interessant! Und eigentlich - dafür werde ich bestimmt gesteinigt - ist es doch egal, ob man Konserven, Obst, Fisch oder Bücher ein- bzw. verkauft. Der Buchhändler ist auch "nur" ein Einzelhändler.
http://albannikolaiherbst.twoday.net/topics/Rueckb auten/
dafür müsste man dich wirklich steinigen
bücher sind mehr, als nur ware.
für mich und meine arbeitskollegen zumindestens.
wurden echt azubi-verträge gekündigt?
na dann gehts den aber ganz schlecht- das waren doch schon immer die "billigsten" arbeitskräfte.
wenn die schon nicht mehr gewollt sind, ohje...
Bin auch bald wie viele meiner Arbeitskolleginnen und Kollegen arbeitslos.Ich finde das für uns alle ob Azubis oder Angestellte unglaublich,wenn ich mir alles so durchlese dann ist mir klar das wir alle in einem Boot sitzten,aber was können wir jetzt noch machen? Die Würfel sind doch schon vor langem gefallen.Und keiner wollte es glauben.Was auch immer gie GL machen möchte und das liegt ja wohl auf der Hand OK gut macht nur.Wir können das nicht aufhalten und noch mehr kann und will ich eigentlich dazu nicht sagen . Wir müssen jetzt schauen wo wir bleiben es ist leider so es trifft immer die kleinen.Ich wünsche jedem einzelnen alles Gute für die Zukunft,ich weiss wie sich diese Situation anfühlt. Bestimmt geht dieser üble Nachgeschmack auch noch weg.Ich wollte jetzt gar nicht schimpfen weil das nix bringt mein anliegen war nur uns alles Gute zu wünschen,viel Glück!!!
Aber wenn Zentraleinkauf heißt, daß Unmengen von unverkäuflichen Büchern im Laden stehen und man jeden Tag, egal ob Thalia oder Hugendubel, Angst vor weiteren Ladenhütern haben muss, dann ist es wohl zuviel des Guten. Aber die Konzepte der jeweiligen GL sind, egal wo, unantastbar und zu wenig kommuniziert und wo Vielfalt und Diversität herrschen müsste, wird zu sehr auf Einheitsbrei geboten.
Und dann kauf ich halt bei Amazon mein Buch, denn der Weg in die Buchhandlung lohnt nicht mehr, da zuwenig Gesicht, zu wenig Inhalt...und zuwenig Kompetenz
Wenn nun 1/4 - 1/3 der Arbeitsplätze abgebaut werden ist es nur klar, dass dieser Prozess unmöglich mit dem "alten" Modell weiterzuführen ist. Man stelle sich vor: 400 - 600 Mitarbeiter bewirtschaften gut 30 Läden. Das wird sich nur realisieren lassen, wenn die "Firmenpolitik" (die sich eher als "unkoordiniertes Wanken zwischen verschiedenen Extremen" bezeichnen lässt, weiter in Richtung Schmalspurbuchhandel zielt:
- Ausweitung des Zentraleinkaufs und damit verbunden, die Aufhebung der Individualität der einzelnen Sortimente / Häuser
- Beratung auf ein Minimum reduzieren (Der Kunde "weiß" ja heutzutage schon was er will) & mehr Schilder zur Eigenorientierung.
- Einkauf von Arbeitsleistungen bei Fremd- / Zeitarbeitsfirmen, die ihre Mitarbeiter zu tariffreien Dumpinglöhnen beschäftigen können.
- Ausweitung der Arbeitszeiten der Beschäftigen auf 40 - 45 h, damit verbunden in Absehbarer Zeit der komplette Ausstieg aus dem Tarifvertrag und Streichung sämtlicher Spätabends- / Wochenendzuschläge.
- Flexible Arbeitszeiten und flexible Mitarbeiter, die auch schon einmal zwischen verschiedenen Filialen hin und her springen - wo eben Not am Mann ist.
- "Randtätigkeiten" wie Aufräumen / Präsentieren / Auspacken werden an Aushilfen / billige Fremdfirmen vergeben.
- Absehbare Schließung versch. Filialen, die den Vorstellungen der GL nicht genügen, knallhart ohne Ursachenforschung, stattdessen auf einer handvoll, willkürlich herausgepickter Kennzahlen.
Sehr geehrte Damen & Herrn.
Wir alle lieben unseren Job, es ist der schönste der Welt. Aber HUENDUBEL ist nicht mehr das Unternehmen, das es einmal war. Wer irgendwie kann, sollte woanders hingehen, denn einen "Umbauprozess" aktiv mitzutragen, der allein zum Leidwesen ALLER Mitarbeiter ausfällt, und die noch verbleibenden Kollegen zu bloßen Arbeitsmaschinen mit NOCH weniger Kompetenzen degradiert ist so nicht tragbar.
Bei der jetzigen Unternehmensorganisation kann das nur schiefgehen...
Wichtig für das Unternehmen sind, meiner Meinung nach, gut informierte und engagierte Mitarbeiter.
Diese sollten auch besser weitergebildet werden als in den letzten Jahren geschehen...
Ein Appell an die Geschäftsleitung: Überdenken Sie ihr Konzept - es gibt sicher noch andere bessere kostengünstige Möglichkeiten als ihre geplanten Massnahmen! Es kommt mir alles nicht sehr durchdacht und zukunftsträchtig vor.
Anmerkung: Sehr schade, dass keine Azubis mehr ausgebildet werden - ist das wirklich nicht mehr möglich?
Es wäre schade, wenn das Traditionsunternehmen Hugendubel in der Gesichts- und Bedeutungslosigkeit eines Discounters untergeht oder ganz vom Markt verschwindet.
Vielleicht sollte man sich in der Hugendubel GL einmal wieder auf alte Tugenden besinnen...
Ich wünsche allen Hugendubel und Habel Mitarbeitern alles Gute und halte Ihnen die Daumen!
Sorry folks...