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12.06.2009Arbeitsplatzabbau bei der DBH
Kehraus bei Buch Habel: Der Entlassungswelle folgt eine Kostenwelle
Die DBH will auch bei Buch Habel Kosten sparen, muss dafür aber einen hohen Preis bezahlen. Der erste große Streit um Abfindungen konnte bereits im Mai beigelegt werden; die zuletzt noch 23 Mitarbeiter der Habel-Zentrale nahmen nach einem monatelangen Hin und Her schließlich den angebotenen Vergleich an – und erhielten jeweils 0,4 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Die DBH kostete das nach Angaben von Verdi Darmstadt zunächst 354.000 Euro.Unklar war bis dahin jedoch, wie das Arbeitsgericht Darmstadt über die Kündigungsschutzklagen entscheiden würde. Seit Dienstag Nachmittag ist klar: Die DBH muss nun wohl doch tiefer in die Tasche greifen. Laut Angelika Tischer, Habel-Mitarbeiterin und Mitglied im Betriebsrat, einigten sich im Verlauf der Verhandlung zehn der insgesamt 14 Kläger mit Hugendubel auf einen neuerlichen Vergleich; wie aus verlässlicher Quelle zu hören ist, geht es um jeweils 2.500 Euro - was für die DBH auf Mehrkosten in Höhe von 25.000 Euro hinauslaufen würde. Hinzu kommt: Tischer zufolge bekamen drei Kläger Recht, und nur einer musste vor Gericht klein beigeben...
Am 30. Juni werden in der Zentralverwaltung von Buch Habel endgültig die Lichter ausgehen. Bis dahin wird auch für die Mitarbeiter in den Filialen Klarheit darüber herrschen, für wen und wie es weitergeht: Nach Recherchen von boersenblatt.net sollen die 106 betriebsbedingten Kündigungen bereits bis zu diesem Stichtag ausgesprochen werden – die Abfindung belaufe sich auf je 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr.
Damit ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen: Denn die DBH wird sich nach Einschätzung von Experten kaum gegen einen Sozialplan wehren können. Bei Buch Habel sind rund ein Drittel der 335 Arbeitsplätze betroffen – also weit mehr, als das Betriebsverfassungsgesetz für eine solche Regelung vorsieht. Dort steht: Sobald mehr als zehn Prozent der Beschäftigten gehen müssen, sei es möglich, einen Sozialplan quasi zu erzwingen. „Der Betriebsrat ist in einer starken Position“, meint ein Verdi-Sekretär. Der Haken: Betriebsräte gibt es in lediglich vier der 17 Filialen – in Krefeld, Viernheim und in den beiden Habel-Buchhandlungen in Mainz.
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1. Umsatzfee 15.06.2009 08:56h
Danke für diesen Bericht.
Ich hoffe, dass er allen Mut macht, vor Gericht zu ziehen.
2. watissenhierlos 16.06.2009 12:47h
und was ist mit Wohlthat!? Keiner erwähnt ,dass auch hier schon gekürzt wird und dass die Zentrale in Berlin aktuell geschlossen wird.....(was da hinter den Kulissen los war weiß man ja auch nicht...)
3. Philipp 01.07.2009 21:37h
Hoffentlich nutzten die wenigen vorhandenen Betriebsräte jeglichen Spielraum, sei er auch noch so klein, aus um sich für ihre von Kündigung bedrohten Kollegen einzusetzten. Dies gilt auch für die Betriebsräte anderer Filiaisten, sofern es noch welche gibt. Bei Übernahmen ist das ja zum Glück noch öfters der Fall. Meiner Beobachtung nach lassen die sich nämlich viel zu sehr einschüchtern und gehen nicht an die Öffentlichkeit aus Angst vor noch mehr Entlassungen. Und nicht zuletzt aus Angst vor der eigenen Kündigung.