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Werner DohrWerner Dohr© Tobias Bohm

18.06.2009Buchtage Berlin 2009

Digitale Piraterie - eine gigantische Schattenwirtschaft

Welch gigantische Dimension digitale Piraterie im Netz bereits erreicht hat, demonstrierte Werner Dohr vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen in einem faktengesättigten Vortrag.

Während eine durchschnittliche Buchhandlung 20.000 bis 60.000 Titel anbiete, könne ein illegaler Internet-User an einem Tag 60.000 digitalisierte (oder digitale) Bücher aus dem Internet herunterladen. Bei Hörbüchern dauert es etwas länger: Da sind es nur 200 Titel am Tag.

Im Netz gibt es, so Dohr, zwischen 50.000 und 100.000 Seiten mit illegalen Contentangeboten. Die Angebote seien gut sortiert, man erhalte alle Detailinformationen, kann Inhalte recherchieren, der Download-Link werde angezeigt, und 30 Sekunden später habe man das Buch auf seinem Rechner.

"Nutzer und Betreiber verdienen an den illegalen Angeboten, nur die Verlage nicht", sagt Dohr. Der "Kunde" zahle eine monatliche Download-Gebühr und erhalte ein Vielfaches seines Einsatzes zurück.

Manche Seiten verzeichneten bis zu 50 Millionen Zugriffe im Monat; das häufig mehrsprachige Angebot umfasse bis zu 300.000 verschiedene Titel.

Ein krasses Beispiel: Man könne auf einer Website die komplette Werkchronik von Henning Mankell lesen und anschließend alle Bücher des Autors kostenlos downloaden.

Dohrs Fazit: Mit Kopierschutzmaßnahmen wird man dieser Schattenwirtschaft wohl kaum Herr.

roe

Schlagworte:
Piraterie, E-Books

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1 Kommentar/e

1. Hans-Jürgen Reff 18.06.2009 22:15h www.german-dataservice.de

Vorschlag für eine einfache und sofort realisierbare Strategie gegen Buch-Raubkopien:
Wie von der Musikindustrie erfolgreich praktiziert, werden Demo-Bücher mit kurzen Leseproben und gescrambelten Content für die Volltextrecherche in die Tauschbörsen eingeschleust. Diese Probier-Versionen unterscheiden sich zunächst nicht von den Raubkopien. Die Downloader werden also verwirrt und entmutigt.
German-dataservice bietet seit kurzem die vollautomatische Erstellung solcher Demo-Bücher fast zum Nulltarif an. Dabei werden alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, damit Verlags-PDFs nicht mehr "vagabundieren" müssen. Näheres kann unter www.ebook-production.de/html/ebooks.html nachgelesen werden. Der Digitalisierungs-Dienstleister hat u.a. für Libreka! mehr als 60000 Bücher für Verlage bearbeitet und kennt die Sorgen und Wünsche der Branche.

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